Jesus und der sinkende Petrus auf dem See

Johannesevang., Kap. 6, Verse 16-21

16 Am Abend aber gingen seine Jünger hinab an den See, 17 stiegen in ein Boot und fuhren über den See nach Kapernaum. Und es war schon finster geworden und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. 18 Und der See wurde aufgewühlt von einem starken Wind. 19 Als sie nun etwa eine Stunde gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem See gehen und nahe an das Boot kommen; und sie fürchteten sich. 20 Er aber sprach zu ihnen: Ich bin’s; fürchtet euch nicht! 21 Da wollten sie ihn ins Boot nehmen; und sogleich war das Boot am Land, wohin sie fahren wollten.
absatz
Nach der Die Speisung der Fünftausend wollten die Leute Jesus zum Brotkönig machen. Dafür allerdings wollte sich Jesus nicht zur Verfügung stellen und floh auf einen Berg; seine Jünger schickt er eilends mit dem Boot weg. Jesus wollte kein weltlicher Herrscher sein, sondern er war gekommen, um „sein Volk zu retten von ihren Sünden“; Jesus war also ein großer Seelsorger in Israel.
absatz

Matthäusevanglium 1, Verse 20-21:

20 Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. 21 Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.

Absatz
Es wäre durchaus im Sinne der Jünger gewesen, wenn Jesus sich vom Volk hätte zum König machen lassen; sie begriffen sowieso nicht, warum er nicht einfach ein paar Legionen Engel herbeirief, die römische Besatzungsmacht und das jüdische Establishment vernichtete und den Thron einnahm (Jesu Wille ein Retter bzw. Seelsorger zu sein, ließ sich aber nicht mit irdischer Herrschaft vereinbaren, denn wie sollte er Menschen retten und sie gleichzeitig töten; sicher gab es auch im jüdischen Establishment und bei den Römern Menschen, die demnächst, mittelfristig oder in ferner Zukunft doch noch zum Glauben an Jesus finden würden, wenn man sie am Leben ließ).
absatz
Petrus konnte sich durchaus vorstellen erster Bischof der Christlichen Kirche zu werden. Einmal mußte er kraft seines päpstlichen Amtes (das er sich anmaßte) Jesus maßregeln, der so naiv und weltfremd war, daß er sich von den Juden töten lassen wollte („das geschehe dir nur nicht“, sagte Petrus). Dies konnte sogar den sanftmütigen Jesus aus der Fassung bringen, der antwortete: „Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du meinst nicht was göttlich, sondern was menschlich ist.“  (Wie sollte Jesus das Lamm Gottes werden, das hinwegnimmt die Sünde der Welt, ohne den Sühnetod zu sterben?)
absatz
Auf diesen vorpfingstlichen, fleischlichen Petrus (also ein Petrus, der noch nicht transformiert war durch die Macht des Heiligen Geistes an Pfingsten) stützt sich der Papst, der höchste Bischof der römisch-katholischen Kirche. Auch er will Leiden und Verwerfung aus dem Wege gehen und sucht irdische Macht und Herrlichkeit. Gott aber spricht zum Papst (so wie zum fleischlischen Petrus, der Pfingsten noch nicht erlebt hatte): „Geh weg von mir Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du meinst nicht was göttlich, sondern was menschlich ist.“ Und so hat der liebe Papst zwar die ganze Welt gewonnen, aber Schaden an seiner Seele genommen. Was wird der Papst geben am Jüngsten Tag, um seine Seele auszulösen?
absatz
Matthäusevangelium 16, 21-28:
 absatz

Die erste Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung

21 Seit der Zeit fing Jesus an, seinen Jüngern zu zeigen, wie er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. 22 Und Petrus nahm ihn beiseite und fuhr ihn an und sprach: Gott bewahre dich, Herr! Das widerfahre dir nur nicht! 23 Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh weg von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.
absatz

Von der Nachfolge

24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. 25 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. 26 Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?27 Denn es wird geschehen, dass der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun. 28 Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich.
absatz
Matthäusevangelium 14, 22-33
absatz

Jesus und der sinkende Petrus auf dem See

22 Und alsbald trieb Jesus seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren, bis er das Volk gehen ließe. 23 Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein. 24 Und das Boot war schon weit vom Land entfernt und kam in Not durch die Wellen; denn der Wind stand ihm entgegen. 25 Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. 26 Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst!, und schrien vor Furcht. 27 Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht! 28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser. 29 Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. 30 Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir! 31 Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? 32 Und sie traten in das Boot und der Wind legte sich. 33 Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!
absatz
Das übliche Denken in der Welt ist, das Gott die Gebete frommer Menschen erhört und das ist sogar wahr.  Die Versuchung bestand nun aber für die Jünger darin, zu glauben, Jesus sei nur ein besonders frommer Mensch, der wegen seiner Frömmigkeit vom unsichtbaren Gott erhört wird. Vielleicht glaubten sie sogar, ihre eigene, natürliche Frömmigkeit spiele eine Rolle.
absatz
Markusevangelium 6, 30:
absatz
30 Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.
absatz
Und so schickt sie Jesus allein in den Sturm. Selbstverständlich sah  Jesus voraus, daß ein Sturm über sie hereinbrechen würde, als er sie mit dem Boot losschickte. Das Ganze war eine seelsorgerliche Maßnahme. Jesus hatte den Jüngern die Gabe der Heilung gegeben (sogar Judas Iskariot) und sie standen in der Gefahr zu vergessen, daß dies nur eine Gabe war und sich so auf eine Stufe mit dem Gottmenschen/Gottessohn Jesus zu stellen. Indem Jesus auf dem Wasser läuft, zeigt Jesus den Jüngern, daß er unendlich viel höher war als sie, ja er spielte in einer ganz anderen Liga als sie. Die Brotvermehrung und die Fischvermehrung waren nicht nur Gebetserhörungen (als ob Gott den frommen Menschen Jesus erhört hätte), sondern Jesus Christus, der fleischgewordene Gott, hatte das in ureigenster Machtvollkommenheit getan, das heißt er war wirklich der eingeborene Sohn Gottes. Selbstverständlich tat Jesus das im Einklang mit dem Vater, denn die 3 Personen der Gottheit sind sich immer einig (dreieiniger Gott). Er kommt auf dem Wasser daher, das heißt jetzt ist Jesu eigener Leib Teil des Wunders. Jesus war also nicht nur ein frommer Mensch, oder hatte eine geistliche Gabe, sondern er war übernatürlich in sich selbst, er war komplett übernatürlich; in ihm wohnte die Fülle der Gottheit leibhaftig. Jesus war Gott, der in freiwilliger Selbstbeschränkung lebte und so in Gebärden als ein Mensch erfunden wurde.
Absatz
Anmaßenderweise geht unser kleiner Papst Petrus jetzt selbst auf das Wasser und muß sinken. Petrus hatte sich sozusagen innerlich überhoben. Er konnte Kranke heilen (allerdings nur durch Gottes Gabe, was er anscheinend vergessen hatte) und das führte ihn zu dem Fehlurteil, er sei nun wie Jesus. Also wird auch der Papst untergehen, der sich einbildet, er sei die vierte Person der Gottheit.
absatz
Das ganze paßt auch  mit der Lehre des Römerbriefs zusammen. Wir haben zwar durch die neue Geburt aus Wasser und Geist (sakramentale Taufe, die im Glauben empfangen wurde oder Kindertaufe, an die man sich im Glauben erinnert) den heiligen Geist empfangen, aber unser biologischer Leib bleibt sündig in sich selbst. Wir sollten uns also keineswegs  alles „Gottessöhne“ betrachten. Vielmehr sollten wir Gott täglich bitten, daß er uns mit dem heiligen Geist erfülle bzw. den Glauben mehre, damit wir hinschauend auf den Gottessohn Jesus nicht die Werke des Fleisches vollbringen, sondern die Werke des Geistes.
Absatz
Lukasevang. 11, 5-13
Absatz
5 Und er sprach zu ihnen: Wenn jemand unter euch einen Freund hat und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote; 6 denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, 7 und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. 8 Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, dann wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf. 9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. 10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. 11 Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn2 um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? 12 Oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete? 13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!
Absatz
absatz

Hiob 9, 8: Er allein breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers.

absatz

Wie paßt das in den Gesamtzusammenhang des Johannesevangeliums?
absatz
Im Johannesevang. geht es nicht nur um die neue Geburt aus Wasser und Geist (sakramentale Taufe im Glauben), sondern auch um die Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis. Die Finsternis versucht die Kinder des Lichts wieder vom Glauben an Jesus abzubringen und wagt es sogar in den Tempel Gottes (heute die christliche Kirche) einzudringen in Form von Irrlehrern („und aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes lehren, um die Jünger an sich zu ziehen“). Es gibt abertausende von Irrlehren, eine von ihnen ist die Lehre vom Papsttum. Gegen das Papsttum: Wer Großes (auch vermeintlich Großes) vollbracht hat im Dienste für Gott, der ehre nicht sich selbst, sondern den, der ihm die Gabe gegeben hat, Jesus Christus, das wahre und alleinige Haupt der Kirche:
absatz
Offenbarung 4, 10-11:
absatz
10 fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen: 11 Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.
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