Auslegung Lukasevangelium, Kap. 9; Der echte Missionar bzw. Apostel sucht nicht schändlichen Gewinn, ruft zur Buße und hilft auch materiell

Bibeltext: Siehe Lukasevangelium, Kapitel 9 (bitte anklicken und lesen)

Jesus und seine Jünger hätten es sich in Kapernaum einfach bequem machen können und hätten von den Spenden der Gläubigen leben können. Sie hätten ab und zu mal jemand geheilt und dadurch gezeigt, daß sie der Spenden würdig waren – ansonsten hätten sie ein beschauliches Leben geführt. Von überall her kamen ja die Kranken nach Kapernaum bzw. wurden dahin gebracht – warum sollte man dann noch zu ihnen hingehen?

Mt 4,24 Und die Kunde von ihm (Jesus; R. B.) erscholl durch ganz Syrien. Und sie brachten zu ihm alle Kranken, mit mancherlei Leiden und Plagen behaftet, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte; und er machte sie gesund.

Lukas 4, 37-40 37 Und die Kunde von ihm (Jesus; R. B.) erscholl in alle Orte des umliegenden Landes. 38 Und er machte sich auf aus der Synagoge und kam in Simons Haus. Und Simons Schwiegermutter hatte hohes Fieber und sie baten ihn für sie. 39 Und er trat zu ihr und gebot dem Fieber und es verließ sie. Und sogleich stand sie auf und diente ihnen. 40 Und als die Sonne untergegangen war, brachten alle ihre Kranken mit mancherlei Leiden zu ihm. Und er legte die Hände auf einen jeden und machte sie gesund.

Das Missionssystem Gottes funktioniert aber folgendermaßen: Missionare durchziehen Ortschaften, wo das Evangelium noch nie verkündet wurde und verkündigen es dort. Sofort bilden sich jeweils zwei Lager, die scharf voneinander getrennt sein sollen (siehe Anmerkung 1, unten): Die Christen (Kirche) und die ungläubig Gebliebenen (die Welt; Ungläubige bezüglich des Christentums sind natürlich auch alle Anhänger menschen-gemachter Religionen). Die Christen vor Ort, die durch eine Mission gläubig wurden, sollen nun nicht die ungläubig Gebliebenen ihrer Ortschaft weiter missionieren (verwerf-liche Zwangsmission), sondern Gott handeln lassen. Der sogenannte Bekehrungseifer ist ein Merkmal der falschen Kirchen und Sekten. Das Verhalten der wahren Kirche gegenüber den Ungläubigen soll bestimmt sein durch das Wort von der Geduld, die Bergpredigt. Gott kann die ungläubig Gebliebenen züchtigen/erziehen z. B. durch Krankheit und Tod von Angehörigen (siehe Diener des Hauptmanns, Sohn der Witwe, Tochter des Jairus, etc.). Wenn nun das Unglück die Ungläubigen trifft, soll die Kirche sie nicht als Verfluchte verdammen, die ihre gerechte Strafe von Gott empfangen, sondern Barmherzigkeit entgegenbringen, unterstellend, Gott habe mit den vermeintlich Verfluchten noch etwas vor, habe einen guten Plan für sie.

Immer wieder wird es im Laufe der Zeit Menschen in einer Ortschaft geben, die Gott recht geben und sagen: „Jawohl, ich habe es verdient, daß mein Kind krank wurde bzw. starb, denn ich bin ein fluchwürdiger, verdammter Sünder; ich habe die Gebote Gottes gebrochen.“

5Mo 28,18 Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes (Kinder; R. B.), der Ertrag deines Ackers, das Jungvieh deiner Rinder und Schafe, (wenn du nicht gehor-chen wirst der Stimme des Herrn, deines Gottes, und wirst nicht halten und tun alle seine Gebote und Rechte, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen: …)

Natürlich können auch Armut, Vertreibung (Migration) und Straffälligkeit (siehe Matthäus 25) Folgen des Fluches Gottes über den Sünder sein.

Aber in dem Moment, wo der Sünder eben zugibt, daß Gott ihn mit Recht geschlagen hat oder schlägt, ist er dem Segen schon sehr nahe, kann sich der Fluch in Segen verwandeln. Wenn er sich nach dem Heil in Jesus ausstreckt und die wahre, christliche Kirche aufsucht, um Hilfe bittet, kann ihm geholfen werden. Die Umkehrung des Fluches in Segen kann deutlich werden durch Heilung eines Angehörigen, einer nahestehenden Person, aber auch durch Befreiung von Armut, Re-Integration und Wiederherstellung der Ehre, des guten Rufes des Sünders durch die Kirche.

„Die Welt verdammt ihre vom Unglück getroffenen „Kinder“, aber die Kirche bietet ihnen das Heil an.“

Aber es war durchaus nicht der Wille Jesu, daß seine Jünger sich nun in Kapernaum quasi zur Ruhe setzten und von den Spenden der lokalen Gläubigen lebten.

Mk 1,38 Und er sprach zu ihnen (die Zwölf; R. B.): Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Städte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

Lk 4,43 Er sprach aber zu ihnen: Ich muss auch den andern Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich gesandt.

Jesus ging es ja nicht primär um das Heilen von körperlich Kranken, sondern er wollte letztlich alle Juden heilen, auch die körperlich gesunden, von der unsichtbaren Krankheit der Sünde. Die Heilung von körperlichen Krankheiten unterstrich nur Jesu Mission als Seelenarzt. Außerdem sind körperliche Krankheiten die Folge davon, daß die Sünde in der Welt ist. Jesus packte also das Problem an der Wurzel, bekämpfte die tiefste Ursache aller körperlichen Krankheiten, die Sünde, und so mußten auch die körperlichen Krankheiten seiner heilenden Kraft weichen.

Es ließ sich nicht vermeiden, daß Jesu Wohnhaus in Kapernaum zu einem berühmten Sanatorium für Schwerstkranke in Palästina und darüber hinaus wurde, aber das war nicht das, was er eigentlich wollte. Jesus ging es nicht primär um den Leib sondern  zuerst um die Seele des Menschen.

All die Gesunden in Palästina wären wahrscheinlich nicht so schnell zu ihm gekommen nach Kapernaum, aber er wollte auch die Seele jener Gesunden heilen. Also mußte er bzw. seine Jünger zu ihnen hingehen und ihnen das Evangelium samt Buße predigen. Den Gesunden mußte man sozusagen durch die Predigt erklären, daß auch sie „krank“ waren. Nur wer weiß, daß er krank ist, fragt auch nach dem Heil.

Und natürlich, wenn Jesus und seine Jünger einfach in Kapernaum „sitzen geblieben“ wären, wäre die Versuchung für die Jünger zu groß gewesen, aus den Krankenheilungen Kapital zu schlagen, aus dem Ganzen ein Gewerbe zu machen. Oder vielmehr, sie hätten vielen zukünftigen, falschen Aposteln ein Beispiel gegeben, sie auf die Idee gebracht, wie man auf sehr leichte und schlaue Art und Weise Geld verdienen konnte – nur daß sie selbst, die wahren Apostel, diese niedrige Gesinnung natürlich nicht hatten, außer Judas Iskariot. Deswegen kam Jesus nicht umhin, seinen Jüngern einen etwas anstrengerenden Lebenswandel aufzuerlegen – dies konnte er ihnen beim besten Willen nicht ersparen.

Als Jesus die Zwölf aussandte, gab es in Kapernaum schon einige Gläubige. Durchaus hätte Jesus sie bitten können, für den Missionseinsatz seiner Jünger zu spenden. Aber das tat er ganz bewußt nicht. Missionsarbeit ist eben keine schnöde Erwerbsarbeit, soll es nicht sein. Ein beliebiger Mensch kann sagen: „Ich werde Schreiner, Schuhmacher, Schlosser oder sonst etwas, um damit meinen Unterhalt zu verdienen.“ Aber keiner kann einfach so sagen, ohne göttlichen Ruf: „Ich werde christlicher Missionar, um damit meinen Unterhalt zu verdienen“, als ob der Beruf des Missionars ein profaner Beruf wäre. Nein, nein, ein Missionar ist ein von Gott berufener, zu seinem Dienst eingesetzter Mensch, der aufgrund seiner sehr hohen sittlich-moralischen Qualitäten zu diesem Dienst berufen wurde. Im Grunde ist ein Missionar bzw. Apostel auch ein hoher Würdenträger seiner Kirche bzw. Gottes. Das geht über einen weltlichen Beruf weit hinaus. Vor seiner Berufung (falls er jemals berufen wird) befleißige er sich einfach, ein vorbildliches Glied seiner lokalen Kirchengemeinde zu sein und verdiene seinen Unterhalt durch seiner Hände Arbeit z. B. als Schreiner, Schuhmacher, Schlosser, Bäcker, Metzger, Koch oder ähnliches.

Noch deutlicher: Es mag in einer Gemeinde z. B. einen Bäcker geben, der nicht sehr erfolgreich ist in seinem Beruf. Jener kann nun nicht einfach von sich aus (ohne göttlichen Ruf) sagen: „Ich werde Missionar – da werde ich sicher besser zu Rande kommen.“ Gerade so etwas will Jesus nicht. Ich will hiermit nicht sagen, das zukünftige Missionare unbedingt erfolgreich sein müssen in einem weltlichen Beruf, wirklich nicht, denn Misserfolg kann auch auch durch Verfolgung seitens der Welt verursacht werden (dies muß im Einzelfall geprüft werden durch die lokale Kirchenleitung). Vielmehr ist mein Punkt: Jeder versuche so viel an ihm ist, einfach ein gutes (vorbildliches) Gemeindeglied zu sein/zu werden, das sei sein ganzes Streben. Falls er berufliche Probleme aufgrund gewöhnlicher Ursachen hat, soll er versuchen, sie auf gewöhnliche Art zu lösen (Verbes-serung der persönlichen Fertigkeiten und Kenntnisse, mehr Fleiß, Berufswechsel, Orts-wechsel, etc.) Wenn man gerne Missionar werden möchte, weil man die geistliche Not der Menschen sieht, dann soll man dennoch warten, bis Gott einen ordiniert bzw. beruft bzw. zum Missionar einsetzt. Bis dahin befleißige man sich einfach, zu wachsen in der Nachfolge Jesu und gehe seiner weltlichen Erwerbsarbeit nach (falls man an der erfolgreichen Erwerbsarbeit gehindert wird durch Verfolgung seitens der Welt, hat man natürlich Anspruch auf Verständnis seitens und Unterstützung durch die Kirche; ich wiederhole: Beruflicher Misserfolg ist nicht immer ein Zeichen persönlicher Schwäche, sondern kann auch durch Verfolgung seitens der Ungläubigen verursacht sein, gerade heute).

Interessant ist, daß die Zwölf seitens der Kirche von Kapernaum nicht für ihre Missions-reise ausgestattet wurden. Jesus, der Bischof von Kapernaum, wollte das nicht. Damit sollte den Missionaren der Kirche aller Zeitalter ein Beispiel gegeben werden. Indem der Missionar, der wirklich von Gott ordiniert bzw. berufen wurde, ohne Ausstattung jeglicher Art loszieht, zeigt er, daß für ihn sein „Job“ keine profane Erwerbsarbeit ist, sondern daß er ihm Dienste Gottes steht. Und natürlich, „der Arbeiter ist seines Lohnes wert“ ist gültig gerade auch für den, der für Gott arbeitet, aber im Reich Gottes spielt immer auch der Glaube eine Rolle und der Kommerz ist etwas verächtliches. Der von Gott ordinierte Missionar hat den Glauben, daß er an den Orten, wo er hinkommen wird, um dort das Evangelium zu verkünden, Menschen finden wird, die für seinen Unterhalt aufkommen. Lieber Leser, sind Sie sich eigentlich bewußt, was ich hier schreibe??? Außerhalb des Glaubens wäre das der blanke Wahnsinn, fast Selbstmord. Aber der wirkliche Missionar Gottes kann und soll ohne Mittel losziehen und er wird solche finden, die ihn versorgen und diese Versorgung ist der Lohn seiner Missionsarbeit. Und, wie gesagt, das funktioniert natürlich nur im Glauben, aber den hat ja der echte Missionar durch Buße, Glauben an Jesus und sakramentale Taufe (siehe Anmerkung 3, unten) einschließlich Kindertaufe. Und weil er viele Jahre demütig danach strebte, ein vorbildliches Glied seiner Gemeinde zu sein, hat Gott ihn mit dem Amt des Missionars geehrt, das mit der Verheißung der Versorgung des Arbeiters durch Gott versehen ist.

Übrigens hat auch der Apostel Paulus nach diesem Prinzip gehandelt. Wir lesen nirgends etwas, daß die Kirche zu Antiochia (Paulus‘ Heimatkirche) ihn irgendwie für seine Missionsreisen ausgestattet hätte. Nein, Paulus war auf die Gemeinden angewiesen, die er gründen wollte durch seine Mission. An einzelnen Orten unterwegs hat man ihm die Versorgung verwehrt, da hat er einfach mit seiner Hände Arbeit sein Brot verdient, statt von jenen Gemeinden seine Lohn ggf. unter Androhung von Gewalt einzufordern – das lag im ferne. Nein, nein, keiner sollte ihm unterstellen können, er sei nur auf profanen Erwerb aus, Mission sei ein Gewerbe für ihn. Da, wo man ihm unterstellte, er sei auf Gewinn aus, machte er das Evangelium völlig kostenfrei und begehrte gar nichts. Edlere Gemeinden versorgten ihn und er ließ es sich gerne gefallen (2Kor 11,8 Andere Gemeinden habe ich „beraubt“ und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können. ).

Lk 10,7 In demselben Haus aber bleibt, esst und trinkt, was man euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von einem Haus zum andern gehen. (das sagte Jesus)

1Kor 9,9 Denn im Gesetz des Mose steht geschrieben (5.Mose 25,4): »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.« Sorgt sich Gott etwa um die Ochsen? (das sagte Paulus, der des gleichen Geistes war wie Jesus)

Es ist enorm wichtig, daß der Missionar mit seinem Recht auf Versorgung richtig umgeht (siehe oben), damit er falschen (gewinnsüchtigen) Aposteln die Gelegenheit abschneide:

2. Korinther 11, 12-15 12 Was ich (Paulus; R. B.) aber tue, das will ich auch weiterhin tun und denen den Anlass nehmen, die einen Anlass suchen, sich zu rühmen, sie seien wie wir. 13 Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi. 14 Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. 15 Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach ihren Werken.

Kurz gesagt: Auch noch heute (!) gilt, daß Missionare buchstäblich mit leeren Taschen losziehen müssen/sollen!!! Nur so kann verhindert werden, daß aus Mission eine schnöde, profane Erwerbsarbeit gemacht wird und sich Heerscharen von falschen Aposteln und Wölfen im Schafspelz in diesen Dienst hineindrängen.

Auch direkt von ihren Zuhörern sollten die echten Apostel bzw. Missionare  nichts nehmen (Gebühren). Auch das wieder, um den falschen Aposteln, die nur schändlichen Gewinn suchen, die Gelegenheit abzuschneiden. Durch das Verhalten der echten Apostel wurde der Kirche bzw. allen Gläubigen bzw. Christen ein Indikator in die Hand gegeben, mit dem man falsche Apostel, böse Arbeiter, identifizieren kann: Ein falscher Apostel ist derjenige, der direkt für eine vermeintlich kirchliche bzw. geistliche Dienstleistung Geld nimmt bzw. eine Gebühr verlangt. Beim echten Apostel sind Dienstleistung und Lohn immer auseinandergerissen – kein direkter Lohn für eine bestimmte Dienstleistung. Dennoch, auch der echte Apostel bekommt Lohn für seine Arbeit, aber nicht so, wie es in der kommerziellen Arbeitswelt üblich ist. Er bekommt nicht ein Quantum Lohn oder Geld für ein Quantum Arbeit, sondern wird mehr oder weniger besoldet, wobei er diesen Sold nicht einfordert, sondern sehr geduldig darauf wartet, daß der heilige Geist eine Gemeinde bewegt, ihn zu unterstützen, weil sie ihn als wahren Diener des Herrn identifiziert hat. Die „Besoldung“ der Jünger, die zusammen mit Jesus in Israel missionierten, bestand in kostenloser Unterkunft und Verpflegung, die von den Gläubigen an den Orten, wo sie missionierten, zur Verfügung gestellt wurden.

Lk 10,7 In demselben Haus aber bleibt, esst und trinkt, was man euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Ihr sollt nicht von einem Haus zum andern gehen.

Warum der Einschub mit Herodes (Antipas) und Johannes dem Täufer?

Zwischenzeitlich ließ Herodes Johannes den Täufer hinrichten, diesen äußerst lästigen Bußprediger (siehe Anmerkung 2, unten). Aber dieser gleiche böse Herodes begehrte Jesus zu sehen trotz der Tatsache, daß er Johannes, den Wegbereiter und Freund Jesu, der gleichen Geistes wie Jesus war, hatte hinrichten lassen. Herodes repräsentiert die sündige Welt, die Menge aller Nicht-Christen: Jesus als Wunderheiler hätte man schon gerne, aber bitte ohne Johannes den Täufer und seine Bußpredigt – „bitte nicht das Gerede von Sünde, Buße, Umkehr und Gericht Gottes!“ Herodes repräsentiert aber auch die Seele des Menschen, der ungläubig bleibt, den zeitlichen Genuß der Sünde dem ewigen Heil vorzieht, die Sünde mehr liebt als das Heil.

Wenn Jesus umhergegangen wäre und hätte einfach seine Heilungen verkauft, Gebühren für seine Heilungen verlangt, dann hätte das Herodes und vielen anderen Juden sehr gut gefallen – so einen Wunder-Jesus, Disney-Jesus, wünschten sie sich direkt herbei; daß er aber einen ganzheitlichen Anspruch auf den Menschen, die Geheilten, erhob, was deutlich wird durch die Bußpredigt des Johannes, war ihm und vielen anderen Juden vollkommen unerträglich. Es war für sie völlig inakzeptabel, daß Jesus Heilung auch immer mit Vergebung der Sünden verband, daß es ihm letztendlich primär um die Vergebung der Sünden ging – und die zu ihm kamen, waren solche, die Johannes durch seine Bußpredigt traurig gemacht hatte. Jesus beseitigte das Grundübel des Menschen, die Sünde, die auch die grundlegende Ursache für Krankheit in der Welt ist. Die Heilungen waren nichts weiter als eine Illustration dessen, was unsichtbar geschah.

Vielleicht wollte Lukas durch diesen Einschub mit der Bußpredigt des Johannes den Missionaren aller Zeitalter einen Trost geben: Es werden sich häufig viele nicht bekehren, aber nicht weil die Missionare etwa unfähig wären (wie könnten auch solche, die Kranke heilen können, unfähig sein), sondern weil viele Menschen den zeitlichen Genuß der Sünde dem ewigen Heil vorziehen. Der Missionar braucht sich also nicht mit Selbst-vorwürfen zu martern, falls sich viele nicht bekehren. (nur wenn seine Kraft zu heilen nachlässt oder verschwindet, dann sollte er sich einer ernsten Selbstprüfung unterziehen)

Und das Ganze paßt wiederum wunderbar mit der Sache von der Erwerbsarbeit zusam-men, denn genau diejenigen, die für ihre Missionsarbeit direkt Gebühren genommen hätten von den Zuhörern, die hätten mit Sicherheit das Evangelium auch falsch gepredigt. Sie hätten die Sache mit der Bußpredigt des Johannes weggelassen, denn das ist es, woran die sündige Welt Anstoß nimmt. Die Welt sagt: „Heil, ja, aber Buße, nein!“ Deswegen dieser Einschub hier.

Warum die Sache mit der Brotvermehrung?

Wunder wie Brotvermehrung tat Jesus grundsätzlich sicherlich eher ungern, da er kein Brotkönig sein wollte. Diese allgemeine Ordnung, daß der Mensch einfach durch seiner Hände oder Kopf Arbeit seinen Unterhalt verdienen soll, wollte Jesus nicht umstoßen. Jesus wollte kein Brotkönig sein, sondern sein Volk retten von seinen Sünden.

Joh 6,15 Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen (nach einer Brotvermehrung; R. B.), entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein.

Warum macht dann Jesus hier eine Ausnahme?

Nun, Jesus wollte den Jüngern etwas zeigen. Es war durchaus nicht nötig, mit Heilungen Geld zu verdienen, für Heilungen Gebühren zu nehmen. Indem Jesus das Brot und die Fische vermehrte, zeigte er, daß er doch in sich selbst unendlich reich war und ihnen alles direkt geben konnte, wenn er wollte. In seiner Person hatten sie einen unvorstellbar großen Reichtum; Jesus selbst war ihr unaussprechlich großer Reichtum. Durch das Wunder der Brotvermehrung wurde es auch klar, daß es Jesus selbst unendlich fern liegen mußte, sich selbst durch Spendengelder zu bereichern. Warum sollte jemand, der selbst Brot und Fisch vermehren konnte, auf Geld zum Erwerb dieser Dinge aus sein? Übrigens ist interessant, daß Jesus sich nicht wie ein Disney-Jesus vor die 5000 hinstellte und das Wunder vollbrachte, sondern er vermehrte das Brot im Kreise seiner Jünger, die dann das Brot und die Fische an das Volk austeilten, ganz unspektakulär.

Übrigens paßt auch diese Sache mit der Brotvermehrung wunderbar mit der Sache von der Erwerbsarbeit zusammen. Jene, die aus der Mission eine profane Erwerbsarbeit machen würden, die kämen auch nie auf die Idee bzw. es wäre ihnen geradezu ein Gräuel, die Zuhörer ihrer Predigt auch noch kostenlos zu bewirten, wie Jesus es tat. Dies wäre in ihren Augen, gemäß ihres kommerziellen Denkens ja geradezu wahnwitzig, denjenigen, denen man eine Dienstleistung erbracht hat (eben die Predigt des Evangeliums), auch noch etwas zu schenken. Kein vernünftiger Mensch, der einen Dienst erbracht hat, so die Denke der falschen Apostel, schenkt dem Bedienten auch noch etwas, sondern erwartet selbst-verständlich einen Lohn für seinen Dienst. Das Erste, was ein falscher Apostel nach seiner Predigt bzw. vielleicht sogar schon vorher tut, ist, daß er seine Bankverbindung bzw. Kontonummer bekannt gibt.

So haben wir einen zusätzlichen Indikator zum Erkennen falscher Apostel. Sie werden niemals ihren Zuhörern materielle Geschenke machen, sondern ihren Lohn von ihren Zuhörern mit allem Nachdruck einfordern – sie sind ganz dem Kommerz, dem schnöden Mammon verhaftet.

Anmerkung 1:

Die Kirche als Institution und die Welt sollen tatsächlich scharf von einander getrennt sein. Dies heißt aber nicht, daß ein Christ zu seinen weltlichen Nachbarn (z. B. im Mietshaus) unfreundlich sein soll – im Gegenteil: Der wahre Christ ist eben nicht fanatisch, sondern weiß, daß Gott an seinen ungläubigen Nachbarn (weiterhin) wirkt („Gott läßt auf Gute und Böse regnen“).

Mt 5,44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,

Mt 5,45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Jederzeit ist er bereit, zur Hilfe zur eilen, falls dies gewünscht wird. Im Sinne der Bergpredigt, dem Wort von der Geduld, bricht er nicht den Stab über seine ungläubigen Nachbarn. Aber, wie gesagt, in die Kirche als Institution können sie erst nach erfolgter Bekehrung aufgenommen werden. Der Christ will seinen ungläubigen Nachbarn nur allezeit freundlich, geduldig und einladend gegenübertreten, aber wenn sie das Heil ererben wollen, müssen sie Buße tun über ihre Sünden. Keinesfalls darf der Gläubige Kompromisse bezüglich der Sünde machen, sich der Illusion hingebend, er könne so für die Ungläubigen ein Hindernis aus dem Weg räumen. Dies würde nur zu seinem eigenen Ruin führen.

Spezialfall Muslime: Auch wenn die Grundhaltung des Christen die der Geduld und Freundlichkeit ist, schließt das nicht aus bzw. beinhaltet es sogar, den Muslimen mit einer entschiedenen Reserve gegenüberzutreten, da diese einen Mörder (Mohammed) als Pro-pheten verehren. Außerdem ist im Islam der Mord an Nicht-Muslimen nicht nur eine legale sondern sogar eine heilige Handlung (unfassbar aus christlicher Sicht). Muslime sind durch ihre überaus perverse Religion als Personen degradiert. Wer den Unsinn (besser Dreck) Mohammeds glaubt, begeht intellektuellen Selbstmord, entehrt sich selbst, schließt sich ein Stück weit aus der zivilisierten Gesellschaft aus.

Anmerkung 2:

Eigentlich mochte Herodes Johannes den Täufer. Seine Frau Herodias aber hasste ihn abgrundtief. Wäre Herodes nicht mit Herodias verheiratet gewesen, hätte er Johannes wahrscheinlich nicht hingerichtet. Die Salbung Jesu durch die Sünderin aus Kapitel 7 ist wie gesagt ein Bild auf die Liebe der Seele des bekehrten Sünders zu Jesus. Der Umgang von Herodes Antipas mit Johannes illustriert genau das Umgekehrte: Herodes liebte zwar Johannes den Täufer, aber er liebte auch seine (böse) Frau Herodias, liebte sie mehr als Johannes. Da er Herodias augenscheinlich mehr liebte als Johannes, ließ er ihn auf ihren Wunsch hin hinrichten. Sicherlich finden viele Menschen Jesus grundsätzlich sehr sympathisch. Aber mehr als Jesus lieben sie ihre sündige Natur, ihren natürlichen „Gemahl“. Sie ziehen den zeitlichen Genuß der Sünde dem ewigen Heil vor, wollen nicht Buße tun, sondern bleiben bei irgendeiner menschgemachten Religion wie Islam, Katholizismus, Billige-Gnade-Protestantismus, evangelikaler Glaube, etc., die die Sünde rechtfertigt, wo man also ein „Gläubiger“ sein und gleichzeitig ein Sünder bleiben kann, da man durch das Halten bestimmter äußerlicher Rituale seiner Religion (zum Beispiel die fünf Säulen des Islam) sich von Liebe und Gerechtigkeit im Alltag dispensiert. Aber nur der durch die Liebe im Alltag tätige Glaube ist der wahre Glaube. Solche „töten“ sozusagen Jesus für sich selbst. Absolut gesehen, kann natürlich niemand Jesus töten – aber ich kann ihn für mich selbst töten, indem ich ihm nicht die Herrschaft über mein Leben überlasse durch Buße und sakramentale Taufe. Ich kann Jesus in mir „töten“.

Matthäus 14, 1-12 1 Zu der Zeit kam die Kunde von Jesus vor den Landesfürsten Herodes. 2 Und er sprach zu seinen Leuten: Das ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten. 3 Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, gefesselt und in das Gefängnis geworfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, dass du sie hast. 5 Und er hätte ihn gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten. 6 Als aber Herodes seinen Geburtstag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel dem Herodes gut. 7 Darum versprach er ihr mit einem Eid, er wolle ihr geben, was sie fordern würde. 8 Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers! 9 Und der König wurde traurig; doch wegen des Eides und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es ihr zu geben, 10 und schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. 11 Und sein Haupt wurde hereingetragen auf einer Schale und dem Mädchen gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter. 12 Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn; und sie kamen und verkündeten das Jesus.

Markus 6, 14-29 14 Und es kam dem König Herodes zu Ohren; denn der Name Jesu war nun bekannt. Und die Leute sprachen: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum tut er solche Taten. 15 Einige aber sprachen: Er ist Elia; andere aber: Er ist ein Prophet wie einer der Propheten. 16 Als es aber Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferstanden. 17 Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins Gefängnis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus; denn er hatte sie geheiratet. 18 Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, dass du die Frau deines Bruders hast. 19 Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es nicht. 20 Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein frommer und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern. 21 Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen und die Obersten und die Vornehmsten von Galiläa. 22 Da trat herein die Tochter der Herodias und tanzte und gefiel Herodes und denen, die mit am Tisch saßen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s geben. 23 Und er schwor ihr einen Eid: Was du von mir bittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs. 24 Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. 25 Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers. 26 Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen des Eides und derer, die mit am Tisch saßen, wollte er sie keine Fehlbitte tun lassen. 27 Und sogleich schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis 28 und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab’s dem Mädchen und das Mädchen gab’s seiner Mutter. 29 Und als das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

Diese Schilderungen aus Markus und Matthäus lassen sich nur zusammenbringen, wenn man annimmt, daß Herodes Johannes eigentlich gern hatte, aber dann doch der Liebe zu seiner bösen Frau Herodias den Vorrang gab. So wird Herodes zum Bild für die Seele des Menschen, die ihren neuen legitimen Gemahl Jesus, der ihr vielleicht nicht völlig unsympathisch ist, verschmäht und ihren alten Gemahl „die sündige Natur“ oder „der alte Mensch“ bevorzugt. Die durchaus reale Wertschätzung, die Herodes für Johannes hatte, wird am Jüngsten Tag von Gott (Jesus) nur als blanker Hass gerechnet werden, da Herodes den lieben Johannes nicht gegenüber seiner bösen Frau bevorzugte bzw. weil auch seine Seele das alte Leben in der Sünde gegenüber dem neuen Leben in Christus vorzog.

Besser als Herodes machte es einstmals Mose:

Hebräer 11, 24-26 24 Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao gelten, 25 sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden als eine Zeit lang den Genuss der Sünde haben, 26 und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung.

 Lk 14,26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.

Das bedeutet nicht, daß ein Christ seine Verwandten hassen soll, sondern daß seine Liebe zu Christus und seiner Kirche so groß sein soll, daß verglichen damit, also relativ, die Liebe zur Verwandtschaft wie Hass erscheint.

Mt 10,37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.

Anmerkung 3:

Die sakramentale Taufe ist die neue Geburt aus Wasser und Geist. Dies glauben übrigens die Evangelikalen, die häufig sakramental getaufte Menschen noch einmal taufen, nicht. Falls Sie, lieber Leser, Glied einer evangelikalen Gemeinde sind, „dann ziehen Sie bitte nicht ohne Mittel als Missionar los“, denn Sie sind definitiv nicht im Glauben. Sie haben keine Verheißung, auf Ihrer Missionsreise Menschen zu finden, die für Ihren Unterhalt aufkommen. Aufgrund der evangelikalen Wiedertaufe sind Sie außerhalb des Glaubens, denn die Wiedertaufe setzt die sakramentale Taufe (meistens Kindertaufe) außer Kraft, durch die allein der Mensch von neuem geboren wird (ich gehe davon aus, daß Sie als Kind sakramental bzw. kirchlich getauft wurden). Sie werden sehr schweren Schiffbruch erleiden, falls Sie dennoch losziehen. Auch sollten Sie bedenken, daß die Verkündigung des Evangeliums ohne Bezug auf die sakramentale Taufe sehr schädlich ist – Sie würden also mit Ihrer „Missionsarbeit“ Schaden anrichten, was Ihre ewige Verdammnis befördern würde.

Ich wiederhole: Die neue Geburt ist nicht irgend ein obskures, innerliches Erlebnis des Bekehrten, das man nicht näher definieren kann, oder etwa die Bekehrung selbst, sondern die neue Geburt ist tatsächlich die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe. Wirksam wird die sakramentale Taufe, wenn der Getaufte Buße tut und das Evangelium von Jesus als ein Zeugnis der Liebe Gottes glaubt.

Falls Sie, lieber Leser, evangelikal getauft oder wiedergetauft wurden, dann sagen Sie sich von dieser Taufe oder Wiedertaufe wieder los und beziehen Sie sich auf Ihre Kindertaufe. Fall Sie als Kind nicht kirchlich, das heißt sakramental, getauft wurden, dann müssen Sie sich trotz Ihrer evangelikalen Taufe nochmals (sakramental) taufen lassen (ich würde Sie taufen). Diese Taufe wäre völlig legitim und keine illegale Wiedertaufe in dem Sinne, denn die Taufe der Evangelikalen ist das blanke Nichts, ein reines Bad im Wasser ohne metaphysische Wirkung.

Die sakramentale Taufe ist die Taufe, die in der Gesinnung erfolgt, daß man den Täufling bei der Taufe Gott übergibt, der ihn neu macht (neue Geburt). Die Taufe muß auch auf den Namen des dreieinigen Gott erfolgen, der ein Gott in drei Personen ist (Trinität).

Ergänzung

Wie gesagt, sollen die Christen an einem Ort, die durch eine Mission gläubig wurden, nicht die ungläubig gebliebenen Einwohner ihrer Ortschaft weiter missionieren, das wäre ganz verwerflich. Wie sie mit den Einwohnern des Ortes, an dem sie wohnen, umgehen sollen – dazu siehe oben. Im Umland, wo das Evangelium noch nicht verkündet wurde, kann bzw. soll aber die neu entstandene Gemeinde durchaus missionieren. Die Glieder der Gemeinde werden sich umsehen nach Männern unter ihnen, die für den Missionsdienst geeignet sind, gemäß des Beispiels der Gemeinde von Jerusalem:

Apg 6,3 Darum, ihr lieben Brüder (das sprachen die Zwölf zur Gemeinde von Jerusalem; R. B.), seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst.

Solche wird dann die Ortsgemeinde als Missionare einsetzen und aussenden.

Durch etliche Stellen im Neuen Testament wird klar, wie das Missionssystem Gottes funktioniert: Apostel durchziehen Metropolen von Regionen, wo das Evangelium noch nie verkündet wurde, noch völlig unbekannt ist. Sofort entstehen christliche Gemeinden, Keimzellen für weitere Mission in der Region (aber nicht am eigenen Wohnort, siehe oben). Jene lokalen Gemeinden betreiben dann ihrerseits Missionsarbeit in der Umgebung ihrer Stadt, indem sie in den umliegenden Ortschaften das Evangelium verkünden. Die örtlichen Gemeinden gewährleisten sozusagen die völlige Durchdringung einer Region mit dem Evangelium, sodaß wirklich buchstäblich jeder Einwohner einer Region erreicht wird.

1Thess 1,8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, sodass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen. (dies schrieb Paulus an die Gemeinde von Thessaloniki, die offenbar fleißig missionierte)

Auch Jesus selbst missionierte nach diesem System:

Lk 8,1 Und es begab sich danach, dass er durch Städte und Dörfer zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm, (der feste Stützpunkt Jesu und seiner Jünger war Kapernaum; Kapernaum war sozusagen die erste Missionszentrale der christlichen Mission)

Lk 9,6 Und sie (die zwölf Apostel; R. B.) gingen hinaus und zogen von Dorf zu Dorf, predigten das Evangelium und machten gesund an allen Orten. (dies geschah auch wieder von Kapernaum aus)

Apg 8,25 Als sie (Petrus und Johannes; R. B.) nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern der Samariter. (dies taten Petrus und Johannes von Jerusalem aus, denn nach der Himmelfahrt des Herrn wurde zunächst Jerusalem zur Hauptmissionszentrale)

Apg 9,32 Es geschah aber, als Petrus überall im Land (mindestens Judäa; R. B.) umherzog (und das Evangelium verkündete; R. B.), dass er auch zu den Heiligen kam, die in Lydda wohnten. (auch dies tat Petrus von Jerusalem aus)

Paulus‘ Stützpunkt war Antiochia (von Antiochia ging die Mission unter den Heiden aus):

Apg 14,26 Und von da fuhren sie (Paulus und Barnabas; R. B.) mit dem Schiff nach Antiochia, wo sie der Gnade Gottes befohlen worden waren zu dem Werk (die erste Missionsreise; R. B.), das sie nun ausgerichtet hatten.

Die Gemeinde zu Antiochia wiederum war durch Missionare aus Jerusalem gegründet worden:

Apg 11,20 Es waren aber einige unter ihnen (Missionare aus Jerusalem; R. B.), Männer aus Zypern und Kyrene, die kamen nach Antiochia und redeten auch zu den Griechen und predigten das Evangelium vom Herrn Jesus.

Weitere Ergänzung

Wie wir oben gesehen haben, hat Gott in sein Missionssystem einige Mechanismen eingebaut, durch die falsche Apostel automatisch abgewehrt werden, falls die Kirche nur und ganz streng dieses System anwendet: Welcher falsche Apostel hat Lust, ohne Ausstattung durch seine Heimatgemeinde loszuziehen, keine Gebühren von seinen Zuhörern zu nehmen, die allseits unbeliebte Buße zu predigen und schließlich und endlich seine Zuhörer auch noch zu bewirten? Wenn also die Kirche mit allem Nachdruck darauf besteht, daß man gemäß Gottes Anweisungen missioniert, dann werden falsche Apostel, also Menschen, die nach schändlichem Gewinn trachten, automatisch draußen bleiben, denn hier gibt es nichts zu verdienen, eher etwas zu verlieren.

Und noch mehr Sperrmechanismen gegen falsche Apostel gibt es:

Jesus fragte die zwölf Apostel: Wer, sagen die Leute, daß ich sei?

Er wollte von ihnen das Bekenntnis hören, daß er der Fels sei, auf dem Gott seine Kirche baut. Jeder wahre Apostel muß irgendwann zu der Erkenntnis gelangen, daß Jesus nicht nur der Christus ist, sondern daß Gott seine Kirche allein und ausschließlich auf diesen Felsen, den sanftmütigen, demütigen und selbsterniedrigten Jesus Christus, baut. Die Herrlichkeit der Kirche besteht nicht in irdischer Macht, Ehre und Wohlleben ihres Klerus sondern in der Vollmacht, die Absolution erteilen zu dürfen (Schlüssel-gewalt). Die Kirche kann bußfertige Sünder bzw.  Gemeindeglieder absolvieren, das heißt Vergebung der Sünden und Befreiung von Sünden zusprechen (von Sünden lossprechen). Das ist die Herrlichkeit der Kirche – sie ist eine große Seelsorgerin und Mutter der Gläubigen. Die Kirche, die die Absolution praktiziert, wird von den Pforten der Hölle nicht überwunden werden, denn sie steht auf dem Fels Christus. Der Christ, der nach seiner Taufe gesündigt hat, kann und soll wieder „zurückschwimmen“, seine Taufe bleibt durchaus gültig, und wieder neu Vergebung der Sünden empfangen auf Grundlage des Sühneopfers Jesu, mit dem er durch seine Taufe verbunden ist. Jesus ist der Fels der Kirche, weil man durch sein Werk am Kreuz immer wieder neu Vergebung der Sünden empfangen kann (wenn man Buße tut). Die Kirche bzw. ihre Amtsträger sprechen dem Bußfertigen nach der Beichte im Namen Gottes die Vergebung zu bzw. sprechen ihn auch los von Sünden, damit er Befreiung erfährt. Das alles geschieht auf Grundlage des Sühneopfers Jesu, des Felsens der Kirche.

Matthäus 16, 13-20 13 Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? 14 Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. 15 Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? 16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! 17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. 19 Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein. 20 Da gebot er seinen Jüngern, niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

Falsche Apostel werden dadurch identifiziert, daß sie nicht dem bußfertigen Sünder vergeben wollen auf der Grundlage des Opfers Jesu. Sie rufen zum Beispiel wie der Papst auf zu guten Werken, um mit Gott ins Reine zu kommen.

Siehe auch Papst

Und, natürlich, die Kirche die an der Absolution festhält, wird niemals zu irdischer Herrlichkeit gelangen, denn das menschliche Fleisch, die Menschheit ist werksgerecht. Die meisten Menschen hören viel lieber die Predigt der falschen Apostel (z. B. Papst, katholische Bischöfe und Priester), der Mensch könne durch gute Werke Gottes Wohl-gefallen erlangen.

Die wahre Kirche samt ihrer echten Apostel setzt das Werk Jesu fort, Menschen der Finsternis zu entreißen. Dies erregt natürlich den äußersten Unwillen und Zorn der boshaften Mächte, der bösen Geister, und sie werden die Ungläubigen gegen die Kirche aufhetzen. Der einzige Weg für den Christen dieser Verfolgung zu entgehen, wäre es, wieder zum Sünder zu werden, was ihm aber die ewige Verdammnis einbringen würde. Aber diese Gefahr des Abfalls ist für den Christen wirklich da, denn die falschen Apostel haben Religionen ersonnen (menschengemachte Religionen) wie Katholizismus, Islam, Billige-Gnade-Protestantismus, evangelikaler Glaube, etc., wo man gläubig und trotzdem ein Freund der Welt sein kann. Denn diese Religionen verlangen von ihren Gläubigen nicht die Nachfolge Jesu im Alltag, was den Anstoß der Welt erregen würde, was das wirklich Schwere wäre, sondern nur das Halten bestimmter Rituale, wodurch ihre Gläubigen vermeintlich das Heil erlangen – sehr teuflisch. Die Wahrheit ist, daß all diese werksgerechten Pseudo-Heiligen verloren gehen werden, denn sie waren nichts weiter als kleine, miese, egoistische, sexuell unzüchtige Spießbürger, religiös sehr tolerant (außer bezüglich des echten Christentums), die dem Materialismus frönten.

Und daran sind die bösen Apostel auch zu erkennen, daß sie eben irgendwelche Dinge lehren, die den Menschen von der Nachfolge Jesu im Alltag dispensieren. Im Gegensatz dazu werden echte Apostel bzw. Missionare immer lehren, daß der wahre Christ auch im Alltag, egal wo er ist, ob er wacht oder schläft, Jesus nachfolgen muss. Der Christ darf nicht die religiöse Toleranz, sexuelle Unzucht und den Materialismus oder sonstigen Götzendienst der Welt mitmachen. Wenn er eine menschengemachte Religion annimmt, die ihm vorgaukelt, das ginge doch, dann wird er erst recht verlorengehen.

Diese Rede von der Kirche in Niedrigkeit auf Erden (liebevolle Seelsorge statt Ausübung irdischer Macht) mußte den Aposteln so unglaublich erscheinen, daß Jesus ihnen die Gnade erwies, schon hier auf Erden seine Herrlichkeit sehen zu dürfen. Dies geschah auf dem Berg der Verklärung. Die Rolle, die die Kirche samt ihres Klerus auf Erden spielt, nämlich die einer Seelsorgerin und Mutter der Gläubigen, ist kein Ausdruck von Schwäche. Auch ihr Herr ging umher als liebender Seelsorger, nicht nach irdischer Macht strebend, obwohl er doch im Verborgenen der mächtige Christus war, was die Jünger auf dem Berg der Verklärung sehen durften. Ihn, dessen Sanftmut und Demut sie vielleicht als Schwäche auszulegen geneigt waren, sahen sie nun in der Herrlichkeit Gottes erstrahlen, sahen ihn als den ewigen Gott. Nur die bösen Mächte und die sündige Welt sehen einen Widerspruch zwischen Macht und seelsorgerlicher Liebe, betrachten den liebevollen Seelsorger als Schwächling. Sie können sich nicht vorstellen, daß der Liebende auch ein Mächtiger sein könnte, aber dennoch ist es bei Christus so. Der liebevolle Christus ist auch der mächtige Christus, der ewige Gott. Und auch die liebende Kirche wird dermaleinst zur Herrlichkeit des Sohnes Gottes erhoben werden.

Falsche Apostel werden nie zu der Überzeugung gelangen, daß dieser sanftmütige und demütige Jesus von Nazareth der ewige Sohn Gottes und Gott ist, gleich mächtig und ewig wie Gott, der Vater. Sie werden dem Vater immer ihre eigenen, niedrigen Charakter-eigenschaften wie Gier nach Macht, Ehre und Reichtum beimessen, ihn vom Sohn Gottes, Jesus,  charakterlich verschieden sein lassen. Dies tat zum Beispiel der Irrlehrer Arius (siehe unten, „Die unheiligen Drei“). Unerträglich ist für falsche Apostel der Gedanke, Gott, der Vater, wäre charakterlich wie Jesus von Nazareth. Aber das ist die Wahrheit. Wäre Gott, der Vater, Mensch geworden, er hätte sich genauso wie Jesus verhalten. Wir kommen also an Jesus nicht vorbei, wenn wir den Vater kennen wollen – der Vater ist eins mit seinem Sohn. Es gibt keine Gotteserkenntnis unabhängig von Jesus von Nazareth. Wer das behauptet, lügt.

Siehe auch Die unheiligen Drei

Warum konnten sie den besessenen Knaben nicht heilen?

Nun, es scheint, daß Judas Iskariot immer mehr Einfluss unter den Jüngern gewann. Er ist das Paradebeispiel eines falschen Apostels. All das Negative, was ich oben geschildert habe, traf auf ihn zu. Judas war drauf und dran die kleine Kirche Jesu, die Schar der Jünger, durch seinen Unglauben zu verderben und da konnten sie kaum mehr heilen, denn Judas‘ Unglaube fraß um sich wie Krebs.

Wir nehmen es heute als selbstverständlich hin, daß in den großen Kirchen praktisch keine Heilungen mehr stattfinden. Da machen wir einen großen Fehler. Die Abwesenheit von Wundern in den großen Kirchen (katholische Kirche, evangelische Kirche) heute ist der eindeutige Beweis dafür, daß dies keine christlichen Kirchen mehr sind, daß der Heilige Geist dort nicht gegenwärtig ist. Diese Kirchen werden von falschen „Aposteln“ regiert. Wenn man sich mit der Geschichte der Kirche befasst, sieht man, daß in der ältesten Kirche (auch noch nach dem apostolischen Zeitalter) Wunder selbstverständlich waren, an der Tagesordnung waren. Wunder und Heilungen gehören ganz selbstverständlich zur wahren Kirche. Eine Kirche ohne Wunder und Heilungen ist schlichtweg keine Kirche.

Das Kreuz Christi

Die Jünger konnten weder die 5000 speisen noch den besessenen Knaben heilen. Jesus mußte ihnen jeweils aushelfen. Dabei müssen wir berücksichtigen, daß er ihnen ja längst apostolische Vollmacht gegeben hatte – sie waren sozusagen durch seine Ordination „kleine Christusse“. Wäre mit ihrem geistlichen Leben alles in Ordnung gewesen, hätten sie durchaus selbst die 5000 speisen können und den Besessenen heilen, in der Kraft ihrer Vollmacht, die sie von Jesus hatten.

Weswegen aber konnten sie ihre Vollmacht nicht einsetzen, schienen sie sie gleichsam verloren zu haben?

Nun, dies war eben der Einfluß des personifizierten Unglaubens Judas Iskariot. Judas hatte eben keine Lust, sein Kreuz auf sich zu nehmen täglich wie Jesus Christus. Damit aber schied er sich innerlich von Christus. Und dieses giftige Krebsgeschwür Judas beeinträchtige die geistliche Gesundheit der ganzen Körperschaft, besser des ganzen Körpers, der Zwölf bzw. Elf.

Lukas 9, 21-27 21 Er aber gebot ihnen, dass sie das niemandem sagen sollten (das er der Christus sei; R. B.), 22 und sprach: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferstehen. 23 Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten. 25 Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst? 26 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel. 27 Ich sage euch aber wahrlich: Einige von denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes sehen.

Judas wollte herrschen, Kohle machen, suchte weltliche Ehre und Anerkennung. Religion war ein Geschäft für ihn und ein Mittel, um Macht und Ehre in dieser Welt zu erlangen. Sein Kreuz auf sich zu nehmen, lag ihm unglaublich fern. Nichts kotzte ihn mehr an, als sich um kleine, lausige, widerliche Sünder zu kümmern, ihnen zu predigen, daß Jesus am Kreuz ihre Sünden getragen hat und deshalb auch noch verfolgt zu werden. Sicherlich stützte er sich auch auf seine Abstammung von Abraham, seine Beschneidung und sein (vermeintliches) Halten des Gesetzes der Thora – er sah sich sicherlich als vorbildlichen Juden.

Gal 5,11 Ich (Paulus; R. B.) aber, liebe Brüder, wenn ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich dann Verfolgung? Dann wäre das Ärgernis des Kreuzes aufgehoben.

Judas war innerlich ganz Jude, obwohl er sich äußerlich zu Jesus hielt. Im Gegensatz dazu war Paulus wirklich Christ und nicht Jude. Paulus glaubte, daß Jesus seine Sünden am Kreuz getragen hat – die Rechtfertigung des Sünders aus Glauben. Paulus hatte die Vergebung auch wirklich, denn er war sakramental getauft, von neuem geboren aus Wasser und Geist. Dieser Geist, den Paulus hatte, predigt das Kreuz Christi. Nicht allein die Predigt vom Kreuz ist es, die die Verfolgung (leiden und verworfen werden) auslöst sondern letztlich der Geist Christi und Gottes, dessen der Gläubige teilhaftig ist. Die Welt hasst die Gläubigen, weil sie eines anderen Geistes sind. Aber eben dieser Geist macht, daß für den Gläubigen der gekreuzigte Christus im Mittelpunkt steht, durch den er Vergebung und Befreiung von Sünden hat. Dieser Geist treibt auch den Gläubigen, den Sündern das Evangelium von Jesus, der für uns am Kreuz gestorben ist, zu predigen. Für Paulus war seine Beschneidung, seine Abstammung von Abraham, sein Halten des Gesetzes als Jude keinen Pfifferling mehr wert, ja er erachtete es sogar als Scheißdreck – diese Erkenntnis wirkte der Heilige Geist.

Ein Stück weit färbte der Unglaube des Judas auf die Jünger ab und deswegen verloren sie ihre Vollmacht.  Deswegen sagt Jesus ihnen mehrmals von seinem Leiden und Sterben, um ihnen ein Beispiel zu geben, das sie nachahmen sollten. Jesus suchte nichts in dieser Welt, weder Macht, Ehre noch Reichtum. Er strebte allein nach der Rettung der Sünder und war bereit fur sie am Kreuz zu sterben. Aber eben diese Gesinnung machte ihn unendlich wohlgefällig in Gottes Augen. Durch diese Gesinnung blieb Jesus in Gott, wie es auch anders nicht sein konnte. Und deswegen hörte der Vater Jesus allezeit und er konnte heilen und Wunder tun. Das war die Not der Jünger, daß sie diese Gesinnung Jesu noch nicht hatten.

Phil. 2, 8-9 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist.

Wer ist der Größte?

Lukas 9, 46-48 46 Es kam aber unter ihnen der Gedanke auf, wer von ihnen der Größte sei. 47 Als aber Jesus den Gedanken ihres Herzens erkannte, nahm er ein Kind und stellte es neben sich 48 und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinste ist unter euch allen, der ist groß.

Dies ist die typische Frage der falschen Apostel. Die Leute, die nur schändlichem Gewinn suchen, die Buße nicht predigen, keine materielle Hilfe leisten, die bußfertigen Sünder nicht absolvieren, nicht heilen können, das sind auch diejenigen, die immer die Größten sein wollen. Natürlich waren die Zwölf keine falschen Apostel, ausgenommen Judas, aber Judas übte einen negativen Einfluss auf die anderen aus. Sicherlich war es Judas, von dem der üble Gedanke ausging, wer unter ihnen der Größte sei.

Jesus aber, der tatsächlich der Größte war, kümmerte sich einfach demütig um ein Wai-senkind, stellte aber seinen Rang Gott anheim. Vielleicht war das Waisenkind von seinen jüdischen Eltern verstoßen worden, weil es an Jesus glaubte oder es hatte gläubige Eltern, die früh verstorben waren (die Juden stießen ja diejenigen aus der jüdischen Gesellschaft aus, die an Jesus glaubten, was auch zu schweren existenziellen Nöten führen konnte; vielleicht führte dieser extreme Stress dazu, daß nicht wenige Gläubige eines frühes Todes starben und Waisenkinder hinterließen). Jesus war der Größte, weil er das kleinste Ego hatte, völlig in Gott geborgen war. Er sorgte sich praktisch überhaupt nicht um sich selbst, sondern sah immer die Not seiner Mitmenschen. Jesus war die personifizierte Liebe Gottes, Gottes Sohn.

Jak 1,27 Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten.

Lk 7,28 Ich sage euch, dass unter denen, die von einer Frau geboren sind, keiner größer ist als Johannes; der aber der Kleinste ist im Reich Gottes, der ist größer als er.

(der „Kleinste“ im Reich Gottes ist Jesus – er hat das kleinste Ego; aber wer konnte größer sein, höheren Rang haben, als Johannes als allein Jesus, der ja nur scheinbar der biologische Nachkomme von Joseph und Maria war; in anderen Worten: Der größte Mensch aller Zeiten aus dem alten Menschengeschlecht in Gottes Augen war Johannes der Täufer – größer als er war nur der Sohn Gottes, Jesus, der Erstgeborene eines neuen Menschgeschlechts, die personifizierte Liebe)

Manche von diesen Waisenkindern, die wegen ihres Glaubens ihr Elternhaus verloren hatten, ehrte Jesus anscheinend damit, daß er ihnen die Gabe des Exorzismus gab. Der wahre Apostel erkennt solche an, die Gott mit einer Geistesgabe geehrt hat.

Schlussfolgerung:

Der wahre Apostel bzw. Missionar kümmert sich nicht um seinen Rang, sondern hilft Witwen und Waisen, die Trübsal leiden wegen ihres Glaubens.

Der falsche Apostel dagegen ist ganz auf seinen Karriere bedacht, schaut auf seinen Aufstieg, und läßt die bedürftigen Gläubigen in ihrer Not umkommen.

Warum wollten Johannes und Jakobus Feuer vom Himmel fallen lassen auf das Dorf der Samariter? Warum  hat Lukas diese Begebenheit überliefert?

Nun, Johannes und Jakobus waren kurz vor dieser Begebenheit zusammen mit Jesus auf dem Berg der Verklärung gewesen und hatten Jesus als ewigen Gott, in der Gestalt Gottes gesehen. Dies muß ihnen in den Kopf gestiegen sein. Sie wollten nun vor der Zeit richten. Gewiß, eines Tages werden die Gläubigen mit Jesus zusammen das Gericht halten, aber zu Lebzeiten Jesu auf Erden war diese Zeit noch nicht gekommen. (die Kirche darf erst richten nach ihrer Verherrlichung, das heißt nach der ersten Auferstehung der Toten)

1Kor 4,5 Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und wird das Trachten der Herzen offenbar machen. Dann wird einem jeden von Gott sein Lob zuteil werden.

Mt 19,28 Jesus aber sprach zu ihnen (die zwölf Apostel; R. B.): Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet bei der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit, auch sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels.

1Kor 6,2 Wisst ihr (die Korinther; R. B.) nicht, dass die Heiligen die Welt rich-ten werden? Wenn nun die Welt von euch gerichtet werden soll, seid ihr dann nicht gut genug, geringe Sachen zu richten?

Jesus weist die Beiden scharf zurecht. Solange der Jünger auf Erden lebt, soll er sich an dem Werk Jesu beteiligen, Seelen zu erretten. Wie sein Herr soll der Jünger, während die Gnadenzeit auf Erden noch andauert, nicht richten.

Jesus sprach zu ihnen: „Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschen-sohn ist nicht gekommen, das Leben der Menschen zu vernichten, sondern zu erhalten.“

Völlig rechtens wäre es allerdings gewesen, wenn die Jünger diese Rechtssache einfach Gott anbefohlen hätten. Der Jünger soll zwar auf Erden nicht richten, aber das heißt nicht, daß Gott selbst nicht auch schon  hier auf Erden richten kann. Nein, wenn die Jünger ihre Rechtssachen Gott befehlen, wird er ein mächtiger Mann dies Krieges für sie sein gegen ihre Feinde, wird ihre Rechtssachen führen.

Dies ist etwas, was falsche Apostel nie lernen, ihre Rechtssachen Gott zu befehlen (Jako-bus und Johannes waren keine falschen Apostel, denn sie ließen sich ja vom Herrn korrigieren). Wie viel Blut haben zum Beispiel viele Päpste und Mohammed vergossen? Sie maßten sich an, sie dürften das Gericht Gottes in die Hand nehmen – wahrhaft falsche Apostel, die des Lehrers der Kirche entbehrten, des Heiligen Geistes.

Die drei Pseudo-Apostel

Der Erste hoffte einfach soziale Sicherheit bei Jesus zu finden, deswegen sagt ihm Jesus, welch einfaches bis ärmliches Leben zum Teil er selbst führen mußte. Das Streben nach sozialer Sicherheit ist kein guter Grund, ein geistliches Amt zu begehren.

Den Zweiten wollte Jesus ordinieren, aber anscheinend kam er aus wohlhabenden Ver-hältnissen und wollte sich keinesfalls sein Erbteil entgehen lassen, das er nach dem Begräbnis seines Vaters in Empfang genommen hätte. Wenn er einfach den Ruf Jesu angenommen hätte und hätte sich der Verkündigung des Reiches Gottes gewidmet, dann hätte Gott schon die Sache mit dem Erbe für ihn geregelt. Außerdem: Durch die Verkündigung des Evangeliums bzw. des Reiches Gottes können geistlich Tote zu geistlich Lebendigen werden, was eine großartige Sache, ein gewaltiges, wunderbares Werk ist. Deswegen ist die Verkündigung des Evangeliums wohl eindeutig eine wichtigere Aufgabe, als geistlich Tote zu begraben. Die geistlich Toten können selber ihre geistlich und körperlich Toten begraben. Der geistlich Lebendige widme sich besser der Aufgabe noch physisch lebendige geistlich Tote lebendig zu machen durch das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus.

Mt 6,33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

Der Dritte wollte sich einfach aus dem normalen, menschlichen Leben davonstehlen, sogar seine Familie im Stich lassen. Anscheinend hatte er auch berufliche Probleme, war einer, der beim Pflügen nach hinten schaut (wie viele Pflüge mag er ruiniert haben, weil er gr0ßen Steinen im Acker nicht ausgewichen war, weil er nach hinten schaute). Wer aus profanen Gründen Probleme im Alltag hat, der soll nicht ein geistliches Amt begehren, sondern erst diese Probleme auf gewöhnliche Art lösen (mehr Fleiß, Erwerb von Fertigkeiten und Kenntnissen, Berufswechsel, etc.) Was soll denn Gott mit jemand anfangen, der beim Pflügen nach hinten schaut? Wer schon in einem weltlichen Beruf nachlässig ist, wird es erst recht in einem geistlichen sein, denn da sind die Herausforderungen viel größer. (man muß natürlich immer prüfen, ob jemand nicht aufgrund von Verfolgung berufliche Probleme hat; einem solchen muß man großes Verständnis entgegenbringen und ihn unterstützen)

Hätte Gott übrigens den Dritten tatsächlich ordiniert, dann hätte er ruhig bei seiner Familie bleiben können. Das verlangt ja Gott gar nicht, daß ein Ordinierter seine Familie und sein Haus verläßt – im Gegenteil. Ein Ordinierter vollzieht letztlich nur einen Berufs-wechsel, wird zum Beispiel vom Bauern zum Missionar – und natürlich ist der Missionar seines Lohnes wert und Gott wird ihn und seine Familie durch die Gaben, der von ihm gegründeten Gemeinden, versorgen. Wer wirklich ordiniert ist, der wird auch versorgt – die Ordination macht’s.

1Kor 9,5 Haben wir (z. B. Paulus; R. B.) nicht auch das Recht, eine Schwester als Ehefrau mit uns zu führen wie die andern Apostel (die Zwölf; R. B.) und die Brüder des Herrn (leibliche Brüder von Jesus; R. B.) und Kephas (Petrus; R. B.)?

Also spätestens als Paulus seinen ersten Brief an die Korinther schrieb, waren viele führende Männer der ältesten Kirche verheiratet. Gott verlangt offensichtlich nicht, daß ein Missionar sich von seiner Familie trennt, denn sonst hätten ja wohl jene ihre Ehefrauen nicht mit sich geführt.

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