Überrascht von Freude

Hebräerbrief 1, 9 „Du (Jesus) hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.“

Es kann nicht anders sein, als daß der Christ in der säkularen Welt viel Leid und Ablehnung (bis hin zur Verwerfung) erfahren muß. Das ehemals christliche Abendland fällt immer mehr vom Glauben ab und die Menschen verhalten sich wieder heidnisch (Neu-Heidentum). Vermutlich ist zwischen unserer modernen Gesellschaft und der Gesellschaft des antiken römischen Reiches vor der Christianisierung gar kein großer Unterschied mehr. Es gilt einfach wieder das Recht des Stärkeren (bitte fassen Sie das nicht allzu juristisch auf): Der Gerissenste, der Brutalste, der Schlauste, der Stärkste, der Stolzeste, etc. setzt sich durch.

Jesus war sanftmütig und demütig und von diesem Geist ist auch ein Christ beseelt. Die modernen, neuheidnischen Wölfe werden den Schafen Christi ganz schön zusetzen, das liegt in der Natur der Sache. Die Schafe hätten allen Anlaß zur Traurigkeit.

Wir dürfen aber nicht vergessen, daß ja der Christ von einem Geist beseelt ist, der wirklich mächtig ist. Das Christentum ist ja nicht nur eine Lehre oder ein Prinzip oder eine Haltung, sondern jeder Christ ist in Christus bzw. hat den Heiligen Geist.

Der gleiche Geist, der Sanftmut und Demut wirkt, tröstet auch diejenigen, die um ihrer Sanftmut und Demut willen, das heißt um ihres Glaubens willen, verfolgt werden. Diese himmlische Freude tröstet weit hinweg über alle Traurigkeit. Es ist eine Freude, die der heidnische Mensch niemals kennenlernen wird – sie macht sogar gesund.

Im obigen Vers heißt es, daß Jesus mit Freudenöl gesalbt wurde, weil er die Gerechtigkeit geliebt hat und die Gesetzlosigkeit gehaßt. Was hat das mit Sanftmut und Demut zu tun?

Die Voraussetzung für Gerechtigkeit im Alltag ist Sanftmut und Demut. Immer wieder kommt es im Alltag zu Rechtshändeln und da sind Christen nicht ausgenommen. Manchmal wird man tatsächlich ungerecht behandelt und manchmal bildet man es sich bloß ein. In beiden Fällen soll aber der Christ sich nicht selbst rächen, sondern seine Rechtssache dem Herrn befehlen. Dies ist nur möglich, durch eine übernatürliche Sanftmut und Demut, die der Heilige Geist schenkt. Und auf diese Weise hält sich der Christ fern von der Ungerechtigkeit.

Der Autor des Hebräerbriefs hätte genauso schreiben können, Gott habe Jesus mit Freudenöl gesalbt für seine Sanftmut und Demut.

Wieviele Menschen leiden heute unter Depressionen, Verzweiflung, Unglück, Krankheit, usw. und sind sich nicht bewußt, daß es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verhalten ihren Mitmenschen gegenüber und ihrem physischen bzw. psychischen Zustand. Wahrscheinlich wurden weltweit noch nie so viel Psychopharmaka verkauft wie heute. Daß Psychopharmaka nur die Symptome der Erkrankungen beseitigen, nicht aber deren Ursachen, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung.

Sollte man nun diesen Menschen empfehlen, einfach sanftmütig und demütig zu sein und ihr Zustand würde sich dann bessern.

Weiter oben schrieb ich, daß der Heilige Geist uns tröstet, wenn wir um des Glaubens willen angefeindet werden. Der gleiche Geist wirkt Sanftmut und Demut und Sanftmut und Demut sind etwas übernatürliches.

Jeder Mensch, der den Geist nicht hat, würde kläglich scheitern, wenn er versuchte sanftmütig und demütig zu sein; vielleicht mit dem Ziel seine Lebensfreude zu steigern. Wenn auch der Vorsatz an sich gut ist, wird er doch nicht das Ziel erreichen, das er sich gesetzt hat, sondern nur noch depressiver, noch verzweifelter und noch unglücklicher werden. Wer in einem solchen Zustand ist, der klage aber nicht Gott an, der Sanftmut und Demut gebietet, sondern erkenne sein eigene, innewohnende Unzulänglichkeit und bitte Gott um Erlösung bzw. den Heiligen Geist.

Wenn wir also Lebensfreude haben wollen, dann brauchen wir den Heiligen Geist, der uns auch die Kraft gibt, sanftmütig und demütig zu sein.

Wenn wir nach Empfang des Geistes durch die sakramentale Taufe dann Sanftmut und Demut üben, bedeutet das nichts anderes als diesem Geist immer mehr Raum zu geben, das heißt ihn nicht zu dämpfen oder auszulöschen. Wir bleiben sozusagen in der Freude, die uns am Anfang umsonst geschenkt wird und in der Sanftmut und Demut; wir bleiben in Christus (die Ausdrücke „in Christus sein“ und „den Heiligen Geist haben“ sind gleichwertig).

Wichtig: Durch Sanftmut und Demut erwerben wir uns keine Lebensfreude, sondern wir bewahren die Freude, die uns am Anfang umsonst geschenkt wurde; das ist enorm wichtig, zu verstehen. Wir bleiben in Ihm, der selbst die Freude ist, wir bleiben in Christus. Kein Heil durch Werke sondern durch Gnade.

Die säkulare Welt hat vielleicht eine etwas einseitige Sicht vom Christentum und schaut nur auf das Leiden des Christen und die Ablehnung, die er erfährt, aber übersieht, daß jedem Christen, der Leiden und Ablehnung geduldig erträgt, der Trost Gottes zu Teil wird: Überrascht von Freude. Wie fatal wäre es, wenn sich ein Mensch durch diese einseitige Sicht vom Glauben an Jesus abhalten lassen würde.

Wo ist der Ort in Raum und Zeit, wo wir den Geist der Freude und Sanftmut und Demut empfangen?

Es ist die sakramentale Taufe.

Ohne die Taufe können wir einen relativ kleinen Glauben daran aufbringen, daß Jesus für uns starb und auferstand; daß Gott seinen geliebten Sohn gab für uns Sünder (Brutalität und Hochmut sind z. B. Sünden) und von den Toten auferweckte, damit er uns rechtfertige. Es ist nicht viel mehr als ein Für-wahr-halten. Wir fühlen uns als Sünder und setzen unsere Hoffnung auf Jesus und sein Opfer. Dieser Mini-Glaube muß durch die Taufe versiegelt werden bzw. enorm verstärkt werden. In der Taufe sterben wir der Sünde ab und auferstehen zusammen mit Jesus zu einem neuen Leben; wir empfangen den Heiligen Geist und befinden uns nach der Taufe in Christus.

Apostelgeschichte 2, 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

Die Taufe ist kein magisch-mechanischer Akt, der uns umwandelt gegen unseren Willen. Gott wird uns nicht „vergewaltigen“. Schon vor der Taufe muß ein gewisser Glaube da sein, den der Geist wirkt: Der Geist zeigt uns unsere Schuld bzw. Sündhaftigkeit; wir fühlen uns wirklich als erlösungsbedürftige Sünder; außerdem erkennen wir, daß Heil in Jesus ist und uns verlangt nach diesem Heil.

Wer schon als Kind bw. Säugling getauft wurde, erinnere sich dieser Taufe. Die Säuglingstaufe ist gültig. Sie wird wirksam, wenn wir uns ihrer erinnern als solche, die sich Heil und Erlösung von ihren Sünden erwarten durch den Tod und die Auferstehung Jesu.

Keine Wiedertaufe! Wiedertaufe ist verboten!

 

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