Auslegung der Sprüche Salomos, Kapitel 5

1 Mein Sohn, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre, 2 dass du behaltest guten Rat und dein Mund wisse Erkenntnis zu bewahren! 3 Denn die Lippen der fremden Frau sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glatter als Öl, 4 hernach aber ist sie bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert. 5 Ihre Füße laufen zum Tode hinab; ihre Schritte führen ins Totenreich, 6 dass du den Weg des Lebens nicht wahrnimmst; haltlos sind ihre Tritte und du merkst es nicht. 7 So gehorcht mir nun, meine Söhne, und weicht nicht von der Rede meines Mundes. 8 Lass deine Wege ferne von ihr sein und nahe nicht zur Tür ihres Hauses, 9 dass du nicht andern gebest deine Kraft und deine Jahre einem Unbarmherzigen; 10 dass sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und, was du mühsam erworben, nicht komme in eines andern Haus, 11 und müssest hernach seufzen, wenn dir Leib und Leben vergehen, 12 und sprechen: »Ach, wie konnte ich die Zucht hassen, und wie konnte mein Herz die Warnung verschmähen, 13 dass ich nicht gehorchte der Stimme meiner Lehrer und mein Ohr nicht kehrte zu denen, die mich lehrten! 14 Ich wäre fast ganz ins Unglück gekommen vor allen Leuten und allem Volk.« 15 Trinke Wasser aus deiner Zisterne und was quillt aus deinem Brunnen. 16 Sollen deine Quellen herausfließen auf die Straße und deine Wasserbäche auf die Gassen? 17 Habe du sie allein und kein Fremder mit dir. 18 Dein Born sei gesegnet, und freue dich der Frau deiner Jugend. 19 Sie ist lieblich wie eine Gazelle und holdselig wie ein Reh. Lass dich von ihrer Anmut allezeit sättigen und ergötze dich allewege an ihrer Liebe. 20 Mein Sohn, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere? 21 Denn eines jeden Wege liegen offen vor dem HERRN, und er hat Acht auf aller Menschen Gänge. 22 Den Gottlosen werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden. 23 Er wird sterben, weil er Zucht nicht wollte, und um seiner großen Torheit willen wird er hingerafft werden.

Auslegung

„1 Mein Sohn, merke auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Lehre, 2 dass du behaltest guten Rat und dein Mund wisse Erkenntnis zu bewahren!“

Stellen wir uns einen Menschen vor, der gerade Christ geworden ist. Er war am Sonntag auf einer Missionsveranstaltung der christlichen Kirche, hörte das Evangelium, kehrte um von seinen Sünden, fing an, zu glauben, daß Jesus für ihn starb und auferstand und wurde sakramental getauft bzw. erinnerte sich seiner Kindertaufe, falls er schon als Kind getauft worden war (die christliche Kirche tauft Menschen, die bereits als Kind sakramental getauft wurden, nicht noch einmal; die Wiedertaufe ist verwerflich).

Am Montagmorgen wacht der Jungbekehrte auf und stellt fest, daß er trotz seiner Bekehrung und Taufe am Sonntag das gleiche Körpergefühl hat wie vor seiner Bekehrung. Er kann sich nun folgende Fragen stellen:

  • habe ich mich wirklich bekehrt?
  • gehöre ich zu denen, die nicht zum Glauben auserwählt sind, die nicht glauben können?
  • funktioniert das Evangelium überhaupt?

Keine Frage beschäftigt ehrliche Jungbekehrte wohl mehr als die, warum sie auch nach der Bekehrung eine Neigung zum Sündigen verspüren.

Die große Gefahr dabei ist, daß man irgendwann tatsächlich so weit kommt, daß man glaubt, man habe sich nicht wirklich bekehrt, man gehöre zu denen, die gar nicht glauben können oder aber man glaubt, das Evangelium funktioniere prinzipiell nicht, unabhängig von der eigenen Person.

Dieser Frust kann dann so weit gehen, daß man sich nach einer Lehre ausstreckt, die nicht dem reinen Evangelium entspricht. Einige Glieder der Kirche zu Rom, an die Paulus den Römerbrief schrieb, begaben sich auf diesen Irrweg. Einige Judenchristen unter ihnen wollten zurückkehren zu einer Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken (Gesetzesjudentum) und einige Heidenchristen unter ihnen wollten sich einen Billige-Gnade-Jesus machen, der ein reiner Sündenbock ist: „Jesus hat die Rechnung im Voraus bezahlt, also kann ich nun bedenkenlos sündigen.“

Von daher ist es wichtig, daß der Jungbekehrte bzw. auch jeder gewöhnliche Christ weiß, was passiert, wenn man Buße tut und getauft wird (oder sich seiner sakramentalen Kindertaufe erinnert).

Deswegen heißt es in Vers 1: „Neige dein Ohr zu meiner Lehre.“ Es ist essentiell für den Gläubigen, sich mit den Grundlagen des Glaubens zu beschäftigen – vieles hängt von der Kenntnis der grundlegenden Glaubenslehren ab. Man sollte wirklich so weit kommen, daß man die Zusammenhänge versteht („behaltest guten Rat“) und sogar andere belehren kann („dein Mund wisse Erkenntnis zu bewahren“).

Wenn man nicht ganz genau weiß, wie das Evangelium funktioniert, ist die Gefahr sehr groß, daß man sich über kurz oder lang nach einer Lehre ausstreckt, die eine Rechtfertigung für die Sünde, das Sündigen liefert. Wenn wir allerdings unsere Sünde rechtfertigen durch irgendetwas, dann werden am Jüngsten Tag zum ewigen Aufenthalt im feurigen Pfuhl verurteilt werden.

Die wichtigste Erkenntnis für einen Jungbekehrten ist die, daß sein Leib sündig bleibt in sich selbst auch nach Bekehrung und Taufe. Die Betonung liegt auf „in sich selbst.“ Keinesfalls darf man aber die Tatsache, daß der Leib sündig bleibt in sich selbst, als Rechtfertigung dafür nehmen, zu sündigen – „ich kann ja nicht anders.“

Auch wenn wir nach der Bekehrung und Taufe wiederum unsere alten sündigen Neigungen verspüren, können wir sie als Getaufte doch überwinden durch die befreiende Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu. Die Taufe kann man auch „Neue Geburt aus Wasser und Geist“ nennen.

Joh 3,3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Joh 3,5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Kurz gesagt: Wenn wir von neuem geboren sind aus Wasser und Geist, dann bedeutet das nicht, daß wir keine Neigung zum Sündigen mehr empfinden, sondern wir können unsere sündigen Neigungen durch die Kraft der Taufe, die befreiende Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu, überwinden.

Wie funktioniert das praktisch?

Wenn mich also irgendeine Versuchung ankommt, dann muß ich mich daran erinnern, daß ich durch die Taufe mit Christus gestorben und mit Christus auferstanden bin, wie in Römerbrief, Kapitel 6 steht. Durch die Taufe bin ich der Sünde abgestorben und in Christus. Obwohl mein Leib sündig in sich selbst ist, muß ich doch nicht den sündigen Neigungen meines Leibes folgen, da ich in meiner Eigenschaft als Sünder durch die Taufe für tot erklärt wurde (mit Christus gestorben). Weiter wohnt seit der Taufe auch eine Person der Gottheit, der Heilige Geist, in mir, der meinen Körper zu anderen Aktivitäten gebrauchen will als Sündigen (mit Christus auferstanden). Meinen sündigen Neigungen werden also zwei Heilstatsachen entgegengesetzt. Tag für Tag muß ich nun willentlich das Heil der Taufe gegen meinen sündigen Leib in Anspruch nehmen, um nicht als Sünder sondern als Christ zu leben. Indem ich das Heil der Taufe gebrauche, bekunde ich, daß ich mit Christus leben will. Der Ort ewiger Gemeinschaft mit Christus ist der Himmel. Im Himmel landen also Menschen, die, indem sie ihre Taufe recht gebrauchten, ihr Leben lang bekundeten, daß sie dort hin wollen. Wer seine Taufe nicht gebraucht und sündigt, der wird vom Teufel geführt. Wer sich dem Teufel hingibt, wird die Ewigkeit am gleichen Ort verbringen wie er.

Eph 2,2 in denen (Sünden; R. B.) ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams.

Obwohl ich es in der Reflektion behalten kann, daß der Leib sündig in sich selbst ist, sollte ich schlussendlich doch sprechen: „Gott hat mich frei gemacht von der Sünde.“

Röm 6,22 Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben.

Zusammenfassung:

Wir sollten nicht erwarten, daß wir nach Bekehrung und Taufe keine Neigung mehr zum Sündigen hätten, das wäre utopisch und utopisches Denken führt immer in den Abgrund. Vielmehr sollten wir im Gedächtnis behalten, daß wir durch die Taufe der Sünde abgestorben und in Christus sind. Durch diese beiden Heilstatsachen können wir Tag für Tag unsere sündigen Neigungen überwinden, wenn wir wollen. Wenn wir es wollen, wollen wir in den Himmel.

Also lieber Leser, falls Sie ein Jungbekehrter sind, dann tun Sie jetzt einfach bestimmte Schritte. Wenn Sie bestimmte Schritte tun bzw. gehorsam sind, dann glauben Sie damit auch. Sie brauchen sich nicht ständig die Frage zu stellen, ob Sie wirklich gläubig seien. Nein, durch die Taufe sind Sie von neuem geboren und wenn Sie aus der Kraft der Taufe Jesus nachfolgen im Alltag, dann glauben Sie auch.

Im Gegensatz zu den Evangelikalen, die nur eine vage Bekehrung bzw. Wiedergeburt kennen (der ganze Glaube der Evangelikalen ist natürlich Einbildung und sie werden die ewige Verdammnis ernten; sie machen alles kaputt durch ihre schändliche Wiedertaufe), hat der kirchliche Christ den Vorteil, daß es einen definierten Punkt in Raum und Zeit gibt, wo er von neuem geboren wurde: seine sakramentale Taufe. Wer also kirchlich getauft ist, der quält sich nicht mit der Frage, ob er wirklich gläubig sei, sondern ist einfach gehorsam durch die Kraft der Taufe, tut gewisse Schritte, und im Gehorsam existiert der wahre Glaube.

Dietrich Bonhoeffer: „Nur der Glaubende ist gehorsam und nur der Gehorsame glaubt.“

Übrigens ist es sichergestellt, daß das Evangelium in der Praxis funktioniert; nicht nur deswegen, weil es eine so schöne, in sich konsistente Lehre ist, sondern vor allem deswegen, weil uns das Neue Testament (NT) den historischen Befund dafür liefert, daß es funktioniert. Der Befund besteht darin, daß das NT erwähnt, daß eben viele Personen, die wirklich auf Erden gelebt haben, die gleichen natürlichen Veranlagungen hatten wie wir alle, wie alle Menschen, durch die Kraft des Evangeliums heilig wurden – sie haben sich wirklich gebessert. Letztendlich waren jene, die das Evangelium glaubten, die einzigen Menschen, die sich jemals wirklich gebessert haben.

Röm 2,10 Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die Gutes tun, zuerst den Juden (Christen aus den Juden) und ebenso den Griechen (Christen aus den Heiden).

„3 Denn die Lippen der fremden Frau sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glatter als Öl, 4 hernach aber ist sie bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert.“

Die „fremde Frau“ ist einfach irgendeine falsche Religion. Alle falschen Religionen dieser Erde liefern eine Rechtfertigung für die Sünde. Wie gesagt, wenn man die Lehre des Evangeliums bzw. das Christentum nicht ganz genau kennt, ist die Gefahr sehr groß, daß man der „fremden Frau“ zum Opfer fällt. Ihre Lippen und ihre Kehle, das heißt ihre Lehre, ist deswegen so verführerisch, so süß, weil sie uns weismachen will, wir könnten uns durch das Halten bestimmter Rituale Gott nahen, ohne uns aber sittlich-moralisch zu bessern, sprich weniger zu sündigen und Gott und unseren Nächsten durch Jesus zu lieben. Gott will aber nicht, daß wir bestimmte Rituale halten, sondern unserem Nächsten mit der Liebe Christi begegnen. Diese Liebe entspricht oft nicht den Vorstellungen der ungläubigen Welt von Liebe. „Wermut“ und „zweischneidiges Schwert“ sprechen vom Gericht Gottes über jenen, der sich nicht wirklich sittlich-moralisch besserte durch das Evangelium, sondern lächerliche Rituale irgendeiner falschen Religion vollzog.

„5 Ihre Füße laufen zum Tode hinab; ihre Schritte führen ins Totenreich, 6 dass du den Weg des Lebens nicht wahrnimmst; haltlos sind ihre Tritte und du merkst es nicht.“

Offenbarung 20, 11-15 11 Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß; vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es wurde keine Stätte für sie gefunden. 12 Und ich sah die Toten, Groß und Klein, stehen vor dem Thron, und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken. 13 Und das Meer gab die Toten heraus, die darin waren, und der Tod und die Hölle gaben die Toten heraus, die darin waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. 14 Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl. 15 Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl. (jene, die nicht im Buch des Lebens gefunden wurden geschrieben, hatten offensichtlich so minderwertige Werke, daß Gott sie verdammen mußte; alle Anhänger falscher Religionen werden gerichtet, denn sie taten keine Werke, die Gott wohlgefielen; R. B.)

„7 So gehorcht mir nun, meine Söhne, und weicht nicht von der Rede meines Mundes. 8 Lass deine Wege ferne von ihr sein und nahe nicht zur Tür ihres Hauses,“

Genauso wie ein Christ sich fernhält von der Tür eines Bordells, weil er die Versuchung fürchtet, wird er sich auch fernhalten von den Eingangstüren von Kirchengebäuden falscher Kirchen, falscher Religionen und Sekten. Die Führer falscher Kirchen, falscher Religionen und Sekten verfügen über magisch-suggestive Kräfte. Mit ihrer Magie äffen sie den Heiligen Geist nach, der in der wahren Kirche wohnt. Wer solche Kirchengebäude betritt, begibt sich in die Gegenwart böser Geister. Schon wenn man einem Irrlehrer nur zuhört, sündigt man.

2Joh 10 Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre (das reine Evangelium; R. B.) nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn auch nicht.

2Joh 11 Denn wer ihn (den Irrlehrer; R. B.) grüßt, der hat teil an seinen bösen Werken.

„9 dass du nicht andern gebest deine Kraft und deine Jahre einem Unbarmherzigen; 10 dass sich nicht Fremde von deinem Vermögen sättigen und, was du mühsam erworben, nicht komme in eines andern Haus, 11 und müssest hernach seufzen, wenn dir Leib und Leben vergehen, 12 und sprechen: »Ach, wie konnte ich die Zucht hassen, und wie konnte mein Herz die Warnung verschmähen, 13 dass ich nicht gehorchte der Stimme meiner Lehrer und mein Ohr nicht kehrte zu denen, die mich lehrten! 14 Ich wäre fast ganz ins Unglück gekommen vor allen Leuten und allem Volk.«“

Der „Unbarmherzige“ ist der Irrlehrer bzw. der Teufel. Irrlehrer werden vom Teufel geritten. Sie wissen genau, daß ihre Lehren falsch sind. Sie lehren dennoch ihre falschen Lehren um schändlichen Gewinnes willen. Sie nehmen den finanziellen Ruin und ewigen Tod ihrer Schäfchen in Kauf, nur um auf eine schlaue, lockere Art an Geld ranzukommen. Niemand ist geschickter im Eintreiben von Spenden als Leiter von falschen Kirchen, falschen Religionen und Sekten. Natürlich, alle ihre Gedanken drehen sich nicht um das Seelenheil ihrer Schäfchen sondern um deren Geldbeutel und Bankkonto.

„15 Trinke Wasser aus deiner Zisterne und was quillt aus deinem Brunnen. 16 Sollen deine Quellen herausfließen auf die Straße und deine Wasserbäche auf die Gassen?“

Jeder wahre Christ hat den Heiligen Geist, den man mit einer Quelle lebendigen Wassers vergleichen kann.

Joh 4,14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich (Jesus; R. B.) ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt.

Joh 7,38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Joh 7,39 Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Wenn es nun wider Erwarten doch passieren sollte, daß ein Christ sich einer falschen Religionsgemeinschaft anschließt, dann wäre das wie wenn einer im Nahen Osten kostbares Trinkwasser in die Kanalisation schüttet („Wasser auf Straßen und Gassen“). Die Irrlehrer würden sein christliches Verhalten, das durch den Heiligen Geist gewirkt wird, schamlos ausnutzen, wie es einmal in Korinth passiert ist, wo sich Irrlehrer in die echte Kirche eingeschlichen hatten.

2Kor 11,20 Denn ihr ertragt es, wenn jemand euch knechtet, wenn jemand euch aufzehrt, wenn jemand euch einfängt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch ins Gesicht schlägt.

Die Irrlehrer gingen so weit, daß sie die Christen von Korinth sogar schlugen – unfassbar – und jene ließen sich diesen Frevel auch noch bieten.

17 Habe du sie allein und kein Fremder mit dir. 18 Dein Born sei gesegnet, und freue dich der Frau deiner Jugend. 19 Sie ist lieblich wie eine Gazelle und holdselig wie ein Reh. Lass dich von ihrer Anmut allezeit sättigen und ergötze dich allewege an ihrer Liebe.“

Am besten man bleibt beim reinen Evangelium, der „Frau seiner Jugend“. Wie mit seiner Ehefrau sollte man sich mit dem Evangelium beschäftigen. Je mehr man es versteht, seine Tiefen ergründet, desto mehr wird es im Alltag praktikabel sein. Das Evangelium ist sozusagen wirklich schön. Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto mehr werden wir es erkennen und desto mehr werden wir es lieben.

20 Mein Sohn, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere? 21 Denn eines jeden Wege liegen offen vor dem HERRN, und er hat Acht auf aller Menschen Gänge. 22 Den Gottlosen werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden. 23 Er wird sterben, weil er Zucht nicht wollte, und um seiner großen Torheit willen wird er hingerafft werden.“

Alle Anhänger falscher Religionen sind sozusagen Gottlose. All ihre Pseudoreligion wird ihnen am Jüngsten Tag nichts nützen, sondern sie werden gerichtet werden, weil sie sich nicht wirklich besserten (Heiligung) durch die Kraft Jesu Christi („den Gottlosen werden seine Missetaten fangen“). Viele Menschen sind bereit, sich einem asketischen Fanatismus hinzugeben, aber Zucht mit Weisheit verachten sie. Sie verachten es, durch Christi Kraft ihre sündigen Begierden zu überwinden und Gott und ihren Nächsten durch Christus zu lieben. Das allein aber zählt vor Gott, ist wirkliche Zucht, Zucht mit Weisheit.

Ergänzung

Wenn ich im obigen Text von falschen Religionen rede, werden Sie, lieber Leser, bevorzugt an Religionen wie den Islam, den römischen Katholizismus, den Billige-Gnade-Protestantismus (meist einfach „Protestantismus“ genannt), den Glauben der Evangelikalen mit ihrer schändlichen Wiedertaufe, etc. denken.

Sie könnten mir vorwerfen, mein obiger Text ginge weitgehend an der Wirklichkeit vorbei, da doch heute die breite Masse der Menschen gar keiner Religion mehr anhinge, weder dem wahren Christentum noch einer der falschen Religionen.

Haben nun jene, die weder dem echten Christentum noch einer falschen Religion anhangen, Gott und den Teufel ausgetrickst?

Sind nicht jene die Allerklügsten, die Allerschlausten, die sich einfach auf ihren Beruf konzentrieren, die sich um ihre Familie kümmern, die versuchen, mit ihren Mitmenschen Frieden zu halten und für die jegliche Form von Religion schlichtweg irrelevant ist? Sind sie nicht jene, die das Gebot der Nächstenliebe, vielleicht unbewusst, erfüllen?

Hierauf antworte ich Folgendes:

Jene, für die Religion in jeglicher Form irrelevant ist, hangen unbewusst doch einer Religion an – dies ist der Materialismus oder die Aufklärung. Auch der Materialismus bzw. die Aufklärung sind aus christlicher Sicht Irrlehren.

Die Massen von Materialisten bzw. Aufgeklärten heute mögen sich damit brüsten, sie lebten doch in Frieden miteinander, überwänden die Schranken von Nationalität, Rasse, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung, sozialem Status, etc. Aber dieser Friede, auf den man so stolz ist, ist natürlich nur ein spießbürgerlicher Friede, nicht der Friede Gottes. Der spießbürgerlicher Friede ist nichts weiter als ein erbärmliches Nebeneinanderher-Vegetieren ohne wirkliche brüderliche Gemeinschaft. Es ist gerade mal die Abwesenheit von Krieg, daß man sich nicht gegenseitig abschlachtet. Der bürgerliche Friede ist auch beschränkt hauptsächlich auf den Arbeitsplatz. Die „Nächstenliebe“ am Arbeitsplatz dient nur der Erhöhung der Produktivität und ist somit die Pervertierung der allgemeinen, christlichen Nächstenliebe um Christi willen. Der Mensch wird nicht erst durch irgendeine falsche Religion im engeren Sinne (ausschließlich Materialismus bzw. Aufklärung) böse, sondern wir alle haben die degenerierte Natur des gefallenen Adam geerbt. Auch der Mensch, der nicht einer Religion im engeren Sinne angehört, wird täglich schlimmer, sündigt immer mehr und die Legalisierung dessen, was in Gottes Augen böse und nichtig ist, durch Materialismus und Aufklärung bilden ein Feigenblatt dafür. Wenn heute einer am Arbeitsplatz nur minimal fachlich höher gestellt ist als sein Kollege, kommandiert er ihn gleich herum wie einen Sklaven. Jener, der herumkommandiert wird, läßt es sich gefallen, weil er ja fachlich ein bisschen niedriger steht. Natürlich muß es in der Arbeitswelt aus sachlichen Gründen eine Hierarchie geben, aber dies wird von Nicht-Christen meist schamlos ausgenutzt, um den inneren Schweinehund rauszulassen. Die Hierarchie legalisiert das böse Herumkommandieren – „ich bin eine Stufe höher in der Rangordnung, also muß der mir Untergeordnete sich alles von mir bieten lassen“. In Gottes Augen ist das alles ein Gräuel – das Herumkommandieren und die feige Unterwürfigkeit. In einer christlichen Firma würde man das ahnden, wenn einer seine höhere, fachliche Rangstufe, die sachlich notwendig ist, missbraucht.

Die nachbarliche Gemeinschaft der Materialisten bzw. Aufgeklärten im Mietshaus beschränkt sich auf einen Wettbewerb der Statussymbole: hohe berufliche Position, teures Auto, teure Kleidung, hohe Schulausbildung der Kinder, teure Urlaube, etc.

Der Materialist gibt all sein Geld für sich selbst aus – nicht nur für Statussymbole sondern auch für Zukunftsvorsorge und Wohlleben (Genußsucht).

Die „Gesellschaft“ der Materialisten bzw. Aufgeklärten ist nichts weiter als ein amorpher Haufen von Einsamen und Isolierten, atomisiert. Das ist die totale Sinnlosigkeit, der vollkommene Tod. Angenommen, man würde heute einen Menschen in einer Raumkapsel ins Weltall schießen mit einer Verpflegung für 40 Jahre, dann wäre er während der 40 Jahre im Weltall nicht einsamer als in seiner Mietswohnung in München. Das ist die aufgeklärte Gesellschaft – „ich kotz gleich!“

Aufklärer wie z. B. Friedrich der Große, König von Preußen, machten den Fehler, anzunehmen, der Mensch werde durch jegliche Form der Religion einschließlich des echten Christentums erst fanatisch (böse). Die Wahrheit ist im Gegensatz dazu, daß der Mensch von Natur aus böse ist. Falsche Religionen verstärken diese natürliche Bosheit noch; das echte Christentum aber dämpft den Fanatismus des natürlichen Menschen. Die kaputte Gesellschaft, die wir heute haben, ist der Beweis dafür, daß ich recht habe. Der Ruin der modernen Gesellschaft ist der Materialismus bzw. die Aufklärung. Die Heilung der Gesellschaft wäre das echte Christentum auf Grundlage des Befundes der Bibel.

Kurz gesagt: Mein obiger Text ist selbstverständlich auch auf die scheinbar nicht-religiösen Massen anwendbar. Mann muß nur Materialismus bzw. Aufklärung als Irrlehren aus christlicher Sicht betrachten. Hinter Materialismus und Aufklärung stecken genauso böse Geister und der Teufel wie hinter dem Islam, Katholizismus, etc.

Keinesfalls sollte ein Mensch, der durch Buße, Glaube an Jesus und sakramentale Taufe Christ geworden ist, mit einem „Leben“ als Materialist bzw. Aufgeklärter liebäugeln. Nein, Materialismus und Aufklärung sind keine neutralen Zonen, in denen ich mich als Christ ggf. aufhalten dürfte. Auch Materialismus und Aufklärung gehören zur „fremden Frau“ (siehe oben). Ihre Lippen sind süß und ihre Kehle ist glatt, indem sie mir sagt, ich könnte durch das Ignorieren alles Religiösen eine Rechtfertigung meiner Sünde erlangen, sorglos sündigen. Die Wahrheit ist allerdings, daß ich durch meine Ignoranz die metaphysischen Ordnungen Gottes durchaus nicht außer Kraft setzen kann. Meine Missetaten werden mich doch fangen trotz meiner Ignoranz und ich werde sterben und gerichtet werden am Jüngsten Tag.

Das Establishment verlangt von den Materialisten bzw. Aufgeklärten totale Toleranz in religiöser und sexueller Hinsicht. Aus christlicher Sicht aber ist Toleranz gegenüber z. B. Islam und Homosexualität Gotteslästerung. Auch in dieser Hinsicht machen sich Materialisten und Aufgeklärte schuldig vor Gott. Gerade das, worauf sie so stolz sind, ihre Toleranz, ist ihr Verderben.

Übrigens tut es nichts zur Sache, daß sich heute viele Materialisten bzw. Aufgeklärte als Christen (Evangelikale), Muslime, Katholiken, Protestanten, etc. bezeichnen würden. Weder die Namen der falschen Religionen, nach denen sie sich nennen, werden sie retten vor dem Gericht Gottes noch der Materialismus bzw. die Aufklärung.

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