Auslegung Offenbarung (Apokalypse), Kapitel 4

Danach sah ich, und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel, und die erste Stimme, die ich mit mir hatte reden hören wie eine Posaune, die sprach: Steig herauf, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll. Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer. Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd. Und um den Thron waren vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, mit weißen Kleidern angetan, und hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen. Und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, das sind die sieben Geister Gottes. Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, und in der Mitte am Thron und um den Thron vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten. Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler. Und eine jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel, und sie waren außen und innen voller Augen, und sie hatten keine Ruhe Tag und Nacht und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt. Und wenn die Gestalten Preis und Ehre und Dank gaben dem, der auf dem Thron saß, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen: 11 Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.

Auslegung

„1 Danach sah ich, und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel, und die erste Stimme, die ich mit mir hatte reden hören wie eine Posaune, die sprach: Steig herauf, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll.“

Warum sollte Johannes nach dem Empfang der sieben Sendschreiben in den Himmel hinaufsteigen?

Jesus bittet Johannes herauf in den Himmel, um ihm Gott, den Vater, zu zeigen. Da Johannes aufgeschrieben hat, was er gesehen und gehört hat, erhalten auch wir durch Offenbarung 4 die Vorstellung von Gott, die der Wirklichkeit entspricht.

An vielen Stellen des Johannesevangeliums lesen wir, daß Jesus von sich behauptete, der Vater habe ihn gesandt.

Joh 5,23 damit sie alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Joh 5,36 Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes (der Täufer; R. B.); denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, damit ich sie vollende, eben diese Werke, die ich tue, bezeugen von mir, dass mich der Vater gesandt hat.

Joh 5,37 Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis (z. B. bei Jesu Taufe, wo eine Stimme aus dem Himmel kam; R. B.) gegeben. Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen.

Und es gäbe keinen Grund, nicht zu glauben, daß der Vater Jesus gesandt hätte, selbst wenn wir die Offenbarung nicht hätten.

Was wir hier sehen, ist praktisch, daß das, was Jesus vormals gepredigt hatte (über sich selbst und den Vater), vor den Augen und Ohren des Johannes in Erfüllung geht. Johannes durfte noch als lebender Mensch vom Glauben zum Schauen gelangen, aber nicht um seiner selbst willen, sondern um der Alten Kirche und um unsertwillen. Gott weiß, wie schwer wir uns tun, zu glauben. Durch Offenbarung 4 will er es für uns noch leichter machen, zu glauben, daß Jesus Christus und der Vater eins sind (in der Gottheit).

Jesus predigte:

Joh 10,30 Ich und der Vater sind eins.

Joh 14,9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich (der Vater; R. B.) bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater? (das ist der übernatürlichste Vers der Bibel, meiner Meinung nach)

Die Einheit von Vater und Sohn in der Gottheit sah Johannes nun mit seinen eigenen Augen.

Lieber Leser, sind Sie sich eigentlich klar darüber, wovon Johannes hier berichtet?

Jesus ist so groß und mächtig, sprich göttlich, daß er einen sterblichen Menschen, behaftet mit dem sündigen Fleisch, Johannes, in die unmittelbare Gegenwart Gottes führen kann. Johannes darf mit seinen Augen das sehen, wovon Jesus so oft gepredigt hatte. Das Wort Jesu geht vor seinen Augen in Erfüllung.

„2 Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.“

Der Geist ergriff Johannes, genauso wie er vormals Elia ergriffen und in den Himmel gebracht hatte. Nur mit dem Unterschied, daß Elia sicherlich verwandelt wurde, denn er kehrte nicht mehr zurück; Johannes aber seinen sterblichen Leib behielt, denn er mußte ja zurückkehren, die Offenbarung noch aufschreiben und an die Gemeinden senden.

2Kön 2,11 Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Elia fuhr im Wetter gen Himmel.

„Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer.“

Übrigens dachte ich noch bis vor wenigen Tagen, wir würden selbst im Himmel nur Christus sehen können und niemals den Vater direkt. Aber die Offenbarung belehrt uns eines Besseren.

Joh 1,18 Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt.

Joh 6,46 Nicht als ob jemand den Vater gesehen hätte außer dem, der von Gott gekommen ist; der hat den Vater gesehen.

1Tim 6,16 der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.

2Mo 24,10 und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie eine Fläche von Saphir und wie der Himmel, wenn es klar ist.

Kann man nun Gott sehen – ja oder nein?

„Ist das hier einer von den vielen Widersprüchen in der Bibel?“ (ich scherze)

Die Lösung ist, wenn man alle diese Verse zusammen nimmt, daß man Gott, den Vater, nicht direkt sehen kann.

Aber Johannes schreibt doch, er sähe den Vater, hier auf dem Thron sitzen! (könnte jemand einwenden)

Gott, der Vater, zeigt sich hier in der Gestalt bzw. nimmt eine Gestalt an, die ihm am meisten entspricht (siehe Anmerkung; unten):

„Ein Mensch“

(Aber nicht, daß er etwa ein Mensch aus Fleisch und Blut ist.)

Joh 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (das sagte Jesus; R. B.)

Es geht einfach darum, daß Gott seine Verbundenheit zeigen möchte, mit allem, was sich Mensch nennt. Was ich sagen will, ist, daß er, Gott, der Vater, nicht jenes ungreifbare Wesen ist; das ist doch die Vorstellung, die wir von ihm haben. Nein, Gott ist in einem gewissen Sinne gar nicht so ungreifbar und verschieden von uns. Aber natürlich, Gott, der Vater, ist nicht aus Fleisch und Blut (Fleisch und Blut hat nur Christus, der Sohn Gottes, angenommen, als er in Jesus von Nazareth Mensch wurde).

Weitere Erhellung, worum es eigentlich geht, werden die folgenden Verse bringen.

„3 Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd.“

Der rohe Stein Jaspis sieht aus wie ein Stück Fleisch (ohne Übertreibung). Die folgenden Aufnahmen sind keine Aufnahmen von Fleischbrocken sondern Aufnahmen von Jaspis-Steinen.

Jaspis-Steine

Jaspis rot Wassersteine

     roter Jaspis - XXL Monument / Skulptur

Bildergebnis für roher jaspis

Bildergebnis für roher jaspis

 Bildergebnis für raw jasper

 

Lieber Leser, Sie können selbst im Internet surfen (geben Sie bei google „roher Jaspis“ ein und gehen Sie auf Bild-Suche) und sich Bilder von Jaspis-Steinen anschauen. Ich erlaube mir keinen Scherz mit Ihnen. Das sind keine Aufnahmen von Fleischbrocken sondern Aufnahmen von Jaspis-Steinen.

Der Stein Sarder sieht aus wie wirkliches, echtes Blut (es ist unglaublich).

Sarder Trommelstein

 

Was folgt daraus?

Im Himmel nimmt Gott, der Ewige, der Vater,  die Erscheinung (Gestalt) eines geschlachteten Menschen aus Fleisch und Blut an.

Er erscheint uns dort nicht als ein Licht oder was immer wir uns vorstellen mögen, sondern als ein geschlachteter Mensch (allerdings in feierlicher, verherrlichter Form: Jaspis und Sarder sind schmückende Edelsteine, auch der Smaragd).

Dies heißt nichts anderes, als daß Gott, der Vater, sich völlig mit Gott, dem Sohn, Jesus, identifiziert, dem Lamm, das für uns geschlachtet wurde. Jesus Christus hat seinen Leib für uns gegeben und sein kostbares Blut für uns vergossen.

In alle Ewigkeit (von Ewigkeit zu Ewigkeit) bestätigt Gott den Weg, den sein Sohn Jesus Christus auf Erden gegangen ist (teilweise unverstanden von Menschen). Es war kein Weg der Schwäche und Feigheit sondern der Stärke und der Kraft, des Mutes und der Tapferkeit in den Augen Gottes. Gott sieht Dinge oft mit anderen Augen als Menschen.

Gott, der Vater, und Gott, der Sohn, sind zwei verschiedene Personen, aber perfekt vereinigt in der Gottheit zusammen mit dem Heiligen Geist, der dritten Person der Gottheit. Obwohl sie drei verschiedene Personen sind, sind sie sich völlig einig in allen ihren Wegen – das ist eben der Dreieinige Gott, die heilige Dreifaltigkeit.

 „und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd.“

Man könnte auch übersetzen, daß der Thron von einer smaragdgrünen Iris (wie die keisförmige Iris des menschlichen Auges) umgeben ist. Vielleicht soll das eine Anspielung sein auf die unsichtbaren Augen Gottes und wie Gott sich selbst sieht: Gott sieht sich selbst, wie seinen Sohn, Jesus Christus: Ein geschlachteter Mensch in Herrlichkeit.

Das hebräische Wort für Smaragd beinhaltet den Wortstamm für „Segen“ oder „gesegnet“. Dieses Bild des göttlichen Geschlachteten muß also im Zusammenhang gesehen werden mit dem Evangelium, denn nur dann ist es segensreich. Denn ein geschlachteter Mensch in sich selbst ist ein äußerst grausamer Anblick und mehr Anlaß zu Trauer und Entsetzen als zu Freude.

Wie kann der Anblick eines (göttlichen) geschlachteten Menschen für uns Anlaß zur Freude werden?

Als Jesus Christus am Kreuz für uns starb, für die Menschheit, da trug er unser sündiges Fleisch in den Tod, die degenerierte Natur, die wir biologisch vom gefallenen Adam geerbt haben.

Dies ist der Mittelpunkt des Universums und der Gedanken Gottes.

(Gültig wird dies für uns persönlich, wenn wir Buße tun, an Jesus glauben und uns auf die sakramentale Taufe beziehen.)

Gott, der Vater, und Gott, der Sohn, haben das Leben in sich selbst. Als Jesus Christus am Kreuz für uns starb, starb sozusagen nur sein menschlicher Leib, seine menschliche Natur; seine göttliche Natur aber blieb lebendig, denn sie ist unsterblich. So konnte Jesus auch sagen:

Joh 10,18 Niemand nimmt es (Jesus Christus meint hier das Leben seiner menschlichen Natur; R. B.) von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.

Kurz gesagt: Als Jesus Christus als Mensch tot war und im Grab lag nach der Kreuzigung, war er als Gott natürlich nicht tot und so konnte er selbst sein Leben wieder nehmen.

Aber die ganze Gottheit identifiziert sich so stark mit dem Tod des Leibes Jesu, daß Gott selbst ein ewiges Denkmal des geschlachteten Jesus Christus sein wird zu seinem ewigen Andenken. Nichts anderes hat Johannes gesehen im Himmel.

Das ewige Denkmal Gottes für seinen Sohn, der geschlachtet ward:

Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd.“

Ewiger Segen umgibt den Thron Gottes durch den Tod und die Auferstehung Jesu.

Joh 1,29 Am nächsten Tag sieht Johannes (der Täufer), dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!

1Kor 5,7 Darum schafft den alten Sauerteig (der Sünde; R. B.) weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist.

„4 Und um den Thron waren vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, mit weißen Kleidern angetan, und hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen.“

Gott ist so bescheiden und freundlich, daß er Geschöpfe an seiner Regierung teilhaben läßt, das ist etwas ganz Unglaubliches. Freilich sind das solche, die auf Erden in Sanftmut und Demut gelebt haben durch die Kraft von Jesu Tod und Auferstehung und das Wort von der Geduld, die Bergpredigt, und das Wort der Wahrheit, das Evangelium, bewahrt haben.

Eph 1,13 In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist,

Bei den 24 Ältesten hier muß es sich um Menschen handeln, die schon durch die Predigt von Jesus selbst, als er auf Erden lebte, zum Glauben kamen. Der Hass der Juden gegen Jesus und Johannes den Täufer war unendlich groß und jeder der sich ihnen anschloß, sprich vom Judentum zum Christentum konvertierte, mußte mit äußerster Entschlossenheit, mit sehr großem Mut und Tapferkeit, gegen den Strom schwimmen. Einer der ersten Gläubigen war Simon der Fischer, der den Ehrennamen Petrus von Jesus erhielt. Petrus ruht allerdings noch und wird demnächst auferweckt werden, wenn der Herr wiederkommt. Die 24 sind fromme Christen der Kirche zu Jerusalem, die bei der Kreuzigung Jesu auferweckt wurden und sicherlich in den Himmel aufgenommen wurden.

Mt 27,52 Und die Erde erbebte und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf

Mt 27,53 und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.

Nie war es wahrscheinlich schwerer sich zu bekehren und mit größeren Opfern verbunden, als zu der Zeit, als Jesus noch auf Erden lebte und selbst predigte. Aber diese Gläubigen, falls sie vor der Kreuzigung Jesu starben, regieren jetzt schon mit Jesus im Himmel und es mögen wohl mehr als 24 sein; und bald werden hinzukommen alle Gläubigen, die jetzt leben und dann (bei der Ankunft des Herrn) entrückt werden und die seit Jesu Kreuzigung Entschlafenen, die auferweckt werden.

„5 Und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, das sind die sieben Geister Gottes.“

Aber dieser Gott, der so verbunden ist mit dem Lamm, ist auch immer noch der ggf. zornige Gott, der damals auf dem Sinai dem Volk Israel das Gesetz der Thora gegeben hat. Dies zeigt uns der heilige Geist, der vor dem Thron Gottes ist in Gestalt von sieben Fackeln. Wer also den heiligen Geist hat, der wird niemals gesetzlos leben, sondern sich so vom Geist leiten lassen, daß sein Leben nicht mit dem Gesetz der Thora in Konflikt kommt. Dies ist nicht das jüdische Halten des Gesetzes sondern dessen Erfüllung durch die Liebe.

2Mo 19,16 Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. (Gott brüllte zornig vom Sinai herunter: „Du sollst nicht … !“)

Mt 5,17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich (Jesus; R. B.) gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

Röm 13,10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

„6 Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich dem Kristall, und in der Mitte am Thron und um den Thron vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten. Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler. Und eine jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel, und sie waren außen und innen voller Augen, und sie hatten keine Ruhe Tag und Nacht und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.“

Bei Gott herrscht also absolute Transparenz (gläsernes Meer) und Verschlagenheit, List, Hinterhältigkeit, krumme Wege, etc. sind Fremdworte für ihn. Gott ist nicht einer, der mit allen Wassern gewaschen ist, der alle Tricks kennt, der gerissen ist, etc. Gott ist in einem gewissen Sinne ganz einfach, ein ganz schlichtes Wesen, ganz unkompliziert. Gott ist absolut ehrlich und geradlinig. Er meint immer genau das, was er sagt, ohne Hintergedanken. Gott hat sich und seinen Thron mit einer Umgebung versehen, die ihn Tag und Nacht beobachtet – dies tat er offenbar freiwillig; wer hätte ihn auch dazu zwingen sollen? Löwe, Stier, Mensch und Adler haben in der Wirklichkeit nichts miteinander zu tun, sind also unabhängig voneinander. Vier unabhängige Wesen mit sehr hoher Sehkraft (außen und innen voller Augen), die auch noch fliegen können, beobachten also Tag und Nacht Gott und seinen Thron.

Obwohl diese Wesen so viele Augen haben, also alles sehen, und Gott von allen Seiten betrachten können, weil sie fliegen können, rufen sie doch bei Tag und Nacht:

„Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.“

Gott lebt freiwillig in einer unvorstellbaren Öffentlichkeit.

Er ist keine Sekunde unbeobachtet. Aber nichts Böses ward an Ihm gefunden, wird an Ihm gefunden oder wird jemals an Ihm gefunden werden.

Wären wir einer permanenten Öffentlichkeit ausgesetzt, wir würden innerhalb von Tagen sterben vor Scham über unsere vielen Sünden. Selbst als Christen sind wir so sündhaft, daß wir unsere eigenen vier Wände brauchen, wo wir uns täglich aus der Öffentlichkeit zurückziehen können. Gott hat das nicht nötig. Aber als Christen sollen wir natürlich täglich darin zunehmen, daß wir heiliger werden und uns vor keiner Öffentlichkeit zu scheuen brauchen. Überwinden wir unsere alte, sündhafte Natur durch die befreiende Kraft von Jesu Tod und Auferstehung: Durch die sakramentale Taufe sind wir mitgestorben und mitauferstanden bzw. der Sünde abgestorben und in Christus. Gott ist stärker als die sündigen Neigungen unseres Leibes. Wir können täglich heiliger werden, wenn wir wollen. Wenn wir heiliger werden wollen, zeigen wir damit, daß wir auch in den Himmel wollen, der erfüllt ist von Gottes Heiligkeit. Wenn wir nicht heiliger werden wollen, zeigen wir damit, daß wir nicht in den Himmel wollen, dem Ort der Heiligkeit Gottes.

„9 Und wenn die Gestalten Preis und Ehre und Dank gaben dem, der auf dem Thron saß, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, 10 fielen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron saß, und beteten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen: 11 Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.“

Wir werden nur in den Himmel kommen, wenn wir nach der Heiligung streben. Aber im Himmel werden wir nicht sagen: „Gott nimm mich an für alles Gute, was ich getan habe!“, sondern wir werden sagen: „Danke Gott, daß Du uns die Kraft gabst, Gutes zu tun – Du hast durch uns Gutes getan, obwohl wir schwach waren in uns selbst.“

Hebr 12,14 Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird,

„und legten ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprachen: Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; „

und

„denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.“

Gal 2,20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

Eph 2,10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Anmerkung:

1. Mose 18, 1-3

Und der HERR erschien ihm (Abraham; R. B.) im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde und sprach: Herr, hab ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so geh nicht an deinem Knecht vorüber.

Offensichtlich offenbarte sich Gott dem Abraham in Form von drei Männern. Dies geschah zu einer Zeit, als der Sohn Gottes noch nicht in Jesus Mensch geworden war. Zur Zeit Abrahams konnte also Gott eigentlich nur Geist sein und trotzdem erscheint er ihm in der Form von drei Männern. Diese drei Männer waren also keine Menschen aus Fleisch und Blut, sondern Gott nahm nur die (äußerliche) Gestalt von drei Männern an, wobei es nicht nur eine Vision war, denn die drei Männer konnten ja essen und trinken.

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