Auslegung Lukasevangelium, Kap. 10; Die siebzig Jünger und der barmherzige Samariter

Bibeltext: Lukasevangelium, Kapitel 10 (bitte anklicken und lesen)

(bitte vorher unbedingt auch Auslegung zu Kapitel 9 lesen)

Warum ordiniert der Herr außer den Zwölfen weitere siebzig und sendet sie aus?

Nun, Lukas 9 endete mit den drei Pseudo-Aposteln. Sie wollten sich entweder selbst ordi-nieren oder dem Ruf Jesu nicht gehorsam sein und so blieben sie letztlich ohne geistliches Amt. Hier bei den Siebzig sehen wir, wie ein Jünger wirklich ein geistliches Amt erlangt: Er ruft sich nicht selbst, sondern wird vom Herrn gerufen und außerdem nimmt er den Ruf des Herrn, wenn es so weit ist, ohne jedes Problematisieren an.

Warum waren es ausgerechnet siebzig?

Siebzig ist sieben mal zehn. Sieben spricht von der Gesamtkirche aller Zeiten (siehe die sieben Gemeinden Kleinasiens aus der Offenbarung) und zehn spricht von der kleinen, lokalen Gemeinde (siehe der Rat Jitro’s, des Schwiegervaters Mose, das Volk Israel in kleine Gemeinden aufzuteilen; die kleinste Gemeinde bestand aus zehn Israeliten).

2Mo 18,21 Sieh dich aber unter dem ganzen Volk um nach redlichen Leuten, die Gott fürchten, wahrhaftig sind und dem ungerechten Gewinn Feind. Die setze über sie als Oberste über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn,

Lukas will uns also durch diese Begebenheit mitteilen, daß alle Gemeinden der Kirche aller Zeiten sich an der Mission beteiligen sollen. Nur so ist die Durchdringung aller Regionen mit dem Evangelium bis in die Tiefe gewährleistet (siehe dazu auch Auslegung von Lukasevangelium, Kap. 9). Was ich sagen will, ist, daß eine kleine Ortsgemeinde nicht darauf warten muß/soll bis irgendein auswärtiger Missionar vorbeikommt, um in ihrer Umgebung zu missionieren, sondern sie soll das einfach selbst tun. Sie soll geeignete Leute aus ihrer Mitte erwählen, die sie zu diesem Dienst einsetzt.

Und jene, die Jesus gerade eingesetzt hatte, forderte er auf, Gott zu bitten, weitere Arbeiter in die Ernte zu senden. Das bestätigt das eben Gesagte. Angenommen, durch den Dienst einer relativ kleinen Ortsgemeinde entstehen wieder neue Gemeinden in ihrer Umgebung, dann sollen auch jene wieder in ihrer Umgebung missionieren – Gott will wirklich, daß jeder einzelne Mensch mit dem Evangelium erreicht wird, es soll keine weißen Flecken auf der Landkarte geben bezüglich des Evangeliums.

Apg 17,30 Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun.

Kol 1,28 Den verkündigen wir und ermahnen alle Menschen und lehren alle Mens-chen in aller Weisheit, damit wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen.

1Tim 2,4 welcher (Gott; R. B.) will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Hinweis: Wenn in einem Ort jeder das Evangelium gehört hat und somit der Ort in Kirche (Christen) und Welt (vorerst ungläubig Gebliebene) aufgeteilt ist, dann soll man nicht mehr weiter missionieren, sondern die ungläubig Gebliebenen Gott anbefehlen und sich ihnen gegenüber gemäß der Bergpredigt verhalten, dem Wort von der Geduld.

Was die Besoldung der Missionare angeht, siehe Auslegung Kapitel 9.

Wie den Zwölfen wird auch den Siebzig und damit der Kirche aller Zeitalter ein Trost gegeben. Missionare sollen sich nicht selbst zerfleischen, martern, an sich selbst zweifeln, wenn viele ihre Botschaft nicht annehmen. Deswegen erwähnt Jesus hier Ortschaften, wo er selbst, der heilige Sohn Gottes, missioniert hat und die doch größtenteils ungläubig geblieben sind.

„Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida!“

Der Abschuss ist natürlich Kapernaum. Mit vollem Recht darf man sagen, ohne sich des Spotts, des Hohns oder der Blasphemie schuldig zu machen, daß der lebendige Gott einige Jahre ihn Kapernaum gewohnt hat – Jesus. Dennoch scheinen sie größtenteils ungläubig geblieben zu sein – unfassbar!!!. Wer ist der beste Missionar überhaupt, wenn nicht Gott oder Gottes Sohn selbst. Der Unglaube der Leute von Kapernaum konnte also keinesfalls durch Fehler des Missionars verursacht gewesen sein, sondern es lag an ihnen selbst – sie bevorzugten den zeitlichen Genuß der Sünde gegenüber dem ewigen Heil.

„Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden.“

Lk 10,16 Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.

Jeder Missionar, der wirklich von Gott ordiniert ist, darf sich sicher sein, daß Gott durch ihn wirkt. Er soll sich nicht durch den Unglauben der Menschen entmutigen lassen. Mit dem Missionarsamt ist auch die Gabe der Heilung und des Exorzismus verbunden. Sollte dem Missionar allerdings diese Gabe abhanden kommen, dann hätte er einen wirklichen Grund, an sich selbst zu zweifeln. Daß moderne Geistliche überhaupt keine über-natürlichen Fähigkeiten haben, ist nicht normal, sondern ein Zeichen für den totalen Abfall der Kirchen vom Glauben. Der heilige Geist, der Wunder wirken könnte, hat praktisch alle Kirchen verlassen.

Wie der Missionar sein Amt wieder verlieren kann, dazu siehe Auslegung Kap. 9 (falsche Apostel)

„Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz.“

Was meint Jesus damit?

Nun, der Satan fiel sozusagen aus allen Wolken, als Jesus die Entscheidung traf, für die Sünder am Kreuz zu sterben. Diese scheinbare Niederlage des Sohnes Gottes war in Wirklichkeit sein Triumph über die Mächte und Gewalten der Finsternis.

Johannes 12, 20-36 20 Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufge-kommen waren, um anzubeten auf dem Fest. 21 Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen. 22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen’s Jesus weiter. 23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. 25 Wer sein Leben lieb hat, der wird’s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s erhalten zum ewigen Leben. 26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren. 27 Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. 28 Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn abermals verherrlichen. 29 Da sprach das Volk, das dabeistand und zuhörte: Es hat gedonnert. Die andern sprachen: Ein Engel hat mit ihm geredet. 30 Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen. 31 Jetzt ergeht das Gericht über diese Welt; nun wird der Fürst dieser Welt ausgestoßen werden. 32 Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. 33 Das sagte er aber, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde. 34 Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus in Ewigkeit bleibt; wieso sagst du dann: Der Menschensohn muss erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? 35 Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht. 36 Glaubt an das Licht, solange ihr’s habt, damit ihr Kinder des Lichtes werdet. Das redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen.

Diese Begebenheit, die Johannes überliefert hat, trug sich zu, als Jesus schon auf einem Esel nach Jerusalem hineingeritten war. Die Kreuzigung stand also unmittelbar bevor: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt … Und diese Kreuzigung Jesu führte dazu, daß der Fürst dieser Welt, der Teufel und Satan, ausgestoßen wurde und wie ein Blitz vom Himmel fiel. Dies bedeutet: Durch den Kreuzestod Jesu verlor der Satan die Macht über alle Menschen (die an Jesus glauben) – insofern bedeutete der Tod Jesu am Kreuz einen großen Sturz für ihn.

Kol 2,15 Er (Gott; R. B.) hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus (durch seinen Tod am Kreuz; R. B.).

Wie passt das in den Gesamtzusammenhang von Lukas 10? Nun, die Siebzig freuten sich, daß sie die Kraft hatten, Dämonen auszutreiben im Namen Jesu. Dies allerdings war ja nur eine Folge dessen, daß Jesus sie ordiniert hatte.

Warum hatte er sie denn ordiniert?

Sie waren offensichtlich solche, die in seiner Kraft ihres sündiges Fleisch, ihre sündige Natur überwanden – sei hatten wirklich Teil am Sieg Jesu über den Teufel, der sie vormals mittels ihres sündigen Fleisches uneingeschränkt beherrscht hatte, durch ihren Glauben an Jesus.

Epheser 2, 1-3 1 Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. 3 Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.

Und ihre Namen waren im Himmel angeschrieben, weil sie wirklich glaubten. Durch den Glauben an Jesus, in der Kraft Jesu hatten sie ein sittlich-moralisch einwandfreies Leben geführt, weswegen sie Jesus ordinieren konnte. Sie hatten den wahren Glauben, den Glauben, der überwindet (das sündige Fleisch). Wegen ihrer Ordination konnten sie Dämonen austreiben. Der Dienst, den die Jünger in der Kraft Jesu vollbrachten, war also ein sichtbares Zeichen ihres ewigen Heils, sichtbarer Glaube. Sie hielten Glauben, indem sie beständig ihr sündiges Fleisch überwanden durch Jesus. Indem sie ihr sündiges Fleisch überwanden, wurden sie frei zur Nächstenliebe.

2. Thimotheus 4, 7-8 Ich (Paulus; R. B.) habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.

Paulus hatte die Heilsgewissheit, wußte, daß sein Name im Himmel angeschrieben ist – aber nicht aufgrund eines Bibelverses (z. B. Joh. 3, 16), auf den er sich lächerlicherweise gestützt hätte, sondern sein Dienst, den er in der Kraft Jesu getan hatte, gab ihm die Gewissheit des Wohlgefallens Gottes, des ewigen Heils.

Was haben die siebzig Jünger mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter zu tun?

Diese Siebzig waren wirkliche, barmherzige Samariter. Sie waren es, die jene heilten, denen die unsichtbaren Mächte und Gewalten furchtbare Wunden geschlagen hatten durch falsche Geistliche, die eine falsche Religion predigten.

Sicherlich war es auch im Israel zur Zeit Jesu nicht an der Tagesordnung, daß man von irgendwelchen Räubern überfallen wurde, die einen schwerverwundet liegen ließen. Wenn in einem Land solche Dinge an der Tagesordnung wären, dann würde ja die Gesellschaft eines solchen Landes sehr schnell zusammenbrechen. Auf der anderen Seite war es aber sicherlich auch nicht unmöglich. Vielleicht ging es Jesus ja nicht nur um Opfer eines gewöhnlichen Raubüberfalls sondern auch um Verbrechensopfer im übertragenen Sinne.

Man kann einen Menschen auch verwunden, ohne daß man mit einem Messer auf ihn einsticht oder mit einem Knüppel auf ihn einschlägt. Dies geschieht, wenn man bei einem Menschen Sündennot verursacht und nicht sofort die Botschaft vom Heil „hinter-herschiebt“, durch die die unsichtbare, klaffende Wunde der Sündennot gleich wieder geschlossen würde. Alle sogenannten Geistlichen, Ältesten, Prediger, Pastoren, Pfarrer, Priester, etc., die Menschen in Sündennot bringen, dabei den Menschen aber nicht das wahre Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus darreichen, sind in Wirklichkeit Räuber und Verbrecher, Seelenmörder, sogar Mörder im profanen Sinne, denn permanente Sündennot wirkt sich absolut zerstörerisch aus auf das Leben des Einzelnen. Tag aus Tag ein, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr besucht so ein armer Mensch, der in Sündennot ist, den Gottesdienst einer evangelikalen Gemeinde oder einer katholischen Gemeinde oder einer evangelischen Gemeinde, etc., aber findet doch keine Linderung seines Schmerzes. Er ist in ernster Gefahr, psychisch und physisch jämmerlich zugrunde zugehen.

Hier spielt übrigens auch die Sache mit dem Unmündig-Sein mit herein. Der wirklich Unmündige wird sich niemals von der Überzeugung abbringen lassen, daß Glaube an Gott immer mit sittlich-moralischer Besserung einhergehen muß – da ist er einfach wie ein kleines Kind, unmündig (siehe Anmerkung, unten). Die Führer der „Mündigen“ („Weise“ und „Kluge“) nun, sogenannte Geistliche, Älteste, Prediger, Pastoren, Pfarrer, Priester, etc., versichern nun jenem Unmündigen, er könne auch ohne wirkliche und permanente Buße das Wohlgefallen Gottes erlangen – bei der katholischen Kirche zum Beispiel durch gute Werke und die Eucharistie, bei der evangelischen Kirche durch den Billige-Gnade-Jesus, also den Jesus, der von der evangelischen Kirche zu einem reinen Sündenbock degradiert wurde, der nicht zur Nachfolge befreien will. Der Unmündige wird sich mit der Botschaft der Mündigen niemals ganz zufrieden geben können, er wird weiter den Schmerz seiner tiefen, inneren Wunde spüren, weil er es nicht schafft, sich in eine völlige Autosuggestion zu versetzen, seine Sünden seien vergeben unabhängig von seinem sittlich-moralischen Wandel. Er wird es nicht schaffen, sein Gewissen abzutöten.

Zur Zeit Jesu war die öffentlich anerkannte Religion in Israel das Gesetzes-Judentum, das überhaupt nicht der korrekten Auslegung des alten Testamentes entspricht. Sicherlich ward die Botschaft von einem Erlöser, der Sünden vergeben und von Sünden befreien konnte, damals selten gehört in Israel und so gab es damals sicherlich viele Menschen, die mit einer unsichtbaren Wunde herumliefen, aber keine Heilung fanden. Jene mit der Wunde konnten und wollten sich nicht abspeisen lassen mit folgender (falscher)Behauptung: Das Wohlgefallen Gottes hat man schon dann, wenn man ein Nachkomme Abrahams ist, beschnitten ist und das Gesetz der Thora dem Buchstaben nach hält. Solche brauchten dringend einen guten Samariter, der ihre Wunden verband, Öl und Wein darauf goss, sie in eine Herberge brachte und pflegte. (übrigens entspricht die Botschaft von einem Erlöser der korrekten Auslegung des alten Testamentes; auch die heutigen Juden legen das alte Testament immer noch falsch aus, indem sie zum Buchstabendienst aufrufen)

Öl und Wein sind sicherlich ein Bild auf den Heiligen Geist; die Herberge ein Bild auf die christliche Kirche und die Pflege ein Bild auf die Seelsorge durch die Kirche.

Und so kommen wir zurück zu den Siebzig. Genau sie gingen ja umher und predigten wahre Buße und das heilsame Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus. Sie sagten den Leuten, sie sollten sich eben nicht stützen auf ihre Abstammung von Abraham, ihre Beschneidung und ihr dilettantisches Halten des Gesetzes (gemäß Römerbrief, Kapitel 2 war es bei den Juden sehr beliebt, andere nach dem Gesetz zu richten, aber sich selbst nicht – und man bildete sich auch noch ein, dies sei Gott wohlgefällig),  sondern wirklich und ehrlich Befreiung von Sünden suchen und sie in Jesus finden. Nur so konnte die klaffende Wunde geschlossen werden, heil werden.

Schon Johannes der Täufer hatte ja gepredigt: Mt 3,9 „Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.“ und Mt 3,8 „Seht zu, bringt recht-schaffene Frucht der Buße!“

Die Siebzig waren also in Wahrheit gute Samariter. Sie waren einstmals selbst verwundete Unmündige gewesen, aber durch Jesus zurückgekehrt in die vertrauensvolle Gemeinschaft Gottes, des Vaters. Aus dieser Gemeinschaft mit Gott heraus sahen sie die Not der Unmündigen, die noch nicht glaubten, wollten unbedingt helfen. Sie gaben den Unmündigen nicht nur Worte, sondern nahmen sie auf ihn ihre sakrale Gemeinschaft, wo Gott gegenwärtig war, so wurde die Wunde der Unmündigen geheilt durch Gott selbst, der das Leben ist.

Weshalb überliefert Lukas die Begebenheit mit Martha und Maria?

Martha repräsentiert das Gesetzes-Judentum. Das Problem der Gesetzes-Juden war ihre mangelhafte Gotteserkenntnis. Sie feierten einen eigenwilligen Gottesdienst. Eins aber wäre Not gewesen: Sie hätten Jesus genau zuhören sollen, was ein Gott wohlgefälliger Gottesdienst ist. Bis heute ist das Problem der orthodoxen Juden (Gesetzes-Juden), daß sie sich gegen die christliche Kirche bzw. den heiligen Geist sperren und so bleibt ihr Gottesdienst vergeblich.

Anmerkung

Keine schlimmere Beleidigung gibt es für einen Erwachsenen, als ihn unmündig zu nennen. Aber die sündige Welt, die Menge aller Menschen, die nicht an Jesus glauben, maßt sich dieses scharfe und ungerechte Urteil an über all jene, die einfältig an Jesus glauben. Die Welt betrachtet diejenigen als in der Entwicklung zurückgeblieben, die Glaube und sittlich-moralische Besserung nicht voneinander trennen wollen. Dies ist absolute Dummheit in den Augen der Welt – „so jemand kann doch unmöglich erwachsen sein, das Reifealter erreicht haben!“ Klug und weise in den Augen der Welt ist, wer religiös ist und trotzdem sündigt, es nicht allzu genau nimmt.

Was ist das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus?

Evangelium:

Gott, der Vater, hat Gott, den Sohn, Jesus, um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt von den Toten.

oder

Jesus trug unsere Sünden, als er  am Kreuz für uns starb; er lebt, um uns gerecht zu machen.

Jeder Mensch, der aufrichtig in Buße lebt, merkt, wie ihm sich immer wieder seine sündige Natur, sein sündiges Fleisch in den Weg stellt: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

Es fällt uns einigermaßen leicht, Buße zu tun und zu glauben, daß Jesu Opfer am Kreuz ein Sühneopfer für unsere Sünden war. Allerdings gibt es hier die Gefahr eines sehr schweren Missverständnisses: „Ich kann nun beliebig sündigen, weil ja Jesus die Rechnung im Voraus bezahlt hat.“

Wie wird diesem Missverständnis gewehrt?

Dies macht die sakramentale Taufe (einschließlich Kindertaufe), die neue Geburt aus Wasser und Geist.

Durch die sakramentale Taufe sterben wir zusammen mit Jesus am Kreuz und auferstehen zusammen mit ihm. Durch die Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Unsere sündige Natur, unser sündiges Fleisch, wir selbst ohne Jesus, wird also für tot erklärt. Außerdem empfangen wir den Heiligen Geist. Durch die Taufe lebt Christus in uns durch den Heiligen Geist. Aufgrund dieser beiden Heilstatsachen können wir nun tatsächlich unsere alten Gewohnheiten überwinden. Vergebung und wirkliche Besserung gehen miteinander einher. Indem Gott uns nicht nur vergibt, sondern uns auch hilft, wirklich die Sünden zu lassen, bekommen wir immer mehr ein gutes Gewissen, werden frei von Sündennot ohne jeglichen Selbstbetrug, ohne Autosuggestion. Wir reden uns nicht lächerlicherweise ein, wir bräuchten kein schlechtes Gewissen zu haben, weil ja Jesus alles im Voraus bezahlt habe. Nein, wir hören wirklich auch zunehmend auf mit dem Sündigen durch die befreiende Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu; dadurch bekommen wir wirklich ein gutes Gewissen.

1Petr 3,21 Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi, (der Auferstandene, der Lebendige, macht uns wirklich frei von Sünden; R. B.)

Übrigens bleibt unser Leib sündig in sich selbst auch nach der Taufe. Es ist unsere Verantwortung, täglich die Kraft der Taufe anzuwenden und immer mehr den Willen des Geistes und immer weniger den Willen des Leibes zu tun. Wir müssen es uns täglich in Erinnerung rufen, daß wir in Christus sind durch die Taufe und daß unser altes Leben in der Sünde untergegangen ist, beendet ist durch das Kreuz Christi.

Der wahre Glaube an Jesus besteht darin, nicht nur das Evangelium für wahr zu halten, sondern durch die Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu die sündigen Neigungen zu überwinden und Gott und seinen Nächsten zu lieben.

Ergänzung

Sind die Evangelikalen die perfekten Christen? Sind sie es nicht, die Jesus wirklich nachfolgen, Vergebung und Nachfolge als eine Einheit sehen?

Das Problem bei den Evangelikalen ist, daß sie von den Dingen, die der echte Christ wirklich hat, nur eine bloße Vorstellung (Bild) haben. Die Evangelikalen haben nicht den sakralen Jesus in metaphysischer Wirklichkeit sondern nur einen fiktionalen Jesus, der weder raten noch helfen kann – alles bei ihnen ist Schein, Traum, Halluzination. Wenn jemand von den Waren, die er gerade bei Aldi eingekauft hat, nur ein Bild hätte, dann sähe er ganz schon alt aus. Oder: Wenn ich hungrig bin, brauche ich einen dreidimensionalen Apfel, in den ich wirklich reinbeißen kann – ein Photo von einem Apfel wird meinen Hunger kaum stillen. So bleiben die Evangelikalen „ewig“ hungrig. Die Evangelikalen wären wirklich glücklich zu preisen, wenn es für sie tatsächlich Realität wäre, daß Vergebung durch Jesus mit der Nachfolge Jesu verbunden ist, wie sie mit den Lippen bekennen mögen – daß man Vergebung und Nachfolge nicht auseinanderreißen kann. Leider ist es keine Realität für sie, sondern sie reden nur davon, haben irgendwie eine vage Vorstellung von dieser Sache aber die Sache selbst nicht.

Woran liegt das?

Die Evangelikalen haben eine völlig falsche Lehre von der Taufe. Die richtige Lehre von der Taufe wäre aber die Grundlage für alles Weitere, die Grundlage des christlichen Lebens. Da bei den Evangelikalen schon die Grundlage das blanke Nichts ist, muß auch ihr ganzes sogenanntes Christentum bzw. ihre sogenannte Nachfolge Jesu eine Seifenblase sein oder ein Haus, das auf Sand gebaut ist. Ihre Träumerei hält den Stürmen des Lebens nicht stand, sie werden am Jüngsten Tag doch als Sünder erfunden und verdammt werden.

Die Evangelikalen sehen die Taufe als rein symbolischen Akt, Akt des Gehorsams und öffentliches Bekenntnis des Glaubens. Sie glauben nicht, daß die Taufe die neue Geburt aus Wasser und Geist ist und glauben nicht, daß Gott bei der Taufe handelt, den Täufling neu macht. Bei ihnen ist die Wiedergeburt ein obskures Erlebnis, das von der Taufe unabhängig ist, das sie nicht genauer definieren können.

Durch die Taufe der Evangelikalen wird man nicht wiedergeboren bzw. eine eventuell bereits vorhandene Kindertaufe wird sogar außer Kraft gesetzt. Die Taufe der Evangelikalen ist also nutzlos bzw. sogar schädlich, denn allein die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe, die neue Geburt aus Wasser und Geist, kann uns die Kraft geben, als wahre Christen im Alltag zu leben. Die Evangelikalen sündigen also zweifach: Indem sie mit einer falschen Gesinnung taufen und indem sie trotz ggf. bereits erfolgter, legitimer Kindertaufe nochmals taufen.

Da die Evangelikalen der neuen Geburt entbehren, bleiben sie ganz im Fleisch, in ihrer sündigen Natur, die wir alle von Adam geerbt haben, stecken. Wenn ein Evangelikaler ernsthaft versucht, nach der Bergpredigt zu leben, muß ihn das in die Verzweiflung bis in den Selbstmord treiben, denn die Sünde nimmt Anlaß am Gebot (da der Evangelikale nicht von seinem sündigen Fleisch befreit ist, reizen ihn Gebote nur, noch mehr zu sündigen, auch wenn sein Geist die Sünde lassen will). Natürlich wird er sagen: „Durch die Kraft von Jesus will ich nach der Bergpredigt leben.“ Aber das Problem ist, wie schon gesagt, daß sein Jesus, der evangelikale Jesus, blanke Einbildung ist, nicht existiert, nur fiktional ist. Der Evangelikale ist wie jemand, der sich auf einen Rohrstab stützt, der zerbricht und ihm in die Hand dringt und sie durchbohrt – seine scheinbare Stütze wird ihm zur tödlichen Falle. Der Geist, den die Evangelikalen als Heiligen Geist bezeichnen, muß in Wirklichkeit auch ein Dämon sein, denn der echte heilige Geist würde die Erkenntnis der richtigen Tauflehre geben.

Übrigens folgt aus dem Ganzen, daß die Führer, Leiter, Pastoren, Älteste, etc. der Evangelikalen ganz schlimme Betrüger sein müssen. Ihre scheinbare Vollmacht beim Predigen, ihre scheinbare Gewissenruhe, ihr starkes Selbstbewusstsein, etc. können sie ja nur deshalb haben, weil sie selbst ihre Lehre nicht für wahr halten, eiskalt über dem Ganzen stehen. Sie müssen innerlich Vollheiden sein, für die Glaube nur ein profanes Gewerbe ist. Sie sind heidnische Darsteller einer heidnischen Show, ruhen in ihrem Heidentum, das schlichtweg gar nichts Christliches glaubt und somit keinerlei Unruhe verursacht. Würden sie ihre Lehre für wahr halten und selbst praktizieren, müßten sie ja physisch und psychisch zu Grunde gehen, zu Waschlappen werden. Sie predigen also ihren dummen Schäfchen ganz bewußt einen totalen Unsinn, riskieren den psychischen und physischen Ruin ihrer Schäfchen, nur um die ein oder andere Spende zu kassieren und das ein oder andere dumme, kleine Buch zu verkaufen (vielleicht ist man auch auf staatliche Unterstützung für gemeinnützige Projekte wie Drogenarbeit oder Jugendhilfe aus). Für ein paar „Silbergroschen“ befördern sie ihre eigene Verdammnis und die ihrer Gemeindeglieder. Sie seien deshalb verflucht! Über die gewöhnlichen Gemeindeglieder der Evangelikalen erbarme sich der Herr und führe sie heraus zur wahren Kirche.

 

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