Friedrich der Grosse gegen die katholische Kirche

 

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Antoine Pesne, Friedrich der Große (1712-1786), 1745

 

Bitte lesen Sie erst das Vorwort des Buches Antimachiavel von Friedrich dem Großen, bevor Sie Kapitel 11 des Antimachiavel lesen.
Hinweis: Auch zu Friedrich’s Zeiten erfuhr der sogenannte “Fürst” von Machiavelli eine erhebliche Rezeption in den Kreisen der Staatsmänner. Dies erregte äußerstes Missfallen bei dem tugendhaften Friedrich, denn in dem Buch “Der Fürst” finden sich nahezu perfide Verhaltensregeln für Politiker, die für einen rechtschaffenen Politiker wie Friedrich völlig inakzeptabel waren. 
Das Buch Friedrichs gegen den “Fürsten” heißt “Der Antimachiavel” oder “Widerlegung des ‘Fürsten’ von Machiavelli”. Daneben gibt es noch eine Ausgabe des “Antimachiavel”, die von Voltaire bearbeitet worden ist und folgendermaßen bezeichnet wird: “Der Antimachiavel oder Untersuchung von Machiavellis ‘ Fürst’”.
Der folgende Text stammt aus dem originalen “Antimachiavel” bzw. “Widerlegung des ‘Fürsten’ von Machiavelli” von Friedrich, der nicht von Voltaire bearbeitet wurde. Es handelt sich dabei um Kapitel 11 von Friedrich’s Buch. In seinem Buch “Der Fürst” stellt Machiavelli auch das geistliche Fürstentum als eine Form des schlauen (eigennützigen) Regierens dar. Da Friedrich sowieso im Allgemeinen Machtstreben, Ruhmsucht, Geldgier schon bei weltlichen Fürsten für völlig verwerflich hält, tut er das umso mehr bei geistlichen Fürstentümern, also Fürstentümer, wo der weltliche Fürst gleichzeitig katholischer Bischof ist. Da zu Friedrich’s Zeiten die katholische Kirche noch eine gewaltige, weltliche Macht darstellte, wird sie in diesem Zusammenhang von Friedrich völlig verworfen.

Friedrich der Große, König von Preußen, auch Friedrich II. genannt, schreibt in Kapitel 11 seines Antimachiavel:

Ich fand es immer höchst sonderbar, daß Leute, die sich die Nachfolger der Apostel nennen (Friedrich spielt hier auf katholische Päpste und Bischöfe an; R. B.) - darunter verstehe ich die Nachfolger einer Handvoll armer Leute (Anm. 1, siehe unten) und Prediger der Demut und Buße -, große Güter besaßen, sich raffinierten Luxus leisteten und Ämter bekleideten, die weit mehr der weltlichen Eitelkeit und Prunksucht der Großen angestanden hätten, als Männern, deren Aufgabe es ist, über die Nichtigkeit des menschlichen Lebens und über ihr Seelenheil nachzudenken. Man stellt hingegen fest, daß die Geistlichkeit der römischen Kirche (= katholische Kirche) ungeheuer reich ist, daß Bischöfe den Rang souveräner Fürsten genießen und das die weltliche und geistliche Macht des ersten Bischofs der Christenheit (= Papst) ihn in gewisser Weise zum Schiedsrichter über Könige und zur vierten Person der Gottheit macht (Anm. 2).

Die Geistlichen oder die Theologen unterscheiden sehr viel gewissenhafter als alle anderen zwischen dem, was der Seele, und dem, was dem Körper gebührt; doch ist ihr Ehrgeiz (Ehrsucht, Gier nach Ehre; R. B.) das Thema, bei dem man sie mit ihren Argumenten schlagen muß. Ihre Berufung zum priesterlichen Amt verpflichtet sie, könnten man ihnen vorhalten, zu einem spirituellen Amt. Wie aber konnten sie es so grob mit einem weltlichen verwechseln? Wie kommt es, daß sie so scharfsinnig zu unterscheiden wissen, wenn es um den Geist geht, den sie nicht kennen, und um die Materie, die sie kaum kennen? Wie kommt es, daß sie diese Unterscheidungen aber zurückweisen, sobald es um ihre Interessen geht? Das kommt daher, weil diese Herren sich wenig über den unverständlichen Jargon, den sie benutzen, aber umso mehr über die Größe der ihnen zustehenden Einkünfte Gedanken machen!

Das kommt daher, weil sie nach Art der Orthodoxie (= Rechtgläubigkeit oder konservativer Katholizismus; R. B.) denken, aber auch in Übereinstimmung mit den Leidenschaften (Lüste, Begierden; R. B.), von denen sie getrieben werden, handeln müssen! Und weil die greifbaren Dinge der Natur in dem Maße die Oberhand über das Intellektuelle gewinnen wie das wirkliche Glück in diesem Leben über das ideale Glück in der Welt des Jenseits!

Diese erstaunliche Macht der Geistlichkeit ist das Thema des vorliegenden Kapitels sowie alles, was ihre weltliche Herrschaft anbelangt.

Machiavelli ist der Meinung, daß die Kirchenfürsten besonders glücklich sind, weil sie weder die Aufsässigkeit ihrer Untertanen noch den Ehrgeiz ihrer Nachbarn zu fürchten haben. Der ehrwürdige und mächtige Name Gottes bietet ihnen Schutz vor allem, was sich ihrem Interesse und ihrer Größe widersetzen könnte; die Fürsten, die sie angreifen möchten, fürchten das Schicksal der Titanen (Anm. 3), und die Völker, die ihnen den Gehorsam verweigern möchten, den Fluch des Gottesfrevels. Die fromme Politik dieser Art von Herrschern besteht darin, der Welt einzuschärfen, was Despreaux so gut in folgendem Vers ausdrückt:

Wer Cotin nicht liebt, liebt weder Gott noch den König.

Das Seltsame daran ist, daß diese Fürsten genug Dumme finden, die sich in leichtgläubigem Vertrauen auf ihre Redlichkeit ohne weitere Prüfung an das halten, was die Kleriker als richtig erachten, ihnen glauben zu machen.

Indessen wimmelt es gewiss in keinem Land so sehr von Bettlern wie in den Ländern, die den (katholischen) Priestern gehören und wo man ein erschütterndes Bild allen menschlichen Elends erblicken kann. Es sind aber nicht etwa jene Armen, die von der Freigebigkeit und den Almosen der Herrscher angelockt werden, also jene Insekten, die sich an die Reichen klammern und dem Überfluss hinterherkriechen, sondern es sind arme Teufel von Hungerleidern, denen die Barmherzigkeit ihrer Bischöfe das Lebensnotwendige vorenthält, um der Bestechlichkeit und dem Missbrauch, den das Volk gewöhnlich mit dem Überfluß treibt, vorzubeugen.

Die Grundsätze dieser geistlichen Regierungen beruhen zweifellos auf den Gesetzen Spartas, wo das Geld verboten war, jedoch mit dem Unterschied, daß die Prälaten den Gebrauch der Güter, die sie scheinheilig ihren Untertanen wegnehmen, sich selber vorbehalten. “Selig sind die Armen”, sagen sie sich, “denn ihrer ist das Himmelreich!” Und da sie nun gerne wollen, daß alle Welt selig werde, so bemühen sie sich auch, alle Welt arm zu machen. Oh Frömmigkeit der Kirchenleute! Wie weit erstreckt sich doch eure weise Fürsorge!

Nichts sollte erbaulicher sein als die Geschichte der Oberhäupter der Kirche oder der Stellvertreter Christi. Man stellt sich darauf ein, dort Beispiele untadeliger und heiliger Sitten zu finden. Doch zeigt sich gerade das Gegenteil: Hier gibt es nur Unzucht, Schandtaten, und Quellen für Ärgernisse, und man wird die Lebensgeschichte der Päpste nicht ohne Abscheu vor ihrer Grausamkeit und ihrer Falschheit lesen können.

Im Großen und Ganzen sieht man da, wie ihr Ehrgeiz (Ehrsucht, Gier nach Macht und Ehre; R. B.) darauf bedacht war, ihre weltliche Macht und Größe zu steigern, wie ihre schmutzige Habgier keinen anderen Zweck hatte, als sich unter rechtswidrigen und unanständigen Vorwänden große Güter für ihre Familien zu sichern, um ihre Neffen, ihre Mätressen oder ihre Bastarde (uneheliche Kinder) zu bereichern.

Wer nicht weiter darüber nachdenkt, wird es sonderbar finden, daß die Völker die Unterdrückung durch diese Art von Herrschern mit so viel Hingabe und Geduld ertragen, daß ihnen nicht die Augen aufgehen angesichts der entwürdigenden Laster und Ausschweifungen der Geistlichen, und daß sie von einem geschorenen Haupt Dinge hinnehmen, die sie von einem Lorbeeren gekrönten niemals ertragen würden. Wer freilich die Macht des Aberglaubens über die Einfältigen und die Macht des Fanatismus über den menschlichen Geist kennt, dem erscheint dieses Phänomen weniger befremdlich. Er weiß, daß die Religion eine alte Maschine ist, die sich nicht abnutzen wird und derer man sich zu allen Zeiten bedient hat, um sich der Treue der Völker zu versichern und die widerspenstige menschliche Vernunft zu zügeln. Er weiß, daß der Irrtum die scharfsichtigsten Menschen verblenden kann und daß immer die triumphieren werden, die mit Himmel und Hölle, mit Gott und dem Teufel Politik machen, um ihre Ziele zu erreichen. Es ist eine Tatsache, daß selbst die wahre Religion, die reinste Quelle unseres Wohlergehens, durch einen nicht genug zu beklagenden Missbrauch zum Ursprung und zum Grund all unserer Leiden wird.

Sehr einsichtsvoll bemerkt der Autor, was am meisten zur Erhöhung des Heiligen Stuhls beigetragen hat. Er sieht den wichtigsten Grund im geschickten Verhalten Alexander VII., jenes Pontifex, dessen Grausamkeit und Ehrgeiz (Ehrsucht; R. B.) jedes Maß überstieg und der kein anderes Recht kannte als seine Hinterlist. Es käme also einer Art Gotteslästerung gleich, würde man das Gebäude des Ehrgeizes, das dieser Pontifex errichtet hat, mit dem Werk der Gottheit verwechseln.. Der Himmel konnte also unmittelbar gar keinen Anteil an der Erhöhung dieser weltlichen Größe haben. Es ist ausschließlich das Werk eines der abscheulichsten und schlechtesten Menschen. So tut man immer gut daran, bei Klerikern, welchen Rang auch immer sie bekleiden mögen, stets sorgfältig zu unterscheiden zwischen dem Vermittler von Gottes Wort, der göttliche Weisungen verkündet, und dem verderbten Menschen, der daran denkt, seine Leidenschaften zu befriedigen.

Die Lobrede auf Leo X. beschließt das vorliegende Kapitel: sie hat aber kaum Gewicht, denn Machiavelli war Zeitgenosse dieses Papstes. Jedes Lob eines Untertanen für seinen Herrn oder eines Schriftstellers für seinen Fürsten gerät, was auch immer man dagegen einwenden mag, in große Nähe zur Schmeichelei. Was wir auch sein mögen, unser Schicksal darf nur die Nachwelt bewerten, die ohne Leidenschaft und ohne Eigennutz urteilt. Machiavelli hätte weniger als jeder andere den Fehler der Schmeichelei begehen dürfen, denn er war kein kompetenter Richter über wahren Verdienst, weiß er doch nicht einmal, was Tugend ist. Ob es besser gewesen wäre, von ihm gelobt oder von ihm getadelt zu werden, weiß ich nicht. Diese Frage überlassen ich dem Leser, er möge darüber befinden.

(Ende von Friedrich’s Ausführungen)

Anmerkungen:

(1) Im originalen Text von Friedrich steht “Bettler” statt “arme Leute”. Ich vermute, daß Friedrich mit dem Wort Bettler arme Leute bezeichnen wollte. Die Apostel waren selbstverständlich keine Bettler, sondern höchstens materiell arm. Im Neuen Testament kann man lesen, daß die Apostel von den christlichen Gemeinden unterstützt wurden oder sogar selbst mit ihren eigenen Händen arbeiteten neben ihrem geistlichen Dienst. Nirgends im NT wird davon berichtet, daß die Apostel gebettelt hätten. Es ist höchstens vorstellbar, daß dies eine üble Nachrede ihrer Feinde war. Das Problem in der apostolischen Zeit war, daß sowohl Judenchristen als auch Heidenchristen äußerste Ablehnung von seiten des jüdischen und römische Establishments erfuhren, was sicherlich auch die Erwerbstätigkeit der Christen behindern konnte. In Israel wurden zum Beispiel konvertierte Juden mit dem Bann belegt. Wer hat schon gern einen Angestellten, der mit dem Bann belegt ist, den wirft man doch lieber raus. Kurz gesagt: Christen der apostolischen Zeit lebten sicherlich in äußerst bescheidenen Verhältnissen, aber gebettelt haben sie sicher nie.

 (2) Es kling so spaßig harmlos, wenn Friedrich den Papst als Schiedsrichter über Könige bezeichnet, aber praktisch bedeutet dies, daß noch zu Friedrich’s Zeiten der Papst höher war (höhere weltliche Gewalt hatte) als Könige und der römisch-deutsche Kaiser. Entmachtet wurde der Papst kurz nach der Verfassung von Friedrich’s Antimachiavel, als Karl VII (ein Wittelsbacher) im Jahre 1742 Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation wurde und somit die Herrschaft der Habsburger zu Ende ging, die Marionetten des Papstes waren.

 (3) die Titanen waren Usurpatoren der griechischen Mythologie, welche von dem übermächtigen Zeus in den Tartaros gestoßen wurden. Friedrich vergleicht den übermächtigen Papst mit dem übermächtigen Zeus.

Schlußfolgerung:

Jemand könnte anführen, Friedrich’s Abhandlung sei für die heutige Zeit nicht mehr relevant, da die kath. Kirche alle weltliche Macht verloren habe. Es geht aber in dem Text Friedrich’s auch um den geistlichen Zustand der kath. Kirche, der als katastrophal bezeichnet wird. Die heutige kath. Kirche ist erwachsen aus der kath. Kirche der damaligen Zeit. Kann ein Baum mit faulen Wurzeln ein guter Baum sein?

Der Papst übt zwar kein weltliches Regiment mehr aus, aber innerkirchlich ist er immer noch der unumschränkte Herrscher. Auch dieser Zustand ist absolut verwerflich. Nach dem Neuen Testament soll nicht der Papst das Haupt der Kirche sein, sondern der unsichtbare Christus durch den Heiligen Geist.

Ein gewaltiger Vorzug von Friedrich’s Abhandlung ist, daß sie von einer sekularen Person stammt, denn Friedrich war König von Preußen. Wer sich ein bischen mit Friedrich befaßt, der bemerkt, daß Friedrich nicht auf der Seite irgend einer Kirche oder Religionsgemeinschaft stand, sondern neutral war. Friedrich war das Bild eines idealen, tugendhaften, gerechten Königs. Seine Abhandlung entspringt also nicht etwa der Polemik eines Protestanten gegen die kath. Kirche, sondern dem Zorn eines gerechten Herrschers über diese (Un-)Heilsanstalt. Wir dürfen Friedrich’s Abhandlung als einen historischen Befund über die kath. Kirche betrachten.

Der historische Befund Friedrichs bestätigt den theologischen Befund Martin Luthers über die katholische Kirche. Luther hat die kath. Kirche hauptsächlich wegen des antichristlichen Papsttums und wegen der falschen Sichtweise der Eucharistie verworfen.

An anderer Stelle schreibt Friedrich, daß die Tugend oder gerechtes Verhalten dem Menschen, der sie übt,  nur zum Wohl gereichen, das müsse man den Menschen wieder beibringen, Fürsten und Untertanen. Da hat Friedrich genau das gesagt, was ein Politiker oder Fürst Gott Wohlgefälliges sagen kann. Die Regierung, die die Tugendhaften lobt und die Übeltäter tadelt, fördert damit indirekt auch den christlichen Glauben. Denn die wahrhaft Tugendhaften im Lande werden immer die Gläubigen sein.

Aus der Sicht der christlichen Kirche ist aber noch hinzuzufügen, daß trotz guter Regierung, der Gerechte im Alltag immer auf äußersten Widerstand und Anfeindung stoßen wird. Der Christ wird es häufig eher schwer haben wegen seines gerechten Verhaltens. Dies auszuhalten ermöglicht dem Christen der Glaube an Jesus, das bloße Bewußtsein, eine gerechte Landesregierung zu haben, die das Gute lobt und das Böse tadelt, würde dazu sicherlich nicht ausreichen.

Der gläubige Christ könnte vernünftigerweise erwarten, daß alle Welt ihm zujubelt und ihn unterstützt wegen seines Glaubens und christlicher Lebensart, seien es Arbeitskollegen, Nachbarn, Verwandte, etc.. Aber das Gegenteil ist der Fall und das ist blanke Dämonie. Jesus aber sah das voraus und gab den Christen deswegen die Bergpredigt, wo es darum geht, seinen Nächsten auch dann noch zu lieben, wenn dieser das Evangelium ablehnt oder feindselig ist, weil man sich christlich verhält. Es wird langfristig keinen Bestand haben, wenn ein Christ ungerecht behandelt wird. Dies geht vorbei wie ein Kälteeinbruch im Hochsommer. Wichtig ist nur das der Christ sich durch “Kälteeinbrüche” nicht verleiten läßt selbst ungerecht zu handeln, indem er sich z. B. selbst rächt, wenn er Ungerechtigkeit erfahren hat.

Was ist die Bergpredigt, kurz gesagt?

Eine Liste von Anweisungen wie man sich verhalten soll, wenn man trotz seines christlich, liebevollen, gerechten Verhaltens angefeindet oder ungerecht behandelt wird. Wer nach der Bergpredigt lebt, der bewahrt seinen Heilsstand in Christus. Nur wer durch Glaube und Taufe schon Christ ist, kann nach der Bergpredigt leben und auch nur für solche ist sie gedacht. Man erwirbt das Heil nicht durch das Tun der Bergpredigt, sondern mein bleibt im Heil durch das Tun der Bergpredigt. Erlangt wird das Heil, indem man das Evangelium glaubt und getauft wird. Wer schon als Kind getauft wurde, soll sich nicht wiedertaufen lassen, sondern seiner Kindertaufe im Glauben erinnern, so wird er den heiligen Geist empfangen.

 

Warnung:

Man muß immer unterscheiden zwischen einer Person selbst und ihrem Glauben. Der katholische Glaube ist sicher nicht der fortschrittlichste, trotzdem ist das kein Grund gewöhnliche Katholiken im Alltag zu benachteiligen.

Wir (die Protestanten) haben unter allen Umständen die Menschenwürde unseres Nächsten zu achten, trotz seines unterschiedlichen Glaubens.

Wenn wir unseren Nächsten (Arbeitskollege, Nachbar, Klassenkamerad, etc.) unabhängig von seinem Glauben lieben, predigen wir das Evangelium ohne Worte und sehr wirkungsvoll. Wir lieben unseren Nächsten aber auch unabhängig davon, ob er jemals Christ (evangelischer Christ) wird oder nicht. Es ist allein Gottes Werk in jemand den Glauben zu wirken. Unsere Verantwortung ist es unseren Nächsten zu lieben, solange wir zusammen auf der Erde sind.

Mitglieder von Sekten und falschen Kirchen lieben nur die Mitglieder ihrer Gruppe oder Menschen, die sie bekehren wollen, das ist Bigotterie bzw. Fanatismus. Solch eine “Liebe” ist eine verzerrte Liebe und entspricht nicht dem Willen Gottes.

Ein wahrer Christ liebt seinen Nächsten einfach weil er dessen Menschenwürde achtet oder einfach um der Liebe oder um Jesu willen.

Wodurch ist die Menschenwürde manifestiert?

Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist für die ganze Menschheit in den Tod gegangen. Er starb für uns, obwohl wir Sünder sind. Das zeigt, wie sehr er uns liebt. Gott, der Vater, gab seinen geliebten Sohn für uns bzw. jeden Menschen.

Falls ein Christ es schaffen sollte, tatsächlich fromm und gottesfürchtig in dieser gottlosen Welt zu leben, hat er keinen Grund stolz zu sein auf sich selbst, denn zu gegebener Zeit wird ihn sein sündiger Körper immer wieder an seine Vergangenheit erinnern. Nur weil der Christ durch die Taufe “in Christus” ist, kann er trotz seines sündigen Körpers Werke der Gerechtigkeit und Liebe tun. Ohne Jesus bin ich nur ein sterblicher, sündiger Leib. Es wäre also irrsinnig, wollte sich jemand wegen seiner Frömmigkeit über seine Mitmenschen erheben, denn all seine Frömmigkeit muß er dem Wirken Gottes zuschreiben.

Unsere Liebe ist nur in dem Sinn begrenzt, daß wir nicht zulassen können, daß man alle Religionen in einen Topf wirft, als ob ist nicht darauf ankäme, was man glaubt, sondern daß man nur irgend etwas glaubt. Es gibt nur einen wirklichen, echten Glauben, der Erlösung bewirkt: “Sehet das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt”.

Wenn man sich nur oberflächlich mit Friedrich dem Großen beschäftigt, könnte man meinen, es wäre ihm egal gewesen, was seine Staatsbürger glauben. Es ist aber höchstwahrscheinlich so, daß Friedrich durchaus das Christentum favorisierte. Er hat es aber wahrscheinlich deshalb vermieden, sich als König öffentlich auf eine Seite zu stellen, um das Entstehen einer herrschsüchtigen Glaubensgemeinschaft in der Art der katholischen Kirche zu vermeiden. Sicherlich war die Protestantische Kirche in Preußen nicht in dem Idealzustand, der Jesu Intentionen entsprach, sondern auch in ihr gab es “ehrgeizige bzw. ehrsüchtige Geistliche”, die aus der Kirche einen Machtapparat gemacht hätten, wenn Friedrich nicht dagegengesteuert hätte.

Die Religionsfreiheit in Deutschland, Europa und den USA ist wirklich ein Segen, nur sollte man nicht soweit gehen, daß man alle Religionen in einen Topf wirft und sagt, es sei völlig egal, was man glaubt, Hauptsache man glaubt irgend etwas. Der christliche Glaube ist der historisch glaubwürdigste, hat die besten Inhalte, bringt dem Menschen wirklich Heil, ist weder fanatisch noch bigott.

 

 

 

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Sodom und Gomorra

2. Petrus 2, 5-6 und hat die frühere Welt nicht verschont, sondern bewahrte allein Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, mit sieben andern, als er die Sintflut über die Welt der Gottlosen brachte; 6 und hat die Städte Sodom und Gomorra zu Schutt und Asche gemacht und zum Untergang verurteilt und damit ein Beispiel gesetzt den Gottlosen, die hernach kommen würden;

Jud 7 So sind auch Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die gleicherweise wie sie Unzucht getrieben haben und anderem Fleisch nachgegangen sind, zum Beispiel gesetzt und leiden die Pein des ewigen Feuers.

Es scheint, daß die heidnische Welt sich das Beispiel Sodoms und Gomorras wirklich zu Herzen genommen hat und das die Heiden sich mehrere tausend Jahre lang nicht mehr trauten die Homosexualität zu legalisieren aus Angst vor einem neuen Strafgericht Gottes. Eine Ausnahme stellen die Völker dar, die vor dem alten Israel auf dem Gebiet Kanaans (heute Palästina) lebten. Sie nahmen sich kein Beispiel an Sodom und Gomorra, sondern lebten in schwerster Unzucht. Da gab Gott seinem Volk Israel den Befehl, sie auszurotten und ihr Land einzunehmen. Der Untergang dieser Völker war ein solcher, daß heute keiner mehr ihre Namen kennt – sie sind komplett aus der Geschichte verschwunden.

5. Mose 20, 16-18 Aber in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, 17 sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, 18 damit sie euch nicht lehren, all die Gräuel zu tun, die sie im Dienst ihrer Götter treiben, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott.

Die Ausrottung der alten Völker Kanaans durch Israel ist sicherlich weniger bekannt als die Geschichte von Sodom und Gomorra. Es geht aber letztendlich um das Gleiche: Gott kennt kein Pardon, wenn Länder, Staaten oder Völker versuchen, die Unzucht (Ehebruch, Hurerei, Inzest, Homosexualität, Sodomie, etc.) zu legalisieren. Die Legalisierung von Unzucht kann dazu führen, daß der sonst so gnädige Gott gnadenlos zuschlägt. Wir müssen es einfach akzeptieren, daß Ihm diese Dinge ein unerträgliches Gräuel sind.

3Mo 18,22 Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.

3. Mose 20, 22-23 So haltet nun alle meine Satzungen und meine Rechte und tut danach, auf dass euch nicht das Land ausspeie, in das ich euch führen will, damit ihr darin wohnt. 23 Und wandelt nicht in den Satzungen der Völker, die ich vor euch her vertreiben werde. Denn das alles haben sie getan und ich habe einen Ekel an ihnen gehabt.

Die Vernichtung von Sodom und Gomorra (1. Mose 19, 12-29)

Und die Männer (Engel) sprachen zu Lot: Hast du hier noch einen Schwiegersohn und Söhne und Töchter und wer dir sonst angehört in der Stadt, den führe weg von dieser Stätte. 13 Denn wir werden diese Stätte verderben, weil das Geschrei über sie groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben. Da ging Lot hinaus und redete mit den Männern, die seine Töchter heiraten sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort, denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich. 15 Als nun die Morgenröte aufging, drängten die Engel Lot zur Eile und sprachen: Mach dich auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt. 16 Als er aber zögerte, ergriffen die Männer ihn und seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der HERR ihn verschonen wollte, und führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt wieder los. 17 Und als sie ihn hinausgebracht hatten, sprach der eine: Rette dein Leben und sieh nicht hinter dich, bleib auch nicht stehen in dieser ganzen Gegend. Auf das Gebirge rette dich, damit du nicht umkommst! 18 Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr! 19 Siehe, dein Knecht hat Gnade gefunden vor deinen Augen, und du hast deine Barmherzigkeit groß gemacht, die du an mir getan hast, als du mich am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf das Gebirge retten; es könnte mich sonst das Unheil ereilen, sodass ich stürbe. 20 Siehe, da ist eine Stadt nahe, in die ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten – ist sie doch klein -, damit ich am Leben bleibe. 21 Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch darin dich angesehen, dass ich die Stadt nicht zerstöre, von der du geredet hast. 22 Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis du hineinkommst. Daher ist diese Stadt Zoar genannt. 23 Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, als Lot nach Zoar kam. 24 Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra 25 und vernichtete die Städte und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. 26 Und Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule. 27 Abraham aber machte sich früh am Morgen auf an den Ort, wo er vor dem HERRN gestanden hatte, 28 und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land dieser Gegend und schaute, und siehe, da ging ein Rauch auf vom Lande wie der Rauch von einem Ofen. 29 Und es geschah, als Gott die Städte in der Gegend vernichtete, gedachte er an Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er zerstörte, in denen Lot gewohnt hatte.

Der ewige Gott wäre nicht der ewige Gott, wenn er sich im Laufe der Zeit ändern würde. Was ihm vor vielen tausend Jahren ein Gräuel und ein Ekel war, daß ist Ihm auch noch heute ein Gräuel und Ekel.

2Petr 3,8 Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass “ein” Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag.

Aus der Sicht Gottes sind also seit der Vernichtung Sodom und Gomorras oder der Ausrottung der alten Völker Kanaans erst einige Tage vergangen!

Was Gott vor “einigen Tagen” getan hat, kann er sich auch heute tun.

Schlussfolgerung:

Wir müssen damit rechnen, daß Gott uns in Kürze vernichten wird, wenn wir die Legalisierung der Unzucht bzw. Homosexualität nicht wieder rückgängig machen.

Anmerkung:

Es ist nicht so, daß Gott gleich zur Vernichtung ganzer Völker schreitet, wenn es hier und da ein paar Homosexuelle, Ehebrecher, Hurer, etc. gibt, sondern das Problem ist die Legalisierung dieser Sünden. Gott hasst es einfach, wenn man z. B. den Verkehr eines Mannes mit einem Mann für ganz normal erklärt, wie den Verkehr eines Mannes mit seiner Frau. Das geht einfach zu weit. Gottes Langmut hat Geduld mit uns Sündern, ob wir nicht etwa Buße täten und an Jesus glaubten, aber wenn wir anfangen die Grundfesten einzureißen, dann ist es aus mit seiner Geduld.

2Petr 3,9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung (seiner Wiederkunft), wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.

Auch jeder Unzüchtige kann heute noch Buße tun und an Jesus glauben. Gott will eigentlich niemand verdammen, sondern soviel an Ihm ist, Menschen retten. Unsere Buße und unser Glaube sind aber notwendig und unumgänglich, damit wir gerettet werden können. Buße tun, heißt die Sünde bereuen und lassen bzw. umkehren von seinen Sünden. Jeder, der sich Christ nennt, darf nicht in Unzucht leben und der Unzüchtige, der Christ werden will, der muß von seiner Unzucht umkehren.

Die Unzüchtigen, die nicht Buße tun wollen, müssen wieder an den Rand der allgemeinen Gesellschaft gedrängt werden und ihr Verhalten muß wieder behaftet werden mit dem faden Beigeschmack des Obskuren. Noch vor wenigen Jahrzenten war es so und das war ein tragbarer Zustand.  

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Vom Kommen des Menschensohnes oder die Wiederkunft Christi

Das ewige Gerede von der “Endzeit” gehört in den Bereich der Sekten und wiedertaufenden Freikirchen.  Sie sind so unglücklich in ihrem fanatischen Wahn, daß sie sich ständig das Ende der Welt herbeiwünschen. Das wird sicher auch dann noch der Fall sein, wenn das Ende wirklich da ist.

Gibt es für den Christen (der kirchliche Christ), der auf der Basis seiner sakramentalen Taufe ein Leben der Nächstenliebe und praktischen Gerechtigkeit lebt, eine legitime Begründung für die Frage nach der Endzeit oder der Wiederkunft Christi?

Gerade der Christ, der Menschen vorurteilsfrei liebt, das heißt unabhängig von Religion, Hautfarbe, Nationalität, Vermögen, beruflicher Position usw., wird heute schwere Anfeindung erleben, Anfeindung ohne Ursache und Grund.

Warum?

Der Christ, der unvoreingenommen liebt, liebt Kunden seines Chefs, genause wie den Chef selbst. Er liebt auch alle Arbeitskollegen gleich, nicht nur diejenigen, die arbeiten bis zum Umfallen. Er liebt auch alle seine Nachbarn gleich, nicht nur diejenigen, die sich als die maßgebenden ansehen und sich anmaßen hinter dem Rücken der anderen über eben dieselben zu “tratschen”.

Heute ist es leider so, daß die Welt in Millionen kleiner “Sekten” (Parzellen, Parteien) aufgeteilt ist, wobei jede kleine “Sekte” völlige Loyalität von ihren “Gliedern” verlangt und auch Vernachlässigung von Nicht-Sektengliedern, um des Wohles der Sekte willen. Ich meine hier mit “Sekte” nicht nur religiöse Sekten sondern auch Firmen, Hausgemeinschaften, Vereine, Gemeinschaften aller Art, etc. Das ist eine außerordenlich besorgniserregende Entwicklung, denn ein kirchlicher Christ kann das auf keinen Fall mitmachen. Einem kirchlichen Christen ist es verboten, die Glieder irgendeiner menschlichen Vereinigung gegenüber Nicht-Gliedern dieser Vereinigung zu bevorzugen, denn dies wäre keine unvoreingenommene Nächstenliebe. Aber wir haben heute überall dieses “Abschottungsdenken”.

Beispiel 1: Im Transportgewerbe wird zum Teil maßlos überladen, um Fahrten einzusparen, denn jede zusätzliche Fahrt bedeutet einen Verlust an Zeit und Geld und somit eine Schmälerung des Profits. In Kauf genommen wird dabei die Gefährdung unbeteiligter Verkehrsteilnehmer, denn Überladung bedeutet längere Bremswege (bitte beachten Sie, daß ich hier von maßloser Überladung rede – kleinere Überladungen sind ggf. tolerierbar, wenn man bewußt langsamer fährt, mehr Abstand hält, nur eine kurze Strecke fährt, etc.) Es geht nicht um das buchstabengetreue einhalten von Vorschriften, sondern darum, wirklich niemand zu gefährden. Ein christlicher Fahrer liebt nicht nur seinen Chef sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer und muß deshalb berücksichtigen, ob bei einer bestimmten Überladung jemand gefährdet wird oder nicht.

Beispiel 2: Es gibt Firmen, wo der Chef diejenigen Arbeiter bevorzugt, die Workaholics sind, die 50 – 60 Stunden pro Wochen arbeiten. Dabei wird ignoriert, daß der Workaholic seine Gesundheit durch die permantente Überarbeitung und eventuelle Einnahme von Dopingmitteln ruiniert. Natürlich geht das eine Weile gut, aber der vernünftige Arbeiter, der maßvoll arbeiten will, sich nicht dopt, bleibt dabei auf der Stecke, verliert vielleicht sogar seinen Job. Auf keinen Fall darf ein kirchlicher Christ dieses Spiel mitmachen, um mehr Akzeptanz bei seinem Chef oder den Vielarbeitern zu erreichen. Das wäre lieblos gegenüber den anderen, die auch maßvoll arbeiten wollen und natürlich auch selbstzerstörerisch. Auch der Chef wäre dabei nicht wirklich geliebt, denn es ist nur eine Frage der Zeit, wann ein Workaholic physisch/mental zusammenbricht – und dann hat der Chef das Problem einen Ersatzmann zu finden – so geht’s nicht!

Ein Christ kann auch nicht zustimmen, wenn Nachbarn, Kollegen, Mitschüler, etc. Homosexualität, Hurerei und Ehebruch als legal betrachten wollen. Wir müssen es einfach akzeptieren, daß der Unsichtbare diese Dinge Sünde nennt. Sünde ist zerstörerischer Egoismus, asoziales Verhalten.

Heute werden auch alle Religionen in einen Topf geworfen, als ob sie alle selig machten. Obwohl ein Christ auch Glieder anderer Religionen unvoreingenommen liebt, darf er ihnen die Wahrheit nicht vorenthalten, daß nur der Glaube an Jesus selig macht. Z. B. kann ein Muslim nur selig werden, wenn er zum Christentum konvertiert, das heißt Buße tut, an Jesus glaubt und sakramental getauft wird und sich vom Islam lossagt. Gerade die Liebe ist es, die den Christen dazu drängt, die Wahrheit zu bezeugen. Er wird vielleicht Etliche vor den Kopf stoßen, mag unfreundlich bzw. fanatisch erscheinen, aber langfrist gesehen, hat er dann doch das getan, was der Liebe entspricht, was zum Segen gereicht: Er wies hin auf den Weg zum ewigen Heil. Ob die Menschen es annehmen, ist ihre Sache.

Jetzt kommen wir erst zum eigentlichen Thema.

Es wird heute also ein treuer Christ überall sehr viel Ablehnung erfahren bis hin zur existenziellen Gefährdung. Christen sind von Haus aus sehr selbstkritisch bis hin zur Selbstzermarterung. Immer wird sich der Christ fragen, ob nicht er selbst die Ursache für Probleme in seinem sozialen Umfeld ist. Wer sich aber nichts bewußt ist, der darf sich des Trostes des Herrn versichern, daß es einen Hass (Ablehnung) ohne Ursache gibt (dies erlebte auch Jesus, der sündlos war). Die Juden-Christen erlebten extreme Anfeindung unter den Juden (die ersten Christen waren bekehrte Juden) und den Heidenchristen erging es ähnlich unter den Heiden. Zur Zeit Jesu und der ersten Christen befand sich die Welt in einem Zustand tiefster Finsternis und die Finsternis wollte nicht, daß es Licht wurde. Mittlerweile scheinen wir wieder zu diesem Zustand äußerster Finsternis zurückgekehrt zu sein – kein gr0ßer Unterschied mehr zwischen unserer Zeit und dem heidnischen römischen Reich. Judenchristen in Judäa konnte es passieren, daß sie von den Juden in den Bann getan wurden, was sicherlich existenziell bedrohlich war, denn wer wollte schon einen Arbeiter behalten, der unter dem Bannfluch stand. Wer möchte heute noch einen Angestellten haben, der bekennender Christ ist?

1Thess 2,14 Denn, liebe Brüder, ihr (Heidenchristen) seid den Gemeinden Gottes in Judäa nachgefolgt, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt dasselbe erlitten von euren Landsleuten, was jene von den Juden erlitten haben.

Die heutige Ablehnung des Christentums ist wahrscheinlich einzigartig in der Geschichte; einzigartig auch der Abfall der “christlichen Kirchen” (Akzeptanz schwuler Gemeindeglieder, Pfarrer, Bischöfe; sogar Akzeptanz schwuler Paare; etc.). Auch die Unkenntnis in den Großkirchen bezügl. des Evangeliums ist wahrscheinlich bisher nie erreicht worden. Wer predigt heute noch, daß wir durch die sakramentale Taufe mit der befreienden Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu verbunden werden und daß wir in dieser Kraft wirklich als Christen im Alltag leben können? Kennen die Großkirchen das Evangelium überhaupt noch?: Gott, der Vater, hat Gott, den Sohn, Jesus, um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten. Bevor wir getauft werden, müssen wir Buße tun und das Evangelium glauben. Durch die Taufe sterben wir mit Jesus und auferstehen zusammen mit ihm. Tot für die Sünde, und in Christus sind wir fähig die Lust unseres Fleisches zu überwinden und Gott und unseren Nächsten zu lieben. Wenn wir uns täglich unserer Taufe erinnern und ihre Kraft in Anspruch nehmen, werden wir durchkommen am Gerichtstag. Die Kindertaufe ist gültig. Wer als Kind getauft wurde und erst als Erwachsener gläubig wird, der soll sich einfach auf seine Kindertaufe beziehen und nicht wiedertaufen lassen. Daß die Großkirchen Kinder ohne Glauben taufen, ist natürlich ein Missbrauch, aber die Taufe ist dennoch gültig. Wirksam wird sie, wenn der Glaube dazu kommt. Die alte Kirche taufte nur Kinder von frommen Eltern, wo sichergestellt war, daß das Kind durch ein Wunder des Heiligen Geistes schon glauben konnte. Jede gläubige Familie ist wie eine kleine Kirche und dort sind Wunder möglich, auch das Wunder, daß ein Säugling schon glaubt.

Die Akzeptanz wiedertaufender Freikirchen ist auch eine historische Katastrophe. Diese Freikirchen stürzen ihre Glieder in äußerstes Unglück, denn sie verlangen Nachfolge ohne die sakrale Kraft der Taufe, das heißt ihre Glieder sollen Jesus aus eigener Kraft nachfolgen. Der “Jesus” der Freikirchen und auch ihr “Glaube” sind purer Wahn und Einbildung. Bei ihnen bleibt alles reine Fiktion und sie haben Jesus nicht in sakraler Wirklichkeit.

Kurzum, der totale Abfall scheint da zu sein.

2. Thessalonicher 2, 1-12

Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, 2 dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst – weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da. 3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. 5 Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war? 6 Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit. 7 Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit; nur muss der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden, 8 und dann wird der Böse offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus umbringen mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. 9 Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern 10 und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden. 11 Darum sendet ihnen Gott die Macht der Verführung, sodass sie der Lüge glauben, 12 damit gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glaubten, sondern Lust hatten an der Ungerechtigkeit.

Der große Abfall, die Ankunft des Antichristen und die Wiederkunft Jesu gehören also zusammen. Wenn der große Abfall da ist, dann kann auch die Wiederkunft Jesu nicht mehr weit sein.

Wie schon gesagt, die Großkirchen predigen kaum mehr das Evangelium von Jesus und die Freikirchen predigen ein Pseudo-Evangelium (das Opfer Jesu als bloßes Sühneopfer) ohne sakramentale Taufe.  Es kann also kaum mehr Menschen geben, die wirkliche Christen sind. Es ist auch die Frage, ob die Menschen das reine Evangelium überhaupt noch annehmen würden, wenn es noch gepredigt würde. Kurz gesagt: “Es ist aus mit dem Evangelium!” Wenn aber niemand mehr gläubig wird, dann ist sozusagen “die Fülle der Heiden eingegangen”. Theoretisch müsste sich Gott jetzt wieder seinem ursprünglichen Volk, Israel, den Nachkommen Jakobs, zuwenden. Er müßte ihnen die Augen auftun, damit sie erkennen, daß Jesus von Nazareth ihr Messias ist. Die letzten Heidenchristen könnten dann vor dem Antichristen nach Israel fliehen; der Antichrist würde Israel angreifen; Jesus würde wiederkommen, um die letzten Heidenchristen und Israel zu retten und den Antichristen zu vernichten.

Römer 11, 25-29

Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« 28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.

Lk 21,24 und sie (die Juden) werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.

Niemand kann natürlich genau vorraussagen, wann Jesus wiederkommt. Falls der Abfall nicht durch eine neue Reformation gestoppt wird, dann wird es sicher nicht mehr sehr lange dauern.

Angenommen, Israel, die Juden, würden als ganzes Volk anfangen, Jesus von Nazareth als Messias anzuerkennen, dann stünde die Wiederkunft Jesu unmittelbar bevor. Eine abgefallene Welt wird sicherlich keinen christlichen Staat in ihrer Mitte akzeptieren. Israel wäre dann das Unikum in der Geschichte, wo Kirche und Staat zusammenfallen. Wen man dann versucht, dieses christliche Israel auszulöschen, wird Jesus wiederkommen und sein Volk retten.

Matthäusevangelium 24, 32-44

An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: Wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 33 Ebenso auch: Wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. 34 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 35 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. 36 Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. 37 Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. 38 Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut – sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; 39 und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin -, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns. 40 Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. 41 Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben. 42 Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. 43 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 44 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.

Übrigens führt dieser Bibelabschnitt zu einer sachlichen Nötigung: In der Offenbarung steht, daß jeder umgebracht wird, der nicht das Bild (Ikone) des Tieres, wahrscheinlich der Antichrist, anbetet. Dieses bedeutet schlicht, daß der Antichrist alle wahren Christen töten wird, denn sie werden sich weigern, ihn anzubeten. Aber in dieser Passage vom Matthäusevangelium steht, daß Christen offensichtlich bis zum letzten Moment arbeiten, das heißt leben können. Ich kann mir nur vorstellen, daß etliche Heidenchristen vor dem Antichristen nach Israel fliehen werden, das gläubig wurde, wo sie leben und arbeiten können, bis der Herr kommt. In der Geschichte der Kirche war es schon immer möglich, daß man wählen konnte zwischen Flucht und Martyrium. Etliche werden Jesus bekennen und sich töten lassen, etliche werden fliehen. Die Getöteten wird Jesus aufwecken, wenn er wiederkommt, und die Überlebenden direkt zu sich nehmen (Entrückung) und dann den Antichristen und seine Heere vernichten.

Offenbarung 19, 11-21

Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit (das ist Jesus). 12 Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst. 13 Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes. 14 Und ihm folgte das Heer des Himmels auf weißen Pferden, angetan mit weißem, reinem Leinen. 15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen, 16 und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren. 17 Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen und er rief mit großer Stimme allen Vögeln zu, die hoch am Himmel fliegen: Kommt, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes 18 und esst das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen! 19 Und ich sah das Tier und die Könige auf Erden und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer. 20 Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der vor seinen Augen die Zeichen getan hatte, durch welche er die verführte, die das Zeichen des Tieres angenommen und das Bild des Tieres angebetet hatten. Lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte. 21 Und die andern wurden erschlagen mit dem Schwert, das aus dem Munde dessen ging, der auf dem Pferd saß. Und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.

Schlussfolgerung:

Am Anfang dieses Artikels stand die Frage, ob es für den kirchlichen Christen eine legitime Begründung dafür gibt, sich mit der Endzeitfrage oder Wiederkunft Christi zu befassen. Das Resümee dieses Artikels ist einfach das Folgende: Wenn diese Welt, in der wir leben, so antichristlich geworden ist, daß es für den treuen Christen keinen Raum mehr für seine Existenz gibt, dann steht natürlich die Welt unmittelbar vor ihrer Abschaffung. Der Trost für den Christen ist konkret der, daß bei schwerster irdischer Drangsal seine himmlische Erlösung naht.

Lukas 21, 25-28

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, 26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. 28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Um sich zu vergewissern, ob das Wetter wirklich unruhiger wird, braucht man nur bei Google die Suchbegriffe “Statistik, Naturkatastrophen” einzugeben.

 Was heißt eigentlich “kirchlich”?

Ich meine mit dem Wort “kirchlich” nicht unbedingt “landeskirchlich”. Ein kirchlicher Christ gehört zur Christlichen Kirche. Glied der Christlichen Kirche wird man durch Buße, Glauben und sakramentale Taufe. Glied der Christlichen Kirche bleibt man, wenn man aus der Kraft der sakramentalen Taufe tatsächlich im Alltag als wirklicher Christ lebt. Die Landeskirchen bewahren zwar die sakramentale Taufe, aber ob ihre Glieder wirklich aus der Kraft dieser Taufe als Christen im Alltag leben, ist sicherlich zweifelhaft. Der Unterschied zwischen der Christlichen Kirche bzw. Alten Kirche und den heutigen Landeskirchen ist, daß die Glieder der Alten Kirche wirklich als erkennbare Christen lebten aus der Kraft ihrer sakramentalen Taufe.

Rein theoretisch könnte es noch vereinzelte treue Christen geben in den Landeskirchen. Warum aber protestieren sie dann nicht gegen die Ordination schwuler Geistlicher, die Duldung schwuler Gemeindeglieder und schwuler Paare? Die Landeskirchen sind durch die Legalisierung der Homosexualität vom Glauben an Jesus abgefallen. Der Heilige Geist kann dort nicht mehr gegenwärtig sein bzw. Christus ist nicht mehr das Haupt der Landeskirchen.

Das Wort “kirchlich” ist eigentlich etwas sehr positives, wir dürfen uns darunter nur nicht “landeskirchlich” vorstellen, sondern müssen an die Alte Kirche denken, die ihrem Herrn treu blieb, besonders was die Lehre angeht, und deren Glieder wirklich Jesus nachfolgten im Alltag.

 

 

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Das Wetter in Bayern, die Trockenheit und Gott

Seit längerer Zeit regnet es in Bayern viel zu wenig. Falls es weiterhin so wenig regnet, werden sicherlich die Vegetation und die Kulturpflanzen Schaden leiden. Es stellt sich die Frage, ob wir es mit einem wirklichen Wetterphänomen oder nur mit einer Kapriole des Wetters zu tun haben?

Bestimmt wäre es überzogen, wenn man sich von der momentanen Dürre dazu verleiten lassen würde, in eine Art Sektengeheul zu verfallen: “Die Welt geht unter!” Durch Importe können heimische Ernteausfälle ausgeglichen werden, aber doch: Importe kosten natürlich etwas. Eine längere Dürre führt zu einer Belastung der Volkswirtschaft und somit jedes Einzelnen. Eine Dürre ist also auf keinen Fall etwas wünschenswertes, auch nicht für den Nicht-Landwirt, der nicht unmittelbar von einem Einkommensausfall betroffen ist. Nicht nur die Landwirte leiden Schaden sondern indirekt jeder.

Egal, ob wir es jetzt mit einem Wetterphänomen oder einer Wetterkapriole zu tun haben, das Wetter wird von Gott gesteuert. Natürlich hat das Wetter bestimmte Ordnungen wie z. B. die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst, Winter, aber Gott, der diese Ordnungen gegeben hat, kann jederzeit diese Ordnungen auch außer Kraft setzen.

Normalerweise läßt Gott das Wetter nach den gewohnten Ordnungen ablaufen, aber er kann auch einmal einen abweichenden Verlauf verfügen, um einem Volk oder Land zu zeigen, daß ihm etwas missfällt. Wenn Gott Regen und fruchtbare Zeiten schenkt, können wir ihm für seine Güte danken; wenn er es aber nicht mehr tut, dann läuft etwas total schief.

Apg 14,17 und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch (die Heiden) vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.

Mt 5,45 Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Das Existenzrecht dieser Welt liegt allein darin begründet, daß Gott Geduld hat mit uns Sündern. Gottes Langmut wartet ab. Gott wartet darauf, daß die Menschen Buße tun und gläubig werden. Das ideale Gesellschaftssystem wäre die Kirche (die Kirche ist das ideale Gesellschaftssystem, weil dort Liebe regiert; Jesus ist die Liebe), in die man durch Buße, Glauben und Taufe gelangt. Solange aber ein Mensch nicht Buße tut, muß es ja eine Art Notstandsystem geben, wo er existieren kann trotz seiner Sünde und das ist diese Welt mit ihren Staaten und Ländern. Sünde ist ein anderes Wort für Lieblosigkeit oder Egoismus. Sie wirkt sich natürlich absolut zersetzend aus auf jede Form von Gemeinschaft. Strenggenommen können Sünder gar nicht in Gemeinschaft leben. Der Staat sorgt dafür, daß die Sünder trotz ihrer Sünde eine Weile zusammen existieren können in einer Art Notgemeinschaft. Es ist wirklich im strengen Sinne nur ein schnödes Existieren. Will der Mensch leben, so muß er sich durch Buße, Glauben und Taufe der Kirche, dem idealen Gesellschaftssystem, anschließen. Nur in der echten Kirche gibt es wirkliches Leben, Freude, Frieden, Heil, etc.

Es ist Gottes Wille, daß die Länder und Staaten erhalten bleiben, auch wenn ihre Bewohner größtenteils Sünder sind. Gott gibt uns Menschen Zeit und Raum zur Buße, er wartet ab. Gott erhält die Länder und Staaten bzw. alle Menschen, indem er gutes Wetter schenkt, was zu ausreichenden Ernten führt.

Psalm 65, 9-14

Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen. 10 Du suchst das Land heim und bewässerst es / und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässest ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land. 11 Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs. 12 Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Fußtapfen triefen von Segen. Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel sind erfüllt mit Jubel. 14 Die Anger sind voller Schafe, / und die Auen stehen dick mit Korn, dass man jauchzet und singet.

Was Gott allerdings nicht dulden mag, scheint zu sein, wenn das Böse zu sehr legalisiert wird. Ich meine damit eine Umkehrung aller Verhältnisse, als ob die echten Christen die Bösen wären und die wirklich Bösen die Guten. Da kann es sein, daß er den Regen zur rechten Zeit vorenthält.

5. Mose 11, 16-17

16 Hütet euch aber, dass sich euer Herz nicht betören lasse, dass ihr abfallt und dient andern Göttern und betet sie an, 17 und dass dann der Zorn des HERRN entbrenne über euch und schließe den Himmel zu, sodass kein Regen kommt und die Erde ihr Gewächs nicht gibt und ihr bald ausgetilgt werdet aus dem guten Lande, das euch der HERR gegeben hat.

Wir haben heute das Problem der völligen Ökonomisierung der Gesellschaft bzw. des Materialismus und Kapitalismus. Davon sind fast alle Menschen betroffen. Das ist Götzendienst und nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar:

Mt 6,24 Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (Gott des Materialismus).

Sicherlich würde man ausgelacht werden, wollte man behaupten, die ganze Menschheit sei dem Götzendienst verfallen. Es würde einem erwidert: “Wir dienen nicht den Götzen, sondern leben im modernen Zeitalter der Wissenschaft und Technik!” Aber doch ist es so, daß ein weltweiter Götzendienst besteht: Die Menschen sind nur noch damit beschäftigt, Dinge herzustellen und zu konsumieren, auch die religiösen. Für den wirklich gottesfürchtigen Menschen ist kein Platz in diesem System, da Nächstenliebe hier nur stören würde. Alles, was zählt, ist der knallharte Wettbewerb. Die scheinbar gottesfürchtigen Glieder von Sekten (z. B. wiedertaufende Freikirchen), abgefallenen Kirchen (z. B. evangelische Kirche in Deutschland) und falschen Religionen (Islam, Katholizismus, Buddhismus, etc.) können sich in diesem System sehr gut halten, da es bei ihnen nicht auf Nächstenliebe im Alltag ankommt, sondern auf das Praktizieren bestimmter Rituale (z.B. die fünf Säulen des Islam; die Protestanten halten gar nichts, da sie Jesus zu einem Sündenbock degradiert haben, durch den ihnen so oder so alles vergeben ist). All diese Scheinheiligen könne vorbildliche Gläubige ihrer Religion sein und doch gleichzeitig am bösen, materialistischen System teilnehmen, indem sie den knallharten Wettbewerb mitmachen auf Kosten von Kunden, Arbeitskollegen, sonstigen Menschen – für sie ist Nächstenliebe entweder überhaupt kein Thema oder nicht absolut, das heißt relativierbar (man liebt eigentlich nur die Glieder seiner eigenen Glaubensgemeinschaft oder wen man dazu bekehren will; die Schädigung irgendwelcher Menschen um des Profites der Firma willen wird in Kauf genommen). Egal ob religiös oder nicht-religiös, nahezu alle Menschen sind in diesem System gefangen.

Das Allerschlimmste ist, daß heute auch Leute, die sich Christen nennen, das ganze furchtbare Spiel mitmachen. Die “christlichen Kirchen” sehen sich nicht genötigt, ihre Glieder darüber aufzuklären, daß man sich entscheiden muß zwischen Gott und dem Mammon. Wer dem Mammon dient, ist vom Glauben an Jesus oder vom Glauben an den lebendigen Gott abgefallen und somit kein Christ, sollte sich auch nicht Christ nennen. Nächstenliebe und Materialismus sind unvereinbar.

Der allgemeine Abfall der christlichen Kirchen weltweit wird sicher das Gericht Gottes hervorrufen. Gott hat ja bisher die Welt nur bestehen lassen, damit Menschen aus der Welt in die Kirche wechseln können. Wenn aber keine wirkliche Kirche mehr da ist, dann hat die ganze Welt keinen Sinn mehr in Gottes Augen und ist nahe daran, abgeschafft zu werden.

3. Mose 26, 1-5

Ihr sollt euch keine Götzen machen und euch weder Bild noch Steinmal aufrichten, auch keinen Stein mit Bildwerk setzen in eurem Lande, um davor anzubeten; denn ich bin der HERR, euer Gott. Haltet meine Sabbate und habt Ehrfurcht vor meinem Heiligtum. Ich bin der HERR. Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und tun, so will ich euch Regen geben zur rechten Zeit und das Land soll sein Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen. Und die Dreschzeit soll reichen bis zur Weinernte, und die Weinernte soll reichen bis zur Zeit der Saat. Und ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen.

Psalm 147, 7-18

7 Singt dem HERRN ein Danklied und lobt unsern Gott mit Harfen, 8 der den Himmel mit Wolken bedeckt / und Regen gibt auf Erden; der Gras auf den Bergen wachsen lässt, 9 der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die zu ihm rufen. 10 Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses und kein Gefallen an den Schenkeln des Mannes (das ist sicher ein Hinweis auf das schnöde Kräftemessen bzw. den Wettbewerb unter den Menschen). 11 Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. 12 Preise, Jerusalem, den HERRN; lobe, Zion, deinen Gott! 13 Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder in deiner Mitte. 14 Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen. 15 Er sendet sein Gebot auf die Erde, sein Wort läuft schnell. 16 Er gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche. 17 Er wirft seine Schloßen herab wie Brocken; wer kann bleiben vor seinem Frost? 18 Er sendet sein Wort, da schmilzt der Schnee; er lässt seinen Wind wehen, da taut es.

Die Legalisierung der Homosexualität wird Gott sicherlich auch nicht davon abhalten, uns zu richten, im Gegenteil. Siehe “Schwule Pfarrer“.

 

Ergänzende Bibelstellen:

Offenbarung 14, 7

7 Und er sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!

Hesekiel 14, 12-14

Und des HERRN Wort geschah zu mir: 13 Du Menschenkind, wenn ein Land an mir sündigt und Treubruch begeht und wenn ich meine Hand dagegen ausstrecke und den Vorrat an Brot ihm wegnehme und Hungersnot ins Land schicke, um Menschen und Vieh darin auszurotten, 14 und wenn dann diese drei Männer im Lande wären, Noah, Daniel und Hiob, so würden sie durch ihre Gerechtigkeit allein ihr Leben retten, spricht Gott der HERR.

Hiob 38, 28

Wer ist des Regens Vater? Wer hat die Tropfen des Taus gezeugt? (“Wer” = Gott)

Hiob 38, 37-38

Wer ist so weise, dass er die Wolken zählen könnte? Wer kann die Wasserschläuche am Himmel ausschütten, 38 wenn der Erdboden hart wird, als sei er gegossen, und die Schollen fest aneinander kleben?

 

 

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Die Taufe des Johannes

Apostelgeschichte 19, 1-7 Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. 2 Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. 3 Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. 6 Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. 7 Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer.

Vollzieht Paulus hier etwa eine Wiedertaufe? Nein, keinesfalls, denn die Taufe des Johannes (=Johannes der Täufer) war nicht die sakramentale Taufe der späteren Kirche gewesen, sondern eine reine Bußtaufe: “Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen!” (Matth. 3, 2) und “Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße!” (Matth. 3, 8). Johannes konnte die Juden “nur” zur Umkehr rufen, sie auch noch auf den Erlöser Jesus hinweisen, aber nicht selbst ihnen das Heil geben. Das Heil selbst konnte nur Jesus geben (siehe Vers 4, oben: Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus).

Auf keinen Fall aber war die Taufe des Johannes unwichtig. Er sollte den Weg des Herrn bereiten: Wer irgend anfängt, sich mit Fragen des Glaubens oder der Gottesfurcht zu beschäftigen, der fange im gleichen Moment auch an, sich abzuwenden von allem Bösen in seinem Leben bzw. sich dem Guten zuzuwenden. Dies sollte das Selbstverständliche sein für jeden, der die Gegenwart Gottes sucht.

2. Timotheus 2, 19 Es stehe ab von der Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.

Lukas 16, 16-17 Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt, und jedermann drängt sich mit Gewalt hinein. 17 Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt.

Ins Reich Gottes bzw. Himmelreich mit Gewalt hineindrängen, das heißt hinein wollen ohne vollständig Buße getan zu haben, also Tolerierung von persönlichen Gesetzesbrüchen (in der Hoffnung, Gott würde schon eines oder mehrere Augen zudrücken). Jeder, der sich gewinnbringend mit Theologie, Glauben, Religion, Auslegung der Bibel, etc. befassen will, der sollte zuerst prüfen, ob er nicht gegen dieses oder jenes Gebot Gottes verstößt (z. B. durch Habgier, Ehrsucht, Machtgier, Ehebruch, etc.). Niemand, der bewußt gegen eines oder mehrere Gebote verstößt, braucht sich einzubilden, daß Gott ihm irgendetwas offenbaren wird. Vielmehr wäre ja gerade der erste richtige Schritt des ernsthaft religiös Suchenden, eben genau von den Dingen umzukehren, die ihm als böse bzw. Bruch der Gebote bewußt sind. Erst nach diesem Schritt kommt alles andere. Wer versucht, mit Gewalt ins Himmelreich hineinzudrängen, der wird niemals hinein kommen.

Nochmals in anderen Worten:

Matth. 5, 17-20 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren offenkundige Gesetzesbrecher, aber dennoch maßten sie es sich an, religiöse Führer des Volkes Israel sein zu wollen. Jesus sagt hier, die Gerechtigkeit seiner Jünger müsse besser sein als die der Pharisäer und Schriftgelehrten, wenn sie ins Himmelreich kommen wollten. Der Jünger Jesu bzw. wahre “Gottsucher” soll also immer darauf bedacht sein, daß er beständig Buße tut über alles Böse in seinem Leben bzw. immer von allem Bösen umkehrt. Dies ist die einzig angemessene Haltung jedes Menschen, der die Gegenwart Gottes sucht und das war die Predigt des Johannes.

Gerade der Mensch, der mit all seiner Kraft versucht, das Böse zu meiden, der wird merken, wie sündhaft er ist, wie die Sünde an ihm klebt. Solch ein Mensch wird sich nach einem Heiland und Erlöser sehnen, der ihn wirklich frei machen kann.

Solche waren die Jünger, denen Paulus in Ephesus begegnete. Es waren Menschen, die wirklich Buße getan hatten, die aber das Heil in Christus noch nicht erfahren hatten. Bevor nun Paulus sie sakramental tauft, predigt er ihnen vom Glauben an Jesus (in Vers 2, siehe oben, steht, daß sie eigentlich schon gläubig waren, aber dieser Glaube mußte noch versiegelt werden durch die kirchliche Taufe des Paulus), auf den die Taufe des Johannes nur eine Vorbereitung gewesen war.

In diesem Zusammenhang empfingen sie den heiligen Geist.

Zu der Zeit als Paulus diesen Jüngern in Ephesus begegnete, war Jesus längst gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Johannes der Täufer war aber ein Wegbereiter des irdischen, des sichtbaren Jesus gewesen. Vor Pfingsten (an Pfingsten begann die Christliche Kirche durch die Herabsendung des Heiligen Geistes) gab es die sakramentale Taufe noch nicht. Wie wurde der Glaube vor Pfingsten versiegelt? Dies geschah einfach, indem Jesus zu Menschen sagte: “Komm und folge mir nach!” oder “Deine Sünden sind dir vergeben!” Jesus war ja nicht nur ein Mensch sondern auch der Sohn Gottes, eine Person der Gottheit, deswegen war sein Ruf sakral, das heißt kraftvoll und übernatürlich. In der Kraft dieses Rufes konnten die Menschen, “die Johannes zu Sündern gemacht hatte” durch seine Bußtaufe, wirklich gottgefällig leben. Nach Pfingsten erging und ergeht dieser Ruf Jesu durch die sakramentale Taufe, wo wir armen Sünderlein der Sünde absterben und mit Jesus auferstehen. Nach der sakramentalen Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Täglich nehmen wir diese Heilstatsachen im Glauben in Anspruch und überwinden dadurch die sündhaften Neigungen unseres Leibes (der Leib ist auch nach der Taufe noch sündhaft). In diesem täglichen Kampf gegen das Böse und dem täglichen Streben nach der Nächstenliebe erkennen wir immer mehr unsere innewohnende Sündhaftigkeit. Da wird uns das Opfer Jesu auch zum überaus teuren und kostbaren Sühneopfer für unsere Sünden und wir dürfen uns auch der Vergebung aller unserer Sünden im Glauben erfreuen. Das ist die Gerechtigkeit aus Glauben.

Johannes der Täufer: Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. 9 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 10 Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? 11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. 12 Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? 13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! 14 Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!”  (Lukasevangelium 3, 8-14)

Johannes der Täufer: “Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.” (Johannesevangelium 3, 36)

Siehe auch Johannes der Täufer.

Übrigens, die Erfüllung des Gesetzes (der Thora) ist die Liebe, die Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Im Zusammenhang mit der Taufe empfangen wir den Heiligen Geist, der uns hilft Liebe zu üben im Alltag an unseren Mitmenschen. Solch ein Leben ist nicht mit dem Gesetz in Konflikt und somit ist unsere Gerechtigkeit besser als die der Pharisäer und Schriftgelehrten. Und darauf wollte auch Johannes der Täufer schon hinaus mit seiner Bußpredigt und Bußtaufe, daß wir wirklich verändert werden sollen durch Buße, Glauben und Taufe. Wir sollen nicht nur Menschen sein, die ein “Sündengefühl” oder “Sündenbewußtsein” haben und sich an die Vergebung in Jesus klammern, sondern die Sünde soll wirklich allmählich aus unserem Leben verschwinden und der Liebe weichen. Sehen wir zu, bringen wir rechtschaffene Frucht der Buße.

 

Der Unterschied zwischen der Taufe des Johannes und der sakramentalen Taufe der Kirche

Apostelgeschichte 19, 4-5 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus.

Johannes der Täufer hat also die Juden zur Buße (Umkehr) aufgerufen und seine Taufe war eine Bußtaufe. Lesen Sie doch mal Apostelgeschichte 19, 1-7 (siehe unten) komplett. Da sehen Sie, wie Paulus 12 Jünger, die bereits die Taufe des Johannes empfangen hatten, noch einmal tauft. Offensichtlich entsprach die Taufe des Johannes nicht der späteren Taufe (nach Pfingsten) durch die Kirche, sonst hätte Paulus die 12 Jünger nicht noch einmal getauft.

Diese 12 Jünger waren nicht nur von Johannes getauft worden, sondern hatten auch seine Predigt gehört, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen würde, nämlich an Jesus. Mit Sicherheit hatten diese 12 Jünger aufrichtig Buße getan und “glaubten” an Jesus, schon bevor sie Paulus begegneten. Nichtsdestotrotz hält es Paulus für dringend geboten, sie noch einmal zu taufen. Und bei dieser “kirchlichen” Taufe durch Paulus empfingen sie den Heiligen Geist.

Da sehen Sie, wie wichtig die Taufe ist. Natürlich ist es auch enorm wichtig, daß wir erst Buße tun und glauben vor der Taufe. Aber den Geist empfangen wir nur im Zusammenhang mit der Taufe. Wie sollen wir jemals Früchte des Geistes hervorbringen ohne den Geist? Aber wer keine Frucht bringt, der wird das Reich Gottes nicht ererben. Also ist die Taufe heilsnotwendig.

Apostelgeschichte 19, 1-7 Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. 2 Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. 3 Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. 6 Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. 7 Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer.

Apostelgeschichte 2, 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

Anmerkung:

Die o. g. Taufe der 12 Jünger durch Paulus war selbstverständlich keine Wiedertaufe, da die Taufe des Johannes nicht die Taufe war, die Jesus eingesetzt hatte (Matthäus 28, 19-20). Johannes konnte nur mir Wasser taufen, es war wirklich nur Wasser (Matth. 3, 11), aber im Zusammenhang mit der Taufe durch die Kirche empfangen wir den Heiligen Geist (Johannes sagte: “Ich taufe euch mit Wasser, der aber nach mir kommt, wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.”)

Matthäusevangelium 3, 11 Ich (Johannes der Täufer) taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt (Jesus), ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen (das ist die sakramentale Taufe durch die Kirche).

Einsetzung der sakramentalen Taufe durch Jesus:

Matthäusevangelium 28, 19-20 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Beginn der sakramentalen Taufe nach Pfingsten:

Apostelgeschichte 2, 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

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Das heilige Abendmahl

Bezüglich der Abendmahlslehre stimme ich ganz mit Luther und Bonhoeffer überein. Die Abendmahlslehre Luthers findet man z. B. im “Großen Katechismus“.

Die evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bewahrt zwar die korrekte Abendmahlslehre der Theorie nach, aber es ist natürlich ein Unding, eine unsägliche Katastrophe, daß es einem heute passieren kann, daß ein homosexueller Pfarrer die Abendmahlsfeier zelebriert. Noch dazu nimmt er selbst an dem Mahl teil, was natürlich Blasphemie ist. Homosexualität gehört zu den groben Sünden (es scheint sogar, daß es eine der gröbsten Sünden ist) und schließt vom Reich Gottes bzw. der Kirche aus.

Vom Sakrament des Altars oder Hl. Abendmahl (aus Luther’s “Großem Katechismus”)

“Deshalb soll man hier die Leute unterscheiden: Denen nämlich, die freche und wilde Menschen (siehe Anmerkung 1)  sind, soll man sagen, sie sollen davon (vom Abendmahl) wegbleiben; denn sie sind nicht geschickt (in der Verfassung), Vergebung der Sünden zu empfangen, da sie diese nicht begehren und nicht gern fromm sein möchten. Die andern aber, die keine solche rohen und losen Leute sind und gerne fromm würden, sollen sich nicht davon sondern, auch wenn sie sonst schwach und gebrechlich sind. So hat auch der Hl. Hilarius gesagt: “Wenn eine Sünde nicht derart ist, daß man jemand mit Recht aus der Gemeinde stoßen und für einen Unchristen halten kann, soll man nicht vom Sakrament wegbleiben”, damit man sich nicht des Lebens beraube. Denn soweit wird niemand kommen, daß er nicht viel tägliche Gebrechen in seinem Fleisch und Blut behält.”

Anmerkung 1

Ich kann mir schlichtweg und schlechthin keine frechere und wildere Menschen vorstellen als homosexuelle Pfarrer – “da laß doch gleich den Teufel selbst das Abendmahl nehmen und zelebrieren” (würde wahrscheinlich Luther dazu sagen). Das ist doch einzigartig in der 2000jährigen Geschichte der Christenheit, daß praktizierende Homosexuelle am Abendmahl teilnehmen dürfen und, was noch schlimmer ist, sogar homosexuelle Pfarrer – “das ist doch, den Teufel angebetet” (würde wahrscheinlich Luther dazu sagen). Pfarramt und Homosexualität in einer Person des Pfarrers ist schon ein Unding an sich selbst und die Schande wird noch quadriert und multipliziert durch die Teilnahme des homosexuellen Pfarrers am Abendmahl. Es wäre schon ein Greuel, wenn ein gewöhnliches, homosexuelles Gemeindeglied am Mahl teilnehmen würde. Und es ist schon ein Greuel, wenn ein praktizierender (nicht bußfertiger) Homosexueller in der Kirche geduldet wird.

Lesen Sie, was Luther über das Abendmahl geschrieben hat in seinem “Großen Katechismus”; ich habe dem eigentlich nichts hinzuzufügen.

Nur auf folgende Passage wollte ich kurz das Augenmerk richten:

“So haben wir nun das ganze Sakrament besprochen, sowohl was es an sich selbst ist, als auch was es bringt und nützt. Nun muß man auch sehen, wer die Person ist, die diese Kraft und diesen Nutzen empfangen soll. Das ist, ganz kurz gesagt, wie es oben bei der Taufe und sonst oft gesagt worden ist, [der], der das glaubt, wie die Worte lauten und was sie [mit sich] bringen. Denn sie sind nicht [zu] Stein und Holz gesagt oder verkündigt, sondern denen, die sie hören; zu diesen spricht er: “Nehmet und esset usw.” Und weil er Vergebung der Sünden anbietet und verheißt, so kann es nicht anders als durch den Glauben empfangen werden. Solchen Glauben fordert er selbst in seinem Wort, indem er sprich: “Für euch gegeben und für euch vergossen.” Das ist, als wollte er sagen: Darum gebe ich’s und heiße euch essen und trinken, daß ihr’s euch aneignen und genießen sollt. Wer sich nun das gesagt sein läßt und glaubt, daß es wahr ist, der hat es. Wer aber nicht glaubt, der hat nichts; denn er läßt es sich umsonst anbieten und will dieses heiligschaffende Gut nicht genießen. Der Schatz ist wohl aufgetan und jedermann vor die Türe, ja sogar auf den Tisch gelegt; es gehört aber dazu, daß du ihn dir auch aneignest und ihn gewiß für das hältst, was dir die Worte angeben.”

Die Taufe empfangen und am Heiligen Abendmahl teilnehmen soll nur der Mensch, der sich seiner tiefen Sündhaftigkeit bewußt ist und aufrichtig Besserung sucht durch die befreiende Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu. Durch die Sakramente wird der Gläubige der befreienden Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu teilhaftig.

Schon bevor der Taufkandidat getauft wird, muß er es für wahr halten, daß er ein sündiger Mensch ist, daß er Vergebung und Erlösung erfahren kann durch Jesus und sein Opfer und daß ihm das bei der Taufe durch Gott selbst zugeeignet wird. Der Glaube vor der Taufe ist minimal, eben nur ein Für-wahr-halten, aber dennoch ist er notwendig.

Es soll sich kein Mensch taufen lassen, der nicht glaubt, daß er sündig ist; der nicht glaubt, daß Jesus für ihn starb und auferstand oder der nicht glaubt, daß ihm Gott durch die Taufe Heil gibt.

Das Heilige Abendmahl dient zur Vergewisserung der Vergebung und zur Stärkung des Glaubens. Es ist für den Christen bestimmt, der im täglichen, erbitterten Glaubenskampf gegen sein sündiges Fleisch erkennen muß, daß er nicht sündlos werden kann. Wer natürlich in groben Sünden wie Hurerei, Habgier, Hass, Mord, Totschlag, Dieberei, Ehebruch, Betrug, etc. lebt, der ist überhaupt kein Christ und soll deswegen auf keinen Fall an dem Mahl teilnehmen (er ist und trinkt sich selbst Gericht). Denn auch das heißt das Mahl nicht recht unterscheiden, also es als profanes Essen und Trinken zu betrachten, wenn einer, der in groben Sünden lebt, daran teilnehmen würde.

Wer also am Abendmahl teilnehmen will, der muß das Folgende für wahr halten: unser Fleisch bzw. Leib bleibt sündig in sich selbst auch nach der Taufe. Wir kämpfen täglich gegen unser Fleisch an, indem wir glauben, daß wir mit Jesus gestorben und auferstanden sind (der Sünde abgestorben und in Christus). Wir werden durch die befreiende Kraft Jesu bis zu einem hohen Grad unser sündiges Fleisch “zähmen” können und Nächstenliebe üben, aber gerade dem, der in solchem Überwinden lebt, der wird immer wieder die schmerzliche Erfahrung machen müssen, daß er nicht sündlos werden kann. Wer diesen Schmerz fühlt, für den ist das Abendmahl bestimmt. Es stärkt den Glauben des armen Sünderleins, daß Jesus ihm Vergebung erworben hat und daß Jesus ihn noch mehr frei machen will und kann.

Es ist wie bei der Taufe: Vorher können wir nur Für-wahr-halten, aber auch wenn das in sich selbst nicht viel ist, so ist es doch notwendig. Den Segen empfangen wir dann, wenn wir tatsächlich am Mahl teilnehmen, essen und trinken unter Gottes Wort (dies ist mein Leib, für euch gegeben und dies ist mein Blut, für euch vergossen). Da stärkt Gott selbst unseren minimalistischen Glauben durch Christi Leib und Blut. Ich bin mit Christus gestorben und mit Christus auferstanden durch die Taufe und dieser Bund wird erneuert, befestigt und erhalten durch das Hl. Abendmahl: Auf sakramentale Weise durchdringt mich Gott mit Christus, der himmlischen Speise, wenn ich an dem Mahl teilnehme; dies ist etwas, was man mit dem Verstand nicht erfassen kann; wer aber am Mahl teilgenommen hat, der darf sich sicher sein, daß Gott in gestärkt hat mit himmlischer Arznei. Es ist ein sakramentales Essen und Trinken.

 

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Überrascht von Freude

Hebräerbrief 1, 9 “Du (Jesus) hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.”

Es kann nicht anders sein, als daß der Christ in der säkularen Welt viel Leid und Ablehnung (bis hin zur Verwerfung) erfahren muß. Das ehemals christliche Abendland fällt immer mehr vom Glauben ab und die Menschen verhalten sich wieder heidnisch (Neu-Heidentum). Vermutlich ist zwischen unserer modernen Gesellschaft und der Gesellschaft des antiken römischen Reiches vor der Christianisierung gar kein großer Unterschied mehr. Es gilt einfach wieder das Recht des Stärkeren (bitte fassen Sie das nicht allzu juristisch auf): Der Gerissenste, der Brutalste, der Schlauste, der Stärkste, der Stolzeste, etc. setzt sich durch.

Jesus war sanftmütig und demütig und von diesem Geist ist auch ein Christ beseelt. Die modernen, neuheidnischen Wölfe werden den Schafen Christi ganz schön zusetzen, das liegt in der Natur der Sache. Die Schafe hätten allen Anlaß zur Traurigkeit.

Wir dürfen aber nicht vergessen, daß ja der Christ von einem Geist beseelt ist, der wirklich mächtig ist. Das Christentum ist ja nicht nur eine Lehre oder ein Prinzip oder eine Haltung, sondern jeder Christ ist in Christus bzw. hat den Heiligen Geist.

Der gleiche Geist, der Sanftmut und Demut wirkt, tröstet auch diejenigen, die um ihrer Sanftmut und Demut willen, das heißt um ihres Glaubens willen, verfolgt werden. Diese himmlische Freude tröstet weit hinweg über alle Traurigkeit. Es ist eine Freude, die der heidnische Mensch niemals kennenlernen wird – sie macht sogar gesund.

Im obigen Vers heißt es, daß Jesus mit Freudenöl gesalbt wurde, weil er die Gerechtigkeit geliebt hat und die Gesetzlosigkeit gehaßt. Was hat das mit Sanftmut und Demut zu tun?

Die Voraussetzung für Gerechtigkeit im Alltag ist Sanftmut und Demut. Immer wieder kommt es im Alltag zu Rechtshändeln und da sind Christen nicht ausgenommen. Manchmal wird man tatsächlich ungerecht behandelt und manchmal bildet man es sich bloß ein. In beiden Fällen soll aber der Christ sich nicht selbst rächen, sondern seine Rechtssache dem Herrn befehlen. Dies ist nur möglich, durch eine übernatürliche Sanftmut und Demut, die der Heilige Geist schenkt. Und auf diese Weise hält sich der Christ fern von der Ungerechtigkeit.

Der Autor des Hebräerbriefs hätte genauso schreiben können, Gott habe Jesus mit Freudenöl gesalbt für seine Sanftmut und Demut.

Wieviele Menschen leiden heute unter Depressionen, Verzweiflung, Unglück, Krankheit, usw. und sind sich nicht bewußt, daß es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verhalten ihren Mitmenschen gegenüber und ihrem physischen bzw. psychischen Zustand. Wahrscheinlich wurden weltweit noch nie so viel Psychopharmaka verkauft wie heute. Daß Psychopharmaka nur die Symptome der Erkrankungen beseitigen, nicht aber deren Ursachen, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.

Sollte man nun diesen Menschen empfehlen, einfach sanftmütig und demütig zu sein und ihr Zustand würde sich dann bessern.

Weiter oben schrieb ich, daß der Heilige Geist uns tröstet, wenn wir um des Glaubens willen angefeindet werden. Der gleiche Geist wirkt Sanftmut und Demut und Sanftmut und Demut sind etwas übernatürliches.

Jeder Mensch, der den Geist nicht hat, würde kläglich scheitern, wenn er versuchte sanftmütig und demütig zu sein; vielleicht mit dem Ziel seine Lebensfreude zu steigern. Wenn auch der Vorsatz an sich gut ist, wird er doch nicht das Ziel erreichen, das er sich gesetzt hat, sondern nur noch depressiver, noch verzweifelter und noch unglücklicher werden. Wer in einem solchen Zustand ist, der klage aber nicht Gott an, der Sanftmut und Demut gebietet, sondern erkenne sein eigene, innewohnende Unzulänglichkeit und bitte Gott um Erlösung bzw. den Heiligen Geist.

Wenn wir also Lebensfreude haben wollen, dann brauchen wir den Heiligen Geist, der uns auch die Kraft gibt, sanftmütig und demütig zu sein.

Wenn wir nach Empfang des Geistes durch die sakramentale Taufe dann Sanftmut und Demut üben, bedeutet das nichts anderes als diesem Geist immer mehr Raum zu geben, das heißt ihn nicht zu dämpfen oder auszulöschen. Wir bleiben sozusagen in der Freude, die uns am Anfang umsonst geschenkt wird und in der Sanftmut und Demut; wir bleiben in Christus (die Ausdrücke “in Christus sein” und “den Heiligen Geist haben” sind gleichwertig).

Wichtig: Durch Sanftmut und Demut erwerben wir uns keine Lebensfreude, sondern wir bewahren die Freude, die uns am Anfang umsonst geschenkt wurde; das ist enorm wichtig, zu verstehen. Wir bleiben in Ihm, der selbst die Freude ist, wir bleiben in Christus. Kein Heil durch Werke sondern durch Gnade.

Die säkulare Welt hat vielleicht eine etwas einseitige Sicht vom Christentum und schaut nur auf das Leiden des Christen und die Ablehnung, die er erfährt, aber übersieht, daß jedem Christen, der Leiden und Ablehnung geduldig erträgt, der Trost Gottes zu Teil wird: Überrascht von Freude. Wie fatal wäre es, wenn sich ein Mensch durch diese einseitige Sicht vom Glauben an Jesus abhalten lassen würde.

Wo ist der Ort in Raum und Zeit, wo wir den Geist der Freude und Sanftmut und Demut empfangen?

Es ist die sakramentale Taufe.

Ohne die Taufe können wir einen relativ kleinen Glauben daran aufbringen, daß Jesus für uns starb und auferstand; daß Gott seinen geliebten Sohn gab für uns Sünder (Brutalität und Hochmut sind z. B. Sünden) und von den Toten auferweckte, damit er uns rechtfertige. Es ist nicht viel mehr als ein Für-wahr-halten. Wir fühlen uns als Sünder und setzen unsere Hoffnung auf Jesus und sein Opfer. Dieser Mini-Glaube muß durch die Taufe versiegelt werden bzw. enorm verstärkt werden. In der Taufe sterben wir der Sünde ab und auferstehen zusammen mit Jesus zu einem neuen Leben; wir empfangen den Heiligen Geist und befinden uns nach der Taufe in Christus.

Apostelgeschichte 2, 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

Die Taufe ist kein magisch-mechanischer Akt, der uns umwandelt gegen unseren Willen. Gott wird uns nicht “vergewaltigen”. Schon vor der Taufe muß ein gewisser Glaube da sein, den der Geist wirkt: Der Geist zeigt uns unsere Schuld bzw. Sündhaftigkeit; wir fühlen uns wirklich als erlösungsbedürftige Sünder; außerdem erkennen wir, daß Heil in Jesus ist und uns verlangt nach diesem Heil.

Wer schon als Kind bw. Säugling getauft wurde, erinnere sich dieser Taufe. Die Säuglingstaufe ist gültig. Sie wird wirksam, wenn wir uns ihrer erinnern als solche, die sich Heil und Erlösung von ihren Sünden erwarten durch den Tod und die Auferstehung Jesu.

Keine Wiedertaufe! Wiedertaufe ist verboten!

 

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Der reiche Jüngling, revidiert

Der reiche Jüngling (Matth. 19, 16-26)

16 Und siehe, einer trat zu ihm und fragte: Meister, was soll ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben habe? 17 Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich nach dem, was gut ist? Gut ist nur Einer. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. 18 Da fragte er ihn: Welche? Jesus aber sprach: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; 19 ehre Vater und Mutter« (2.Mose 20,12-16); und: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). 20 Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch? 21 Jesus antwortete ihm: Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!22 Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter. 23 Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer ins Himmelreich kommen. 24 Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. 25 Als das seine Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Ja, wer kann dann selig werden?26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist’s unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich.

Jesus hatte gerade Kinder gesegnet und damit indirekt das Mandat der Ehe und der Arbeit bestätigt: “Der Mensch erzeuge Güter und Dienstleistungen und Kinder”. Danach machte sich Jesus auf nach Jerusalem, wo er leiden sollte.

Da kommt ein reicher Jüngling zu ihm gerannt, hält Jesus am Arm fest und sagt zu Jesus: “Ich bin genau so einer, wie du es dir wünscht; ich habe Reichtum erworben, Weib und Kind.” Er sagt gleichsam zu Jesus, er gehöre zu den Guten auf Erden, die wissen, wie das Leben funktioniert, mit dem Leben zurechtkommen. Er gehörte zu denen, die, mit einem Etikett auf die Stirn geklebt, geboren werden: “Haber”: Arbeit haben, Geld haben, Vermögen haben, Familie haben. “Haben” war das Grundattribut seiner Persönlichkeit. Aber manchmal, in stillen Momenten, kam es über ihn und er fragt sich, was nach dem Tod wäre. Was konnte er tun, um auch noch nach dem Tod alles zu haben. Da kam ihm Jesus gerade recht, dieser bekannte Wanderrabbi konnte ihm bestimmt Auskunft geben.

Der Jüngling fragt Jesus, was er Gutes tun müsse, um das ewige Leben zu HABEN. Zunächst muß Jesus klarstellen, daß er nicht zu den Habern und Sagern auf Erden gehört und schon gar nicht ihr Meister  sein will. Der Jüngling erwartete von Jesus eine Antwort, die sich in den Kategorieen dieser Welt bewegte, aber Jesus weist ihn zu Gott, der ihm Auskunft über das Gute geben konnte. Da Jesus freundlich war, sagt er ihm auch noch, was Gott von ihm verlangte, das er tun sollte: “Halte die Gebote!” Jesus geht seelsorgerlich liebevoll mit dem Jüngling um und sagt im zunächst nur die Gebote, die auch in der Spießbürgerwelt bekannt sind (Jesus klammert die Gebote aus, wo es um die Liebe zu Gott geht), um ihn nicht zu überfordern. Der Jüngling als ehrenwerter Staatsbürger kommt nicht umhin zu sagen, er habe alle diese Gebote gehalten, wobei er sogar schon innerhalb dieses verkleinerten  Rahmens der Gebote in einer Täuschung über sich selbst lebte, denn wie konnte er reich sein und bleiben und gleichzeitig seinen Nächsten lieben wie sich selbst? Okay, manchmal, wenn er in Jerusalem zum Einkaufen war, warf er einem Bettler ein paar Denar in die Büchse, aber  in seinem Dorf eine Schule für arme Kinder (siehe Anmerkung 1, unten) zu bauen, das war doch wohl zuviel verlangt.

Jetzt wird Jesus ein bischen energischer und verlangt von dem Jüngling alles den Armen zu geben und ihm dann nachzufolgen. Sollte es ihm, der angeblich seinen “Nächsten wie sich selbst liebt”, schwerfallen, alles den Armen zu geben? Jesus befreit den Jüngling zunächst aus seiner Selbsttäuschung, er liebe seinen Nächsten wie sich selbst. Jesus geht aber noch weiter und versucht ihn aus seiner beschränkten Welt der Spießbürger herauszuholen, indem er sagt: “Folge mir nach!”  Jesus will nicht nur das Verhältnis des Jünglings zu seinem Nächsten in Ordnung bringen, sondern auch sein Verhältnis zu Gott. Jesus verlangt jetzt zwei Sachen von ihm: “Gib alles den Armen!”, “Folge mir nach!”. Es geht in Wirklichkeit nur  um eine Sache: Jesus nachfolgen. Der Reichtum des Jünglings war sein Götze (namens Mammon) geworden, der ihn von Jesus fernhielt.  Der Reichtum des Jünglings war deshalb zu seinem Götzen geworden, weil er seinem armen Nächsten nichts davon abgab. Jesus sagt: “Verlasse deinen Götzen und komme zu mir, dem wahren Gott”. In der Nachfolge hätte der Jüngling übrigens automatisch die ganze Palette der Gebote erfüllt (auch Gott lieben) nicht nur den “kleinen Rahmen der Gebote”. Wenn wir Gott unser ganzes Leben opfern (Jesus nachfolgen), das ist die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit – Gott lieben.

Da ging der Jüngling betrübt davon, denn sein Götze war ihm wichtiger als Gott. Jesu Kommentar dazu: “Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Reich Gottes  komme.”

Die Jünger entsetzen sich und sprachen: “Wer kann dann in das Reich Gottes kommen?”

Die Jünger hatten Jesus sehr gut verstanden. Das Problem des Jünglings war, daß er seinen Reichtum nicht richtig gebrauchte, indem er Armen damit geholfen hätte und so wurde ihm sein Reichtum zum Dämon und Fluch, der ihn von Jesus fernhielt.

Aus der Frage der Jünger wird klar, daß das Maß der Menge der Güter unerheblich ist, sondern es geht nur um das falsche Verhältnis zu den Gütern. Auch der einfachste Arbeiter hat immer ein paar Cent übrig und kann damit Menschen in Not helfen. Tut er es nicht, werden seine Cents zu Giftpillen für ihn selbst. Gerade der Arbeiter, der die Wohlhabenden verflucht, ist in Gefahr unter dem gleichen Fluch zu stehen.

Egal ob Arbeiter oder Bankdirektor, wichtig ist die Bereitschaft mit den eigenen Mitteln zu helfen, wo Not ist. So gebraucht man seine Güter richtig. Nun kommt natürlich gleich wieder einer gerannt und sagt: “Ach so, es geht ja nur darum, ob man an seinem Vermögen hängt oder nicht, also ich spare weiter.” Dieser sollte sich aber fragen, ob es nicht irgend eine Not gibt, von der er weiß. Übersieht er tatsächlich die Plakate der “Kindernothilfe (siehe Anmerkung 2, unten)”, wenn er zur Arbeit fährt? Was ist mit seiner Cousine, die arbeitslos geworden ist und kaum die Miete zahlen kann? Und da kommen wir zu guter Letzt noch zum bösen Auge. Was meint Jesus mit “böses Auge”? Ein böses Auge ist ein Auge, das die Not der Mitmenschen übersieht und zwar in der Art einer vollständigen Ausblendung der Not des Nächsten aus der Wahrnehmung, was einem optischen Defekt entspricht, wie Farbblindheit und so ist es ein böses Auge. Über das Gebot “Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!” hat Jesus den Jüngling schon aufgefordert richtig mit seinen Gütern umzugehen, da er aber ein böses Auge hatte, merkte er gar nicht, daß er dies Gebot nicht hielt.

Angenommen, Jesus hätte nur zum Jüngling gesagt: “Hilf Menschen in Not!”, hätte der gleich gekontert: “Wem soll ich helfen?” und “Wieviel soll ich geben?” Der Jüngling hätte sich also in den ethischen Konflikt geflüchtet, um dem Gebot auszuweichen. Indem Jesus zwei Dinge eindeutig verlangt, nämlich “gib alles” und “den Armen” schneidet er dem Jüngling jeden Fluchtweg ab und stellt ihn vor die Entscheidung.

Schade, Jesus liebte den Jüngling und wollte ihm helfen wie ein Arzt und Hirte, aber er lief davon.

Zuletzt wirft Jesus noch einen Blick auf die Jünger und spricht sie selig, denn sie hatten alles verlassen und waren ihm nachgefolgt.

Und noch etwas Grundsätzliches: Es geht bei der Nachfolge nicht darum arm zu werden, sondern alle Bereiche des Lebens der Herrschaft Jesu zu unterstellen, sei es nun Geld, sei es die Ehe, sei es der Beruf, sei es Gemeindearbeit,  usw. Das Leben des Jüngers ist unter der Herrschaft Gottes. So wie füher die Jünger buchstäblich hinter Jesus herliefen, so wird heute das Leben des Jüngers auch von der Teilnahme am Leben der Kirche besimmt sein, denn in der Kirche ist Jesus gegenwärtig. Beten wir, daß Gott seine Kirche erneuert. Wenn ich irgendwo lebe, wo es keine lebendige Gemeinde gibt, ich mich also nirgends anschließen kann, dann zählt mein Wünschen wie eine reale Mitgliedschaft.

Gefahren:

Mit Güter meint Jesus selbstverständlich nicht Betriebskapital. Ein Christ, der eine Firma hat, kann diese ruhig behalten. Gerade eine christlich geführte Firma kann sogar Teil der Nachfolge Jesu sein. Mit Güter meint Jesus z. B. totes Privatkapital, das auf Sparkonten vor sich “dahin fault”, wo man doch z. B. Schulen in Afrika (siehe Anmerkung 1, unten) damit finanzieren könnte.

Hinweis:

Es besteht immer die Gefahr sich in den ethischen Konflikt zu flüchten: “Wem soll ich helfen?”, “Wieviel soll ich geben?” Wer Christ geworden ist, dessen ganzer materieller Besitz gehört Gott. Die Frage kann dann nicht mehr lauten: “Wieviel soll ich geben?”, sondern: “Wieviel darf ich behalten?” Und die letztere Frage paßt auch mit der Realität zusammen, denn die Not auf Erden ist grenzenlos und so auch die Verpflichtung zu geben. Praktisches Beispiel: Wenn alle Leute die in  München-Bogenhausen wohnen, all ihr Vermögen spenden würden, wäre das, weltweit gesehen, nur ein Tropfen auf den heißen Stein, so groß ist die Not. Die Forderung Jesu an den reichen Jüngling war durchaus realistisch.

Anmerkung 1

Das Problem des “Armen” ist eigentlich sein Gefangensein in der Schicht der Armen. Allein durch das Geben von Almosen kann man einem Armen nicht helfen, sondern man muß ihn aus der gesellschaftlichen Isolierung befreien, in der er sich befindet. Dies kann nur die Christliche Kirche tun, wo Jesus gegenwärtig ist durch den Heiligen Geist. Der Heilige Geist bewirkt eine Liebe, die völlig frei ist vom Ansehen der Person, das heißt ein Armer Mensch, der glauben will, wird genauso freundlich aufgenommen wie ein reicher Mensch, der glauben will. Der säkulare Welt würde den Armen erst aufnehmen, wenn er reich geworden ist. Aber um aus seinem Zustand der Armut herauszukommen, bräuchte er ja schon vorher Hilfe. Da ist die säkulare Welt überfordert. In der Christlichen Kirche findet also der Arme die Hilfe, die er braucht. Er wird in die Gemeinschaft aufgenommen ohne jegliche Vorbehalte, wenn er glaubt, daß Jesus seine Sünden am Kreuz getragen hat, Jesus auferstanden ist, um ihn gerecht zu machen und wenn er glaubt, daß er durch die sakramentale Taufe mit der befreienden Kraft des Opfers Jesu verbunden ist. Es muß der Wille da sein, die Taufe als Ruf in die Nachfolge zu verstehen und in der Kraft der Taufe tatsächlich Jesus nachzufolgen.

Die Kirche sagt auch zum Armen nicht nur: “Gerade Du brauchst Jesus!”, sondern sie ist auch in der Lage in der sakralen Liebe des wahren Jesus den Armen bei sich aufzunehmen und ihn völlig zu intergrieren und zu akzeptieren ohne Ansehen seiner Person. Dies beinhaltet selbstverständlich auch materielle Hilfe. Die Liebe der wahren Kirche ist sakral, ganzheitlich, vollständig, wirksam, es ist die Liebe Jesu, Jesus selbst. Der wiederhergestellte Mensch wird die Liebe Jesu weitergeben, denn Liebe wäre nicht Liebe, wenn man sie nicht an seinen Mitmenschen übte. Wer die Liebe (Jesus) der Kirche wirklich angenommen hat, der wird sie auch weitergeben. Die Kraft der Kirche besteht darin, daß sie ein sakraler Ort ist; Jesus ist gegenwärtig durch den Heiligen Geist; Wunder sind möglich im Raum der Kirche – Menschen werden heil, auch hoffnungslose Fälle.

Schlussfolgerung: Eine “Schule für Arme” kann also ausschließlich nur eine “christliche Schule” sein. Ein heutiger “Reicher Jüngling” sollte also, wenn er anfangen will, sein Vermögen gemäß dem Willen Gottes zu verwenden, Gelder an eine diakonische Einrichtung der Kirche spenden, die Schulen betreibt.

Wir haben allerdings das Problem, daß heute in Deutschland alle Kirchen vom Glauben an Jesus abgefallen sind; sowohl die EKD, die katholische Kirche als auch die Freikirchen. Wenn Sie, lieber Leser, ein “Reicher Jüngling” sind, dann tun Sie das Folgende: Überantworten Sie im Gebet ihr Vermögen Gott, so wie Sie alle Lebensbereiche ihm unterstellt haben. Beten Sie, daß er Ihnen zeigen möge, wem Sie etwas spenden sollen. Beachten Sie, daß nur die wahre Kirche Jesu Menschen helfen kann. Lassen Sie sich wirklich genügend Zeit mit ihrem Gebet. Gott kennt ihr Herz. Er sieht ihre ehrliche Absicht, die über kurz oder lang auch zu Handlungen führen wird.

Anmerkung 2

Ich halte die “Kindernothilfe” für äußerst seriös. Sie ist sicher vorbildlich in der Verwaltung der Spendengelder, was das Materielle angeht. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die unterstützten Patenkinder wirklich im reinen Evangelium von Jesus Christus unterrichtet werden und ob die Patenkinder wirklich die sakrale Gemeinschaft der Christlichen Kirche erfahren bzw. kennenlernen, die allein sie wiederherstellen kann. Sie können das ja selbst überprüfen. Sie müssen das selbst vor Gott verantworten, wie Sie ihr Vermögen verwalten, wie Sie damit haushalten.

Siehe auch Das Weltgericht, Jüngster Tag, Gerichtstag

Noch etwas:

Die erste Frage des “Reichen Jünglings” war, was er Gutes tun müsse, um das ewige Leben zu haben. Sicherlich hatte er hie und da schon einzelne Almosen gegeben, vielleicht sogar beträchtliche Summen und erwartete nun von Jesus, daß er ihm einen Ratschlag geben würde, der sich in dieser Kategorie bewegt. Es ist aber so, daß nur die Kirche, die Gemeinschaft der Gäubigen, der Leib Jesu, Menschen wirklich helfen kann. Also konnte der “Reiche Jüngling” als Einzelner sowieso nicht wirklich etwas tun – seine Almosen verpufften einfach fast sinnlos. Und deswegen riet ihm Jesus, er solle ihm nachfolgen, was heute seine Entsprechung darin hätte, sich der Christlichen Kirche anzuschließen. Als Glied der Christlichen Kirche bin ich nun befähigt, Armen und sonstigen Menschen in Drangsal zu helfen, denn ich komme zu ihnen als ein Glied und in der sakralen Gemeinschaft der Kirche. Die Kirche wird immer wieder Hilfsaktionen durchführen oder sogar dauerhafte Einrichtungen schaffen, die diese Aufgabe wahrnehmen. Wenn ich als Einzelner mich nun an diesen Hilfsaktionen beteilige, dann wird mein Tun zu einer wirklichen Hilfe für Menschen in Not, denn ich komme zusammen mit der Kirche, zusammen mit Jesus, in sakraler Kraft. In der Gemeinschaft der Kirche fließt die Liebe Gottes durch mich hindurch hin zu meinen Mitmenschen.

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Gott, der Spielverderber – oder die Sünde?

Im Folgenden möchte ich einige Dinge aussprechen, die eigentlich Selbstverständlichkeiten (bei Selbstverständlichkeiten geht man davon aus, daß sie jeder weiß; daß sie geistiges Allgemeingut sind) sein sollten. Es gibt mindestens zwei Gründe, warum einer über eine bestimmte Sache nicht spricht oder warum sie ein Autor in seinem Buch nicht erwähnt: Entweder die Sache ist selbstverständlich, man impliziert, daß es sowieso jeder weiß oder genau das Gegenteil ist der Fall, daß die Sache völlig untergegangen ist, sodaß selbst ein beflissener Redner oder ein hochkarätiger Autor nicht mehr davon weiß. Es wäre verhängnisvoll davon auszugehen, daß eine Sache nicht erwähnt wird, weil sie selbstverständlich ist, wenn sie in Wirklichkeit deswegen nicht mehr erwähnt wird, weil sie keiner mehr weiß.

Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, daß man weiß, was Sünde ist (bitte bleiben Sie weiter auf meiner Website, trotz des Anstoßes, den dieses Wort bei Ihnen vielleicht jetzt erregt).

Ich bin mir aber nicht sicher, daß es heute noch Allgemeinwissen ist, worum es bei Sünde überhaupt geht.

Ich vermute, wenn heute ein moderner Mensch das Wort Sünde hört, dann erwartet er nichts anderes als den stürmischen Frontalangriff eines fanatischen Sektierers. In 99,999% aller Fälle wird das auch so sein. Es spielt das Wort Sünde aber auch eine Rolle bei der legitimen Christlichen Kirche, die um das Seelenheil aller Menschen bekümmert ist.

Das Kernproblem ist sicherlich, daß etliche meinen, Sünde sei erst dann da, wenn ein Gebot da sei und dieses gebrochen würde. Das Wort Sünde wird als etwas äußerst belastendes empfunden; es stört unser Wohlbefinden auf das Äußerste. “Anscheinend hat Gott die Gebote nur deshalb gegeben, um uns unglücklich zu machen, denn wenn keine Gebote da wären, könnten wir sie auch nicht brechen. Folglich gäbe es keine Sünde und die Menschheit wäre glücklich.”

Dies ist ein schweres, fast tödliches Missverständnis.

Sünde existiert, auch wenn keine Gebote da sind.

Angenommen, Gott hätte uns nie Gebote (z. B. das Gesetz der Thora) gegeben, dann wäre trotzdem die Sünde da. Sünde ist nicht erst dann da, wenn man ein Gebot bricht, sondern schon dann, wenn man gegen die Liebe handelt bzw. lieblos oder egoistisch.

Das Grundprinzip des Universums ist Liebe. Unser Universum besteht in Gott, der die Liebe ist. Unsere Welt hängt in einem unsichtbaren “Geflecht”, das Liebe ist. Wenn auch alle Menschen dieser Welt mit diesem Gott freiwillig in Einklang wären und sich gegenseitig lieben (nicht erotisch) würden, dann hätten wir völlige Harmonie auf Erden. Leider ist es so, daß wir uns häufig hassen oder sogar Böses antun. Nicht nur unser Nächster spürt, wenn wir an ihm sündigen, ihm Böses antun, gegen die Liebe handeln, sondern auch Gott selbst, “in dem wir leben und weben”.

Apg. 17, 28 Denn in ihm (Gott) leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.

Hiob 34, 14-15 Wenn er (Gott) nur an sich dächte, seinen Geist und Odem an sich zöge, 15 so würde alles Fleisch miteinander vergehen, und der Mensch würde wieder zu Staub werden.

Herbräerbrief 1, 3 Er (Jesus) ist der Abglanz seiner (Gottes) Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe.

In unserem Körper wirken viele Organe zusammen. Jedes Organ dient dem Gesamtkörper, aber die Organe dienen sich auch gegenseitig. Angenommen, ein Organ würde plötzlich viel mehr Nährstoffe verbrauchen als im Gleichgewichtszustand, dann würde das der Gesamtkörper spüren und auch die anderen einzelnen Organe. Gelegentlich nennen wir so etwas Krebs. Ein Organ fängt plötzlich an zu wuchern, es zieht nur noch Nährstoffe, aber erzeugt keine mehr. Das Organ ist egoistisch geworden, es handelt lieblos an seinen Mitorganen und am Gesamtkörper mit seinem Haupt. Keiner findet heute etwas dabei, wenn solch ein Krebsgeschwür herausgeschnitten, das heißt vernichtet wird. Sünder sollten also Gott dankbar sein, daß er Sünder nicht so schnell vernichtet, wie Chirurgen Krebsgeschwüre.

Angenommen, unser Magen würde ein Magengeschwür bilden, dann wäre das für uns schlecht und schmerzhaft, auch wenn es kein Gebot gibt, das dem Magen verbietet: “Du sollst nicht ein Geschwür bilden!”

Fehlverhalten erregt also Missfallen, Unglück, Schaden, Unbehagen, Unwohlsein, etc., auch wenn kein Gebot da ist, das das Fehlverhalten verbietet.

Abraham lebt mehrere Jahrhunderte vor Mose. Das Gesetz des Mose (= Gesetz der Thora) war Abraham und seinen Mitmenschen völlig unbekannt. Es konnte durchaus vorkommen, daß ein Kanaaniter Abraham ein paar Schafe stahl (Abraham war Viehzüchter und lebte in Kanaan, heute Palästina). Eines ist sicher, daß diese Handlung Abraham sehr unangenehm war, denn er erlitt einen Schaden. Also, auch ohne daß “Gott, der Spielverderber” ein Gebot gegeben hatte, war doch etwas Unangenehmes geschehen. Es kann aber sein, daß der Dieb sich bei Sache noch ganz wohlfühlte aus irgendwelchen Gründen. Ein hinzukommendes Gebot “Du sollst nicht stehlen!” hätte also dann das Wohlbefinden des Diebes beeinträchtigt, aber Abraham und andere geschützt. Sicherlich hätte der Dieb eine Neigung verspürt, Gott als Spielverderber zu bezeichnen, aber in Wirklichkeit war der Dieb selbst der Spielverderber (die Leute, vor denen wir uns also am meisten in Acht nehmen müssen, sind die, die Gott anklagen).

Gab es aber auch ohne Anwesenheit eines Gesetzes irgendwelchen Konsequenzen für den Dieb?

Römerbrief 5, 12-14  Deshalb, wie durch “einen” Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. 13 Denn die Sünde war wohl in der Welt, ehe das Gesetz kam; aber wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet. 14 Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte.

Beachte: Solange kein Gesetz/Gebot da ist, kann Sünde zwar (juristisch) nicht angerechnet werden, aber sie bewirkt dennoch den Tod.

Wie kommt das, daß die Sünde den Tod bewirkt?

Wie schon gesagt, die Grundstruktur des Universums ist Liebe. Wenn wir also lieblos handeln bzw. sündigen, dann sägen wir den Ast ab, auf dem wir sitzen bzw. zerreißen das unsichtbare Netz (Gott), das uns hält. Unser Nächster, an dem wir sündigen, kann uns unsere Sünde nicht unmittelbar heimzahlen, Gott jedoch verhängt den Tod über uns in Form von Depressionen, Verzweiflung, Krankheit, Missgeschick, etc.

Wenn wir ein Krebsgeschwür haben, dann entfernen wir es durch die Hand eines Chirurgen. Nichts anderes tut Gott mit dem Sünder, nur nicht so schnell. Gott hat eine Zeit lang Geduld mit dem Sünder, ob er nicht etwa umkehre von seinen bösen und schlechten Wegen. Der Sünder aber, der niemals umkehrt, wird am Ende vernichtet. Depression, Verzweiflung, Krankheit, etc. könnten also dem Sünder anzeigen, in welche Richtung er sich bewegt, nämlich auf den Tod zu. Diese Dinge sind also ein verzögerter Tod, der im völligen Tod endet, wenn der Sünder nicht irgendwann umkehrt.

Schon immer haben sich Menschen an Tod, Krankheit, Depression, Verzweiflung, Unkraut auf dem Acker, Hitze und Frost, Naturkatastrophen gewöhnt. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier. Zu allen Zeiten gab es wahrscheinlich immer nur wenige Menschen, die einen Zusammenhang zwischen diesen Dingen und der Sünde herstellten. Dem wirkt Gott entgegen und zwar durch Gebote. Gott möchte verhindern, daß es in Vergessenheit gerät, daß es einen Zusammenhang gibt zwischen Sünde, Krankheit, Depression und Tod.

Zum Schutz der Opfer (siehe Abraham) der Sünde/des Sünders aber auch um die Sünde wirklich als Sünde erscheinen zu lassen, hat Gott das Gesetz/die Gebote gegeben.

Röm. 7, 7-13 Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2.Mose 20,17): »Du sollst nicht begehren!« 8 Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlass und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. 9 Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, 10 ich aber starb. Und so fand sich’s, dass das Gebot mir den Tod brachte, das doch zum Leben gegeben war. 11 Denn die Sünde nahm das Gebot zum Anlass und betrog mich und tötete mich durch das Gebot. 12 So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. 13 Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, damit die Sünde überaus sündig werde durchs Gebot.

Das Gebot läßt uns also den Tod, der durch die Sünde auch ohne Gebot verursacht wird, noch viel mehr schmecken. Es kann uns dies aber zum Vorteil gereichen, wenn wir uns erziehen lassen – Gott, kein Spielverderber.

Gott will uns unser Leben mit den Geboten nicht (zumindest nicht für immer) sauer machen, sondern will uns zeigen, daß wir uns nicht im seligen Heilsstand der Liebe (Gott) befinden; wir sind nicht in Gott. In Gott wären wir frei von Depression, Verzweiflung, Unglück, Einsamkeit, etc. und dem ewigen Tod. Es wäre also klug, zu Gott zurückzukehren, in seine vertrauensvolle Gemeinschaft und Gegenwart. Gott selbst ist das Leben!

Wenn uns also die Gebote erst recht depressiv, verzweifelt, unglücklich, etc. gemacht haben, weil wir nicht anders als sie brechen konnten, dann brauchen wir Jesus:

Römerbrief 8, 1-4 So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. 2 Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. 3 Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, 4 damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.

Wie kommen wir in Christus Jesus hinein, der uns hilft unser sündiges Fleisch zu überwinden und unsere Gemeinschaft mit Gott wiederherstellt und erhält?

Evangelium: Jesus trug unsere Sünden, als er am Kreuz für uns starb. Er ist auferstanden, um uns zu rechtfertigen.

Wenn wir das einfach glauben und sakramental getauft werden (wer schon als Kind getauft wurde, soll sich auf seine Kindertaufe beziehen, die gültig ist, und nicht wiedertaufen lassen), dann sind wir mit Jesus gestorben und mit ihm auferstanden. Durch die Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Diese zwei Heilstatsachen können wir nun täglich unserem sündigen Leib entgegenhalten, der immer so zwanghaft sündigen will. Unser Leib ist nach der Taufe genauso sündig wie vorher. Nur wenn wir es täglich neu in Anspruch nehmen, daß wir der Sünde abgestorben sind durch Jesu Opfer und die Taufe und in Christus sind durch Seine Auferstehung und die Taufe, dann können wir unsere alte, egoistische Natur überwinden. Durch den Glauben an Jesus üben wir Nächstenliebe und lieben auch Gott trotz unserer sündigen, alten Natur. Wenn wir im täglichen Glaubenskampf gegen unsere alte Natur feststellen, daß wir nicht sündlos werden können, dann wird uns Jesu Opfer am Kreuz auch sehr wertvoll (teure Gnade) als Sühneopfer für alle unsere Sünden. Wir dürfen erkennen, daß wir allein durch Glauben an die Gnade Gottes in Jesus gerettet werden.

Die 10 Gebote (bitte anklicken)

2. Mose 20, 1-17

(2. Mose ist das zweite Buch der 5 Mosebücher des Alten Testamentes, welches zu Paulus’ Zeiten die Heilige Schrift darstellte)

1 Und Gott redete (Gott war auf dem Berge Sinai erschienen und schrie vom Berg herunter Richtung des Volkes Israel, das sich am Fuß des Berges versammelt hatte) alle diese Worte:

(blaue Ziffern sind die Versnummern aus dem Bibeltext)

1. Gebot: 2 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

2. Gebot: 4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis1 machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, 6 aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

3. Gebot: 7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

4. Gebot: 8 Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. 10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

5. Gebot: 12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

6. Gebot: 13 Du sollst nicht töten.

7. Gebot: 14 Du sollst nicht ehebrechen.

8. Gebot: 15 Du sollst nicht stehlen.

9. Gebot: 16 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

10. Gebot: 17 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

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Verwerfung des Klerus der evangelischen Kirche in Deutschland, des Klerus der katholischen Kirche und der Leiter von Freikirchen

Ich bin mir durchaus bewußt, daß ich nicht dazu autorisiert bin, so etwas zu tun, denn dies wäre nicht nur anmaßend, sondern sogar jenseits jeglicher Anmaßung, absolut utopisch und surreal. Eine Verwerfung der Leiter der o. g. Kirchen ist nur möglich durch ein freies  ökumenisches Konzil, das unter der Leitung des heiligen Geistes steht. Nehmen Sie also diesen Artikel mehr als den Ausfluß meines Herzens, dessen, was ich mir wünschen würde. Damit dieser Wunsch Wirklichkeit würde, bräuchten wir einen neuen Konstantin den Großen oder einen neuen Friedrich den Großen. Ob der Allmächtige so barmherzig ist uns nochmals mit solch ruhmreichen Herrschern zu beglücken, muß vorerst dahingestellt bleiben.

Voranstellen möchte ich noch, daß dieser Artikel sich nur auf den Klerus der o. g. Kirchen bezieht. Ich habe nichts gegen gewöhnliche Kirchenglieder. Gewöhnliche Kirchenglieder sehe ich mehr als bemitleidenswerte Menschen, die “Wölfen im Schafspelz” (Papst, Kardinäle, Bischöfe,  Priester, Pfarrer, Älteste, Pastoren und Gemeindeleitern von Freikirchen) auf den Leim gegangen sind. Der durchschnittliche Deutsche ist einfach um seinen Broterwerb besorgt, guckt ein bischen Fernsehen (die Amerikaner nennen den Fernseher “idiot box”) und nimmt sich kaum Zeit, sich mit hohen geistlichen Dingen zu beschäftigen. Der oberste der seelenlosen, menschlichen Roboter der Großfabrik Deutschland, Angela Merkel, trägt auch wenig dazu bei, die Kirchen mal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Wäre Angela Merkel eine wirkliche Landesmutter, dann würde sie sich auch mal um das allgemeine Glück (einschießlich Seelenheil) der Deutschen kümmern. Das vollkommene Glück des einzelnen Deutschen scheint Frau Merkel aber gar nicht am Herzen zu liegen oder zu interessieren, sondern sie ist nur darauf bedacht Deutschland immer mehr in eine riesige, perfekte Fabrik zu verwandeln und solange ihr die abgefallenen Kirchen durch lügnerische Predigten dabei helfen, wird sie auch nichts gegen sie unternehmen.

Kurzum, ich sehe gewöhnliche Katholiken, Protestanten, Freikirchen-Christen, die einfachen Kirchgänger, mehr als System-Opfer. Sie sind Opfer eines völlig abgefallen Klerus und einer sträflich säkularen Regierung.

Ich wünsche meinen lieben deutschen Mitbürgern, egal welcher Konfession oder Religion, das Heil in Christo!

Dem abgefallenen deutschen Klerus wünsche ich, daß Gott sie züchtigt und daß sie zur Besinnung kommen. Möge Gott der Bundesregierung das Beten lehren – er hat dazu Mittel.

 1. Verwerfung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Gründe für die Verwerfung

- Ordination von Schwulen, Duldung schwuler Gemeindeglieder

- kein Widerstand gegen den Islam

- kein Widerstand gegen das Papsttum

- keine Predigt der teuren Gnade (man lehrt nicht, daß die Taufe ein Ruf in die Nachfolge ist, sondern eher, daß die Taufe ein Freifahrschein in den Himmel ist)

- Nikolaus Schneider leugnet die Jungfrauengeburt (das ist sehr ernst, denn die Wahrheit ist, daß nicht Gott den Menschen Jesus angenommen hat, sondern, daß der ewige Sohn Gottes Mensch wurde und nur der Inkarnierte kann uns retten, das lehrte schon die Alte Kirche; ein durch Geschlechtsverkehr von Joseph und Maria entstandener Mensch könnte uns nicht retten – aber Schneider behauptet, Jesus sei solch ein Mensch)

- Missbrauch der Kindertaufe (die Kindertaufe ist gut in sich selbst; der Missbrauch besteht darin, daß man Kinder in einer nicht-frommen Umgebung tauft, wo der Heilige Geist nicht gegenwärtig sein kann, der allein auf die Taufe vorbereiten kann; der Missbrauch der Kindertaufe hat zur Folge, daß es sehr viele Taufscheinchristen gibt, das heißt Menschen, die sich Christ nennen, aber nicht als Christ leben – sie wissen nicht um die erlösende Kraft ihrer Kindertaufe; falls solch ein Mensch als Erwachsener doch als bewußter Christ leben will, soll er sich seiner Kindertaufe erinnern (keine Wiedertaufe!), die gültig ist, obwohl sie von der Kirche missbraucht wurde; die Taufe kommt immer von Gott und ist vom Zustand der Kirche unabhängig; auch die katholische Kindertaufe ist gültig, wird aber erst wirksam, wenn man sich ihrer im Glauben erinnert)

Der Hauptmangel der evangelischen Kirche ist die Predigt der billigen Gnade. Die richtige Lehre im Gegensatz dazu ist: Das Opfer Jesu am Kreuz war nicht nur ein Sühneopfer für unsere Sünden, sondern auch ein Werk zu unserer Befreiung. Jesus starb und auferstand nicht nur, damit uns vergeben werden kann, sondern auch um uns zu einem neuen Leben in Nächstenliebe zu befreien. Durch die sakramentale Taufe (einschließlich Säuglingstaufe; die Säuglingstaufe ist sehr gut in sich selbst) werden wir mit der befreienden Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu verbunden. Durch die Taufe sind wir mitgestorben und mitauferstanden. Unser Leib bleibt sündig in sich selbst auch nach der Taufe. Wir müssen uns täglich im Glauben erinnern, daß wir durch die Taufe und das Opfer Jesu und seine Auferstehung mitgestorben und mitauferstanden sind. Wir sind der Sünde abgestorben und in Christus durch die Taufe. Dies müssen wir unserem Leib entgegenhalten, der weiter sündigen will, das heißt egoistisch sein will. Im Glauben  überwinden wir unseren  natürlichen Egoismus und üben Nächstenliebe; natürlich lieben wir auch Gott und seinen Sohn Jesus Christus, der Mensch geworden ist (schon vor Beginn des Raum-Zeit-Kontinuums war Jesus eine Person der Gottheit, Gott, der Sohn; Jesus kam aus der Ewigkeit zu uns und nahm eine menschliche Leib an).

Es scheint so, daß man sich in einer Gesellschaft, wo einer mit dem anderen sich im Wettbewerb befindet, nicht mehr traut, das Evangelium von der Brüderlichkeit der Menschen zu predigen. Anscheinend hat man Angst mit den Machteliten dieser Welt, die eine darwinistische Auslese der Besten wollen, in Konflikt zu geraten. Vielleicht sind wir heute schon so weit, daß sich ein Klerikaler zwischen seinem Gehalt und seinem Seelenheil entscheiden muß. Wollten die Kleriker ihr Seelenheil bewahren, dann müßten sie die Wahrheit in Jesus reden. Um ihres Gehaltes willen lügen sie aber und gehen damit ihres Seelenheils verlustig; sie gehen in die ewige Verdammnis.

Bezüglich Ordination von Schwulen siehe “Schwule Pfarrer“.

2. Verwerfung der katholischen Kirche

Gründe für die Verwerfung

- Papsttum (Gott hat nie gewollt, daß sich ein Bischof über alle anderen Bischöfe erhebt; Gott will kein sichtbares Haupt seiner Kirche, sondern ein unsichtbares (der auferstandene Jesus); indem der Papst sich über alle anderen Bischöfe stellt, ist er das sichtbare Pseudo-Haupt der Kirche – er hat damit Christus bzw. dem Heiligen Geist seine Stellung bzw. Amt geraubt und ist de facto Gott in der katholischen Kirche, auch wenn er das nicht wörtlich so sagt)

siehe folgende Links:

Ich glaube an Gott, den Papst, den Allmächtigen

Ist der Papst Petri Nachfolger?

Dietrich Bonhoeffer und der Papst

- die katholische Kirche pervertiert das “Heilige Abendmahl”

siehe “Wider Satan’s Mahl

- die katholische Kirche lehrt die Gerechtigkeit aus Werken bzw. Werksgerechtigkeit

- die katholische Kirche predigt nicht das reine Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus

- die katholische Kirche unterstützt den antichristlichen Islam (das ist Hochverrat am Christentum)

siehe “Der Antichrist und sein System

- Missbrauch der Kindertaufe (die Kindertaufe ist gut in sich selbst; der Missbrauch besteht darin, daß man Kinder in einer nicht-frommen Umgebung tauft, wo der Heilige Geist nicht gegenwärtig sein kann, der allein auf die Taufe vorbereiten kann; der Missbrauch der Kindertaufe hat zur Folge, daß es sehr viele Taufscheinchristen gibt, das heißt Menschen, die sich Christ nennen, aber nicht als Christ leben – sie wissen nicht um die erlösende Kraft ihrer Kindertaufe; falls solch ein Mensch als Erwachsener doch als bewußter Christ leben will, soll er sich seiner Kindertaufe erinnern (keine Wiedertaufe!), die gültig ist, obwohl sie von der Kirche missbraucht wurde; die Taufe kommt immer von Gott und ist vom Zustand der Kirche unabhängig; auch die katholische Kindertaufe ist gültig, wird aber erst wirksam, wenn man sich ihrer im Glauben erinnert)

3. Verwerfung der wiedertaufenden Freikirchen

Grund für die Verwerfung

Die wiedertaufenden Freikirchen werden verworfen wegen der Wiedertaufe. Die Freikirchen machen ihre armen Glieder, die sie verführt haben, total unglücklich. Sie lehren ihre Glieder die vermeintliche Nachfolge Jesu ohne ihnen auch die sakrale Kraft darzureichen, die aus der sakramentalen Taufe kommt. Es ist die Hölle auf Erden, Jesus nachfolgen zu wollen ohne übernatürliche Kraft von oben – das kann nicht funktionieren. Die Leiter der Freikirchen sind schuldig am völligen seelischen Ruin vieler ihrer Gemeindeglieder bis hin zum Selbstmord. Ich sehe die Wiedertäufer als die weitaus größte Gefahr an. Sie reden so viel von Jesus und Nachfolge und viele naive Menschen lassen einfangen von dem Gequatsche (man könnte tatsächlich meinen, die Wiedertäufer seien die wahren Christen – eine gewaltige Verführung ist das). Die Freikirchen haben nur ein totes Bild von Jesus aber nicht ihn selbst in sakraler Wirklichkeit. Ihr Jesus ist pure Einbildung bzw. Utopie. Die Freikirchen sind die größte Gaukel-Komödie, die je auf Erden stattgefunden hat.

Barmherziger Gott, befreie uns von dieser Plage!

Sie könnten nun “mit Recht” zu mir sagen: “Sie verfluchtes Schwein, was ist dann die wahre Kirche?”

Die wahre Kirche ist die Kirche, die lehrt, daß die sakramentale Taufe (einschließlich Säuglingstaufe) ein Ruf in die Nachfolge Jesu Christi ist. Wer getauft ist, soll tatsächlich im Alltag, das heißt immer, egal ob er wach ist oder schläft, als treuer Christ in Wort und Werk leben, egal, was es ihn kostet. Auch die wahre Kirche würde die Säuglingstaufe praktizieren, allerdings unter der Voraussetzung, daß die Taufe in einer frommen Umgebung geschieht, wo die Gegenwart des Heiligen Geistes gewährleistet ist, denn nur der Geist kann auf die Taufe vorbereiten. Die Wiedertaufe wird strengstens abgelehnt, da sie den Menschen von seiner sakramentalen Taufe abbringt, durch die allein er die Kraft hätte Jesus nachzufolgen. Wer gestrauchelt ist, soll sich einfach seiner ersten Taufe im Glauben erinnern und in der Kraft der ersten Taufe wieder anfangen Jesus nachzufolgen (hilfreich wäre vielleicht auch die Beichte bei einem Pfarrer oder christlichen Bruder).

 

 

 

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Israel, gib mir dein Herz!

Es gibt wohl kaum einen anderen Staat auf der Welt, der militärisch so bedroht ist wie Israel. Die Lage Israels entspricht der eines Dorfes am Fuße eines Vulkans, der unmittelbar vor dem Ausbruch steht.

Israel ist wahrscheinlich in einer Lage, in der Menschen nicht mehr helfen können. Über kurz oder lang wird nur noch der Allmächtige Israel helfen können.

Grundsätzlich haben alle Menschen, Völker und Nationen die Möglichkeit zu Gott zu beten und es kann sogar sein, daß er solche Gebete erhört.

Momentan beten sicherlich orthodoxe Juden um Schutz vor islamischen Aggressoren, auf der anderen Seite beten die Muslime um Hilfe im heiligen Krieg gegen das ihnen verhasste Israel.

Es stellt sich nun die Frage: “Für wen soll sich Gott entscheiden; wem soll er helfen?” Gott scheint sich in einer Zwickmühle (Dilemma) zu befinden.

Aus der Sicht der Christlichen Kirche ist es so, daß sowohl Israel als auch die muslimischen Staaten sich außerhalb des Reiches Gottes befinden. Weder die Juden noch die Muslime glauben an Jesus, den fleischgewordenen Sohn Gottes, der für uns starb und auferstand. Diesen Jesus hat Gott mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt und er ist nun der Herrscher des Universums.

Die Bündnisse Gottes mit Israel aus dem Alten Testament sind weiterhin gültig. Alle seine alttestamentlichen Verheißungen an Israel wollte Gott erfüllen durch seinen Sohn Jesus Christus (Jesus von Nazareth). Da aber Israel als Volk Jesus von Nazareth verworfen hat, hat es sich selbst ausgeschlossen vom Reich Gottes, wo Gott durch Jesus regiert.

Israel hält weiterhin fest am Gesetzes-Judentum, eine Religion, die der Gott Israels nie verordnet hat. Die Juden sind z. B. stolz auf ihre biologische Abstammung von Abraham (“Abraham unser Vater”), ihre Beschneidung (Beschneidung des männlichen Gliedes; sie entweihen die Beschneidung, die eigentlich ein Zeichen des Glaubens Abrahams sein soll und machen ein Gesetzeswerk daraus), das bloße Haben des Gesetzes, etc. Die jüdischen Führer zur Zeit Jesu und der Apostel hielten fest an einem äußerlichen Gottesdienst: Sie beteten, fasteten und gaben Almosen, um von den Menschen gesehen und geehrt zu werden. Sie richteten auch die gewöhnlichen Juden ziemlich strenge nach dem Gesetz ohne es selbst zu halten. Sie maßten sich an geistliche Leiter (Rabbi, Vater, Lehrer, Erzieher, Leiter) zu sein, wollten als solche geehrt werden, obwohl sie mit ihrer Lehre völlig daneben lagen. Sie schworen Meineide (weil sie das Volk so strenge richteten, ihm keinen Erlöser verkündigten, gab Gott sie dahin und sie mußten selbst in den Sünden leben, die sie bei anderen richteten, was sie natürlich ständig unter Meineid ableugneten). Kurz gesagt, sie waren religiöse Heuchler.

Besonders fanatisch war auch ihre Sabbatheiligung. Sie verstanden überhaupt nicht, was der tiefere Sinn des Sabbats war. Als Jesus am Sabbat Kranke heilte, verklagten sie ihn und wollten ihn umbringen. Dabei war gerade die Heilung eines Kranken der allerbeste Gottesdienst, genau das, was man am Sabbat tun sollte. Die Heilungen gingen sicherlich auch häufig einher mit der Vergebung der Sünden und Erlösung des Sünders, und genau das hätten die jüdischen Führer so dringend gebraucht, die Jesus so scharf kritisierten. Die Juden hatten einen Götzen aus dem Gesetz gemacht, indem sie es dem Buchstaben nach hielten. Sie waren so in diesem Götzendienst gefangen und verblendet, daß sie ihren Gott, den Gott Israels, der in der Person Jesu erschienen war, nicht erkannten.

Römerbrief 2, 17-29

Wenn du dich aber Jude nennst und verlässt dich aufs Gesetz und rühmst dich Gottes 18 und kennst seinen Willen und prüfst, weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist, was das Beste zu tun sei, 19 und maßt dir an, ein Leiter der Blinden zu sein, ein Licht derer, die in Finsternis sind, 20 ein Erzieher der Unverständigen, ein Lehrer der Unmündigen, weil du im Gesetz die Richtschnur der Erkenntnis und Wahrheit hast -: 21 Du lehrst nun andere und lehrst dich selber nicht? Du predigst, man solle nicht stehlen, und du stiehlst? 22 Du sprichst, man solle nicht ehebrechen, und du brichst die Ehe? Du verabscheust die Götzen und beraubst ihre Tempel? 23 Du rühmst dich des Gesetzes und schändest Gott durch Übertretung des Gesetzes? 24 Denn »euretwegen wird Gottes Name gelästert unter den Heiden«, wie geschrieben steht (Jesaja 52,5). 25 Die Beschneidung nützt etwas, wenn du das Gesetz hältst; hältst du aber das Gesetz nicht, so bist du aus einem Beschnittenen schon ein Unbeschnittener geworden. 26 Wenn nun der Unbeschnittene hält, was nach dem Gesetz recht ist, meinst du nicht, dass dann der Unbeschnittene vor Gott als Beschnittener gilt? 27 Und so wird der, der von Natur unbeschnitten ist und das Gesetz erfüllt, dir ein Richter sein, der du unter dem Buchstaben und der Beschneidung stehst und das Gesetz übertrittst. 28 Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; 29 sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Das Lob eines solchen ist nicht von Menschen, sondern von Gott.

Bevor der Apostel Paulus zum Christentum konvertierte, war er ein äußerst strenger Jude gewesen. Nach seiner Bekehrung mußte er aber dennoch zugeben, daß sein Befinden äußerst schlecht war, solange er sich unter dem Gesetz befand (vor der Bekehrung). Der alte Paulus (Saulus) wurde durchs Gesetz sogar angeregt zum Sündigen: “Die Sünde nahm Anlaß am Gebot”, Röm. 7.

Aber das ist gerade der Sinn des Gesetzes, die Sünde als überaus sündig erscheinen zu lassen. Seit dem Fall Adams, ist der Mensch unter die Sünde verkauft, und daß das wahr ist, wird besonders deutlich dadurch, daß Gesetze uns nicht abhalten vom Sündigen, sondern erst recht zum Sündigen reizen (“verbotene Früchte schmecken gut”).

Das Gesetz zeigt mir (vor der Bekehrung) also ganz klar und deutlich, daß ich mich nicht in einem Heilsstand bzw. seligen Stande befinde, denn wenn ich in einem seligen Stande wäre, dann würde ich ein Leben führen in Liebe, das nicht mit dem Gesetz in Konflikt wäre.

Gibt es da noch einen Ausweg, für Juden und für Heiden?

Gott hat tatsächlich einen Ausweg gefunden: Er vernichtet unsere alte Existenz in der Sünde, und im gleichen Moment erweckt er uns auf, gibt uns neues Leben, ein Leben der Nächstenliebe und der Gottesliebe, das nicht mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Das ist die sakramentale Taufe (einschließlich Säuglingstaufe). Selten hat man bisher gehört, daß einer bei der Taufe tatsächlich gestorben sei, aber ständig redet Paulus davon, daß wir bei der Taufe sterben. Der Witz ist, daß wir im gleichen Moment, wo wir sterben, auch wieder neues Leben empfangen, alles passiert in einem Nu. So sterben wir ganz unbewußt. Unser alter Mensch, der zwanghaft sündigen mußte, wird für tot erklärt (deklariert) und gleichzeitig empfangen wir den heiligen Geist, der unser neues Leben ist. Unser Leib in sich selbst ist nach der Taufe genauso sündig wie vorher. Daß wir der Sünde abgestorben sind und in Christus sind, müssen wir täglich im Glauben neu ergreifen – so überwinden wir unseren sündigen Leib und lieben Gott und unseren Nächsten.

Röm. 6, 4

So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 

Röm. 8, 11

Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Galater 2, 20

Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

Jeder Mensch also, der nicht an Jesus glaubt und getauft ist, der ist nicht in Einklang mit Gott, hat nicht Gottes Wohlgefallen. Das gilt auch für die Juden. Es ist klar, daß der größte Teil der Menschheit nicht an Jesus glaubt, und somit nicht im Einklang mit Gott ist. Es besteht kein Vorrecht auf Gottes Schutz. Irgendwie wird Gott in seinem Regiment einen Ausgleich zwischen den Völkern schaffen. Sicherlich wird er einen Unterschied machen zwischen Staaten, die das Christentum tolerieren und Staaten, die es bekämpfen. Aber auch ein Staat, der das Christentum toleriert, hat keinen Anspruch auf absoluten Schutz, da ja nicht alle Bürger des Staates christlich sind, sondern es ist eine Mischung aus christlichen und säkularen Menschen.

Interessant ist, daß in der Bibel steht (Römer 11), daß am Ende der Zeit ganz Israel gläubig werden wird. Das wäre etwas in der Geschichte der Menschheit außergewöhnliches, daß ein Volk geschlossen das Evangelium annimmt, das gab es bisher wahrscheinlich noch nicht. Ein Volk aber, das komplett das Evangelium annimmt, ist nichts anderes als eine Kirche, da fallen Kirche und Staat zusammen. Solch ein Volk hat alle Rechte der Kirche auf den Schutz, die Bewahrung und die Fürsorge Gottes.

Römerbrief 11, 25-32

Ich will euch, liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« 28 Im Blick auf das Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams,1 31 so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. 32 Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.

2. Korinther 3, 14-17

Aber ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem Alten Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan wird. 15 Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. 16 Wenn Israel aber sich bekehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan. 17 Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

Wenn Israel jetzt diesen Schritt tun würde, daß es Jesus von Nazareth als Messias annimmt, dann würde Gott ihm auch eine bevorzugte Stellung unter den Völkern geben und er würde auch Krieg für sie führen. Gott führt die Rechtssachen jedes einzelnen Christen, also wird er auch die Rechtssachen eines ganzen Volkes führen, das ihm gehört, das seinen Wohlgefallen hat. Vielleicht hat Gott sein Volk in diese Not geführt, um sie zu erziehen. Mögen sie sich doch in die Obhut ihres alten Gottes begeben.

5. Mose 30, 1-10

Wenn nun dies alles über dich kommt, es sei der Segen oder der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es zu Herzen nimmst, wenn du unter den Heiden bist, unter die dich der HERR, dein Gott, verstoßen hat, 2 und du dich bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, dass du seiner Stimme gehorchst, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele in allem, was ich dir heute gebiete, 3 so wird der HERR, dein Gott, deine Gefangenschaft wenden und sich deiner erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, unter die dich der HERR, dein Gott, verstreut hat. 4 Wenn du bis ans Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der HERR, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen 5 und wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es einnehmen, und er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher machen, als deine Väter waren. 6 Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst. 7 Aber alle diese Flüche wird der HERR, dein Gott, auf deine Feinde legen und auf die, die dich hassen und verfolgen. 8 Du aber wirst umkehren und der Stimme des HERRN gehorchen, dass du tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete. 9 Und der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände, zu der Frucht deines Leibes, zu den Jungtieren deines Viehs, zum Ertrag deines Ackers, dass dir’s zugute komme. Denn der HERR wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat, 10 weil du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchst und hältst seine Gebote und Rechte, die geschrieben stehen im Buch dieses Gesetzes, wenn du dich bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, von ganzem Herzen und von ganzer Seele.

Wie geschieht die Beschneidung des Herzens?

Hesekiel 36, 24-29

Denn ich will euch aus den Heiden herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, 25 und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. 26 Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. 28 Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein und ich will euer Gott sein. 29 Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen und will das Korn rufen und will es mehren und will keine Hungersnot über euch kommen lassen.

Das ist nichts anderes als die sakramentale Taufe.

Evangelium für Israel:

Gott, der Vater, hat Gott, den Sohn, Jesus, um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten.

oder

Jesus trug unsere Sünden, als er am Kreuz für uns starb. Er bietet uns an, in uns zu leben, um unser Leben gerechter zu machen.

Wer dieses Evanglium glaubt und sakramental getauft wird, der hat die Vergebung der Sünden und empfängt Kraft ein Leben zu führen, das von Gottesliebe und Nächstenliebe geprägt ist. Durch die Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Unser Leib bleibt sündig trotz der Taufe. Täglich müssen wir uns unserer Taufe bzw. des Opfers Jesu im Glauben erinnern und glauben, daß wir der Sünde abgestorben sind und Jesus in uns wohnt, der die Liebe ist. Durch diese Heilstatsachen überwinden wir unser selbstsüchtiges Fleisch und üben praktische Nächstenliebe. Je mehr wir Liebe üben, desto mehr wird Gott uns unser Heil bestätigen, uns die Freude des Heils vermehren. Der Glaube, der durch die Liebe tätig ist, wird uns zur Gerechtigkeit gerechnet. Am Anfang unseres Glaubenslebens schenkt uns Gott den Glauben und den Heiligen Geist. Der Geist möchte Nächstenliebe bewirken. Dem Geist Raum geben und Nächstenliebe üben ist praktisch das gleiche. Üben wir Liebe, bleiben wir im Glauben – Gott wird Zeugnis geben, daß er Wohlgefallen an uns hat.

 
 
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