Auslegung Johannesevang. 1

Die Ewigkeit: der ewige Gott und das ewige Wort. Eine ewige Person der Gottheit ist ein Wort, kein Vokale, kein Konsonanten, sondern eine lebendige Person. Gottes Wort an uns ist eine lebendige Person, ein wirksames Wort.

Die Zeit: Das Wort bricht aus Gott hervor und macht Himmel und Erde, Menschen, Tiere und Pflanzen. Das Wort bewirkt Licht, Leben und Heil, es kann einfach nicht anders. Das Wort kommt in die Welt und es wird Licht, aber die Menschen lehnen es ab und so bleibt es größtenteils finster auf der Erde.

Das war ein kurzer Abriß der Weltgeschichte. Der größte Teil der Menschheit wird Christus immer ablehnen und so wird es auf Erden finster  bleiben bis zum Anbruch des ewigen Tages Gottes.

Christus hat sich der Welt nicht nur höchstpersönlich offenbart einige jahrzehntelang, sondern schon immer durch alle seine Gläubigen, sowohl die des Alten Testamentes als auch die des Neuen Testamentes. Indem die Welt die Gläubigen verwirft, verwirft sie auch Christus.

Die Kirche soll sich also nicht irremachen lassen durch den penetranten Unglauben der Welt, denn Gott hat den anhaltenden Unglauben der Welt vorausgesagt durch den Apostel Johannes. Dieser Unglaube ist schlicht dämonischer Natur und nicht weiter zu ergründen. Wer Christus annimmt, für den wird der Sündenfall Adam’s rückgängig gemacht und er kehrt zurück in die vertrauensvolle Gemeinschaft des liebenden Gottes. Wer aber Christus verwirft, der sündigt schlimmer als Adam, denn Adam wurde Gottes Liebe „nur“ durch die Werke der Schöpfung bezeugt, während uns heute Gottes Liebe durch Jesu Tod und Auferstehung bezeugt wird. Das neue Evangelium in Jesus ist viel stärker als das Schöpfungsevangelium: Gott hat seinen Sohn um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten. Wer diese Liebe Gottes im Evangelium ablehnt bis zu seinem Lebensende, ist tatsächlich ein Teufel und unheilbar böse.

Der menschliche Körper hat viele Glieder, aber nur ein Haupt. Sicher ist das Haupt der edelste Teil des menschlichen Körpers, aber ohne die anderen Glieder wäre das Haupt ziemlich hilflos und die Glieder wären auch hilflos ohne das Haupt. Diese Ordnung kommt von Gott und wir müssen das einfach so hinnehmen.

Christus hätte sicher auch ohne Johannes den Täufer auskommen können, aber es entspricht eben der göttlichen Art sich menschlicher Glieder zu bedienen, um Gottes‘ Wahrheit und Gnade zu bezeugen. Christus hat menschliche Glieder auf Erden von alters her. Heute nennt man die Gesamtheit aller Glieder Christi auf Erden Kirche.

Johannes zusammen mit seinen Eltern und der Familie Jesu stellte eine Art Mini-Kirche dar, wo der Heilige Geist wirksam war. Johannes der Täufer war insofern außergewöhnlich, da er schon im Leib seiner Mutter (als Embryo) den Heiligen Geist empfing.

Johannes lebte ein heiliges Leben, weil der den Heiligen Geist hatte. Die Juden strömten zu seiner Taufe und nur die Obersten der Juden stellten ihn aus Neid in Frage. Johannes war ein wahrhaftiger Heiliger und Asket und jeder anerkannte ihn als Propheten.

Johannes machte den Menschen ihre Sündhaftigkeit bewußt durch seine Bußtaufe und schickte sie zu Jesus, der das personifizierte Heil Gottes war: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt.“

Die Masse kommt zwar zu Johannes‘ Taufe, kann aber mit der Person Jesu nicht viel anfangen. Es scheint finster zu bleiben auf Erden, obwohl das Licht in die Welt gekommen ist. Doch da geschieht etwas Wunderbares:

Einige wenige Menschen kamen in Jesu Nähe und er rief sie zu sich. Jesu göttlicher Ruf war sakral, das heißt unwiderstehlich, er entsprach einer neuen Geburt. Dem entspricht es heute, wenn ein Mensch in die Nähe der echten christlichen Kirche kommt, das Evangelium hört, glaubt und getauft wird (Säuglingstaufe ist gültig und wird wirksam durch Erinnerung daran; Wiedertaufe ist verboten!). Früher war Jesu Ruf die neue Geburt, heute ist die sakramentale Taufe die Geburt aus Wasser und Geist. Der Mensch muß von neuem geboren werden, das ist das größte Geheimnis der Menschheitsgeschichte.

Die Jünger Jesu hatten sicherlich schon ein gewisses Maß an Glauben, bevor sie zu Jesus kamen. Sicherlich war aber bisher ihr Glaube durch das Gesetzesjudentum stark gedämpft worden. Durch den Ruf Jesu in die Nachfolge wird nun ihr winziger Glaube versiegelt und sie werden nun erst im engeren Sinne gläubig. Sie kommen in die Gemeinschaft mit einer Person der Gottheit, die ihr Leben neu macht. Die Juden hatten die Beschneidung komplett entweiht und zu einem Gesetzeswerk degradiert, nun kommt Jesus und gibt eine neue Beschneidung, die Beschneidung des Herzens.

Jesus ruft die Jünger in seine Gemeinschaft und da erleben sie Folgendes:

Jesus war in Person: Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Güte, Treue, Freundlichkeit, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Er lebte in sexueller Reinheit. Er kannte weder Hass, Neid, Streitsucht noch Saufen, Fressen, Götzendienst und Zauberei. Jesus war Gnade und Wahrheit, denn er heiligte Sünder durch seine Gnade und erfüllte selbst das Gesetz durch Liebe. Jesus lebte „in Gott“ und so war all sein Tun wahr und wert der Anerkennung. Die Pharisäer und Schriftgelehrten dagegen waren ungnädig und falsch. Sie richteten zornig die Sünder, was bis zu Hinrichtungen gehen konnte, ihre eigene Frömmigkeit aber war geheuchelt. Die Pharisäer waren erfüllt mit Hass und Zorn und sexueller Lüsternheit, außerdem waren sie Diebe, Meineidige, Gewalttäter. Das Gesetz konnte Menschen nur ihre Sündhaftigkeit vor Augen führen. Jesus aber war voller Liebe und konnte die Jünger durch seiner Gegenwart auch  zu dieser Liebe befähigen. Das Gesetz machte Menschen zu Sündern, Jesus machte Menschen zu Heiligen.

Jesus heiligt die Jünger durch seine Vorbild und die heilsame Gnade, die von ihm ausgeht. Die göttlich Kraft Jesu macht die Jünger zu Heiligen (sie nehmen Gnade um Gnade).

Die Jünger würden von Jesus lernen, wie man mit Sündern umgeht: Sie würden ihnen nicht zürnen, sie nicht beleidigen, sie nicht verfluchen und sie nicht verdammen. Für ihre Gnade mit den Sündern würde Gott die Jünger bewahren in seiner Gnade: er würde sie bewahren vor Lüsternheit, Falschheit (Heuchelei) und Gewalttätigkeit. Ihre Gnade mit den Sündern sollte aber nicht so weit gehen, daß sie von ihnen Ehre nahmen für äußeren Gottesdienst wie Gebet, Fasten, Almosengeben. Auch sollte die Gnade mit den Sündern nicht so weit gehen, daß die Jünger anfingen in plattem, selbstsüchtigem sorgenerfülltem, genußsüchtigem Materialismus dahinzuvegetieren wie die Welt. Die Jünger würden sich auch nicht gegenseitig richten, wegen ihrer verschiedenen Besitzstände, sondern jeder würde darauf sehen, Not zu lindern mit seinen Gütern und Vermögen, falls ihm solche zur Kenntnis käme. Die Jünger würden also die Botschaft der Liebe durch ein Verhalten der Liebe unterstreichen.

Viele Juden ließen sich zwar von Johannes taufen, konnten aber trotzdem mit Jesus nicht viel anfangen, obwohl Johannes sie ständig auf Jesus verwies.

Das jüdische Establishment stellt sogar Johannes selbst und seine Taufe in Frage. Sie sahen in ihm einen gefährlichen Konkurrenten, der ihnen ihr Geschäft kaputtmachen konnte. Jedem mußte intuitiv klar sein, daß Johannes ein Prophet war, noch dazu erfüllte er die Prophezeiung vom Rufenden in der Wüste. Das jüdische Establishment handelte also äußerst töricht, indem es Johannes in Frage stellte.

Johannes läßt sich auf keine großartige Diskussion mit ihnen ein, sondern sagt, was er sagen mußte, sie sollten zu Jesus gehen, dem Lamm Gottes.

Es muß einer der größten Momente in Jesu Leben gewesen sein, als auf die Predigt des Johannes hin tatsächlich einige Juden sich ihm anschlossen. Jesus wartete schweigend auf Nachfolger, als Johannes predigte. Nach längerer Zeit geschieht es doch und der Vater erhört Jesu Gebete um Nachfolger: Ein Unbekannter, Andreas, Petrus, Philippus und Nathanael schließen sich Jesus an trotz der völlig anderen Meinung des jüdischen Volkes. Das jüdische Establishment wollte schon Johannes nicht anerkennen, wieviel weniger Jesus. Das Volk lies sich zwar taufen, aber sie konnten nicht recht an des Zimmermann’s Sohn glauben (war er zu bescheiden, zu mitfühlend, zu sanftmütig, zu gerecht, zu barmherzig, zu rein, zu friedfertig, zu konsequent???). Die Jünger stellen sich gegen das Volk und seine Führer. Sie folgen Jesus nach, obwohl die gewaltige Mehrheit Jesus ablehnt. So werden die Jünger zu Felsen in der Brandung des jüdischen Hasses gegen Jesus. Jesus macht die Jünger fröhlich, indem er ihnen die Beichte abnimmt, er ermutigt sie zur Standhaftigkeit und gibt ihnen Ehrentitel wie „Felsen“, spricht persönlich mit den Alleingelassenen und tröstet dadurch, stärkt ihren Glauben durch kleine Wunder.

Zusammenfassung:

Es sah zunächst äußerst schlecht aus für Johannes und Jesus. Sie schienen Schiffbruch zu erleiden mit ihrem „lächerlichen“ Evangelium. Niemand schien ihre Botschaft anzunehmen. Und da, doch, nach einer Weile kamen einige, die nicht mit dem Strom schwammen, sondern der Verkündigung des Johannes glaubten und sich durch Jesus neu machen ließen (Geburt von oben durch ein sakrales Heilswort Jesu: „deine Sünden sind dir vergeben, gehe hin sündige nicht mehr!“ oder „komm und folge mir nach!“). Der Vater tröstete Johannes und Jesus und schenkte ihnen einige aus dem Volk. Diese werden in der Ewigkeit hoch geehrt werden, weil sie nicht Satan’s dämonisches Spiel des Unglaubens mitmachten, der Gottes Werk hindern wollte und drauf und dran war Johannes und Jesus in tiefste Depression und Verzweiflung zu stürzen.

 

 

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