Ich bin der Herr, dein Arzt

Ich bin der Herr, dein Arzt

 Januar 1941

Mitten in der herrlichen frohen Natur sehen wir, wie ein gelähmtes Kind im Rollstuhl gefahren wird. Wer noch ein Herz hat, das nicht völlig stumpf geworden ist für den Nächsten, dem wird es im Augenblick klar, daß hier etwas in unserer Welt nicht in Ordnung ist, daß die Welt, in der dieses Bild der Qual und der Trauer möglich ist, nicht die ürsprüngliche Schöpfung Gottes ist. Hier ist etwas Widergöttliches in die Welt eingebrochen. Die Welt ist von ihrem Ursprung abgefallen. Zerstörende Mächte haben in ihr Gewalt gewonnen. 

Nur in einer gott-los gewordenen Welt gibt es Krankheit. Weil die Welt an Gott selbst krankt, darum gibt es kranke Menschen. Nur eine Welt, die wieder ganz in Gott geborgen wäre, eine erlöste Welt, würde ohne Krankheit sein. In der Bibel begegnet uns ein seltsames Wort: “Und er suchte auch in seiner Krankheit den Herrn nicht, sondern die Ärzte” (2. Chron. 16, 12). Es handelt sich dort um einen frommen Mann, dem die Bibel sonst hohes Lob zollt für seinen Eifer um die Sache Gottes. Aber dieser Mann dachte bei aller Frömmigkeit darin sehr modern, daß er streng unterschied zwischen den Dingen der Religion, in denen man sich an Gott wendet, und den irdischen Dingen, in denen man sich bei bei irdischen Stellen Hilfe holt. Krankheiten, besonders leibliche Krankheiten sind irdische Angelegenheiten mit irdischen Ursachen und irdischen Heilmitteln. Krankheiten gehören also vor den Arzt, aber nicht vor Gott. Wie dürfte man auch Gott, den Herrn der Welt, mit seinen kleinen leiblichen Übeln belästigen? Gott hat andere Sorgen.

Das ist ganz vernünftig und vielleicht auch religiös gedacht. Aber es ist falsch. Gewiß haben Krankheiten ihre irdischen Ursachen und irdischen Heilmittel. Aber damit ist eben bei weitem nicht alles und nicht das Entscheidende über das Wesen der Krankheit gesagt. Gewiß soll der Kranke zum Arzt gehen und dort Hilfe suchen. Aber das Wichtigste ist damit allein nicht getan und nicht erkannt. Hinter den irdischen Ursachen und und Heilmitteln stehen die überirdischen Ursachen und die überirdischen Heilmittel der Krankheit. Solange man daran vorbeigeht, lebt man in Wahrheit an seiner eigenen Krankheit vorbei, bekommt man ihr Wesen gar nicht zu Gesicht. Ihr Fluch und Segen bleiben unerkannt.

Die Krankheit gehört in besonderer Weise zu Gott. Nicht daraus macht die Bibel dem Menschen einen Vorwurfe, daß er mit seiner Krankheit zum Arzt geht, sondern daraus, daß er mit ihr nicht auch zu Gott geht. Es ist kein Zufall, daß Christus in auffallender Nähe zu den Kranken gelebt hat, daß Blinde, Gelähmte, Taubstumme, Aussätzige, Geisteskranke sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen fühlten und seine Gemeinschaft suchten. Warum hat Christus diese Leute nicht zum Arzt geschickt? Gewiß nicht, um dem Ansehen der Ärzte zu schaden oder um seine eigene besondere Kunst oder suggestive Kraft zur Schau zu stellen, sondern um es deutlich werden zu lassen, daß Gott und Krankheit, daß Christus und die Kranken ganz eng zusammen gehören.

Christus will der wahre Arzt der Kranken sein. “Ich bin der Herr, dein Arzt”(2. Mose 15, 26). Das sagt Gott, das sagt Christus. Der Schöpfer und Erlöser der Welt bietet sich dem Kranken zum Arzt an. Wollen wir dieses Angebot unversucht lassen, nachdem wir auf so viele, geringere Angebote mit mehr oder weniger Erfolg eingegangen sind?

Wer den Zusammenhang von Gott und Krankheit nur ahnt, wer das unerwartete Angebot ernst nimmt, dem kann die Krankheit zum Hinweis werden auf die Sünde der Menschen, auf die Zerstörung der Gemeinschaft der Geschöpfe mit dem Schöpfer.
Hier liegen die überirdischen Gründe und Abgründe der Krankheit. Es ist die Sünde der Welt und es ist meine eigene Sünde, an die ich erinnert werde. Meine Krankheit braucht nicht einfach eine Folge oder Strafe einer bestimmten Sünde zu sein, deren ich mich anzuklagen hätte, auch dies mag der Fall sein, es ist aber nicht notwendig so. Doch will mich jede Krankheit in die Tiefe der Weltsünde und meiner persönlichen Gott-losigkeit hineinblicken lassen. Dieser Blick aber treibt mich zu Gott. Wenn ich in den Abgrund geschaut habe, erbitte ich nicht zuerst die Befreiung von diesem oder jenen Leiden, sondern ich komme mit dem Bekenntnis meiner lange verborgenen Schuld vor Gottes Angesicht. Die leibliche Krankheit will mich erkennen lehren, daß meine eigentliche Krankheit viel tiefer steckt, so tief, daß kein irdischer Arzt sie heilen kann, weil meine eigentliche Krankheit meine Sünde ist. Nicht nur mein Leib, meine Nerven, mein Gemüt ist krank, sondern mein ganzes Wesen, mein Herz ist krank, krank am Unglauben, an der Angst, an der Gottlosigkeit meines Lebens. Und welcher Gesunde litte nicht auch an dieser heimlichsten und zugleich unheimlichsten Krankheit?

Nun weiß ich, daß mir geholfen werden kann, wenn mein ganzes Wesen heil, gesund, neu wird. Wie kann dies geschehen? Die Antwort ist ganz einfach und geht doch in die letzte Tiefe unseres Lebens: durch echte Beichte und durch göttliche Vergebung aller meiner Sünden. Das mag manchem als eine seltsame Wendung und Lösung dieser Frage erscheinen, aber doch nur dem, der das Heilwerden des ganzen Menschen durch Beichte und Vergebung noch nicht erfahren hat. Was heißt Beichte? Sich Jesus Christus mit allen seinen Sünden, Schwächen, Lastern, Leiden öffnen und ihm auf sein Wort hin das ganze Herz geben ohne den geringsten Vorbehalt. Das ist keine leichte Sache und es mag uns schwerer vorkommen als eine gefährliche Operation. Es wird wohl so sein, daß die meisten von uns hierzu einen brüderlichen Helfer brauchen, der uns in solcher Lebensbeichte beisteht, sei es nun der im geistlichen Amt dienende Pfarrer, sei es irgendein Glied der Gemeinde, das von Christus mehr weiß als ich. Was heißt Vergebung? Auslöschung meiner ganzen heillosen, verfahrenen, gescheiterten Vergangenheit (von der vielleicht nur ich selbst weiß) durch Gottes Machtwort und durch das Geschenk eines neuen, fröhlichen Anfangs meines Lebens.

Wer kann mir einen solchen neuen Anfang schenken? Niemand anders als allein der gekreuzigte und lebendige Jesus Christus, der selbst die Heillosigkeit des Lebens an sich erfuhr und sie überwunden hat in der Gemeinschaft Gottes. Es ist der einzige Arzt, der meine tiefste Krankheit kennt, der sie selbst getragen hat. Er ist der “Heiland”, der Herz, Seele und Leib heilen kann.

Was aber hat Vergebung der Sünden mit leiblicher Gesundung zu tun? Mehr als die meisten Menschen ahnen. Freilich ist es ein geheimnisvoller Zusammenhang. Aber ist nicht wenigstens so viel begreiflich, daß von einem Menschen, der in seinem Herzen wieder frei und fröhlich geworden ist, so manche körperliche Beschwerde einfach abfällt? Der Leib wird vielfach allein darum krank, weil er sich selbst überlassen ist, weil er sein eigener Herr geworden ist. Nun aber hat der Leib seinen rechten rechten Herrn wiederbekommen, der ihn regiert. Der Leib ist nicht mehr der Herr. Er ist nur noch Werkzeug, ja mehr als dies, “Tempel des Heiligen Geistes” geworden. Es gibt viele Leiden, die von dem empfangenen Zuspruch der Vergebung nicht sichtbar gelindert und beseitigt werden. Aber der verborgene Zusammenhang von Vergebung und leiblicher Gesundung kann auch so sichtbar zu Tage treten, daß alle medizinischen Begriffe gesprengt werden und die Ärzte vor einem Rätsel stehen. Eines ist gewiß: Wie der Unglaube eine Quelle der Zerstörung und der Krankheit des Leibes und der Seele ist, so ist der Glaube eine Quelle aller Heilung un der Gesundung.

Wenn Christus sich den Arzt der Kranken nennt, dann fällt auf jeden Kranken, wie elend er auch sei, der Glanz der göttlichen Barmherzigkeit. Der Kranke gehört Gott. An ihm will Gott sein Heil verwirklichen. So begegnen wir in dem kranken Bruder der Barmherzigkeit Gottes selbst, der in Jesus Christus der Arzt der Kranken ist. Der Kranke will Heilung. Christus schenkt ihm mehr: sein Heil.

Diese Predigt stammt von Dietrich Bonhoeffer. Meine Kritik: “Die beste Predigt, die ich kenne!” Hat diese Predigt etwas mit Volkswirtschaft zu tun? Indirekt schon. Heute werden Milliarden von Euro für Medizintechnik ausgegeben und es ist eine Binsenweisheit, daß man jeden Euro nur einmal ausgeben kann. Würde diese Predigt Eingang in unsere Gesellschaft finden, würde viel Medizintechnik überflüssig und wir könnten mit dem eingesparten Geld Berufsschulen, Kirchen, Parkanlagen, schöne Stadtzentren, Bibliotheken und vieles mehr bauen.

Falls Sie meinen Artikel “Der kleine Drache” gelesen haben, da schrieb ich, daß man Aslan auch in unserer Welt finden kann. Eustachius mußte seine Verdorbenheit dadurch erkennen, daß Aslan es zuließ, daß er in einen Drachen verwandelt wurde. In unserer Welt ist es so, daß Gott es zulassen kann, daß wir krank werden, damit wir erkennen, daß unser ganzes innerstes Wesen krank ist. Aber Gott sei Dank, das SEIN Heilswille da ist. ER will über uns das Heilswort sprechen, wenn wir IHN darum bitten.

Beten wir, daß Gott seine Kirche neu macht, damit man Brüder findet, bei denen man beichten kann. 

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4 Antworten zu Ich bin der Herr, dein Arzt

  1. radiator kent schreibt:

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    • Rainer Braendlein schreibt:

      Dear Jeanne,

      could you please tell me what exactly you found so fascinating.

      By the way, the article isn’t actually mine but was written
      by Dr. Dietrich Bonhoeffer, the famous German pastor of the
      Third Reich who resisted any kind of Anti-Christianity including
      Nationalsocialism.

      Do you suffer from any disease?

      Do you belong to any denomination?

      I would like to get to know you more.

      Thanks a lot for your kind comment.

      Most kind regards,

      Rainer from Germany

      P. S.: Sorry for the delay of my response. I had to work very hard and much last week,
      and thus I have not been online for many days.

  2. sandberger schreibt:

    Gottes Wirken in Worte zu fassen vermag ich nicht in ganzem Maße.
    “Er tut Wunder.Er siegt mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.Der Herr läßt sein Heil verkündigen”..(psalm 98).
    Er ist “der dir alle deine Sünde vergibt und heilt alle deine Gebrechen.(psalm 103)”Dies hat er an mir als ehemaligen Schädelbasisbruchpatienten getan. Preis sei dem Herrn Jesus Christus.
    Er “ist nahe allen die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.Er tut was die Gottesfürchtigen begehren, hört ihr Schreien und hilft ihnen.”(Psalm 145)Halleluja!!!!!!!!!!!!
    Er sagt: ” Alles was mir mein Vater gibt das kommt zu mir, und wer zu mir kommt den werde ich nicht hinausstoßen.”(Johannesev. 6,37).
    Er “führt dich auf rechter straße um seines namens willen.(Psalm 23,3)Er “bereitet vor dir einen Tisch im Angesicht deiner Feinde”(Psalm 23,5)
    Er ist “mein Licht und mein Heil” und “meines Lebens Kraft” (Psalm 27,1)
    Er ist “bei dir in der Not,will dich herausreißen und zu Ehren bringen.”(Psalm 91).
    Er behütet alle die ihn lieben und wird vertilgen alle Gottlosen.(Psalm 145,20)

    “Was er zusagt, das hält er gewiß.”(Psalm 33)
    “So er spricht, so geschieht´s.”(Psalm 33)
    Er “tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis den Propheten, seinen Knechten.(Amos 3,7)
    So hat er also ca. 70 Jahre vor Christus durch den Propheten Jeremia gesprochen:”Der Israel zerstreut hat, der wird´s auch wieder sammeln …”(Jer. 30,10), hat dann das jüdische Volk in alle Länder verstreuen lassen und sie seit Beginn des 19. jahrhunderts vermehrt zurückkehren lassen und am 15. Mai 1948 den Staat Israel gründen lassen.
    Er “baut Jerusalem und bringt zusammen die Verjagten Israels.”(Psalm 147,2).

    Er sendet zu uns “Propheten, Weise und Schriftgelehrte..”(Matthäusev. 23)
    Er sendet seinen ” Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn”(Maleachi 3,23).Dies ist geschehen durch den Propheten William Marrion Branham welchen Gott gesandt hatte.(siehe glaubedemzeichen.de)

    So unsere Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie gleich ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden.(Jesaja 1,18) denn “so wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.”(1.Johannes 1,9).
    Er “ruft seine Schafe mit Namen und führt sie aus.”(Johannes 10,3) und er gibt “ihnen das ewige Leben und sie werden nimmermehr umkommen…”(Johannes 10,28).
    Er sagt:”Vater, ich will, daß, wo ich bin auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, daß sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast….”Johannes 17,24)
    Er ist hier, “der gestorben, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.”(Röm. 8,34)Halleluja!!!!!

    Er “wird richten unter den Heiden und strafen viele Völker”(Jesaja 2).

    Er ist “das A und das O, der Anfang und das Ende,” (Offenbarung 1,8) Er ist Christus, “der da ist Gott”(Röm,9,5)Er ist “der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.”(1.Johannes 5,20)Gott hat “diesen Jesus den ihr gekreuzigt habt (damals in Israel), zu einem Herrn und Christus gemacht” (Apostelgesch. 2,36)Sein Name ist der Name “des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes” und lautet “Herr Jesus Christus”, denn es ist “kein anderer Name únter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.”(Apostelgeschichte 4,12)Es steht :”Alles was ihr tut, mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn.)

    Ich bitte den Vater im Namen Jesu Christi, daß du, (sie) diesen Ruf hörst und sodann der Aufforderung des Apostels Petrus folge leistest, welcher lautet:”Tut Buße und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geises.”(Apostelgeschichte 2,38)

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