Die Taufe des Johannes

Apostelgeschichte 19, 1-7 Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. 2 Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. 3 Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. 6 Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. 7 Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer.

Vollzieht Paulus hier etwa eine Wiedertaufe? Nein, keinesfalls, denn die Taufe des Johannes (=Johannes der Täufer) war nicht die sakramentale Taufe der späteren Kirche gewesen, sondern eine reine Bußtaufe: „Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen!“ (Matth. 3, 2) und „Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße!“ (Matth. 3, 8). Johannes konnte die Juden „nur“ zur Umkehr rufen, sie auch noch auf den Erlöser Jesus hinweisen, aber nicht selbst ihnen das Heil geben. Das Heil selbst konnte nur Jesus geben (siehe Vers 4, oben: Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus).

Auf keinen Fall aber war die Taufe des Johannes unwichtig. Er sollte den Weg des Herrn bereiten: Wer irgend anfängt, sich mit Fragen des Glaubens oder der Gottesfurcht zu beschäftigen, der fange im gleichen Moment auch an, sich abzuwenden von allem Bösen in seinem Leben bzw. sich dem Guten zuzuwenden. Dies sollte das Selbstverständliche sein für jeden, der die Gegenwart Gottes sucht.

2. Timotheus 2, 19 Es stehe ab von der Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.

Lukas 16, 16-17 Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt, und jedermann drängt sich mit Gewalt hinein. 17 Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt.

Ins Reich Gottes bzw. Himmelreich mit Gewalt hineindrängen, das heißt hinein wollen ohne vollständig Buße getan zu haben, also Tolerierung von persönlichen Gesetzesbrüchen (in der Hoffnung, Gott würde schon eines oder mehrere Augen zudrücken). Jeder, der sich gewinnbringend mit Theologie, Glauben, Religion, Auslegung der Bibel, etc. befassen will, der sollte zuerst prüfen, ob er nicht gegen dieses oder jenes Gebot Gottes verstößt (z. B. durch Habgier, Ehrsucht, Machtgier, Ehebruch, etc.). Niemand, der bewußt gegen eines oder mehrere Gebote verstößt, braucht sich einzubilden, daß Gott ihm irgendetwas offenbaren wird. Vielmehr wäre ja gerade der erste richtige Schritt des ernsthaft religiös Suchenden, eben genau von den Dingen umzukehren, die ihm als böse bzw. Bruch der Gebote bewußt sind. Erst nach diesem Schritt kommt alles andere. Wer versucht, mit Gewalt ins Himmelreich hineinzudrängen, der wird niemals hinein kommen.

Nochmals in anderen Worten:

Matth. 5, 17-20 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren offenkundige Gesetzesbrecher, aber dennoch maßten sie es sich an, religiöse Führer des Volkes Israel sein zu wollen. Jesus sagt hier, die Gerechtigkeit seiner Jünger müsse besser sein als die der Pharisäer und Schriftgelehrten, wenn sie ins Himmelreich kommen wollten. Der Jünger Jesu bzw. wahre „Gottsucher“ soll also immer darauf bedacht sein, daß er beständig Buße tut über alles Böse in seinem Leben bzw. immer von allem Bösen umkehrt. Dies ist die einzig angemessene Haltung jedes Menschen, der die Gegenwart Gottes sucht und das war die Predigt des Johannes.

Gerade der Mensch, der mit all seiner Kraft versucht, das Böse zu meiden, der wird merken, wie sündhaft er ist, wie die Sünde an ihm klebt. Solch ein Mensch wird sich nach einem Heiland und Erlöser sehnen, der ihn wirklich frei machen kann.

Solche waren die Jünger, denen Paulus in Ephesus begegnete. Es waren Menschen, die wirklich Buße getan hatten, die aber das Heil in Christus noch nicht erfahren hatten. Bevor nun Paulus sie sakramental tauft, predigt er ihnen vom Glauben an Jesus (in Vers 2, siehe oben, steht, daß sie eigentlich schon gläubig waren, aber dieser Glaube mußte noch versiegelt werden durch die kirchliche Taufe des Paulus), auf den die Taufe des Johannes nur eine Vorbereitung gewesen war.

In diesem Zusammenhang empfingen sie den heiligen Geist.

Zu der Zeit als Paulus diesen Jüngern in Ephesus begegnete, war Jesus längst gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Johannes der Täufer war aber ein Wegbereiter des irdischen, des sichtbaren Jesus gewesen. Vor Pfingsten (an Pfingsten begann die Christliche Kirche durch die Herabsendung des Heiligen Geistes) gab es die sakramentale Taufe noch nicht. Wie wurde der Glaube vor Pfingsten versiegelt? Dies geschah einfach, indem Jesus zu Menschen sagte: „Komm und folge mir nach!“ oder „Deine Sünden sind dir vergeben!“ Jesus war ja nicht nur ein Mensch sondern auch der Sohn Gottes, eine Person der Gottheit, deswegen war sein Ruf sakral, das heißt kraftvoll und übernatürlich. In der Kraft dieses Rufes konnten die Menschen, „die Johannes zu Sündern gemacht hatte“ durch seine Bußtaufe, wirklich gottgefällig leben. Nach Pfingsten erging und ergeht dieser Ruf Jesu durch die sakramentale Taufe, wo wir armen Sünderlein der Sünde absterben und mit Jesus auferstehen. Nach der sakramentalen Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Täglich nehmen wir diese Heilstatsachen im Glauben in Anspruch und überwinden dadurch die sündhaften Neigungen unseres Leibes (der Leib ist auch nach der Taufe noch sündhaft). In diesem täglichen Kampf gegen das Böse und dem täglichen Streben nach der Nächstenliebe erkennen wir immer mehr unsere innewohnende Sündhaftigkeit. Da wird uns das Opfer Jesu auch zum überaus teuren und kostbaren Sühneopfer für unsere Sünden und wir dürfen uns auch der Vergebung aller unserer Sünden im Glauben erfreuen. Das ist die Gerechtigkeit aus Glauben.

Johannes der Täufer: Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. 9 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 10 Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? 11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. 12 Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? 13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! 14 Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!“  (Lukasevangelium 3, 8-14)

Johannes der Täufer: „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.“ (Johannesevangelium 3, 36)

Siehe auch Johannes der Täufer.

Übrigens, die Erfüllung des Gesetzes (der Thora) ist die Liebe, die Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Im Zusammenhang mit der Taufe empfangen wir den Heiligen Geist, der uns hilft Liebe zu üben im Alltag an unseren Mitmenschen. Solch ein Leben ist nicht mit dem Gesetz in Konflikt und somit ist unsere Gerechtigkeit besser als die der Pharisäer und Schriftgelehrten. Und darauf wollte auch Johannes der Täufer schon hinaus mit seiner Bußpredigt und Bußtaufe, daß wir wirklich verändert werden sollen durch Buße, Glauben und Taufe. Wir sollen nicht nur Menschen sein, die ein „Sündengefühl“ oder „Sündenbewußtsein“ haben und sich an die Vergebung in Jesus klammern, sondern die Sünde soll wirklich allmählich aus unserem Leben verschwinden und der Liebe weichen. Sehen wir zu, bringen wir rechtschaffene Frucht der Buße.

 

Der Unterschied zwischen der Taufe des Johannes und der sakramentalen Taufe der Kirche

Apostelgeschichte 19, 4-5 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus.

Johannes der Täufer hat also die Juden zur Buße (Umkehr) aufgerufen und seine Taufe war eine Bußtaufe. Lesen Sie doch mal Apostelgeschichte 19, 1-7 (siehe unten) komplett. Da sehen Sie, wie Paulus 12 Jünger, die bereits die Taufe des Johannes empfangen hatten, noch einmal tauft. Offensichtlich entsprach die Taufe des Johannes nicht der späteren Taufe (nach Pfingsten) durch die Kirche, sonst hätte Paulus die 12 Jünger nicht noch einmal getauft.

Diese 12 Jünger waren nicht nur von Johannes getauft worden, sondern hatten auch seine Predigt gehört, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen würde, nämlich an Jesus. Mit Sicherheit hatten diese 12 Jünger aufrichtig Buße getan und “glaubten” an Jesus, schon bevor sie Paulus begegneten. Nichtsdestotrotz hält es Paulus für dringend geboten, sie noch einmal zu taufen. Und bei dieser “kirchlichen” Taufe durch Paulus empfingen sie den Heiligen Geist.

Da sehen Sie, wie wichtig die Taufe ist. Natürlich ist es auch enorm wichtig, daß wir erst Buße tun und glauben vor der Taufe. Aber den Geist empfangen wir nur im Zusammenhang mit der Taufe. Wie sollen wir jemals Früchte des Geistes hervorbringen ohne den Geist? Aber wer keine Frucht bringt, der wird das Reich Gottes nicht ererben. Also ist die Taufe heilsnotwendig.

Apostelgeschichte 19, 1-7 Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. 2 Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. 3 Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. 4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. 5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. 6 Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. 7 Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer.

Apostelgeschichte 2, 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

Anmerkung:

Die o. g. Taufe der 12 Jünger durch Paulus war selbstverständlich keine Wiedertaufe, da die Taufe des Johannes nicht die Taufe war, die Jesus eingesetzt hatte (Matthäus 28, 19-20). Johannes konnte nur mir Wasser taufen, es war wirklich nur Wasser (Matth. 3, 11), aber im Zusammenhang mit der Taufe durch die Kirche empfangen wir den Heiligen Geist (Johannes sagte: “Ich taufe euch mit Wasser, der aber nach mir kommt, wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.”)

Matthäusevangelium 3, 11 Ich (Johannes der Täufer) taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt (Jesus), ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen (das ist die sakramentale Taufe durch die Kirche).

Einsetzung der sakramentalen Taufe durch Jesus:

Matthäusevangelium 28, 19-20 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Beginn der sakramentalen Taufe nach Pfingsten:

Apostelgeschichte 2, 38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

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2 Antworten zu Die Taufe des Johannes

  1. Silke schreibt:

    Hallo Herr Braendlein, Sie glauben etwas komplett anderes, als ich es tue. L.G. Silke

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