Wiedertaufe erlaubt???

Wie gesagt, Christentum ist etwas ganz anderes als z. B. Mathematik oder Physik. Im Christentum gibt es Zusammenhänge, die sich nicht unbedingt mit FORMELN ausdrücken lassen. Den biblischen Ausdruck „Glaube an Jesus und empfange das ewige Leben“, den man nicht als Formel verstehen darf, verkürzt man auf die Formel „Glaube an Jesus und habe die Vergebung“. Nur indem man den biblischen Ausdruck verfälscht, wird es möglich ihn als Formel zu sehen, denn Vergebung ist ein schlechthin unsichtbares Etikett (engl.: tag) und jemand der sie nicht hat, kann von sich behaupten er habe sie, weil sie unsichtbar ist. So geht’s ja nun nicht, wir brauchen was Handfestes:

Zunächst muß man begreifen, daß die Taufe etwas himmlisches ist, d. h. von Gott kommt. Angenommen es käme heute ein Christ zu mir und wollte mir das Evangelium predigen, wer sagt dann eigentlich, daß er mir nicht einen Käse erzählt, denn im Gegensatz zu Jesus ist er immer noch ein fehlbarer Mensch, der sich irren kann. Er hat vielleicht den Willen, das Evangelium richtig zu erklären, macht aber unbewußt Fehler.

Vielleicht hat Gott deswegen die 2 Sakramente Taufe und Abendmahl eingesetzt, damit es trotz aller menschlichen Fehlbarkeit einen Ort gäbe, wo sicher das Heil (Vergebung und Neues Leben in einem Paket) vermittelt würde.

Und schon Luther hat gesagt, wenn man sich nur den äußeren Vorgang der Taufe anschaut, dann ist sie etwas absolut lächerliches und zieht den Spott der Welt auf sich. Aber der Clou der Taufe besteht gerade in ihrer Einfachheit, denn so kann man kaum etwas falsch machen: Nach Gottes Einsetzung spricht man die Worte und taucht unter und holt rauf, fertig. Gott hat verheißen bei diesem Ritus dabei zu sein und zu handeln und das ist das Entscheidende.

Der einzige Fehler, den man machen kann, ist die Wiedertaufe, denn damit annulliert man die erste Taufe, außerdem bringt man zum Ausdruck, daß man überhaupt nicht verstanden hat, was die Taufe ist. Jeder der wiedertauft, scheidet sich von der einen Kirche Jesu Christi! Wiedertaufe ist verboten, seit es die Kirche gibt!

Wiedertaufe ist verboten und bleibt verboten.

Ergänzung vom 23.10.2015

Da die EKD ein neues Gottesbild hat, ist die Taufe der EKD nicht mehr gültig; siehe hierzu:

Gibt es eine erlaubte Wiedertaufe?

Ergänzung vom 17.12.2015

Ist die Taufe der römisch-katholischen Kirche gültig?

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5 Antworten zu Wiedertaufe erlaubt???

  1. M. Wild schreibt:

    Herr Braendlein,

    ich bedaure, das sagen zu müssen, aber diese Ihre Vorstellung ist Magie bzw. ein magisches Verständnis.
    Sätze, wie dieser
    „denn nach der Taufe sind Glauben und Gehorsam eine Einheit“
    oder
    „Durch die Taufe wird ein Problem gelöst…“
    machen das meiner Meinung nach deutlich.
    Entgegen Ihrer Ansicht ist es für einen Christen nach der Taufe keineswegs „einfach“, gehorsam zu sein. Was Sie völlig ausblenden ist der Prozess des Sterbens, des mit-Christus-gekreuzigt-seins. Nach Ihrem Verständnis wäre jeder Getaufte schon so gut wie im Himmel. Das bestätigt die Bibel an keiner Stelle – im Gegenteil: seid wachsam / wer steht, sehe zu, dass er nicht falle usw.

    Durch die Taufe wird überhaupt kein „Problem gelöst“! Das geschieht einzig und allein am Kreuz und durch das Mitgekreuzigt sein!

  2. guenter schreibt:

    Ich schätze den Reformator Martin Luther sehr. Er hatte einen von Gott geschenkten Durchblick, wie ihn nur wenige Menschen hatten. Aber ihre Lehre sollte nicht auf Basis von Martin Luther sondern auf dem Boden der Hl. Schrift sein. Und dies ist sie traurigerweise nicht.
    Wiedertaufe wird in der Hl. Schrift nie erwähnt. Wahrscheinlich weil es keinen Menschen gibt, der bei Vernunft ist und sich gleich 2x taufen läßt.
    Wenn jemand als Säugling getauft wurde, später aber zu einem echten Glauben zum Herrn Jesus gefunden hat und sich aus Gehorsam zur Hl. Schrift taufen läßt weil er die Säuglingstaufe nicht für gültig empfindet, der ist kein Wiedertäufer. und das ist ok.

    Für die Säuglingstaufe gibt es in der Hl. Schrift kein einziges Beispiel. Es heißt auch: Wer glaubt und sich taufen läßt…. – also ist die Taufe ein freier Willensentschluss einer Person und nicht etwas Passives, das einem Säugling passiert. Ein Säugling kann auch nicht glauben, kann sich also auch deshalb nicht taufen lassen.

    Die Behauptung, Jesus hätte 2 Sakramente eingesetzt, ist ebenfalls nicht schriftgemäß.
    Das steht so nirgends in der Bibel. Der Herr Jesus hat 2 Handlungen befohlen und zwar Taufe und Abendmahl. Und jede dieser Handlungen ergibt nur Sinn, wenn sie nicht an einem Baby ausgeführt wird.

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo,

      für mich ist die Hl. Schrift die einzige Norm und Richtschnur. Dort steht auch, daß Gott seiner Christenheit Lehrer geschenkt hat, die die Hl. Schrift auslegen können.
      Marin Luther war sicher so ein Lehrer, denn erstens glaubte er an Jesus Christus und zweitens war er ein ausgesprochener Fachmann der Bibelkunde (sein offizieller Titel war Doktor der Hl. Schrift). Selbstverständlich sollte jeder reife Christ die Bibel selbständig auslegen können, aber für junge Christen ist eine Einführung durch die erfahrenen Glieder der Kirche sicher empfehlenswert. Ich übernehme nichts blind von Luther, sondern prüfe es an der Hl. Schrift. Unangenehmerweise bemerke ich beim Prüfen immer wieder die totale Überlegenheit Luthers und werde beschämt. Übrigens würde ich Ihnen den Artikel „Von der Wiedertaufe an zwei Pfarrherren, 1528“ von Luther empfehlen.

      Bezüglich Säuglinge: Johannes hüpfte im Leib der Elisabeth als Maria sie grüßte und Säuglinge feierten einen Gottesdienst, nachdem Jesus den Tempel gereinigt hatte. Jesus segnete Säuglinge (sie trugen (!) die Kinder herbei). Kinder frommer Eltern können glauben. Daß die Großkirchen Kinder aus nichtfrommen Verhältnissen taufen und so die Taufe mißbrauchen, steht auf einem anderen Blatt (aber auch diese Taufe ist gültig).

      Aber besorgen Sie sich den Artikel von Luther und sie werden staunen.

      Sakrament bedeutet soviel wie heilige Handlung. Die Taufe ist ein Sakrament, weil Gott darin handelt. Beweis: Römerbrief Kapitel 6.

      Wer übrigens Menschen, die schon als Kinder getauft wurden, noch einmal tauft ist ein Wiedertäufer und trennt sich von der einen Kirche Jesu.
      Hier kommt das Anathema in gefährliche Nähe!

      Brändlein

      • Tom schreibt:

        Taufe: Jesus ist unser Vorbild, oder? Warum hat er sich dann erst mit 30 taufen lassen?Damit wir babys taufen?Das ist doch sonnenklar, dass wir mit eine Taufe die alte Persönlichkeit, also die Schlechtigkeiten ablegen, ÜBERLEGEND und bereuen, sich neue, weiße Gewänder anziehen usw spricht die Bibel. Also, was davon können die babys machen? Schlafen, oder weinen…Das ist KEINE Taufe, es tut mir leid, das hat Jesus damit nicht bezweckt. So etwas kann nur ungültig sein. Lg

      • Rainer Braendlein schreibt:

        Hallo Tom,

        die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer kann man nicht mit der sakramentalen Taufe der Kirche vergleichen. Die Taufe des Johannes war nicht sakramental, sondern eine reine Bußtaufe, d. h. über dem Täufling wurde proklamiert: „dieser Mensch ist ein Sünder der Vergebung braucht“. Jesus ließ sich taufen, um sich mit uns Sündern auf eine Stufe zu stellen. Der Heilige und Gerechte trat ein in die Gemeinschaft der Sünder, d. h. er liebt uns.

        Der Glaube ist etwas, was vom Hl. Geist eingegossen werden muß. Ich z. B. wußte lange nicht, ob ich gläubig bin oder nicht. Nach der sakramentalen Taufe entfällt dieses Thema (diese Frage nach dem eigenen Glauben) komplett. Als Bedingung für den Empfang der Taufe genügte mein Erbsen-Glaube, daß ich wußte ich brauche Vergebung und suchte sie bei Jesus. Nach der Taufe habe ich alles (mitgestorben/mitauferstanden nach Röm. 6) und lebe nun einfach als Christ im Gehorsam. Nur der Glaubende ist gehorsam und nur der Gehorsame glaubt. Durch die Taufe wird ein Problem gelöst, daß vom Alter des Menschen unabhängig ist: Nach der Taufe lebe ich einfach im Gehorsam und stelle nicht mehr die Frage, ob ich Glauben hätte, denn nach der Taufe sind Glauben und Gehorsam eine Einheit.

        Die sakramentale Taufe ist die genialste Erfindung aller Zeiten.

        Gruß,
        Rainer

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