Johannes der Täufer

Johannes der Täufer war ein Asket (zumindest hielt man ihn für einen Asketen) und Heiliger in Israel. Wenn jemand glaubwürdig, ehrbar und zuverlässig war in Israel, dann war es Johannes der Täufer. Jeder in Israel wußte, daß Johannes die Wahrheit redete und daß man ihm jedes Wort glauben konnte (sein Zeugnis war zuverlässig).

Für Johannes den Täufer war es schwierig bis unmöglich mal „fünf gerade sein zu lassen“ und das schon von Mutterleibe an (siehe Lukasevangelium 1, 15). Eigentlich hätte Johannes das Priesteramt offengestanden, denn wie sein Vater war er ein Nachkomme des Priesters Aron über Abija (1. Chronik 24, 10).

Lukasevangelium 1, 5-80:

Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers

5 Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija, mit Namen Zacharias, und seine Frau war aus dem Geschlecht Aaron und hieß Elisabeth. 6 Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. 7 Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar und beide waren hochbetagt. 8 Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, 9 dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. 10 Und die ganze Menge des Volkes stand draußen und betete zur Stunde des Räucheropfers. 11 Da erschien ihm der Engel des Herrn und stand an der rechten Seite des Räucheraltars. 12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es kam Furcht über ihn. 13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben. 14 Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. 16 Und er wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. 18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist betagt. 19 Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. 20 Und siehe, du wirst stumm werden und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit. 21 Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm. 23 Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. 24 Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: 25 So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.

 

Die Ankündigung der Geburt Jesu

26 Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, 27 zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. 28 Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! 29 Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? 30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. 32 Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, 33 und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. 34 Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? 35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. 36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. 37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. 38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

 

Marias Besuch bei Elisabeth

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

 

Marias Lobgesang

46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, 55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit. 56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.
 

Die Geburt Johannes des Täufers

57 Und für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. 58 Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr. 59 Und es begab sich am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu beschneiden, und wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen. 60 Aber seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen. 61 Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. 62 Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. 63 Und er forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie wunderten sich alle. 64 Und sogleich wurde sein Mund aufgetan und seine Zunge gelöst, und er redete und lobte Gott. 65 Und es kam Furcht über alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas. 66 Und alle, die es hörten, nahmen’s zu Herzen und sprachen: Was, meinst du, will aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
 

Der Lobgesang des Zacharias

67 Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: 68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk 69 und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David 70 – wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten -, 71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, 72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund 73 und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 74 dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde, 75 ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen. 76 Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest 77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, 78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, 79 damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 80 Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.
 

Aber anscheinend mochten ihn die anderen Priester nicht leiden und schickten ihren jungen Kollegen in die Wüste. Vermutlich wußte Johannes zu wenig zu unterscheiden zwischen Geschäftsleben (Tempeldienst) und Privatleben so wie seine Priester-Kollegen: „Sollte ein Priester Gottes nicht auch privat heilig sein und nicht nur im Tempel?“, dachte sich Johannes. Es mag sogar vorgekommen sein, daß Johannes ab und zu einen Priesterkollegen zurechtwies, wenn es dieser mit der Heiligkeit im Privatleben nicht so genau nahm. Solch ein Störenfried wie Johannes mußte sich im Laufe der Zeit unbeliebt machen und so wart Johannes in der Wüste gefunden und nicht mehr im Tempel. Auch als einfacher Handwerker oder Landarbeiter auf das Gebirge Judäa zu gehen, wo seine Eltern wohnten, daran konnte Johannes nicht denken, denn wer wollte schon einen entlassenen Priester anstellen. Johannes war heilig, schön und gut, aber seine Sozialkompetenz war gleich Null (so dachten die Leute über ihn).

Im obigen Abschnitt aus dem Lukasevangelium lesen wir, daß Johannes schon von Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfüllt war. Wann empfing der Embryo Johannes den Heiligen Geist? Da brauchen wir bloß 1 und 1 zusammenzuzählen. Das passierte, als die schwangere Maria die schwangere Elisabeth besuchte. Jesus, der im Leib der Maria war, gab Johannes den Heiligen Geist.

Wann empfing Jesus den Heiligen Geist? Da unterscheidet sich Jesus von allen Menschen, die Nachkommen Adams sind, denn Jesus ist der fleischgewordene Gott (Jesus stammte nicht von Adam ab). Er kam sozusagen zweimal in diese Welt. Erst kam er in den Leib der Maria und dann wurde er von Maria geboren. Jesus ist der Mensch, der schon immer in Gott war, immer in Gott ist, und immer in Gott bleiben wird. So ist Jesus der Erstgeborene einer neuen Menschheit (die alte Menschheit hat im Gegensatz zu Jesus das Attribut, daß sie Gott nur immerfort verläßt, ohne jeglichen Grund). Jesus hatte den Heiligen Geist schon, als er in den Leib der Maria kam, ja sogar bevor er in den Leib der Maria kam und er hatte den Heiligen Geist ohne Maß, das heißt die Fülle der Gottheit wohnte leibhaftig in ihm.

Johannesevangelium 3, 34: Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist ohne Maß.

Jesus „hatte das Glück“, daß er nur der Sohn eines einfachen Zimmermanns war, denn angenommen Joseph (den man für Jesu Vater hielt) wäre Priester gewesen, dann hätte Jesus das gleiche Schicksal ereilt wie Johannes.

Wir lesen nirgends im Neuen Testament, daß Jesus hinausgegangen wäre zu Johannes in die Wüste, um dort das Asketen-Dasein mit Johannes zu teilen. Vielmehr wurde Jesus auch noch während seines Missionsdienstes als Zimmermann bezeichnet, das heißt bis zum Beginn seines öffentlichen Dienstes blieb Jesus Zimmermann und lebte in Nazareth.

Mk 6,3 Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm.

Wir können also schlussfolgern, daß das Asketen-Dasein keinen Wert hat in sich selbst, sondern das Johannes gezwungenermaßen  als Asket leben mußte. Wenn das Asketen-Dasein einen Wert in sich selbst hätte, dann hätte es Jesus mit Johannes geteilt.

Lukasevangelium 7, 30-35:

30 Aber die Pharisäer und Schriftgelehrten verachteten, was Gott ihnen zugedacht hatte, und ließen sich nicht von ihm (Johannes) taufen. 31 Mit wem soll ich die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie gleich? 32 Sie sind den Kindern gleich, die auf dem Markt sitzen und rufen einander zu: Wir haben euch aufgespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint. 33 Denn Johannes der Täufer ist gekommen und aß kein Brot und trank keinen Wein; so sagt ihr: Er ist besessen. 34 Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; so sagt ihr: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! 35 Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.

Zweifellos, Johannes befleißigte sich der Mäßigung, was Essen und Trinken angeht, aber es ist hundertprozentig sicher, daß Jesus das gleiche tat. Es ist nur so, daß die Pharisäer und Schriftgelehrten in ihrem dämonischen Hass das gleiche Verhalten bei zwei Personen unterschiedlich bewerteten, sodaß sie Johannes einen besessenen Hungerleider sein ließen und Jesus einen Fresser und Weinsäufer. Wenn der Engel Gabriel von Johannes sagte, daß er Wein und starkes Getränk nicht trinken wird, dann muß man das ins Verhältnis setzen zum Alkoholkonsum seiner Priesterkollegen. Sie soffen soviel und fraßen soviel, daß Johannes daneben als Waisenknabe erscheinen mußte, der nur wenig trank und aß (natürlich aß und trank Johannes tatsächlich wenig, aber nur vor dem Hintergrund der Sauferei und Völlerei seiner Kollegen erschien das „negativ“, negativ in den Augen seiner sündigenden Kollegen).

Wenn auch die Askese keinen Wert hat in sich selbst, so hat doch die Mäßigung einen großen Wert. Beide, Johannes und Jesus, aßen und tranken wenig und das gehört sicher zum Leben des frommen Menschen. Luther nannte das das evangelische Fasten. Gebet und Fasten führen dazu, daß der Heilige Geist sich entfalten kann. Es ist jedoch nicht so, daß ein Mensch durch Gebet und Fasten den Geist empfängt. Dies geschieht durch die neue Geburt aus Wasser und Geist, das heißt die sakramentale Taufe, die  im Glauben empfangen wird. Man kann nur den Geist fördern durch Gebet und Fasten, den man bereits empfangen hat.

Heutzutage würde man Johannes sicherlich als Moralapostel bezeichnen, aber er war mehr als das. Johannes rief zur Besserung auf, ja seine Taufe war eine Bußtaufe, aber er sagte den Menschen auch, daß sie an den glauben sollten, der nach ihm kommen würde, an Jesus.

Apostelgeschichte 19, 1-7:

1 Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. 2 Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. 3 Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. 6 Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. 7 Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer.

Diese „Wiedertaufe“ war ausnahmsweise legitim, denn die Taufe des Johannes war keine sakramentale Taufe gewesen (eine sakramentale Taufe darf nicht wiederholt werden!). Johannes konnte die Menschen sozusagen nur in die Buße hineintaufen, aber nicht in Jesus hinein. Was Jesus anging, mußte er sie eben an Jesus selbst verweisen. Jesus konnte Menschen sakramental taufen, das heißt in seine Nachfolge rufen ohne einen Taufakt, indem er z. B. zu  jemand sagte: „Komm, und folge mir nach!“ Wenn heutzutage jemand sakramental getauft wird, dann entspricht das einem „Komm, und folge mir nach!“ von Jesus, als er auf Erden lebte. Wir müssen daran denken, daß Jesus der Sohn Gottes war bzw. der Christus und so waren seine gesprochenen Worte sakral. In der Kraft des „Komm, und folge mir nach!“ konnte z. B. Petrus Jesus nachfolgen. Wenn ein Christ sagt: „Folge Jesus nach!“, dann sind das keine sakralen Worte, sondern nur Information. Wenn ein Christ jemand am Heil in Jesus Anteil geben will, dann muß er den Menschen sakramental taufen oder ihm sagen, er solle sich an seine Kindertaufe erinnern. Der Gegenstand der Taufe ist der Tod und die Auferstehung Jesu. Jesus starb für unsere Sünden am Kreuz und ist um unserer Rechtfertigung willen auferstanden von den Toten.

Lukasevangelium 3, 1-20:

1 Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, 2 als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. 3 Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, 4 wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja (Jesaja 40,3-5): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! 5 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. 6 Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.« 7 Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. 9 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 10 Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? 11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. 12 Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? 13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! 14 Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold! 15 Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen von Johannes, ob er vielleicht der Christus wäre, 16 antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 17 In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. 18 Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und verkündigte ihm das Heil. 19 Der Landesfürst Herodes aber, der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen alles Bösen, das er getan hatte, 20 fügte zu dem allen noch dies hinzu: er warf Johannes ins Gefängnis.

Da sagt es Johannes selbst, daß seine Taufe „nichts“ war im Vergleich zur Taufe Jesu. Johannes‘ Taufe war nur eine Bußtaufe, aber Jesus konnte mit dem Heiligen Geist taufen. Und die Jünger von Ephesus (siehe oben) empfingen ja erst den Heiligen Geist, als Paulus sie sakramental taufte.

Aber das entscheidende hier ist, daß Johannes genau sagt, was Buße ist. Buße bedeutet umzuschalten von Egoismus und Ungerechtigkeit auf Nächstenliebe (ein Hemd abgeben, ein Brot abgeben) und Gerechtigkeit (keine überhöhten Gebühren verlangen, kein Mißbrauch von Gewalt, stattdessen sich am Sold genügen lassen). Offensichtlich mißbrauchten Zöllner und Soldaten ihre staatliche Gewalt/Hoheit gerne, um Menschen ungerechterweise etwas abzunehmen und ihren Sold aufzubessern.

Und gleichzeitig sagte er den Menschen, sie sollten an Jesus glauben. Und das ist eben das Wichtige, daß man, sobald man sich mit Glaubensfragen beschäftigt, auch anfängt Buße zu tun, das heißt ernsthaft nach Besserung zu streben. Nur so wird die Beschäftigung mit Glaubensfragen zu einem vernünftigen Ergebnis führen. Wer aufrichtig nach Besserung strebt, der wird merken, wie sündhaft er ist und wird schlußfolgern, daß er einen Erlöser braucht, der ihm Liebe und Gerechtigkeit schenkt. Genau das ist Jesus. Durch seine Bußtaufe machte Johannes die Menschen zu Leuten, die nach einem Erlöser riefen. Er sagte ihnen auch, wer dieser Erlöser war. Durch die folgende sakramentale Taufe konnten die Leute dann diesen Erlöser aufnehmen oder mit ihm verbunden werden und das war die neue Geburt aus Wasser und Geist.

In seiner Brot-des-Lebens-Predigt aus dem Johannesevangelium sagt Jesus, daß man sein Fleisch essen und sein Blut trinken müsse, um selig zu werden; er meinte damit die sakramentale Taufe. Denn nach Römerbrief 6 werden wir durch die Taufe mit Jesus verbunden. Wenn wir getauft sind, dann können wir aus der Kraft Jesu unseren Nächsten lieben und gerecht sein. Unser Leib ist sündhaft in sich selbst, doch dem können wir täglich Jesus entgegensetzen, wenn wir getauft sind. Durch die Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Dies müssen wir täglich unserm sündigen Leib entgegenhalten und ihn zwingen zu lieben und gerecht zu sein, obwohl er sündig in sich selbst ist. Das ist das Geheimnis der Taufe. Es ist übrigens egal ob wir sagen, wir seien in Christus oder wir hätten den Heiligen Geist. Sicher ist, daß durch die Taufe eine Person der Gottheit bei uns ist und uns hilft unsere Sündhaftigkeit zu unterdrücken.

Keine Wiedertaufe! Wer schon als Kind getauft wurde, aber erst als Erwachsener anfängt zu glauben, der soll sich nicht wiedertaufen lassen, sondern einfach seiner Kindertaufe erinnern und in der Kraft seiner Kindertaufe Jesus nachfolgen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s