Soll ein Christ in Armut leben – gefällt das Gott?

Armut an sich selbst ist Gott nicht wohlgefällig (die Betonung liegt auf „an sich selbst“).

Stellen wir uns einen Menschen mit einem durchschnittlichen Lebensstandard vor. Jener Mensch besucht eine Missionsveranstaltung der christlichen Kirche und wird Christ. Soll jener Mensch dann sofort mit Gewalt seinen Lebensstandard senken, seinen Verbrauch drosseln, um Gott wohlgefällig zu werden?

Nein, so nicht!

Das bloße Wenig-Haben erregt nicht Gottes Wohlgefallen, denn allein damit wird keinem anderen Menschen ein Liebesdienst erwiesen.

Also, eine Senkung meines Lebensstandards erregt dann Gottes Wohlgefallen, wenn sie Folge meiner Spenden an Menschen in Not ist: Ich verzichte auf ein Stück Komfort, den mir Gott an sich gönnt, damit andere wenigstens Nahrung, Kleidung und Obdach (Unterkunft) haben. Aber nicht nur die materielle Hilfe ist wichtig. Durch meine Spenden helfe ich meiner Kirche, den Armen auch den sakralen Jesus zu bringen, der in der Kirche gegenwärtig ist. Durch Jesus und seine Kirche kann die Not von Armen dauerhaft behoben werden. Die Kirche wirft dem am Rande der Gesellschaft Stehenden nicht nur ein paar Brocken hin, sondern hilft ihm wirkungsvoll aus der Schicht der Armen herauszukommen. Der Arme wird in die Gemeinschaft der Kirche, wo der sakrale Jesus gegenwärtig ist und Leben schenkt, aufgenommen. In dieser Gemeinschaft wird sowohl die materielle als auch die geistliche Not des Armen behoben – entscheidend ist, daß die Kirche eine sakrale Gemeinschaft ist. Letztendlich ist es Jesus, der in der Kirche gegenwärtig ist, dessen Leib die Kirche ist, der den armen Menschen wiederherstellt.

2. Korinther 8, 13-15 13 Nicht, dass die andern gute Tage haben sollen und ihr Not leidet, sondern dass es zu einem Ausgleich komme. 14 Jetzt helfe euer Überfluss ihrem Mangel ab, damit danach auch ihr Überfluss eurem Mangel abhelfe und so ein Ausgleich geschehe, 15 wie geschrieben steht (2.Mose 16,18): »Wer viel sammelte, hatte keinen Überfluss, und wer wenig sammelte, hatte keinen Mangel.«

In der christliche Kirche soll es keine ganz Armen und keine ganz Reichen geben, sondern es geschehe ein interner Ausgleich. Aufgrund der Ablehnung der Kirche durch die säkulare Welt wird das Ganze darauf hinauslaufen, daß alle Glieder einer christlichen Gemeinde ein ziemlich einfaches Leben führen müssen wegen ihres Bekenntnisses zu Jesus. Das Bekenntnis zu Jesus wird zur Ablehnung durch die säkulare Gesellschaft führen, was auch mit herben materiellen Verlusten verbunden sein kann (z. B. bei Verlust des Arbeits-platzes). Der wahre Christ wird niemals seinen Glauben aufgeben bzw. Jesus verleugnen, um materiellen Verlusten aus dem Wege zu gehen. Im Vergleich zum Durchschnittsbürger der  säkularen Gesellschaft werden die Glieder der christlichen Kirche dann als materiell Arme erscheinen. Aber diese „Armut“ ist erträglich, da die Christen sich gegenseitig und Jesus haben. Die Freude der frohen, brüderlichen Gemeinschaft in Jesus gleicht den Mangel an Gütern bei weitem aus.

Je antichristlicher eine Gesellschaft wird, desto schwerer werden es Christen auch am Arbeitsplatz haben. Die ersten Christen (zur Zeit der ersten Christen war die Welt sehr heidnisch außer Israel, das jüdisch war) wurden von Juden und Heiden in den Bann getan, was auch mit Verlust des Arbeitsplatzes einhergehen konnte.

1Thess 2,14 Denn, liebe Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa nachgefolgt, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt dasselbe erlitten von euren Landsleuten, was jene von den Juden erlitten haben.

Joh 9,22 Das sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: wenn jemand ihn (Jesus; R. B.) als den Christus bekenne, der solle aus der Synagoge ausgestoßen werden.

Die westliche Welt war dann zwischenzeitlich viele Jahrhunderte christlich geprägt, wird jetzt aber allmählich wieder vollheidnisch (neu-heidnisch) wie zur Zeit der ersten Christen, des römischen Reiches. Auch heute kann das Bekenntnis „ich glaube, daß Jesus Gottes Sohn ist“ wieder zum Verlust des Arbeitsplatzes führen. Dadurch entsteht natürlich Armut, materielle Not. Eine Armut, die man in Kauf nimmt für sein mutiges Bekenntnis zu Jesus, Gottes Sohn, ist vor Gott wohlgefällig. Ich opfere meinen bisherigen Lebensstandard für den Glauben an Jesus – dieses Opfer gefällt Gott. Mein Glaube ist mir mehr wert als mein Lebensstandard – das ist sehr lobenswert.

Sogar von Beraubung von Christen durch Nicht-Christen ist im Neuen Testament die Rede. Vielleicht hätte man sich durch Lossagung vom christlichen Glauben der Beraubung entziehen können, eine Verringerung des eigenen Lebensstandards vermeiden können. Wer aber eine Verringerung seines Lebensstandards durch Beraubung in Kauf  nimmt, weil er seinen Glauben nicht verleugnen will, weil ihm sein Glaube mehr wert ist als ein gewisser Lebensstandard, dessen Armut ist vor Gott wohlgefällig.

Hebr 10,34 Denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, weil ihr wisst, dass ihr eine bessere und bleibende Habe besitzt.

Auch christliche Mission kostet Geld. Die Kirche ordiniert Missionare, die sich ganz der Verkündigung des Evangeliums von Jesus widmen. Daneben bleibt wenig Zeit für einen normalen Beruf für den Broterwerb (ausgeschlossen ist es allerdings nicht, daß auch ein ordinierter Missionar eine Zeitlang wieder mit seinen Händen arbeitet, falls die Lage es erfordert), also muß die Kirche jene Missionare besolden. Der Sold der Missionare kann natürlich nur aus Spenden der Gemeindeglieder stammen, die einem normalen, weltlichen Beruf nachgehen. Jeden Euro, den man spendet, kann  man nicht für sich selbst ausgeben. Dieses Opfer des Senkung meines eigenen Lebensstandards um der christlichen Mission willen gefällt Gott.

Eine große Gemeinde braucht auch einen vollzeitlichen Pfarrer. Woher kommt sein Sold? Aus den Spenden der anderen Gemeindeglieder. Auch dieses Opfer ist Gott wohlgefällig.

An allen o. g. Beispielen sehen wir also, daß nicht die Senkung des eigenen Lebens-standards an sich selbst das entscheidende ist, sondern die Senkung des Lebensstandards um einer guten Sache willen, um der christlichen Nächstenliebe willen oder um der Kirche selbst willen. Mein Nächster ist mir wichtig, das ist der durch die Liebe tätige Glaube.

Ich verzichte auf Wohlstand um meines Nächsten willen, tue etwas  für meinen Nächsten (auch meinen unbekannten Nächsten).

Auf das „für“ kommt es an. Ich übe wirkliche Nächstenliebe, indem ich auch bereit bin, für meinen Nächsten ein Opfer zu bringen.

Die christliche Nächstenliebe ist natürlich immer mit Liebe zu Gott verbunden. Nicht nur um ihrer selbst willen missioniert man Nicht-Christen sondern auch um Gottes willen, damit sich die Zahl derer vermehre, die ihn anbeten im Geist und in der Wahrheit, denn das gefällt ihm.

Lukas 21, 1-4Er blickte aber auf und sah, wie die Reichen ihre Opfer in den Gotteskasten (Sammelbüchse für Spenden des Tempels zu Jerusalem; R. B.) einlegten. 2 Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein. 3 Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als sie alle eingelegt. 4 Denn diese alle haben etwas von ihrem Überfluss zu den Opfern eingelegt; sie aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum Leben hatte. (die Gabe der Witwe scheint aus Liebe zu Gott geschehen zu sein; sie unterstütze mit ihrer Spende direkt den Gottesdienst des Gottes Israels, seine Anbetung im Geist und in der Wahrheit)

Joh 4,23 Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.

Ergänzung:

(der umgekehrte Fall)

Stellen wir uns einen Reichen vor, der durch eine Missionsveranstaltung der christlichen Kirche Christ geworden ist. Muß er nun zwanghaft seinen ganzen Reichtum von sich stoßen bis hin zur Armut vielleicht?

Ist Reichtum an sich selbst böse? Erregt Reichtum das Missfallen Gottes?

An sich selbst ist Reichtum nicht böse, erregt auch nicht das Missfallen Gottes, genauso wie umgekehrt Armut an sich selbst nicht Gottes Wohlgefallen erregt.

Reichtum wird allerdings zu etwas Bösem in den Händen desjenigen, der nicht bereit ist, von seinem Reichtum etwas zu opfern, falls es notwendig ist.

Wir leben in einer Welt voller Nöte (siehe oben). Angenommen, ich habe wesentlich mehr als zu einem durchschnittlichen Leben notwendig ist, dann wäre es mit Sicherheit sittlich-moralisch verwerflich (der ewigen Strafe des höllischen Feuers wert), nicht von meinem Reichtum etwas abzugeben, um Menschen in Not zu helfen. Kann ich mehr haben, als ich wirklich brauche, während andere nicht einmal das Existenzminimum haben? Da es so überaus viele Menschen in Not gibt, die Gesamt-Not so riesig ist, fällt es schwer, sich vorzustellen, wie jemand in dieser Welt reich sein bzw. bleiben kann, ohne sittlich-moralisch schuldig zu werden durch unterlassene Hilfeleistung. Deswegen sagte Jesus:

Lk 18,25 Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes komme.“

Also, man muß das so sehen: Reich bleiben bzw. reich werden in dieser Welt kann ich nur, wenn ich all die mich umgebenden Nöte ignoriere und nicht helfe. Also kann sozusagen ein Reicher nicht in das Reich Gottes kommen so wie er ist, ohne Veränderung, denn er ist schuldig wegen unterlassener Hilfeleistung, ein Sünder (hinzu kommt noch die Sünde des Götzendienstes durch das Hängen am Reichtum). Es ist auch blanke Dämonie, wenn mir meine Güter wichtiger sind als meine Mitmenschen, die in Not sind. Das ist die Anbetung des Götzen Mammon. Jeder vernünftige, zivilisierte Mensch würde ja sagen, es sei recht und billig, daß ein Reicher etwas opfert von seinem Reichtum für Menschen in Not – daß er es nicht tut, zeigt eben, daß er unter der Herrschaft eines bösen Geistes ist, des Mammon (ein reales Geisteswesen, ein böser Dämon).

Jesus sagte aber auch:

Lk 18,27 Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“

(als Antwort auf die Frage seiner Jünger: „Lk 18,26 Da sprachen, die das hörten: Wer kann dann selig werden?“)

Wie meint Jesus das?

Er meint damit ganz einfach, daß ein Reicher doch in das Reich Gottes kommen kann, wenn er bereit ist, sich zu ändern, wenn er anfängt, zu geben.

Zum Reichen Jüngling (siehe Link, unten) sagte Jesus, er solle alles, was er hat, verkaufen und den Armen geben. Das bedeutet, daß heute ein Reicher, der zum Glauben an Jesus kommt, wirklich sofort anfangen soll, von seinem Reichtum etwas abzugeben.

Keinesfalls soll er sprechen: „Wichtig ist nur, daß man sein Herz nicht an den Reichtum hängt.“

Da stelle ich die Frage: „Wie kannst du behaupten, dein Herz hänge nicht an deinem Reichtum, wenn du nicht Menschen in Not etwas davon gibst?“

Also, wenn sich heute ein Reicher bekehrt, dann läuft das Ganze darauf hinaus, daß er wirklich sofort anfangen sollte, zu geben. Nur dann kann man annehmen, daß er wirklich von Neuem geboren ist aus Wasser und Geist durch Buße, Glauben an Jesus und sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe.

1. Timotheus 6, 17-19 17 Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den unsicheren Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genießen; 18 dass sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, behilflich seien, 19 sich selbst einen Schatz (im Himmel; R. B.) sammeln als guten Grund für die Zukunft, damit sie das wahre Leben ergreifen.

Siehe auch Der reiche Jüngling

Reiche, die umkehrten und ewig leben werden:

Der reiche Joseph von Arimathäa stellte Jesus sein Luxus-Grab kostenlos zur Verfügung:

Matthäus 27, 57-60 57 Am Abend aber kam ein reicher Mann aus Arimathäa, der hieß Josef und war auch ein Jünger Jesu. 58 Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm ihn geben. 59 Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch 60 und legte ihn in sein eigenes neues Grab, das er in einen Felsen hatte hauen lassen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon.

Sprach Joseph etwa?: „Es kommt nur darauf an, sein Herz nicht an den Reichtum zu hängen.“ Nein, er opferte Jesus sein teures Grab. Er gab wirklich etwas.

Zachäus der Oberzöllner gab die Hälfte seines Reichtums den Armen:

Lukas 19, 1-10 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. 7 Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. 8 Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Falscher Umgang mit Reichtum – ewige Strafe des höllischen Feuers:

Der reiche Kornbauer sammelte einfach immer weiter, seine armen Mitmenschen völlig vergessend:

Lukas 12, 16-21 16 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. 17 Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. 18 Und sprach: Das will ich tun: Ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte 19 und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! 20 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? 21 So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.

(der reiche Kornbauer kam gar nicht auf die Idee, nach Menschen in Not zu fragen; er hatte ein böses Auge, daß die Not des Nächsten überhaupt nicht mehr wahrnimmt, wie wenn es physisch blind wäre, einen optischen Defekt hätte)

Der Reiche, der den armen Lazarus im Stich ließ, lebte in Saus und Braus:

Lukas 16, 19-31 19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren 21 und begehrte sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre. 22 Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. 23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 24 Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. 25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt. 26 Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. 27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; 28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. 29 Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. 30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. 31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

(dieser Abschnitt ist wohl die schärfste Warnung an Reiche aus dem Neuen Testament; Reiche, die Menschen in Not im Stich lassen und nie darüber Buße tun, werden definitiv in der Hölle landen)

1Tim 6,9 Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis.

1Tim 6,10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.

Jak 1,10 wer aber reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen.

Jak 1,11 Die Sonne geht auf mit ihrer Hitze und das Gras verwelkt, und die Blume fällt ab und ihre schöne Gestalt verdirbt: so wird auch der Reiche dahinwelken in dem, was er unternimmt.

Jak 5,1 Und nun, ihr Reichen: Weint und heult über das Elend, das über euch kommen wird!

Jak 5,2 Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind von Motten zerfressen.

Weitere Ergänzung

Das Reichtum an sich selbst nicht böse ist, zeigen zum Beispiel folgende Stellen:

Lk 12,33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt, und den keine Motten fressen.

Lk 18,22 Als Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Es fehlt dir noch eines. Verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!

1Tim 6,19 sich selbst einen Schatz (im Himmel; R. B.) sammeln als guten Grund für die Zukunft, damit sie das wahre Leben ergreifen.

Der gläubige Mensch soll nur nicht gierig nach Reichtum sein, das heißt Reichtum haben wollen, während andere Menschen zu wenig haben – das ist es, worauf es ankommt. Bis zum Jüngsten Tag wird es aber immer Menschen in Not geben auf Erden.

5Mo 15,11 Es werden allezeit Arme sein im Lande; darum gebiete ich dir und sage, dass du deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist in deinem Lande.

Also kann ein Christ faktisch hier auf Erden nicht reich sein bzw. reich bleiben, denn sonst würde er ja die Notleidenden im Stich lassen. Auf Erden wird der Christ immer bereit sein, auf Reichtum zu verzichten um der Menschen in Not willen.

Mit jeder Spende an die christliche Kirche, die sich interner und externer Bedürftiger annimmt unter Verwendung der Spendengelder, wächst der himmlische Schatz des Christen. Ist ein Schatz etwa kein Reichtum? Was folgt daraus?

Daraus folgt:

Reichtum nicht hier (auf Erden) sondern dort (im Himmel).

Apostelgeschichte 4, 32-35 32 Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. 33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 34 Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35 und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.

Es ist also gut, über Spenden an die Kirche Menschen in Not zu helfen. Dies ist sicher viel besser, als direkt einem Menschen etwas zu geben (wobei dies natürlich auch möglich ist), denn die Kirche hat die Kompetenz, mit Bedürftigen richtig umzugehen. Diese Kompetenz hat der einzelne Christ oft nicht.

 

 

 

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