Bergpredigt 3

Matthäusevangelium 5, 7:

Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Aus der Sicht der Heiligen Schrift sind alle Menschen Sünder und bedürfen der Barmherzigkeit Gottes.

Wir Menschen (die Gesellschaft, Einzelne, Religiöse, Politiker, Medien, usw.) sehen die Sache jedoch differenzierter.

Am Rand der Gesellschaft befinden sich die Kriminellen, die Prostituierten, die Hartz IV -Empfänger, Migranten, usw..

Dann gibt es da die wohlsituierte Mittelschicht, die sich selbst für die Anständigen halten. In ihren Berufen erbringen sie reale Wertschöpfung bzw. Dienstleistungen und versorgen ihre Familien. Sie sind die wirklich nützlichen Glieder der Gesellschaft.

So, wie die Leute am Rand der Gesellschaft, wird das Establishment der Reichen von der Mittelschicht argwöhnisch beäugt. Zu häufig sind Bankmanager, Vorstände, Unternehmer, hochrangige Politiker usw. in Skandale verwickelt.

Für offensichtliche Sünder halten wir also die Menschen am unteren und auch am oberen Ende der sozialen Skala.

Während seiner Erdenzeit brachte Jesus Christus Menschen Barmherzigkeit entgegen, unabhängig von ihrem sozialen Status. Jesus berief Petrus und Andreas, Johannes und Jakobus, die den anständigen Beruf des Fischers ausübten, aber er berief auch Matthäus (Levi), der ein verachteter Zöllner war.

Die Berufsgruppe der Zöllner war zu Jesu Zeiten sehr verrufen und sie galten als offenbare Sünder. Jesu Erbarmen sowohl über den Zöllner Matthäus als auch über den Oberzöllner Zachäus wurden scharf kritisiert. Aber was war Jesu Antwort? Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Matth. 9, 9-13:

Die Berufung des Matthäus und das Mahl mit den Zöllnern

9 Und da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm. (Matthäus 10.3)
   10 Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. 11 Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? 12 Da das Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. (Hesekiel 34.16) 13 Gehet aber hin und lernet, was das sei: „Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.“ Ich bin gekommen die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Gerechten. (1. Samuel 15.22) (Matthäus 18.11)

Luk. 19, 1-9:

Zachäus

1 Und er zog hinein und ging durch Jericho. 2 Und siehe, da war ein Mann, genannt Zachäus, der war ein Oberster der Zöllner und war reich. 3 Und er begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volk; denn er war klein von Person. 4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe: denn allda sollte er durchkommen. 5 Und als Jesus kam an die Stätte, sah er auf und ward sein gewahr und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend hernieder; denn ich muß heute in deinem Hause einkehren! 6 Und er stieg eilend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden.
   7 Da sie das sahen, murrten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrte. (Lukas 15.2) 8 Zachäus aber trat dar und sprach zu dem HERRN: Siehe, HERR, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. (2. Mose 21.37) (Hesekiel 33.14-16) 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal (weil) er auch Abrahams Sohn ist. (Lukas 13.16) 10 Denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. (Lukas 5.32) (Hesekiel 34.16) (1. Timotheus 1.15)

Nun muß man nicht erst kriminell werden oder korrupter Bankmanager, bevor sich  Gott über einen erbarmen kann, das heißt gesellschaftlich abstürzen als Voraussetzung für das Erbarmen Gottes. Es ist vielmehr so, daß Gott uns Folgendes mitteilen will: Wenn Gott bereit ist sich über die schweren Sünder zu erbarmen, dann wird er auch bereit sein, sich über mich zu erbarmen (jeder, der vom Hl. Geist angerührt ist, wird seine Sünde fühlen und sich nach Erlösung sehnen, obwohl er seine Sünde für schlechthin unvergebbar hält).

Übrigens war der Apostel Paulus einmal ein schwerer Sünder, denn er verfolgte die christliche Gemeinde, als er noch Saulus hieß.

1. Timotheus 1, 12-17  (hier schreibt Paulus an Timotheus):

Ich danke unserm HERRN Christus Jesus, der mich stark gemacht und treu geachtet hat und gesetzt in das Amt, (Apostelgeschichte 9.15) (1. Korinther 15.9-10) (Galater 1.13-16) 13 der ich zuvor war ein Lästerer und ein Verfolger und ein Schmäher; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan im Unglauben. 14 Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unsers HERRN samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist.
   15 Das ist gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin. (Lukas 19.10) 16 Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, auf daß an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigte alle Geduld, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. 17 Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren und allein Weisen, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.

Paulus bezeichnet sich als den „vornehmsten Sünder“, d. h. als einen Obersünder. Aber obwohl Paulus ein Obersünder war, erbarmte sich Gott über ihn.

Zusammenfassend ist zu sagen:

1. Gott will sich über alle Sünder erbarmen, d. h. auch über mich.

2. Gott beugt sich, auch zu den von der Gesellschaft verachteten, herab und bringt ihnen Barmherzigkeit entgegen. Die Jünger folgen ihrem Herrn auch im Tun der Barmherzigkeit, indem sie das Evangelium nicht nur den Anständigen bringen, sondern auch den Ausgegrenzten, Randgruppen, Assozialen, Armen, Kranken, Behinderten usw..

1 Tim 2, 4: Gott will, daß a l l e n Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Auch im Tun der Barmerherzigkeit zeigt sich der Glaube der Jünger an Jesus Christus. So wie die Jünger sich über die Sünder erbarmt haben in der Nachfolge Jesu, wird sich dermaleinst auch Gott über sie erbarmen.

Gefahr:

Durch das Tun der Barmherzigkeit verdient sich der Jünger nicht das Heil (Werksgerechtigkeit), sondern der Jünger übt Barmherzigkeit im Glauben an Jesus (Dietrich Bonhoeffer: Nur der Glaubende ist gehorsam und nur der Gehorsame glaubt). Der Jünger, der im lebendigen Glauben an Jesus, d. h. in der Nachfolge gelebt hat, wird auch ewig bei IHM sein dürfen.

Heute erfolgt der Ruf in die Nachfolge durch das Sakrament der Taufe. Kindertaufe ist gültig. Wiedertaufe ist verboten. Auch die Taufe der katholischen Kirche ist gültig, obwohl die kath. Kirche durch das Papsttum verdorben ist. Die Taufe kommt direkt von Gott aus dem Himmel und wird von den verschiedenen Kirchen nur verwaltet. Der eigentliche Täufer ist Gott, deshalb ist auch die Taufe der kath. Kirche gültig. Der Inhalt eines Päckchens ist von der Verfassung des Postboten unabhängig. Auch der Papst hat keine Macht, die Taufe zu beschädigen.

Was heißt Evangelium?

Antwort: Gott hat seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, um Sünder zu erlösen. Jesus starb am Kreuz, um uns von unseren Sünden zu erlösen (zu befreien). Zugeeignet wird dieses Heil bei der Taufe. Jeder, der Jesus nachfolgt, hat die Taufe recht empfangen, denn er lebt im Glauben an Christus.

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