Das Weltgericht, Jüngster Tag, Gerichtstag – Auslegung Matthäusevangelium 25, 31-46

Matthäusevangelium, Kap. 25, Verse 31-46

31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! 35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? 39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. 41 Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! 42 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. 43 Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. 44 Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? 45 Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. 46 Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.

Dieser Abschnitt des Neuen Testaments (NT) muß vielen Christen etwas fremdartig vorkommen, denn er liefert nicht die gewohnten Formeln „gläubig/gerettet“, „ungläu-big/verdammt“. Hier in diesem Abschnitt werden ewiges Leben und Verdammnis offensichtlich vom Tun bzw. Nicht-Tun bestimmter Werke abhängig gemacht („ist das nicht Werksgerechtigkeit, Gerechtigkeit aus Werken?“, mag sich der Evangelikale denken; aber leider ist das Ganze „biblisch“ mein lieber evangelikaler Freund – überprüfe also deine Theologie noch einmal, ob sie richtig ist). Nichtsdestotrotz können die anderen Aussagen des NT über den Zusammenhang zwischen Glaube und Errettung und Unglaube und Verdammnis natürlich nicht falsch sein, denn auch sie entsprechen der Lehre Jesu und der Apostel bzw. der Alten Kirche. Wir müssen nun versuchen, diese scheinbar entgegengesetzten Aussagen des NT in Einklang zu bringen ohne all zu grobe Winkelzüge und Vergewaltigung des eigenen Intellekts.

Wir sehen hier Jesus einmal ganz anders, wie wir ihn uns sonst vorstellen; nicht sanftmütig und demütig erscheint er hier sondern als Herrscher und Richter. Seine Erdentage verbrachte Jesus in Niedrigkeit (eben Sanftmut und Demut). Jesus hatte nicht über Israel geherrscht in Hoheit, sondern war umhergegangen als liebender Seelsorger bzw. Pastor oder Hirte seines Volkes in Niedrigkeit. Seine Kraft gesund zu machen, erstreckte sich auf Seele und Leib. Jesus predigte das Evangelium grundsätzlich allen Einwohnern von Israel, egal ob arm oder reich, krank oder gesund, kriminell oder nicht-kriminell, Ausländer oder Einheimischer. Weil Jesus nicht über seine Mitmenschen herrschte, sondern sich ohne Ansehen der Person um ihre Seelen sorgte, hat Gott ihn erhöht zum Herrscher des Universums und Richter der Menschheit. Wieviele Herrscher hat die Menschheit schon gesehen aber wie wenige Hirten. Der größte dieser Wenigen war Jesus, der Erzhirte.

Wenn wir den obigen Abschnitt des NT lesen, könnten wir aber den Eindruck gewinnen, daß das Evangelium nur für die bestimmt sei, die am Rand der profanen Klassen-gesellschaft stehen und nicht unterschiedslos für alle Menschen (offensichtlich hängt doch die Verleihung des ewigen Lebens davon ab, ob man solchen am Rande Stehenden wirksam geholfen hat; wie half man ihnen denn? Antwort: Indem man sie zu Brüdern Jesu bzw. Gliedern der Kirche machte durch das Evangelium, siehe Vers 40, oben). Aus dem Gesamtinhalt des NT geht jedoch hervor, daß dies nicht der Fall ist – das Evangelium soll wirklich allen Menschen gepredigt werden, nicht nur denen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Hieraus müssen wir schließen, daß das Besondere an Jesus war, daß er auch zu den Ausgestoßenen ging. Es kommt wirklich auf das „auch“ an!

Jesus kannte weder persönlichen Stolz, noch Arroganz, noch Parteilichkeit, noch Ansehen der Person. Jesus liebt die Armen genauso wie die Reichen, die Kranken wie die Gesunden, usw. Das, was Jesus vielleicht am meisten von uns unterscheidet, war sein Nicht-Ansehen der Person. Jesus wollte sich wirklich über alle erbarmen.

Wir als Menschen, die Adam’s degenerierte Natur geerbt haben, neigen natürlich dazu, Reiche, Gesunde, brave Bürger, etc. zu bevorzugen. Die ganze Menschheit besteht aus Millionen in sich geschlossener Gruppen jeglicher Größe, die „sektenähnlichen“ Charak-ter haben. Egal, ob Firma (siehe Anmerkung, unten), Sportverein, Freikirche, Landeskirche, etc. man versammelt sich um einen Guru (Chef, Trainer, Pastor, Pfarrer, etc.), dessen Befehlen man Folge zu leisten hat, und fügt sich in eine Mini-Pseudo-Gesellschaft ein, wo Anerkennung von der persönlichen Leistungfähigkeit, Vermögen, Gesundheit, Schönheit, bürgerlichen Rechtschaffenheit, etc. abhängt; vielleicht gilt sogar ein gewisser Ehrencodex. Diese Gruppen sind in sich selbst hermetisch abgeschlossene Systeme, in die man nicht so leicht reinkommt. Sicherlich sind Arme, Kranke, Vorbestrafte, Ausländer, etc. nicht gerade prädestiniert für die Mitgliedschaft in solcher Art Gruppen.

ABER: Die Welt-Gesellschaft besteht aus Millionen solcher Gruppen und daraus folgt, daß derjenige aus der Gesamt-Gesellschaft ausgeschlossen ist, der nicht in solch einer Gruppe ist, und das ist wirklich sehr schlimm. Die Welt ist zu einer riesigen Ansammlung von „Sekten“ geworden, die sich nur um sich selbst drehen.

Obwohl das Evangelium eigentlich allen Menschen helfen könnte, ohne Ansehen der natürlichen Person („nach dem Fleische“), scheinen die, aus der normalen Gesellschaft ausgestoßenen, es bevorzugt anzunehmen.

Jetzt kommt das Entscheidende:

Die etablierte Welt entzieht den Armen, Kranken, Vorbestraften, etc. die Gemeinschaft, wodurch deren Lage erst recht schlimm wird. Armut, Krankheit, etc. sind noch tragbar in sich selbst. Unerträglich wird es aber, wenn man auch noch der Gemeinschaft der Mitmenschen ermangeln muß; das ist wirkliches Leid, unerträgliches Leid, Qual („wer heute andere quält durch Gemeinschaftsentzug, wird ewig gequält werden“).

Wir sind jetzt beim Kernpunkt des Bibelabschnitts angelangt.

Mit diesen Ausgestoßenen, von denen mancher „gute Bürger“ denken mag, Gott würde sie gerade bestrafen oder habe sie verdammt („das hat er verdient; jetzt wird er gestraft!“), hat Gott etwas vor (Gott hat einen Plan für sie). Armut, Krankheit, schiefe Bahn, etc. sind nicht zwingend als Anzeichen von Strafe und Verdammnis zu werten sondern evtl. genau als das Gegenteil davon, wobei das nicht heißen soll, daß Armut, Krankheit, etc. gut in sich selbst wären (das zu glauben, wäre Schwachsinn) oder erstrebenswerte Zustände wären – nein, das ist nicht der Fall. Nur als Mittel zum guten Zweck sind Armut, Krankheit, usw. positiv zu sehen.

Diesen „von Gott Benachteiligen“ (ggf. scheinbar Benachteiligten) nun hilft die Kirche, der Leib Jesu Christi auf Erden. Das besondere der Kirche ist, daß Jesus, der die Liebe ist, dort gegenwärtig ist in sakraler Weise. Irgendwelche irdische, säkulare, paritätische Vereine können die Not der Menschen nur äußerlich lindern (z. B. Armenspeisung); die Kirche jedoch nimmt die Ausgestoßenen bei sich auf und macht wieder voll akzeptierte, integrierte Menschen aus ihnen, sofern sie bereit sind, Buße zu tun, an Jesus zu glauben und sich sakramental taufen zu lassen bzw. auf ihre  ggf. bereits erfolgte Kindertaufe zu beziehen (kommt es eine Weile nach Aufnahme des Betroffenen nicht zur Buße, dann konnte die Aufnahme nur vorübergehender Natur gewesen sein). Die Kirche behebt die Not eines Menschen voll und ganz, komplett; sie hat sakrale Kraft (dazu gehört natürlich auch die materielle Hilfe).

Die Liebe (Jesus) begrüßt die Ausgestoßenen bei sich und wenn die Ausgestoßenen Jesus (die Liebe) aufnehmen, bleiben sie in der Kirche. Das ureigenste Wesen der Liebe ist es, sich mitzuteilen und so werden die ehemals Ausgestoßenen neue Ausgestoßene aus der Welt in die Kirche führen.

Zusammenfassung:

Nur Jesus bzw. die Kirche überwindet die „unüberwindbaren“ Schranken zwischen den gesellschaftlichen Klassen. Eine säkulare Hilfsorganisation mag einem Armen ein paar Nahrungsmittel geben, aber er verbleibt langfristig doch in der Schicht der Asozialen. Eine Freikirche mag einem Armen sagen: „Gerade Du brauchst Jesus!“ (eine bloße Worthülse), aber sie vermag doch nicht ihn in der sakralen Liebe des wahren Jesus aufzunehmen und auch so bleibt der Arme in der asozialen Schicht gefangen. Worthülsen sind einfach zu wenig!

Die wahre Kirche sagt auch zum Armen: „Du brauchst Jesus!“, aber sie ist auch in der Lage in der sakralen Liebe des wirklichen Jesus den Armen bei sich aufzunehmen und ihn völlig zu integrieren und zu akzeptieren ohne Ansehen seiner Person. Dies beinhaltet selbstverständlich auch materielle Hilfe. Die Liebe der wahren Kirche ist sakral, ganz-heitlich, vollständig, wirksam, es ist die Liebe Jesu, Jesus selbst. Der wiederhergestellte Mensch wird die Liebe Jesu weitergeben, denn Liebe wäre nicht Liebe, wenn man sie nicht an seinen Mitmenschen übte. Wer die Liebe (Jesus) der Kirche wirklich angenommen hat, der wird sie auch weitergeben. Die Kraft der Kirche besteht darin, daß sie ein sakraler Ort ist; Jesus ist gegenwärtig durch den Heiligen Geist; Wunder sind möglich im Raum der Kirche – Menschen werden heil, auch hoffnungslose Fälle.

Schlussfolgerung:

Um also beim Weltgericht das ewige Leben zu ererben, muß ich mich der wahren Kirche anschließen, die allein Menschen helfen kann durch ihre sakrale Kraft. Sich der Kirche anschließen, bedeutet natürlich auch, an Jesus zu glauben und da haben wir die Lösung des Konflikts, den der obige Bibelabschnitt scheinbar verursacht: Ewiges Leben ererbt man natürlich durch puren Glauben an Jesus, aber dieser Glaube bewirkt, daß ich mich der Kirche anschließe und in der Kraft der sakralen Gemeinschaft der Kirche (das Sakrale an der Kirche ist, daß Jesus in ihr gegenwärtig ist; die Kirche ist der Leib Christi bzw. der Tempel Gottes, in dem Gott wohnt) kann ich Armen, Kranken, Kriminellen, Asozialen, usw. wirklich und substantiell helfen, was ich alleine nicht könnte. In der Gemeinschaft der Kirche fließt die Liebe Gottes durch mich hindurch hin zu meinen Mitmenschen. Wenn ich einen Bedürftigen besuche, besuche in Wahrheit nicht ich selbst ihn sondern die Kirche, deren Glied ich bin, bzw. Jesus oder Gott selbst, dadurch wird meine Hilfe so überaus wirksam. Jesus gebraucht meinen Körper, der sündig ist in sich selbst, um Menschen die Liebe Gottes entgegenzubringen; das ist das Wunder aller Wunder – ich komme als Glied am Leib Jesu. Gott wurde Mensch in Jesus  – eigentlich das Wunder aller Wunder. Aber weil Jesus Mensch wurde, unser sündiges Fleisch getragen hat, vermögen wir trotz unseres sündigen Fleisches Liebe zu üben an unseren Mitmenschen. Hier haben wir nun Glaube und Werk zusammengebracht.

Zustand der Großkirchen und Freikirchen:

Der Zustand der evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) ist natürlich katastrophal (Ordination von Schwulen, Verkündigung der „billigen Gnade“, Leugnung der Jung-frauengeburt, Statusdenken, etc.)

Die katholische Kirche war schon immer die Feindin der wahren Kirche (Papsttum, Werksgerechtigkeit, falsche Abendmahlslehre, Statusdeneken, etc.)

Die Freikirchen (Evangelikale) reden zwar viel von Jesus, haben ihn aber nicht wirklich, in sakraler Weise. Sie haben nur ein totes Bild von Jesus, aber nicht ihn selbst. Auch praktizieren sie die verbotene Wiedertaufe. Auch dort findet man das beliebte Status-denken, das Ansehen der Person nach der Weise aller Welt – die sündige Welt in der vermeintlichen Kirche.

In den Großkirchen und Freikirchen ist Jesus garantiert nicht gegenwärtig, sie sind nicht der Leib Christi. Wer dahin geht, findet nur wieder die Welt: Statusdenken, Ansehen der Person, Unfähigkeit zur Liebe, hierarchische Strukturen, Herumkommandieren durch „Gurus“, Abgeschlossenheit nach außen (Sektenartigkeit), Fanatismus, Aberglaube, innerer und äußerer Ring, etc.

Was tun?

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“ (Matthäusevangelium 18, Vers 20)

Eine wahre Kirche ist schon da, wo sich mindestens zwei Menschen im Namen Gottes versammeln. Wichtig ist, daß beide auf Grundlage ihrer sakramentalen Taufe (auch Kindertaufe bzw. Säuglingstaufe ist gültig) und des Todes und der Auferstehung Jesu Jesus nachfolgen. Beide sollten glauben, daß Jesus für sie starb und auferstand und daß sie durch die Taufe in besonderer Weise mit der befreienden Kraft des Opfer’s Jesu und seiner Auferstehung verbunden sind. Durch Glaube und Taufe wird der Mensch zur Liebe befreit: Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Wir sind mit Jesus gestorben und mit ihm auferstanden; in diesem Glauben überwinden wir unser „ewig“ sündiges Fleisch (Körper) und üben Liebe an Gott und den Mitmenschen.

Übrigens glaube ich an die „Rechtfertigung allein aus Glauben“. Dem widerspricht die Tauflehre des Apostels Paulus nicht, kann sie auch nicht, da Paulus ja selbst die Rechtfertigung allein aus Glauben gelehrt hat (siehe Römerbrief). Der Sinn der Taufe ist letztendlich eine enorme Vertiefung unseres Glaubens, die über alles menschliche Denken und Verstehen hinausgeht. Erst durch die Taufe glauben wir an Jesus in der Weise, daß wir auch wirklich zur Nächstenliebe befreit werden – das ist das Geheimnis. Durch die Taufe wird unser Glaube an Jesus derart verstärkt, daß wir fähig werden unser sündiges Fleisch zu überwinden (bei Fragen, bitte Kommentar). Es geht doch nur um Glauben.

Sachliche Nötigung:

Vor dem Richterstuhl Christi werden etliche erklären: „Wann halfen wir Dir, Jesus?“

Die Nötigung des obigen Bibelabschnitts liegt darin, das fast jeder Christ ihn kennt. Vielleicht wird er sich gerade wegen dieses Bibelabschnitts um Arme, Kranke, Straffällige, etc. kümmern und ist sich natürlich dabei bewußt, daß er damit indirekt Jesus hilft, denn die Armen, Kranken, etc. werden zu Gliedern am Leib Christi und Jesus liebte sie schon (auch uns), bevor sie Glieder seines Leibes wurden, gewissermaßen im Hinblick auf die Zukunft.

Die Lösung dieser Nötigung kann nur die sein, daß die Leute vor dem Richterstuhl es nicht wagen werden, sich selbst zu ehren für ihre guten Werke an den Armen, Kranken, usw., sondern geben alle Ehre dem Lamm (Jesus), das ihnen Kraft gab, Armen, Kranken, etc. zu helfen. Ohne Jesus hätten sie nichts vermocht: „Ich lebe, doch nicht ich, denn Christus lebt in mir!“ Jesus war es, der den Armen, Kranken, etc. half – nicht ich!

Offenbarung 4, 9-11: Und wenn die Gestalten Preis und Ehre und Dank gaben dem, der auf dem Thron saß, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen: 11 Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.

Die Kronen waren die Ehre der Ältesten, aber sie geben ihre Ehre dem Lamm und dem, der auf dem Thron sitzt.

Anmerkung:

In der Arbeitswelt gibt es natürlich Weisungbefugte bzw. Vorgesetzte, deren Weisungen man Folge zu leisten hat. Das ist notwendig und völlig legitim und normal. Darum geht es hier nicht.

Warum erwähne ich dann doch den Begriff Firma bzw. Chef im Zusammenhang mit „Sekte“?

Das Problem ist, daß heute viele Firmen/Chefs sehr über die Stränge schlagen. Eigenlich stellt der Arbeitnehmer nur eine bestimmte Arbeitsleistung zur Verfügung und bekommt dafür einen Geldbetrag als Gegenleistung. Innerhalb dieses begrenzten Verhältnisses gibt der Chef Weisungen und der Arbeitnehmer führt sie aus. Das ist das ganze Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis. Heute jedoch wollen Firmen/Chefs sozusagen die Gewalt über den Arbeitnehmer als ganze Persönlichkeit ausüben. Der Arbeitnehmer soll sich wie ein dummes Kind dem Chef unterordnen, als ob er ein Mensch zweiter Klasse wäre. Der Chef will die Verfügungsgewalt über die ganze Zeit des Arbeitnehmers, sein Gewissen, seine Beziehungen, sein komplettes Leben, seine ganze Kraft, seine Seele. Darauf wollte ich hinaus, und solche Firmen haben einen „sektenähnlichen“ Charakter, denn auch bei Sekten versucht der Guru die Sektenglieder völlig in seine Gewalt zu bringen. Der Chef, der Gewalt gewinnen möchte über die ganze Persönlichkeit seines Angestellten, handelt kriminell in Gottes Augen. Kein christlicher Arbeitnehmer darf sich das bieten lassen, um seines Heiles willen. Jeder Christ hat nur einen Herrn: Jesus Christus. Der Arbeitgeber ist nicht mein Herr, sondern nur eine vielleicht etwas höherstehende Person, der ich eine Arbeitsleistung erbringe und der mir dafür Geld gibt – ansonsten geht ihn mein Leben aber nichts an – es ist alles nur ein schnödes Geschäft. Keine Firma kann eine Familie oder etwa sogar die Kirche ersetzen, das wäre antichristlich. Aber sind wir nicht schon soweit?

Ergänzung

Wie ich im obigen Text schon angedeutet habe, darf man nicht in das Extrem verfallen, daß man glaubt, Armut, Krankheit, kriminelle Laufbahn, etc. seien gut in sich selbst. Völlig abwegig wäre es, zu glauben, man müsse erst arm, krank, kriminell, etc. werden, bevor man Christ werden könne – vollkommener Unsinn, krankes Denken. Nein, obwohl aus seelsorgerlicher Sicht diese Dinge als Mittel Gottes gesehen werden können, die er anwendet, um Menschen „reif“ für das Evangelium zu machen, können sie von einem allgemeinen Standpunkt aus dennoch auch als pure Strafen für den gesehen werden, der gesündigt hat (beides entspricht dem Befund der Bibel). Und im Grunde genommen haben wir es hier tatsächlich mit einem Paradox zu tun: Ein und dieselbe Sache kann sowohl Fluch als auch Segen sein – es hängt ganz von der inneren Haltung des Betroffenen ab:

Wenn der Einzelne, der in Armut geraten ist, krank oder straffällig wurde, etc., einfach zugibt, daß er ein kleiner, lausiger, mickriger, heilloser Sünder ist, der all diese Flüche verdient hat, dann können ihm diese Flüche im Nu zum Segen werden – der Fluch kann sich in Segen wandeln in einem Augenblick. Seine Flüche werden ihm zum Segen, indem er umkehrt von seinen Sünden, für die er von Gott bestraft wurde, an Jesus glaubt und sich sakramental taufen läßt bzw. auf seine ggf. bereits erfolgte Kindertaufe bezieht.

Als Christ, der an Mission, Diakonie, Seelsorge, etc. teilnimmt und der selbst erleben durfte, wie sich durch Buße, Glauben und Taufe der eigene Fluch in Segen verwandelte, wird man natürlich zu dem bedürftigen Einzelnen hingehen mit der Gesinnung und Hoffnung, er sei einer von jenen, die Armut, Krankheit, etc. richtig deuten und so von Verfluchten zu Gesegneten werden.

Siehe auch:

Kirche und Welt

Friedrich der Große – Staatsbürger oder Christ?

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2 Antworten zu Das Weltgericht, Jüngster Tag, Gerichtstag – Auslegung Matthäusevangelium 25, 31-46

  1. Stefan Wehmeier schreibt:

    Christen und Heiden

    (NHC II,3,4) Ein heidnischer Mensch pflegt nicht zu sterben, denn er hat gar nicht erst gelebt, so dass er sterben könnte. Wer zum Glauben an die Wahrheit gekommen ist, hat das Leben gefunden. Und dieser schwebt in Gefahr zu sterben, denn er ist lebendig.

    Jesus von Nazareth war der erste Denker in der bekannten Geschichte, der die uralte Soziale Frage lösen, d. h., den aufgrund der Religion noch immer bestehenden Gegensatz zwischen Eigennutz und Gemeinnutzen auflösen konnte:

    Glaube Aberglaube Unglaube

    Seitdem gibt es zwei Sorten von Menschen: Christen (Auferstandene) und Heiden (geistig Tote). Erstere setzen sich ein für die Verwirklichung von absoluter sozialer Gerechtigkeit, allgemeinem Wohlstand und dauerhaftem Weltfrieden, während Letztere – unwissentlich – auf Kosten anderer existieren wollen, damit andere nicht auf ihre Kosten existieren, und damit ein heidnisches System mit sozialer Ungerechtigkeit, Massenarmut und Krieg aufrechterhalten:

    Macht oder Konkurrenz

  2. Anna Singvogel schreibt:

    Bin beeindruckt, aber habe mühe zu verstehen, was esmit schwul und andersartigkeit auf sich hat , was wird hier für eine Meinung vertreten?
    Lg. Singvogel

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