Matth. 16, 18: Ist der Papst Petri Nachfolger?

Matthäus 16, 18:

Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.

In der Geschichte der Kirche wurde wahrscheinlich nie ein anderer Vers so oft verkehrt ausgelegt, wie der oben genannte.

Der Papst gründet seine Vorrangstellung in der Kirche hauptsächlich auf den o. g. Vers.

Jesus hatte gerade eben die Jünger gefragt, wer sie glaubten, daß er sei. Da war Petrus gleich vorgeprescht und hatte gesagt: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Jesus freut sich sehr über die Erkenntnis des Petrus und der anderen Jünger, offensichtlich hatte Gott ein Werk in ihnen angefangen.

Aus dem Gesamtinhalt der Evangelien geht hervor, daß die Jünger sich durchaus vorstellen konnten, demnächst mit Jesus zu herrschen, deshalb mußte Jesus auf seine Akklamation  als Christus durch Petrus auch mit einem kleinen Dämpfer reagieren.

Selbstverständlich, es war richtig, er (Jesus von Nazareth) war der Christus, der Sohn Gottes, aber die Zeit, da er (Jesus) herrschen sollte, war noch lange nicht gekommen. Es war Jesus zunächt einmal verordnet, zu leiden und verworfen zu werden.

Noch als Jesus festgenommen wurde, griff Petrus zum Schwert. Es war im durchaus unverständlich, daß Jesus sich nicht wehrte. Konnte es sein, daß der rechtmäßige König Israel’s abgeführt wurde wie ein gemeiner Verbrecher? Dies konnte Petrus damals noch nicht verstehen. Der Ratschluß Gottes, daß Christus überliefert werden mußte, um zu leiden und zu sterben, war den Jüngern bis dahin noch verborgen gewesen.

Nun zurück zu Matth. 16, 18. Was wollte Jesus mit diesen Worten sagen? Das Folgende: „Petrus du bist Petrus (mit all deinen Träumen von einer irdischen Herrschaft der Jünger Jesu bzw. der christlichen Kirche), aber meine Kirche werde ich (der Vater) auf den demütigen, selbsterniedrigten Jesus bauen.

Dieser Jesus erniedrigte sich bis zum Tod am Kreuz, wo er die Sünde der Welt auf sich nahm. Gott bewirkt durch den Heiligen Geist den Glauben an Jesus in den Menschen. Gott baut seine Kirche auf Jesus, indem er in Menschen den Glauben an ihn bewirkt.

Jesus scheint es vorausgesehen zu haben, daß sein Kirche immer versucht sein würde, nach Herrschaft zu streben, die Herrschaft aber muß er ihr verwehren. Im Gegenteil, die Kirche muß das Los ihres Herrn teilen, das bedeutet, verworfen werden und leiden.

Matth. 16, 24-26:

 24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. 25 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. 26 Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?

Die korrekte Auslegung von Matth. 16, 18 ist also der römisch-katholischen Auslegung diametral entgegengesetzt! Matt. 16, 18 begründet nicht das Papsttum, sondern verwirft es: Gott will keine herrschende Kirche, sondern eine leidende, verworfene.

Gegenthese: Der Papst ist schon der Nachfolger Petri. Der Papst ist der Nachfolger der fleischlichen Wünsche (Wunsch nach Herrschaft) des Petrus. Bis zur Kreuzigung Jesu hatte Petrus (und die anderen Jünger) nicht verstanden, daß „Christus sollte leiden“. Sie hofften wirklich darauf, mit ihm zu herrschen.

Seit spätestens Pfingsten ist unser Petrus ein „transformierter“ Petrus. Zu Pfingsten empfingen die Jünger den Heiligen Geist, der sie über das wahre Wesen des Christus belehrte: Das Los Christi und seiner Kirche ist Leiden und Verworfenwerden bis zum Jüngsten Tag (Jesus Christus kehrte zwar zurück auf den Thron Gottes, aber er nimmt trotzdem teil an den Leiden seiner Gemeinde).

Der Papst kann sich also keinesfalls auf den himmlischen Petrus berufen, sonder höchstens auf den fleischlichen Vorgänger des Petrus.

Und wir sagen Dir, Papst: „Du bist Joseph Ratzinger, aber auf jenen Felsen will Gott seine Kirche bauen.“

Ich mach‘ hier auch mal kurz von der Schlüsselgewalt Gebrauch: „Herr Ratzinger, solange Sie behaupten, Sie seien das Haupt der Kirche, sind Ihnen ihre Sünden behalten und Sie sind aus der Christlichen Kirche ausgeschlossen!“

 

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