Der Tempel

Der Tempel

Gestern kam eine Sendung auf DLF (Deutschlandfunk) über die Absicht orthodoxer Juden, den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen.

Es stellt sich die Frage, ob dies sinnvoll sein könnte?

Lange Zeit war der Tempel zu Jerusalem tatsächlich ein sakraler Ort, ja sogar der heiligste Ort auf Erden, denn der Gott Israels hatte verheißen, im Tempel gegenwärtig zu sein (1. Könige 8, 29: Laß deine Augen offen stehen über diesem Hause Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast: Da soll mein Name sein. Du wollest hören das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte betet.)

Jesus Christus ist Gottes eingeborener Sohn. Obwohl Christus eine Person der Dreieinigkeit ist und schon in seinen Erdentagen die  Fülle der Gottheit leibhaftig in ihm wohnte (Kolosser 2, 9), d. h. wo Jesus gegenwärtig war, war auch Gott gegenwärtig, anerkannte Jesus den Tempel noch als Wohnstatt Gottes (Johannes 2, 16: … meines Vaters Haus …).

Noch nach Pfingsten (Gründung der Christlichen Kirche durch die Herabsendung des Heiligen Geistes) versammelten sich die Jünger noch eine Zeit lang im Tempel. Der jüdische Tempel war die erste Kathedrale des Christentums. Und das paßt auch, denn das Christentum ist die  legitime Nachfolgereligion des Judentums. Letztendlich ist ein Christ  nichts weiter als ein Jude, der glaubt, daß der Messias schon gekommen ist und Jesus Christus heißt. Das Christentum hat die Nachfolge des Judentums angetreten.

70 Jahre nach Christus wurde der Tempel von den Römern unter Titus zerstört. Aus historischer Perspektive gesehen kurz vorher, hatten  fanatische Juden die Christliche Kirche aus Jerusalem vertrieben. Wenn man die Apostelgeschichte liest, fällt auf, daß am Anfang der Tempel noch erwähnt wird und, wie schon gesagt, von den Jüngern als Kirche benutzt wird. Nach der Vertreibung der Jünger aus Jerusalem wird der Tempel kaum mehr erwähnt (zwar gab es noch einen Überrest von Jüngern in Jerusalem, doch mußten diese wahrscheinlich im Untergrund leben und konnten sich nicht mehr öffentlich im Tempel zeigen). Es scheint, daß die Herrlichkeit Gottes nun vom Tempel wich und Gott die Christliche Kirche zu seinem neuen Tempel machte.  Schon an Pfingsten war ja Gott in der Person des Heiligen Geistes zu den Jüngern gekommen und so war die Schar der Jünger die neue Wohnstatt Seiner Herrlichkeit.

Zusammenfassend ist aus der Sicht der Christlichen Kirche das Folgende zu sagen: Die Absicht den Tempel zu Jerusalem wieder aufzubauen ist  pure Naivität. Selbst wenn der Bau gelingen würde, die Herrlichkeit Gottes wird in diesen Tempel nicht einziehen.

Israel erkenne heute noch seinen Messias (Jesus von Nazareth) und den neuen Tempel Gottes (die Christliche Kirche).

Übrigens gibt es heute keine sakralen Gebäude mehr. Jeder Kirchenbau ist einfach nur ein Gebäude, das dem Zweck dient, dort Gottesdienste abzuhalten. Keinesfalls wohnt Gott in irgendeinem Kirchengebäude. Nur während des Gottesdienstes, wenn die Gemeinde in der Kirche anwesend ist, dann ist Gott auch im Kirchengebäude gegenwärtig durch den Heiligen Geist.

Auch wenn Kirchengebäude, streng genommen, keine sakralen Orte sind, so ist es doch ein Verbrechen und ein Affront gegen das Christentum und gegen den lebendigen Gott, wenn ein Land (z. B. Türkei in historischer Perspektive) Kirchengebäude mutwillig zerstört. Durch die Zerstörung von Kirchengebäuden wird selbstverständlich Hass gegen Jesus Christus und seine geliebte Kirche zum Ausdruck gebracht.

Und noch eins: Paulus sagt im Römerbrief, die Christliche Kirche (das himmlische Israel) hat kein Recht sich über das irdische Israel (Nachkommen Jakobs) zu erheben. Vielmehr ist es so, daß Gottes Gabe und Berufung unbereubar sind (der alttestamentliche Bund Gottes mit Israel ist weiterhin gültig, trotz der Ablehnung des Evangeliums durch Israel). Alle Nachkommen Jakobs sind nach wie vor Geliebte Gottes. Nur lehnen sie bedauerlicherweise noch Jesus ihren Messias ab. Paulus sagt aber, der Tag wird kommen, an dem Israel seinen Messias erkennen wird. Eines der größten Ereignisse der Weltgeschichte steht uns also noch bevor.

Die Christliche Kirche wartet geduldig auf ihren Bruder Israel.

Ob die deutsche, evangelische Kirche und die römisch-katholische Kirche noch christliche Kirchen sind, ist mehr als fraglich. Die katholische Kirche ist eine Papstkirche und die evang. Kirche ordiniert Schwule. Gott schenke uns wieder eine lebendige, christliche Kirche, in der Gott gegenwärtig ist durch den Heiligen Geist.

Eine biblische Anekdote ist die Geschichte des Finanzministers von Äthiopien (Kämmerer der Kandake), der nach Jerusalem gekommen war, um anzubeten. Auf dem Rückweg saß er auf seiner Kutsche und las den Propheten Jesaja, verstand aber nicht was er da las. Pfingsten war schon Geschichte und die Kirche durch das Kommen des Geistes gegründet. Offensichtlich wußte der Kämmerer aber noch nichts von der neuen Religion und suchte Gott nach herkömmlicher Weise in Jerusalem. Da begegnete ihm Philippus (ein Diakon der Jerusalemer Gemeinde) und legte ihm die unverständlichen Verse aus und predigte ihm das Evangelium von Jesus. Gott begegnet dem Kämmerer durch die Kirche (Philippus war offizieller Repräsentant der Kirche in der Art eines Pfarrers). Der Kämmerer lernt durch die Kirche (Philippus) den wahren Gott Israels kennen, den er schon so lange suchte: Jesus Christus. Offensichtlich verlor der Tempel allmählich seine Bedeutung, und seine Funktion übernahm die Kirche.

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