Auslegung Lukasevangelium, Kap. 1, Verse 1-25; Die Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers

1 Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den Geschichten, die unter uns geschehen sind, 2 wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Worts gewesen sind. 3 So habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, 4 damit du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist. 5 Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija, mit Namen Zacharias, und seine Frau war aus dem Geschlecht Aaron und hieß Elisabeth. 6 Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. 7 Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar und beide waren hochbetagt. 8 Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, 9 dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. 10 Und die ganze Menge des Volkes stand draußen und betete zur Stunde des Räucheropfers. 11 Da erschien ihm der Engel des Herrn und stand an der rechten Seite des Räucheraltars. 12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es kam Furcht über ihn. 13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben. 14 Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. 16 Und er wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. 18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist betagt. 19 Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. 20 Und siehe, du wirst stumm werden und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit. 21 Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm. 23 Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. 24 Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: 25 So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.

Auslegung

 “1 Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den Geschichten, die unter uns geschehen sind, 2 wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Worts gewesen sind. 3 So habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, 4 damit du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist.”

Lukas schreibt, daß es offensichtlich schon eine Vielzahl von Berichten über das Wirken des Herrn, Jesus, in seinen Erdentagen gab, die aber alle zu ungenau waren. Lukas wollte einen hinreichend genauen Bericht geben und recherchierte deshalb alles mit aller Sorgfalt. Es scheint, daß er einfach Petrus, Johannes und die anderen Apostel, die vormals Jesus begleitet hatten, über das Leben des Herrn in seinen Erdentagen befragt hat.

“von den Geschichten, die unter uns geschehen sind,”

Hier liegt eine sachliche Nötigung vor, denn Lukas kannte Jesus, als er auf der Erde lebte, noch nicht. Wie kann er dann sagen “unter uns geschehen sind”? Die Lösung ist, daß die Kirche, zu der Lukas gehört(e), sozusagen zeitlos bzw. ewig ist. Christus durchbricht alle Schranken von Raum und Zeit. Wer an ihn glaubt, gehört damit zur Gemeinschaft der Heiligen aller Zeitalter. Theoretisch dürfte sogar ich, Rainer, sagen: “Ich interpretiere hier den Bericht des Lukas von den Geschichten, die sich unter uns zugetragen haben.”

“4 damit du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist.”

“Die Lehre” finden wir in den Briefen des Paulus aber auch des Petrus, Johannes, etc. Diese Lehre hat nur deswegen Substanz, weil Jesus tatsächlich auf Erden lebte, das Evangelium predigte, sich durch Zeichen und Wunder als Gottes Sohn auswies und schließlich durch seine Leiden, Tod und Auferstehung die Grundlage für die christliche Lehre gelegt hat. Der absolute Kern der christlichen Lehre bezieht sich auf Jesu historischen Tod und Auferstehung.

“es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben,”

Wir brauchen nicht darüber zu spekulieren, wer Theophilus war, auf jeden Fall war er ein christlicher Bruder. Lukas bringt Theophilus die christlich, seelsorgerliche Liebe entgegen, ihn über die Grundlagen des Christentums zu informieren. Lukas scheint sich bei der Recherche der Begebenheiten sehr viel Mühe gemacht zu haben für Theophilus, um Theophilus‘ willen. Und so ist das Lukasevangelium auch “ein Brief für dich”, lieber Leser, wenn ich Sie einen Moment lang mit “Du” anreden darf. Vielleicht erschien dem Theophilus die ganze christliche Lehre etwas zu fiktional, fast wie Science Fiction. Dies wäre sehr verständlich gewesen, denn damals war die Anbetung der griechischen Götter (in Wahrheit ekelhafte Dämonen) die staatlich, öffentlich anerkannte Religion. Genauso wie heute für einen oberbayerischen Dorftrottel der katholische Glaube die einzig wahre Religion ist, so war damals für einen Bürger des römischen Reiches die Anbetung der griechischen Götter das ganz normale. Das (neue) Christentum kam einem römischen Bürger damals sicherlich noch fremdartiger vor als einem Europäer heute der Islam. Diesem Missstand zu begegnen, schrieb Lukas sein Evangelium. Es mußte hier der Vermutung begegnet werden, das Christentum basiere auf den Wahnvorstellungen irgendeines geisteskranken Propheten. Falsche Propheten wie Mohammed gab es sicher auch schon zu Lukas’ Zeiten.

“5 Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija, mit Namen Zacharias, und seine Frau war aus dem Geschlecht Aaron und hieß Elisabeth.”

Johannes der Täufer war offensichtlich eine historische Person, das Kind der Eheleute Zacharias, von Beruf Priester, und Elisabeth, die zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebten.

Siehe hierzu auch:  Johannes der Täufer

Über die natürliche Abstammung des Johannes verliert Lukas, wie ich glaube, bewußt nur wenige Worte, denn viel wichtiger als seine natürliche Abstammung war, daß er eine Rolle spielen sollte im Plan Gottes.

“6 Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. 7 Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar und beide waren hochbetagt.”

Dies erinnert uns an Abraham und Sarah, die auch so lange kinderlos bleiben mußten. Die ägyptische Magd Hagar tat Sarah viel  Schmach an, weil sie unfruchtbar war.

1Mo 16,4 Und er (Abraham; R. B.) ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie (Hagar; R. B.) nun sah, dass sie (Hagar; R. B.) schwanger war, achtete sie ihre Herrin (Sarah; R. B.) gering.

Sowohl für Abraham und Sarah als auch für Zacharias und Elisabeth bedeutete ihre Kinderlosigkeit eine Schmach. Das große Problem der Frommen auf Erden ist die Unsichtbarkeit. Alles, was sichtbar ist, der Augenschein, scheint der Wirklichkeit ihres Glaubens zu widersprechen. Abraham und Sarah waren fromm, Zacharias  und Elisabeth waren fromm, aber dennoch schenkte Gott ihnen keine Kinder.  Jemand könnte fragen: “Was ist das für ein Glaube, der von Gott nicht belohnt wird?” Frömmigkeit nun besteht darin, solchen Gedanken keine Raum zu geben, sondern “stur”  auf die Verheißung zu schauen.  Gott hat den Frommen versprochen, daß er, daß Jesus, eines Tages die Herrschaft übernehmen wird, sichtbar für alle, und dann werden die Frommen volle Genüge haben. Mein Punkt ist der Folgende: Isaak und Johannes waren ganz wichtige Glieder in der Heilsgeschichte Gottes: Ohne sie wäre die Ankunft des Herrn, Jesus, undenkbar bis unmöglich gewesen – er, bei dessen Wiederkunft in Herrlichkeit die Trauer aller Frommen sich in Freude verwandeln wird. Auch bei der Ankunft von Isaak und Johannes verwandelte sich die Trauer der frommen Eltern in Freude. Gott ließ also Isaak und Johannes ganz bewußt als Kinder bisher kinderloser Eltern zur Welt kommen, um damit die Freude der Frommen bei der sichtbaren Wiederkunft des Herrn Jesus in Herrlichkeit vorwegzunehmen. Deswegen erzählt uns Lukas das so genau.

Jesaja 54,1 „Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, als die den Mann hat.“

“8 Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, 9 dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. 10 Und die ganze Menge des Volkes stand draußen und betete zur Stunde des Räucheropfers. 11 Da erschien ihm der Engel des Herrn und stand an der rechten Seite des Räucheraltars. 12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es kam Furcht über ihn. 13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben. 14 Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. 16 Und er wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. “

Den Juden war offenbar klar, daß es eine Verbindung gab zwischen dem Räuchern und dem Gebet, denn sie beteten, während im Tempel geräuchert wurde. Der Zusammenhang zwischen Beten und Räuchern wird auch durch folgenden Vers bestätigt:

Offb 8,3 Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron.

Wie wir beim heiligen Abendmahl tatsächlich den Leib Jesu essen und das Blut Jesu trinken, so war der Rauch des Räucheraltars die Gebete der Heiligen, die tatsächlich und sichtbar zu Gott emporstiegen.

Warum ist in der christlichen Kirche das Räuchern nicht notwendig, damit die Gebete zu Gott emporsteigen? In der christlichen Kirche ist der Heilige Geist gegenwärtig und die Gläubigen sind in Christus. Der unsichtbare Christus ist der Räucheraltar, auf dem das Feuer des Heiligen Geistes brennt und die Gebete zu Gott emporträgt. Vor Pfingsten war der Heilige Geist noch nicht da bzw. gab es auch die christliche Kirche noch nicht, die der neue Tempel ist. Im alten Tempel in Jerusalem wurde sozusagen das sichtbar zelebriert, was im neuen Tempel, der Kirche, unsichtbar stattfindet.

Das Gebet des Frommen besteht hauptsächlich aus drei Teilgebeten:

  • Dank für die eigene Errettung
  • Bitte um Errettung der Ungläubigen
  • Gebet um Errettung “aus der Hand aller, die uns hassen”

Mit Sicherheit beteten alle für die Befreiung von den Römern, die damals Israel besetzt hatten. Die Frommen unter den Betern werden sicher auch für die Errettung ihrer jüdischen Mitbürger gebetet haben und Gott für ihre eigene Errettung gedankt haben.

Die Geburt des Johannes war nicht nur die Erhörung der Gebete von Zacharias und Elisabeth, um ihre Schmach wegzunehmen, sondern auch die Erhörung der Gebete des Volkes der Juden, denn Johannes war der Wegbereiter des Befreiers Israels, Jesus. Mit der Geburt des Johannes bzw. schon mit der Ankündigung seiner Geburt begann die Befreiung Israels “aus der Hand aller, die uns hassen”.

Lk 1,71 dass er (Jesus) uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,

Vielleicht waren Zacharias und Elisabeth etwas zu fromm in den Augen vieler Juden: “Die beiden lassen sich ja alles gefallen, einfach zu weltfremd.” Aber Zacharias und Elisabeth waren deshalb so friedfertig bzw. so wenig rachsüchtig, weil sie ihre Rechtssachen dem Herrn befahlen – sie waren überhaupt nicht dämlich sondern in frommer Weise klug. Ihr frommes Leben belohnte Gott damit, daß sie die Eltern des Wegbereiters des Herrn sein durften.

2Kor 12,9 Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.

“Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist”

Johannes war ein Bußprediger und da wäre es sehr unpassend gewesen, wenn er Getränke zu sich genommen hätte, die normalerweise bei fröhlichen Anlässen wie z. B. Hochzeiten ausgeschenkt werden, um die Freude der Gäste noch zu steigern. Johannes aber rief die Menschen eher zur Trauer als zur Freude und da war der Genuß von anheiternden Getränke sicher nicht angebracht.

Lukas 7, 32-34

32 Sie sind den Kindern gleich, die auf dem Markt sitzen und rufen einander zu: Wir haben euch aufgespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint. 33 Denn Johannes der Täufer ist gekommen und aß kein Brot und trank keinen Wein; so sagt ihr: Er ist besessen. 34 Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; so sagt ihr: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!

Die unbußfertigen Juden verstanden Johannes nicht und bezichtigten ihn der Besessenheit, dabei ist es doch leicht zu verstehen, daß ein Prediger der Buße, der Trauer nicht dem fröhlich machenden Alkohol zusprechen kann. Das Problem der jüdischen Führer war, daß sie selbst vom Teufel besessen waren und das Gute böse nannten und das Böse gut. Im Gegensatz zu Johannes war Jesus derjenige, der den über ihre Sünden traurigen Juden das Heil geben konnte, das heißt sie wieder fröhlich machen konnte, deswegen war es angebracht, daß er aß und Wein trank, also fröhlich war. Beide, Johannes und Jesus, waren jedoch vom gleichen Geist getrieben, standen im Dienste des gleichen Gottes, nur hatten sie verschiedene Ämter bzw. Johannes Amt war es, die Menschen traurig zu machen, damit sie Jesus wirklich fröhlich machen konnte. So unterschiedliche Ämter aber der gleiche Geist. Daß die jüdischen Führer selbst einen bösen Geist hatten, sieht man daran, daß sie nicht nur etwas gegen den „traurigen“ Johannes hatten sondern auch gegen den fröhlichen Jesus. Was sie hassten, war der Geist, der sowohl in Johannes als auch in Jesus war. Im Endeffekt hassten sie Gott selbst, ohne es allerdings zuzugeben.

Hat ein Pfarrer das Amt von Johannes oder das von Jesus? Ich behaupte, er hat eher das Amt von Johannes. Das Heil geben (fröhlich machen) kann eigentlich nur Gott selbst, aber zur Buße rufen durch das Vorhalten der Gebote kann auch ein Mensch. Natürlich ruft ein Pfarrer nicht nur zur Buße, sondern sagt den Menschen auch, daß sie an Jesus glauben sollen, der das Heil selbst ist. Aber das sind zunächst nur „armselige“ Worte. Als Jesus auf Erden lebte, gab er sich selbst in sakraler Kraft den Menschen, die Johannes traurig gemacht hatte, die zu ihm (Jesus) kamen und um Erlösung baten. Ein Pfarrer kann den Menschen Jesus nicht geben, sondern nur sagen, sie sollten an ihn glauben. Wie kann man denn dann Jesus bekommen, wenn nur er selbst die Kraft hat, sich uns zu geben? Na, das macht die sakramentale Taufe auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, wo wir den Herrn empfangen.

Apg 19,4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus.

(nachdem Paulus das zu den Jüngern von Ephesus gesagt hatte, taufte er sie sakramental, damit sie den Herrn empfingen)

Erstaunlich, daß Johannes den Heiligen Geist schon im Mutterleib empfangen sollte. Das müßte doch einen modernen, evangelikalen Tölpel zur Raserei bringen, daß nicht nur ein Säugling, sondern sogar ein Fötus bzw. Embryo im Mutterleib schon glauben kann. Und, du evangelikale Flachpfeife, das ist sogar “biblisch” – was nun? Das Argument gegen die Kindertaufe, kleine Kinder könnten nicht glauben, fällt also flach.

Wann empfing Johannes den Heiligen Geist?

Dies geschah als seine Mutter Elisabeth, in deren Leib er war, von ihrer Verwandten Maria besucht wurde, in deren Leib Jesus war. Der Embryo Jesus bekehrte den Fötus Johannes. Warum nicht? Bei Gott ist kein Ding unmöglich und er handelt wunderbar an seinen Heiligen.

Ps 4,4 Erkennet doch, dass der HERR seine Heiligen wunderbar führt; der HERR hört, wenn ich ihn anrufe.

Lukas 1, 39-45

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

“18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist betagt. 19 Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. 20 Und siehe, du wirst stumm werden und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit. 21 Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm. 23 Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. 24 Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: 25 So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.”

Warum wurde Zacharias jetzt so schwach im Glauben? Sprach nicht der Engel des Herrn mit ihm, der völlig glaubwürdig war? Nun, Zacharias ahnte wohl, daß Johannes als konsequenter Bußprediger die allergrößten Schwierigkeiten bei der etablierten Priester-schaft  haben würde und so kam es ja dann auch: Johannes kam als Priester nicht gut an bei seinen Kollegen und so landete er in der Wüste; “der spinnt doch, dachten seine Kollegen, der nimmt es zu genau”. Gott ist der Feind solch feiger Überlegungen und so schlug er Zacharias mit Stummheit. Aber trotz der Bedenken des Zacharias geschieht der Wille des Herrn und Elisabeth wird schwanger. Gott hatte für Johannes ein weit höheres Amt als das eines aronitischen Priesters, er sollte der Wegbereiter des Herrn sein.

Ergänzung:

Unter anderem mit Johannes und seinen Eltern fing die Geschichte der christlichen Kirche an. Wir sollten dabei unbedingt zu Kenntnis nehmen, daß weder Johannes noch seine Eltern ungläubige Heiden waren sondern sehr, sehr fromme Juden. Was wir hier haben, ist also nichts anderes als eine organische Verbindung zwischen dem wahren Judentum (nicht das Gesetzes-Judentum) und dem Christentum. Das Christentum ist nichts anderes als eine Fortsetzung des wahren Judentums. Wahre, alttestamentliche Juden glaubten auch schon an einen Erlöser. Werfen wir kurz einen Blick auf den verfluchten Islam. Mohammed platzte einfach so in die Geschichte, was schon ein starker Hinweise darauf ist, daß er nicht vom Himmel sondern von der Hölle gesandt war. Der Islam hat keine Wurzeln in der Geschichte des alten Volkes Gottes, des Volkes Israel – es gibt hier keinerlei historische Verbindung. Mohammed war einfach ein heidnischer Araber also im Grunde ein Wilder, ein Barbar, ein völlig unzivilisierter, rückständiger Mensch (wenn man ihn überhaupt „Mensch“ nennen darf). Mohammed wirkte am Anfang des siebten Jahrhunderts, wo das Christentum längst die etablierte Religion der zivilisierten Welt war. Es war also eine bodenlose Frechheit und Anmaßung von Mohammed, nochmals eine neue Religion zu erfinden, wo doch alle vernünftigen Menschen sich darauf geeinigt hatten, das Christentum sei die einzig legale und wahre Religion. Und im Gegensatz zum verfluchten Islam, der überhaupt keine Verbindung hat zur Geschichte des alten Volkes Gottes, des Volkes Israel, war/ist das Christentum einfach die Fortsetzung der Religion der alten Juden, soweit sie das Alte Testament wirklich verstanden. (Das verwerfliche Gesetzes-Judentum entspricht natürlich nicht der korrekten Auslegung des Alten Testamentes; das Christentum ist die Fortsetzung des Judentums, das auf der korrekten Auslegung des Alten Testamentes basiert; das wahre Judentum, auch schon zu alttestamentlicher Zeit, lehrte wie das Christentum, daß der Mensch einen Erlöser braucht; es lehrte nicht, daß der Mensch aus eigener Kraft das Gesetz halten könnte)

Kurz gesagt: Zwischen dem Christentum und dem wahren, alttestamentlichen Judentum gibt es eine organische Verbindung: Die Menschen, durch die Gott das Christentum in die Welt einführte waren extrem fromme Juden, wirkliche Juden. Dieser historische Sachverhalt macht das Christentum extrem glaubwürdig und Lukas hat der Kirche und der Menschheit einen großen Dienst erwiesen, indem er diese Begebenheiten so wunderbar recherchiert und dokumentiert hat. Der Islam dagegen war/ist nichts weiter als ein überraschender Auswurf der Hölle, wie wenn ein Vulkan plötzlich anfängt, Lava und Asche zu spucken.

 

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