Auslegung Römerbrief, Kap. 1 bis Kap. 8

Lieber Leser, dies ist ein Blog. Wenn Sie die Liebe hätten einen Kommentar zu hinterlassen. Dialog ist Leben.

Einleitung

Den Römerbrief schrieb der treue Bote Jesu Christi Paulus an die Kirche zu Rom. Die Kirche zu Rom bestand aus Heidenchristen (gläubig gewordene Heiden) und Judenchristen (gläubig gewordenen Juden). Bevor die Heiden in der Kirche zu Rom Christen wurden, praktizierten sie die griechische Religion (Anbetung der Götter des griechischen Götter-Olymps wie z. B. Zeus und Hermes) und werden deshalb im Römerbrief Griechen genannt. Paulus erwähnt auch sogenannte Nicht-Griechen. Das waren einfach Heiden, die rein materialistisch lebten und sich um keine Religion kümmerten. Unbewußt dienten sie jedoch dem Götzen Mammon, der der Gott des Materialismus ist, und so wirft Paulus sie im weiteren Verlauf des Briefes in einen Topf mit den Griechen.

Merke: Im Römerbrief bedeutet das Wort Grieche “Anhänger der griechischen Religion” und hat nichts mit der griechischen Nationalität zu tun!

Bevor die Juden in der Kirche zu Rom Christen wurden, praktizierten sie das Judentum (Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken, Stolz auf die Beschneidung und das Haben des Gesetzes, Stolz auf die Abstammung von Abraham).

Merke: Judenchrist ist ein Jude, der Christ geworden ist.

Paulus predigte im Allgemeinen das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus.

Nun, was ist das?

Antwort:

“Gott, der Vater, warf unsere Sünden auf Gott, den Sohn, als er ihn am Kreuz für uns dahingab. Um unserer Rechtfertigung willen hat er ihn auferweckt von den Toten.”

Diese wenigen Worte sind tatsächlich das komplette Evangelium, ganz schlicht, ganz einfach.

Warum schrieb Paulus einen solch langen Brief, wenn das Evangelium an sich so einfach ist?

Das einfache Evangelium wird ständig missverstanden und der Mensch erfindet laufend eigene Religionen. Die Lehrer der wahren Kirche müssen laufend Missverständnisse (Irrlehren, Häresien) aufklären und die Wertlosigkeit, ja sogar Verderblichkeit, falscher Religionen aufdecken. Der Mensch ist erfinderisch im Bösen (falsche Lehren) und so müssen die Lehrer der Kirche immer wieder lange Briefe schreiben, um die falschen Lehren zu bekämpfen.

Nun zur Zusammenfassung von Röm. 1 bis Röm. 8 an sich.

Da ich Röm. 1 bis Röm. 8 durchgearbeitet habe, kann ich sagen, was die Kernaussage des Briefes ist und worauf sich alles zuspitzt:

Die Kernlehre des Briefes ist:

Wenn wir das Evangelium richtig verstehen, befähigt es uns zu einer Beherrschung unseres sündigen Körpers (Leibes) durch den Heiligen Geist.

Alles, was Paulus in Kap. 1-8 schreibt, dient nur dazu den Leser soweit zu belehren, daß er demnächst als einer erfunden werde, der in Christus lebt bzw. in welchem der Heilige Geist waltet (die Begriffe “in Christus” und “der Heilige Geist wohnt in ihm” sind absolut gleichwertig und können wechselweise gebraucht werden).

Aus Anmerkungen des Paulus wie “Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde?” kann man rückschließen, daß es etliche “Christen” in der Kirche zu Rom gab, die enorme Glaubensprobleme hatten, denn dieser Gedanke “Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde?” ist naturlich pervers. Dieser perverse Gedanke mag den zerrütteten Gehirnen abgefallener Heidenchristen entsprungen sein. Weiter sprachen einige in der Kirche zu Rom: “Lasst uns Böses tun, damit Gutes daraus komme?” Dieser perverse Gedanke kam wahrscheinlich aus den zerrütteten Gehirnen abgefallener Judenchristen.

Da etliche Heidenchristen und etliche Judenchristen in der Kirche zu Rom wiederum Irrtümern verfallen waren, mußte Paulus ihnen das Evangelium neu predigen (natürlich gab es in der röm. Kirche daneben auch treue Christen, die das Evangelium voll erfaßt hatten und in der Freude ihres Herrn lebten). Diesen Abgefallenen wollte Paulus mit seinem Brief helfen, indem er ihnen das Evangelium noch einmal bis ins kleinste Detail hinein neu erklärte und ihnen gleichzeitig bewies wie verderblich Griechentum, Gesetzes-Judentum und billige Gnade – Jesus waren.

Griechentum und Judentum außerhalb der Kirche waren staatlich und gesellschaftlich etabliert (beide Religionen liefen auf eine “Rechtfertigung der Sünde” hinaus und so hatte man durch Etablierung der beiden Religionen indirekt die Sünde legalisiert, bewußt oder unbewußt). Obwohl Heidenchristen und Judenchristen in der Kirche das Evangelium angenommen hatten, konnte es sein, daß sie geistliche Probleme (Glaubensprobleme) mit Hilfe von Ideen der alten, überkommenen Religionen zu lösen suchten, die sie früher praktizierten und deren Ideen (Rechtfertigung der Sünde) gesellschaftlich salonfähig waren.

Dem setzt Paulus mit Nachdruck entgegen, daß das Evangelium die neue und einzig legitimierte Religion war, vom höchsten Gott verordnet. Außerdem galt Folgendes:

Jesus von Nazareth war ein jüdischer Königssohn und bestätigt als Gottessohn durch die Auferstehung von den Toten. Jesus war allezeit mit dem Heiligen Geist erfüllt gewesen und so erhob ihn Gott nach seinem Tod am Kreuz zum Herrscher des Universums (vom Kreuz zum Thron, that’s great!). Leben im Geist und Erhebung zur Herrlichkeit, das ist ein kausaler Zusammenhang.

Auch wenn die abgefallenen Heidenchristen und Judenchristen noch so begeistert waren von ihren “guten”, alten Ideen aus ihren alten Religionen, Paulus setzte dem mit Wucht entgegen, daß das Evangelium eine authorisierte Botschaft war vom authorisierten Sohn, gepredigt vom authorisierten Apostel. Angesichts der Authorität, die ihnen hier begegnete, sollten sie ihre lächerlichen Ideen aufgeben und zurückkehren zum “Gehorsam des Glaubens” bzw. “Gehorsam in Christus”.

Kurzer Exkurs zur brüderlichen Liebe in Christus

Gott wirkte in der Kirche zu Rom, auch durch das Gebet des Paulus und Paulus freute sich darauf demnächst Gemeinschaft mit seinen Brüdern in Rom zu haben. Trotz seines hohen, göttlichen Amtes war Paulus zu allererst der Bruder der Brüder zu Rom. Die Kirche ist kein hierarchisch aufgebauter Konzern, sondern eine Gemeinschaft von Brüdern in Christus und Schwestern im Herrn. Die Kirche ist der Leib Christi mit Christus als unsichtbarem Haupt. Kein Glied ist höher als das andere, sondern die Glieder dienen einander durch ihre verschiedenen Gaben, wie die Glieder des menschlichen Körpers verschiedene Aufgaben haben, aber der Körper nur einen Kopf hat. Ein Christ unterscheidet sich also vom anderen Christen nur durch die persönlichen Gaben, die er hat, aber ist gibt keine Rangordnung wie in einer Firma oder Behörde. In der Kirche geht es weder um das Verdienen von Geld durch die Herstellung von Gütern und Dienstleistungen, noch hat die Kirche hoheitliche Aufgaben (Herrschen) wie der Staat und seine Beamten, die dafür Steuern als Lohn kassieren. Die Kirche ist um das Seelenheil ihrer Glieder und der ganzen Menschheit besorgt, das ist ihre Hauptaufgabe. Und so freut sich Paulus auf seinen Besuch in Rom: “Denn mich verlangt danach, euch zu sehen, damit ich euch etwas mitteile an geistlicher Gabe, um euch zu stärken, das heißt, damit ich zusammen mit euch getröstet werde durch euren und meinen Glauben, den wir miteinander haben.”

Wie gesagt, es gab Heidenchristen und Judenchristen in der röm. Kirche, die schwere geistliche Probleme hatten. Statt jedoch ihre Kenntnis des Evangeliums zu vertiefen, um ihre Probleme zu lösen, verfielen sie darauf wiederum Hilfe zu suchen bei “griechischen Ideen” und “jüdischen Ideen”. Paulus wollte sie davon wieder abbringen und zum Evangelium zurückführen.

Die historischen Befunde des Paulus

Anhand des historischen Befundes versucht Paulus die Verderblichkeit von Griechentum und Judentum zu beweisen. Beide Religionen gipfelten in der Rechtfertigung der Sünde, wie wir sehen werden.

Paulus greift jetzt erst das historische Griechentum an. Er liefert den historischen Befund des Griechentums, der vernichtend ausfällt. Obwohl die Schöpfung (Himmel, Gestirne, Erde, Tiere, Pflanzen, gutes Wetter, gute Ernten, etc.) vom ewigen Schöpfergott zeugte, beteten die Griechen ihre lächerlichen Götter an. Außerdem reihten sie Gott, den Schöpfer, unter ihre Götzen ein und entehrten ihn damit. Sie legten Gott einen niedrigen Charakter bei ähnlich dem einer ihrer Götter. Sie machten sich Götter, die Hurenböcke, Mörder, Ehebrecher, usw. waren, um ihre eigene Sünde zu relativieren. Sünde bewirkt immer Schuldgefühle, Kummer, Depression (sogar ohne Kenntnis eines Gebotes; es ist ein psychologischer Effekt, den Gott in den Menschen hineingelegt hat). Sie hatten den Schöpfergott verlassen, da mußten sie sündigen (die Sünde war das Siegel ihrer Entfremdung von Gott), da kam der Tod (Schuldgefühle, Kummer,  Depression), aber sie kehrten nicht um zum Gott des Lebens, sondern machten sich sündige Götter, um ihre Schuldgefühle zu dämpfen durch Relativierung der Sünde. Durch die Anbetung der Götter entfernten sie sich aber noch mehr von Gott und er mußte sie völlig dahingeben, das heißt er zog seine schützende Hand ab und ihre Sünde explodierte förmlich (siehe Röm. 1, 24-32). Sie verdarben so stark, daß sie die Sünde sogar legalisierten (hatten Gefallen an denen, die es tun).

Kurz gesagt: Die Griechen hatten sich eine Art billige Gnade – Religion geschaffen (die griechische Idee). Sie ließen sich nicht von Gott heilen, sondern rechtfertigten sich selbst. Durch Rechtfertigung der Sünde explodierte die Sünde. Auch etliche Heidenchristen in der Kirche zu Rom standen in Gefahr “die griechische Idee” zur Lösung ihrer geistlichen Probleme zu verwenden. Irgendwie schien das Evangelium bei ihnen nicht zu funktionieren. Obwohl sie eigentlich an Jesus Christus glaubten, lebten sie immer noch in Sünden und Schuldgefühle und Kummer ereilten sie. Statt nun das Evangelium zu vertiefen, rechtfertigten sie sich selbst (griechische Idee) und machten sich einen billige Gnade – Jesus.  Dies war natürlich Götzendienst in Gottes Augen und er gab sie dahin. Ihre Sünde explodierte. So gab es in der christlichen Kirche zu Rom penetrante Sünder.

Noch kürzer: Die abgefallenen Heidenchristen in der röm. Kirche hatten sich eine billige Gnade - Religion geschaffen. Sie ließen sich nicht von Gott helfen, sondern rechtfertigten sich selbst. Ihre Sünde explodierte und sie sprachen: “Laßt uns in der Sünde beharren, auf das die Gnade desto mächtiger werde.”

Als nächstes liefert Paulus den historischen Befund des Judentums, der ebenfalls vernichtend ausfällt. Offensichtlich war es historische Tatsache, daß die Juden die Heiden (Griechen + Nicht-Griechen) richteten. Sie sahen das Richten als Gesetzeswerk, um vor Gott gerecht zu werden. Weiter wollten sie die Heiden erziehen, leiten und sie das Gesetz lehren. Auch dies wiederum als Gesetzeswerk, um vor Gott gerecht zu werden.

Die Juden hatten nur ein Problem, das aller Welt offenbar war: Sie selber hielten das Gesetz nicht, sondern waren Diebe, Ehebrecher, etc.. Die Sünden der Juden waren so offenbar, daß die ganze Welt den Namen Gottes lästerte, wegen der Sünden seines Volkes. Die Juden sanken schließlich soweit, daß sie sprachen: “Lasset uns Übles tun, auf daß Gutes daraus komme.”  Durch das Geben des Gesetzes hatte Gott den Zeigefinger gehoben (Beachte: “du sollst nicht” sagt man nur zu jemand, der den Stand der Liebe zu Gott und seinem Nächsten bereits verlassen hat). Die Juden hätten dadurch erkennen sollen, daß sie sich nicht mehr in einem Heilsstande befanden und hätten Gott um Gnade bitten sollen. Statt dessen machten sie einen Götzen aus Gesetz und Beschneidung. Gott gab sie dahin. Sie verdarben völlig.

Kurz gesagt: Es war historische Tatsache, daß Judentum und Griechentum die Sünde ihrer Anhänger nicht dämpften, sondern verstärkten.

Paulus kommt aber nicht umhin auf die historische Tatsache hinzuweisen, daß es trotz allem auch einige kleine nette Leutchen gab, die im Alltag heilig und gerecht lebten in Wort und Werk (dies waren Heidenchristen und Judenchristen, die dem Herrn treu waren). Paulus erwähnt das, um einen Kontrast zu geben zu dem verderblichen Griechentum und Judentum. So wie es historische Tatsache war, daß Griechen und Juden verdarben, war es auch historische Tatsache, daß viele Christen überwanden.

Schlußfolgerung: Es ließ sich historisch belegen, daß es nicht unmöglich war in der Lebenswirklichkeit als Christ zu leben in wahrer Heiligkeit und Gerechtigkeit (diese Heiligen und Gerechten waren Heidenchristen und Judenchristen, bei denen das Evangelium funktionierte). Dies wiederum war ein Beleg dafür, daß es nicht korrekt war, das Evangelium als komplett funktionsunfähig zu defamieren. Das Evangelium konnte funktionieren, wenn man es nur richtig handhabte. Weiter beweist Paulus die völlige Unzulänglichkeit von Griechentum und Judentum. 

Interessant:

Griechentum und Judentum führten zum gleichen Endergebnis:

“die Rechtfertigung der Sünde”

Griechen: Relativierung der persönlichen Sünde durch sündige Götter (z. B. ein Ehebrecher konnte sich damit beruhigen, daß ja auch der Gott Zeus ein Ehebrecher war).

Juden: Rechtfertigung der Sünde durch Gedanken wie:

“unsere Ungerechtigkeit stellt Gottes Gerechtigkeit ins Licht”

“die Wahrheit Gottes wird herrlicher durch meine Lüge”

“lasset uns Übles tun, auf auf daß Gutes daraus komme”

Zwischenergebnis:

Paulus hatte nun den historischen Beweis geliefert, daß Judentum und Griechentum die Sünde nicht dämpften, sondern sogar steigerten.

Judentum und Griechentum liefen auf eine Rechtfertigung der Sünde hinaus und so explodierte die Sünde. Hinzu kam, daß Gott sie dahingab, wegen ihres eigenwilligen Götzendienstes, sodaß die Sünde noch mehr entbrannte.

Weiter erwähnte Paulus treue Heidenchristen und Judenchristen, die durch das Evangelium zu realen Heiligen und Gerechten geworden waren. Sie taten gerechte Werke und alle Welt konnte es bezeugen.

Jeder vernünftige Leser des Römerbriefes mußte jetzt zugeben, daß das Evangelium doch die einzig gute Religion war.

Paulus sagt’s ganz kurz: Ja, wir werden gerecht durch Glauben an Jesus. Durch seinen Tod am Kreuz hat er unsere Schuld gesühnt. Es war historische Tatsache, daß der Glaube an das Evangelium oder der Glaube an Jesus Menschen zu Gerechten und Heiligen machen konnte. Diese Heiligen und Gerechten taten gerechte Werke im Alltag und die Menschen sahen es und staunten. Die Welt konnte bezeugen, daß es Menschen gab, deren Leben durch das Evangelium gebessert worden war.

Die von Gott verordnete Religion war tatsächlich auch gut in ihrer Substanz.

Wir hatten bereits erwähnt, daß etliche Heidenchristen der röm. Kirche die griechische Idee (Rechtfertigung der Sünde) der Heiden in die Kirche eingeschleppt hatten wie einen Schweinegrippevirus.

Was aber machten die abgefallenen Judenchristen der röm. Kirche?

Sie versuchten ihre Glaubensprobleme durch das mosaische Gesetz zu lösen. Wir sahen, Paulus hatte historisch bewiesen, daß das Gesetzes-Judentum auch wieder nur in der Rechtfertigung der Sünde endete, nur war der Weg dahin ein anderer als beim Griechentum. So stützten sich die abgefallenen röm. Judenchristen auf einen Rohrstab, der knicken mußte.

Paulus hatte bewiesen, daß es historische Tatsache war, daß das Judentum die Sünde nur förderte. Nun geht er geschichtlich zurück bis zu Abraham, um zu zeigen, daß das Judentum noch nie göttlich authorisiert war, sondern eine reine menschliche Wahnvorstellung ist.

Die Juden waren stolz auf ihre Abstammung von Vater Abraham, ihre Beschneidung und das Haben des Gesetzes. Paulus beweist, daß Abraham ein gläubig gewordener Heide war, der die Beschneidung erhielt als Siegel seines Glaubens (die Beschneidung sollte also einen Juden eigentlich an den Glauben Abrahams erinnern; er hatte der Verheißung Gottes geglaubt, der ihm einen Sohn versprochen hatte). Weiter gab es noch kein mosaisches Gesetz zu Abraham’s Zeit (der “Vater der Juden” konnte also unmöglich durch Gesetzeswerke gerecht worden sein!). Abraham war also ein “Heidenchrist” gewesen und kein Jude. Abraham war durch Glauben gerecht geworden, aber nicht durch das Halten des Gesetzes (selbstverständlich lebte aber Abraham im Glauben so gerecht, daß er, falls es zu seiner Zeit ein Gesetz gegeben hätte, mit diesem niemals in Konflikt geraten wäre). Es war also historisch nicht haltbar, wenn sich die Juden auf Vater Abraham, Beschneidung und Gesetz beriefen. Schon seit Urzeiten konnte man nur durch Glauben an Gottes Verheißung gerecht werden, aber nicht durch Halten irgendeines Gesetzes.

Gott sprach Abraham gerecht, weil er seiner Verheißung geglaubt hatte. In gleicher Weise wird es allen Menschen (Heiden+Juden) zur Gerechtigkeit gerechnet, wenn sie glauben, daß:

Gott seinen Sohn für ihre Sünden dahingegeben hat und ihn um ihrer Rechtfertigung willen auferweckt hat von den Toten.

Dieser dem Glauben Abrahams verwandte Glaube gibt die Kraft trotz Anfeindungen ein gerechtes Leben in dieser feindlichen Welt zu führen im Bewußtsein der Liebe Gottes und der zukünftigen Herrlichkeit.

Ende des historischen Befundes des Paulus.

Bis Röm. 5, 11 hatten wir es mit dem historischen Befund des Paulus zu tun. Jetzt kommt der psychiatrische Befund.

 

Psychiatrischer Befund des Paulus

Warum war zusätzlich noch ein psychiatrischer Befund notwendig?

Nun, Paulus wollte Heidenchristen + Judenchristen der Kirche zu Rom, die Glaubensprobleme hatten, helfen. Er war ein liebender Seelsorger. Sie waren am Evangelium gescheitert und suchten sich mit griechischen/jüdischen Ideen zu helfen, was sie nur weiter und schneller in den Abgrund führte.

DAS ENTSCHEIDENDE DES RÖMERBRIEFES

Die Heidenchristen und Judenchristen in Rom, die Probleme hatten, hatten das Evangelium bereits gehört (sie waren ja in der Kirche) und hatten es geglaubt und waren getauft worden. Sie wußten, sie waren durch die Taufe “der Sünde abgestorben” und befanden sich durch die Taufe “in Christus”. Das hatten Missionare ihnen gesagt.

Im Alltag bemerkten sie jedoch weiter sündliche Begierden und schlossen daraus, das Evangelium würde mindestens bei ihnen selbst nicht funktionieren.

Etliche Heidenchristen machten sich folglich einen billige Gnade – Jesus, um es mit sich selbst noch aushalten zu können in Anbetracht ihres Frustes, wegen ihres Sündigens.

Etliche Judenchristen sagten sich: “ich muß wieder mehr über das Gesetz meditieren, sonst werden meine Begierde mich noch ganz verschlingen.”

Beide Gruppen hatten nicht verstanden, daß der Leib des Christen unerlöst bleibt (siehe Röm. 5 und Röm. 7). Der Leib hat biologisch Adam’s Sündhaftigkeit geerbt. Gott setzt diesem bösen, biologischem Erbe Christus entgegen. Christen sind nun gleichzeitig Erben Adams und Erben Christi. Ihr ganzes Leben ist eine beständige Übung das Erbe Adams immer mehr und gewohnheitsmäßig zu verleugnen und das Erbe Christi zu bejahen. Es stimmt zwar, wir sind “der Sünde abgestorben” durch die Taufe und “in Christus” durch die Taufe, aber das gilt uns als Gesamtpersönlichkeit. Bei der Taufe werden wir praktisch in 2 Heilstatsachen hineingetauft: “der Sünde abgestorben” und “in Christus”.

Diese Heilstatsachen müssen wir täglich im Glauben ergreifen. Tag für Tag müssen wir durch den Heiligen Geist unseren sündigen Leib überwinden. Der Leib ist buchstäblich unverbesserlich. Jedes gerechte Werk, das wir tun, tun wir nur in Jesus bzw. nur durch die Kraft des Geistes. Gott, der Allmächtige, der Geist ist stärker und größer als unser sündiger Leib und zwingt ihn gerechte Taten zu tun.

Paradox:

Der sündige Leib des Christen tut gerechte Werke.

Wie funktioniert das?

Der sündige Leib des Christen ist in Jesus eingewickelt. Das allmächtige Wort Gottes (Jesus) hüllt uns ein und zwingt unseren Leib gerecht zu handeln.

Unsere Verantwortung: Wir müssen uns Tag für Tag erinnern, daß wir durch die Taufe “der Sünde abgestorben” sind und durch die Taufe “in Christus” sind. Täglich laden wir den demütigen, lieben Christus ein uns zu führen. Jeden Tag verrichten wir mindestens das Morgengebet und das Abendgebet (noch mehr Gebet wird sicher nicht schaden!), wo wir um Erfüllung mit dem Heiligen Geist bitten in Erinnerung an unsere Taufe und den Tod und die Auferstehung Jesu.

Die Lösung aller Probleme: Die christliche Tauflehre.

Warum dann überhaupt ein Gesetz?

Paulus gibt nun den psychiatrischen Befund, warum das Gesetz für einen Christen keine Relevanz mehr hat.

Wenn Gott Gesetz mitteilt, ist das, wie wenn er den Zeigefinger hebt. Er sagt quasi: “Mir gefällt nicht, wie du handelst!” Das sagt er ruhig, nüchtern und sachlich. Die Juden am Sinai brüllte er nur aus dem Grund an, weil sie ihm ins Gesicht logen. Sie sündigten permanent, sagten aber zu Gott: “wir halten dein Gesetz und wollen es weiterhin halten!” Das war pervers.

Wenn Gott das Gesetz mitteilt, soll man sofort denken, man habe seinen “Heilsstand” verlassen oder war noch nie in einem solchen, denn jemand der sich in der “himmlischen Behausung der Liebe = Heilsstand” befindet, braucht kein Gesetz (du sollst nicht), sondern übt Liebe im Geist an seinen Mitmenschen. “Du sollst nicht” wird erst notwendig für jemand, der gegen die Liebe handelt. Z. B. ein Dieb handelt gegen die Liebe, weil er seinen Nachbarn schädigt. Ein Diebstahl tut dem Bestohlenen einfach weh. Dieser Diebstahl wird verurteilt durch “du sollst nicht stehlen!”. Durch seinen Diebstahl bewies der Dieb, daß er sich nicht im Stande der Liebe befand. Angenommen, ein Dieb liest in der Bibel “du sollst nicht stehlen!”, dann soll ihm das primär zeigen, daß er einer ist, der außerhalb Gottes lebt. Er soll dann Gott bitten, ihm gnädigerweise das Heil zu geben (Heil = “in Christus sein”), damit er die Kraft bekomme, statt seinen Nachbarn zu bestehlen, ihn zu beschenken in Liebe. Würde aber der Dieb sagen, nachdem er das Gebot gelesen hatte: “ich will nun aus eigener Kraft mich bessern und nicht mehr stehlen!”, dann würde das Verbot “du sollst nicht stehlen!” ihn umso mehr anreizen zu stehlen, denn verbotene Früchte schmecken gut. Hätte der Dieb sich im Stande der Liebe (= in Christus) befunden, hätte er seinen Nachbarn nicht bestohlen. Also, wer “in Christus” ist oder wer “in der Liebe” ist, der braucht kein Gesetz “du sollst nicht”, denn er wird sowieso nur Dinge tun, die Gott so kommentieren würde: “Gut gemacht!”

Sobald Gott Gesetz in Form von “du sollst nicht” mitteilt, müssen alle Alarmglocken läuten im Gehirn des Hörers. Die richtige Reaktion wäre dann: “Gott bringe mich bitte zurück zum Stande des Heils und der Liebe!” Die falsche Reaktion wäre zu sagen: “Ich will versuchen dieses und jenes Einzelgebot zu halten!”

Wer versucht außerhalb eines Heilsstandes das Gesetz zu halten, dem wird das Gesetz zum Fluch. Die Sünde nimmt Anlaß am Gebot und erregt jede Begierde (das schildert uns Paulus in Röm. 7, 7-13, wo er von Zeiten vor seiner Bekehrung berichtet). Der natürliche Mensch unter Gesetz verdirbt völlig, er stürzt in den Abgrund seiner Sünde. Im Gegensatz dazu lebt der gläubige Mensch in der Liebe zu Gott und seinem Nächsten. Er kommt nicht mit dem Gesetz in Konflikt, denn die Liebe ist weit mehr als die Erfüllung des Gesetzes (praktisch: er schenkt seinem Nachbarn etwas aus Liebe, statt ihn zu bestehlen). Das war die psycho-theologische Vernichtung des Gesetzes.

Was bleibt, ist der sündige Leib des Christen (siehe auch Röm. 7, 14-25), den er mit sich herumschleppen muß, solange er auf Erden lebt. Dennoch tut er gerechte Werke in Christus.

Röm. 7, 14-25 erzählt uns Paulus die Geschichte seines unverbesserlichen Leibes.

Wir dürfen das nicht missverstehen, als ob Paulus in Sünde gelebt hätte und nicht vermochte die Begierden seines Leibes unter Kontrolle zu bringen. Paulus erzählt uns Röm. 7, 14-25 in dem Bewußtsein, daß er durch die Taufe “der Sünde abgestorben” war und “in Christus” war. “In Christus” vollbrachte Paulus’ sündiger Leib doch gerechte Taten.

Die freie Persönlichkeit des Christen

Gott hat uns als freie Persönlichkeiten geschaffen. Deswegen lies er unseren Leib sündig, damit wir jeden Tag  freiwillig den Heiligen Geist bitten uns zu erfüllen. Wir sollen freiwillig immer mehr in Gott hineinwachsen. Das ist die Umkehrung des Prozesses der Entfremdung Adam’s von Gott. Adam verließ freiwillig den liebenden Gott, wir sollen freiwillig zum liebenden Gott zurückkehren. Wir kehren täglich nach Hause zurück wie der verlorenen Sohn.

Es mag der Tag kommen, wo es uns zur Gewohnheit geworden ist die Begierden unseres Leibes durch den Geist zu überwinden. Im Gegenzug wird uns der gleiche Geist “Freude im Herrn” schenken und gibt uns eine starke Hoffnung auf die Herrlichkeit im Himmel (er macht sie auf wunderbare Weise fast greifbar für uns, obwohl sie in der Zukunft liegt). Christentum ist also nicht nur Kampf gegen die Begierden, sondern auch “Freude im Herrn”. Gleichzeitig werden wir geehrt, leiden zu dürfen wie unser Herr. Jesus mußte leiden und wurde verworfen, also müssen auch wir leiden und werden verworfen werden. Leiden mögen teilweise unangenehm sein, doch sie läutern unseren Glauben und kommen uns so zu gute. Tag für Tag werden wir Christus ähnlicher werden. Die Anfeindungen dieser Welt dienen uns nur zum Besten. In diesem Bewußtsein hoffen wir, daß Christus die Herrschaft bald auch sichtbar antritt und uns und die ganze Schöpfung nach Hause bringt zu Gott, der das Leben in Fülle ist.

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Die Hochzeit zu Kana

Johannesevangelium, Kapitel 2, Verse 1-12

1 Und am dritten Tage war eine Hochzeit in Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus spricht zu ihr: Was geht’s dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6 Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. 7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm. 9 Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten’s, die das Wasser geschöpft hatten -, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie betrunken werden, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. 12 Danach ging Jesus hinab nach Kapernaum, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger, und sie blieben nicht lange da.

Im ersten Kapitel des Johannesevangeliums hatten wir gesehen, daß zwar Viele zu der Taufe des Johannes gekommen waren, aber nur Wenige richtig auf seine Predigt reagierten und dem Lamm Gottes nachfolgten.

Wahrscheinlich glaubten viele Juden, der Gesalbte müßte eine imposante Persönlichkeit sein wie Herodes, Pontius Pilatus und dergleichen. Jesus aber war bescheiden, mitfühlend, sanftmütig, gerecht, barmherzig, rein, versöhnlich, konsequent. Jesus war sogar dann noch nett zu Leuten, wenn sie ihm mit Hass, Ablehnung und Feindseligkeit begegneten. Mancher Jude mochte sich denken: “Dieser Schwächling soll der Messias, der König Israels sein? Niemals! Der hat doch Minderwertigkeitskomplexe!”

Die breite Masse des jüdischen Volkes schloss sich Jesus nicht an, sondern blieb beim Judentum. Dies muß für Johannes den Täufer und Jesus eine äußerst bittere Erfahrung gewesen sein, die sie nicht so leicht verdauen konnten.

Um aber Jesus und Johannes vor übergroßer Traurigkeit zu bewahren, läßt Gott etwas Wunderbares geschehen. Einige Wenige aus dem Volk hören doch auf die Predigt des Johannes und schließen sich Jesus an: Andreas, Petrus, Philippus und Nathanael.

Diese Vier schließen sich Jesus an gegen alle Überzeugung und Meinung der Juden und des jüdischen Establishments. Sie sind Felsen in der Brandung des jüdischen Hasses gegen Jesus.

Die Vier waren nun bei Jesus, aber es hätte nun passieren können, daß sie einfach zu fünft traurig waren. Da fügt es Gott so, daß sie auf eine Hochzeit eingeladen werden.

Interessant ist, daß nicht Jesus zusammen mit seiner Mutter eingeladen wurde, sondern seine Mutter besonders und Jesus und seine Jünger besonders. Jesus und seine Jünger bildeten also eine Einheit, sie waren wie Verwandte, die junge Kirche. Die Jünger hatten sich Jesus angeschlossen unter widrigsten Umständen. Vielleicht wollte Gott ihnen durch die Einladung zur Hochzeit ein kleines Zeichen seiner Gunst geben. Vielleicht sollte diese Hochzeit auch ein Hinweis sein auf das Hochzeitsmahl des Lammes, das in der Ewigkeit stattfinden wird. Wer sich hier auf Erden dem Lamm anschließt, trotz aller Ignoranz der Welt dem Lamm gegenüber, der wird auch in der Ewigkeit bei ihm sein und da wird Jubel und Freude sein beim Hochzeitsmahl des Lammes.

Das Brautpaar, das Jesus eingeladen hatte, tat damit etwas Großes und ging ein Risiko ein, denn sie mußten mit scharfer Kritik seitens der Juden und der Synagoge rechnen. Es konnte sie einiges kosten, daß sie es gewagt hatten, Jesus (ein Verführer in den Auge der Juden) und seine Jünger einzuladen. Später wurden ja solche, die sich öffentlich zu Jesus bekannten, aus der Synagoge ausgestoßen, was sicher zu erheblichen Problemen auch im Berufsleben und Geschäftsleben führte für den Ausgestoßenen.

Da ging der Wein aus (sollten die Jünger Traurigkeit über Traurigkeit haben?) und Maria sah nun die Gelegenheit gekommen, daß ihr Sohn endlich mal zeigen sollte, was er so drauf hatte. Ein Engel war Maria vor vielen, vielen Jahren erschienen und hatte ihr die Geburt des Gottessohnes angekündigt und sie wußte wer Jesus war. Aber er hatte seit seiner Geburt kein einziges Wunder getan. Paßt das zusammen, daß einer der Gesalbte Gottes sein will, tut aber keine Wunder?

Selbst die heilige Maria war vielleicht manchmal etwas erstaunt über den eigenartigen Charakter ihres lieben Kindes Jesus. Er war bescheiden, mitfühlend, sanftmütig, gerecht, barmherzig, rein, versöhnlich und konsequent. Er hatte auch ein außergewöhnliches Verständnis des Alten Testamentes, sodaß er schon als 12jähriger im Tempel lehrte. Jesus war ein frommer Knabe, gewiss, aber konnte der der Messias und König Israels sein? Brauchte es dazu nicht ein bischen mehr? War er nicht etwas zu weltfremd? War er nicht zu schüchtern und zu zurückhaltend?

Maria gibt Jesus einen dezenten Hinweis, er könne doch für neuen Wein sorgen. Jesus reagiert darauf ein wenig barsch: “Was geht es dich an, Frau, was ich tue?”

Gott (Jesus) will von uns Menschen geliebt werden, auch ohne daß er Wunder tut oder seine Herrlichkeit offenbart. Gott ist einfach ein bescheidener und freundlicher Mensch und als solcher will er von uns geliebt werden. Wir sollen Gott lieben, wegen seines liebevollen Charakters. Dies galt auch für Maria, seine Mutter. Das Gr0ßartige an Jesus war eigentlich sein ausgesprochen edler Charakter, seine Fähigkeit Wunder zu tun aber war für ihn selbst absolut zweitrangig (für Gott ist es ja tatsächlich auch nichts besonderes ein Wunder zu tun; Menschen nähen, backen, kochen, waschen Wäsche und Gott tut seine Werke, die für ihn Alltagsarbeit sind, uns aber als Wunder erscheinen. Gott verlangt von uns, daß wir soweit denken. Wir müssen soweit kommen, daß wir Gott nicht wertschätzen, wegen seiner Fähigkeit Wunder zu tun, sondern wegen seines außerordentlich edlen Charakters.

Der Mensch, dem ich gestern, heute und in Ewigkeit begegnen möchte, weil er so angenehm ist, ist Gott (Jesus). Der Mensch Jesus war der geselligste, sozialste, konstruktivste, kultivierteste Mensch, der je gelebt hat. Gott ist ein vorbildlicher Mensch.

 ”Meine Stunde ist noch nicht gekommen.”

Maria wollte, daß Jesus durch ein Wunder Wein machte, das heißt seine Herrlichkeit offenbarte. Jesus hingegen wollte seine Herrlichkeit erst offenbaren nach seinem Tod und seiner Auferstehung. Gottes Knecht wollte durch Leiden zur Herrlichkeit gehen und diese Ordnung wollte er sich von niemand umstoßen lassen. Deshalb reagiert er auch etwas barsch auf Maria’s Hinweis.

Aber um der Liebe willen gibt Jesus nach und tut ein Wunder. Jesus tut ein Wunder um der gegenwärtigen, praktischen Not willen (Mangel an Wein, Gefahr von Traurigkeit). Jesus muß fast gezwungen werden ein Wunder zu tun. Er war also keiner, der es auf eine große Show anlegte.  Jesus wollte nicht in der Öffentlichkeit groß herauskommen.

Jesus stellt sich auch nicht vor die versammelte Hochzeitsgesellschaft hin und zelebriert das Wunder, sondern abseits, da wo die Teilnehmer der Hochzeit sich nach jüdischem Brauch reinigten, bevor sie sich in den Hochzeitssaal begaben, da macht er aus Wasser Wein.

Jesus marschiert nun nicht selbst in den Hochzeitsaal mit den Amphoren in den Händen, sondern beauftragt die Diener, den Wein zum Speisemeister zu bringen, der ihn ohne großes Aufsehen ausschenken würde.

Jesus machte einen absoluten Spitzenwein. Es kann sich also nicht um irgendeine Panscherei gehandelt haben. Noch dazu faßten die Krüge mehrere hundert Liter Wasser/Wein. Wie sollte man unbemerkt soviel Zucker, Alkohol und Aromen herbeischaffen, um mit dem Panschen falschen Weines ein Wunder vorzutäuschen? Nein, Jesus tat wirklich ein Wunder.

Johannes hatte mit Wasser getauft, was notwendig war, aber es war “nur” eine Bußtaufe. Wobei die Bußtaufe des Johannes durchaus sehr wichtig und notwendig war, denn durch sie wurden die Menschen sich ihrer Sündhaftigkeit bewußt. Aber erst Jesus, das Licht und das Leben, war hinreichend zum Heil. Nur die Gegenwart Jesu bzw. später des Heiligen Geistes konnte Sünder fröhlich machen. So machte Jesus aus traurigen Sündern fröhliche Heilige durch seine Gegenwart  bzw. den Heiligen Geist und aus fadem Wasser machte er Wein. So wird uns der liebliche Wein ein Bild für den Heiligen Geist, der uns arme, traurige Sünder fröhlich macht. Bitten wir Gott täglich, uns mit dem Geist zu erfüllen.

Ohne die Geburt von oben kann der Mensch gerade so weit kommen, daß er seine Sündhaftigkeit erkennt. Heilig werden kann der Mensch aber nur durch die Gegenwart einer Person der ewigen Gottheit (Jesus oder der Heilige Geist). Auf wunderbare Weise kamen Menschen, die von Johannes getauft worden waren, zu Jesus. Jesus rief sie in seine Gemeinschaft, wodurch sie von neuem geboren wurden. Jesu göttliche Kraft vermag es, Sünder heilig zu machen, zu heiligen.

Diese neue Geburt geschieht heute durch die sakramentale Taufe. Heute ruft der dreieinige Gott Menschen durch die Taufe in seine Gegenwart, wo sie heilig werden können. Wer erst als Erwachsener das Evangelium hört, aber schon als Kind getauft wurde, der soll sich nicht wiedertaufen lassen, sondern einfach an seine Kindertaufe erinnern. Kindertaufe und Säuglingstaufe sind das gleiche. Die Säuglingstaufe ist gültig. Wiedertaufe ist verboten!

Durch die Taufe sind wir mit Jesus gestorben und mit Jesus auferstanden. Wir sind der Sünde abgestorben und in Christus. Unser Leib bleibt aber ewig sündig (das ist buchstäblich so gemeint; unser Leib ist ein ewig sündiger Madensack). Rufen wir Christus täglich an, in uns zu herrschen durch den Heiligen Geist. Wenn wir Tag für Tag Gott bitten, uns mit dem Heiligen Geist zu erfüllen, dann werden wird die Begierden unseres sündigen Körpers überwinden. Wir werden fröhlich sein im Herrn und Anfeindung und Ablehnung seitens der Menschen in seiner Kraft ertragen, hinblickend auf den ewigen Tag Gottes, der bald anbrechen wird und an dem wir zur Herrlichkeit erhöht werden werden, wo Jesus schon ist. Jesus überwand durch den Geist alle Mächte des Todes und Gott hat ihn dafür als Herrn und Christus bestätigt durch die Auferstehung von den Toten. Überwinden wir durch den Geist, dann wird Gott auch uns zu Erben der ewigen Herrlichkeit machen.

 

 

 

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Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten

Johannesevangelium, Kap. 4, Verse 43-54

43 Aber nach zwei Tagen ging er von dort (Sychar in Samarien) weiter nach Galiläa. 44 Denn er selber, Jesus, bezeugte, dass ein Prophet daheim nichts gilt. 45 Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, die alles gesehen hatten, was er in Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn sie waren auch zum Fest gekommen. 46 Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. 47 Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der war todkrank. 48 Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. 49 Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! 50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. 51 Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. 52 Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. 54 Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Der Frau am Brunnen (Samariterin) gegenüber hat sich Jesus vorbildlich verhalten: Sie verweigert ihm einen Schluck Wasser, nur weil er Jude ist. Er aber schimpft sie nicht aus, sondern bietet ihr im Gegenzug lebendiges Wasser an. Jesus praktiziert also, was er predigt: “liebet eure Feinde oder tut Gutes denen, die euch hassen”. Die Samariter und Juden waren Feinde, aber Jesus überwand die Feindschaft durch Liebe im Geist.

Das Geheimnis Jesu war es, daß er Gnade und Wahrheit war. Jesus predigte nicht nur Gnade mit den Sündern, sondern er war tatsächlich gnädig. Christen sind von Haus aus liebevoll aus ihrer Gemeinschaft mit Jesus heraus. Trotzdem erfahren sie Anfeindung (das ist dämonisch), was schwer zu verstehen und zu ertragen ist. In der Bergpredigt sagt Jesus, der die Anfeindung voraussah, den Jüngern, sie sollten die Menschen auch dann noch lieben, wenn sie von ihnen angefeindet werden würden. Wer liebt, trotz Anfeindung, der predigt das Evangelium in perfekter Weise. Bedingungslose Liebe ist die Verkörperung des Evangeliums. Wer bedingungslos liebt, ähnelt Jesus, der Gnade und Wahrheit war.

In Kap. 3 und Kap. 4 des Johannesevangeliums geht es ja darum, konkret zu zeigen, durch welchen Vorgang die Menschheit aufgeteilt wird in “Welt” und “Braut Christi”: Die neue Geburt aus Wasser und Geist.  Jesus hatte äußerst christlich reagiert (bitte registrieren Sie das: Jesu christliches Verhalten hatte äußerst positive Folgen) auf die Anfeindung der Samariterin und daraus entspann sich ein Gespräch, das schließlich zu ihrem Heil führte. Jesus zeigte ihr ihre konkrete Sünde und wies sie auf den Heiligen Geist hin, der ihr helfen konnte, die Begierden ihres Körpers zu überwinden. Dadurch würde sie eine Anbeterin in Geist und Wahrheit werden.  Alle Religionen (hier die Samariter) träumen nur von Erlösung, die Christen haben sie. Sie überwinden die Begierden ihres Körpers durch den Heiligen Geist, den sie bei der Geburt aus Wasser und Geist empfangen haben.

Was bei dem Gespräch mit Nikodemus und der Samariterin nicht so deutlich herauskommt, ist der Glaube, im Sinne von “etwas historisch für wahr halten”, der in den tieferen Glauben mündet. Bevor jemand zur neuen Geburt aus Wasser und Geist kommt, muß er zunächst die frohe Botschaft einfach für wahr halten. In der Geschichte von der Heilung des Sohnes des königlichen Beamten geht es darum zu zeigen, welche Rolle der Glaube spielt bei der Geburt aus Wasser und Geist. Wir werden sehen, daß man erst glauben muß im Sinne von “etwas für wahr halten” und Gott gibt dann den Glauben der heiligt:

Aus Glauben zu Glauben

Bei beiden Gesprächen waren ja die Gesprächspartner in Jesu Gegenwart, das heißt in der Gegenwart Gottes. Nikodemus war zu Jesus gekommen, weil ihn seine Zeichen und Wunder überzeugt hatten. Die Samariterin war ihm “zufällig” begegnet. Nikodemus und die Samariterin mußten nicht erst einer Verkündigung des Evangeliums glauben bzw. sie für wahr halten, bevor sie zu Jesus kamen.

Wir befinden uns heute ja in der Lage, daß wir zunächst eine historische Information über Jesus erhalten, die wir zunächst einfach für wahr halten müssen. Dies ist notwendig, damit wir zum Glauben im engeren Sinne kommen, das heißt zu dem lebendigen Glauben, der uns zu Heiligen und Gerechten macht. In einer ähnliche Situation wie wir befand sich der königliche Beamte.

Offensichtlich waren Jesus und seine Wunder ein Geprächsthema am Hofe des Herodes (Herodes Antipas), des Königs von Galiläa. Man war auch darüber unterrichtet, daß Jesus von Judäa nach Galiläa kam (sicher unterhielt auch Herodes einen gut funktionierenden Nachrichtendienst). Herbergen würde er selbstverständlich bei dem befreundeten Ehepaar in Kana, das sich dankbar erzeigte, weil er ihre Hochzeit “gerettet” hatte, indem er Wein zur Verfügung stellte.

Wenn bereits ganz Galiläa über die Zeichen und Wunder Jesu sprach, so konnte dies auch dem Herodes und seinem Hofstaat nicht verborgen bleiben und so wußte es auch der Beamte des Herodes, um den es hier geht.

Kapernaum war der Wohnort Jesu während seines öffentlichen Dienstes in Israel. Aus dem Matthäusevangelium geht hervor, daß Jesus erst nach der Gefangennahme des Johannes des Täufers von Nazareth nach Kapernaum übersiedelte (Matth. 4, 12-17). Bei dieser Begebenheit hier im Johannesevangelium war aber Johannes noch nicht gefangengelegt (Joh. 4, 1). Jesus war bis zum Beginn seines öffentliches Dienstes ein fleißiger Zimmermann gewesen. Gemäß seiner eigenen Lehre hatte er aber keine Ersparnisse angehäuft, sondern war immer den Armen behilflich gewesen. So war nun die Zeit gekommen, da Gott Jesus eine Bleibe in Kapernaum verschaffte, denn in Nazareth war er ja verworfen worden (Luk 4, 16-30). Jesus diente Gott und Gott versorgte im Gegenzug Jesus mit allem, was er brauchte. Wir können davon ausgehen, daß der königliche Beamte Jesus ein Haus in Kapernaum zur Verfügung gestellt hat aus Dankbarkeit für die Heilung seines Sohnes.

Der Beamte geht nun zu Jesus, einfach weil er Hilfe sucht für seinen todkranken Sohn. Er war überhaupt nicht sensationsgierig, sondern suchte nur Hilfe.

“Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.”

Das ist jetzt eigenartig. Wußte Jesus nicht, daß der Mann nur Hilfe suchte und nicht sensationsgierig war (“wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht”)?

Das Problem war, daß der Beamte eben ein Beamter des Herodes war und Herodes war sensationsgierig. Diese weltliche Sensationsgier des gottlosen Herodes wollte Jesus sich nicht befriedigen.

Lukas 23, 8:  Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte von ihm gehört und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen.

“Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!”

Jesus befand sich jetzt in einem Dilemma. Einerseits wollte er dem Beamten als Mensch helfen, andererseits wollte er nicht die Erwartung des Herodes erfüllen ein sensationeller Wunderheiler im Königreich Galiläa zu sein, eine Art Hofheiler.

Jesus heilt den Jungen aus der Ferne. Mit diesem “Trick” vermeidet er die Erwartung des Herodes zu erfüllen und zieht die ganze Sache auf die Ebene des schlichten, reinen Glaubens.

Jesus sagt zum Beamten: ”Dein Sohn lebt!” Dies war ein kleines Spezialevangelium der Liebe Gottes für den Beamten. Diese Information mußte er zunächst einfach für wahr halten. 

“Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.”

Der Beamte war sicherlich auch von Johannes dem Täufer getauft worden oder kannte zumindest dessen Predigt, daß Jesus das Lamm Gottes war, das der Welt Sünde trägt.

Sicherlich vermutete er, daß er ein Sünder war oder schwer gesündigt hatte, wenn Gott ihm seinen Sohn durch eine Krankheit wegnehmen wollte. Aber gleichzeitig scheint er verstanden zu haben, daß Jesus eben ein Erlöser war, der auch Sünden vergeben konnte, eben Gottes Lamm, und ging deswegen zu ihm. Es ging nicht nur um die Heilung des Sohnes des Beamten, sondern um Heil für den Beamten und sein Haus. Die Krankheit des Sohnes war nur ein sichtbarer Indikator dafür, daß der Beamte und sein Haus des Heils bedurften.

Erst glaubte er der Predigt des Johannes (Jesus ist das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt) und dem guten Gerücht über Jesus, welches in Galiläa kursierte, und dann glaubte er Jesus selbst (dein Sohn lebt!). Schließlich geht Gottes Verheißung in Erfüllung und sein Sohn wird tatsächlich geheilt, wodurch der Glaube des Beamten versiegelt wird: Und er glaubte mit seinem Hause. Der königliche Beamte ist ein lebendiges Beispiel dafür, was der Ausdruck “aus Glauben zu Glauben bedeutet”.

Auch die vier Jünger Andreas, Petrus, Philippus und Nathanael hatten zuerst der Predigt des Johannes geglaubt und schlossen sich daraufhin dem Lamm Gottes an. Ihr Glaube wurde versiegelt auf der Hochzeit zu Kana als Jesus Wasser zu Wein machte (Joh. 2, 11: Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.). Auch an ihnen wurde war: “aus Glauben zu Glauben”.

Joh. 4, 54: Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Jesus hatte auch Zeichen getan auf dem Passahfest in Jerusalem, aber die wurden offensichtlich nicht gezählt.

Warum?

In Jerusalem fand Jesus keinen rechten Glauben. Joh. 2, 24-25: 24 Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an; denn er kannte sie alle 25 und bedurfte nicht, dass ihm jemand Zeugnis gab vom Menschen; denn er wusste, was im Menschen war.

Die Jerusalemer wären bereit gewesen an Jesus zu glauben als Messias, der endlich unter Anwendung von Gewalt das Reich Gottes aufrichten würde, aber sie wollten ihn nicht annehmen als Lamm Gottes, das ihre Sünden trägt.

Die Zeichen Jesu wurden nur dann gezählt, wenn sie einen spirituellen Wert hatten. Einen spirituellen Wert hatten sie, wenn sie dazu dienten, den Glauben derer zu versiegeln, die sich Jesus als Lamm Gottes angeschlossen hatten. Durch die Zeichen wurde Jesu heilende und vergebende Kraft sichtbare, metaphysische Wirklichkeit für die Jünger und so wurde ihr Glaube versiegelt. Aus dem “für wahr halten” wurde greifbare Wirklichkeit.

Diese Geschichte von der Heilung des Sohnes des königlichen Beamten hat heute ihre Entsprechung in der sakramentalen Taufe: Erst hört jemand das Evanglium und hält es einfach für wahr (glaubt es). Dann läßt er sich taufen und empfängt den Heiligen Geist, wodurch sein Glaube versiegelt wird bzw. wodurch er erst im engeren Sinne gläubig wird. Bei der Taufe wird die Vergebung der Sünden und Erlösung metaphysische Wirklichkeit. Die Vergebung der Sünden kann auch mit einer körperlichen Heilung einhergehen, weil Sünde und Krankheit oft zusammenhängen.

Wer schon als Säugling getauft wurde, aber erst als Erwachsener anfängt zu glauben, der soll sich nicht wiedertaufen lassen, sondern auf die Säuglingstaufe rückbeziehen, so wird er die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Was ist der Gegenstand der Taufe?

Das Evangelium: Gott hat seinen Sohn Jesus um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten.

Wer das einfach glaubt und getauft wird, dem wird vergeben und er wird gerecht. Er kehrt zurück in die vertrauensvolle Gemeinschaft des liebenden Gottes, des Herrn, des ewigen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat.

In der Taufe sterben und auferstehen wir mit Jesus. Nach der Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Jeden Tag bitten wir Christus uns zu erfüllen und in dieser Kraft überwinden wir die Begierden unseres Leibes und üben Liebe an Gott und unseren Mitmenschen. Dies ist der christliche Glaube, der im ewigen Heil münden wird.

 

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Auslegung Johannesevang., Kap. 4, Verse 43-54

43 Aber nach zwei Tagen ging er von dort (Sychar in Samarien) weiter nach Galiläa. 44 Denn er selber, Jesus, bezeugte, dass ein Prophet daheim nichts gilt. 45 Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, die alles gesehen hatten, was er in Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn sie waren auch zum Fest gekommen. 46 Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. 47 Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der war todkrank. 48 Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. 49 Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! 50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. 51 Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. 52 Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. 54 Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Der Frau am Brunnen (Samariterin) gegenüber hat sich Jesus vorbildlich verhalten: Sie verweigert ihm einen Schluck Wasser, nur weil er Jude ist. Er aber schimpft sie nicht aus, sondern bietet ihr im Gegenzug lebendiges Wasser an. Jesus praktiziert also, was er predigt: “liebet eure Feinde oder tut Gutes denen, die euch hassen”. Die Samariter und Juden waren Feinde, aber Jesus überwand die Feindschaft durch Liebe im Geist.

Das Geheimnis Jesu war es, daß er Gnade und Wahrheit war. Jesus predigte nicht nur Gnade mit den Sündern, sondern er war tatsächlich gnädig. Christen sind von Haus aus liebevoll aus ihrer Gemeinschaft mit Jesus heraus. Trotzdem erfahren sie Anfeindung (das ist dämonisch), was schwer zu verstehen und zu ertragen ist. In der Bergpredigt sagt Jesus, der die Anfeindung voraussah, den Jüngern, sie sollten die Menschen auch dann noch lieben, wenn sie von ihnen angefeindet werden würden. Wer liebt, trotz Anfeindung, der predigt das Evangelium in perfekter Weise. Bedingungslose Liebe ist die Verkörperung des Evangeliums. Wer bedingungslos liebt, ähnelt Jesus, der Gnade und Wahrheit war.

In Kap. 3 und Kap. 4 des Johannesevangeliums geht es ja darum, konkret zu zeigen, durch welchen Vorgang die Menschheit aufgeteilt wird in “Welt” und “Braut Christi”: Die neue Geburt aus Wasser und Geist.  Jesus hatte äußerst christlich reagiert (bitte registrieren Sie das: Jesu christliches Verhalten hatte äußerst positive Folgen) auf die Anfeindung der Samariterin und daraus entspann sich ein Gespräch, das schließlich zu ihrem Heil führte. Jesus zeigte ihr ihre konkrete Sünde und wies sie auf den Heiligen Geist hin, der ihr helfen konnte, die Begierden ihres Körpers zu überwinden. Dadurch würde sie eine Anbeterin in Geist und Wahrheit werden.  Alle Religionen (hier die Samariter) träumen nur von Erlösung, die Christen haben sie. Sie überwinden die Begierden ihres Körpers durch den Heiligen Geist, den sie bei der Geburt aus Wasser und Geist empfangen haben.

Was bei dem Gespräch mit Nikodemus und der Samariterin nicht so deutlich herauskommt, ist der Glaube, im Sinne von “etwas historisch für wahr halten”, der in den tieferen Glauben mündet. Bevor jemand zur neuen Geburt aus Wasser und Geist kommt, muß er zunächst die frohe Botschaft einfach für wahr halten. In der Geschichte von der Heilung des Sohnes des königlichen Beamten geht es darum zu zeigen, welche Rolle der Glaube spielt bei der Geburt aus Wasser und Geist. Wir werden sehen, daß man erst glauben muß im Sinne von “etwas für wahr halten” und Gott gibt dann den Glauben der heiligt:

Aus Glauben zu Glauben

Bei beiden Gesprächen waren ja die Gesprächspartner in Jesu Gegenwart, das heißt in der Gegenwart Gottes. Nikodemus war zu Jesus gekommen, weil ihn seine Zeichen und Wunder überzeugt hatten. Die Samariterin war ihm “zufällig” begegnet. Nikodemus und die Samariterin mußten nicht erst einer Verkündigung des Evangeliums glauben bzw. sie für wahr halten, bevor sie zu Jesus kamen.

Wir befinden uns heute ja in der Lage, daß wir zunächst eine historische Information über Jesus erhalten, die wir zunächst einfach für wahr halten müssen. Dies ist notwendig, damit wir zum Glauben im engeren Sinne kommen, das heißt zu dem lebendigen Glauben, der uns zu Heiligen und Gerechten macht. In einer ähnliche Situation wie wir befand sich der königliche Beamte.

Offensichtlich waren Jesus und seine Wunder ein Geprächsthema am Hofe des Herodes (Herodes Antipas), des Königs von Galiläa. Man war auch darüber unterrichtet, daß Jesus von Judäa nach Galiläa kam (sicher unterhielt auch Herodes einen gut funktionierenden Nachrichtendienst). Herbergen würde er selbstverständlich bei dem befreundeten Ehepaar in Kana, das sich dankbar erzeigte, weil er ihre Hochzeit “gerettet” hatte, indem er Wein zur Verfügung stellte.

Wenn bereits ganz Galiläa über die Zeichen und Wunder Jesu sprach, so konnte dies auch dem Herodes und seinem Hofstaat nicht verborgen bleiben und so wußte es auch der Beamte des Herodes, um den es hier geht.

Kapernaum war der Wohnort Jesu während seines öffentlichen Dienstes in Israel. Aus dem Matthäusevangelium geht hervor, daß Jesus erst nach der Gefangennahme des Johannes des Täufers von Nazareth nach Kapernaum übersiedelte (Matth. 4, 12-17). Bei dieser Begebenheit hier im Johannesevangelium war aber Johannes noch nicht gefangengelegt (Joh. 4, 1). Jesus war bis zum Beginn seines öffentliches Dienstes ein fleißiger Zimmermann gewesen. Gemäß seiner eigenen Lehre hatte er aber keine Ersparnisse angehäuft, sondern war immer den Armen behilflich gewesen. So war nun die Zeit gekommen, da Gott Jesus eine Bleibe in Kapernaum verschaffte, denn in Nazareth war er ja verworfen worden (Luk 4, 16-30). Jesus diente Gott und Gott versorgte im Gegenzug Jesus mit allem, was er brauchte. Wir können davon ausgehen, daß der königliche Beamte Jesus ein Haus in Kapernaum zur Verfügung gestellt hat aus Dankbarkeit für die Heilung seines Sohnes.

Der Beamte geht nun zu Jesus, einfach weil er Hilfe sucht für seinen todkranken Sohn. Er war überhaupt nicht sensationsgierig, sondern suchte nur Hilfe.

“Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.”

Das ist jetzt eigenartig. Wußte Jesus nicht, daß der Mann nur Hilfe suchte und nicht sensationsgierig war (“wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht”)?

Das Problem war, daß der Beamte eben ein Beamter des Herodes war und Herodes war sensationsgierig. Diese weltliche Sensationsgier des gottlosen Herodes wollte Jesus sich nicht befriedigen.

Lukas 23, 8:  Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte von ihm gehört und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen.

“Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!”

Jesus befand sich jetzt in einem Dilemma. Einerseits wollte er dem Beamten als Mensch helfen, andererseits wollte er nicht die Erwartung des Herodes erfüllen ein sensationeller Wunderheiler im Königreich Galiläa zu sein, eine Art Hofheiler.

Jesus heilt den Jungen aus der Ferne. Mit diesem “Trick” vermeidet er die Erwartung des Herodes zu erfüllen und zieht die ganze Sache auf die Ebene des schlichten, reinen Glaubens.

Jesus sagt zum Beamten: ”Dein Sohn lebt!” Dies war ein kleines Spezialevanglium der Liebe Gottes für den Beamten. Diese Information mußte er zunächst einfach für wahr halten. 

“Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.”

Der Beamte war sicherlich auch von Johannes dem Täufer getauft worden oder kannte zumindest dessen Predigt, daß Jesus das Lamm Gottes war, das der Welt Sünde trägt.

Sicherlich vermutete er, daß er ein Sünder war oder schwer gesündigt hatte, wenn Gott ihm seinen Sohn durch eine Krankheit wegnehmen wollte. Aber gleichzeitig scheint er verstanden zu haben, daß Jesus eben ein Erlöser war, der auch Sünden vergeben konnte, eben Gottes Lamm, und ging deswegen zu ihm. Es ging nicht nur um die Heilung des Sohnes des Beamten, sondern um Heil für den Beamten und sein Haus. Die Krankheit des Sohnes war nur ein sichtbarer Indikator dafür, daß der Beamte und sein Haus des Heils bedurften.

Erst glaubte er der Predigt des Johannes (Jesus ist das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt) und dann glaubte er Jesus selbst (dein Sohn lebt!). Schließlich geht Gottes Verheißung in Erfüllung und sein Sohn wird tatsächlich geheilt, wodurch der Glaube des Beamten versiegelt wird: Und er glaubte mit seinem Hause.

Auch die vier Jünger Andreas, Petrus, Philippus und Nathanael hatten zuerst der Predigt des Johannes geglaubt und schlossen sich daraufhin dem Lamm Gottes an. Ihr Glaube wurde versiegelt auf der Hochzeit zu Kana als Jesus Wasser zu Wein machte (Joh. 2, 11:  Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.).

Joh. 4, 54: Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Jesus hatte auch Zeichen getan auf dem Passahfest in Jerusalem, aber die wurden offensichtlich nicht gezählt.

Warum?

In Jerusalem fand Jesus keinen rechten Glauben. Joh. 2, 24-25: 24 Aber Jesus vertraute sich ihnen nicht an; denn er kannte sie alle 25 und bedurfte nicht, dass ihm jemand Zeugnis gab vom Menschen; denn er wusste, was im Menschen war.

Die Jerusalemer wären bereit gewesen an Jesus zu glauben als Messias, der endlich unter Anwendung von Gewalt das Reich Gottes aufrichten würde, aber sie wollten ihn nicht annehmen als Lamm Gottes, das ihre Sünden trägt.

Diese Geschichte von der Heilung des Sohnes des königlichen Beamten hat heute ihre Entsprechung in der sakramentalen Taufe: Erst hört jemand das Evanglium und hält es einfach für wahr (glaubt es). Dann läßt er sich taufen und empfängt den Heiligen Geist, wodurch sein Glaube versiegelt wird bzw. wodurch er erst im engeren Sinne gläubig wird. Bei der Taufe wird die Vergebung der Sünden und Erlösung metaphysische Wirklichkeit. Die Vergebung der Sünden kann auch mit einer körperlichen Heilung einhergehen, weil Sünde und Krankheit oft zusammenhängen.

Wer schon als Säugling getauft wurde, aber erst als Erwachsener anfängt zu glauben, der soll sich nicht wiedertaufen lassen, sondern auf die Säuglingstaufe rückbeziehen, so wird er die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.

Was ist der Gegenstand der Taufe?

Das Evangelium: Gott hat seinen Sohn Jesus um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten.

Wer das einfach glaubt und getauft wird, dem wird vergeben und er wird gerecht. Er kehrt zurück in die vertrauensvolle Gemeinschaft des liebenden Gottes, des Herrn, des ewigen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat.

In der Taufe sterben und auferstehen wir mit Jesus. Nach der Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Jeden Tag bitten wir Christus uns zu erfüllen und in dieser Kraft überwinden wir die Begierden unseres Leibes und üben Liebe an Gott und unseren Mitmenschen. Dies ist der christliche Glaube, der im ewigen Heil münden wird.

 

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Homosexuelle Pfarrer

Anlass zu diesem Artikel ist die gegenwärtige Diskussion über folgendes Thema: Zulassung gleichgeschlechtlicher Paare im Pfarrhaus.

Ich möchte voranstellen, daß ich durchaus kein Schwulenhasser bin. Die Homosexualität selber ist jedoch ein Problem in Gottes Augen:

  • 3. Mose 18, 22: Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.
  • 3. Mose 20, 13: Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.
  • Röm. 1, 26-27: 26 Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; 27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen.

(Röm. = Brief des Apostel Paulus an die Kirche zu Rom; “Lohn ihrer Verirrung” = Todesstrafe in alttestamentlicher Zeit)

Diese Bibelstellen sollten Grund genug sein, daß man die Homosexualität nicht auf die leichte Schulter nimmt, denn offensichtlich erregt sie nicht Gottes Wohlgefallen.

Homosexualität ist eine von vielen Sünden, die zeigen, daß wir uns von Gott entfremdet haben. Die Betonung liegt auf “eine von vielen Sünden”. Wer keine Homosexualität praktiziert, zeigt seine Entfremdung von Gott vielleicht durch andere Sünden und sollte sich deshalb nicht über die Homosexuellen erheben. Wir sitzen alle in einem Boot.

Was ist eigentlich Sünde?

Sünde ist ein Handeln gegen die Liebe (die göttliche Liebe, die nicht immer unseren Vorstellungen von Liebe entsprechen mag). Jede Sünde, die man begeht, zeigt, daß man sich nicht in dem seligen Heilsstand der Liebe befindet. Sünde ist nicht erst definiert durch das Vorhandensein von Geboten und das Brechen derselben, sondern Sünde sind einfach die Handlungen des Menschen, der sich nicht mehr in Gott, der die Liebe ist, befindet. Gebote sind nichts anderes als Kommentare Gottes zum Handeln desjenigen, der sich nicht mehr im Heilsstand der Liebe befindet und somit Dinge tut, die Gottes Kommentar “Du sollst nicht!” hervorrufen müssen. Wer Gottes Kommentar “”Du sollst nicht!” hört, dem sollte bewußt werden, daß er sich nicht in einem seligen Stand befindet, das heißt sündhaft ist. Wer seine Sündhaftigkeit erkannt hat, der bitte Gott, daß er ihn wieder in den seligen Stand der Liebe zurückbringe. Jemand der seinen Heilsstand in Gott bewahrt, der braucht eigentlich keine Gebote (mehr), so wie Gott selbst keine Gebote braucht, um richtig zu handeln.

Unser Urgroßvater Adam wurde ursprünglich in einem seligen Stand geschaffen, er befand sich in Gemeinschaft mit dem LEBEN, er war in der Gegenwart Gottes, der Gemeinschaft in sich selbst ist. In Gott gibt es keine Einsamkeit, Gott kann nicht einsam sein. Dennoch fühlte sich Adam einsam in der Gegenwart Gottes. Warum Adam sich in Gottes Gegenwart einsam fühlte, ist absolut unergründlich. Es mangelte ihm wahrscheinlich an Wertschätzung für Gottes Freundschaft. Das bemerkte Gott, der nicht gleich den Beleidigten spielen wollte, und schuf die Tiere und Eva für Adam als seine Freunde, um ihm seine Liebe zu beweisen (Eva und die Tiere waren sozusagen das Urevangelium der Liebe Gottes für Adam, welches bewirken sollte, daß er wieder fest an Gottes Liebe glaubte und zurückkehrte in seine vertrauensvolle Gemienschaft).

Adam jedoch ignorierte das Urevangelium und entfremdete sich weiter von Gott, was im Sündenfall gipfelte, wo Adam in den Tod “getauft” wurde. Adam hatte nun entgültig seinen seligen Stand in Gott verlassen und war zum Sünder geworden, das heißt er war nun einer, der nicht mehr nach dem Prinzip der Liebe handeln konnte. Adam hatte die Quelle des Lebens verlassen und so mußte er zwangsläufig verderben und unter die Macht des Todes kommen. Mit dem Sündenfall wurde Adam’s Entfremdung von Gott besiegelt und er war nun definitv einer, der außerhalb Gottes leben wollte mit allen Konsequenzen.

Adam war gefallen, weil er sich von der Quelle des Lebens, Gott, entfremdet hatte. Adam’s Entfremdung von Gott gipfelte im Sündenfall. Durch den Sündenfall wurde Adam in den Tod “getauft”. Der Tod war Gottes Siegel auf Adam, daß Adam einer war, der außerhalb Gottes leben wollte, das heißt außerhalb des Lebens. Gott mußte ja dem Adam irgendein äußeres Zeichen geben, daß etwas nicht in Ordnung war und so kam Krankheit, Tod, Mühsal, Hitze und Unkraut über ihn. Diese unangenehmen Dinge sollten Adam bildlich zeigen, daß er die Sphäre des Lebens bei Gott verlassen hatte. Angenommen, auf der Erde wäre alles paradiesisch und es gäbe keinen Tod, dann würden wir Menschen wahrscheinlich für immer einfach so weiterleben in unseren Alltagsroutinen und nach kurzer Zeit hätte das Wort Gott keine Bedeutung mehr (die Leute müßten in einem Wörterbuch nachschlagen, was eigentlich “Gott” bedeutet). So hat uns Gott eine äußere Not gegeben, als Bild unserer spirituellen Not, unseres Getrenntseins von Gott. Unser eigentliches Problem ist unser Getrenntsein von Gott und die äußerlichen Nöte verbildlichen das bloß.

Der Sündenfall Adams wiederholt sich laufend in der Geschichte der Menschheit, einfach deswegen, weil wir biologische Nachkommen Adams sind, das heißt wir haben seine Natur geerbt, die permanent darauf sinnt oder dazu tendiert, sich von Gott zu entfremden:

Röm. 1, 18-32:

(Die Geschichte der Menschheit als permanente Wiederholung des Sündenfalls)

1 Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. 19 Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. 20 Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben. 21 Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. 22 Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden 23 und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. 24 Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, 25 sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen. 26 Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; 27 desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. 28 Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist, 29 voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, 30 Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, 31 unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig. 32 Sie wissen, dass, die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.

“Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert.”

Mit “Nichtigen” mein Paulus die Dämonen (1. Kor. 8, 4-6: Was nun das Essen von Götzenopferfleisch angeht, so wissen wir, dass es keinen Götzen gibt in der Welt und keinen Gott als den einen. 5 Und obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie es ja viele Götter und viele Herren gibt, 6 so haben wir doch nur “einen” Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm; und “einen” Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.). Es gibt zwar Dämonen, die sich gerne Götter nennen lassen, aber im Vergleich zum HERRN sind sie “nichtig”. So gibt es Götzen und doch nicht. Wir sollen also die Dämonen als nichtig betrachten, obwohl sie schon existieren.

Wie Gott sich schon Adam offenbarte, offenbart sich Gott allen Menschen durch seine Schöpfung, das ist die Wahrheit. Die Menschen ignorieren jedoch diese Wahrheit und beten nicht Gott an, sondern die Dämonen (z. B. griechische Götter wie Zeus, Hermes, Demeter, Dionysos, etc.). So wie Gott das Leben repräsentiert, repräsentieren die Dämonen den Tod und so wird das Herz des Menschen immer wieder verfinstert, wenn er die Dämonen anbetet.

“Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden 23 und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.”

Wie aus der Apostelgeschichte (Apg. 17) hervorgeht reihten die Griechen (Anhänger der griechischen Religion) den Schöpfergott tatsächlich ein unter ihre Götter (Dämonen). Sie unterstellten damit Gott, er habe so einen lausigen Charakter wie einer ihrer Götter (Zeus war z. B. ein Hurenbock). Dies war natürlich extreme Blasphemie. Die Griechen machten sich sündige Götter und reihten den Schöpfergott unter sie ein. Es war folglich unausweichlich, daß ihre Sünde explodieren mußte, denn sie hatten die Sünde perfekt gerechtfertig, indem sie sich sündige Götter machten (“wenn mein Gott Zeus hurt, kann ich auch huren ohne schlechtes Gewissen”).

“Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben”

Der Mensch ignoriert das Schöpfungsevangelium der Liebe Gottes, entfremdet sich immer mehr von Gott, nähert sich so den Dämonen des Todes, da muß Gott seine schützende Hand abziehen: “er gab sie dahin”. Der Mensch, der Gottes Machtbereich verlässt, kommt in den Machtbereich des Todes und das soll er auch spüren. Es scheint schon Gottes Wille zu sein, daß der Mensch merken und spüren  soll, daß es “außerhalb Gottes” nur Tod und Zersetzung gibt. Leben, Wachstum und Frieden dagegen gibt es nur in Gott.

Jemand könnte einwenden, wir seien doch moderne Menschen und die Götter der Antike gingen uns nichts mehr an. Leben wir heute nicht in einem neutralen Zustand? Sind wir nicht säkular und aufgeklärt?

Nein, wir machen die gleichen Fehler wie Adam und alle bisherigen Menschen: Wir ignorieren, daß Gott uns durch die Werke der Schöfung (Gestirne, Himmel und Erde, Pflanzen und Tiere, gutes Wetter, gute Ernten) seine Freundschaft anbietet und Liebe beweist. Statt auch nur ein paar Sekunden pro Tag kontemplativ zu sein, opfern wir alle Zeit, Kraft und Energie, die wir haben, dem Götzen Mammon, der der Gott des Materialismus ist.

Der Mammon ist ein Dämon, den es tatsächlich gibt. Jesus hat vor ihm gewarnt: 

Matthäus 6, 19-24:

19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. 22 Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. 23 Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein! 24 Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

(ein böses Auge ist ein Auge, das die Not von Bedürftigen übersieht; wer nicht bereit ist, seine Güter, die er durch seiner Hände Arbeit erworben hat, mit Bedürftigen zu teilen, der wird zum Diener des Mammon und seine Güter werden ihm zum Fluch; Arbeit, Güter und Vermögen sind nicht schlecht in sich selbst; erst wenn man nicht mit anderen teilt, wird man zum Diener des Mammon)

Wir begehen Tag für Tag viele und schwere Sünden, die eine Folge unserer Entfremdung von Gott sind. Wie schon bei Adam reicht das Schöpfungevangelium (Zeugnis der Schöpfung) nicht aus, um uns zu Gott zurückzubringen.

Paulus läßt ein dreifaches “Gott hat sie dahingegeben” erklingen. Neben Unreinheit und Homosexualität folgt aus dem Dahingegebensein Folgendes:

“Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist, 29 voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, 30 Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, 31 unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig.”

Wer von uns behauptet, ihm seien die o. g. Sünden völlig fremd, der läuft Gefahr, sich ein bischen unglaubwürdig zu machen.

Die Unreinen, die Schwulen und alle sonstigen Sünder sollen ihren erbärmlichen Zustand erkennen und Gott bitten, daß er sie mit sich selbst versöhne. Wir müssen zurückkehren in die Gemeinschaft des liebenden Gottes und somit DES LEBENS, damit wir fernerhin nicht dem Tod Frucht bringen, sondern dem Leben.

Nun zum eigentlichen Thema. Dies ist doch die ureigenste Aufgabe eines Pfarrers, daß er Menschen darüber informiert, wie sie zurückkehren können in die Gemeinschaft des liebenden Gottes und wie sie darin bleiben können.

Kurz gesagt: Die Hauptaufgabe eines Pfarrers ist die Predigt des Evangeliums bzw. die Seelsorge.

Wie wir soeben bewiesen haben, ist jedoch Homosexualität eine Sünde, die anzeigt, daß ein Mensch nicht mit Gott versöhnt ist. Ein homosexueller Pfarrer kann nicht mit Gott versöhnt sein. Wie soll er dann andere Sünder zurückbringen in die Gemeinschaft mit Gott?

Der absolute Hohn, Spott und Heuchelei wäre es ja, wenn ein schwuler Pfarrer gegen Homosexualität predigen würde und sagen würde, durch das Evangelium könnte man davon frei werden. Solche gibt es wahrscheinlich sehr wenige und deren Gericht ist recht.

Aber selbst wenn ein Schwuler nur die Erlösung von anderen Sünden durch das Evangelium predigen würde, wäre seine Predigt nichts wert, denn sein schwuler Leib (Körper) würde seine verbale Predigt zunichte machen.

1. Korinter 5:

1 Überhaupt geht die Rede, dass Unzucht unter euch ist, und zwar eine solche Unzucht, wie es sie nicht einmal unter den Heiden gibt: dass einer die Frau seines Vaters hat. 2 Und ihr seid aufgeblasen und seid nicht vielmehr traurig geworden, sodass ihr den aus eurer Mitte verstoßen hättet, der diese Tat begangen hat? 3 Ich aber, der ich nicht leiblich bei euch bin, doch mit dem Geist, habe schon, als wäre ich bei euch, beschlossen über den, der solches getan hat: 4 Wenn ihr in dem Namen unseres Herrn Jesus versammelt seid und mein Geist samt der Kraft unseres Herrn Jesus bei euch ist, 5 soll dieser Mensch dem Satan übergeben werden zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn. 6 Euer Rühmen ist nicht gut. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? 7 Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist. 8 Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit. 9 Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr nichts zu schaffen haben sollt mit den Unzüchtigen. 10 Damit meine ich nicht allgemein die Unzüchtigen in dieser Welt oder die Geizigen oder Räuber oder Götzendiener; sonst müsstet ihr ja die Welt räumen. 11 Vielmehr habe ich euch geschrieben: Ihr sollt nichts mit einem zu schaffen haben, der sich Bruder nennen lässt und ist ein Unzüchtiger oder ein Geiziger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit so einem sollt ihr auch nicht essen. 12 Denn was gehen mich die draußen an, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, die drinnen sind? 13 Gott aber wird die draußen sind richten. Verstoßt ihr den Bösen aus eurer Mitte!

Beachte: Es geht in diesem Abschnitt nicht nur um jemand, der Verkehr mit seiner Mutter hatte, sondern unter anderem auch um Unzüchtige, worunter auch Homosexuelle zu verstehen sind.

“Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?”

2. Mose 12, 39: Und sie backten aus dem rohen Teig, den sie aus Ägypten mitbrachten, ungesäuerte Brote; denn er war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten weggetrieben wurden und sich nicht länger aufhalten konnten und keine Wegzehrung zubereitet hatten.

Der Teig der Israeliten konnte nicht sauer werden, weil sie Hals über Kopf aus Ägypten flohen. Genauso soll der Christ heute ständig auf der Flucht vor der sündigen Welt oder Welt der Sünde sein und es soll keinen Sauerteig (Sünde) bei ihm gefunden werden. Wer die Welt der Sünde verlassen hat, der fegt den alten Sauerteig aus. Wer den Sauerteig nicht ausfegen will, gehört nicht zur Kirche (Israel der Glaubenden), sondern zur Welt (Ägypten der Sünder) und soll die Kirche sichtbar verlassen und in die Welt zurückkehren.

Ein penetranter Sünder in der Gemeinde kann die ganze Gemeinde “durchsäuern”. 

Die Gemeinde ist ein lebendiger Organismus im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gemeinde ist der Leib Christi (das kann man ruhig wörtlich nehmen). Wenn ein Glied des Leibes verwest, leidet der ganze Leib und kann im schlimmsten Fall zu Grunde gehen (eine Kirche oder Gemeinde würde aufhören, der Leib Christi zu sein). Es ist tatsächlich auch medizinisch so, daß ein einziges entzündetes Körperteil des Menschen zu seinem Tode führen kann.

1Kor 12,26 Und wenn “ein” Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn “ein” Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.

Wenn St. Paul also schon solch strenge Regeln für gewöhnliche Gemeindeglieder festgesetzt hat, wieviel mehr gelten dann strenge Regeln für einen Pfarrer, der ein Vorbild sein soll.

Ein schwuler Pfarrer, der nicht Buße tun will, muß nicht nur sein Amtes enthoben werden, sondern er muß sogar aus der Kirche ausgeschlossen werden.

Für gewöhnliche Gemeindeglieder und Pfarrer, die permanent sündigen, gilt Foglendes:

Matth. 18, 15-20:

15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. 17 Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner. 18 Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein. 19 Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. 20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Hinweis:

Es dürfte klar sein, daß es in diesem Artikel nicht um einzelne Fehltritte eines Gläubigen geht, sondern um ein permantentes, schweres Sündigen, sozusagen ein mutwilliges Verharren in der Sünde ohne jede Bereitschaft damit aufzuhören.

Was ist eigentlich das Evangelium?

Gott, der Vater, hat Gott, den Sohn, Jesus, um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten. 

oder

Gott, der Sohn, Jesus, trug unsere Sünden, als er am Kreuz für uns starb. Um unserer Rechtfertigung willen ist er auferstanden von den Toten.

Wer das glaubt und getauft wird (wer schon als Kind getauft wurde, der solch sich daran erinnern und nicht wiedertaufen lassen), der wird gerecht. Wir werden in Jesus hineingetauft. Wer sterben und auferstehen zusammen mit Jesus. Nach der Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Täglich bitten wir Christus oder den Heiligen Geist uns zu erfüllen, so wie wir schon Anteil bekommen haben an dieser Gnade durch die Taufe. In der Kraft des heiligen Geistes überwinden wir die Begierden unseres durch und durch sündigen Leibes und tun Werke der Gerechtigkeit und Liebe. Wir werden als Fromme wahrgenommen von den Menschen, trotz unseres in sich selbst sündigen Leibes.

Wem der Tod und die Auferstehung lieb und teuer geworden ist als Werk der Erlösung, dem gereicht Jesu Tod am Kreuz auch zur Sühnung für seine Sünden.

Wer als getaufter Christ wiederrum gesündigt hat, der bekennen seine Sünde (Beichte vor einem christlichen Bruder) und blicke wiederum auf Christus am Kreuz. So erfährt er neue Vergebung und empfängt neue Kraft als Christ zu leben.

“Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein.”

In der Beichte wir mir durch den Bruder im Namen Gottes die Vergebung zugesichert. Diese Freisprechung soll ich als Freisprechung Gottes annehmen und mich nicht mehr länger grämen, sondern ganz getrost wieder als treuer Christ leben.

Lieber schwuler Pfarrer, bitte kommen sie zur Beichte und ihr Leben werde neu und werden sie ein Vorbild der Herde:

1Petr 5,3 nicht als (schwule) Herren über die Gemeinde, sondern als (keusche) Vorbilder der Herde.

Warnung:

Die EKD (evangelische Kirche in Deutschland) ist selbstverständlich keine Christliche Kirche mehr, weil sie sich nicht an Christi Vorschriften über den Umgang mit schwulen Gemeindegliedern und schwulen Pfarrern hält. Diese “Kirche” muß dringend reformiert werden. Wir brauchen einen neue Kirchenleitung, die aus treuen Christen besteht und nicht aus Schwulen.

(das ist nicht Brändlein’s Rhetorik, sondern ich meine das wörtlich und buchstäblich so)

 
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Jesus und der Islam

Ich habe diesen Artikel “Jesus und der Islam” genannt, damit er im Netz überhaupt gefunden wird. Der eigentliche Titel des Artikels ist “Der Glaube an Jesus und die Weltreligionen” (danach würde wahrscheinlich niemand suchen). Betrachten Sie also hier in diesem Kontext das Wort Islam als einen Platzhalter für Weltreligion.

Inspiriert zu diesem Artikel hat mich das vierte Kapitel des Johannesevangeliums, wo es um Jesus und die Frau am Brunnen geht und zwei Artikel auf http://religion.blogs.cnn.com/ . Einmal ging es auf CNN Belief Blog um die Spannung zwischen Christen und Mormonen in den USA und einmal um die Spannung zwischen Schwarzen und Weißen in den USA.

Es gibt immer wieder Konflikte zwischen Menschen aufgrund unterschiedlicher Hautfarbe, Nationalität, Rasse, Religion, sozialem Status, etc.. Beispiele dafür sind eben der Konflikt zwischen Schwarzen und Weißen in den USA, der Konflikt zwischen Deutschen und Juden im Dritten Reich und heute der Konflikt zwischen Christen und Muslimen.

Man könnte sich veranlaßt sehen zu vermuten, daß es da so etwas wie einen bösen Keim im Menschen gibt, der immer nur einen Vorwand sucht, um seinen Mitmenschen zu hassen, zu verachten, auf ihn zornig zu sein. Aus dem Römerbrief geht hervor, daß wir tatsächlich so einen schlechten Keim in uns tragen.

Auch zwischen Jesus und der Frau am Brunnen  bzw. der Samariterin  (Johannesevang. 4, Verse 1-42) gab es einen Konflikt,  wegen der unterschiedlichen Religionen, die Jesus und die Frau hatten. Jesus war Jude und die Frau war Samariterin. Wir werden sehen, wie meisterhaft Jesus diesen Konflikt löst.

Jesus ignorierte den Religionskonflikt völlig (Jesus war offenbar nicht religiös), denn er fand nichts dabei, die Frau um Wasser zu bitten. Die Frau jedoch, weil sie eben religiös war, verweigert ihm das Wasser. Die Juden und die Samariter verachteten sich gegenseitig und da konnte sie ihm selbstverständlich kein Wasser geben. Und da haben wir schon den Punkt, auf den es ankommt. Menschengemachte Religion macht den Menschen nicht besser, sondern sogar schlechter (siehe auch Römerbrief 1 und 2, wo deutlich wird, wie die griechische Religion die Bürger des römischen Reiches verdorben hatte und das Gesetzesjudentum das Volk Israel). Gerade weil die Frau religiös war, gab sie Jesus kein Wasser.

Jesus reagiert sehr gelassen, nüchtern und sachlich auf das lieblose, unfreundliche Verhalten der Frau. Er sagt ihr, er hätte ihr Wasser gegeben, wenn sie ihn darum gebeten hätte (es ist hier zunächst gar nicht so wichtig, daß Jesus von lebendigem Wasser spricht, sondern es geht hauptsächlich darum, daß Jesus ihr geholfen hätte, obwohl sie Samariterin war). Der wahre Glaube schaut nicht auf religiöse Unterschiede, sondern sieht einfach die Not des Nächsten bzw. den Nächsten selbst als liebenswerten Mitmenschen. Jesus war also nicht religiös, sondern in ihm wohnte der Geist der bedingungslosen Liebe.

Jesus war so liebevoll, daß er der Frau nicht nur Wasser gegeben hätte, wenn sie durstig gewesen wäre, sondern er weist sie sogar darauf hin, daß sie an einem gefährlichem Mangel an “lebendigem Wasser” litt, was man auch als Durst bezeichnen könnte.

Die Frau wollte Jesus nicht helfen in seiner Not, dadurch wurde offenbar, daß sie einen Mangel an Liebe hatte. Dies wiederum, weil sie des Heiligen Geistes bzw. der Gemeinschaft Jesu ermangelte. Das lebendige Wasser, das der Frau fehlte, war der Heilige Geist bzw. die Gemeinschaft Jesu.

Ähnlich wie die Frau verhalten sich alle Glieder menschengemachter Religionen (Islam, Katholizismus, Mormonen, Zeugen Jehovas, billige Gnade – Protestanten, etc.). Die Glieder der Weltreligionen halten die Traditionen ihrer Religion und somit sind sie in ihren Augen schon gute Gläubige. Verachtung von Gläubigen anderer Religionen (Bigotterie) gehört häufig zum religiösen Standardverhalten. Neben dem Halten der Traditionen wird aber die Gerechtigkeit und Liebe im Alltag vernachlässigt.

Ähnlich wie Jesus verhalten sich wahre Christen der Christlichen Kirche (die Kirche, die predigt, daß die sakramentale Taufe ein göttlicher Ruf in die Nachfolge ist). Wahre Christen lieben ihren Nächsten unabhängig von seiner Religion, Hautfarbe, Nationalität, Rasse, sozialem Status, etc.. Wenn mein muslimischer Arbeitskollege einen Tipp braucht, weil er nicht weiterkommt bei einem Problem, dann gebe ich ihm den Tipp, wenn mein hinduistischer Nachbar bei mir im Mietshaus Hunger leidet, dann gebe ich ihm zu essen und wenn meinen Klassenkamerad, der Mormone ist, sich verletzt hat, dann bringe ich ihn in Krankenhaus.

Das Folgende ist nicht böse gemeint, könnte aber traurige Realität sein:

Ein muslimischer Arbeiter bemerkt, daß sein christlicher Arbeitskollege einen Tipp brauchen könnte, enthält ihm aber die Information vor, weil er ein vermeintlich verdammter Ungläubiger ist. Der Hindu sieht seinen christlichen Nachbarn hungern und gibt ihm nichts, weil er sich sagt, die Götter haben ihn wahrscheinlich verflucht. Mein mormonischer Nachbar läßt mich  mit gebrochenem Bein unterm Kirschbaum liegen, ebenfalls weil er sich sagt, Gott habe mich bestraft für irgendetwas.

Lieber Leser, falls Sie ähnlich denken wie ein Muslim, Hindu oder Mormone, dann haben Sie nicht Gottes Geist der unbedingten Liebe. Wenn Sie wirklich Christ sind, dann helfen Sie ihrem Nachbarn, trotz seines fremden Glaubens. Gerade diese unbedingte Liebe ist die Frucht des wahren Glaubens. Unbedingte Liebe ist die Verkörperung des Evangeliums von der Gnade Gottes für die ganze Menschheit: Jesus gab sich für uns alle, als wir noch seine gottlosen Feinde waren. Unbedingte Liebe unterstreicht das Evangelium, das wir predigen.

Was wir noch an der Samariterin sehen, ist, daß sie in heftiger Sünde lebte: sie ging immer wieder wilde Ehen ein. Aus dem Gespräch mit Jesus wird aber klar, daß sie sich trotzdem für eine gute Gläubige hielt nach dem Maßstab des samaritischen Glaubens. Sie pilgerte ab und zu zu dem Grab des Patriarchen Joseph (ein Sohn Jakobs) in der Nachbarstadt Sichem (heute Nablus), betrachtete den Patriarchen Jakob als ihren spirituellen Vater und erwartete den Messias. Außerdem verachtete sie Juden, so wie es sich gehörte nach guter alter Sitte.

Der christliche Glaube führt nicht nur dazu, daß man seinen Nächsten unbedingt liebt, sondern, daß man auch die Lüste (Begierden) des Fleisches (Körper) überwindet, wie z. B. Ehebruch. Wer durch den Heiligen Geist seine Sexualität unter Kontrolle hat, also keusch ist, der kann seinem Ehepartner treu bleiben, auch wenn dieser durch Alterung oder Krankheit oder Unfall unattraktiv wird oder wenn ihm ein verführerischer Mensch über den Weg läuft.

Der religiöse Mensch vermag nicht seinen Leib zu kontrollieren, denn er ermangelt der Erlösung, die nur in Christus Jesus ist. Gott, der Vater, hat Jesus um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten. Wer das glaubt und sakramental getauft wird (Kindertaufe ist gültig; einfach daran erinnern!), der stirbt der Sünde ab und empfängt den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist stärker als die Sündhaftigkeit des Leibes (der Leib bleibt auch nach der Taufe sündig). Der Heilige Geist treibt den sündigen Leib des Christen, Werke der Gerechtigkeit und Liebe zu tun. Das ist das größte Paradox aller Zeiten: der in sich selbst sündige Leib des Christen tut gute Werke, die von den Menschen im Alltag wahrgenommen werden.

Nur damit “Islam” überhaupt in diesem Artikel vorkommt, ein Hinweis auf die fünf Säulen des Islam. Die Samariter beriefen sich auf Vater Jakob, das Grab Josephs, Jakob’s Brunnen, erwarteten den Messias, beteten an auf dem heiligen Berg Garizim. Das waren die fünf Säulen der Samariter. Wer diese fünf Säulen hielt, war schon ein guter samaritischer Gläubiger. Ähnlich ist es mit den fünf Säulen des Islam. Wer die fünf Säulen des Islam hält, ist ein guter muslimischer Gläubiger und das dispensiert ihn von Liebe und Gerechtigkeit seinen (christlichen) Mitmenschen gegenüber.

  • Schahada (islamisches Glaubensbekenntnis)
  • Salat (fünfmaliges Gebet)
  • Zakat (Almosensteuer)
  • Saum (Fasten im Ramadan)
  • Haddsch (Pilgerfahrt nach Mekka)

Nur wer diese fünf Säulen hält, der ist ein guter Muslim und dem ist Allah gnädig. Den Ungläubigen, also Christen, ist Allah selbstverständlich NICHT gnädig.

1. Sure des Koran; Die Öffnung (Al-Fátihah)

Das Eröffnungskapitel des Heiligen Koran. Offenbart vor der Hidschra. Dieses Kapitel enthält 7 Verse.

1. Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen.

2. Aller Preis gehört Allah, dem Herrn der Welten,

3. Dem Gnädigen, dem Barmherzigen,

4. Dem Meister des Gerichtstages.

5. Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.

6. Führe uns auf den geraden Weg,

7. Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, die nicht (Dein) Mißfallen erregt haben und die nicht irregegangen sind.

 ”Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast”. Allah erweist also nur den Muslimen Gnade.

Sure 1 ist die gefährlichste Sure des Koran überhaupt, weil sie bei dem oberflächlichen Leser den Eindruck erwecken könnte, Allah sei allen Menschen gegenüber barmherzig. Aus den anderen 113 Suren des Koran geht jedoch hervor, daß Allah nur den Muslimen gegenüber gnädig und barmherzig ist und die Ungläubigen (also Christen) schon auf Erden bestraft werden sollen.

Der Islam war hier in diesem Artikel nur ein Beispiel für eine Religion, die nicht zur unbedingten Nächstenliebe führt. Katholizismus, Mormonentum, Scientology und billige Gnade – Protestantismus, etc. laufen auf das Gleiche hinaus.

Alle menschengemachten Religionen führen nicht zur unbedingten Nächstenliebe, sondern eher zur Bigotterie, das heißt Verachtung des Nächsten und sogar des Nächsten, der in Not ist (siehe, wie die Samariterin Jesus im Stich läßt). Die Anhänger menschengemachter Religionen lieben nur Gläubige der gleichen Religion oder Menschen, die sie zu ihrer Religion bekehren wollen.

 

Schlussfolgerung:

Jesus wurde von der religiösen Samariterin äußerst ungerecht behandelt, indem sie ihn dürsten ließ. Seine Liebe und Gerechtigkeit ist aber so gr0ß, daß er sie nun nicht ausschimpft, sondern den Spieß umdreht und ihr Wasser, ja sogar lebendiges Wasser anbietet.

Wenn wir Christen also von religiösen Menschen (Muslime, Mormonen, Katholiken, etc.) ungerecht behandelt werden, indem sie uns in einer Not nicht helfen oder uns ohne Grund verachten, weil wir an Jesus glauben, dann sollen wir ihnen nicht zürnen, sie auch nicht beleidigen oder verdammen, sondern sie weiter lieben. Das Hauptmerkmal des echten Glaubens ist die bedingungslose Liebe.

Niemand versuche aus sich selbst heraus diese gewaltige Liebe zu produzieren. Er wird kläglich scheitern! Diese übernatürliche Liebe ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Den Heiligen Geist empfangen wir bei der sakramentalen Taufe oder wenn wir uns an unsere Säuglingstaufe im Glauben erinnern. Gegenstand der Taufe ist der Tod und die Auferstehung Jesu. Wir werden in Jesus hineingetauft, das heißt in seinen Tod und seine Auferstehung. Wir sterben der Sünde durch die Taufe und stehen mit Jesus auf zu einem neuen Leben in Gerechtigkeit und Liebe, das heißt in Christus. Gott macht uns lebendig mit der Kraft, mit der er Jesus aus den Toten auferweckt hat. Wer erst als Erwachsener gläubig wird und schon als Säugling getauft wurde, der erinnere sich seiner Säuglingstaufe und empfange Gottes Geist der Liebe und Gerechtigkeit.

Der gleiche Geist, der uns Menschen anderen Glaubens lieben läßt, läßt uns auch Menschen anderer Hautfarbe, Nationalität, Rasse, etc. lieben.

Der Geist Gottes bzw. die Natur Christi ist stärker als unsere sündhafte, egoistische Natur (der böse Keim in uns, der immer einen Vorwand sucht, den Nächsten zu hassen). Die Wurzel allen Übels ist unsere sündhafte Natur, die wir vom gefallenen Adam geerbt haben. Diese Wurzel kann nie ausgerottet werden, denn unser Leib bleibt ewig sündig. Es kann aber Christi Natur der Liebe unsere Natur des Hasses im Sieg verschlingen.

Das Leben verschlingt den Tod im Sieg.

Bigotterie und Evangelium:

Die Bergpredigt (Matthäus 5-7) hat Jesus ausschließlich an seine Jünger gerichtet, das heißt an Menschen, die das Evangelium angenommen hatten. Die Pharisäer und Schriftgelehrten zürntem dem Volk, beleidigten es und verdammten es, weil es das Gesetz nicht hielt. Die Jünger ihrerseits konnten auf die Idee kommen, Menschen, die nicht das Evangelium sofort annahmen, zu zürnen, sie zu beleidigen und zu verdammen.  Hätten die Jünger das getan, wären sie in die gleiche Verdammnis geraten wie die Pharisäer und Schriftgelehrten. Gott entehrte und erniedrigte die Pharisäer und Schriftgelehrten, weil sie das Volk “töteten” durch Zorn, Beleidigung, Verdammung (sie benutzten das Gesetz als Schlagstock, statt als Wegweiser zum Erlöser Christus). Gott gab sie dahin und ließ ihre Sünde explodieren und sie mußten ständig unter Eid ihre bösen Taten leugnen. Man kann davon ausgehen, daß sie sich mit Gewalt gegen den Volkszorn zur Wehr setzten und ihre Feinde hassten.

Matthäus 5, 21-26:

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist (2.Mose 20,13; 21,12): »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. 22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig. 23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, 24 so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe. 25 Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest. 26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

Die Gerechtigkeit der Jünger sollte besser sein als die Gerechtigkeit der Pharisäer und Schriftgelehrten. Sie sollten nicht nur die viel bessere Lehre haben (Gerechtigkeit durch Glauben an Jesus, statt Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken), sondern ihre bessere Lehre auch durch ihr korrektes Verhalten zieren:

Die Jünger sollten die Menschen auch dann noch lieben, wenn sie das Evanglium ablehnten. Liebe ist die Verkörperung des Evangeliums. Wer liebt, der predigt das Evangelium nicht mit Worten, sondern mit Taten und so predigt er es auch. Christus starb für uns, als wir noch Feinde waren. Lange bevor wir das Evangelium hörten, predigte es Christus uns schon durch seinen Tod und seine Auferstehung.

Matth. 5, 20: Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Diese bessere Gerechtigkeit bewirkt der Heilige Geist. Durch den Heiligen Geist überwindet man die Begierden des Leibes und übt Gnade an den Mitmenschen. So ähnelt man Jesus, der Gnade und Wahrheit war. Alles was Jesus tat, war wahr, denn es war in Gott getan. Jesus hatte nichts zu verbergen und brauchte nicht zu heucheln und so war er Wahrheit.

Die Jünger waren liebevolle Menschen durch Jesus. Sie waren vormals arme Sünderlein gewesen, die nicht recht lieben konnten. Diese Sünderlein hatten sich in die Gemeinschaft Jesu geflüchtet, der ihnen Liebe frei schenkte. Die Jünger verdienten sich die Gemeinschaft Jesu nicht durch ihre Liebe, sondern Jesus nahm sie auf, wie sie waren, und aus ihrer Gemeinschaft mit Jesus heraus liebten sie. Die Ursache für die Liebe der Jünger war also ihre Gemeinschaft mit Jesus. Wer wollte es den Jüngern verdenken, wenn sie erwarteten vom Volk freudig begrüßt zu werden als sympathische Menschen. Jesus wußte, daß dies teuflischerweise, dämonischerweise nicht geschehen würde, sondern das die Meisten die Jünger ablehnen und anfeinden würden. In der Bergpredigt geht es nur darum, daß Jesus den Jüngern sagt, sie sollten in seiner Liebe und in ihm bleiben, trotz Anfeindung. Das ist der Sinn der Bergpredigt: Liebevolle Jünger werden angegriffen ohne Ursache und da sollen sie aber nicht zurückschlagen, sondern weiter lieben in Jesus.

 

 

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Jesus und die Frau am Brunnen

Johannesevangelium, Kapitel 4, Verse 1-42

1 Als nun Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, dass er mehr zu Jüngern machte und taufte als Johannes 2 - obwohl Jesus nicht selber taufte, sondern seine Jünger -, 3 verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber durch Samarien reisen. 5 Da kam er in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gab. 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen. 9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. – 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn und er gäbe dir lebendiges Wasser. 11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? 12 Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. 13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; 14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. 15 Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen! 16 Jesus spricht zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her! 17 Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann. 18 Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt. 19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. 21 Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25 Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet. 27 Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei! 30 Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. 31 Inzwischen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! 32 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst. 33 Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? 34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. 35 Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. 36 Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. 37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen. 39 Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage da. 41 Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen 42 und sprachen zu der Frau: Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.

Kap. 1 und Kap. 2 des Johannesevangeliums war eine Darstellung der Weltgeschichte aus christlicher Sicht: Aufteilung der Menschheit in “Welt” und “Braut Christi” durch die Geburt aus Wasser und Geist. Kap. 1 und Kap. 2 stellten sozusagen einen historischen Befund dar. In Kap. 3 und Kap. 4 liefert uns Johannes der Evangelist den geistlichen Befund, wie und durch was konkret die Menschheit in zwei Gruppen aufgeteilt wird. Das Gespräch mit Nikodemus aus Kap. 3 kann man vielleicht als rein theologisch, theoretische Abhandlung sehen, während das Gespräch mit der Samariterin aus Kap. 4 ein praktisches Beispiel für ein seelsorgerliches Gespräch ist. Jesus sagte der Samariterin nicht einfach plump, sie sei eine Sünderin, sondern legte den Finger in die konkrete Wunde, indem er sie auf ihre wilden Ehen hinwies. Die Samariterin sollte erkennen, daß sie sich nicht im seligen Heilsstand der Liebe befand, sonst wäre sie ja wohl bei ihrem ersten Mann geblieben und hätte ihn geheiratet. Auch machte Jesus sie frei von kraftloser Religiosität. Wichtig war nicht, ob man auf dem Garizim anbetete oder zu Jerusalem, sondern im Geist und in der Wahrheit. Wahre Anbetung ist, wenn man durch den Heiligen Geist die Begierden seines Körpers (z. B. Ehebruch) überwindet und christliche Liebe übt. Bei der Geburt aus Wasser und Geist (sakramentale Taufe) empfängt man den Geist der Liebe und in diesem Geist soll man tatsächlich die Lüste des Fleisches überwinden und christliche Liebe üben.

Jesus und seine Jünger tauften erfolgreicher als Johannes der Täufer. Wahrscheinlich deswegen, weil in der Person Jesu das Heil bei der Taufe auch gleich vorhanden war, während Johannes nur zur Buße taufen konnte und bezüglich des Heils auf Jesus verweisen mußte. Johannes selber konnte kein Heil vermitteln, sondern die Menschen durch seine Taufe nur zur Buße leiten.

Apg 19,4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten standen schon Johannes und seiner Taufe äußerst kritisch gegenüber. Wenn nun Jesus viel mehr Menschen zu Jüngern machte als Johannes, mußte er ernsthafte Auseinandersetzungen mit den Pharisäern und Schriftgelehrten befürchten und floh deshalb nach Galiläa. Er wollte zwar für die Sünder sterben, aber jetzt noch nicht.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten betrachteten Religion als ihr Business, das sie sich von niemand kaputtmachen lassen wollten. Johannes’ und Jesu unabhängiges Predigen mußte ihren äußersten Unwillen und Missfallen hervorrufen. Weiter lehrten Johannes und Jesus auch etwas Neues: Gerechtigkeit durch Glauben an das Lamm Gottes, aber nicht Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken. Johannes und Jesus lehrten also nicht nur unabhängig von den Führern der Juden, sondern unterminierten auch das Lehrsystem der Pharisäer und Schriftgelehrten.
 
Jesus mußte also vor ihnen auf der Hut sein.
 
Aus der Apostelgeschichte (Kap. 8, 4-25) geht hervor, daß die Samariter ziemlich abergläubisch waren, was auch zusammenpassen würde mit dem Bericht aus 2. Könige 17, 1-41, wo es heißt, daß die Völker, die von den Assyrern im Gebiet Samariens angesiedelt worden waren, Götzendiener waren, wobei sie auch den Gott Israels verehrten. Selbstverständlich war ihre Verehrung des Gottes Israels nicht akzeptabel, da sie auch die Götzen verehrten.
 
Apg. 8, 4-25:
 
4 Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort. 5 Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus. 6 Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. 7 Denn die unreinen Geister fuhren aus mit großem Geschrei aus vielen Besessenen, auch viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden gesund gemacht; 8 und es entstand große Freude in dieser Stadt. 9 Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samaria in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes. 10 Und alle hingen ihm an, Klein und Groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird. 11 Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte. 12 Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen. 13 Da wurde auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als er die Zeichen und großen Taten sah, die geschahen, geriet er außer sich vor Staunen. 14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. 15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist. 18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an 19 und sprach: Gebt auch mir die Macht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange. 20 Petrus aber sprach zu ihm: Dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. 21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. 22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und flehe zum Herrn, ob dir das Trachten deines Herzens vergeben werden könne. 23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit. 24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt. 25 Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter.
 
 2. Könige 17, 1-41:
 

Reich Israel: Hoschea letzter König. Eroberung Samarias. Die assyrische Gefangenschaft

1 Im zwölften Jahr des Ahas, des Königs von Juda, wurde Hoschea, der Sohn Elas, König über Israel und regierte zu Samaria neun Jahre. 2 Und er tat, was dem HERRN missfiel, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren. 3 Gegen ihn zog herauf Salmanassar, der König von Assyrien. Und Hoschea wurde ihm untertan und brachte ihm Abgaben. 4 Als aber der König von Assyrien innewurde, dass Hoschea eine Verschwörung gemacht und Boten gesandt hatte zu So, dem König von Ägypten, und keine Abgaben dem König von Assyrien brachte wie alle Jahre, nahm er ihn fest und legte ihn ins Gefängnis. 5 Und der König von Assyrien zog durch das ganze Land und gegen Samaria und belagerte es drei Jahre lang. 6 Und im neunten Jahr Hoscheas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel weg nach Assyrien und ließ sie wohnen in Halach und am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder.
 

Der Grund für die Verwerfung des Reiches Israel

7 Denn die Israeliten hatten gegen den HERRN, ihren Gott, gesündigt, der sie aus Ägyptenland geführt hatte, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten, und fürchteten andere Götter 8 und wandelten nach den Satzungen der Heiden, die der HERR vor Israel vertrieben hatte, und taten wie die Könige von Israel. 9 Und die Israeliten ersannen, was nicht recht war gegen den HERRN, ihren Gott, sodass sie sich Höhen bauten in allen Orten, von den Wachttürmen bis zu den festen Städten, 10 und richteten Steinmale auf und Ascherabilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen 11 und opferten auf allen Höhen wie die Heiden, die der HERR vor ihnen weggetrieben hatte, und trieben böse Dinge, womit sie den HERRN erzürnten, 12 und dienten den Götzen, von denen der HERR zu ihnen gesagt hatte: Das sollt ihr nicht tun! 13 Und doch hatte der HERR Israel und Juda gewarnt durch alle Propheten und alle Seher und ihnen sagen lassen: Kehrt um von euren bösen Wegen und haltet meine Gebote und Rechte nach dem ganzen Gesetz, das ich euren Vätern geboten habe und das ich zu euch gesandt habe durch meine Knechte, die Propheten. 14 Aber sie gehorchten nicht, sondern versteiften ihren Nacken wie ihre Väter, die nicht an den HERRN, ihren Gott, glaubten. 15 Dazu verachteten sie seine Gebote und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und seine Warnungen, die er ihnen gab, und wandelten ihren nichtigen Götzen nach und trieben Nichtiges. Sie taten wie die Heiden um sie her, von denen der HERR ihnen geboten hatte, sie sollten nicht wie diese tun. 16 Aber sie verließen alle Gebote des HERRN, ihres Gottes, und machten sich zwei gegossene Kälber und ein Bild der Aschera und beteten alles Heer des Himmels an und dienten Baal 17 und ließen ihre Söhne und Töchter durchs Feuer gehen und gingen mit Wahrsagen und Zauberei um und verkauften sich, zu tun, was dem HERRN missfiel, um ihn zu erzürnen. 18 Da wurde der HERR sehr zornig über Israel und tat es von seinem Angesicht weg, sodass nichts übrig blieb als der Stamm Juda allein. – 19 Auch Juda hielt nicht die Gebote des HERRN, seines Gottes, sondern wandelte nach den Satzungen, nach denen Israel gelebt hatte. – 20 Darum verwarf der HERR das ganze Geschlecht Israel und bedrängte sie und gab sie in die Hände der Räuber, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß. 21 Denn der Herr riss Israel vom Hause David los, und sie machten zum König Jerobeam, den Sohn Nebats. Der wandte Israel ab vom HERRN und machte, dass sie schwer sündigten. 22 So wandelte Israel in allen Sünden Jerobeams, die er getan hatte, und sie ließen nicht davon ab, 23 bis der HERR Israel von seinem Angesicht wegtat, wie er geredet hatte durch alle seine Knechte, die Propheten. So wurde Israel aus seinem Lande weggeführt nach Assyrien bis auf diesen Tag.
 

Die Entstehung des Volkes der Samaritaner

24 Der König von Assyrien aber ließ Leute von Babel kommen, von Kuta, von Awa, von Hamat und Sefarwajim und ließ sie wohnen in den Städten von Samarien an Israels statt. Und sie nahmen Samarien ein und wohnten in seinen Städten. 25 Als sie aber anfingen, dort zu wohnen, und den HERRN nicht fürchteten, sandte der HERR unter sie Löwen, die töteten sie. 26 Und man ließ dem König von Assyrien sagen: Die Völker, die du hergebracht und mit denen du die Städte Samariens besetzt hast, wissen nichts von der Verehrung des Gottes dieses Landes. Darum hat er Löwen unter sie gesandt, und siehe, diese töten sie, weil sie nichts wissen von der Verehrung des Gottes dieses Landes. 27 Der König von Assyrien gebot: Bringt dorthin einen der Priester, die von dort weggeführt sind; er ziehe hin und wohne dort und lehre sie die Verehrung des Gottes des Landes. 28 Da kam einer der Priester, die von Samarien weggeführt waren, und wohnte in Bethel und lehrte sie, wie sie den HERRN fürchten sollten. 29 Aber jedes Volk machte sich seinen Gott und tat ihn in die Heiligtümer auf den Höhen, die die Samaritaner gemacht hatten, jedes Volk in seinen Städten, in denen es wohnte. 30 Die von Babel machten sich Sukkot-Benot, die von Kuta machten sich Nergal, die von Hamat machten sich Aschima, 31 die von Awa machten sich Nibhas und Tartak; die von Sefarwajim verbrannten ihre Söhne dem Adrammelech und Anammelech, den Göttern derer von Sefarwajim. 32 Und weil sie auch den HERRN fürchteten, bestellten sie sich Priester auf den Höhen aus allem Volk unter ihnen; die opferten für sie in den Heiligtümern auf den Höhen. 33 So fürchteten sie den HERRN, dienten aber auch den Göttern nach dem Brauch der Völker, von denen man sie hergebracht hatte. 34 Und bis auf diesen Tag tun sie nach den früheren Bräuchen: Sie fürchten weder den HERRN noch halten sie Satzungen und Rechte nach dem Gesetz und Gebot, das der HERR geboten hat den Söhnen Jakobs, dem er den Namen Israel gab; 35 hatte doch der HERR einen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen geboten: Fürchtet keine andern Götter und betet sie nicht an und dient ihnen nicht und opfert ihnen nicht, 36 sondern den HERRN, der euch aus Ägyptenland geführt hat mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm, den fürchtet, den betet an und dem opfert. 37 Und die Satzungen, Rechte, Gesetze und Gebote, die er euch hat aufschreiben lassen, die haltet, dass ihr danach tut allezeit, und fürchtet nicht andere Götter. 38 Und vergesst nicht den Bund, den er mit euch geschlossen hat, und fürchtet nicht andere Götter, 39 sondern fürchtet den HERRN, euren Gott; der wird euch erretten von allen euren Feinden. 40 Aber sie gehorchten nicht, sondern taten nach ihren früheren Bräuchen. 41 So fürchteten diese Völker den HERRN und dienten zugleich ihren Götzen. Auch ihre Kinder und Kindeskinder tun, wie ihre Väter getan haben, bis auf diesen Tag.
 
Mit Samarien kam Jesus also in eine Gegend, die selbst dem Gesetzesjudentum anrüchig sein mußte. Die Samaritaner waren abergläubisch und verstießen somit gegen das 1. Gebot: “Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!”
 
Die Leute von Sychar waren sich bewußt, daß der Vater Israels Jakob hier einmal eine Zeit lang gelebt hatte, daß sein Sohn Joseph (der ehemalige Herrscher Ägyptens) hier begraben war und daß sie einen Brunnen hatten, der von Jakob gegraben worden war. Vielleicht war Sychar eine Art Wallfahrtsort für die Leute Samariens und darüber hinaus. Vielleicht dachten die Leute von Sychar, sie seien etwas Besonderes und von Gott bevorzugt, weil sie an diesem “heiligen” Ort lebten: “unser Vater Jakob”. Es barg jedoch eine Gefahr in sich, sich auf die Abstammung von Jakob zu berufen. Wie die Juden, die sich auf ihre Abstammung von Abraham beriefen, konnte sie das von der neuen Geburt aus Wasser und Geist abhalten. Beide, Juden und Samaritaner, hätten den Glauben Abrahams und Jakobs zum Vorbild nehmen sollen. Beide, Abraham und Jakob, waren durch Glauben an Gottes Verheißung gerecht geworden. Gottes neue Verheißung war das Evangelium von seinem Sohn Jesus Christus. Würden sie das Evangelium glauben, würden sie gerecht werden.
 
Josua 24, 29-33:
 

Josuas und Eleasars Tod. Bestattung der Gebeine Josefs

29 Und es begab sich nach diesen Geschichten, dass Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, starb, als er hundertundzehn Jahre alt war. 30 Und man begrub ihn in dem Gebiet seines Erbteils in Timnat-Serach, das auf dem Gebirge Ephraim liegt, nördlich vom Berge Gaasch. 31 Und Israel diente dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange Zeit nach Josua lebten und alle Werke des HERRN kannten, die er an Israel getan hatte. 32 Die Gebeine Josefs, die die Israeliten aus Ägypten gebracht hatten, begruben sie zu Sichem auf dem Stück Feld, das Jakob von den Söhnen Hamors, des Vaters von Sichem, für hundert Goldstücke gekauft hatte und das das Erbteil der Söhne Josef ward. 33 Auch Eleasar, der Sohn Aarons, starb und sie begruben ihn in Gibea, der Stadt seines Sohnes Pinhas, die ihm gegeben war auf dem Gebirge Ephraim.
 
(Sichem lag auf dem Gebiet des heutigen Nablus (eigentlich Neapolis) und war nur einige Kilometer von Samaria (auch Sebaste) und Sychar (heute wahrscheinlich Askar) entfernt).
 
“Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.”
 
Jesus war für die Samariterin als Jude zu erkennen (Sprache?, Aussehen?). Jesus war anscheinend äußerst durstig gewesen, sonst hätte er nicht gesagt: “gib mir zu trinken!”, sondern “bitte, gib mir zu trinken!”. Vielleicht hat die Frau ihm das übelgenommen und da will sie ihm das Wasser verweigern, unter dem Vorwand er gehöre zum Volk der Juden, das das Volk der Samariter verachte.
 
Jesus läßt sich jetzt aber nicht auf ein Streitgespräch über die jüdische und die samaritische Religion ein, sondern bietet ihr das Evangelium an, denn allein das war wichtig. Sie hatte das auch bitter nötig, denn sie hatte nicht die christliche Liebe, ihm einfaches Wasser zu geben, während Er die Liebe hatte, ihr lebendiges Wasser zu geben. Die Frau ermangelte also des wahren Glaubens, der Liebe wirkt (auch zu Menschen, die einen anderen Glauben haben).
 
Jesus dreht den Spieß praktisch um: Wenn die Frau durstig zu ihm gekommen wäre, er hätte ihr sofort Wasser gegeben und sogar lebendiges Wasser (der heilige Geist). Eigentlich hätte es der Frau jetzt bewußt werden müssen, daß sie äußerst lieblos an dem Juden Jesus gehandelt hatte und daß Jesus ein lieber Jude war. Entweder sie wollte diesen Gedanken verdrängen und tut deshalb im Folgenden so, als ob sie meinte, Jesus würde von normalem Wasser reden oder sie war wirklich so naiv.
 
Die Frau reagiert ähnlich wie Nikodemus, indem sie Jesu Wort für bare Münze nimmt (Nikodemus nahm an, Jesus würde von einer physischen Geburt sprechen und die Frau nimmt an, Jesus spräche von normalem Wasser). Jesus benutzt offensichtlich auch Vokabeln, die man benutzte, wenn man von normalem Wasser sprach. Dies, um anzudeuten, daß der Heilige Geis nicht nur ein Prinzip ist, sondern eine lebendige Person (lebendige Wirklichkeit), deren Lebendigkeit einer wirklichen sprudelnden Wasser-Quelle entspricht und der Leben bringt, wie wirkliches Wasser Leben bringt zusammen mit Licht.
 
“Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? 12 Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh.”
 
“Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!”
 
Die Frau glaubt tatsächlich, Jesus rede von einer Art magischem Wasser, das physischen Durst für immer stillt. Sie war eben eine typisch abergläubische Samariterin.
 
Damit die Samariterin begreift, worum es wirklich geht, muß Jesus ihr einen Hinweis auf ihre Sündhaftigkeit geben. Offenbar lebte die Samariterin in wiederholter wilder Ehe.
 
Jetzt versucht die Frau wieder auf die Schiene eines religiösen Streitgesprächs auszuweichen, indem sie die Frage nach dem korrekten Ort der Anbetung Gottes stellt. Die Sache mit ihren wilden Ehen war ihr im ersten Moment wahrscheinlich zu heiß.
 
“Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.”
 
Worauf es ankam, war nicht in Jerusalem oder auf dem Berg Garizim anzubeten, sondern in Geist und Wahrheit. Wie Nikodemus benötigte auch die Samariterin die neue Geburt aus Wasser und Geist. Der Geist, den sie bei der neuen Geburt erhalten würde, konnte er helfen ihren sündigen Leib zu bezwingen und so wahrhaft den Vater anzubeten. Jesus führte allezeit ein Leben im Heiligen Geist, das nie mit dem Gesetz in Konflikt kam, weil es pure Liebe war. Jesus liebte Gott und seine Mitmenschen, er war Gnade und Wahrheit: Jesus predigte Liebe und liebte tatsächlich. An diesem Leben aus Gott wollte Jesus der Samariterin Anteil geben.
 
Irdisches Wasser wird nun ganz unwichtig für die Samariterin, sie läßt ihren Krug stehen und läuft in die Stadt, um auch ihre Nachbarn auf die “Quelle des Lebens” hinzuweisen, die sich gerade dort am Brunnen Jakobs aufhielt. Offensichtlich war der Geist der Liebe, der Heilige Geist, von Jesus auf die Frau übergesprungen und sie wurde erfüllt mit Liebe für ihre Nachbarn und will, daß auch sie ihren Durst stillen and der Quelle des Wassers des ewigen Lebens Jesus.
 
“Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet. 27 Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei!
 
Jesus hatte es geschafft, die Frau am Brunnen von aller religiösen Selbstgerechtigkeit zu befreien. Vor wenigen Augenblicken verwies sie noch stolz auf Folgendes:
 
  • sie war eine Samariterin (Anhängerin der Religion der Samariter), die dem Juden Jesus kein Wasser geben wollte
  • der Patriarch Jakob war ihr Vater (spirituell?, der Abstammung nach?)
  • sie betete an am richtigen Ort, dem Berg Garizim

Der ganze Stolz der Frau war ihre Religion und das zerstörte Jesus, indem er sie nach Wasser und ihrem Ehemann fragte. Die Frau wurde “entlarvt” als offensichtlich lieblos. Was war eine Religion wert, die nicht zur Liebe führte?

Jesus erklärt ihr, daß sie den Heiligen Geist brauche und es scheint, daß etwas von Gottes Liebe von Jesus auf sie übersprang. Alle religiöse Selbstgerechtigkeit weicht von ihr und sie bekennt vor ihren Nachbarn von Sychar, daß Christus “ihr alles gesagt habe, was sie getan habe”. Dies selbstverständlich in dem Bewußtsein, daß Christus ihr vergeben hatte. Die Frau hing jetzt Christus dem Gott der Liebe an und nicht mehr ihrer falschen Religion, damit war sie selig. Jesus hatte der Samariterin das Heil gegeben (Jesus selbst konnte das Heil auch ohne Taufe vermitteln).

Die Begegnung der Samariterin mit Jesus entspricht heute einer sakramentalen Taufe. Bei der Taufe oder Erinnerung an die Säuglingstaufe empfängt man den Heiligen Geist durch den man die Begierden des Körpers überwindet und christliche Liebe übt. Christliche Liebe sieht immer den Menschen und schaut nicht auf Hautfarbe, Nationalität, Religionszugehörigkeit, sozialer Status, usw.. Christus starb für die ganze Menschheit. Dies tat er in der Kraft des Heiligen Geistes der Liebe. Der gleiche Geist bewirkt Liebe im Christen.

Die Jünger registrieren gar nicht, daß die Frau liebevoll ihren Krug zurückläßt, damit sie Wasser schöpfen konnten. Da hätten sie doch Jesus fragen können: “Was hast du mit der Samariterin gemacht, daß sie uns so freundlich ihren Krug überläßt?” Auch den Jüngern mußte es klar sein, daß es nicht selbstverständlich war, daß eine Samariterin sich mit Juden abgab. Die Jünger waren in ihrem Glauben an Jesus noch nicht so weit gewachsen, daß sie die Trennung Juden/Samariter überwinden konnten. Für Jesus war es selbstverständlich mit der Samariterin zu sprechen. Jesus hatte aus der Samariterin eine Jüngerin gemacht und die Jünger dachten nur ans Mittagessen: “Rabbi, iß!”

“Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst.”
 
Jesus war besorgt um das Heil seiner Mitmenschen, das war seine Speise. Es ging hier auch die Verheißung aus Matthäus 5-7 in Erfüllung, daß Gott denen das Leben erleichtert, die zuerst nach dem Reich Gottes trachten. Offensichtlich hatten die Jünger vergessen einen Krug zu kaufen, sonst hätten sie ja der Samariterin gesagt, sie solle ihren Krug mitnehmen. Jesus macht aus der feindlichen Samariterin eine liebevolle Christin und Gott benutzt sie, um Jesus und den Jüngern einen Krug zum Wasserschöpfen zu geben. So sorgte Gott für Jesus und die Jünger.
 
 ”Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. 36 Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. 37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen.”
 
Die Jünger sollten Menschen “ernten” wollen, so wie sie schon sage und schreibe vier Monate vor der normalen Ernte des Getreides sich auf die Getreideernte freuten. Dies sollte ihr Begehr sein: “Menschenfischen”. Menschen zu evangelisieren gehört zum Leben des Christen (das ewige Leben) und führt zur Freude für den Christen und für Gott.
 
Jesus führt die Samariterin zum Glauben, indem er sie nicht verurteilte wegen ihres samaritischen Glaubens, sondern ihr das Heil gab. Diese bedingungslose Liebe, die nur den Menschen sieht, fehlte den Jüngern noch. Aber nur diese Liebe überwindet die Welt und führt dazu, daß auch andere Menschen zu Jüngern werden.
 
“Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.”
 
Die Jünger waren nach Sychar gegangen, um einzukaufen. Die Samariterin, die eine Jüngerin geworden war, ging nach Sychar, um Menschen zu fischen. Sie war keine stolze Samariterin mehr, sondern bezeugte ihre Armut in sich selbst (was ich getan habe) und ihren Reichtum in Christus. Das mußten die Leute von Sychar sympathisch finden und wurden selber zu Jüngern.
 
 

Ergänzung:

Religionen (außer der Glaube an Jesus) haben es an sich, daß sie ihre Gläubigen vom Tun wahrer Gerechtigkeit im Alltag dispensieren. Ein guter Samariter berief sich auf den Patriarchen Jakob, wallfahrtete ab und zu zum Grab Joseph’s des Patriarchen in Sichem (nahe bei Sychar), betete an auf dem Berg Garizim, hielt sich fern von Juden, erwartete den Messias. Die Samariterin hielt sich für eine gute Gläubige, weil sie all diese Traditionen hielt. Ähnlich beriefen sich die Juden auf den Patriarchen Abraham, auf die Beschneidung und das Haben des Gesetzes.
 
Bei der wahren Religion (der Glaube an Jesus) steht aber nicht das Halten irgendwelcher Traditionen im Mittelpunkt, sondern die praktische Liebe im Alltag. Christen sind von Natur aus Sünder (die vielleicht früher religiös waren), die durch Christus gebessert werden bzw. durch den Heiligen Geist ihren sündhaften Körper überwinden und Liebe üben. Die ganze Religion des Christen ist Christus. Er lebt durch Christus und sagt seinen Mitmenschen, daß sie auch diesen Christus bräuchten, um Gott wohlgefällig zu sein. Nur durch Christus kann der Mensch seine Sündhaftigkeit überwinden, aber nicht durch irgendwelche Religionen. Im Gegenteil, Religionen verstärken die Sünde noch, weil sie zur Rechtfertigung der Sünde führen. Bei den Religionen steht das Halten der Traditionen im Mittelpunkt (z. B. Abstammung von Abraham, Beschneidung, Haben des Gesetzes) und das führt zur Rechtfertigung der Sünde, denn man ist ja schon ein guter Gläubiger, wenn man diese Traditionen hält. Das praktische Verhalten im Alltag aber wird vernachlässigt. 

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Jesus und die Samariterin

Evangelium nach Johannes, Kapitel 4, Verse 1-42

1 Als nun Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, dass er mehr zu Jüngern machte und taufte als Johannes 2 - obwohl Jesus nicht selber taufte, sondern seine Jünger -, 3 verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber durch Samarien reisen. 5 Da kam er in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gab. 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen. 9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. – 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn und er gäbe dir lebendiges Wasser. 11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? 12 Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. 13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; 14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. 15 Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen! 16 Jesus spricht zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her! 17 Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann. 18 Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt. 19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. 21 Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25 Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet. 27 Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei! 30 Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. 31 Inzwischen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! 32 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst. 33 Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? 34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. 35 Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. 36 Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. 37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen. 39 Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage da. 41 Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen 42 und sprachen zu der Frau: Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.

Kap. 1 und Kap. 2 des Johannesevangeliums war eine Darstellung der Weltgeschichte aus christlicher Sicht: Aufteilung der Menschheit in “Welt” und “Braut Christi” durch die Geburt aus Wasser und Geist. Kap. 1 und Kap. 2 stellten sozusagen einen historischen Befund dar. In Kap. 3 und Kap. 4 liefert uns Johannes der Evangelist den geistlichen Befund, wie und durch was konkret die Menschheit in zwei Gruppen aufgeteilt wird. Das Gespräch mit Nikodemus aus Kap. 3 kann man vielleicht als rein theologisch, theoretische Abhandlung sehen, während das Gespräch mit der Samariterin aus Kap. 4 ein praktisches Beispiel für ein seelsorgerliches Gespräch ist. Jesus sagte der Samariterin nicht einfach plump, sie sei eine Sünderin, sondern legte den Finger in die konkrete Wunde, indem er sie auf ihre wilden Ehen hinwies. Die Samariterin sollte erkennen, daß sie sich nicht im seligen Heilsstand der Liebe befand, sonst wäre sie ja wohl bei ihrem ersten Mann geblieben und hätte ihn geheiratet. Auch machte Jesus sie frei von kraftloser Religiosität. Wichtig war nicht, ob man auf dem Garizim anbetete oder zu Jerusalem, sondern im Geist und in der Wahrheit. Wahre Anbetung ist, wenn man durch den Heiligen Geist die Begierden seines Körpers (z. B. Ehebruch) überwindet und christliche Liebe übt. Bei der Geburt aus Wasser und Geist (sakramentale Taufe) empfängt man den Geist der Liebe und in diesem Geist soll man tatsächlich die Lüste des Fleisches überwinden und christliche Liebe üben.

Jesus und seine Jünger tauften erfolgreicher als Johannes der Täufer. Wahrscheinlich deswegen, weil in der Person Jesu das Heil bei der Taufe auch gleich vorhanden war, während Johannes nur zur Buße taufen konnte und bezüglich des Heils auf Jesus verweisen mußte. Johannes selber konnte kein Heil vermitteln, sondern die Menschen durch seine Taufe nur zur Buße leiten.

Apg 19,4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten standen schon Johannes und seiner Taufe äußerst kritisch gegenüber. Wenn nun Jesus viel mehr Menschen zu Jüngern machte als Johannes, mußte er ernsthafte Auseinandersetzungen mit den Pharisäern und Schriftgelehrten befürchten und floh deshalb nach Galiläa. Er wollte zwar für die Sünder sterben, aber jetzt noch nicht.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten betrachteten Religion als ihr Business, das sie sich von niemand kaputtmachen lassen wollten. Johannes’ und Jesu unabhängiges Predigen mußte ihren äußersten Unwillen und Missfallen hervorrufen. Weiter lehrten Johannes und Jesus auch etwas Neues: Gerechtigkeit durch Glauben an das Lamm Gottes, aber nicht Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken. Johannes und Jesus lehrten also nicht nur unabhängig von den Führern der Juden, sondern unterminierten auch das Lehrsystem der Pharisäer und Schriftgelehrten.
 
Jesus mußte also vor ihnen auf der Hut sein.
 
Aus der Apostelgeschichte (Kap. 8, 4-25) geht hervor, daß die Samariter ziemlich abergläubisch waren, was auch zusammenpassen würde mit dem Bericht aus 2. Könige 17, 1-41, wo es heißt, daß die Völker, die von den Assyrern im Gebiet Samariens angesiedelt worden waren, Götzendiener waren, wobei sie auch den Gott Israels verehrten. Selbstverständlich war ihre Verehrung des Gottes Israels nicht akzeptabel, da sie auch die Götzen verehrten.
 
Apg. 8, 4-25:
 
4 Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort. 5 Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus. 6 Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. 7 Denn die unreinen Geister fuhren aus mit großem Geschrei aus vielen Besessenen, auch viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden gesund gemacht; 8 und es entstand große Freude in dieser Stadt. 9 Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samaria in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes. 10 Und alle hingen ihm an, Klein und Groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird. 11 Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte. 12 Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen. 13 Da wurde auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als er die Zeichen und großen Taten sah, die geschahen, geriet er außer sich vor Staunen. 14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. 15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist. 18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an 19 und sprach: Gebt auch mir die Macht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange. 20 Petrus aber sprach zu ihm: Dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. 21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. 22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und flehe zum Herrn, ob dir das Trachten deines Herzens vergeben werden könne. 23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit. 24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt. 25 Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter.
 
 2. Könige 17, 1-41:
 

Reich Israel: Hoschea letzter König. Eroberung Samarias. Die assyrische Gefangenschaft

1 Im zwölften Jahr des Ahas, des Königs von Juda, wurde Hoschea, der Sohn Elas, König über Israel und regierte zu Samaria neun Jahre. 2 Und er tat, was dem HERRN missfiel, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren. 3 Gegen ihn zog herauf Salmanassar, der König von Assyrien. Und Hoschea wurde ihm untertan und brachte ihm Abgaben. 4 Als aber der König von Assyrien innewurde, dass Hoschea eine Verschwörung gemacht und Boten gesandt hatte zu So, dem König von Ägypten, und keine Abgaben dem König von Assyrien brachte wie alle Jahre, nahm er ihn fest und legte ihn ins Gefängnis. 5 Und der König von Assyrien zog durch das ganze Land und gegen Samaria und belagerte es drei Jahre lang. 6 Und im neunten Jahr Hoscheas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel weg nach Assyrien und ließ sie wohnen in Halach und am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder.
 

Der Grund für die Verwerfung des Reiches Israel

7 Denn die Israeliten hatten gegen den HERRN, ihren Gott, gesündigt, der sie aus Ägyptenland geführt hatte, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten, und fürchteten andere Götter 8 und wandelten nach den Satzungen der Heiden, die der HERR vor Israel vertrieben hatte, und taten wie die Könige von Israel. 9 Und die Israeliten ersannen, was nicht recht war gegen den HERRN, ihren Gott, sodass sie sich Höhen bauten in allen Orten, von den Wachttürmen bis zu den festen Städten, 10 und richteten Steinmale auf und Ascherabilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen 11 und opferten auf allen Höhen wie die Heiden, die der HERR vor ihnen weggetrieben hatte, und trieben böse Dinge, womit sie den HERRN erzürnten, 12 und dienten den Götzen, von denen der HERR zu ihnen gesagt hatte: Das sollt ihr nicht tun! 13 Und doch hatte der HERR Israel und Juda gewarnt durch alle Propheten und alle Seher und ihnen sagen lassen: Kehrt um von euren bösen Wegen und haltet meine Gebote und Rechte nach dem ganzen Gesetz, das ich euren Vätern geboten habe und das ich zu euch gesandt habe durch meine Knechte, die Propheten. 14 Aber sie gehorchten nicht, sondern versteiften ihren Nacken wie ihre Väter, die nicht an den HERRN, ihren Gott, glaubten. 15 Dazu verachteten sie seine Gebote und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und seine Warnungen, die er ihnen gab, und wandelten ihren nichtigen Götzen nach und trieben Nichtiges. Sie taten wie die Heiden um sie her, von denen der HERR ihnen geboten hatte, sie sollten nicht wie diese tun. 16 Aber sie verließen alle Gebote des HERRN, ihres Gottes, und machten sich zwei gegossene Kälber und ein Bild der Aschera und beteten alles Heer des Himmels an und dienten Baal 17 und ließen ihre Söhne und Töchter durchs Feuer gehen und gingen mit Wahrsagen und Zauberei um und verkauften sich, zu tun, was dem HERRN missfiel, um ihn zu erzürnen. 18 Da wurde der HERR sehr zornig über Israel und tat es von seinem Angesicht weg, sodass nichts übrig blieb als der Stamm Juda allein. – 19 Auch Juda hielt nicht die Gebote des HERRN, seines Gottes, sondern wandelte nach den Satzungen, nach denen Israel gelebt hatte. – 20 Darum verwarf der HERR das ganze Geschlecht Israel und bedrängte sie und gab sie in die Hände der Räuber, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß. 21 Denn der Herr riss Israel vom Hause David los, und sie machten zum König Jerobeam, den Sohn Nebats. Der wandte Israel ab vom HERRN und machte, dass sie schwer sündigten. 22 So wandelte Israel in allen Sünden Jerobeams, die er getan hatte, und sie ließen nicht davon ab, 23 bis der HERR Israel von seinem Angesicht wegtat, wie er geredet hatte durch alle seine Knechte, die Propheten. So wurde Israel aus seinem Lande weggeführt nach Assyrien bis auf diesen Tag.
 

Die Entstehung des Volkes der Samaritaner

24 Der König von Assyrien aber ließ Leute von Babel kommen, von Kuta, von Awa, von Hamat und Sefarwajim und ließ sie wohnen in den Städten von Samarien an Israels statt. Und sie nahmen Samarien ein und wohnten in seinen Städten. 25 Als sie aber anfingen, dort zu wohnen, und den HERRN nicht fürchteten, sandte der HERR unter sie Löwen, die töteten sie. 26 Und man ließ dem König von Assyrien sagen: Die Völker, die du hergebracht und mit denen du die Städte Samariens besetzt hast, wissen nichts von der Verehrung des Gottes dieses Landes. Darum hat er Löwen unter sie gesandt, und siehe, diese töten sie, weil sie nichts wissen von der Verehrung des Gottes dieses Landes. 27 Der König von Assyrien gebot: Bringt dorthin einen der Priester, die von dort weggeführt sind; er ziehe hin und wohne dort und lehre sie die Verehrung des Gottes des Landes. 28 Da kam einer der Priester, die von Samarien weggeführt waren, und wohnte in Bethel und lehrte sie, wie sie den HERRN fürchten sollten. 29 Aber jedes Volk machte sich seinen Gott und tat ihn in die Heiligtümer auf den Höhen, die die Samaritaner gemacht hatten, jedes Volk in seinen Städten, in denen es wohnte. 30 Die von Babel machten sich Sukkot-Benot, die von Kuta machten sich Nergal, die von Hamat machten sich Aschima, 31 die von Awa machten sich Nibhas und Tartak; die von Sefarwajim verbrannten ihre Söhne dem Adrammelech und Anammelech, den Göttern derer von Sefarwajim. 32 Und weil sie auch den HERRN fürchteten, bestellten sie sich Priester auf den Höhen aus allem Volk unter ihnen; die opferten für sie in den Heiligtümern auf den Höhen. 33 So fürchteten sie den HERRN, dienten aber auch den Göttern nach dem Brauch der Völker, von denen man sie hergebracht hatte. 34 Und bis auf diesen Tag tun sie nach den früheren Bräuchen: Sie fürchten weder den HERRN noch halten sie Satzungen und Rechte nach dem Gesetz und Gebot, das der HERR geboten hat den Söhnen Jakobs, dem er den Namen Israel gab; 35 hatte doch der HERR einen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen geboten: Fürchtet keine andern Götter und betet sie nicht an und dient ihnen nicht und opfert ihnen nicht, 36 sondern den HERRN, der euch aus Ägyptenland geführt hat mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm, den fürchtet, den betet an und dem opfert. 37 Und die Satzungen, Rechte, Gesetze und Gebote, die er euch hat aufschreiben lassen, die haltet, dass ihr danach tut allezeit, und fürchtet nicht andere Götter. 38 Und vergesst nicht den Bund, den er mit euch geschlossen hat, und fürchtet nicht andere Götter, 39 sondern fürchtet den HERRN, euren Gott; der wird euch erretten von allen euren Feinden. 40 Aber sie gehorchten nicht, sondern taten nach ihren früheren Bräuchen. 41 So fürchteten diese Völker den HERRN und dienten zugleich ihren Götzen. Auch ihre Kinder und Kindeskinder tun, wie ihre Väter getan haben, bis auf diesen Tag.
 
Mit Samarien kam Jesus also in eine Gegend, die selbst dem Gesetzesjudentum anrüchig sein mußte. Die Samaritaner waren abergläubisch und verstießen somit gegen das 1. Gebot: “Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!”
 
Die Leute von Sychar waren sich bewußt, daß der Vater Israels Jakob hier einmal eine Zeit lang gelebt hatte, daß sein Sohn Joseph (der ehemalige Herrscher Ägyptens) hier begraben war und daß sie einen Brunnen hatten, der von Jakob gegraben worden war. Vielleicht war Sychar eine Art Wallfahrtsort für die Leute Samariens und darüber hinaus. Vielleicht dachten die Leute von Sychar, sie seien etwas Besonderes und von Gott bevorzugt, weil sie an diesem “heiligen” Ort lebten: “unser Vater Jakob”. Es barg jedoch eine Gefahr in sich, sich auf die Abstammung von Jakob zu berufen. Wie die Juden, die sich auf ihre Abstammung von Abraham beriefen, konnte sie das von der neuen Geburt aus Wasser und Geist abhalten. Beide, Juden und Samaritaner, hätten den Glauben Abrahams und Jakobs zum Vorbild nehmen sollen. Beide, Abraham und Jakob, waren durch Glauben an Gottes Verheißung gerecht geworden. Gottes neue Verheißung war das Evangelium von seinem Sohn Jesus Christus. Würden sie das Evangelium glauben, würden sie gerecht werden.
 
Josua 24, 29-33:
 

Josuas und Eleasars Tod. Bestattung der Gebeine Josefs

29 Und es begab sich nach diesen Geschichten, dass Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, starb, als er hundertundzehn Jahre alt war. 30 Und man begrub ihn in dem Gebiet seines Erbteils in Timnat-Serach, das auf dem Gebirge Ephraim liegt, nördlich vom Berge Gaasch. 31 Und Israel diente dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange Zeit nach Josua lebten und alle Werke des HERRN kannten, die er an Israel getan hatte. 32 Die Gebeine Josefs, die die Israeliten aus Ägypten gebracht hatten, begruben sie zu Sichem auf dem Stück Feld, das Jakob von den Söhnen Hamors, des Vaters von Sichem, für hundert Goldstücke gekauft hatte und das das Erbteil der Söhne Josef ward. 33 Auch Eleasar, der Sohn Aarons, starb und sie begruben ihn in Gibea, der Stadt seines Sohnes Pinhas, die ihm gegeben war auf dem Gebirge Ephraim.
 
(Sichem lag auf dem Gebiet des heutigen Nablus (eigentlich Neapolis) und war nur einige Kilometer von Samaria (auch Sebaste) und Sychar (heute wahrscheinlich Askar) entfernt).
 
“Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.”
 
Jesus war für die Samariterin als Jude zu erkennen (Sprache?, Aussehen?). Jesus war anscheinend äußerst durstig gewesen, sonst hätte er nicht gesagt: “gib mir zu trinken!”, sondern “bitte, gib mir zu trinken!”. Vielleicht hat die Frau ihm das übelgenommen und da will sie ihm das Wasser verweigern, unter dem Vorwand er gehöre zum Volk der Juden, das das Volk der Samariter verachte.
 
Jesus läßt sich jetzt aber nicht auf ein Streitgespräch über die jüdische und die samaritische Religion ein, sondern bietet ihr das Evangelium an, denn allein das war wichtig. Sie hatte das auch bitter nötig, denn sie hatte nicht die christliche Liebe, ihm einfaches Wasser zu geben, während Er die Liebe hatte, ihr lebendiges Wasser zu geben. Die Frau ermangelte also des wahren Glaubens, der Liebe wirkt (auch zu Menschen, die einen anderen Glauben haben).
 
Jesus dreht den Spieß praktisch um: Wenn die Frau durstig zu ihm gekommen wäre, er hätte ihr sofort Wasser gegeben und sogar lebendiges Wasser (der heilige Geist). Eigentlich hätte es der Frau jetzt bewußt werden müssen, daß sie äußerst lieblos an dem Juden Jesus gehandelt hatte und daß Jesus ein lieber Jude war. Entweder sie wollte diesen Gedanken verdrängen und tut deshalb im Folgenden so, als ob sie meinte, Jesus würde von normalem Wasser reden oder sie war wirklich so naiv.
 
Die Frau reagiert ähnlich wie Nikodemus, indem sie Jesu Wort für bare Münze nimmt (Nikodemus nahm an, Jesus würde von einer physischen Geburt sprechen und die Frau nimmt an, Jesus spräche von normalem Wasser). Jesus benutzt offensichtlich auch Vokabeln, die man benutzte, wenn man von normalem Wasser sprach. Dies, um anzudeuten, daß der Heilige Geis nicht nur ein Prinzip ist, sondern eine lebendige Person (lebendige Wirklichkeit), deren Lebendigkeit einer wirklichen sprudelnden Wasser-Quelle entspricht und der Leben bringt, wie wirkliches Wasser Leben bringt zusammen mit Licht.
 
“Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? 12 Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh.”
 
“Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!”
 
Die Frau glaubt tatsächlich, Jesus rede von einer Art magischem Wasser, das physischen Durst für immer stillt. Sie war eben eine typisch abergläubische Samariterin.
 
Damit die Samariterin begreift, worum es wirklich geht, muß Jesus ihr einen Hinweis auf ihre Sündhaftigkeit geben. Offenbar lebte die Samariterin in wiederholter wilder Ehe.
 
Jetzt versucht die Frau wieder auf die Schiene eines religiösen Streitgesprächs auszuweichen, indem sie die Frage nach dem korrekten Ort der Anbetung Gottes stellt. Die Sache mit ihren wilden Ehen war ihr im ersten Moment wahrscheinlich zu heiß.
 
“Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.”
 
Worauf es ankam, war nicht in Jerusalem oder auf dem Berg Garizim anzubeten, sondern in Geist und Wahrheit. Wie Nikodemus benötigte auch die Samariterin die neue Geburt aus Wasser und Geist. Der Geist, den sie bei der neuen Geburt erhalten würde, konnte er helfen ihren sündigen Leib zu bezwingen und so wahrhaft den Vater anzubeten. Jesus führte allezeit ein Leben im Heiligen Geist, das nie mit dem Gesetz in Konflikt kam, weil es pure Liebe war. Jesus liebte Gott und seine Mitmenschen, er war Gnade und Wahrheit: Jesus predigte Liebe und liebte tatsächlich. An diesem Leben aus Gott wollte Jesus der Samariterin Anteil geben.
 
Irdisches Wasser wird nun ganz unwichtig für die Samariterin, sie läßt ihren Krug stehen und läuft in die Stadt, um auch ihre Nachbarn auf die “Quelle des Lebens” hinzuweisen, die sich gerade dort am Brunnen Jakobs aufhielt. Offensichtlich war der Geist der Liebe, der Heilige Geist, von Jesus auf die Frau übergesprungen und sie wurde erfüllt mit Liebe für ihre Nachbarn und will, daß auch sie ihren Durst stillen and der Quelle des Wassers des ewigen Lebens Jesus.
 
“Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet. 27 Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei!
 
Jesus hatte es geschafft, die Frau am Brunnen von aller religiösen Selbstgerechtigkeit zu befreien. Vor wenigen Augenblicken verwies sie noch stolz auf Folgendes:
 
  • sie war eine Samariterin (Anhängerin der Religion der Samariter), die dem Juden Jesus kein Wasser geben wollte
  • der Patriarch Jakob war ihr Vater (spirituell?, der Abstammung nach?)
  • sie betete an am richtigen Ort, dem Berg Garizim

Der ganze Stolz der Frau war ihre Religion und das zerstörte Jesus, indem er sie nach Wasser und ihrem Ehemann fragte. Die Frau wurde “entlarvt” als offensichtlich lieblos. Was war eine Religion wert, die nicht zur Liebe führte?

Jesus erklärt ihr, daß sie den Heiligen Geist brauche und es scheint, daß etwas von Gottes Liebe von Jesus auf sie übersprang. Alle religiöse Selbstgerechtigkeit weicht von ihr und sie bekennt vor ihren Nachbarn von Sychar, daß Christus “ihr alles gesagt habe, was sie getan habe”. Dies selbstverständlich in dem Bewußtsein, daß Christus ihr vergeben hatte. Die Frau hing jetzt Christus dem Gott der Liebe an und nicht mehr ihrer falschen Religion, damit war sie selig. Jesus hatte der Samariterin das Heil gegeben (Jesus selbst konnte das Heil auch ohne Taufe vermitteln).

Die Begegnung der Samariterin mit Jesus entspricht heute einer sakramentalen Taufe. Bei der Taufe oder Erinnerung an die Säuglingstaufe empfängt man den Heiligen Geist durch den man die Begierden des Körpers überwindet und christliche Liebe übt. Christliche Liebe sieht immer den Menschen und schaut nicht auf Hautfarbe, Nationalität, Religionszugehörigkeit, sozialer Status, usw.. Christus starb für die ganze Menschheit. Dies tat er in der Kraft des Heiligen Geistes der Liebe. Der gleiche Geist bewirkt Liebe im Christen.

Die Jünger registrieren gar nicht, daß die Frau liebevoll ihren Krug zurückläßt, damit sie Wasser schöpfen konnten. Da hätten sie doch Jesus fragen können: “Was hast du mit der Samariterin gemacht, daß sie uns so freundlich ihren Krug überläßt?” Auch den Jüngern mußte es klar sein, daß es nicht selbstverständlich war, daß eine Samariterin sich mit Juden abgab. Die Jünger waren in ihrem Glauben an Jesus noch nicht so weit gewachsen, daß sie die Trennung Juden/Samariter überwinden konnten. Für Jesus war es selbstverständlich mit der Samariterin zu sprechen. Jesus hatte aus der Samariterin eine Jüngerin gemacht und die Jünger dachten nur ans Mittagessen: “Rabbi, iß!”

“Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst.”
 
Jesus war besorgt um das Heil seiner Mitmenschen, das war seine Speise. Es ging hier auch die Verheißung aus Matthäus 5-7 in Erfüllung, daß Gott denen das Leben erleichtert, die zuerst nach dem Reich Gottes trachten. Offensichtlich hatten die Jünger vergessen einen Krug zu kaufen, sonst hätten sie ja der Samariterin gesagt, sie solle ihren Krug mitnehmen. Jesus macht aus der feindlichen Samariterin eine liebevolle Christin und Gott benutzt sie, um Jesus und den Jüngern einen Krug zum Wasserschöpfen zu geben. So sorgte Gott für Jesus und die Jünger.
 
 
“Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. 36 Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. 37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen.”
 
Die Jünger sollten Menschen “ernten” wollen, so wie sie schon sage und schreibe vier Monate vor der normalen Ernte des Getreides sich auf die Getreideernte freuten. Dies sollte ihr Begehr sein: “Menschenfischen”. Menschen zu evangelisieren gehört zum Leben des Christen (das ewige Leben) und führt zur Freude für den Christen und für Gott.
 
Jesus führt die Samariterin zum Glauben, indem er sie nicht verurteilte wegen ihres samaritischen Glaubens, sondern ihr das Heil gab. Diese bedingungslose Liebe, die nur den Menschen sieht, fehlte den Jüngern noch. Aber nur diese Liebe überwindet die Welt und führt dazu, daß auch andere Menschen zu Jüngern werden.
 
“Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.”
 
Die Jünger waren nach Sychar gegangen, um einzukaufen. Die Samariterin, die eine Jüngerin geworden war, ging nach Sychar, um Menschen zu fischen. Sie war keine stolze Samariterin mehr, sondern bezeugte ihre Armut in sich selbst (was ich getan habe) und ihren Reichtum in Christus. Das mußten die Leute von Sychar sympathisch finden und wurden selber zu Jüngern.
 
 

Ergänzung:

Religionen (außer der Glaube an Jesus) haben es an sich, daß sie ihre Gläubigen vom Tun wahrer Gerechtigkeit im Alltag dispensieren. Ein guter Samariter berief sich auf den Patriarchen Jakob, wallfahrtete ab und zu zum Grab Joseph’s des Patriarchen in Sichem (nahe bei Sychar), betete an auf dem Berg Garizim, hielt sich fern von Juden, erwartete den Messias. Die Samariterin hielt sich für eine gute Gläubige, weil sie all diese Traditionen hielt. Ähnlich beriefen sich die Juden auf den Patriarchen Abraham, auf die Beschneidung und das Haben des Gesetzes.
 
Bei der wahren Religion (der Glaube an Jesus) steht aber nicht das Halten irgendwelcher Traditionen im Mittelpunkt, sondern die praktische Liebe im Alltag. Christen sind von Natur aus Sünder (die vielleicht früher religiös waren), die durch Christus gebessert werden bzw. durch den Heiligen Geist ihren sündhaften Körper überwinden und Liebe üben. Die ganze Religion des Christen ist Christus. Er lebt durch Christus und sagt seinen Mitmenschen, daß sie auch diesen Christus bräuchten, um Gott wohlgefällig zu sein. Nur durch Christus kann der Mensch seine Sündhaftigkeit überwinden, aber nicht durch irgendwelche Religionen. Im Gegenteil, Religionen verstärken die Sünde noch, weil sie zur Rechtfertigung der Sünde führen. Bei den Religionen steht das Halten der Traditionen im Mittelpunkt (z. B. Abstammung von Abraham, Beschneidung, Haben des Gesetzes) und das führt zur Rechtfertigung der Sünde, denn man ist ja schon ein guter Gläubiger, wenn man diese Traditionen hält. Das praktische Verhalten im Alltag aber wird vernachlässigt. 

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Auslegung Johannesevang., Kap. 4, Verse 1-42

1 Als nun Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, dass er mehr zu Jüngern machte und taufte als Johannes 2 - obwohl Jesus nicht selber taufte, sondern seine Jünger -, 3 verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa. 4 Er musste aber durch Samarien reisen. 5 Da kam er in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gab. 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen. 9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. – 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn und er gäbe dir lebendiges Wasser. 11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? 12 Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh. 13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; 14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. 15 Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen! 16 Jesus spricht zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her! 17 Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann. 18 Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt. 19 Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. 21 Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22 Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. 25 Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet. 27 Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei! 30 Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. 31 Inzwischen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! 32 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst. 33 Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? 34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. 35 Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. 36 Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. 37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen. 39 Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage da. 41 Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen 42 und sprachen zu der Frau: Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.

Kap. 1 und Kap. 2 des Johannesevangeliums war eine Darstellung der Weltgeschichte aus christlicher Sicht: Aufteilung der Menschheit in “Welt” und “Braut Christi” durch die Geburt aus Wasser und Geist. Kap. 1 und Kap. 2 stellten sozusagen einen historischen Befund dar. In Kap. 3 und Kap. 4 liefert uns Johannes der Evangelist den geistlichen Befund, wie und durch was konkret die Menschheit in zwei Gruppen aufgeteilt wird. Das Gespräch mit Nikodemus aus Kap. 3 kann man vielleicht als rein theologisch, theoretische Abhandlung sehen, während das Gespräch mit der Samariterin aus Kap. 4 ein praktisches Beispiel für ein seelsorgerliches Gespräch ist. Jesus sagte der Samariterin nicht einfach plump, sie sei eine Sünderin, sondern legte den Finger in die konkrete Wunde, indem er sie auf ihre wilden Ehen hinwies. Die Samariterin sollte erkennen, daß sie sich nicht im seligen Heilsstand der Liebe befand, sonst wäre sie ja wohl bei ihrem ersten Mann geblieben und hätte ihn geheiratet. Auch machte Jesus sie frei von kraftloser Religiosität. Wichtig war nicht, ob man auf dem Garizim anbetete oder zu Jerusalem, sondern im Geist und in der Wahrheit. Wahre Anbetung ist, wenn man durch den Heiligen Geist die Begierden seines Körpers (z. B. Ehebruch) überwindet und christliche Liebe übt. Bei der Geburt aus Wasser und Geist (sakramentale Taufe) empfängt man den Geist der Liebe und in diesem Geist soll man tatsächlich die Lüste des Fleisches überwinden und christliche Liebe üben.

Jesus und seine Jünger tauften erfolgreicher als Johannes der Täufer. Wahrscheinlich deswegen, weil in der Person Jesu das Heil bei der Taufe auch gleich vorhanden war, während Johannes nur zur Buße taufen konnte und bezüglich des Heils auf Jesus verweisen mußte. Johannes selber konnte kein Heil vermitteln, sondern die Menschen durch seine Taufe nur zur Buße leiten.

Apg 19,4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten standen schon Johannes und seiner Taufe äußerst kritisch gegenüber. Wenn nun Jesus viel mehr Menschen zu Jüngern machte als Johannes, mußte er ernsthafte Auseinandersetzungen mit den Pharisäern und Schriftgelehrten befürchten und floh deshalb nach Galiläa. Er wollte zwar für die Sünder sterben, aber jetzt noch nicht.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten betrachteten Religion als ihr Business, das sie sich von niemand kaputtmachen lassen wollten. Johannes’ und Jesu unabhängiges Predigen mußte ihren äußersten Unwillen und Missfallen hervorrufen. Weiter lehrten Johannes und Jesus auch etwas Neues: Gerechtigkeit durch Glauben an das Lamm Gottes, aber nicht Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken. Johannes und Jesus lehrten also nicht nur unabhängig von den Führern der Juden, sondern unterminierten auch das Lehrsystem der Pharisäer und Schriftgelehrten.
 
Jesus mußte also vor ihnen auf der Hut sein.
 
Aus der Apostelgeschichte (Kap. 8, 4-25) geht hervor, daß die Samariter ziemlich abergläubisch waren, was auch zusammenpassen würde mit dem Bericht aus 2. Könige 17, 1-41, wo es heißt, daß die Völker, die von den Assyrern im Gebiet Samariens angesiedelt worden waren, Götzendiener waren, wobei sie auch den Gott Israels verehrten. Selbstverständlich war ihre Verehrung des Gottes Israels nicht akzeptabel, da sie auch die Götzen verehrten.
 
Apg. 8, 4-25:
 
4 Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort. 5 Philippus aber kam hinab in die Hauptstadt Samariens und predigte ihnen von Christus. 6 Und das Volk neigte einmütig dem zu, was Philippus sagte, als sie ihm zuhörten und die Zeichen sahen, die er tat. 7 Denn die unreinen Geister fuhren aus mit großem Geschrei aus vielen Besessenen, auch viele Gelähmte und Verkrüppelte wurden gesund gemacht; 8 und es entstand große Freude in dieser Stadt. 9 Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samaria in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes. 10 Und alle hingen ihm an, Klein und Groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird. 11 Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte. 12 Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen. 13 Da wurde auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als er die Zeichen und großen Taten sah, die geschahen, geriet er außer sich vor Staunen. 14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. 15 Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. 16 Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. 17 Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist. 18 Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an 19 und sprach: Gebt auch mir die Macht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange. 20 Petrus aber sprach zu ihm: Dass du verdammt werdest mitsamt deinem Geld, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. 21 Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. 22 Darum tu Buße für diese deine Bosheit und flehe zum Herrn, ob dir das Trachten deines Herzens vergeben werden könne. 23 Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit. 24 Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt. 25 Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter.
 
 2. Könige 17, 1-41:
 

Reich Israel: Hoschea letzter König. Eroberung Samarias. Die assyrische Gefangenschaft

1 Im zwölften Jahr des Ahas, des Königs von Juda, wurde Hoschea, der Sohn Elas, König über Israel und regierte zu Samaria neun Jahre. 2 Und er tat, was dem HERRN missfiel, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren. 3 Gegen ihn zog herauf Salmanassar, der König von Assyrien. Und Hoschea wurde ihm untertan und brachte ihm Abgaben. 4 Als aber der König von Assyrien innewurde, dass Hoschea eine Verschwörung gemacht und Boten gesandt hatte zu So, dem König von Ägypten, und keine Abgaben dem König von Assyrien brachte wie alle Jahre, nahm er ihn fest und legte ihn ins Gefängnis. 5 Und der König von Assyrien zog durch das ganze Land und gegen Samaria und belagerte es drei Jahre lang. 6 Und im neunten Jahr Hoscheas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel weg nach Assyrien und ließ sie wohnen in Halach und am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder.
 

Der Grund für die Verwerfung des Reiches Israel

7 Denn die Israeliten hatten gegen den HERRN, ihren Gott, gesündigt, der sie aus Ägyptenland geführt hatte, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten, und fürchteten andere Götter 8 und wandelten nach den Satzungen der Heiden, die der HERR vor Israel vertrieben hatte, und taten wie die Könige von Israel. 9 Und die Israeliten ersannen, was nicht recht war gegen den HERRN, ihren Gott, sodass sie sich Höhen bauten in allen Orten, von den Wachttürmen bis zu den festen Städten, 10 und richteten Steinmale auf und Ascherabilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen 11 und opferten auf allen Höhen wie die Heiden, die der HERR vor ihnen weggetrieben hatte, und trieben böse Dinge, womit sie den HERRN erzürnten, 12 und dienten den Götzen, von denen der HERR zu ihnen gesagt hatte: Das sollt ihr nicht tun! 13 Und doch hatte der HERR Israel und Juda gewarnt durch alle Propheten und alle Seher und ihnen sagen lassen: Kehrt um von euren bösen Wegen und haltet meine Gebote und Rechte nach dem ganzen Gesetz, das ich euren Vätern geboten habe und das ich zu euch gesandt habe durch meine Knechte, die Propheten. 14 Aber sie gehorchten nicht, sondern versteiften ihren Nacken wie ihre Väter, die nicht an den HERRN, ihren Gott, glaubten. 15 Dazu verachteten sie seine Gebote und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und seine Warnungen, die er ihnen gab, und wandelten ihren nichtigen Götzen nach und trieben Nichtiges. Sie taten wie die Heiden um sie her, von denen der HERR ihnen geboten hatte, sie sollten nicht wie diese tun. 16 Aber sie verließen alle Gebote des HERRN, ihres Gottes, und machten sich zwei gegossene Kälber und ein Bild der Aschera und beteten alles Heer des Himmels an und dienten Baal 17 und ließen ihre Söhne und Töchter durchs Feuer gehen und gingen mit Wahrsagen und Zauberei um und verkauften sich, zu tun, was dem HERRN missfiel, um ihn zu erzürnen. 18 Da wurde der HERR sehr zornig über Israel und tat es von seinem Angesicht weg, sodass nichts übrig blieb als der Stamm Juda allein. – 19 Auch Juda hielt nicht die Gebote des HERRN, seines Gottes, sondern wandelte nach den Satzungen, nach denen Israel gelebt hatte. – 20 Darum verwarf der HERR das ganze Geschlecht Israel und bedrängte sie und gab sie in die Hände der Räuber, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß. 21 Denn der Herr riss Israel vom Hause David los, und sie machten zum König Jerobeam, den Sohn Nebats. Der wandte Israel ab vom HERRN und machte, dass sie schwer sündigten. 22 So wandelte Israel in allen Sünden Jerobeams, die er getan hatte, und sie ließen nicht davon ab, 23 bis der HERR Israel von seinem Angesicht wegtat, wie er geredet hatte durch alle seine Knechte, die Propheten. So wurde Israel aus seinem Lande weggeführt nach Assyrien bis auf diesen Tag.
 

Die Entstehung des Volkes der Samaritaner

24 Der König von Assyrien aber ließ Leute von Babel kommen, von Kuta, von Awa, von Hamat und Sefarwajim und ließ sie wohnen in den Städten von Samarien an Israels statt. Und sie nahmen Samarien ein und wohnten in seinen Städten. 25 Als sie aber anfingen, dort zu wohnen, und den HERRN nicht fürchteten, sandte der HERR unter sie Löwen, die töteten sie. 26 Und man ließ dem König von Assyrien sagen: Die Völker, die du hergebracht und mit denen du die Städte Samariens besetzt hast, wissen nichts von der Verehrung des Gottes dieses Landes. Darum hat er Löwen unter sie gesandt, und siehe, diese töten sie, weil sie nichts wissen von der Verehrung des Gottes dieses Landes. 27 Der König von Assyrien gebot: Bringt dorthin einen der Priester, die von dort weggeführt sind; er ziehe hin und wohne dort und lehre sie die Verehrung des Gottes des Landes. 28 Da kam einer der Priester, die von Samarien weggeführt waren, und wohnte in Bethel und lehrte sie, wie sie den HERRN fürchten sollten. 29 Aber jedes Volk machte sich seinen Gott und tat ihn in die Heiligtümer auf den Höhen, die die Samaritaner gemacht hatten, jedes Volk in seinen Städten, in denen es wohnte. 30 Die von Babel machten sich Sukkot-Benot, die von Kuta machten sich Nergal, die von Hamat machten sich Aschima, 31 die von Awa machten sich Nibhas und Tartak; die von Sefarwajim verbrannten ihre Söhne dem Adrammelech und Anammelech, den Göttern derer von Sefarwajim. 32 Und weil sie auch den HERRN fürchteten, bestellten sie sich Priester auf den Höhen aus allem Volk unter ihnen; die opferten für sie in den Heiligtümern auf den Höhen. 33 So fürchteten sie den HERRN, dienten aber auch den Göttern nach dem Brauch der Völker, von denen man sie hergebracht hatte. 34 Und bis auf diesen Tag tun sie nach den früheren Bräuchen: Sie fürchten weder den HERRN noch halten sie Satzungen und Rechte nach dem Gesetz und Gebot, das der HERR geboten hat den Söhnen Jakobs, dem er den Namen Israel gab; 35 hatte doch der HERR einen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen geboten: Fürchtet keine andern Götter und betet sie nicht an und dient ihnen nicht und opfert ihnen nicht, 36 sondern den HERRN, der euch aus Ägyptenland geführt hat mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm, den fürchtet, den betet an und dem opfert. 37 Und die Satzungen, Rechte, Gesetze und Gebote, die er euch hat aufschreiben lassen, die haltet, dass ihr danach tut allezeit, und fürchtet nicht andere Götter. 38 Und vergesst nicht den Bund, den er mit euch geschlossen hat, und fürchtet nicht andere Götter, 39 sondern fürchtet den HERRN, euren Gott; der wird euch erretten von allen euren Feinden. 40 Aber sie gehorchten nicht, sondern taten nach ihren früheren Bräuchen. 41 So fürchteten diese Völker den HERRN und dienten zugleich ihren Götzen. Auch ihre Kinder und Kindeskinder tun, wie ihre Väter getan haben, bis auf diesen Tag.
 
Mit Samarien kam Jesus also in eine Gegend, die selbst dem Gesetzesjudentum anrüchig sein mußte. Die Samaritaner waren abergläubisch und verstießen somit gegen das 1. Gebot: “Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!”
 
Die Leute von Sychar waren sich bewußt, daß der Vater Israels Jakob hier einmal eine Zeit lang gelebt hatte, daß sein Sohn Joseph (der ehemalige Herrscher Ägyptens) hier begraben war und daß sie einen Brunnen hatten, der von Jakob gegraben worden war. Vielleicht war Sychar eine Art Wallfahrtsort für die Leute Samariens und darüber hinaus. Vielleicht dachten die Leute von Sychar, sie seien etwas Besonderes und von Gott bevorzugt, weil sie an diesem “heiligen” Ort lebten: “unser Vater Jakob”. Es barg jedoch eine Gefahr in sich, sich auf die Abstammung von Jakob zu berufen. Wie die Juden, die sich auf ihre Abstammung von Abraham beriefen, konnte sie das von der neuen Geburt aus Wasser und Geist abhalten. Beide, Juden und Samaritaner, hätten den Glauben Abrahams und Jakobs zum Vorbild nehmen sollen. Beide, Abraham und Jakob, waren durch Glauben an Gottes Verheißung gerecht geworden. Gottes neue Verheißung war das Evangelium von seinem Sohn Jesus Christus. Würden sie das Evangelium glauben, würden sie gerecht werden.
 
Josua 24, 29-33:
 

Josuas und Eleasars Tod. Bestattung der Gebeine Josefs

29 Und es begab sich nach diesen Geschichten, dass Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, starb, als er hundertundzehn Jahre alt war. 30 Und man begrub ihn in dem Gebiet seines Erbteils in Timnat-Serach, das auf dem Gebirge Ephraim liegt, nördlich vom Berge Gaasch. 31 Und Israel diente dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange Zeit nach Josua lebten und alle Werke des HERRN kannten, die er an Israel getan hatte. 32 Die Gebeine Josefs, die die Israeliten aus Ägypten gebracht hatten, begruben sie zu Sichem auf dem Stück Feld, das Jakob von den Söhnen Hamors, des Vaters von Sichem, für hundert Goldstücke gekauft hatte und das das Erbteil der Söhne Josef ward. 33 Auch Eleasar, der Sohn Aarons, starb und sie begruben ihn in Gibea, der Stadt seines Sohnes Pinhas, die ihm gegeben war auf dem Gebirge Ephraim.
 
(Sichem lag auf dem Gebiet des heutigen Nablus (eigentlich Neapolis) und war nur einige Kilometer von Samaria (auch Sebaste) und Sychar (heute wahrscheinlich Askar) entfernt).
 
“Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern.”
 
Jesus war für die Samariterin als Jude zu erkennen (Sprache?, Aussehen?). Jesus war anscheinend äußerst durstig gewesen, sonst hätte er nicht gesagt: “gib mir zu trinken!”, sondern “bitte, gib mir zu trinken!”. Vielleicht hat die Frau ihm das übelgenommen und da will sie ihm das Wasser verweigern, unter dem Vorwand er gehöre zum Volk der Juden, das das Volk der Samariter verachte.
 
Jesus läßt sich jetzt aber nicht auf ein Streitgespräch über die jüdische und die samaritische Religion ein, sondern bietet ihr das Evangelium an, denn allein das war wichtig. Sie hatte das auch bitter nötig, denn sie hatte nicht die christliche Liebe, ihm einfaches Wasser zu geben, während Er die Liebe hatte, ihr lebendiges Wasser zu geben. Die Frau ermangelte also des wahren Glaubens, der Liebe wirkt (auch zu Menschen, die einen anderen Glauben haben).
 
Jesus dreht den Spieß praktisch um: Wenn die Frau durstig zu ihm gekommen wäre, er hätte ihr sofort Wasser gegeben und sogar lebendiges Wasser (der heilige Geist). Eigentlich hätte es der Frau jetzt bewußt werden müssen, daß sie äußerst lieblos an dem Juden Jesus gehandelt hatte und daß Jesus ein lieber Jude war. Entweder sie wollte diesen Gedanken verdrängen und tut deshalb im Folgenden so, als ob sie meinte, Jesus würde von normalem Wasser reden oder sie war wirklich so naiv.
 
Die Frau reagiert ähnlich wie Nikodemus, indem sie Jesu Wort für bare Münze nimmt (Nikodemus nahm an, Jesus würde von einer physischen Geburt sprechen und die Frau nimmt an, Jesus spräche von normalem Wasser). Jesus benutzt offensichtlich auch Vokabeln, die man benutzte, wenn man von normalem Wasser sprach. Dies, um anzudeuten, daß der Heilige Geis nicht nur ein Prinzip ist, sondern eine lebendige Person (lebendige Wirklichkeit), deren Lebendigkeit einer wirklichen sprudelnden Wasser-Quelle entspricht und der Leben bringt, wie wirkliches Wasser Leben bringt zusammen mit Licht.
 
“Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser? 12 Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh.”
 
“Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!”
 
Die Frau glaubt tatsächlich, Jesus rede von einer Art magischem Wasser, das physischen Durst für immer stillt. Sie war eben eine typisch abergläubische Samariterin.
 
Damit die Samariterin begreift, worum es wirklich geht, muß Jesus ihr einen Hinweis auf ihre Sündhaftigkeit geben. Offenbar lebte die Samariterin in wiederholter wilder Ehe.
 
Jetzt versucht die Frau wieder auf die Schiene eines religiösen Streitgesprächs auszuweichen, indem sie die Frage nach dem korrekten Ort der Anbetung Gottes stellt. Die Sache mit ihren wilden Ehen war ihr im ersten Moment wahrscheinlich zu heiß.
 
“Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.”
 
Worauf es ankam, war nicht in Jerusalem oder auf dem Berg Garizim anzubeten, sondern in Geist und Wahrheit. Wie Nikodemus benötigte auch die Samariterin die neue Geburt aus Wasser und Geist. Der Geist, den sie bei der neuen Geburt erhalten würde, konnte er helfen ihren sündigen Leib zu bezwingen und so wahrhaft den Vater anzubeten. Jesus führte allezeit ein Leben im Heiligen Geist, das nie mit dem Gesetz in Konflikt kam, weil es pure Liebe war. Jesus liebte Gott und seine Mitmenschen, er war Gnade und Wahrheit: Jesus predigte Liebe und liebte tatsächlich. An diesem Leben aus Gott wollte Jesus der Samariterin Anteil geben.
 
Irdisches Wasser wird nun ganz unwichtig für die Samariterin, sie läßt ihren Krug stehen und läuft in die Stadt, um auch ihre Nachbarn auf die “Quelle des Lebens” hinzuweisen, die sich gerade dort am Brunnen Jakobs aufhielt. Offensichtlich war der Geist der Liebe, der Heilige Geist, von Jesus auf die Frau übergesprungen und sie wurde erfüllt mit Liebe für ihre Nachbarn und will, daß auch sie ihren Durst stillen and der Quelle des Wassers des ewigen Lebens Jesus.
 
“Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. 26 Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet. 27 Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei!
 
Jesus hatte es geschafft, die Frau am Brunnen von aller religiösen Selbstgerechtigkeit zu befreien. Vor wenigen Augenblicken verwies sie noch stolz auf Folgendes:
 
  • sie war eine Samariterin (Anhängerin der Religion der Samariter), die dem Juden Jesus kein Wasser geben wollte
  • der Patriarch Jakob war ihr Vater (spirituell?, der Abstammung nach?)
  • sie betete an am richtigen Ort, dem Berg Garizim

Der ganze Stolz der Frau war ihre Religion und das zerstörte Jesus, indem er sie nach Wasser und ihrem Ehemann fragte. Die Frau wurde “entlarvt” als offensichtlich lieblos. Was war eine Religion wert, die nicht zur Liebe führte?

Jesus erklärt ihr, daß sie den Heiligen Geist brauche und es scheint, daß etwas von Gottes Liebe von Jesus auf sie übersprang. Alle religiöse Selbstgerechtigkeit weicht von ihr und sie bekennt vor ihren Nachbarn von Sychar, daß Christus “ihr alles gesagt habe, was sie getan habe”. Dies selbstverständlich in dem Bewußtsein, daß Christus ihr vergeben hatte. Die Frau hing jetzt Christus dem Gott der Liebe an und nicht mehr ihrer falschen Religion, damit war sie selig. Jesus hatte der Samariterin das Heil gegeben (Jesus selbst konnte das Heil auch ohne Taufe vermitteln).

Die Begegnung der Samariterin mit Jesus entspricht heute einer sakramentalen Taufe. Bei der Taufe oder Erinnerung an die Säuglingstaufe empfängt man den Heiligen Geist durch den man die Begierden des Körpers überwindet und christliche Liebe übt. Christliche Liebe sieht immer den Menschen und schaut nicht auf Hautfarbe, Nationalität, Religionszugehörigkeit, sozialer Status, usw.. Christus starb für die ganze Menschheit. Dies tat er in der Kraft des Heiligen Geistes der Liebe. Der gleiche Geist bewirkt Liebe im Christen.

Die Jünger registrieren gar nicht, daß die Frau liebevoll ihren Krug zurückläßt, damit sie Wasser schöpfen konnten. Da hätten sie doch Jesus fragen können: “Was hast du mit der Samariterin gemacht, daß sie uns so freundlich ihren Krug überläßt?” Auch den Jüngern mußte es klar sein, daß es nicht selbstverständlich war, daß eine Samariterin sich mit Juden abgab. Die Jünger waren in ihrem Glauben an Jesus noch nicht so weit gewachsen, daß sie die Trennung Juden/Samariter überwinden konnten. Für Jesus war es selbstverständlich mit der Samariterin zu sprechen. Jesus hatte aus der Samariterin eine Jüngerin gemacht und die Jünger dachten nur ans Mittagessen: “Rabbi, iß!”

“Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst.”
 
Jesus war besorgt um das Heil seiner Mitmenschen, das war seine Speise. Es ging hier auch die Verheißung aus Matthäus 5-7 in Erfüllung, daß Gott denen das Leben erleichtert, die zuerst nach dem Reich Gottes trachten. Offensichtlich hatten die Jünger vergessen einen Krug zu kaufen, sonst hätten sie ja der Samariterin gesagt, sie solle ihren Krug mitnehmen. Jesus macht aus der feindlichen Samariterin eine liebevolle Christin und Gott benutzt sie, um Jesus und den Jüngern einen Krug zum Wasserschöpfen zu geben. So sorgte Gott für Jesus und die Jünger.
 
 
“Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. 36 Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. 37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen.”
 
Die Jünger sollten Menschen “ernten” wollen, so wie sie schon sage und schreibe vier Monate vor der normalen Ernte des Getreides sich auf die Getreideernte freuten. Dies sollte ihr Begehr sein: “Menschenfischen”. Menschen zu evangelisieren gehört zum Leben des Christen (das ewige Leben) und führt zur Freude für den Christen und für Gott.
 
Jesus führt die Samariterin zum Glauben, indem er sie nicht verurteilte wegen ihres samaritischen Glaubens, sondern ihr das Heil gab. Diese bedingungslose Liebe, die nur den Menschen sieht, fehlte den Jüngern noch. Aber nur diese Liebe überwindet die Welt und führt dazu, daß auch andere Menschen zu Jüngern werden.
 
“Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.”
 
Die Jünger waren nach Sychar gegangen, um einzukaufen. Die Samariterin, die eine Jüngerin geworden war, ging nach Sychar, um Menschen zu fischen. Sie war keine stolze Samariterin mehr, sondern bezeugte ihre Armut in sich selbst (was ich getan habe) und ihren Reichtum in Christus. Das mußten die Leute von Sychar sympathisch finden und wurden selber zu Jüngern.
 
 

Ergänzung:

Religionen (außer der Glaube an Jesus) haben es an sich, daß sie ihre Gläubigen vom Tun wahrer Gerechtigkeit im Alltag dispensieren. Ein guter Samariter berief sich auf den Patriarchen Jakob, wallfahrtete ab und zu zum Grab Joseph’s des Patriarchen in Sichem (nahe bei Sychar), betete an auf dem Berg Garizim, hielt sich fern von Juden, erwartete den Messias. Die Samariterin hielt sich für eine gute Gläubige, weil sie all diese Traditionen hielt. Ähnlich beriefen sich die Juden auf den Patriarchen Abraham, auf die Beschneidung und das Haben des Gesetzes.
 
Bei der wahren Religion (der Glaube an Jesus) steht aber nicht das Halten irgendwelcher Traditionen im Mittelpunkt, sondern die praktische Liebe im Alltag. Christen sind von Natur aus Sünder (die vielleicht früher religiös waren), die durch Christus gebessert werden bzw. durch den Heiligen Geist ihren sündhaften Körper überwinden und Liebe üben. Die ganze Religion des Christen ist Christus. Er lebt durch Christus und sagt seinen Mitmenschen, daß sie auch diesen Christus bräuchten, um Gott wohlgefällig zu sein. Nur durch Christus kann der Mensch seine Sündhaftigkeit überwinden, aber nicht durch irgendwelche Religionen. Im Gegenteil, Religionen verstärken die Sünde noch, weil sie zur Rechtfertigung der Sünde führen. Bei den Religionen steht das Halten der Traditionen im Mittelpunkt (z. B. Abstammung von Abraham, Beschneidung, Haben des Gesetzes) und das führt zur Rechtfertigung der Sünde, denn man ist ja schon ein guter Gläubiger, wenn man diese Traditionen hält. Das praktische Verhalten im Alltag aber wird vernachlässigt. 
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Auslegung Johannesevang., Kap. 3, Verse 22-36

22 Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa und blieb dort eine Weile mit ihnen und taufte. 23 Johannes aber taufte auch noch in Änon, nahe bei Salim, denn es war da viel Wasser; und sie kamen und ließen sich taufen. 24 Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen. 25 Da erhob sich ein Streit zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden über die Reinigung. 26 Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseits des Jordans, von dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm. 27 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. 28 Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern vor ihm her gesandt. 29 Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt. 30 Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. 31 Der von oben her kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über allen 32 und bezeugt, was er gesehen und gehört hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an. 33 Wer es aber annimmt, der besiegelt, dass Gott wahrhaftig ist. 34 Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist ohne Maß. 35 Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben. 36 Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

Kap. 1 und Kap. 2 des Johannesevangeliums waren ein Abriß der Geschichte der Menschheit aus christlicher Sicht (historischer Befund). In Kap. 3 fängt Johannes (der Schreiber des Johannesevangeliums) an, am Beispiel des Nikodemus zu erklären, durch welchen geistlichen Vorgang die Scheidung der Menschheit in 2 Gruppen hervorgerufen wird (geistlicher Befund).

Joh. 3, 12: Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?

Die Menschheit wird in 2 Gruppen aufgeteilt durch einen Vorgang, der rein vom äußerlichen Geschehen her so lächerlich ist, daß kaum jemand glauben mag, daß es sich hier um etwas göttliches handelt. Dieses “irdische Ding” oder dieser irdische Vorgang ist die Immersionstaufe (Taufe durch Untertauchen): Man taucht einen bekleideten Menschen, egal welchen Alters, im Wasser unter und zieht ihn wieder heraus. Ist das nicht lächerlich? Was soll das eigentlich? Dieser äußerlich lächerliche Vorgang ist aber die neue Geburt aus Wasser und Geist, weil Jesus Christus es so verfügt hat. Es liegt alles am Befehl Jesu Christi. Wenn eine majestätische Person etwas einsetzt und befiehlt, muß es von äußerster Wichtigkeit und Würde sein. Der äußerlich lächerliche Vorgang der Taufe wird also verherrlicht und mit Würde versehen durch das Wort Gottes:

Matthäus 28, 18-20: 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Joh. 3, 16: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Joh. 3, 16 ist das “himmlische Ding”. Johannes 3, 16 kann man nur richtig verstehen, wenn man durch die Taufe (irdisches Ding) schon den heiligen Geist empfangen hat. Deshalb sagt Jesus: “wie wollt ihr die himmlischen Dinge glauben, wenn ihr schon die irdischen nicht glaubt?”

Wer den Heiligen Geist bei der Taufe empfangen hat, der glaubt aufgrund von Joh. 3, 16 nicht, daß er eine Vergebung empfangen hat, die ihm ewig erhalten bleibt unabhängig von seinem täglichen Verhalten, sondern er glaubt aufgrund von Joh. 3, 16, daß er bei der Taufe ein Leben aus Gott empfangen hat, das stärker ist als sein sündiger Leib. Gott gibt uns eine neue Natur (Christus) des Lebens, die unsere alte Natur des Todes “im Sieg verschlingt”. Joh. 3, 16 dispensiert also den Gläubigen nicht von gerechtem und liebevollen Verhalten im Alltag, sondern im Gegenteil ist aller Anlaß dafür. Durch die Taufe bin ich in Christus und der Sünde abgestorben, das soll täglich in meinem Leben sichtbar werden.

Wer Joh. 3, 16 als Begründung für seine vermeintliche Heilsgewißheit nimmt, der hat gar nichts verstanden. Nicht Heilsgewißheit brauchen wir, sondern wir sollen durch den Glauben an Jesus ein tatsächlich heiliges und gerechtes Leben führen in der Lebenswirklichkeit, im Alltag, in der Praxis. Nur wer in Christus sein Böses überwunden hat, wird auch die Ewigkeit im Himmel verbringen. Wer überwindet, glaubt!

“22 Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa und blieb dort eine Weile mit ihnen und taufte.”

Tatsächlich, nach dem Gespräch mit Nikodemus über Geburt aus Wasser und Geist fängt Jesus einfach an zu taufen. Sicherlich hat er bei solchen Tauf-Veranstaltungen auch immer das Gesetz der Thora (5 Bücher Mose einschließlich zehn Gebote) ausgelegt, um den Menschen zu zeigen, daß sie sich nicht in einem Heilsstande befänden und einen Erlöser brauchten. “Du sollst nicht!” soll nicht dazu führen, daß jemand versucht aus eigener Kraft das Gesetz zu halten, sondern daß er einsieht, daß er eben einer ist, der permanent bei Gott den Kommentar “du sollst nicht!” für sein Tun hervorruft, also ein Sünder. Diesen Menschen, die ihre Sündhaftigkeit empfanden, sagte Jesus dann, daß er selbst das Lamm Gottes sei, das sie erlösen könnte.

Nichtsdestotrotz spricht Johannes (der Schreiber des Johannesevangeliums) nur von der Taufe. Ja, es ist eben tatsächlich so, wie Jesus schon zu Nikodemus gesagt hatte, daß, was aus Fleisch geboren ist, Fleisch ist und was aus Geist geboren ist, Geist ist. Wer müssen von neuem geboren werden aus Wasser und Geist, sonst können wir das Reich Gottes nicht fassen. Es gibt kein Christentum ohne sakramentale Taufe. Das christliche Leben fängt an mit der sakramentalen Taufe. Nichts ist notwendiger für einen Menschen, als sakramental getauft zu werden und die Lehre über die Taufe richtig zu verstehen und anzuwenden.

“Da erhob sich ein Streit zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden über die Reinigung. 26 Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseits des Jordans, von dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm.”

Jesus taufte offensichtlich erfolgreicher als Johannes. Die Juden fragten dann natürlich gleich: “Welche Taufe ist nun die richtige, die von Jesus oder die von Johannes?”

Beide Taufen waren natürlich gültig, nur war die Taufe von Jesus viel, viel stärker als die Taufe des Johannes. Johannes’ Taufe war eine reine Bußtaufe, die den Menschen den Status von Sündern gab, die einen Erlöser brauchten. Jesu Taufe führte zwar auch zur Buße, aber in der Person Jesu taufte Gott selbst mit göttlicher Erlöserkraft und in Jesus war auch eine Person der Gottheit vorhanden, mit der man durch die Taufe verbunden wurde. Jesu Taufe führte also nicht nur zur Buße, sondern auch gleich zum vollen Heil. Es ist eben ein Unterschied ob man von einem Menschen (Johannes) oder von Gott (Jesus) persönlich getauft wird. Früher wie heute ist bei der sakramentalen Taufe (die der Taufe durch den irdischen Jesus entspricht) die ganze Gottheit gegenwärtig, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Wer heute getauft wird kommt allerdings nicht in Gemeinschaft mit dem sichtbaren, irdischen Jesus, sondern mit dem unsichtbaren heiligen Geist.  Bei der heutigen sakramentalen Taufe durch die Kirche wird man übrigens nicht von Menschen getauft, sondern auch wieder von Gott persönlich. Die Kirche zelebriert nur die Tauffeier. Der unsichtbare Täufer ist Gott selbst. Die Kirche tauft im Namen der Dreieinigkeit, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Somit ist natürlich, natürlich auch die Taufe der Kirche wesentlich stärker als die Taufe des Johannes. Die Taufe der Kirche ist genauso stark wie die Taufe des irdischen Jesus Christus. Wichtig ist nur, daß die Kirche die Täuflinge auch über den Sinn der Taufe belehrt, die, kurz gesagt, ein göttlicher Ruf in die Nachfolge ist. In der Kraft des göttlichen Rufes kann man Jesus erfolgreich nachfolgen.

“Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über allen 32 und bezeugt, was er gesehen und gehört hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an.”

Johannes der Täufer war von der Erde, er  konnte Menschen nur bis zur Erkenntnis ihrer Sünde führen. Das Heil selber aber konnten er ihnen nicht geben. Das Heil konnte nur der vom Himmel Gesandte den Menschen geben. Jesus wußte, daß er selbst das göttliche Lamm Gottes war, von Gott gesandt, das die Sünde der Welt tragen sollte, und das bezeugte er. Es werden immer Wenige sein, die glauben, daß sie zu gerechten Menschen werden können durch Gottes Lamm.

“Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist ohne Maß. 35 Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben”

Das ist nichts anderes als eine Verklausulierung der Dreieinigkeit. In Jesus wohnte der “Geist ohne Maß” also der Heilige Geist in Fülle. Der Vater hat ihm “alles in seine Hand gegeben”. Das heißt nicht anderes, als daß die Fülle der Gottheit mit Jesus war und wer Jesus begegnete der kam somit in die Gegenwart des Herrn, des ewigen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat. Durch Jesus sprach der allmächtige Gott persönlich. Jesus war nicht nur ein authorisierter Mensch, sondern Gott sprach persönlich durch ihn, denn er war in ihm und Jesus war in Gott. Wer Jesus begegnete, begegnete Gott höchstpersönlich: Der Mensch und Gott Jesus.

“Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt.”

Jesus ruft sich seine Braut, die christliche Kirche, heraus aus der sündigen Welt durch die Taufe und so teilt sich die Menschheit in zwei Lager: Die in Christus gerecht gewordenen Sünder und unsere Mitmenschen ohne Christus.

“Gerecht geworden” heißt nicht eine stellungsmäßige Gerechtigkeit, sondern gerechtes Verhalten im Alltag in Wort und Werk, trotz des sündigen Leibes. Das verleiht der Heilige Geist, den wir bei der Taufe empfingen.

Zusammenfassung:

Im Rahmen des Abrißes der Weltgeschichte in Kap. 1 und Kap. 2 war schon erwähnt worden, wie sich die Aufteilung der Menschheit in “Welt” und “Braut Christi oder Kirche” vollzog durch die Bußtaufe des Johannes und das Sich-anschließen-an-Jesus. Zwar hatten sich Viele von Johannes taufen lassen, aber leider nur sehr Wenige schlossen sich Jesus an.

Da kommt das Gespräch mit Nikodemus, wo Jesus die Geburt aus Wasser und Geist für absolut notwendig erklärt und hier in Kap. 3, 22-36 durch die Taufe vollzieht. Fast könnte man meinen, Jesus sei mit dem Bisherigen unzufrieden gewesen und tauft nun selbst. Johannes der Täufer war zwar ein Freund Jesu gewesen, aber doch blieb er ein bloßer Mensch. Jesus, eine Person der Gottheit, hatte einfach eine ganz andere Kraft und Vollmacht als Johannes und die sollte jetzt zum Tragen kommen, damit Menschen von neuem geboren würden aus Wasser und Geist.

Von nun an tauft Gott selbst, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist und schafft neue Menschen.

Wie immer: Säuglingstaufe ist gültig. Wer erst als Erwachsener gläubig wird und schon als Säugling getauft worden war, der soll sich nicht wiedertaufen lassen, sondern an seine Säuglingstaufe erinnern und er wird den Heiligen Geist empfangen.

Und noch etwas:

“Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseits des Jordans, von dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm. 27 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.”

Jesus schien überhaupt nicht der damaligen Vorstellung von einem großen Propheten entsprochen zu haben. Selbst die Jünger des Johannes mögen Jesus nicht das Recht zu- gestehen zu taufen und der große Heilige und Asket Johannes muß wiederum den bescheidenen, sanftmütigen Jesus in Schutz nehmen bzw. ihm die Ehre geben. Folgende Charaktereigenschaften Jesu ließen ihn den Menschen wahrscheinlich als Schwächling erscheinen, der unmöglich ein großer, selbstbewußter Prophet sein konnte (selbstverständlich täuschten sich die Menschen gründlich in ihm): Bescheidenheit, Mitleid (mitfühlende Trauer), Sanftmut, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Reinheit persönlicher Motive, Friedfertigkeit und geistliche Standhaftigkeit.

Dieser “fromme Knabe” war tatsächlich Gottes Sohn (Johannes sagt über ihn: “Der von oben her kommt, ist über allen. Der vom Himmel kommt, der ist über allen”). Da kam etwas äußerst Sanftmütiges und äußerst Demütiges vom Himmel herab. Aber was vom Himmel herab kommt, muß trotzdem eine gewaltige Majestät sein, das wollte Johannes damit sagen. 

 

 

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Auslegung Johannesevang., Kap. 3, Verse 1-21

1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. 2 Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde,1 so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist. 9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen? 10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du Israels Lehrer und weißt das nicht? 11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben; ihr aber nehmt unser Zeugnis nicht an. 12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage? 13 Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn. 14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15 damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. 16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. 18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. 19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. 20 Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. 21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.

 

Rückblick auf den historischen Befund von Kap. 1 und Kap. 2

Kap. 1 und Kap. 2 des Johannesevangeliums waren eigentlich nur ein Abriß der Weltgeschichte aus christlicher Sicht:

Das ewige Wort kommt in die Welt. Es wird von den Meisten abgelehnt und nur von den Wenigsten angenommen. Johannes der Täufer war ein extrem vorbildlicher Heiliger und Asket in Israel, der als Prophet Gottes anerkannt wurde. Er bezeugte, daß Jesus von Nazareth der Sohn Gottes sei. Dieses Zeugnis war äußerst glaubwürdig, wurde aber nur von wenigen Juden angenommen. Viele Juden ließen sich zwar von Johannes taufen, das heißt sie bekannten ihre Sünden, aber sie taten nicht den Schritt, Jesus als Lamm Gottes anzuerkennen, das ihre Sünden trägt und ihnen somit Heil und Vergebung geben konnte.

So wie Johannes der Täufer dem Volk Israel bezeugt hatte, daß Jesus das Lamm Gottes ist, das der Welt Sünde trägt, so bezeugten die Apostel später der Welt das gleiche. Es scheint, daß anfänglich das Evangelium von den Heiden relativ besser angenommen wurde als von den Juden. Langfristig jedoch mußte es in der Welt genauso ablaufen wie in Israel: Die Meisten lehnen Jesus ab, nur Wenige nehmen ihn an.

Seit Ende des apostolischen Zeitalters wird das Evangelium von der christlichen Kirche verkündet. Zu allen Zeiten wird es Christen geben, die historisch glaubwürdig sind und deren Zeugnis man von daher annehmen müßte. Es wird zu allen Zeiten Christen geben, die durch den Glauben die Begierden ihres Körpers überwinden und ein Leben praktischer Gerechtigkeit führen. Diese Christen beweisen durch ihr Leben, daß das Evangelium funktioniert, aber trotzdem nehmen nur Wenige das Evangelium an. Die Menschen ziehen die irdischen Freuden, die mit Sünden einhergehen, der himmlischen Herrlichkeit vor.

So wie es immer historische Tatsache sein wird, daß die Meisten das Evangelium ablehnen, wird es aber auch immer historischen Tatsache sein, daß es einige Wenige annehmen:

Andreas, Petrus, Philippus und Nathanael reagierten richtig auf die Predigt des Johannes und schlossen sich dem Lamm an, das sie heilig machen konnte, denn es trug ihre Sünden.

Die Vier wurden so ein Vorbild für die kleine Kirche (kleine Herde), die zu allen Zeiten da sein wird.

Diese kleine Kirche wird eingeladen zum Hochzeitsmahl des Lammes. Diejenigen, die hier auf Erden die Gemeinschaft mit Jesus der Freundschaft der Welt vorzogen, werden auch seine ewige Freude mit ihm teilen dürfen.

Endlich wird Jesus alle abgefallen Kirchen (z. B. römisch-katholische Kirche) und falschen Religionsgemeinschaften zerstören. Bleiben wird nur die Kirche, in welcher das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, der Mittelpunkt ist.

Zusammenfassung von Kap. 1 und Kap. 2

Historischer Befund: Das Lamm Gottes kommt in die Welt und die Welt teilt sich auf in zwei Gruppen: Die an Jesus glauben und die nicht an Jesus glauben. Die an Jesus glauben, erfahren Ablehnung auf Erden, werden aber eingehen in die Freude ihres Herrn, wenn der ewige Tag anbricht. Die falschen Kirchen werden von Christus zerstört werden (interessant ist ja, daß die meisten Deutschen immer noch getauft sind, das heißt Mitglied einer Kirche sind, aber trotzdem spricht man mittlerweile schon von einer säkularen Gesellschaft in Deutschland; ist das nicht ein absolutes Armutszeugnis für die evangelische und die katholische Kirche?; werden diese Kirchen vor Gott bestehen können, deren Glieder im Alltag nicht als Christen zu erkennen waren?).

Interessant ist, daß eben dieser im Johannesevangelium vorausgesagte Ablauf auch der tatsächliche, historische Ablauf ist. Dies ist ein gewaltiger Trost für alle, die glauben: Es werden ihrer immer wenige sein.

 

Geistliche Befunde

Ähnlich wie im Römerbrief, wo zuerst durch historische Befunde belegt wurde, daß Griechentum und Gesetzesjudentum nur zu einer Rechtfertigung der Sünde geführt hatten, weil sie von Sündern erdichtete Religionen waren, die nur zur Förderung der Sünde gereichen konnten und so erst recht die totale Sündhaftigkeit des Menschen bewiesen, wird im Johannesevangelium zunächst historisch dargestellt, wie das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, eine Scheidung macht zwischen den Menschen (zunächst Jesus und seine Jünger auf der einen Seite und das Volk Israel und das jüdische Establishment auf der anderen Seite).

Wodurch konkret wird ein Mensch von der normalen, natürlichen Welt geschieden und ein Jünger Jesu?

Dies wird nun erklärt anhand des Beispiels des Nikodemus.

Nikodemus wollte nicht, daß seine Kollegen etwas erfuhren, also kam er bei Nacht zu Jesus. Sicherlich hatten nicht nur Jesu Wunder Nikodemus’ Aufmerksamkeit erregt, sondern auch die Tempelreinigung. Bis zur Tempelreinigung mochte man doch kaum glauben, daß dieses sanftmütige, demütige Kerlchen Jesus (ein frommer Knabe) der verheißene Messias sein sollte. Dafür brauchte es doch eine impossantere Persönlichkeit (aus Gottes Sicht war aber gerade sein edler Charakter das besondere an Jesus; er war bescheiden, mitfühlend, sanftmütig, gerecht, barmherzig, rein, versöhnlich, konsequent).

Gott liebte Jesus gerade deswegen, weil er eben kein Herrscher-Typ war, sondern ein Bruder seiner Mitmenschen. Jesus wollte nicht über seine Mitmenschen herrschen, sondern suchte ihr Heil.

Nun hatte Jesus aber einen spektakulären Auftritt im Tempel gehabt und da mochte man schon vermuten, daß er vielleicht doch der Messias sein konnte. Endlich hatte Jesus gehandelt wie ein wahrer Regent. So konnte man sich ihn schon besser als Messias vorstellen. Noch dazu tat er auf dem Pessachfest jede Menge Wunder.

Nikodemus reagierte richtig auf die Wunder Jesu. Er nahm sie als Beweis seiner Göttlichkeit. Vielleicht wollte ja Nikodemus sich nun beim Messias Jesus als Theologe bewerben oder vielleicht wollte er mit Jesus über sein persönliches Heil sprechen oder er wollte ihn einfach fragen, ob Jesus jetzt die Regierung in Israel übernehmen würde (= Anbruch des Reiches Gottes). Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall unterbricht ihn Jesus und sagt ihm, wie man in das Reich Gottes kommen könne, was allein wichtig war. Aus dem weiteren Verlauf des Gesprächs wird klar, daß Nikodemus keine Ahnung hatte vom wahren Glauben (wenn Nikodemus das Alte Testament verstanden hätte, hätte er schon eine Ahnung davon haben können, daß der sündige Mensch einen göttlichen Erlöser braucht).

Nikodemus befand sich außerhalb des Reiches Gottes und so war es nicht angebracht mit ihm über das Reich Gottes zu sprechen, sondern ihm zu sagen, wie man hineinkommt. Wäre er erst einmal hineingekommen, würde er schon alles verstehen. Nikodemus hatte sicherlich die falsche Vorstellung, daß der Messias bei seiner Ankunft sofort die Herrschaft in Israel übernehmen würde. Es stimmt zwar, daß Jesus eines Tages als Herrscher offenbar werden wird, aber bis zum heutigen Tag und auch als er mit Nikodemus sprach, ist Gnadenzeit. Wenn Jesus herrscht, muß er die Sünder richten (vernichten), deswegen will er Sünder retten, bevor er die Herrschaft antritt. Für einen Menschen kommt alles darauf an, daß er sich am Tag des Offenbarwerdens der Herrschaft Jesu auf der Seite des Herrschers befindet, denn dann wird ihm nichts Schlimmes passieren. Bürger des Reiches werden nichts zu befürchten haben, wenn das Reich in Herrlichkeit offenbar werden wird. Heute Bürger des Reiches sein, heißt heute schon Jesus, dem zukünfigen König, unterworfen sein.

Untertan des Königs Jesus wird man durch die Geburt aus Wasser und Geist. Jesus ist der König der Gerechtigkeit und so will er, daß auch seine Untertanen gerecht werden. Sünder sollen zu Gerechten werden durch die neue Geburt.

Ein Sünder kommt in das Reich Gottes, wenn er durch die neue Geburt gerecht wird. Die Gerechten in Christus sind die Bürger des Reiches Gottes, das einstmals in Herrlichkeit offenbar werden wird, jetzt aber offenbar ist in der Niedrigkeit der Gerechten (die Gerechten müssen leiden und verworfen werden von der sündigen Welt).

Jesus benutzt offenbar Vokabeln im Gespräch mit Nikodemus, die man gebrauchte, um die Geburt eines Menschen durch seine leibliche Mutter zu beschreiben. Dies war Absicht. Die Geburt aus Wasser und Geist ist genauso signifikant wie die natürliche Geburt. Vor der natürlichen Geburt existiert der biologische Körper des Menschen nicht in dieser Welt. Vor der geistlichen Geburt aus Wasser und Geist existiert der Mensch geistlich nicht, er ist nur Fleisch, das heißt nur sein sündigender Körper.

Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

Solange wir nicht von neuem geboren sind, ist unsere Existenz praktisch sinnlos. Wir können buchstäblich nichts tun, was Gott irgendwie wohlgefällig sein könnte.

 ”7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. 8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.”

Wie ist das gemeint?

Zu allen Zeiten wird es zwar viele getaufte Menschen geben, aber nur wenige werden auch ihre Taufe im Glauben erfassen. Jede vollzogene, sakramentale Taufe ist gültig. Wirksam wird sie aber erst, wenn der Getaufte sich ihrer im Glauben erinnert. Der Getaufte muß wissen und glauben, daß er von Natur aus ein Sünder ist, der aber durch die Taufe der Sünde abgestorben und in Christus ist. Täglich lädt er Christus ein, sich in ihm zu entfalten. In Christus überwindet er die Lüste seines Fleisches (Körpers) und lebt ein wahrhaft gerechtes Leben. Jesus trug unsere Sünden, als er am Kreuz für uns starb. Um unserer Rechtfertigung willen ist er auferstanden von den Toten. Wir sind der Sünde abgestorben, weil unser alter der Mensch der Sünde am Kreuz mit Jesus unterging und wir sind in Christus, weil wir mit Christus auferstanden sind (siehe Römerbrief 6). Was Jesus durch seinen Tod und seine Auferstehung vollbrachte, wird uns bei der Taufe zugeeignet. Bei der Taufe wird das Evangelium metaphysische Wirklichkeit für uns. An Jesus glauben, heißt praktisch, in engster Gemeinschaft mit einer Person der Gottheit zu leben. Jeder Gläubige wird durch Gott persönlich, der bei ihm ist, heilig gemacht in Wort und Werk und Tat und Wahrheit.

Aus verschiedenen Gründen wird es zu allen Zeiten immer nur ganz wenige Menschen geben, die die Taufe richtig handhaben, obwohl prinzipiell jeder Mensch durch die Taufe von neuem geboren werden könnte.

Joh. 3, 16: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

“Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?”

Die “irdischen Dinge” ist die Immersionstaufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Nur wer diese Taufe einfältig empfängt als Geburt aus Wasser und Geist, kann auch die “himmlischen Dinge” glauben:

Joh. 3, 16 wird von vielen missverstanden, weil sie eben nicht von oben geboren sind, sondern durch eine ”scheinbare Wiedergeburt” ganz bei sich selbst, das heißt im Fleisch geblieben sind. Solche verstehen Joh 3, 16 folgendermaßen: 

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern die EWIGE VERGEBUNG haben.

Dies ist aber nicht der Text, sondern der Text sagt: “EWIGES LEBEN haben und nicht ewige Vergebung haben.”

Falsch verstanden, führt Johannes 3, 16 zur ewigen Verdammnis. Der den Vers falsch glaubt, wiegt sich in falscher Sicherheit, annehmend, Christus habe die Rechnung im Voraus beglichen und er können nun munter drauf los sündigen, denn die EWIGE VERGEBUNG, so nimmt er an, sei ja nun sein ewiges Eigentum geworden (stellungsmäßige Gerechtigkeit).

Richtiges Verständnis von Joh. 3, 16:

Der Text sagt und der Geist bezeugt: Wer an Jesus glaubt, hat ewiges Leben. Ewiges Leben also schon jetzt (hier und heute), nicht erst im Himmel. Selbstverständlich kann dieses ewige Leben nur ein Leben in Gerechtigkeit sein, denn unsere Ungerechtigkeit bewirkte ja den Tod Jesu. Wie sollten wir in dem leben wollen, was den Tod unseres Herrn bewirkte? Gott gab seinen Sohn für uns, weil ihn unsere Ungerechtigkeit extrem störte. Unsere bisherigen Ungerechtigkeiten mußten gesühnt werden durch das teure Blut Jesu, also kann es nicht sein, daß wir als Gläubige in der Ungerechtigkeit verharren dürfen.

Röm 3, 21-26:

21 Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. 22 Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: 23 sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, 24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. 25 Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher 26 begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus.

“Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. 20 Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.”

Wer also zu Jesus (das Licht) kommt, darf nicht in der Ungerechtigkeit oder Sünde verharren. Wer geboren ist aus Wasser und Geist, der überwindet durch Christus die Lüste seines Fleisches (Körpers) und sein Körper ist ein Werkzeug des Heiligen Geistes, der den an sich sündigen Körper des Christen gebraucht, um Tag für Tag gerechte Werke zu tun in der Lebenswirklichkeit.

Paradox: der in sich selbst sündige Körper des Christen tut gerechte Werke.

“Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.”

Muß man also doch Werke tun, um gerecht zu werden und darf dann erst zu Jesus (das Licht) kommen?

Nein!

Das erste Werk in Gott, das ein Mensch tun kann, ist das Evangelium zu glauben und sich taufen zu lassen oder sich an seine Säuglingstaufe zu erinnern. Mit diesem ersten Werk in Gott kommt er zu dem Licht und hinfort werden auch alle folgenden Werke in Gott getan sein und so bleibt er im Licht und beim Licht.

Wer sakramental getauft ist, fange sofort an, gerecht zu leben in Tat und Wahrheit und Wort und Werk. Wer aber getauft ist und Böses tut, der glaubt damit nicht und ist gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Nach der Taufe heißt Glaube Gehorsam und Gehorsam Glaube.

Bonhoeffer: Nur der Glaubende ist gehorsam und nur der Gehorsame glaubt.

Nach der Taufe existiert Glaube nur im Gehorsam. Ohne Gehorsam kein Glaube.

Evangelium: Gott, der Vater, hat Gott, den Sohn, um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten.

Wer das einfach glaubt und getauft wird bzw. sich seiner Säuglingstaufe erinnert, der ist der Sünde abgestorben und in Christus bzw. hat den Heiligen Geist empfangen. In der Kraft Christi oder des Heiligen Geistes lebt der Gläubige nun als Gerechter. Seine Gerechtigkeit ist historisch in der Lebenswirklichkeit, das heißt Menschen nehmen den Gläubigen tatsächlich als Gerechten wahr. Sie bescheinigen ihm Gerechtigkeit, wenn sie sein tägliches praktisches Handeln und Reden beobachten.

 

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