Apostolisches Glaubensbekenntnis, modifiziert nach Franklin

Nun, was ist das?

Das ist einfach die Summe aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis der christlichen Kirche (siehe unten) und dem Glaubensbekenntnis von Benjamin Franklin (siehe unten; siehe unbedingt auch Ergänzung vom 22.03.2015, unten).

Warum sollte es sinnvoll sein, diese beide Glaubensbekenntnisse zu vereinen?

Der Grund ist der folgende:

Benjamin Franklin (ein verdienter amerikanischer Staatsmann) war etwas enttäuscht von der protestantischen Kirche seiner Zeit, da ihre Lehre nicht etwa dazu führte, daß die Menschen einander Gutes taten, sondern hauptsächlich dazu diente die Menschen voneinander zu trennen und gegeneinander unfreundlich zu machen (siehe Franklin’s Autobiographie, Seite 113, Verlag C. H. Beck 2010). In seiner Autobiographie erwähnt Franklin auch (S. 114) die 5 religiösen Grundsätze der Presbyterianer (zu dieser protestantischen Kirche gehörte Franklin eigentlich), die einen Presbyterianer davon dispensierten („befreiten“) praktische Liebe an seinem Nächsten zu üben: 1. den Sabbat heilig halten; 2. fleißig die Heilige Schrift lesen; 3. regelmäßiger Gottesdientsbesuch; 4. am Sakrament teilnehmen; 5. den presbyterianischen Klerus ehren. Wenn ein Presbyterianer das tat, konnte er mit Gottes Gunst rechnen, und sein Nächster konnte ihm den Buckel runterrutschen.

Ähnlich schaut ein Muslim nicht darauf seinen Nächsten, der kein Muslim ist, zu lieben, sondern versucht Gott durch die 5 Säulen des Islam zufriedenzustellen.

Wer die fünf Säulen des Islam hält, ist ein guter muslimischer Gläubiger und das dispensiert ihn von Liebe und Gerechtigkeit seinen (christlichen oder sonstigen nicht-muslimischen) Mitmenschen gegenüber.

  • Schahada (islamisches Glaubensbekenntnis)
  • Salat (fünfmaliges Gebet)
  • Zakat (Almosensteuer)
  • Saum (Fasten im Ramadan)
  • Haddsch (Pilgerfahrt nach Mekka)

Nur wer diese fünf Säulen hält, der ist ein guter Muslim und dem ist Allah gnädig. Den Ungläubigen, also Christen und sonstigen Nicht-Muslimen, ist Allah selbst-verständlich NICHT gnädig, sondern hat sie verflucht.

Die presbyterianische Kirche zur Zeit Franklin’s war also fast auf das Niveau des Islam herabgesunken, fehlte nur noch, daß sie die Ungläubigen enthauptet hätten, so wie Mohammed es tat. Das Paradebeispiel für „gottlose Frömmigkeit“ oder „religiöse Gottlosigkeit“ ist das Gespräch Jesu mit der Samariterin. Die Samariterin gab dem durstigen Menschen  Jesus (ihr Nächster oder Mitmensch) kein Wasser, nur weil der Jude war. Auch sie war durch Religion eher schlechter als besser geworden. Auch die Samariter hatten 5 Säulen, die sie hielten: Ein guter Samariter berief sich auf 1. den Patriarchen Jakob; 2. wallfahrtete ab und zu zum Grab Joseph’s des Patriarchen in Sichem (nahe bei Sychar); 3. betete an auf dem Berge Garizim; 4. hielt sich fern von Juden; 5. erwartete den Messias. Die Samariterin hielt sich für eine gute Gläubige, weil sie alle diese Traditionen hielt. Ähnlich beriefen sich wiederum die Juden auf den Patriarchen Abraham, auf die Beschneidung und das Haben des Gesetzes, was sie dispensierte von der Nächstenliebe.

Es muß unbedingt und nun dringend erwähnt werden, daß das Christentum in seiner Idealform, also so, wie es Jesus und die Apostel ursprünglich gelehrt haben (diese Lehre findet man im Neuen Testament), selbstverständlich dazu führt, daß man Gott und seinen Nächsten liebt in Tat und Wahrheit. Leider sind sogar die protestantischen Kirchen, deren Urvater Martin Luther mit seiner neuen Lehre der Lehre Jesu und der Apostel unendlich nahegekommen ist, wieder stark vom ursprünglichen Christentum abgewichen. Benjamin Fanklin’s Kritik bezieht sich also nicht auf Jesus, die Apostel und das ursprüngliche, ideale Christentum, sondern auf ein durch die Kirche seiner Zeit verzerrtes Christentum (offensichtlich war eingetreten, wovor Jesus schon gewarnt hatte, daß Wölfe im Schafspelz die Kirche infiltriert hatten und mit ihren Irrlehren verdarben.)

Benjamin Franklin ging es darum den Fokus wieder ganz auf den Nächsten zu richten, dem man Gutes tun soll. Dazu hat er eine kleine Schrift erstellt, die heißt: „Glaubensartikel und Religionsübungen (Autobiographie Franklin’s von C. H. Beck 2010, Seite 115ff)“. Diese Schrift ist äußerst lobenswert wie auch das neue Glaubenbekenntnis von Franklin (S. 132, 133), das den Nächsten bzw. Mitmenschen wieder in den Mittelpunkt stellt, ganz im Sinne Jesu:

Es gibt einen Gott, der alle Dinge geschaffen hat.
Er regiert die Welt durch seine Vorsehung,
Er soll durch Andacht, Gebet und Danksagung verehrt werden.
Der beste Gottesdienst aber ist es, den Menschen Gutes zu tun.
Die Seele ist unsterblich.
Gott wird gewiß die Tugend belohnen und das Laster bestrafen,
entweder hinieden oder jenseits.

Franklin’s Glaubensbekenntnis ist zwar sehr gut, hat aber die Schwäche, daß es Jesus, Jesu Opfer und die Taufe nicht erwähnt, an die man glauben muß, um zur Tugend zu gelangen. Der Glaube an Jesus, Jesu Opfer und die Taufe ist Voraussetzung für den Erfolg irgendwelcher Übungen oder Trainingsmaßnahmen zur Erlangung von Tugendhaftigkeit.

Die drei Glaubenbekenntnisse der Alten Kirche (apostolisches Glaubensbekenntnis, Glaubensbekenntnis von Nicäa, athanasisches Glaubensbekenntnis) wurden sicher nicht von Irrlehrern verfaßt, haben aber die Schwäche, daß das Wort Mensch in ihnen nicht vorkommt.

Apostolisches Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Die Glaubensbekenntnisse der christlichen Kirche sind zwar sehr gut in sich selbst, aber ihre Handhabung ist doch von Missverständnissen bedroht. Glauben, im engeren Sinne, nach dem Befund des Neuen Testamentes, der Schrift mit der höchsten Autorität in der Kirche, heißt nicht nur die Artikel des Glaubensbekenntnis für wahr zu halten, oder auswendig aufzusagen, sondern bedeutet im Alltag in der Kraft des Heiligen Geistes, den man im Zusammenhang mit der sakramentalen  Taufe (auch Säuglingstaufe) erwirbt,  die Begierden (Lüste, Leidenschaften, niedrige Triebe und Instinkte) des Leibes zu überwinden und in dieser Befreiung Gott und seinen Mitmenschen zu lieben. Der wahre Glaube befreit (dispensiert) also nicht von der Nächstenliebe, sondern er befreit zur Nächstenliebe.

Evangelium: Gott, der Vater, hat Gott, den Sohn, Jesus, um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten.

Wer das einfach glaubt und sakramental getauft wird (oder sich seiner Säuglingstaufe im Glauben erinnert), der ist der Sünde abgestorben und in Christus. Der alte Mensch der Sünde ist am Kreuz mit Jesus untergangen und wir sind mit Jesus auferstanden zu einem neuen Leben in Christus. In Christus seiend, was gleichbedeutend ist mit „den heiligen Geist haben“, überwinden wir Tag für Tag die Lüste unseres in sich selbst sündigen Leibes (der Leib wird durch keine Übung besser, sondern wir können uns nur angewöhnen ihn zu unterdrücken) und üben Liebe an Gott und unseren Mitmenschen. Wenn wir so Jesu Opfer am Kreuz wertschätzen, ist es auch ein Sühneopfer für uns zur Vergebung unserer Sünden. Täglich laden wir Jesus ein über uns zu herrschen und unserer sterblichen Leiber lebendig zu machen durch den heiligen Geist.

Apostolisch-franklin’sches Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Ich glaube an die sakramentale Taufe,
durch die ich der Sünde abgestorben bin,
in Christus bin,
also die Lüste meines Leibes überwinden kann,
Gott und meine Mitmenschen lieben kann.

Das apostolisch-franklin’sche Glaubensbekenntnis ist nahezu perfekt (ich übertreibe ein wenig), denn es fokusiert einerseits auf die Nächstenliebe (dessen ermangelt das apostolische Glaubensbekenntnis), erinnert aber auch daran, daß wir nur durch Jesus bzw. die Kraft, die er uns gibt, unseren Nächsten lieben können (dessen ermangelt das franklin’sche Glaubensbekenntnis).

Die folgenden 13 Tugenden von Franklin wird man nur dann mit Erfolg zu erlangen suchen, wenn man (dabei schon) an Jesus glaubt, der die Kraft darreicht, die niedrigen Instinkte zu überwinden und Liebe zu üben:

Die Namen der Tugenden samt ihren Vorschriften sind:

1. Mäßigkeit – Iß nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung!

2. Schweigen. – Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung!

3. Ordnung. – Laß jedes Ding seine Stelle und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben!

4. Entschlossenheit. – Nimm dir vor, durchzuführen, was du mußt; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst!

5. Sparsamkeit. – Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun; das heißt vergeude nichts!

6. Fleiß. – Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit!

7. Aufrichtigkeit. – Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich dananch!

8. Gerechtigkeit. – Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterläßt, die deine Pflicht sind!

9. Mäßigung. – Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so übel aufzunehmen, wie sie es nach deinem Dafürhalten verdienen!

10. Reinlichkeit. – Dulde keine Unsauberkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung!

11. Gemütsruhe. – Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle!

12. Keuschheit. – Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit, Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes!

13. Demut. – Ahme Jesus und Sokrates nach!

Ergänzung vom 22.03.2015

Bis vor wenigen Wochen hielt ich sehr viel von Friedrich dem Großen und Benjamin Franklin, da sie soviel Wert legten auf die christliche Tugenden. Ich unterstellte bisher, sie seien beide insgeheim Christen gewesen. Es sieht mir aber mittlerweile  so aus, daß beide zwar die Morallehre des Christentums bzw. die Morallehre Jesu schätzten, aber nicht glaubten, daß Jesus Gottes Sohn sei. Sie verleugneten also die metaphysische Komponente des Christentums. Wer allerdings nicht glaubt, daß Jesus Gottes Sohn sei, der kann auch kein Christ sein und wird in der Hölle landen. Das praktische Problem ist auch, daß uns die Morallehre Jesu wenig nutzt, wenn wir nicht glauben, daß er Gottes Sohn ist. Wir haben die degenerierte Natur Adams biologisch geerbt, die eine sehr starke Neigung zum Sündigen hat. Solange wir nicht glauben, daß Jesus Gottes Sohn ist, sind wir den sündigen Neigungen unserer Natur absolut schutzlos und hilflos ausgeliefert. Gebote, Gesetze, Satzungen, Vorschriften, etc. reizen uns sogar zum Sündigen, statt die Sünde zu dämpfen – dies zeigt, wie völlig verdorben unser  natürlicher Mensch ist: Wenn man ihm ein Gebot gibt, dann sündigt er noch mehr. Wenn man also die metaphysiche Komponente des Christentums wegläßt, dann richtet man unermesslichen Schaden an, denn die reine Morallehre des Christentums wird bewirken, daß die Menschen eher mehr als weniger sündigen.

Unter dem Vorbehalt, daß es wirklich wahr ist (ich habe leider keine Zeit für tiefergehende Recherchen), daß Friedrich der Große und Benjamin Franklin wirklich nicht glaubten, Jesus sei Gottes Sohn, verfluche ich sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.

Benjamin Franklin:

„Here is my Creed: I believe in one God, Creator of the Universe. That He governs it by his Providence. That he ought to be worshipped. That the most acceptable Service we can render to him, is doing Good to his other Children…. I think the System of Morals [devised by Jesus] and his Religion as he left them to us, the best the World ever saw, or is likely to see; but I apprehend it has received various corrupting Changes, and I have with most of the present Dissenters in England, some Doubts as to his Divinity.“

(aus Letter from Benjamin Franklin to Ezra Stiles, Benjamin Franklin, March 9, 1790)

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s