Welchen Sinn hat die Trinität (Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit) Gottes?

Ich stehe voll auf dem Boden der drei Glaubensbekenntnisse der allgemeinen, christlichen Kirche, das möchte ich zuvor anmerken:

Diese drei Glaubensbekenntnisse geben die Lehre auf der Grundlage des Befundes der Bibel bzw. das Zeugnis der heiligen Schrift über das Wesen Gottes wieder. Es gibt hier weder etwas hinzuzufügen noch etwas wegzunehmen.

Nichtsdestotrotz könnte man aber noch die Frage stellen: „Welchen Sinn hat die Trinität (Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit) Gottes?“

Nun, im Alltag begegnen wir immer wieder Menschen, die ziemlich herrschsüchtig sind. Jene scheinen zu meinen, sie hätten eine naturgegebene Berechtigung, andere Menschen herumzukommandieren. Sie kommen gar nicht auf die Idee, darüber zu reflektieren, ob sie wirklich ein legitimes Recht haben, anderen Weisungen zu erteilen (siehe unbedingt Anmerkung, unten). Es stellt sich die Frage, was schlimmer ist: Das Herumkommandieren selbst oder diese innere Haltung, gar nicht darüber zu reflektieren, ob man ein Recht habe, Befehle zu erteilen.

Die Gier nach Macht, Ehre und Reichtum verursacht einen Großteil der Probleme der Menschheit. Das Böse offenbart sich in Gier nach Macht, Ehre und Reichtum. Ich glaube, daß brauche ich nicht nachzuweisen. Es gibt einfach eine weitverbreitete Haltung, sich selbst eine gewisse Hoheit gegenüber anderen Menschen zuzugestehen, gewisse Vorrechte, und andere als von Haus aus niedriger zu betrachten, mit weniger oder gar keinen Rechten.

Ganz schlimm wird es, wenn der Gierige, z. B. der Herrschsüchtige, dem Sanftmütigen und Demütigen unterstellt, seine Sanftmut und Demut sei nur Heuchelei und ein schlauer Weg zur Erlangung von Macht, Ehre und Reichtum. Von solcherlei Art war Judas Iskariot, der Jesus Christus unterstellte, er sei noch schlechter und verschlagener als er selbst. Judas unterstellte Jesus, er ziehe nur eine religiöse Show ab, um zu Macht, Ehre und Reichtum zu gelangen.

Johannesevangelium 12, 1-11

1 Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten. 2 Dort machten sie ihm ein Mahl und Marta diente ihm; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. 4 Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: 5 Warum ist dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft worden und den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb, denn er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben war. 7 Da sprach Jesus: Lass sie in Frieden! Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses. 8 Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. 9 Da erfuhr eine große Menge der Juden, dass er dort war, und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern um auch Lazarus zu sehen, den er von den Toten erweckt hatte. 10 Aber die Hohenpriester beschlossen, auch Lazarus zu töten; 11 denn um seinetwillen gingen viele Juden hin und glaubten an Jesus.

Offensichtlich mangelte es Judas an der angemessen Wertschätzung für Jesus – er gönnte es ihm nicht, durch Maria gesalbt zu werden; aber hatte Jesus nicht durch die Auferweckung des Lazarus bewiesen, daß er Herr und Gott war also der Anbetung würdig? Glaubte Judas etwa, so wie die Pharisäer und Schriftgelehrten, Jesus würde die bösen Geister durch den Teufel austreiben, Jesus sei also selbst besessen?

Beachten wir, daß Jesus sich ganz selbstverständlich von Maria salben ließ. Nicht, daß er gierig danach gestrebt hätte, nicht daß all sein Denken, Tun und Handeln darauf ausgerichtet gewesen wäre, Ehre oder Anbetung zu erlangen. Nein, Jesus hatte einfach tatsächlich diese unvorstellbare Würde, die Anbetung hervorrief, denn er war der Christus, der Sohn Gottes. Das, wonach andere so gierig strebten, hatte Jesus einfach. Jesus war nicht dadurch in eine Machstellung (er war der Herr und Meister der Jünger) gelangt, weil er immer so gierig danach gestrebt hatte, sondern Gott hat ihn geehrt, gab ihm eine außergewöhnliche Würde, wegen seiner Gottesfurcht und Jesus war gottesfürchtig einfach um der Gottesfurcht willen – er stellte es Gott anheim, ob er ihn ehren wolle oder nicht. Kurz gesagt: Jesus spielte (heuchelte) nicht eine Gottesfurcht, um geehrt zu werden, sondern es war für ihn einfach selbstverständlich, gottesfürchtig zu sein. Judas aber unterstellte Jesus, sein ganzes religiöses Leben sei nur ein Mittel zum Gewinn und zur Erlangung von Macht und Ehre.

Petrus gibt folgende Anweisung an Geistliche:

1Petr 5,2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund;

Jesus entsprach genau der Anweisung des Petrus – er war freiwillig ein guter Hirte des Volkes Israel, das er von Herzensgrund liebte. Er strebte nicht nach schändlichem Gewinn, sondern war ein Erzseelsorger, das heißt es ging ihm um die seelische und körperliche Heilung der Juden. Jesus sah auf seinen Dienst, auf die Behebung der gegenwärtigen Not des Volkes Israels, jedes einzelnen Israeliten, aber er war überhaupt nicht besorgt um eine Mehrung seiner Macht, seiner Ehre oder seines Vermögens.

Auch die Pharisäer und Schriftgelehrten, die zum jüdischen Establishment gehörten, gönnten Jesus seine natürliche Würde (Hoheit, Majestät) nicht, vielmehr erblickten sie in ihm einen Konkurrenten, der ihnen das Geschäft mit der Religion kaputt machen konnte. War die Religion in Israel nicht traditionell ihr Geschäft? – so dachten sie.  Sie strebten gierig nach Ehrenstellungen, wobei sie innerlich ehrlos waren und völlig uninteressiert am seelischen und körperlichen Wohlergehen der Israeliten. Jesus aber, der ausschließlich um das Wohl der Menschen und die Ehre Gottes besorgt war, war einfach ehrbar, denn Gott ehrte ihn wegen seiner Gottesfurcht.

Matthäus 23, 5-7 5 Alle ihre (gemeint sind die Pharisäer und Schriftgelehrten) Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Kleidern groß. 6 Sie sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen 7 und haben’s gern, dass sie auf dem Markt gegrüßt und von den Leuten Rabbi genannt werden.

Lk 16,14 Das alles hörten die Pharisäer. Die waren geldgierig und spotteten über ihn (Jesus).

Mk 15,10 Denn er (Pontius Pilatus) erkannte, dass ihn (Jesus) die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten.

Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren der Boden des Abgrundes an Bosheit, Gier, Heuchelei, etc. Aber ausgerechnet sie unterstellten Jesus, er habe den Charakter, den in Wirklichkeit sie selbst hatten – sehr paradox. Sie unterstellten Jesus sogar, er würde die Dämonen mit Hilfe des Teufels austreiben, sei also selbst vom Teufel (Beelzebul) besessen:

Matthäus 12, 22-30 22 Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah. 23 Und alles Volk entsetzte sich und fragte: Ist dieser nicht Davids Sohn? 24 Aber als die Pharisäer das hörten, sprachen sie: Er treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebul, ihren Obersten. 25 Jesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen. 26 Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen? 27 Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 28 Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. 29 Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt? Erst dann kann er sein Haus berauben. 30 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

(Die richtige Reaktion auf diese Teufelsaustreibung allerdings wäre gewesen, zu sagen: „Dieser ist David’s Sohn!“; das Volk reagierte intuitiv richtig)

Es war eine buchstäblich tödliche Beleidung der Gottheit durch die Pharisäer und Schriftgelehrten, Jesus zu unterstellen, er sei vom Teufel besessen. Genauso beleidigend war es, zu unterstellen, der Heilige Geist, der durch Jesus wirkte, sei ein Teufelsgeist. Sie begingen die Sünde wider den Geist, die nicht vergeben werden kann:

Matthäus 12, 31-32 31 Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. 32 Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.

Man kann also der Gottheit gewaltig auf den Schlips treten, wenn man das Wirken ihres guten Geistes, des heiligen Geistes, als eine Kraftwirkung Satans hinstellt. Das ist für Gott unerträglich. Es läuft letztendlich darauf hinaus den Herrn, den ewigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, als Teufel und Satan zu bezeichnen, der oberste und ekelhafteste aller Dämonen.

Sie mögen fragen, lieber Leser, was das alles mit der Trinität zu tun habe. Darauf kommen wir jetzt zu sprechen. Wir haben abgeleitet, daß es für Gott gänzlich unerträglich ist, wenn man ihm unterstellt, er selbst sei böse bzw. gierig nach Macht, Ehre und Reichtum. Dies ist wahrscheinlich der ewige, intergalaktische (selbst dieses starke Wort ist zu schwach, um auszudrücken, worum es eigentlich geht) Krieg zwischen Gut und Böse:

Das Böse will sich selbst für gut erklären und das wahrhaft Gute für böse.

Dieser „intergalaktische“ Krieg zwischen Gut und Böse ist ewig, das heißt es geht nicht nur um den Kampf zwischen Gut und Böse innerhalb des Raum-Zeit-Kontinuums (das sichtbare Universum und das unsichtbare Universum).

Gott mußte dieser ewigen Unterstellung, er sei in Wirklichkeit böse, das heißt herrsch-süchtig, machtgierig, ehrsüchtig, etc. schon von Ewigkeit her begegnen. Gottes Verteidigung gegen den Angriff, er sei doch innerlich genauso boshaft wie die boshaftesten Kreaturen, ist die Trinität. Durch die Trinität ist sichergestellt, daß Gott nicht boshaft in sich selbst sein kann – das ist sozusagen durch die Trinität per Definiton ausgeschlossen.

Warum?

Darum:

Jesus Christus ist die göttliche Person, die dem Selbst des Vaters gleicht, sozusagen dem Inneren des Vaters:

Psalm 2, 7 Kundtun will ich den Ratschluss des HERRN. Er hat zu mir gesagt: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“

Psalm 45, 8 Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit, darum hat dich, o Gott, gesalbt dein Gott mit dem Öl der Freude wie keinen anderen neben dir.

Joh 1,1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort

2Kor 4,4 den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.

Kol 1,15 Er (Jesus Christus) ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung.

Hebr 1,3 Er (Jesus Christus) ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens (das Wesen Gottes) und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe

Auszug aus dem athanasischen Glaubensbekenntnis:

Der Vater ist von niemandem gemacht,
weder geschaffen noch gezeugt.

Der Sohn ist vom Vater allein,
nicht geworden noch geschaffen, sondern gezeugt.

Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn,
nicht geworden noch geschaffen noch gezeugt, sondern hervorgehend.

Gott, der Vater, hat von Ewigkeit her (vor aller Zeit) einen Sohn gezeugt, der seinem Selbst, seinem innersten Wesen, seinem wahrhaftigen Kern entspricht. Der „Witz“ bzw. „Clou“ bei dieser Sache ist, daß Jesus Christus wie das Selbst Gottes ist (er ist dem Vater unendlich ähnlich), das aber selbständig und zunächst (eigentlich; nur für einen unendlich kurzen Augenblick)  unabhängig von Gott, dem Vater, ist, eine eigenständige Person mit einem freien Willen ist. Diese Person der Gottheit nun, Jesus Christus, kommt überhaupt nicht auf die Idee einen Krieg mit dem Vater um den Thron Gottes zu führen. Bedenken wir dabei, daß Jesus Christus wie der Vater Gott ist, allmächtig ist, ewig ist, ungeschaffen ist, etc. (siehe Athanasisches Glaubensbekenntnis) Es würde für Jesus Christus sehr, sehr naheliegen mit Gott, dem Vater, in Konkurrenz zu treten. Gleiches gilt für den Vater.

Nun kommt aber das Wunder aller Wunder: Dieser Jesus Christus, Gott, der Sohn, ist mit dem Vater permanent eines Geistes – er ist gezeugt und eines Geistes mit dem Vater. Nicht Krieg, Konkurrenz oder Wettbewerb herrscht zwischen dem Vater und dem Sohn, sondern sie sind verbunden durch den Geist der Einheit, den Heiligen Geist. Aus dem Verhältnis von Vater und Sohn geht also nicht Zank, Zwietracht und Streit hervor sondern der Heilige Geist. Vielleicht ist es erlaubt, zu sagen: „Der Vater und der Sohn sind ein Geist miteinander“ im Sinne von „Ehemann und Ehefrau sind zusammen ein Fleisch“.  Die Einheit oder Einigkeit von Vater und Sohn wird gerade dadurch unterstrichen, daß auch der Heilige Geist eine eigenständige Person ist. Die Einheit zwischen Vater und Sohn ist ewig und wird ewig repräsentiert durch den Heiligen Geist, der auch ewiger Gott ist, ohne Anfang und ohne Ende. So wie die Person Jesus Christus die Entsprechung des innersten Wesens Gottes ist, ist die Person des Heiligen Geistes die Entsprechung der Einheit oder Einigkeit zwischen Vater und Sohn.

1. Korinter 6, 13-17 13 Der Leib aber nicht der Hurerei, sondern dem Herrn, und der Herr dem Leibe. 14 Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft. 15 Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne! 16 Oder wisst ihr nicht: wer sich an die Hure hängt, der ist „ein“ Leib mit ihr? Denn die Schrift sagt: »Die zwei werden „ein“ Fleisch sein« (1.Mose 2,24). 17 Wer aber dem Herrn anhängt, der ist „ein“ Geist mit ihm.

1Kor 12,13 Denn wir sind durch „einen“ Geist alle zu „einem“ Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit „einem“ Geist getränkt.

(die Bibelverse sollen nur verdeutlichen, daß eben der Heilige Geist ein Geist der Einheit bzw. Einigkeit ist, das ist einfach sein ureigenstes Wesen, seine göttliche Persönlichkeit – er ist ein wirklicher Friedensstifter, wenn man so will; er stiftet aber keinen spießbürgerlichen Frieden, sondern sein Friede bedeutet Licht, Heilung, organisches Leben, Güte, Freude, Gemeinschaft, Wahrheit, Gerechtigkeit, etc.; interessant, daß die Kraft des Geistes so groß ist, daß ein Christ buchstäblich ein Glied am Leib Christi ist, das sprengt jede Vorstellungskraft, und der gleiche Geist ist die Einheit zwischen Vater und Sohn)

Gal 5,22 Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, etc.

Gott, der Vater, und Gott, der Sohn, könnten sich die Herrschaft über das Universum einfach aufteilen, wenn sie wollten, und in einer Art Modus Vivendi miteinander aus-kommen. Ein Modus Vivendi wäre sicherlich noch ein viel besserer Zustand als Zank, Streit und Zwietracht. Aber der Friede der Gottheit geht weit über solch einen spießbürgerlichen, sterilen, profanen Frieden hinaus. Der Vater und der Sohn leben nicht nur nebeneinander her wie deutsche Spießbürger, sondern sind, wie oben schon gesagt, ein Geist miteinander. Der Ausdruck der tiefen Gemeinschaft von Vater und Sohn ist der Heilige Geist, der die personifizierte Liebe ist. Die Gottheit ist also ein pulsierender Lebensquell.

Der Vater und der Sohn stimmen ihr Handeln nicht ständig miteinander ab, sondern ihr gemeinsames Handeln ist in einer eigenen, göttlichen Person verewigt, dem Heiligen Geist. Im Heiligen Geist ist es manifestiert, daß der Vater und der Sohn ewig ein gemeinsames Handeln haben.

Offb 22,1 Und er zeigte mir einen Strom lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes;

Dieser Strom ist der Heilige Geist.

Kurz gesagt: Gott kann nicht böse sein, weil aus der Gemeinschaft von Gott, dem Vater, und Gott, dem Sohn, permanent eine Person hervorgeht, die Heil, Licht, Leben, Liebe, etc. ist. Es gibt also zwischen Vater und Sohn nicht nur ein gewisses, bescheidenes Maß an Liebe, sondern diese Liebe quillt sogar über und fließt ewig als ein lebendig machender Strom aus der Gottheit heraus. Die Gottheit quillt sozusagen, wenn man das so sagen darf, über vor Liebe.

Wir sehen also, wie wichtig es auch ist, wirklich von drei Personen der Gottheit zu sprechen. Nur die völlig unabhängige, selbstständige Persönlichkeit Jesus Christus kann durch ihre Nicht-Konkurrenz bzw. im Gegenteil freiwillige, innigste Gemeinschaft mit dem Vater den ewigen Beweis erbringen, das Gott nicht böse ist. Die völlig unabhängige, freie Person des Vaters hat die gleiche Haltung wie der Sohn und sucht wie der Sohn mit dem Vater innigste Gemeinschaft mit dem Sohn. Aus dieser beiderseitigen, innigsten Gemeinschaft von Vater und Sohn geht eine eigene, göttliche Person hervor. Die innigste Gemeinschaft von Vater und Sohn ist sozusagen die Person des Geistes, die ständig aus der Gottheit hervorgeht wie ein Strom lebendigen Wassers. Auch die Eigenpersönlichkeit des heiligen Geistes ist sehr wichtig, weil dadurch manifestiert wird, daß die innige Gemeinschaft von Vater und Sohn unauflösbar ist. Die Gemeinschaft von Vater und Sohn ist sozusagen auch ewiger Gott, Gott, der heilige Geist. Der Geist steht sozusagen für die Gemeinschaft von Vater und Sohn, sie ist seine Existenz. Wollte man die Gemeinschaft von Vater und Sohn auflösen, müßte sozusagen der Heilige Geist sterben, aber das ist unmöglich, weil er selbst auch ewiger Gott ist.

Aufgrund der organischen Verbindung von Vater und Sohn durch den heiligen Geist kann man natürlich nur von einer Gottheit sprechen – ein Gott in drei Personen, der dreieinige Gott.

Der hier entfaltete Einblick in die Gottheit bestärkt uns darin, die falschen Gottesbilder des Modalismus und des Islam zu verwerfen. Der Modalismus ist nichts weiter als ein versteckter Monotheismus. Wenn Gott wirklich nur einpersonal wäre, dann könnten wir uns nicht sicher sein, ob er wirklich Liebe ist in sich selbst. Er könnte genauso ein zorniger Tyrann bzw. Despot sein. Nur der trinitarische Gott, dessen ebenbildlicher Sohn sich nicht gegen IHN auflehnt, sondern in tiefster, innigster Gemeinschaft mit IHM lebt und aus deren Gemeinschaft ständig und für ewig der Geist der Liebe, der Heilige Geist, hervorgeht, kann der gute Gott sein und definitiv nicht böse (nicht herrschsüchtig, ehrsüchtig, gierig, etc.).

Das bisher Gesagte wird bestätigt durch die Inkarnation des Sohnes. Allerdings wäre das bisher Gesagte auch ohne die Inkarnation gültig, denn auch vor der Inkarnation war schon immer ein Gott in drei Personen und auch schon vor der Inkarnation ging der Geist aus dem Vater und dem Sohn hervor und brachte Leben in Fülle hervor. Adam und Eva lebten ja vor dem Fall im Paradies. Der Garten Eden war sicherlich ein wunderschöner Ort und sicherlich gefiel es Adam und Eva dort, aber viel wichtiger war, daß sie dort in der Gegenwart Gottes lebten. Der Garten Eden war nur eine Versinnbildlichung der metaphysischen Wirklichkeit, daß Adam glücklich war in der Gegenwart Gottes. Adam allerdings wußte nicht, was er hatte und fühlte sich einsam trotz der Gegenwart Gottes und der damit verbundenen Wonne, die für Adam sogar greifbar war durch das sichtbare Paradies. Gott schafft durch seinen Geist die Tiere und Eva für Adam, um seiner Einsamkeit zu begegnen. Das ist nicht selbstverständlich, denn Gott hätte ihn ja auch dafür rügen können, warum er sich nicht an ihm (Gott) genügen lasse, ist doch Gott das Leben, Freude, Gemeinschaft, etc. in sich selbst. Aber, wie gesagt, die Liebe Gottes ist ewig und so begegnet Gott dem Adam nicht zornig sondern gnädig und zeigt ihm durch die Erschaffung der Tiere und Eva erneut, wie sehr er ihn liebt. Aber trotz allem werden Adam und Eva von der Macht des Bösen überwältigt, glauben, daß Gott ihnen etwas vorenthalten will. Adam und Eva begingen eine sehr schwere Sünde des Geistes, indem sie sich vom Bösen überreden ließen, doch vom Baum des „ewigen Hinterfragens“ zu essen. Sie hatten es so gut bei Gott, er sorgte perfekt für sie, aber dennoch glaubt sie nicht an seine vollkommene Güte. Warum waren sie nicht einfach zufrieden mit dem, was sie hatten? Und sie hatten wirklich sehr viel, eigentlich alles. Das ist etwas, was ER überhaupt nicht leiden kann, wenn man ihm unterstellt, er selbst sei nicht ganz rein.

Adam und Eva hatten also ihr Vertrauen zu Gott, der ihnen doch alles gab, weggeworfen. Nun war es an der Zeit Adam und Eva fühlen zu lassen, was es bedeutet, wenn Gott wirklich etwas vorenthält und er stieß sie aus dem Paradies, aus seiner wonnebringenden Gegenwart. Adam und Eva gingen des Lebens verlustig, das Gott selbst war, und kamen unter die Herrschaft der Mächte des Todes, sie degenerierten gleichsam biologisch. Wegen dieser Sache haben wir, alle Nachkommen von Adam und Eva, eine starke Neigung zum Sündigen, solange wir nicht durch Glauben an Jesus und die Taufe wieder in die Gemeinschaft Gottes zurückgekehrt sind. Auch wenn wir glauben und getauft sind, ist diese Neigung noch da, aber sie beherrscht uns nicht mehr völlig, wir sind nicht mehr völlig dem sündigen Fleisch verfallen (Römerbrief 7, 5), wir müssen nicht zwanghaft sündigen.

Nun, Satan mag sich damals sehr gefreut haben, daß, wenn auch die Würde, der Glanz, die Unbescholtenheit, die Erhabenheit, etc. der Gottheit unüberwindlich war, doch wenigstens einige Menschenkinder glaubten, er (Gott) sei vielleicht doch nicht völlig gut. Das war wirklich ein großer Sieg für Satan, denn Adam war ursprünglich nach dem Bilde Gottes gemacht und Gott hatte viel mit ihm vorgehabt.

Aber Satan hat sich zu früh gefreut. Der Sündenfall gibt der Gottheit Gelegenheit erst recht zu beweisen, wie gütig sie ist. Gott schafft es, den Anschlag Satans auf die Menschheit so zu gebrauchen, daß durch den Anschlag Satans genau das Umgekehrte passiert, was Satan durch seinen Anschlag vorhatte: Am Ende steht Gott nicht als böse da, wie von Satan beabsichtigt, sondern als der allgütige und freundliche.

Die menschliche Natur war durch den Sündenfall unter die Herrschaft der Mächte des Bösen gelangt und der Mensch war der Gegenwart Gottes verlustig gegangen. Dies wieder rückgängig zu machen, erfordert eine gewaltige Tat Gottes und das ist die Inkarnation und der Tod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung. In Einheit mit dem Vater erleidet Jesus den Kreuzestod bzw. der Sohn Gottes bringt sich Gott dar durch den ewigen Geist.

Mt 26,42 Zum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist’s nicht möglich, dass dieser Kelch an mir vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!

Lk 22,42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!

Kol 2,12 Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten.

Hebr 9,14 um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!

Im Garten Gethsemane geschahen zwei Dinge: Jesus Christus erbrachte den endgültigen Beweis für die innere Reinheit Gottes, denn er willigte ein in den Plan Gottes, daß er, Jesus, Christus, für die Sünder sterben sollte. Es war unendlich schwer für ihn, aber er überwand und unterwarf sich dem Willen des Vaters. Durch die Tat von Jesus im Raum-Zeit-Kontinuum ist es nun auf ewig besiegelt, was aber schon von Ewigkeit her Tatsache war, daß Gott in sich selbst unendlich demütig und sanftmütig ist, denn trotz des herannahenden Todes am Kreuz rebelliert Jesus (Christus) nicht gegen den Vater, sondern unterwirft sich ihm vertrauensvoll. Er kommt auch gar nicht auf die Idee, seinem Vater irgendetwas Böses zu unterstellen, trotz der Tatsache, daß er (der Vater) dieses „Unglück“ (der Tod am Kreuz) über ihn (Jesus) bringt. Dieses Vertrauen trotz Leiden ist jenseits menschlicher Vorstellungskraft, es ist das Vertrauen und der Glaube Gottes selbst. Denken wir auch daran, was Adam tat: In einem Garten, wo er alles hatte, wo es kein Unglück gab, da warf er sein Vertrauen zu Gott weg – er tat genau das Gegenteil von dem, was Jesus im Garten Gethsemane tat. So ist also Jesus der neue Adam, der neue Mensch, der Mensch, der immer in Gott war, in Gott ist und immer in Gott bleiben wird, egal ob es ihn auch viel kostet. Der natürliche Adam ist genau das Gegenteil von Jesus: Er verläßt Gott ständig trotz der Tatsache, daß Gott ihm so viel Gutes tut.

Aber nicht allein um des Beweises für die Güte Gottes willen starb Jesus am Kreuz, gab sich Gott in Jesus für uns, starb Christus für uns sondern auch um unsertwillen. Dort am Kreuz trug das Lamm Gottes unsere Sünde (Jesaja 53). Er trug nicht nur die Strafe für unsere Sünden, sondern durch Glaube und Taufe sind wir mit ihm gestorben und auferstanden. Jesus hat unsere sündige Natur, die wir vom degenerierten Adam geerbt haben, in den Tod getragen. Wenn wir an Jesus glauben und getauft werden, dann sind wir nicht mehr unter der absoluten Macht des Bösen; wenn auch unser Leib nach der Taufe weiter seinen alten Gewohnheiten nachgehen will, können wir ihn doch durch die Kraft der Taufe überwinden. Die Taufe verbindet uns metaphysisch mit Jesu Tod und Auferstehung, so daß wir mit ihm gestorben und mit ihm auferstanden sind. Durch die Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus und können unsere sündigen Neigungen überwinden und Gott und unseren Nächsten lieben. Im Zusammenhang mit der Taufe empfangen wir auch den Heiligen Geist, was nichts anderes ist, als hier auf Erden wieder in der Gegenwart Gottes zu sein, unsichtbar im Paradies – es wird auch eines Tages sichtbar werden in Herrlichkeit (jetzt noch in Niedrigkeit, da wir Jesus nachfolgen und ein Jünger ist nicht über seinem Herrn, der litt und verworfen wurde).

Mann könnte fragen, warum Gott es dem Teufel jemals erlaubt hat, Adam und Eva zu verführen. Aber dahinter steckte eben sein Plan des ewigen Erweises seiner vollkommenen Güte und Gerechtigkeit und Reinheit. Der notwendige Akt der Errettung des Menschgeschlechts gab Gott die perfekte Gelegenheit zum Erweis seiner inneren Güte durch den Gehorsam des Sohnes Gottes, der nicht gegen Gott rebellierte in Anbetracht der Schwere des zu vollbringenden, notwendigen Werkes, in Anbetracht der vor im liegenden Erniedrigung und Leiden bis zum Tod am Kreuz, sondern willig litt und starb in völligem Frieden mit seinem Vater und durch den Heiligen Geist.

Philipper 2, 1-11 1 Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, 2 so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr „eines“ Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. 3 Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, 4 und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. 5 Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: 6 Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. 9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, 11 und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.

Siehe auch Jesus in Gethsemane

Anmerkung

Hier geht es natürlich zunächst nicht um das Verhältnis zwischen Vorgesetzten (Weisungsbefugten) und Untergebenen am Arbeitsplatz. Eine sachlich erteilte und sachlich notwendige Weisung hat nichts mit Herumkommandieren zu tun – das muß man als Untergebener schon schlucken bzw. einsehen können und der Weisung folge leisten. Dennoch ist es natürlich sehr unangenehm bis unerträglich, wenn ein Vorgesetzter seine legitime Weisungsbefugnis missbraucht, um seine gegebenenfalls vorhandene böse Lust am Herumkommandieren zu befriedigen, seine Lust am Despotismus. Hier wird man gerade als Christ in der Rolle des Untergebenen irgendwo und vor allem rechtzeitig Grenzen setzen müssen, denn nicht nur der Missbraucher macht sich schuldig sondern auch der Missbrauchte. Kadavergehorsam ist auf keinen Fall christlich und mit allem Nachdruck abzulehnen. Kadavergehorsam hat nichts mit christlicher Demut zu tun, sondern ist nichts anderes als Feigheit. Wenn man als Christ von einem Vorgesetzten herumkommandiert wird, dann sollte man dringend ein Gespräch mit ihm führen über dieses Thema, um sich aus dieser fatalen Umklammerung zu befreien. Man sollte sich hier keinesfalls in die eigene Tasche lügen und sich selbst vormachen, man sei doch so überaus demütig im Befolgen der Befehle des Vorgesetzten und das sei doch der Wille des Herrn. Wenn man hier als Christ nicht rechtzeitig handelt, droht ein erheblicher Persönlichkeitsverlust bis hin zu psychischen Störungen. Natürlich gibt es auch den umgekehrten Fall, das ein Untergebener eine sachlich notwendige und sachlich erteilte Weisung nicht befolgen will. Das ist genauso böse, wie  herumzukommandieren. Falls sich hier der Christ in der Rolle des Vorgesetzten befindet, muß er mit allen Mitteln seine Weisungsbefugnis durchsetzen. Es wäre falsch verstandene Sanftmut, hier den bösen Trotz des Untergebenen dulden zu wollen. Daß der Christ der Herumkommandierende bzw. der Trotzige ist, sollte natürlich undenkbar sein, das ist mit dem Glauben an Jesus völlig unvereinbar.

Ergänzung:

Darf man sagen: „Gott starb für uns am Kreuz?“

Ein Rationalist möchte einwenden, Gott ist unsterblich und könne deswegen nicht für uns am Kreuz gestorben sein. Aber dennoch entspricht es dem Befund der Bibel bzw. der Lehre der allgemeinen, christliche Kirche zu sagen: „Gott starb für uns am Kreuz?“ Natürlich starb am Kreuz „nur“ die menschliche Natur des Sohnes Gottes also Jesus von Nazareth. Der Mensch Jesus von Nazareth war aber gleichzeitig der Sohn Gottes, eine Person der Gottheit; Jesus Christus war der inkarnierte Sohn Gottes. Jesus Christus war eine einige Person, die man nicht auseinanderreißen kann. Er hat zwar eine göttliche Natur und eine menschliche Natur, aber diese sind perfekt vereinigt (allerdings unvermischt) in der Person Jesus Christus. Der ewige, unsterbliche Sohn Gottes ist der Mensch Jesus und der Mensch Jesus ist der ewige, unsterbliche Sohn Gottes. Aufgrund dieser perfekten Einheit darf man doch sagen bzw. muß man sogar sagen, daß am Kreuz Gott für uns starb, denn man kann den unsterblichen Christus nicht von dem sterblichen Menschen Jesus trennen, er ist eine einige Person.

Lukas 1, 26-35 26 Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, 27 zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. 28 Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! 29 Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? 30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. 32 Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, 33 und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. 34 Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? 35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.

Weitere Ergänzung:

Das Wichtigste, was ich eigentlich sagen wollte, ist das:

Gott zeugt einen Sohn, der ihm unendlich ähnlich ist, und dieser Sohn lehnt sich nicht gegen ihn auf sondern begibt sich („postwendend“) in tiefste, innigste Gemeinschaft mit seinem Vater und das völlig freiwillig. Gott zeugt sich einen „Konkurrenten“ (wenn es schief gegangen wäre, was aber unmöglich war), aber dieser „Konkurrent“ tritt eben nicht in Konkurrenz zu ihm, sondern liebt ihn und lebt mit ihm in froher Gemeinschaft von Ewigkeit zu Ewigkeit. Daß Gott, der Vater, sich auf dieses „Wagnis“ (er war sich in Wirklichkeit natürlich seiner Sache sicher) eingelassen hat, zeigt seine unendliche Klarheit, Unbestechlichkeit und Reinheit, was wiederum bestätigt wird durch das Eingehen der Gemeinschaft des Sohnes mit seinem Vater. Dem Sohn eignet der gleiche unendlich edle Charakter, wie ihn der Vater hat. Diese ewige Gemeinschaft zwischen Vater und Sohn ist wiederum ein göttlich Person, der Heilige Geist, der ewig aus der Gottheit hervorgeht wie ein Strom lebendigen Wassers. Die Gottheit ist also ein gewaltiges „Kraftwerk“, das Leben „produziert“. Eine Quelle, aus der ständig lebendiges Wasser hervorkommt, muß gut sein.

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