Auslegung Offenbarung (Apokalypse), Kapitel 8, Verse 1-5

Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron. Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen von der Hand des Engels hinauf vor Gott. Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und Erdbeben.

Der o. g. Altar ist Christus und das Feuer auf ihm der Heilige Geist.

Hebr 7,27 Er (Jesus Christus; R. B.) hat es nicht nötig wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst opferte.

Als Jesus Christus am Kreuz für uns starb, da opferte Christus seinen menschlichen Leib für uns. Christus, Gottes Sohn, war unsterblich – sterblich war nur sein menschlicher Leib, den er bei der Inkarnation angenommen hatte. Während Jesus am Kreuz starb, starb doch nicht Christus, seine göttliche Natur, die er hatte neben seiner menschlichen Natur. Gott opferte Jesus auf dem „Altar Christus“ für uns. Als Jesus am Kreuz für uns starb, starb nicht einfach ein Mensch, sondern Christus, der Altar, gab seine menschliche Natur, seinen menschlichen Leib, in den Tod. Wie gesagt, die göttliche Natur starb nicht, denn sie ist unsterblich.

Hebr 9,14 um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!

Jesus starb also auf dem Altar Gottes (Christus), auf dem das Feuer Gottes (der heilige Geist) brannte. Der Heilige Geist machte, daß der Zorn Gottes über unsere Sünde nicht über uns, die wir glauben, sondern über das Lamm erging. Dies ist ein ganz großes Wunder, denn warum soll eigentlich eine „fremde“ Person für meine Sünde sterben bzw. meine Sünde tragen können? Diesen Zusammenhang zwischen dem sündlosen Lamm Jesus und unserer Sünde stellte der Heilige Geist her. Am Jüngsten Tag allerdings wird er den Zorn Gottes auf die Gottlosen lenken.

Das Werk Jesu am Kreuz war also nicht das isolierte Werk des Menschen Jesus, sondern ein göttliches Werk der vollen Dreieinigkeit: Des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Warum entstand eine Stille im Himmel?

Als in Kapitel 5 das Lamm das Buch mit den sieben Siegeln aus der Hand Gottes nahm, da multiplizierte bzw. potenzierte sich die himmlische Anbetung (die Anbetung „explodierte“ geradezu). Gott gibt dem Lamm die Herrschaft über die Menschheit (die Übergabe des Buches), das heißt er bestätigt das Lamm als Gott. Das, was Viele Jesus von Nazareth so gerne absprechen und nicht zugestehen wollen, daß er nämlich auch Gott ist, das bestätigt Gott, der Vater, indem er Jesus, dem Lamm, alle Herrschaft übergibt, also das Amt Gottes. Es scheint (!), als mache der Vater Jesus Christus hier erst zu Gott, aber natürlich war Christus schon immer Gott, vor aller Zeit.

Philipperbrief 2, 6-11 6 Er (Christus; R. B.), der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Dieser Jesus ist würdig, die Geschichte zu lenken, weil er sie so lenkt, daß immer wieder aus Sündern Heilige werden durch den Glauben an Jesus. Würde Jesus nicht ständig Sünder erretten aus dieser sündigen Menschheit, dann hätte die Menschheit vor Gott kein Existenzrecht mehr und Gott würde sie in einem Nu vernichten.

Nur weil der brennende Altar vor Gott steht, läuft die Geschichte der Menschheit (noch) weiter. (der brennende Altar ist nämlich die Grundlage für die Errettung der Sünder)

Der Altar sprach also lange Zeit/spricht noch von Versöhnung, Annahme, Barmherzigkeit, Geduld, Langmut, etc.

Mt 9, 13 Geht aber hin und lernt, was das heißt (Hosea 6,6): »Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.« Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.

Das Opfer des Leibes Jesu war nicht nur sein Tod am Kreuz, sondern auch daß Jesus ein Leben lebte für die armen Sünderlein, indem er eben den Sündern Barmherzigkeit entgegenbrachte und Gemeinschaft mit ihnen hatte bzw. Zeit mit ihnen verbrachte. Er predigte den Sündern das Evangelium von sich selbst. Er wollte ihnen ein Leben schenken, daß nicht mit dem Gesetz der Thora in Konflikt kommt: Sich selbst. Also, nicht Gerechtigkeit durch Halten des Gesetzes, sondern ein neues Leben aus Gnade (wer aus der Gnade lebt, erfüllt das Gesetz, was wesentlich mehr als Halten ist; wer aber versucht, es aus eigener Kraft zu halten, der wird kläglich scheitern).

Matthäus 9, 10-13 10 Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern. 11 Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? 12 Als das Jesus hörte, sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. 13 Geht aber hin und lernt, was das heißt (Hosea 6,6): »Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.« Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.

Das Opfer des Leibes Jesu war auch seine Barmherzigkeit mit den Sündern, als er auf Erden lebte.

Und diese Barmherzigkeit gründete sich wiederum auf das Opfer Jesu am Kreuz und seine Auferstehung, denn nur durch die befreiende Kraft von Jesu Tod und Auferstehung können Sünder sich in Gerechte verwandeln. Dieses Evangelium verkündete Jesus den Sündern, indem er z. B. sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

Der Altar repräsentiert also Christus in seiner Barmherzigkeit durch seinen Tod am Kreuz für uns Sünderlein und in seiner Barmherzigkeit mit den Sündern, als er auf Erden wandelte.

Und nun wird plötzlich dieser Altar der Barmherzigkeit zu einem Altar des Zorns.

Das heißt: Zu viele Menschen nahmen die Barmherzigkeit des Lammes nicht an, deshalb muß er/es anfangen zu richten.

Das Lamm hatte bisher Menschen aus der sündigen Menscheit gerettet, was die Anbetung Gottes potenziert hatte. Nun wird das Lamm selbst zornig, verkehrt sein Handeln ins Gegenteil, indem es die Sünder richtet; die Anbetung Gottes scheint zu verstummen – aber nur für einen Augenblick, eine halbe Stunde, denn:

Offenbarung 11, 15-19 15 Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. 16 Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen nieder auf ihr Angesicht und beteten Gott an 17 und sprachen: Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, dass du an dich genommen hast deine große Macht und herrschest! 18 Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu vernichten, die die Erde vernichten. 19 Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar; und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel.

Wir (die Gläubigen) beten Gott und das geschlachtete Lamm nicht nur dafür an, daß es uns erkauft hat mit seinem teuren Blut, sondern auch dafür, daß es Recht schafft auf Erden. Die unbußfertigen Sünder bzw. die abgefallen Christen, die die frommen Christen bedrängten, verfolgten und töteten, werden von Gott dafür bestraft werden, denn:

Ps 72,14 Er wird sie (die Gläubigen; R. B.) aus Bedrückung und Frevel erlösen, und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm.

Ps 35,23 Wache auf, werde wach, mir Recht zu schaffen und meine Sache zu führen, mein Gott und Herr!

Ps 72,4 Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen.

Ps 140,13 Denn ich weiß, dass der HERR des Elenden Sache führen und den Armen Recht schaffen wird.

Lk 18,7 Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er’s bei ihnen lange hinziehen?

Lk 18,8 Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?

Lk 1,71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,

Ps 9,9 er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker regieren, wie es recht ist.

Jes 9,6 auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.

Am 5,24 Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Gott wird zuletzt einen gewaltigen Unterschied machen zwischen den Bösen (unbußfertige Sünder) und den Gerechten (bußfertige Sünder, die an Jesus glaubten). Auch dies ist ein Grund, Gott und das Lamm anzubeten.

„3 Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron.“

Das sind offenbar solche Gebete, wo die Heiligen ihre Rechtssachen Gott, dem gerechten Richter, anbefehlen. Die Menschheit befindet sich heute im völligen Abfall vom christlichen Glauben und hebt auch schon an, fromme Christen zu töten (Enthauptungen von Christen durch Islamisten unter der Duldung Barack Hussein Obamas, des Antichristen), ähnlich wie im alten, römischen Reich. Auch in der Arbeitswelt wird sich heute der fromme Christ wieder äußersten Anfeindungen und schwerster Ungerechtigkeit ausgesetzt sehen – dies befehle er dem Herrn, der seine Rechtssache führen wird.

Röm 12,19 Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5.Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.«

„5 Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und Erdbeben.“

Mit dem Gefäß, in dem die Gebete der Heiligen dargebracht wurden, wird der Zorn Gottes auf die Erde ausgegossen – gleichsam, als ob die Gebete der Heiligen sich direkt in Gottes Zorn verwandelten. Die Gebete steigen zu Gott hoch und kommen als sein Zorn wieder runter.

Das Feuer des Altars war solange nicht schädlich für die Menschheit, ihr sogar nützlich, solange es den Rauch des geopferten Lammes zu Gott empor trug. Nun aber wird dieses Feuer auf die Menschheit ausgegossen, das Feuer des Zornes Gottes. Es war ein schwerer Fehler, das Lamm zu verwerfen, denn es war ein Schutzschild gegen den Zorn Gottes.

„2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben.“

Gott hebt allmählich an, Krieg zu führen (die Posaunen) gegen die, die auf der Erde wohnen (ein Werk, mit dem wir ihn nicht so gerne in Verbindung bringen, aber doch ist es der biblische Befund).

Ergänzung

Offenbarung 6, 9-10 9 Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen. 10 Und sie schrien mit lauter Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?

Der Altar hier aus Offenbarung 8 wird schon in Kapitel 6 erwähnt. Der Altar ist also nicht nur Christus, der sich selbst für uns gab, sondern auch der Aufbewahrungsort der Seelen ermordeter Heiliger (Märtyrer). Sie ruhen in Christus, bis sie einen himmlischen Leib bekommen. Insofern erleiden sie nicht die Todesschmerzen der Ungläubigen, deren Seele nach Verlust des Leibes durch den Tod auch selbst den Tod schmecken muß, sondern Christus bewahrt sie vor den Schmerzen des Todes, bis sie einen neuen Leib bekommen. Christus füllt auch den Mangel des fehlenden Leibes aus. Und, sie beten zu Jesus, daß er ihr Recht herstellen möge.

Weitere Ergänzung

Was ist der Rauch des Räucherwerks?

Die Gebete der Heiligen müssen gemischt werden mit dem Rauch des Räucherwerkes (siehe oben). Dies kann nur die Erinnerung an das geschlachtete Lamm Jesus sein und daraus folgend die Gebete für die Errettung der Sünder und der Dank für die eigene Errettung. Es kann keinen Christen geben, der immer nur Gott seine Rechtssachen anbefiehlt, sondern jeder Christ wird auch beten für die Errettung seiner Mitmenschen und sogar derer, die ihm Unrecht getan haben. Wenn wir zu sehr auf die Schiene der bloßen „Rachegebete“ kommen, dann brauchen wir einen „Engel“, der uns duftendes Räucherwerk gibt: Das Gebet für die Errettung der Sünder und der Dank für unsere Errettung.

Offenbarung 5, 8-9 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen

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