Die Aufklärung

Ich will mich in diesem Artikel nur auf die Aufklärung beziehen, so wie sie Friedrich der Große, König von Preußen verstand. Friedrich sah sich als „aufgeklärten Herrscher“.

Friedrich hatte sich intensiv mit der Geschichte der Kirche befasst, wobei er nicht korrekt zu unterscheiden vermochte zwischen der allgemeinen, christlichen Kirche und der römisch-katholischen Kirche (= römische Kirche). Jedenfalls war er sich bewußt, daß es in der Geschichte der Kirche immer wieder zu schweren Glaubenskriegen gekommen war. Bei diesen Auseinandersetzungen ging es um Fragen der Metaphysik, besonders auch um die Frage, ob Jesus Christus auch Gott oder Gottes Sohn gewesen sei.

Friedrich hatte folgende Meinung, wie aus seiner Vorrede zum Auszug aus Fleury’s Kirchengeschichte hervorgeht:

Jesus sei ein hervorragender Morallehrer gewesen, aber nicht Gottes Sohn oder Gott. Die Lehre, daß Jesus Gottes Sohn sei, habe erst die Kirche, die auf die Urkirche folgte, erfunden. Die Urkirche habe nicht gelehrt, daß Jesus Gottes Sohn sei.

Wenn Friedrich vom ursprünglichen Christentum redete, dann verstand er darunter also nur die christliche Morallehre, aber nicht das komplette Christentum, das auch die Lehre von der Gottheit und der Menschheit Christi umfasste. Friedrich wertschätzte also nur einen Teil des wahren Christentums und das war dann in seinen Augen das ursprüngliche Christentum.

Weil es eben wegen der metaphysischen Fragen immer wieder Glaubenskriege gegeben hatte, folgerte Friedrich, daß diese Lehren über die Gottheit Christi niemals Lehren der ursprünglichen Kirche gewesen sein konnten.

Friedrich dachte gleichsam so: „Besser man hätte nie diese Lehre eingeführt, daß Jesus Gottes Sohn sei, dann wären uns diese ganzen blutigen Glaubenskriege erspart geblieben.“ Friedrich erfand schließlich auch eine Art neue Religion und zwar die des „tugendhaften, preußischen Staatsbürgers“, die er über die traditionellen Religionen (evangelische und katholische Kirche) stellte. Was aber diese preußische Religion wert war, zeigte sich durch die Not, die der Siebenjährige Krieg verursacht hatte. Jeglicher staatlicher Aufsicht beraubt, fingen die „tugendhaften Preußen“ an, sich wie Bestien zu benehmen.

Beurteilung von Friedrich’s Argumentation aus christlicher Sicht:

Daß Jesus der Sohn Gottes ist, haben Jesus selbst und die Apostel schon gelehrt. Dies ist also eine Lehre der ursprünglichen Kirche. Diese Lehre wurde nicht erst von der späteren Kirche erdichtet. Immer wieder tauchten Irrlehrer auf, wobei immer wieder Jesus Christus, so wie wir ihn uns aufgrund des biblischen Befundes, also der Lehre Jesu und der Apostel, vorzustellen haben, hinterfragt wurde. Immer wieder versuchten die Irrlehrer einen Jesus zu etablieren, der ihren falschen Vorstellungen entsprach aber nicht dem biblischen Befund. Nach dem biblischen Befund ist Jesus gleichzeitig Mensch und Gott. Jesus Christus ist die Person der Gottheit, des dreieinigen Gottes, die Christus oder Sohn Gottes genannt wird. Diese Person der Gottheit wurde Mensch, der Mensch Jesus. Jesus Christus hatte zwei Naturen, eine göttliche und eine menschliche, wobei die Naturen perfekt in Seiner Person vereinigt waren, aber nicht miteinander vermischt. Es ist nicht etwa so, daß Gott eine Person, die nur ein reiner Mensch war, für uns geopfert hätte als Sündenbock oder Sühneopfer, sondern Gott gab sich selbst für uns in dem Gott-Menschen Jesus Christus. Gott wurde Mensch, um für uns am Kreuz zu sterben.

Römerbrief 8, 3-4

Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.

Aus diesen Versen des Römerbriefs geht hervor, daß Jesu Opfer am Kreuz nicht nur ein Sühneopfer war für unsere Sünden, sondern daß auch unser sündiges Fleisch zusammen mit Jesus untergegangen ist, als er am Kreuz für uns starb (dies wird natürlich nur wirksam an uns durch Glaube und Taufe; siehe Römerbrief, Kapitel 6).

Das Poblem des Sündenfalls war, daß der Mensch aus Gott herausfiel. Adam und Eva waren in Gott geborgen, was versinnbildlicht wird durch das Paradies. Nach dem Sündenfall waren sie nicht mehr in Gott, was dadurch versinnbildlicht wird, daß sie in einer Welt leben mußten, wo es Hitze und Frost gibt, Unkraut, Schmerzen, Mühe, etc.

Der Gott-Mensch Jesus nimmt uns also mit hinein in seinen Tod und seine Auferstehung: Wir als sündigende Menschen sterben mit Jesus und auferstehen mit Jesus und sind nun in ihm, in Gott. Der Sündenfall wurde für uns rückgängig gemacht. Als Überbleibsel bleibt unser sündiger Leib, aber wir sind in Christus, in Gott, der größer ist als unser sündiger Leib, dadurch können wir im Alltag unsere natürliche Sündhaftigkeit überwinden und Gott und unseren Nächsten lieben.

In anderen Worten: Jesus hat das sündige, menschliche Fleisch in den Tod getragen, er trug die sündige, alte Menschheit, als er für uns starb. Wenn wir an ihn glauben und sakramental getauft werden oder uns unserer Kindertaufe erinnern, dann werden wir Teilhaber einer neuen Menschheit in Gott – Jesus, der Erstling einer neuen Menschheit in Gott.

Diese Wahrheiten mußte die Kirche unter allen Umständen gegen die Irrlehrer verteidigen, denn wenn Gott nicht Mensch geworden wäre in Jesus Christus, dann gäbe es kein Heil und keine Errettung für irgendeinen Menschen. Man stritt sich früher also nicht aus Spaß an der Freud oder aus lauter Jux und Tollerei, sondern es ging wirklich um etwas.

Warum beging die katholische Kirche so viele Verbrechen, wo sie doch auch bekennt, Jesus sei der Christus?

Bei der katholischen Kirche ist das Bekenntnis „Jesus ist Gottes Sohn“ nur ein wertloses Lippenbekenntnis, denn die katholische Kirche hat sozusagen eine „zweite Taufe“ eingeführt, die die erste Taufe, die uns mit der befreienden Kraft von Jesu Tod und Auferstehung verbindet, unwirksam macht. Diese „zweite Taufe“ sind die „guten Werke“ der Katholiken, wie folgt:  Rosenkranz, Heiligenverehrung, Wallfahrten, Fastenordnungen (s. CA 26), Mönchwerden (s.  CA 27); CA = Confessio Augustana also Augsburger Bekenntnis. Diese Werke haben nichts zu tun mit tugendhaftem Verhalten im Alltag. Tugendhaftes Verhalten wird vom wirklichen Christen gefordert, der sich auf seine sakramentale Taufe bezieht, wobei er sich mit diesem tugendhaften Verhalten nicht das Heil verdienen will, sondern er bleibt durch sein tugendhaftes Verhalten in Christus, der ihm auch die Kraft darreicht sich tugendhaft zu verhalten – alle Ehre gebührt also Christus. Was wir Gutes tun, tun wir durch Christus oder Christus durch uns.

Weiter hat der Papst Christus sein Amt als unsichtbares Haupt der Kirche gestohlen. Das Haupt der kath. Kirche ist der Papst und somit ist der Papst de facto Gott in der katholischen Kirche. In der kath. Kirche kann somit nicht Christus gegenwärtig sein durch den heiligen Geist. Der Heilige Geist aber ist der Lehrer der Kirche, der uns auch darüber belehrt, daß die sakramentale Taufe uns verbindet mit der befreienden Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu. Der Ungeist bzw. Dämon, der in der kath. Kirche herrscht, macht den Katholiken weis, sie könnten sich durch gute Werke den Himmel verdienen, was natürlich völlig abwegig ist.

So kommt es, daß die Katholiken völlig ihrem sündigen Fleisch ausgeliefert sind und im Alltag viele schwere Sünden begehen, für die sie am Jüngsten Tag gerichtet werden.

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