Wie können wir uns vor TTIP schützen? Gibt es einen Ausweg aus dem System?

Einleitung

TTIP wird Gewinner und Verlierer hervorbringen. Eine Firma, die in ihrer Branche jetzt schon führend ist, wird von TTIP profitieren, denn durch einen größeren Absatzmarkt kann sie mehr Produkte verkaufen und somit mehr Gewinn machen. Eine gute deutsche Firma wird einer weniger guten Firma in den USA Marktanteile wegnehmen. Ein Firma jedoch, die nur mittelmäßig bzw. schlecht ist in ihrer Branche, wird mit sinkenden Absatzzahlen rechnen müssen, denn bessere amerikanische Firmen werden ihr durch qualitativ hochwertigere oder preisgünstigere Produkte Kunden abspenstig machen.

Nun könnte man sagen: „Dann sollen halt einfach die Arbeiter der schlechten Firmen, die dann weniger Geschäft machen oder pleite gehen, zu den guten Firmen wechseln, die mehr Geschäft machen.“

Das geht aber nicht so einfach. Wie soll ich z. B. so schnell von der Biotechnologie in den Automobilbau wechseln? Da Deutschland bei der Biotechnologie jetzt schon ziemlich weit hinten liegt, wird es nach der Einführung von TTIP für deutsche Biotechnologie-Firmen noch schwerer werden durch die Konkurrenz der amerikanischen Spitzenfirmen. Dagegen werden deutsche Automobilbauer mit ihren hochwertigen Fahrzeugen von TTIP profitieren, da sicherlich deutsche Autos auch von Amerikanern gegenüber amerika-nischen bevorzugt werden (das unterstelle ich zumindest).

Wer in einer Firma arbeitet, die zu einer Verlierer-Branche gehört, und seinen Job verliert, der wird zunächst in einer Firma einer Gewinner-Branche keinen neuen Job finden, einfach weil er nicht die passende Qualifikation hat. Eine passende Qualifikation zu erwerben ist ein teurer und langwieriger Prozess. Nach Verlust seines Arbeitsplatzes wird er wohl eine Weile oder für immer im Low-Productivity-Bereich (Gartenbau, Briefträger, Kurierdienste, Putzfrau, Haushaltshilfe, Hausmeister, Getränkefahrer, Chauffeur, Massage, Nagel-Maniküre, Taxi, Wachmann, Nachtportier, Textilreiniger, Busfahrer, Verkäufer, Winterdienst, Strassenreinigung, Pferdepfleger, Müllabfuhr, etc.) arbeiten müssen. Als Erwachsener in Deutschland beruflich umzusatteln war schon immer „sauschwierig“, da sich die deutschen Regierungen darum bisher einfach überhaupt nicht gekümmert haben, aber gerade jetzt wäre es an der Zeit.

Übrigens ist es schwer zu sagen, ob Deutschland durch TTIP insgesamt eher gewinnen oder verlieren wird, also volkswirtschaftlich gesehen. Das hängt ja eben davon ab, ob Deutschland jetzt schon mehr Gewinner-Branchen oder mehr Verlierer-Branchen hat im Vergleich mit den USA.

Auf jeden Fall wird TTIP jede Menge Umtrieb bzw. Stress verursachen. Viele deutsche Arbeitnehmer werden sich einen neune Job suchen müssen, aber auch amerikanische. Firmen müssen noch stärker auf kostengünstige Produktion achten als bisher schon, was auch mehr Druck für die Arbeitnehmer bedeutet. Für die Umwelt ist das Ganze auch nicht gut, da es dazu führt, daß Dinge noch zentraler hergestellt werden, was bedeutet, daß Rohstoffe und Endprodukte über noch größere Distanzen transportiert werden müssen.

Hauptteil

Gehen Sie, lieber Leser, mal ans Fenster und gucken raus. Da sehen Sie vielleicht einen kleinen Vogel auf dem Ast eines Baumes sitzen.

Welche Auswirkungen wird TTIP auf ihn haben?

Keine.

Warum?

Der kleine Vogel ist ja Selbstversorger, autark. Er braucht einerseits nicht viel zum Leben (ein paar Insekten, ein paar Körner, ein Nest und ein bisschen Wasser), andererseits kann er diese Dinge ohne die Maschinerie einer Volkswirtschaft erlangen.

Ich will nun nicht sagen, daß wir leben sollen wie die Vögel, aber doch können wir etwas von ihnen lernen.

Matthäus 6, 25-34 25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? 26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? 27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? 28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29 Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? 32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. 33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Die Freiheit der Vögel gründet zunächst in ihrem äußerst niedrigen Verbrauch.

Wir als Menschen brauchen auch bei größter Bescheidenheit natürlich mehr als ein Vogel. Wir müssen aber auch nicht so herrlich wie ein König leben.

Eins ist auf jeden Fall klar: Je bescheidener, einfacher wir leben, desto weniger müssen wir arbeiten. Für jedes Gut, das ich verbrauche, muß ich einen Gegenwert herstellen durch meiner Hände oder Kopf Arbeit (ich glaube, das ist nicht jedem wirklich klar). Die Arbeit eines Menschen unterscheidet sich natürlich völlig von der eines Vogels. Der Mensch ist eingebunden in eine arbeitsteilige Volkswirtschaft, in der hochveredelte Produkte hergestellt werden. Das Problem ist, daß der Mensch kaum mit rohen Dingen etwas anfangen kann, sondern er braucht Güter. Ein Vogel kann „unverarbeitete“ Insekten und Körner direkt fressen, aber ein Mensch bevorzugt verarbeitetes Fleisch (Wurst) oder Getreide (Brot). Allein die Herstellung von Lebensmitteln macht einen großen Teil der Volkswirtschaft aus. Der Mensch kann sich auch nicht einfach ein Nest in einem Baum bauen, sondern braucht eine Wohnung. Da haben wir den Wohnungsbau. Der Mensch braucht Kleider – da haben wir die Textilindustrie. Der Mensch ist also automatisch durch seine relativ hohen Ansprüche auf ein Wirtschaftssystem angewiesen.

Die Abhängigkeit von diesem System kann man nur verringern, indem man so einfach wie möglich lebt und möglichst viele Produkte selbst herstellt (natürlich leichter gesagt, als getan). Jedes Produkt, das ich selbst herstelle oder auf das ich „einfach“ verzichte (wir haben natürlich alle einen Mindest-Bedarf und je näher wir dem kommen, desto schwerer wird es, zu verzichten), brauche ich nicht zu kaufen und jeden Euro, den ich nicht für einen Einkauf ausgebe, muß ich nicht durch Arbeit im System verdienen (ich habe dafür natürlich mehr „Heimarbeit“). Weniger Konsum bzw. Verzicht auf Konsum macht das Lebens also leichter, entspannter. Das System hat weniger Zugriff auf mich und meine Seele.

Egal, lieber Leser, ob Sie im High-Productivity-Bereich (z. B. Programmierer) oder im Low-Productivity-Bereich (z. B. LKW-Fahrer) arbeiten, Sie werden dennoch in Ihrer Freizeit viele Stunden pro Woche vor dem Fernseher verbringen, was ein „todesähnlicher“ Zustand ist (Sie liegen ja wie ein Toter im Fernsehsessel). Ich meine, egal ob Sie so ein dämliches Programm geschrieben haben, oder ein paar hundert Kilometer durch die langweilige Gegend gefahren sind – ihre Arbeit hat Sie sicher nicht befriedigt. Ich glaube, als Heimarbeiter ohne Fernseher wären Sie glücklicher – aber die Umstellung ist natürlich sehr schwer. Vielleicht würden Sie auch abends noch einmal mit Ihrer (Heim-)Arbeit beschäftigt sein, aber das ist besser, als in die dumme Glotze zu schauen.

Es gibt doch heute kaum noch Menschen, die Produkte, die wir täglich zum Leben brauche, direkt herstellen können. Falls es solche gäbe, dann gäbe es allerdings keinen Markt für ihre Produkte, denn sie könnten ihre Produkte nie so preisgünstig herstellen wie die apokalyptischen Monster-Fabriken.

Wer kann ein paar Schuhe mit seinen eigenen Händen herstellen?

Wer kann selbst eine Hose nähen?

Wer kann selbst Würste oder Käse machen?

Wer kann selbst einen Schrank bauen oder ein Bett?

Wer kann selbst Brot backen?

Wer kann einen Teller oder eine Tasse machen, wer Besteck?

Wer kann ein Messer schmieden?

Wer kann einen Teppich weben?

etc.

Das Problem ist doch, daß heute überall die Maschine zwischengeschaltet ist. Immer mehr Produkte werden zentral an bestimmten Orten mit Hilfe riesiger, automatisierter Maschinenparks hergestellt. Früher wurde fast alles dezentral und manuell hergestellt, wobei das den Nachteil der Güterknappheit hatte und die Güter waren bezogen auf den damaligen Lohn teurer als heute.

Und da haben wir es: Diese Mechanisierung (Automatisierung) bzw. Arbeitsteilung hat zwar zu riesigen Mengen preisgünstiger Produkte geführt, aber unser Arbeitsleben total öde, eintönig und langweilig gemacht. In so einer Fabrik, die z. B. 20000 Paar Schuhe pro Tag herstellt, weiß wahrscheinlich nur noch ein einziger Mann, wie ein Schuh gemacht wird; er ist gleichzeitig der Oberingenieur und die anderen Mitarbeiter warten und bedienen bloß die Maschinen und kümmern sich um die Logistik. Man findet in der Schuhfabrik also fast keine Schuhmacher sondern Ingenieure, Programmierer, Energie-anlagenelektroniker, Schlosser, Mechaniker, Reinigungspersonal, kaufmännische Angestellte, einfache Arbeiter, die die Maschinen bedienen und jede Menge Logistik-Personal, daß die Rohstoffe auspackt und  durch die Fabrikhallen schiebt und die Endprodukte einpackt und versendet – uferlos.

Durch diese enorm fortgeschrittene Arbeitsteilung haben wir heute lauter so künstliche Berufe, die dem Einzelnen vermutlich wenig Spaß machen. Wie dämlich, den ganzen Tag mit so einem LKW durch die Gegend zu fahren. Wie steril ist so ein Programm für die Steuerung einer Maschine.

Wie schön wäre es dagegen, eine Hose selbst zu schneidern, aus einem Schwein Würste und Schinken zu machen, ein Paar Schuhe herzustellen, ein Messer zu schmieden, etc. Natürlich hätten wir dann nicht alles in so preisgünstigen Mengen und müßten bescheidener leben.

Übrigens wäre es sehr umweltschonend, wenn alle Menschen einfach an dem Ort, wo sie wohnen, die Dinge herstellen könnten, die sie brauchen. Heute entstehen riesige Mengen an Abgasen durch den Berufsverkehr und den Transport der Rohstoffe und Endprodukte. Weil eben alles immer mehr zentral hergestellt wird, müssen Arbeiter sehr lange Wege von ihren Wohnorten zu ihren Beschäftigungsorten zurücklegen und Rohstoffe müssen von ihren Herkunftsorten über riesige Distanzen zu den Fabriken und die Endprodukte von den Fabriken zu den Geschäften gebracht werden.

Alles vollkommen idiotisch.

Kann man als Einzelner an diesem System etwas ändern?

Nein.

Mann kann sich diesem System nur ein Stück weit entziehen, indem man möglichst wenig verbraucht und möglichst viel selbst herstellt (natürlich leichter gesagt, als getan).

Und da beginnen die Probleme der praktischen Umsetzung und da kommt auch der Glaube an Jesus ins Spiel.

Ich behaupte, ein Mensch, der Frieden mit Gott hat, braucht viel weniger Güter als ein ungläubiger Mensch. Dies hängt einfach damit zusammen, daß der ungläubige Mensch seelische Bedürfnisse durch essen, trinken, arbeiten, etc. zu befriedigen sucht, was an sich irrsinnig ist, aber dennoch geschieht. Er stopft, frisst und trinkt ständig in sich hinein, wird zum Workaholic, aber das seelische Vakuum bleibt dennoch unausgefüllt.

Wir müssen nicht alle so leben wie Johannes der Täufer, ein sehr frommer Mensch, aber eines können wir von ihm lernen: Dadurch, daß seine Seele in Gott ruhte, genügten im Heuschrecken und wilder Honig zur Nahrung, ein Fell zur Bekleidung und wahrscheinlich eine Höhle in der Wüste als Unterkunft. Wie gesagt, das ist kein Maßstab für alle gläubigen Menschen, sondern zeigt nur, mit wie wenig ein Gläubiger auskommen kann, wenn es die Situation erfordert.

Auch Jesus und die Jünger lebten teilweise sehr bescheiden, sodaß sie sich manchmal von rohen Getreidekörnern ernährten.

Lk 6,1 Und es begab sich an einem Sabbat, dass er (Jesus; R. B.) durch ein Kornfeld ging; und seine Jünger rauften Ähren aus und zerrieben sie mit den Händen und aßen.

Auch der Apostel Paulus redet von Hunger und Blöße, aber erträgt alles im Herrn.

Also, wenn wir es schaffen, daß der Friede Gottes auf uns kommt (das ist der erste Schritt von „trachtet zuerst nach dem Reich Gottes … „, siehe oben), dann haben wir schon einmal einen großen Schritt nach vorne gemacht. Dies wird dazu führen, daß wir ein relativ anspruchsloses Leben führen können. Mindestansprüche hat natürlich auch der frömmste Mensch.

Nun, wie gesagt, mit Sparsamkeit allein ist es nicht getan. Wir müssen auch wieder lernen, Güter selbst herzustellen, so wie es in früheren Zeiten war.

Dazu brauchen wir aber Menschen, die Know-how haben, von denen wir etwas lernen können. Versuchen Sie mal, lieber Leser, sich die Fertigkeiten und Kenntnisse eines Schuhmachers anzueignen und Sie werden sehen, wie schwer das ist. Sie brauchen jemand, der Ihnen das beibringt, Sie unterrichtet – anders geht es nicht.

Jetzt kommt wiederum der Glaube ins Spiel. Christlicher Glaube bedeutet ja auch Gemeinschaft. Die Christen bilden eine Gemeinschaft, auf der der Friede Gottes liegt. Warum sollen denn die Glieder der christlichen Kirche nicht auch auf der materiellen Ebene kooperieren? Der ungläubige Mensch braucht für alles die kommerzielle Maschine, das Maschinensystem; die gläubigen Menschen müßten es aber schaffen, auch ohne den Takt der Maschine und den Zwang des Kommerzes zu kooperieren durch den Glauben.

Schwester Tabita war Schneiderin und machte kostenlos Kleider für arme (vermutlich ältere; R. B.) Witwen, die kein Geld hatten, sich welche zu kaufen. Vielleicht hat sie auch Kleider für jüngere Frauen gemacht, die sich dafür mit einer anderen Gegenleistung revanchierten (Tauschwirtschaft).

Apg 9,39 Petrus aber stand auf und ging mit ihnen. Und als er hingekommen war, führten sie ihn hinauf in das Obergemach und es traten alle Witwen zu ihm, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, die Tabita gemacht hatte, als sie noch bei ihnen war.

Der große Apostel Paulus hat z. B. einmal bei einem christlichen Ehepaar (Priska und Aquila) gearbeitet, das gleichen Handwerks war wie er.

Apg 18,3 Und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete mit ihnen; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher.

Die orthodoxen Juden haben ja die Juden, die an Jesus glaubten, in den Bann getan und so gab es sicherlich viele arbeitslose Judenchristen zur Zeit der Apostel. Einerseits machte Paulus Geldsammlungen für sie in den Ländern des Mittelmeerraumes, aber sie werden andererseits sicherlich auch geschaut haben, möglichst bescheiden und autark zu leben und die Produkte, die sie brauchten, möglichst selbst herzustellen.

Joh 9,22 Das sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: wenn jemand ihn als den Christus bekenne, der solle aus der Synagoge ausgestoßen werden.

Joh 12,42 Doch auch von den Oberen glaubten viele an ihn; aber um der Pharisäer willen bekannten sie es nicht, um nicht aus der Synagoge ausgestoßen zu werden.

Joh 16,2 Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen. Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst damit.

1Kor 16,1 Was aber die Sammlung für die Heiligen (Judenchristen) angeht: Wie ich in den Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr tun!

Viele Jahrhunderte war die Berufswelt der Anknüpfungspunkt für die Kirche an die ungläubige Welt. Die Berufswelt sah über den größten Zeitraum der Geschichte ganz anders aus als heute. Nur die aller letzte Phase der Geschichte ist gekennzeichnet von diesem alles zermalmenden und zerstampfenden, hochkommerzialisierten Maschinen-system. Ich denke schon, daß Gott uns Christen heute die Erlaubnis gibt, wo möglich ein Stück weit aus diesem System auszuscheren, denn es ist physisch und geistlich zerstörerisch. Dazu müssen wir als Christen aber kooperieren. Ist das denn so schwer?

Jede kleine christliche Gemeinde könnte eine kleine interne Tauschwirtschaft einführen und so wäre man vom Maschinenmoloch schon wieder ein bisschen unabhängiger. Mann könnte sich gegenseitig in verschiedenen Berufen (Schneider, Schuhmacher, Schreiner, Bäcker, Metzger, etc.) ausbilden und dann bräuchte man viel weniger  in dem diabolischen System zu arbeiten für die Dinge des täglichen Bedarfs.

Siehe auch:

Ursachen für die wachsende Schere zwischen Arm und Reich

Adam Smith’s Arbeitsteilung – Fluch oder Segen?

Angela die Dumme oder Globalisierung, Feind der Kirche

Bundeskanzler a. D. Ludwig Erhard gegen Angela Merkel

Basar-Ökonomie nach Hans-Werner Sinn

Die USA werden von Schurken regiert – oder der Superkapitalismus

Ergänzung

Ich möchte betonen, daß ich nicht grundsätzlich technikfeindlich bin sondern nur ein Gegner von Übertechnisierung. Es ist ja in allen Bereichen des Lebens so, daß man Maß halten muß und daß man Schaden leidet, wenn man etwas übertreibt. Wir alle essen und trinken, aber sind uns einig, daß zuviel Essen und Trinken schädlich ist – so ist es auch bei der Anwendung der Technik.

Was ich besonders schädlich finde, sind Vollautomaten, die menschliche „Kunst“ (ein altes Wort für berufliche Geschicklichkeit bzw. Fertigkeit, Können) ersetzen sollen. Das ist idiotisch – warum sollen uns Maschinen Arbeiten abnehmen, die uns Spaß machen? Der Einsatz von Vollautomaten führt dann letztlich dazu, daß für viele Menschen (nicht alle) nur noch ziemlich öde Jobs als Maschinenbediener, im Logistik-Bereich, im Maschinenbau-Bereich, Reinigungsbereich, im kaufmännischen Bereich, in der Betriebstechnik, etc. übrig bleiben. Die einzig interessanten Jobs haben dann nur noch die Ingenieure, die die Maschinen konstruieren.

Beispiel für Vollautomat: Eine Maschine, in die ich vorne ein Stück Leder reinstecke und hinten kommt ein fertiges Paar Schuhe heraus. (warum läßt man das nicht lieber einen Menschen machen, der daran Freude hätte?)

Eine „nette“ Maschine im Gegensatz zu einem Vollautomaten wäre z. B. eine Nähma-schine, ein Webstuhl, eine Weinpresse, eine Waschmaschine, ein Backofen, eine Kaffeemaschine, ein Fleischwolf, ein Pflug, eine Egge, eine Mühle, eine mechanische Säge, ein Hubwagen, eine Teigknetmaschine, etc., denn diese „lieben“ Putzi-Maschinen nehmen dem Menschen monotone, triste Arbeiten ab, für die er wahrlich zu schade ist. Früher hat man z. B. Getreide mit Hand-Mühlsteinen zu Mehl gemahlen, eine sehr öde, langweilige Beschäftigung – sicherlich sehr sinnvoll, wenn man das eine mechanische Mühle machen läßt.

Übrigens ist von Justin dem Märtyrer überliefert, daß Jesus Pflüge und Joche hergestellt haben soll – er, unser Herr und Gott, war also auch nicht technikfeindlich:

Überlieferung des Justin

Der Pflug, vor den man einen oder mehrere Ochsen spannen kann, erspart dem Menschen das mühselige Arbeiten mit der Hacke. Der Pflug ist eine der sinnvollsten Erfindungen der Menschheit überhaupt.

Schon von den Ägyptern zur Zeit des Joseph (er war der Sohn des Patriarchen Jakob) wird berichtet, daß sie den Pflug benutzten:

1Mo 45,6 Denn es sind nun zwei Jahre, dass Hungersnot im Lande ist, und sind noch fünf Jahre, dass weder Pflügen noch Ernten sein wird. (spricht Joseph, als er Regent in Ägypten war; R. B.)

 

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