Wider Satan’s Mahl

Wider Satan’s Mahl

 

Hallo lieber Leser, ich würde mich sehr über einen Kommentar von Ihnen freuen (siehe Link „Einen Kommentar hinterlassen“ am unteren Ende des Artikels).

Dieser Artikel ist nicht gegen einzelne Katholiken gerichtet.

Im Grunde streite ich auch nicht wider die röm.-kath. Kirche, sondern gegen das Papsttum und den Vatikan bzw. das apostolische Kollegium und sein Haupt.

Mir geht es darum, meinen katholischen Brüdern und Schwestern zu helfen, daß sie frei werden mögen von der Sklaverei des Papsttums. Der Vatikan hat nun lange genug gegen Christus und seine Christenheit gestritten und es wird nun Zeit, daß er untergeht: „Hebe dich auf und wirf dich ins Meer; Hölle, schließe deine Pforten!!!“

Grundlage meiner Kritik am apostolischen Stuhl ist der neueste Katechismus der Katholischen Kirche (KKK). Der KKK ist ein offizielles Lehrdokument der römisch-katholischen Kirche (RKK). Einem kurzen Einblick in die richtige, evangelische Abendmahlslehre ist im Folgenden eine ausführliche Beschreibung der falschen Lehren des apostolischen Stuhls über die Eucharistie vorangestellt (es folgt also erst eine Darstellung der falschen Lehren des Vatikan und dann an zweiter Stelle eine Darstellung der richtigen, evangelischen Lehre). Der apostolische Stuhl vergiftet die Christenheit mit tausenderlei Irrlehren, wovon die falschen Lehren über die Eucharistie  die schlimmsten sind, ein Pesthauch der Hölle.

Übrigens wagt es der Papst das Neue Testament als göttliche Hinterlassenschaft zu bezeichnen. Mir sei es erlaubt den KKK als apostolischen „Stuhl“ zu bezeichnen. Der KKK ist mehr der Hinterlassenschaft der Apostel zu vergleichen, die schon längst zu Dünger auf den Äckern Palästinas  geworden ist, als ihrer unvergänglichen Lehre.

 

Der Mittelpunkt des röm.-kath. Gottesdienstes  ist die Eucharistie  (siehe KKK 1330)

 

Die Passagen unterhalb meines Textes habe ich aus dem KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) kopiert. Sie sollen beweisen, was die röm.-kath. Kirche über die Eucharistie im Zusammenhang mit dem Priesteramt lehrt.

Aus den weiter unten genannten Passagen des KKK geht folgendes hervor:

1. Bei jeder röm.-kath. Eucharistiefeier wird Christus erneut geopfert!

2. Der Priester hält sich für Jesus Christus (auch außerhalb der Eucharistiefeier) und die Eucharistie und der geweihte Priester bilden eine unzertrennbare Einheit. Ohne Priester keine Eucharistie und ohne Eucharistie kein Priester.

3. Der Papst nimmt den Platz Jesu Christi ein und macht sich damit zu Gott.

4. Das Seelenheil jedes Katholiken hängt über die Hierarchie (Weitergabe des  Weihesakraments durch den Papst über die Bischöfe an die Priester) vom Papst ab.

5. Man lehrt, die Gegenwart Christi in der Kirche sei durch geweihte Hostien sichergestellt, die im Tabernakel gelagert werden. Auch außerhalb der Eucharistiefeier garantierten die geweihten Hostien die Gegenwart Christi, so lehrt man. Kurz gesagt, man  glaubt, die Hostien seien Christus.

 

zu 1.

Bei der Eucharistiefeier will der Priester durch erneute (!!!) Opferung Jesu Christi in Form von Brot und Wein für sich und die Teilnehmer der Eucharistiefeier Vergebung der Sünden erlangen (siehe KKK 1068, 1069, 1367, 1371, 1545, 1566).

zu 2.

Es gibt einen Terminus, der nur in der römischen Kirche gebraucht wird und das stellt wirklich ein Unikum dar: „In Persona Christi.“ Man meint tatsächlich, ein Priester wäre durch die Weihe in Jesus Christus verwandelt worden. Wenn auch manchmal das Wort „stellvertretend“ gebraucht wird, so geht dennoch aus dem Gesamtinhalt des KKK hervor, daß der Priester nicht etwa als bloßer Mandatsträger gesehen wird (wie z. B. ein Bundeswehrsoldat in Afghanistan ein Mandat des Deutschen Bundestages hat), sondern als Jesus Christus selbst. Dem wäre es vergleichbar, wenn ein einfacher Verkehrspolizist behaupten würde, er sei der Bundesinnenminister. (siehe KKK 1369 und besonders KKK 1400, woraus hervorgeht, daß nur unter dem Vorsitz eines geweihten Priesters, das Sakrament von Gott angenommen wird, d. h. die Wirkung des Sakraments hängt vom geweihten Priester ab; siehe auch KKK 1545).  In KKK 1545 wird beides behauptet, die magische Verwandlung von Brot und Wein in Jesus Christus und die magische Verwandlung des Priesters in Jesus Christus (siehe auch noch KKK 1548, 1583).

zu 3.

Über die apostolische Sukzession und Hierarchie (Jesus-Petrus-Papst-Bischöfe-Priester) wird die Sendung Jesu (Vollmacht und Vorrecht die Eucharistie zu feiern) Stufe für Stufe weitergegeben, durch das Weih-Sakrament. Wenn sich nun schon ein geweihter Priester „in Persona Christi“ sieht, wieviel mehr der Nachfolger Petri. Da jede Eucharistiefeier nur dann wirksam wird zum Heil der Gläubigen, wenn sie unter der Oberherrschaft des Papstes steht, stellt sich der Papst neben Christus. Der Papst macht sich zu einem irdischen Gott (siehe KKK 862, 882, 1545, 1552, 1559, 1566).

zu 4.

Da nur unter dem Vorsitz des Hauptes des apostolischen Kollegiums, nämlich des Papstes, eine Eucharistie gültig gefeiert werden kann, wird das Seelenheil der Gläubigen von der Person des Papstes abhängig gemacht. Übrigens steht das auch in der Bulle „Unam Sanctam (Jahr 1302 n. Chr.)“ von Bonifaz dem VIII. In dieser Bulle wird explizit gesagt, daß es für alle Menschen zum Heile unbedingt notwendig sei, sich dem römischen Papst zu unterwerfen (siehe auch KKK 1369).

zu 5.

aus KKK 1379, 1380 wird eine ganz schlimme Blasphemie des Papstes deutlich: er lehrt, Christus sei in Form geweihter Hostien in der Kirche gegenwärtig. Aus der der Hl. Schrift ist dies in keinster Weise zu begründen, im Gegenteil es muß als eine teuflische Lehre verworfen werden. Nur unter den Worten der Einsetzung Christi während der Feier des wahren Abendmahls nehmen Gläubige Brot und Wein, in Gottes Wort gefaßt, und dadurch also sakramental Leib und Blut Jesu zu sich. Für eine Funktion und Anwendung von Brot und Wein außerhalb der Abendmahlsfeier gibt es keinerlei Befehle und Anweisungen Christi in der Hl. Schrift.

 

Passagen aus dem KKK:

KKK 862:

 „Wie aber das Amt fortdauert, das vom Herrn in einzigartiger Weise Petrus, dem ersten der Apostel, gewährt wurde und seinen Nachfolgern übertragen werden sollte, so dauert auch das Amt der Apostel, die Kirche zu weiden, fort, das von der geheiligten Ordnung der Bischöfe immerwährend ausgeübt werden muß.“ Darum lehrt die Kirche, „daß die Bischöfe aufgrund  göttlicher Einsetzung an die Stelle der Apostel nachgerückt sind, gleichsam als Hirten der Kirche; wer sie hört, hört Christus, und wer sie verachtet, verachtet Christus und den, der Christus gesandt hat“ (LG 20).

KKK 882:

Der Papst, der Bischof von Rom und Nachfolger des hl. Petrus, ist „das  immerwährende und sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit sowohl von Bischöfen als auch von Gläubigen“ (LG 23). „Der Römische Bischof hat kraft seines Amtes, nämlich des Stellvertreters Christi und des  Hirten der ganzen Kirche, die volle, höchste und allgemeine Vollmacht über die Kirche, die er immer frei ausüben kann“ (LG 22) (1).

KKK 1068:

In ihrer Liturgie verkündet und feiert die Kirche dieses Mysterium, damit die Gläubigen daraus leben und es in der Welt bezeugen: „Die Liturgie, durch die sich, besonders im göttlichen Opfer der Eucharistie, das Werk unserer Erlösung vollzieht‘, trägt nämlich in höchstem Maße dazu bei, daß die Gläubigen das Mysterium Christi und die eigentliche Natur der wahren Kirche zum Ausdruck bringen und anderen offenbar machen“ (SC 2).

KKK 1069:

Durch die Liturgie setzt Christus, unser Erlöser und Hoherpriester, in seiner Kirche,  mit ihr und durch sie das Werk unserer Erlösung fort.

 KKK 1330:
 

Heilige und göttliche Liturgie, denn die ganze Liturgie der Kirche hat in  der Feier dieses Sakramentes ihren Mittelpunkt und kommt darin am deutlichsten zum Ausdruck. Im gleichen Sinn nennt man sie auch Feier der heiligen Mysterien. Man spricht auch vom heiligsten Sakrament, denn die Eucharistie ist das Sakrament der Sakramente. Unter den eucharistischen Gestalten im  Tabernakel aufbewahrt, bezeichnet man den Leib Christi als das Allerheiligste.

KKK 1367:

Das Opfer Christi und das Opfer der Eucharistie sind ein einziges  Opfer:Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich selbst damals am Kreuze opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden“ (K. v. Trient, Lehre über das heilige Meßopfer, K. 2: DS 1743). „Und weil in diesem göttlichen Opfer, das in der Messe vollzogen wird, [ist] jener selbe Christus enthalten und [wird] unblutig geopfert … der auf dem Altar des Kreuzes ein für allemal sich selbst blutig opferte …, [ist] dieses Opfer wahrhaft ein Sühnopfer“ (ebd.).

KKK 1369:

Die ganze Kirche ist mit dem Opfer und der Fürbitte Christi vereinigt. Da der Papst mit dem Petrusdienst in der Kirche betraut ist, ist er in jede  Eucharistiefeier eingebunden, in der er als Zeichen und Diener der Einheit der Gesamtkirche genannt wird. Der Ortsbischof ist stets für die Feier der Eucharistie verantwortlich, selbst dann, wenn ihr ein Priester vorsteht; sein Name wird genannt, um darauf hinzuweisen, daß er inmitten des Presbyteriums und mit der Assistenz der Diakone den Vorsitz über die Teilkirche führt. Die Gemeinde tritt auch für alle zum Dienst in der Kirche Bestellten ein, die für sie und mit ihr das eucharistische Opfer darbringen. „Jene Eucharistiefeier gelte als zuverlässig, die unter dem Bischof oder einem von ihm Beauftragten stattfindet“ (hl. Ignatius v. Antiochien, Smyrn. 8,1). „Durch den Dienst der Priester vollendet sich das geistige Opfer der Gläubigen in Einheit mit dem Opfer des einzigen Mittlers Christus, das durch die Hände der Priester im Namen der ganzen Kirche bei der Feier der Eucharistie auf unblutige und sakramentale Weise dargebracht wird, bis der Herr selbst kommt“ (PO 2).

KKK 1371:

Das eucharistische Opfer wird auch für die in Christus gestorbenen Gläubigen dargebracht, „die noch nicht vollständig gereinigt sind“ (K. v. 1032 Trient, Lehre über das heilige Meßopfer, K. 2: DS 1743), damit sie in das Reich Christi, in das Reich des Lichtes und des Friedens eingehen können: „Begrabt diesen Leib, wo immer er sei: um ihn sollt ihr euch keine Sorgen machen. Nur um das eine bitte ich euch: Wo ihr auch sein werdet, gedenkt meiner am Altare des Herrn“ (die heilige Monika vor ihrem Tode zum heiligen Augustinus und zu seinem Bruder: hl. Augustinus, conf. 9,11,27).

 KKK 1380:

Es hat einen tiefen Sinn, daß Christus in dieser einzigartigen Weise in seiner Kirche gegenwärtig bleiben wollte. Weil Christus seiner sichtbaren Gestalt nach die Seinen verließ, wollte er uns seine sakramentale Gegenwart  schenken; weil er sich am Kreuz darbrachte, um uns zu retten, wollte er, daß wir das Zeichen des Gedächtnisses der Liebe bei uns haben, mit der er uns „bis zur Vollendung“ liebte (Joh 13,1), bis zur Hingabe seines Lebens. In seiner eucharistischen Gegenwart bleibt er geheimnisvoll in unserer Mitte als der, welcher uns geliebt und sich für uns hingegeben hat (1), und er bleibt unter den Zeichen gegenwärtig, die diese Liebe zum Ausdruck bringen und mitteilen.

KKK 1400:

Die aus der Reformation hervorgegangenen, von der katholischen Kirche getrennten kirchlichen Gemeinschaften haben „vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt“ (UR 22). Aus diesem Grund ist für die katholische Kirche die eucharistische Interkommunion mit diesen Gemeinschaften nicht möglich. Doch diese Gemeinschaften „bekennen … bei der Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn im Heiligen Abendmahl, daß hier die lebendige Gemeinschaft mit Christus bezeichnet werde, und sie erwarten seine glorreiche Wiederkunft“ (UR 22).

KKK 1545:

Das Erlösungsopfer Christi ist einmalig und wurde ein für allemal  vollzogen. Und doch wird es im eucharistischen Opfer der Kirche gegenwärtig. Das gleiche gilt vom einzigen Priestertum Christi: es wird durch das  Amtspriestertum gegenwärtig gemacht, ohne daß dadurch der Einzigkeit des Priestertums Christi Abbruch getan würde. „Und deshalb ist allein Christus wahrer Priester, die anderen aber sind seine Diener“ (hl. Thomas v. A., Hebr. 7,4).

KKK 1548:

Christus selbst ist im kirchlichen Dienst des geweihten Priesters in  seiner Kirche zugegen als Haupt seines Leibes, Hirt seiner Herde, Hoherpriester des Erlösungsopfers und Lehrer der Wahrheit. Die Kirche bringt dies zum Ausdruck, indem sie sagt, daß der Priester kraft des Weihesakramentes „in der Person Christi des Hauptes“ [in persona Christi capitis] (1) handelt.

KKK 1552:

Das Amtspriestertum hat nicht nur zur Aufgabe, Christus, das Haupt der Kirche, vor der Versammlung der Gläubigen zu repräsentieren; es handelt auch im Namen der ganzen Kirche, wenn es das Gebet der Kirche an Gott richtet (3), vor allem, wenn es das eucharistische Opfer darbringt (4).

KKK 1559:

„Glied der Körperschaft der Bischöfe wird man kraft der sakramentalen Weihe und der hierarchischen Gemeinschaft mit Haupt und Gliedern des Kollegiums“ (LG 22). Daß der Charakter und die Natur des Episkopats kollegial sind, zeigt sich unter anderem in dem alten Brauch der Kirche,  daß bei der Weihe eines neuen Bischofs mehrere Bischöfe mitwirken (1). Zur rechtmäßigen Weihe eines Bischofs ist heute ein besonderer Akt des Bischofs  von Rom notwendig, da dieser das höchste sichtbare Band der Gemeinschaft der Teilkirchen in der einen Kirche und Bürge ihrer Freiheit ist.

KKK 1566:

„Ihr heiliges Amt aber üben sie am meisten in der eucharistischen Feier oder Zusammenkunft aus, bei der sie in der Person Christi handeln und  sein Mysterium verkünden, die Gebete der Gläubigen mit dem Opfer ihres Hauptes verbinden und das einzige Opfer des Neuen Bundes, Christi nämlich,  der sich ein für allemal dem Vater als unbefleckte Opfergabe darbrachte, im  Opfer der Messe bis zur Ankunft des Herrn vergegenwärtigen und zuwenden“ (LG 28). Aus diesem einzigen Opfer schöpft ihr ganzer priesterlicher Dienst seine Kraft (2).

KKK 1583:

Ein gültig Geweihter kann aus schwerwiegenden Gründen der Verpflichtungen und Ämter enthoben werden, die mit der Weihe gegeben sind, oder es kann ihm verboten werden, sie auszuüben (1). Er kann aber nicht wieder Laie im eigentlichen Sinn werden (2), denn das durch die Weihe eingeprägte Mal ist unauslöschlich. Die Berufung und Sendung, die er am Tag seiner Weihe erhalten hat, prägen ihn für immer.

KKK 3867:

Und zwar lehrt die Kirche zunächst, daß es sich bei dieser Sache um ein strengstes Gebot Jesu Christi handelt. Er selbst hat nämlich mit ausdrücklichen Worten seinen Aposteln auferlegt, sie sollten alle Völker lehren, alles zu beachten, was er selbst geboten hatte. Unter den Geboten Christi aber nimmt jenes die nicht geringste Stelle ein, durch das wir geheißen werden, in der Taufe dem mystischen Leibe Christi, der die Kirche ist, einverleibt zu werden und Christus und seinem Stellvertreter, durch den er selbst auf der Erde in sichtbarer Weise die Kirche leitet, anzuhangen. Daher wird niemand gerettet werden, der, obwohl er weiß, daß die Kirche von Christus göttlicherseits gegründet wurde, es dennoch ablehnt, sich der Kirche zu unterwerfen oder dem Römischen Bischof, dem Stellvertreter Christi auf Erden, den Gehorsam verweigert.

 

Das Sakrament des Leibes und Blutes unseres Herrn aus evangelischer Sicht

 

Einsetzung des Hl. Abendmahls durch Jesus Christus:

Luk. 22, 19-20: 19 Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. 20 Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!

zu 1.

Jesus Christus hat das Heilige Abendmahl eingesetzt, um immer wieder unseren Glauben zu stärken. Daß Jesus beim Abendmahl immer wieder neu geopfert werde, ist ein teuflische, verwerfliche Lehre, die nicht aus der Hl. Schrift begründbar ist. Es ist zwar richtig, daß beim Mahl des Herrn, der Tod und die Auferstehung des Herrn auf übernatürliche Weise vergegenwärtigt werden, aber trotzdem wird die Opferung Jesu keinesfalls wiederholt.

Die Vergegenwärtigung des Opfers Jesu im Abendmahl geht soweit, daß wir in das Geschehen am Kreuz und seine Auferstehung mit hineingenommen werden (vergleichbar etwa einem fortgeschrittenen 3D-Kino wo man die Handlung nicht nur 3-dimensional vor Augen geführt bekäme, sondern sich sogar selbst zwischen den Figuren im Film bewegen könnte. Da schwingt sich Tarzan über einen hinweg in mitten des Dickicht des Dschungels und rettet eine Frau, aber die „Kinobesucher“, im Gras stehend, bemerkt er nicht). Es ist nicht so, daß Kreuzigung und Auferstehung nochmals geschehen, sondern wir werden über die Grenzen von Raum und Zeit hinweg in dieses Geschehen mit hineingenommen, daß vor 2000 Jahren in Palästina stattgefunden hat. Nach dem Empfang (eigentlich wäre es besser zu sagen „Erleben“) des Sakraments kann niemand mehr behaupten, es viele ihm so schwer zu glauben, denn der Taufbund wurde gerade erneuert: „Wir sind mit ihm gestorben und mit ihm auferstanden (Röm. 6)“. Folgendes erlebe ich beim Sakrament: Ich sterbe mit Jesus am Kreuz, ich verlasse mit ihm zusammen das Grab, ich kann nur noch glauben und Jesus nachfolgen. Halleluja, ich bin nicht mehr der Herrschaft der Sünde unterworfen, sondern kann jetzt in der Kraft der Auferstehung real und tatsächlich als Christ in Christus leben und die Werke tun, die Gott zuvor bereitet hat.

Himmlischer Gott und Vater, ich danke Dir, daß Du Deinen lieben Sohn Jesus Christus für mich gegeben hast und ich danke Dir Jesus, daß Du für mich in den Tod gegangen bist. Danke Jesus, daß Du am Kreuz meine Sünde und die Sünde der ganzen Menschheit getragen hast (Jes. 53, 6; Joh. 1, 29).

 

Erster Artikel des evangelischen Glaubens:

Christus allein ist unser Heil!!!

Apg. 4, 12: Es ist kein anderer Name den Menschen gegeben, durch den wir können selig werden.

(aus „Die Schmalkaldischen Artikel“, Artikel I)

 

zu 2.

Selbstverstänlich gibt es auch in der evangelischen Kirche Bischöfe, Pfarrer, Aufseher, Diakone. Sie werden ordiniert, aber nicht geweiht. Die Ordination bedeutet nichts weiter, als das man jemand aus der Gemeinde nimmt, der sich als vorbildlicher Christ erwiesen hat und verleiht ihm ein geistliches Amt. Der Pfarrer wird also bei der Ordination nicht etwa zu Jesus Christus, sondern er bekommt lediglich einen Auftrag (Mandat): „Die Sorge um das Seelenheil der Gemeindeglieder“. Auch im Wort Bundestagsabgeordneter steckt das Wort „ordinare“ drin. Was ist ein Bundestagsabgeordneter? Ganz wie der Begriff es sagt: „Ein Mensch aus dem deutschen Volk abgeordnet, um sich an der Gesetzgebung zum Wohl des deutschen Volkes zu beteiligen“. Der Abgeordnete bleibt ein ganz normaler Mensch, nur daß er eine besonderen Auftrag erhalten hat. Der Pfarrer predigt das Evangelium und verwaltet die Sakramente Taufe und Abendmahl im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Die Hl. Schrift und die Sakramente gehören nicht der Kirche und auch nicht dem Pfarrer oder den anderen Amtsträgern (Bischöfe, Diakone) der Kirche, sondern Gott. Sie werden von der Kirche und ihren Amtsträgern nur verwaltet. Der Clou an den Sakramenten ist, daß sie auch durch einen irrenden Pfarrer nicht beschädigt werden können, denn sie kommen direkt von Gott. Die Sakramente haben ihre Wirkkraft aufgrund ihrer Einsetzung durch Jesus Christus. Das Amt oder die Person des Pfarrers üben keinerlei Einfluß auf das Sakrament aus. Für jeden, der sich aufrichtig bessern will, ist das Hl. Abendmahl eine himmlische Arznei der Stärkung, zu überwinden Sünde, Hölle, Tod und Teufel. Kommt herzu, die ihr mühselig und beladen seit, und lasset euch erquicken.

zu 3. und 4.

Der Papst ist der rechte Endchrist. Der KKK ist wirklich „Stuhl“, untergemengt ein paar Perlen (Zitate der lieben Kirchväter, wie z. B. Augustinus). Der KKK enthält soviele falsche Lehren, daß eine komplette Widerlegung ein richtiges Volumen (Foliant) werden würde. Die Hauptirrlehre ist jedoch, daß durch laufend neue Opferung von Jesus Christus in Form von Brot und Wein Vergebung der Sünden erwirkt werden könnte. Diese Eucharistie ist ganz eng mit dem apostolischen Kollegium verbunden, an dessen Spitze der Papst steht. Bei jeder Eucharistie emfängt der Katholik über die Hierarchie (Papst, Bischöfe, Priester = apostolisches Kollegium) vermeintlich  Vergebung durch die geistlich Macht des Papstes. Hiermit raubt der Papst Christus sein Amt als alleiniger Heiland aller Gläubigen  (Die Hl. Schrift lehrt, daß Christus allein unser Heil ist).

Noch heute gibt es in der kath. Kirche die Lehre vom Fegfeuer und von Messen für die Toten. Da wittert Papa (Ratzi), genauso wie seine Vorgänger natürlich ein einträgliches Geschäft. Und es muß jetzt einmal klar und deutlich gesagt werden, die RKK ist die rechte
Kathedrale der Simonie (Handel mit geistlichen Gütern). Noch heute kann man eine Messe für einen Verstorbenen kaufen und wer weiß, was passiert, wenn die Kirchensteuer einmal abgeschafft wird, wie dann der Ablasshandel wieder aufblühen würde. Der erste, der die Kirche bestohlen hat (Judas Iskariot), hat furchtbar geendet. Das apostolische Kollegium sollte sich das Schicksal des Judas eine Warnung sein lassen, wenn es Gott sein „Heil“ und sein Sakramente stiehlt und sie an die Menschen verkauft, wo Gott doch den Menchen alles schenken will.

Übrigens standen schon die Führer des Volkes Isreal (Hohenpriester, Schriftgelehrte, Pharisäer) unter dem gleichen Fluch wie der Papst und sein Anhang: Sie waren geldgierig, machthungrig und ehrsüchtig. Sie nahmen es Jesus sehr übel, daß er Ihnen ihr Geschäft verdarb und brachten ihn schließlich um.

zu 5.

Christus ist in der Kirche gegenwärtig nicht durch geweihte Hostien, sondern durch den Hl. Geist. Der Papst scheint noch nie in der Hl. Schrift gelesen zu haben, daß ja Christus verheißen hatte nach seiner Himmelfahrt den Hl. Geist zu senden, der ihn vertreten würde. An Pfingsten kam der Hl. Geist und gründete  die Heilige Christliche Kirche. Christus ist durch den Hl. Geist in der Kirche  gegenwärtig. Kennzeichen der wahren Kirche sind die reine Lehre und die korrekte Verwaltung der Sakramente. Heute wird der hl. Geist bei der Taufe geschenkt, insofern der Täufling die Taufe recht empfängt, nämlich als Sünder, der hofft bei Jesus Vergebung und Befreiung zu finden. Wer erst als Erwachsener Jesus erkennt, kann sich auf seine Kindertaufe rückbeziehen und empfängt dann den Hl. Geist. Wiedertaufe ist verboten.

 

HINWEIS:

Es sei wieder holt, dieser Artikel richtet sich nicht gegen einzelne Katholiken, auch nicht gegen die katholische Kirche, sondern gegen den Bischof von Rom (Papst, Nachfolger Petri, Stellvertreter Christi, Fürst der Bischöfe, Haupt der Kirche usw. .) und sein Kollegium.

Jesus Christus liebt alle Katholiken. Er führe sie zurück zur wahren christlichen Kirche, Amen.

 

Noch ein Hinweis:

Wer in der RKK getauft wurde, dessen Taufe ist gültig. Die Taufe kommt direkt aus dem Himmel von Gott und kann selbst vom Papst nicht zerstört werden. Anschaulich: Der Inhalt eines Päckchens ist von der Verfassung des Postboten unabhängig, er überreicht es nur. Die Taufe wird von der Kirche nur verwaltet, der eigentliche, unsichtbare Täufer ist Gott.

Gefahren:

Die katholische Lehre von der Eucharistie birgt eine große Gefahr in sich. Ein Katholik könnte glauben, er könne auf Gnade hin sündigen, weil ja Christus jeden Sonntag neu für ihn geopfert wird, d. h. weil es ja jeden Sonntag neue Gnade gibt. Das wäre die absolute Pervertierung des Evangeliums, denn die wahre Lehre ist die, wie weiter oben schon gesagt, daß das Hl. Abendmahl unseren Glauben stärken soll, d. h. bei jedem Abendmahl werden wir wiederum ganz neu mit hineingenommen in den Tod (Befreiung von der Macht der Sünde über uns) und die Auferstehung (neues Leben in Christus für uns) unseres Herrn. Wir sollen also nicht auf Gnade hin sündigen, sondern die Gnade dadurch als teuer wertschätzen, daß wir uns von der Sünde befreien lassen und die Werke tun, die Gott zuvor bereitet hat.

Der Wolf kommt manchmal im Schafspelz daher und der Teufel in Bischofskleidern. Der römische Bischof wird uns immer wieder erzählen: „solange ihr an der Eucharistie teilnehmt, könnt ihr ruhig in euren Sünden leben“. Alle, die dem Hl. Vater glauben, er selbst und der Teufel werden im ewigen Feuer landen.

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18 Antworten zu Wider Satan’s Mahl

  1. Volker Eschen schreibt:

    Sehr geehrter Herr Brändlein,

    Sie haben selbstverständlich Recht. Wenn der r.-k. Priester die Einsetzungsworte spricht, tut er das nach Auffassung seiner Kirche „in persona Christi“, so als ob Christus selbst sie spräche. Nur so ist ja die eigenartige Auffassung zu begründen, dass durch diese Worte irgend etwas „bewirkt“ würde.

    Alles was er davor und danach sagt, spricht er aber nach Ansicht der gleichen Religionsgemeinschaft „in persona ecclesiae“, also für sich selbst und die um ihn versammelte Gemeinde.

    Wie dieser Widerspruch zu erklären ist, hat noch kein „katholischer“ Theologe herausgefunden.

    Darüber, dass es nicht um eine magische Verwandlung geht, sind wir uns einig. Deshalb BETET die Kirche ja auch darum, dass der Heilige Geist kommt und die Gaben wandelt. In der Liturgie des Hl. Basilius betet der Priester oder Bischof sogar ausdrücklich darum, dass Gott den Hl. Geist nicht etwa seiner Sünden wegen von den Gaben fernhält. Er ist sich also der Tatsache bewusst, dass er das, was er da tut, lediglich stellvertretend und im Auftrag für die Gemeinde, den von Gott geheiligten irdischen Leib des in die Himmel aufgefahrenen Christus, tut – nicht aufgrund seiner eigenen Fähigkeiten.

    Der Selige Bischof Augustinus von Hippo war sicher ein frommer Mann aber kein besonders guter Theologe. Man sollte ihn nur dann zitieren, wenn man sicher ist, dass seine Ansichten mit denen der griechischen Kirchenväter übereinstimmen.

    Was die falsche Lehre vom „unauslöschlichen Zeichen“ betrifft, die die Papstkirche in Bezug auf die Priesterweihe vertritt, haben wir es abermals mit einem Widerspruch zu tun; diesmal zwischen der Lehre und dem Gottesdienst der Lateiner. Das Pontificale (=Agende für den Bischof), das bis zu Montinis Liturgiezerstörung galt, enthielt auch das Ritual für die Absetzung eines Priesters. Dies ist so aufgebaut, dass alles, was bei der Weihe geschehen ist, wieder rückgängig gemacht wird (Kelch und Patene werden ihm weggenommen; das Salböl von den Händen abgeschabt usw.). Auch die lateinische Kirche ging also früher einmal davon aus, dass ein abgesetzter Priester kein Priester mehr ist sondern bestenfalls ein Laie und vielleicht nicht einmal das.

    Das Hauptproblem der Katholiken ist also das gleiche wie das der Neu-Protestanten. Sie glauben nicht an ihr eigenes Bekenntnis. Der Unterschied besteht nur darin, dass die Katholiken dieses Problem schon seit mindestens 1000 Jahren haben.

    Im Gebet für alle, die den Namen des Herrn Jesus anrufen, mit Ihnen verbunden grüßt Sie

    Ihr

    mag. theol. Athenogenes Volker Eschen

  2. Volker Eschen schreibt:

    Sehr geehrter Herr Brändlein,

    um zu verstehen, was mit der Formulierung „in persona Christi“ (die ich für falsch halte), meint, muss man sich daran erinnern, dass das Wort „Persona“ ursprünglich die Bezeichnung für die Maske des Schauspielers war. Der r.-k. Priester spielt also, wenn er die Einsetzungsworte spricht, eine Rolle, so wie der Schauspieler, der den Faust oder Wilhelm Tell darstellt.
    Um dieser falschen Auffassung von der Eucharistie zu entgehen, muss man wieder zur ursprünglichen Ordnung der Feier zurückkehren, in der auf das Gedächtnis der Heilstaten Christi und der Einsetzung des Herrenmahls die Bitte um den Heiligen Geist folgt, der die vorgelegten Gaben in Leib und Blut des Herrn verwandelt (Epiklese).

    Mit freundlichem Gruß

    Ihr en Christo

    mag.theol. A.V.Eschen

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo Herr Eschen,

      ich freue mich über Ihr Interesse an meiner website.

      Ich habe mehrere Tage im Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) gelesen und bin zu folgender Überzeugung gekommen: Mit der Formulierung „in persona Christi“ ist schon gemeint, daß ein kath. Priester tatsächlich ein kleiner Christus ist. Denken Sie daran, daß nach kath. Lehre ein Priester nie mehr zu einem gewöhnliche Gläubigen zurückgestuft werden kann. Die kath. Kirche lehrt praktisch auch, daß durch das Sakrament der Weihe eine Verwandlung der Person stattfindet, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Der unverheiratete Papst, die Bischöfe und die Priester bilden die Christusbruderschaft, die vermeintlich die Gegenwart des heiligen Geistes in der kath. Kirche garantiert. Ohne Priesterschaft kein Geist und ohne Geist keine Kirche. Hier spielt auch das Zölibat eine Rolle. Wer ein „kleiner Christus“ sein will, kann wie sein großes Vorbild nicht verheiratet sein.

      Zu Brot und Wein nach evangelischer Lehre: Es geht hier nicht um eine magische Verwandlung von Brot und Wein, sondern um sakramentales essen. Nur weil Christus die Worte „dies ist mein Leib und dies ist mein Blut“ gesprochen hat, nehmen wir beim Abendmahl seinen Leib und Blut zu uns. Es geht nicht um die Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und Blut Christi, sondern um das göttliche Wort, das Jesus Christus gesprochen hat. Augustinus hat es so ausgedrückt: Wenn (göttliches) Wort und Elemente (Brot und Wein) zusammengefügt werden, entsteht ein Sakrament („Accedit verbum ad elementum, et fit sacramentum“).

  3. Andreas schreibt:

    Lieber Herr Brändle

    Wir reden aneinander vorbei. Auch wenn Sie den KKK bereits weitlich zitiert haben, so nennen Sie mir doch bitte im Wortlaut (!) nochmals ein oder zwei prägnante Passagen, aus denen Sie herauszulesen glauben, daß in der heiligen Messe das Kreuzesopfer Christi „wiederholt“ werde. Und erklären Sie mir, auf welchem Aussagegrund ihre Interpretation beruht.

    Danke!
    Schöne vorpfingstliche Tage!
    Andreas

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo Herr Andreas,

      ich hab‘ es heute erst wieder gelesen in der „Vorrede Luther’s zur Offenbarung“, die praktisch eine Auslegung der Offenbarung ist: Das wahre Haupt der Kirche ist Jesus Christus. Dieses Amt hat der Papst Christus gestohlen. Das läßt sich Christus natürlich nicht bieten. Der Geist hat die RKK verlassen. Übrig geblieben ist eine äußerlich schöne Larvenkirche, die aber innerlich tot ist, weil ihr der Hl. Geist fehlt.

      Gott befohlen,

      Rainer Brändlein

  4. Gabriele schreibt:

    Sehr geehrter Herr Brändlein,

    ich hatte mir eingebildet und mich sehr darauf gefreut, hier interessante Texte eines offenbar Gleichgesinnten, eben eines Mitchristen, zu finden.

    Wie bitter bin ich enttäuscht worden!

    Könnten Sie nicht einfach Ihren Glauben anpreisen, ohne diese äußerst verletzenden Anwürfe gegen die katholische Kirche (selbst in der Werbung für Konsumgüter ist das Schmähen der Konkurrenz verboten)? Daß Sie vieles nur halb, anderes offenbar gar nicht verstanden haben, wäre ja halb so wild – es wird ja niemand in die katholische Kirche gezwungen.

    Wenden Sie sich doch einfach ihren eigenen Glaubensüberzeugungen und -gemeinschaften zu (und wie Andreas so richtig sagte, da haben Sie ja eine ungeheure Vielfalt zur Auswahl … übrigens für mich schon ein Beweis dafür, daß die „Reformation“ schlecht war, denn Jesus hat gesagt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“
    Wenn nun die Frucht eine immer weitere Aufspaltung ist, so daß in Missionsländern Verwirrung gestiftet und Zweifel an der Botschaft Christi gesät wird, dann ist das ganz gewiß nichts Gutes. Denn Jesus hat auch gesagt: „Ich will, daß ihr eins seid!“

    Luther hatte damals durchaus recht mit seiner Kritik. Damals gab es viele empörende Mißstände. Aber eine „Reformation“ hätte eine Reform innerhalb der Kirche bleiben müssen und keine Aufspaltung werden dürfen (übrigens hat der von Ihnen so verehrte Luther – wo sehen Sie eigentlich den Unterschied zur katholischen Heiligenverehrung? – bis an sein Lebensende die Ohrenbeichte praktiziert. Und Maria, die Mutter Gottes, verehrt. – Wie könnte es auch anders sein, wo schon unsere Mütter nach den 10 Geboten geehrt werden sollen. Und Jesus seine Mutter dem Johannes „zur Mutter gab“, woraus man durchaus schließen kann, daß er wollte, daß die in der Entstehung begriffene Kirche sie als ihre „Mutter“ ansehen soll.)
    Und schon gar nicht hätte „der Papst“ (als solcher) nur wegen des Versagens einiger Amtsinhaber als „Antichrist“ beschimpft werden dürfen (oder dürfte von Ihnen beschimpft werden).

    Im „Dritten Reich“ gab es auch in der evangelischen Kirche große Mißstände, z.B. die „Deutschen Christen“. Trotzdem weiß ich von keinem Katholiken, der „die evangelischen Pfarrer“, „die evangelischen Bischöfe“ oder gar „die evangelischen Christen“ als Antichrist oder „Satan“ beschimpfen würde.

    Ich bin in der katholischen Kirche schon seit vielen Jahren sehr glücklich. Die Messe spricht den ganzen Menschen mit Leib und Seele an, nicht nur den Verstand (wobei sich der Verstand bei manchen der oft schier endlosen und genauso oft eitel wirkenden protestantischen 45minütigen Predigten manchmal auch noch arg beleidigt fühlen muß).

    Daß die katholische Kirche sowohl heilig ist als auch menschlich-allzumenschlich durch die Menschen, die sie nicht nur „bevölkern“, sondern die sie ausmachen, ob nun als Kleriker oder als Laien, das weiß jeder vernünftige Mensch. Auch daß da, wo Menschen sind, manchmal Unmenschliches geschieht.

    Das kann an meiner Liebe zu ihr nichts ändern. Ich bin nämlich auch sowohl „eine Heilige“ (durch die Taufe und den Glauben, den ich bekenne) als auch nur ein sündiger Mensch und der Vergebung bedürftig. Genau das ist auch der Papst und jeder Bischof und Priester. Und glauben Sie mir: die sind sich dessen bewußt. Wieso sollten sie sonst beichten gehen. Wie Sie behaupten können, die würden denken, sie wären Jesus, ist mir unbegreiflich.

    Was mich aber am meisten enttäuscht ist, daß auch heute noch Christen auf Christen anderer Konfession einschlagen und sie mit Schmutz bewerfen. Wer der „lachende Dritte“ sein wird, können Sie sich selber ausrechnen.

    Schade!

    Ich will aber dem leuchtenden Vorbild von Andreas folgen und Ihnen ebenfalls eine gesegnete Osterzeit wünschen.

    Alles Gute!

    Gabriele

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo Frau Goldmund,

      ich bilde mir ein, mein Artikel ist objektiv. Es war zumindest mein Ziel, einen sachlichen, nüchternen Artikel über den Mißstand des Papsttums zu verfassen.
      Meine Kritik stützt sich auf den KKK (Katechismus der katholischen Kirche, der von Benedikt XVI verfaßt und von Johannes Paul II genehmigt wurde). Den
      KKK kann man sich downloaden. Die von mir zitierten Paragraphen des KKK stehen genauso im KKK und sprechen für sich selbst. Der Papst ist nach wie
      vor ein Abgott, der Jesus Christus sein Amt als Haupt der Kirche streitig machen will. Übrigens bin ich kein Fan der EKD, sondern der allgemeinen, christlichen
      Kirche. Die EKD sehe ich sehr kritisch, weil sie Schwule ordiniert. Lesen Sie doch mal etwas von Prof. Dr. Rudolf Lill (Die Macht der Päpste). Er wird regelmäßig im Deutschlandfunk (DLF)
      interviewt und kann Ihnen Auskunft geben über die geschichtliche Entwicklung des Papsttums. Es ist eine historische Tatsache, daß das Papsttum in der Alten
      Kirche gar nicht bekannt war, sondern sich erst im Laufe der Zeit entwickelt hat.

      Selbstverständlich hat Luther keinen neuen Glauben erfunden, sondern ist zurückgekehrt zum Glauben der Alten Kirche: Durch das Sakrament der Taufe wird uns das Heil zugeeignet. Wirksam wird die Taufe, wenn wir sie im Glauben empfangen. Nach der Taufe bedeutet Glaube schlicht Nachfolge. Ich bin durch die Taufe gerufen, ein Jünger Jesu zu sein. Die Werke eines Jüngers tue ich nicht, um mir das Heil zu verdienen, sondern die christlichen Werke sind pure Selbstverständlichkeit in dem Neuen Leben, daß Gott mir geschenkt hat.

      Sie haben recht, Luther hat die Beichte praktiziert. Die Beichte wird auch im lutherischen Katechismus gelehrt und wurde auch von Bonhoeffer wieder aufgegriffen. Die Beichte
      ist selbstverständlicher Bestandteil des christlichen Lebens. Übrigens würde ich persönlich auch sehr gerne beichten, habe aber bisher noch niemand gefunden, der glaubt,
      daß die Kirche im Namen Gottes von Sünden absolvieren darf.

      Es geht nicht um das Versagen einzelner Päpste, sondern das Papstamt an sich ist verwerflich. Das Papstamt ist keine Institution Gottes, sondern ein „Fündlein“ von Menschen.

      Maria war die leibliche Mutter Jesu, sie ist aber nicht die Mutter der Kirche. Das mystische Haupt der Kirche ist Jesus Christus selbst.

      Ich persönlich benutze das Wort Antichrist als Bezeichnung für den Papst nicht. Wenn sich aber der Papst an die Stelle von Christus setzt, macht er sich des Seelenmordes schuldig,
      denn nur Christus kann vergeben. Macht der Papst den Leuten weis, zu ihrem Heil sei es notwendig, sich ihm zu unterwerfen, führt er sie in die Irre, d. h. er führt sie weg von Christus
      und damit gehen sie des Heiles verlustig.

      Die ev. Kirche hat im Dritten Reich versagt. Einige wenige ev. Christen gründeten die Bekennende Kirche, die sich gegen die Nazis stellte.

      Selbstverständlich sündigen nicht nur Katholiken, sondern auch Protestanten. Das Üble an der Papstkirche ist jedoch, daß es einige konzeptionelle Fehler gibt, die zur
      Förderung des Sünde führen. Jedem dümmsten münchner Bauarbeiter ist klar, daß das Zwangzölibat ein Unsinn ist und es zwangsläufig zu Verfehlungen des Priesters
      kommen muß. In den Medien werden die armen Priester als Bösewichter dargestellt, aber Tatsache ist, daß der dumme Papst sie in die Sünde getrieben hat, weil er
      sie nicht heiraten läßt.

      Was glauben Sie, was mit dem Ausdruck „in Persona Christi“ (siehe KKK) gemeint ist?

      Ich liebe alle Katholiken, Muslime, Buddhisten, Hindus, usw.. Es gibt aber nur eine seligmachende Religion und das ist das Christentum auf Grundlage der Hl. Schrift.

      Meinen Sie den Islam?

      Sie meinen Pfingsten, oder?

      Ich würde mir wünschen, daß Sie mir weitere Fragen stellen.

      Freundliche Grüße
      Rainer

      • Gabriele schreibt:

        Lieber Rainer (Sie unterschreiben ebenso wie ich mit dem Vornamen, wir können ihn also ruhig auch als Anrede verwenden, meine ich. Daß der Respekt darunter nicht leidet, davon gehe ich mal aus),

        ich will mal „von hinten anfangen“:

        Da Sie denken, ich hätte „Pfingsten“ gemeint (vermutlich, weil ich Ihnen eine schöne Osterzeit gewünscht habe), wissen Sie offenbar nicht, daß die Osterzeit eben exakt bis Pfingsten dauert – weshalb wir uns immer noch in dieser „Phase“ befinden.

        Aber nachdem das geklärt ist, gehe ich mal weiter zu den „dümmsten Münchner Bauarbeitern“. Die wissen also alle, daß Verfehlungen der Priester vom Zölibat kommen, den ihnen der „dumme Papst“ auferlegt hat.

        Soso. Wenn das so ist, dann gibt es ja anscheinend keine Kinderschänder außerhalb des katholischen Klerus, nicht wahr?

        Leider ist das Gegenteil der Fall. 99% aller Fälle von Kindesmißbrauch finden NICHT im Bereich der katholischen Kirche statt, sondern in (anderen) Schulen, in Sportvereinen, in den Jugendorganisationen der Parteien (ich schreibe das jetzt im Plural, obwohl ich es nur von den“Falken“ gehört habe, daß es da ein grassierendes Problem sei, von dem alle wüßten, über das aber niemand spreche) und – ganz besonders vertrauenszerstörend – in den Familien.

        Wie erklären Sie sich das?

        Kann es sein, daß es doch nicht der Papst ist, der so furchtbar „dumm“ ist, sondern diejenigen, die ihre Vorurteile pflegen und vor der Realität die Augen ganz fest verschließen?

        Zu dem Problem, daß manche Katholiken „fröhlich drauflos sündigen“ könnten, weil sie ja wissen, daß ihnen vergeben wird/ist (eine Unterstellung, die ihnen zumeist im Zusammenhang mit der Beichte gemacht wird – Sie heben dagegen auf die Eucharistiefeier ab, aber egal):

        Ja, gewiß könnten sie das. Das könnten aber auch alle anderen Christen, denn wir sind schon erlöst. Und gerade diejenigen, die Luthers „sola fide“ (allein durch den Glauben) ständig im Mund führen (und den Katholiken gern den Hang zur „Werkgerechtigkeit“ unterstellen), könnten das vielleicht sogar besonders gut…

        Daß Sie die Bibel als alleiniges Fundament des Christentum anerkennen, ist schön und gut. Aber warum ignorieren Sie dann die Sonderstellung des Petrus? Das „Weide meine Schafe!“ Und die Tatsache, daß Jesus die Jünger ausgesandt hat, Kranke zu heilen (er hätte es doch auch selbst tun können …) Petrus hat auch zu den Jüngern gehört, die Jesus mit auf den Berg der Verklärung genommen hat. Und er ist ihm nach seiner Gefangennahme – auch wenn er den Herrn dann wie vorausgesagt aus Angst verleugnet hat – immerhin noch bis in den Hof des Hohepriesters gefolgt.

        Einzelne Dinge aus der Bibel herauszuklauben und anderes zu ignorieren, erinnert mich ein bißchen an die Zeugen Jehovas. Tatsächlich ist manches historisch-kritisch zu betrachten (es handelt sich um Gottes Wort, das ist richtig, aber es ist Gottes Wort in Menschenmund. Und gerade bei Paulus – oder dem, was Paulus zugeschrieben wird, aber wahrscheinlich von einem Schüler verfaßt wurde – bei der Rede von Christus als dem Haupt des Mannes und dem Mann als dem Haupt des Weibes – wird das deutlich sichtbar. Hier hat er von seinem Weltbild her geschrieben, denn das steht konträt zu Jesus, der die Frauen eben nicht in eine untergeordnete Rolle verwiesen hat (siehe Maria und Martha; siehe den „Lehrauftrag“ an Maria Magdalena nach der Auferstehung). Aber es ist etwas anderes, ob man z.B. die Macht der Kirche zur Sündenvergebung wie Sie es tun ganz abstreitet, oder ob man darüber diskutiert, ob sie nur denen (und ihren Nachfolgern) verliehen ist, denen Jesus die Hände aufgelegt hat, oder ob sie damit auch „der Gemeinde“ gegeben wurde.

        Ihre Formulierung, daß sich „der Papst an die Stelle von Christus setzt“, erinnert ein wenig an die Behauptung der Muslime, daß wir „der Vielgötterei huldigen“, weil wir „Jesus vergöttlichen“ würden. – Weder noch. Wir haben nur nicht das Recht, Gott vorzuschreiben, wie er zu unserem Heil zu handeln hat. Wenn wir mit so manchem Verständnisschwierigkeiten haben, dann liegt das in der Natur der Sache. Ein „leicht verstehbarer Gott“ wäre ein Widerspruch in sich.

        Aber ich muß schließen.

        Ich freue mich auf jeden Fall, in Ihnen einen Menschen gefunden zu haben, dem es ernst ist mit dem Glauben. Bitte nehmen Sie es mir aber ab, daß es mir auch ernst ist. Daß der Glaube für mich die Mitte meines Lebens und Gott „meine große Liebe“ ist. Und seien Sie gewiß, daß es Menschen, die eine so große und schwere Entscheidung treffen, für Gott auf ein Ehe- und Familienleben zu verzichten, ganz gewiß ebenfalls sehr ernst ist – mit 99%iger Wahrscheinlichkeit noch ernster als uns beiden. Und glauben Sie mir, daß Ausdrücke wie „Seelenmord“ und „dummer Papst“ mir geradezu körperlich weh tun. Sie können nicht „die Katholiken lieben“ und dann ihre Gefühle so verletzen. Man kann über manches geteilter Ansicht sein (auch ich stehe manchem in der katholischen Kirche kritisch gegenüber), aber die Achtung voreinander ist unabdingbar.

        Und wenn Sie „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ im Hinterkopf behalten, dann werden Sie redlicherweise zugeben müssen, daß der angebliche „Seelenmord“ in der katholischen Kirche erstaunliche Früchte trägt: immer wieder werden – gerade heute! – Christen zu Märtyrern, immer wieder stellen Christen ihr Leben in den Dienst für andere: Aids-Waisen, Prostituierte (kennen Sie „Solwodi“?). Und es war ein katholischer Priester, der für den im KZ zum Tode verurteilten Familienvater in den Hungerbunker ging, kein evangelischer Pfarrer. Und es waren Jesuiten, die in Südamerika Indios Schutz boten vor den Conquistadores, die sie foltern und als Sklaven ausbeuten wollten. Es war ein Franziskaner, der den „Brief aus Yucatan“ an den spanischen König schrieb, in dem er ihn bat, das grausame Verhalten seiner Soldaten gegenüber den Indios zu zügeln. Und vieles mehr – der Platz würde nicht reichen, selbst wenn es meine Zeit täte.

        Ich wünsche Ihnen Gottes reichen Segen!

        Mit herzlichen Grüßen,

        Gabriele

      • Rainer Braendlein schreibt:

        Sehr geehrte Frau Goldmund,

        ich freue mich sehr über ihre engagierten Kommentare.

        Sind Sie theologisch interessierter Laie oder sind Sie
        Amtsträger in der römischen Kirche???

        Wo wohnen Sie?

        Gott befohlen,

        Rainer Brändlein

      • Gabriele schreibt:

        Lieber Rainer,

        (leider war unter Ihrer Antwort kein „Antworten“ -Button mehr, deshalb mußte ich zurückgehen auf ihre erste Antwort auf meinen Kommentar)

        ich freue mich wie gesagt auch über jeden enthusiastischen Christen. Und so einer sind Sie ja offensichtlich. Für Ihr Engagement für den christlichen Glauben bitte ich Gott, Sie zu segnen und zu behüten. Und daß der Heilige Geist Sie erleuchten möge, daß Sie nicht länger gegen tiefgläubige Christen ankämpfen.

        Nein, ich werde für mein Schreiben nicht bezahlt, keine Sorge. Und ich habe auch kein Amt inne. Ich bin Hausfrau und Mutter (das schreibe ich jetzt schon aus Trotz, weil denen immer unterstellt wird, daß sie ausschließlich um sozusagen Kinder, Klamotten und Kartoffeln kreisen); habe mein Studium abgebrochen, weil die Kinder mich doch mehr brauchten als gedacht. (Wer das als „kreisen um …“ betrachtet, – bitte. Der tut mir leid.)

        Ich bin mit 21 Jahren von der evangelischen zur katholischen Kirche konvertiert. Dem ging ein zweijähriger Prozeß mit viel Lesen und Diskutieren voraus – es war also eine sehr bewußte und wohlbedachte Entscheidung. (Übrigens noch viel mehr das Bewußtwerden, daß viele meiner Ansichten über den Glauben der Katholiken einer näheren Überprüfung nicht standhielten, sich als Vorurteile herausstellten. Und die überraschende Erkenntnis beim Lesen von Romano Guardini’s „Der Herr“: „Wenn das katholisch ist, dann bin ich es eigentlich im Herzen schon immer gewesen!“

        Ich lebe übrigens in einer mittelgroßen, zu meinem Glück katholisch geprägten Stadt im Westen Deutschlands. Aber nicht schon immer.

        Mit herzlichen Grüßen

        Gabriele

      • Gabriele schreibt:

        Lieber Rainer,

        noch ein kleiner Nachsatz, weil Sie mich gefragt hatten, was ich glaube, was mit „in persona Christi“ gemeint sei.

        Da ich es gewiß nicht besser formulieren kann als der Katechismus der Katholischen Kirche, stelle ich einfach mal mit paste und copy hier ein, was oben auch steht, was Sie aber offenbar nicht wahrgenommen haben:

        KKK 1548:

        Christus selbst ist im kirchlichen Dienst des geweihten Priesters in seiner Kirche zugegen als Haupt seines Leibes, Hirt seiner Herde, Hoherpriester des Erlösungsopfers und Lehrer der Wahrheit. Die Kirche bringt dies zum Ausdruck, indem sie sagt, daß der Priester kraft des Weihesakramentes „in der Person Christi des Hauptes“ [in persona Christi capitis] (1) handelt.

        Eindeutiger und klarer geht es ja wohl nicht. Der Priester ist nicht Christus, aber Christus ist „im Dienst des Priesters in seiner Kirche zugegen“.

        Daß Protestanten Maria NICHT als die „Mutter der Kirche“ ansehen, ist bekannt, dieser Aussage hätte es Ihrerseits nicht bedurft. Interessant hätte vielleicht eine Begründung dieser Ansicht sein können – aber die geben Sie nicht.

        Wo Protestanten wie Sie immer auf die Bibel verweisen („Sola scriptura!“), ist mir nicht klar, wie Sie die Bedeutung Marias dann so einfach ignorieren können.
        Von Anfang an ist Maria nicht lediglich „biologische Mutter“ (ihr Wort von der „leiblichen Mutter“ klingt mir ein bißchen danach), schließlich ist sie eine große Glaubende (in ihrem Ja zum Engel noch vor der Empfängnis) und eine große Prophetin (in ihrem Magnifikat). Sie ist diejenige, die vor dem allerersten Wunder, das Jesus tut, für das Brautpaar bei der Hochzeit zu Kana bittet und den Dienern sagt: „Was er euch sagt, das tut!“

        Bis zum bitteren Ende am Kreuz folgt sie ihm nach, und Jesus hat sie und die entstehende Kirche (in Person des Johannes) trotz seiner Todesqual im Blick, und er verbindet die beiden durch das stärkste Band, das man sich auf Erden vorstellen kann: die Mutter-Kind-Beziehung.
        Wenn in der Bibel von Jesus jede Menge belangloses Privat-Zeugs aufgeschrieben wäre, dann könnten wir eventuell seine Worte vom Kreuz herunter als „Familienangelegenheiten“ verbuchen und für alle – außer für seine Mutter und Johannes – für bedeutungslos halten.

        Es gehörte aber auch dann eine gehörige chuzpe dazu – denn die letzten Worte schon eines normalen Menschen werden eigentlich immer in Ehren gehalten, sein letzter Wille respektiert.
        Und daß dies unter den Aposteln geschah, daran besteht kein Zweifel, denn Maria war immer bei ihnen, wenn sie sich in jenem „Obergemacht“ aufhielten; und als die Mutter Jesu Christi starb, waren die Jünger alle um sie herum. Undenkbar, wenn sie sie nicht als ihre Mutter empfunden hätten!

        Gewiß, die Geschichte von ihrem Sterben und ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel steht nicht in der Bibel, aber die Kirche hat sie doch schon mehr als tausend Jahre VOR der Kirchenspaltung immer im „kollektiven Gedächtnis“ behalten, das die katholische Kirche gerne „Tradition“ nennt. Meinen Sie nicht auch, daß der Heilige Geist das verhindert hätte, daß er diese Überlieferungen hätte in Vergessenheit geraten lassen, wenn es ein Irrglaube wäre?

        Die Katholiken vertrauen auf die Zusage Jesu, daß „die Pforten der Hölle“ seine Kirche nicht überwältigen werden, und das gibt ihnen das Vertrauen, daß etwas, das die ganze Kirche über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg geglaubt hat, nicht „verkehrt“ sein kann (wenn es auch nur ein menschliches, vielleicht bildhaftes Verstehen der göttlichen Wahrheit sein mag – mehr ist „hier unten“ eben nicht zu haben. Übrigens natürlich auch nicht bei Luther, über dessen Antisemitismus und Hexenglauben wir hier mal den gnädigen Schleier der historischen Einordnung breiten).

        Aber um auf die „Tradition“ zurückzukommen, die so gern von Protestanten gegen die Bibel ausgespielt wird. Was ist denn die Bibel anderes als überlieferte und irgendwann schriftlich festgehaltene Geschichten? Es ist gut denkbar, daß Geschichten, welche die Bedeutung von Frauen im neu entstehenden Christentum zeigten, die so sehr im Gegensatz zu den damaligen patriarchalischen Einstellungen stand, von den Mönchen, die die Bibeln in mühevoller Handarbeit abschrieben, eher unterdrückt, d. h. fallengelassen wurden. Aus Priska und ihrem Mann Aquila (die Paulus grüßen läßt) wurden ja auch im Laufe der Jahrhunderte Aquila und seine Frau Priska (so als hätte er das hohe Amt in der Gemeinde innegehabt und nicht sie), weibliche Endungen an Namen von Bischöfinnen, die in Kirchen festgehalten sind, wurden abgeschlagen, um die frühchristliche „Gleichberechtigung“ in Vergessenheit geraten zu lassen.

        Jedenfalls ist das „Du sollst Vater und Mutter ehren“ aus den 10 Geboten und das „Frau, siehe, dein Sohn“ und das zu Johannes gesprochene: „Siehe, deine Mutter“ nicht mit der protestantischen Mißachtung der Gottesgebärerin (Definition aus dem 4. Jh) zu vereinbaren, die einem Totschweigen, ja, geradezu einer „damnatio memori“ ähnelt.

        Jesus Christus war nicht nur wahrer Gott, er war auch wahrer Mensch. Und als solcher muß es ihn freuen, wenn man seine Mutter liebt und verehrt (eine wie auch immer geartete „Mißgunst“ des Sohnes gegenüber der Mutter ist undenkbar, zumal in der Marien-Verehrung ja immer Jesus im Mittelpunkt steht – der einzige, der Maria überhaupt Bedeutung verleiht). Es muß ihn schmerzen, wenn man sie ignoriert und weniger achtet als die eigene Mutter.

        Das sagen mir keine theologischen Studien, das sagt mir mein gesunder Menschenverstand. Und auch hier habe ich Jesus auf meiner Seite, der Gott dafür gedankt hat, daß er so manches „den Großen und Weisen verborgen und den Kleinen und Unmündigen geoffenbart“ hat.

        Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest,

        Gabriele

      • Rainer Braendlein schreibt:

        Hallo Frau Goldmund,

        ich gehe bewußt nicht mehr auf Ihre einzelnen Fragestellungen ein, weil erst ein Grundproblem gelöst werden muß, um endlose Streitgespräche zu vermeiden: Es muß sichergestellt werden, daß Ihnen der Heilige Geist zum rechten Verständnis der Heiligen Schrift verhilft.

        Den Heiligen Geist bekommt man bei der sakramentalen Taufe, wenn man sie im Glauben empfängt. Ihre Säuglingstaufe ist gültig. Sie können sich darauf beziehen. Nach Römerbrief 6 wird uns bei der Taufe die Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu Christi zugeignet, d. h. unser alter Mensch der Sünde stirbt und wir empfangen ein neues Leben von Gott. In der Kraft der Taufe können wir tatsächlich als Christen leben.

        Durch sein Sterben am Kreuz hat Jesus den Grund der Taufe gelegt. Der ewige, eingeborene Sohn Gottes, der Mensch wurde, hat die sündige Menschheit angenommen. Er trug unsere Sünde am Kreuz.. Der Sohn Gottes erniedrigte sich zum Menschen, zum „Sünder“ (Jesus hat keine einzige Sünde begangen, aber durch die Taufe des Johannes stellte er sich uns, den Sündern, gleich), ja sogar bis zum Tod am Kreuz. Diese Liebe ist unwiderstehlich. Kann es jemand geben, der diese Liebe geringschätzt?

        Wir sollen die 10 Gebote halten, sie führen uns aber auch immer wieder zur Erkenntnis unserer Sündhaftigkeit. Gott aber sei Dank, es gibt einen Erlöser von Sünde und Schuld: Jesus Christus.

        Gott befohlen,

        Rainer aus Pasing

        Guide me, O thou great redeemer,
        Pilgrim through this barren land;
        I am weak, but thou art mighty,
        Hold me with thy powerful hand;
        Bread of heaven, bread of heaven
        Feed me till I want no more;
        Feed me till I want no more.

        Open now the crystal fountain (Taufe)
        Whence the healing stream doth flow;
        Let the fire and cloudy pillar (Jesus)
        Lead me all my journey through:
        Strong deliverer, strong deliverer;
        Be thou still my strength and shield;
        Be thou still my strength and shield.

        When I tread the verge of Jordan,
        Bid my anxious fears subside;
        Death of death, and hell’s destruction
        Land me safe on Canaan’s side (Himmel):
        Songs of praises, songs of praises,
        I will ever give to thee;
        I will ever give to thee.

      • Gabriele schreibt:

        Hallo Rainer,

        das empfinde ich nun aber doch als ein unfaires Ausweichen…

        Haben SIE es denn irgendwo schriftlich, daß der Heilige Geist Sie zur richtigen Interpretation der Schrift leitet und geleitet hat…?

        Getauft bin ich natürlich, das versteht sich von selbst, da ich meinen Übertritt von der evangelischen zur katholischen Kirche erwähnt hatte. Bei beiden „läuft ja nix“ ohne Taufe.

        Daß Sie nun schon zum wiederholten Mal von meinen „Fragen“ an Sie sprechen, ist ein klein wenig provozierend. Das klingt nämlich so, als wollte ich von Ihnen Dinge erklärt bekommen, die ich nicht ohne Ihre Hilfe verstünde.

        Dieses Gefühl habe ich keineswegs.

        Meine Fragen sind, wie jedermann leicht erkennen kann, meist rhetorische Fragen, die lediglich auf einen inneren Widerspruch in Ihrer Argumentation hinweisen sollen, z.B. zwischen Ihrem vorschnellen Urteil, daß der Zölibat am Fehlverhalten einiger weniger Priester schuld sei und der Lebenswirklichkeit, die zeigt, daß es – leider – auch verheiratete Familienväter gibt, die Kinder mißbrauchen. Oder z.B. zwischen dem Verweisen auf die Bibel und dem Ignorieren vieler Dinge, die in der Bibel stehen …

        Übrigens hatte ich beim Thema „Maria“ nur das Stichwort „Magnifikat“ geschrieben, will aber doch noch mal für alle, die den Bibeltext nicht im Kopf haben, expressis verbis herausheben, daß Maria darin beim Besuch bei ihrer Cousine Elisabeth jubelt: „… Von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter …“

        Ja, alle Geschlechter – nur die Protestanten wollen lieber nicht. Sie „wissen es besser als die Bibel“.

        Sorry, daß ich jetzt ein wenig mokant geworden bin, aber das hat sich so angeboten, daß ich einfach nicht widerstehen konnte. – Und ich kann ja beichten gehen. Gott sei Dank!!
        😉

        Gott befohlen,

        Gabriele

  5. Pingback: Seligsprechung von Johannes Paul II. | Glaube, Nachfolge und Gnade

  6. Andreas schreibt:

    Sehr geehrter Herr Brändlein!

    Sie schreiben: „Bei der Eucharistiefeier will der Priester durch erneute (!!!) Opferung Jesu Christi in Form von Brot und Wein für sich und die Teilnehmer der Eucharistiefeier Vergebung der Sünden erlangen (siehe KKK 1068, 1069, 1367, 1371, 1545, 1566)“.

    Ferner zitieren Sie – zum Beispiel – den soeben inkriminierten Paragraphen 1068: „In ihrer Liturgie verkündet und feiert die Kirche dieses Mysterium, damit die Gläubigen daraus leben und es in der Welt bezeugen: „Die Liturgie, durch die sich, besonders im göttlichen Opfer der Eucharistie, das Werk unserer Erlösung vollzieht‘, trägt nämlich in höchstem Maße dazu bei, daß die Gläubigen das Mysterium Christi und die eigentliche Natur der wahren Kirche zum Ausdruck bringen und anderen offenbar machen“ (SC 2)“.

    Verraten Sie mir, wo sie dort eine „erneute Opferung“ herauslesen? Und bitte sagen Sie nicht, es ergebe sich aus der Wendung vom „göttlichen Opfer der Eucharistie“ – denn damit ist nichts anderes als das eine Kreuzesopfer des Herrn gemeint, das vergegenwärtigt wird, aber nicht „wiederholt“. Das ist die Lehre der Kirche. Glauben Sie mir, als Katholik könnte ich das wissen …🙂

    Weiterhin eine frohe Osterwoche!
    Andreas

    PS Zu Bonhoeffer kann ich wenig sage – allein um des‘ wenigen, was ich von ihm weiß, bringe ich ihmfreilich gerne Achtung entgegen.

  7. Andreas schreibt:

    Sehr geehrter Herr Brändlein!

    Auch wenn Sie diesen Eintrag mit einer salvatorischen Klausel versehen, er richte sich nicht gegen einzelne Katholiken, so stellt er dennoch eine grobe Verunglimpfung jenes Glaubens dar, dem ich von Herzen anhange. Und ich lasse mich als einfachen Katholiken (gut, aber irregeleitet) nicht gegen den Papst (schlecht, weil irreleitend) ausspielen. Von Ihrer Charakterisierung der Eucharistie als „Satans Mahl“ganz zu schweigen. Evangelische Ökoevents mit Traubensaftausschank halte ich beispielsweise für reichlich banal, würde mich aber dennoch nicht total im Ton vergreifen. Aber ich sehe Ihren guten Willen; zumindest will ich es versuchen.

    Zur Sache: Unter den vielen Ungereimtheiten, die ihre Interpretation der Lehre der römisch-katholischenKirche enthält, möchte ich nur einen Punkt hervorheben, daß nämlich kein recht informierter Katholik behaupten wird, daß Christus in der Heiligen Messe erneut geopfert wird, als reiche das eine Opfer am Kreuz nicht aus. Eine intensivere Lektüre des von Ihnen zitierten Art. 1367 hätte Sie zur richtigen Annahme bringen können, daß in der Heiligen Messe das Kreuzesopfer vergegenwärtigt wird. Somit ist das Opfer der Messe nichts anderes als dessen Aktualisierung in unserer Zeit, keine Wiederholung, keine Neuauflage, keine Erweiterung, keine Ergänzung. Das ist, Sie merken es, garnicht einmal soweit weg von Ihrer Sicht des Abendmahls.

    Ihre Sicht des Abendmahls … nun ja, lassen Sie mich fragen, welche denn nun die richtige sei – die Luthers? Oder Calvins? Oder Zwinglis? Oder die der Zeugen Jehovas, um nur eine der zahllosen protestantisch inspirierten Abspaltungen zu benennen? Wenn die protestantische Welt hier endlich zu einer Meinung findet, dann können wir gerne über die Unterschiede zwischen dieser einen Auffassung und der von mir von Herzen geglaubten Lehre sprechen. Aber kehren Sie bitte zuvor die eigene Hütte aus.

    Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und gnadenfrohe Osterzeit!
    Andreas

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo Herr Andreas,

      ich muß Ihnen leider widersprechen. Der KKK lehrt die immer wieder neue und wiederholte Opferung Jesu bei jeder Eucharistiefeier. Da gibt es nichts zu deuteln.

      Lesen Sie doch mal das Buch „Nachfolge“ von Dietrich Bonhoeffer, das ist mit Abstand das beste christliche Buch neben dem „Großen Katechismus“ von Martin Luther. Übrigens war Bonhoeffers Widerstandstätigkeit nicht das Grundziel seines Lebens (er wurde da hineingezogen), sondern er wollte die EKD (früher DEK) reformieren. Die EKD hat Bonhoeffer bis heute nicht verstanden. Was soll das noch werden?

      Vielen Dank für Ihren Kommentar,

      Rainer Brändlein

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