Auslegung der Sprüche Salomos, Kapitel 10

1Dies sind die Sprüche Salomos. Ein weiser Sohn ist seines Vaters Freude; aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter Grämen. 2Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vor dem Tode. 3Der HERR läßt die Seele des Gerechten nicht Hunger leiden; er stößt aber weg der Gottlosen Begierde. 4Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich. 5Wer im Sommer sammelt, der ist klug; wer aber in der Ernte schläft, wird zu Schanden. 6Den Segen hat das Haupt des Gerechten; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen. 7Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen. 8Wer weise von Herzen ist nimmt die Gebote an; wer aber ein Narrenmaul hat, wird geschlagen. 9Wer unschuldig lebt, der lebt sicher; wer aber verkehrt ist auf seinen Wegen, wird offenbar werden. 10Wer mit Augen winkt, wird Mühsal anrichten; und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen. 11Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen. 12Haß erregt Hader; aber Liebe deckt zu alle Übertretungen. 13In den Lippen des Verständigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken der Narren gehört eine Rute. 14Die Weisen bewahren die Lehre; aber der Narren Mund ist nahe dem Schrecken. 15Das Gut des Reichen ist seine feste Stadt; aber die Armen macht die Armut blöde. 16Der Gerechte braucht sein Gut zum Leben; aber der Gottlose braucht sein Einkommen zur Sünde. 17Die Zucht halten ist der Weg zum Leben; wer aber der Zurechtweisung nicht achtet, der bleibt in der Irre. 18Falsche Mäuler bergen Haß; und wer verleumdet, der ist ein Narr. 19Wo viel Worte sind, da geht’s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen hält, ist klug. 20Des Gerechten Zunge ist köstliches Silber; aber der Gottlosen Herz ist wie nichts. 21Des Gerechten Lippen weiden viele; aber die Narren werden an ihrer Torheit sterben. 22Der Segen des HERRN macht reich ohne Mühe. 23Ein Narr treibt Mutwillen und hat dazu noch seinen Spott; aber der Mann ist weise, der aufmerkt. 24Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben. 25Der Gottlose ist wie ein Wetter, das vorübergeht und nicht mehr ist; der Gerechte aber besteht ewiglich. 26Wie der Essig den Zähnen und der Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden. 27Die Furcht des HERRN mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt. 28Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein. 29Der Weg des HERRN ist des Frommen Trotz; aber die Übeltäter sind blöde. 30Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben. 31Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber die Zunge der Verkehrten wird ausgerottet. 32Die Lippen der Gerechten lehren heilsame Dinge; aber der Gottlosen Mund ist verkehrt.

Auslegung

1Dies sind die Sprüche Salomos. Ein weiser Sohn ist seines Vaters Freude; aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter Grämen.“

Ein „weiser Sohn“ ist ein Sohn, der an Jesus Christus glaubt. Es geht hier nicht um die natürliche Intelligenz eines Kindes. Ein „törichter Sohn“ ist ein Sohn, der nicht an Jesus Christus glaubt. Auch hier geht es nicht um die natürliche Intelligenz eines Kindes. Salomo geht natürlich von Eltern aus, die selber auch an Jesus glauben.

2Unrecht Gut hilft nicht; aber Gerechtigkeit errettet vor dem Tode.“

Zunächst mag man bei „unrecht Gut“ an unrechtmäßiges Einkommen denken. Der den Arbeitern vorenthaltene Lohn ist z. B. unrechtes Einkommen. Aber die Formulierung greift noch viel weiter. Es geht überhaupt um alle Werke des religiösen Menschen, der einer falschen Religion anhangt. Die guten Werke der Katholiken werden ihnen am Jüngsten Tag nicht helfen, denn Gott will nicht, daß wir gute Werke (im Sinne der Katholiken) tun, sondern uns tatsächlich im Alltagsleben bessern durch die befreiende Kraft Christi.

Katholische, gute Werke: Rosenkranz, Heiligenverehrung, Wallfahrten, Fastenordnungen, Mönchwerden, etc.

Der Protestant (Billige-Gnade-Protestant) mag sich rühmen, er vertraue allein auf das Sühneopfer Jesu am Kreuz und glaube an die Vergebung der Sünden auf Grundlage dieses Opfers; die Gerechtigkeit aus Werken lehne er ab. Die „guten Werke“ des Billige-Gnade-Protestanten bestehen darin, daß er überhaupt keine Werke tut, sondern sich völlig an die sündige Welt anpasst. Sein „gutes Werk“ ist seine Anpassung an die Welt. Vielleicht wird er sich am Jüngsten Tag vor Gott rühmen wollen, wie tolerant er gegenüber seinen muslimischen und homosexuellen Arbeitskollegen war. Aber auch dieses „unrechte Gut“ hilft nicht.

Der Evangelikale wird behaupten, er tue keine guten Werke, sondern lebe in der Nachfolge Jesu Christi, die für einen Christen selbstverständlich sei. Wie der Protestant setzt er bezüglich der Vergebung allein auf das Sühneopfer Jesu am Kreuz. Allein, dadurch daß der Evangelikale die Sakramente leugnet bzw. den sakramentalen Charakter des Christentums, bleibt seine Nachfolge wertlos. Auch dieses „unrechte Gut“ wird nicht helfen. Wer nicht sakramental mit Jesus verbunden ist, kann ihm nicht recht nachfolgen, denn er ermangelt der befreienden Kraft seines Todes und seiner Auferstehung. Die Nachfolge der Evangelikalen ist stümperhaft, ohne Wert vor Gott. Mag ein Evangelikaler sich noch so ernsthaft bekehrt haben, noch so ernsthaft nachfolgen wollen, er bleibt doch völlig bei sich selbst, gefangen in seinem sündigen Fleisch. Wir alle haben die sündige, degenerierte Natur des gefallenen Adam geerbt.

Auch für Muslime, Buddhisten, Hindus, Zeugen Jehovas, Adventisten, Messianische Juden, orthodoxe Juden, Mormonen, etc. wird es am Jüngsten Tag ein böses Erwachen geben und ihr „unrechtes Gut“ wird nicht helfen.

Allein die Gerechtigkeit Jesu Christi errettet vor dem Tode, dem zweiten Tod. Der zweite Tod ist die Verurteilung zum ewigen Aufenthalt in einem feurigen Pfuhl. Dieses Urteil wird Gott am Jüngsten Tag über alle aussprechen, die nicht an Jesus Christus geglaubt haben.

Offb 21,8 Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Der Glaube des wahren Christen ist nicht nur ein Für-wahr-halten des Evangeliums. Der wahre Glaube existiert nur in einem Leben der Nachfolge aus der Kraft Christi, wobei die Nachfolge aus der Kraft Christi mit der sakramentalen Taufe beginnt oder wenn man sich auf seine bereits vorhandene Kindertaufe bezieht (keine Wiedertaufe!).  Im Gegensatz zu den Evangelikalen hat der Christ wirklich die Kraft Christi, denn er ist durch Glaube und sakramentale Taufe (einschließlich Kindertaufe) mit ihm verbunden. Der wahre Christ ist tatsächlich in Christus bzw. Christus ist in ihm. Der Christ stellt seine Glieder Christus zur Verfügung, der sie zu Werken gebraucht, die Gott wohlgefällig sind.

Am Jüngsten Tag wird der Christ sich nicht all seiner Werke, die er getan hat, rühmen, sondern sagen: „Die Ehre gebührt Christus – er in mir tat die Werke.“ Die Werke des Christen waren sichtbarer Glaube an Jesus.

Röm 8,11 Wenn nun der Geist dessen (Gottes; R. B.), der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Gal 2,20 Ich (Paulus; R. B.) lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch (Körper; R. B.), das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

Eph 2,10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Bei der sakramentalen Taufe sterben und auferstehen wir zusammen mit Jesus. Nach der Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Der Leib bleibt allerdings sündig in sich selbst. Täglich müssen wir die Verheißungen der Taufe „der Sünde abgestorben“ und „in Christus“ gegen unseren sündigen Leib anwenden. Wenn wir so unsere Glieder nicht der Sünde sondern Christus zur Verfügung stellen, halten wir den Glauben – das ist der wahre Glaube, die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit. Der wahre Christ überwindet seine sündigen Begierden immer mehr und liebt Gott und seine Mitmenschen immer mehr. Allerdings ist die christliche Liebe oft sehr verschieden von dem, was die sündige Welt für Liebe hält. Die Liebe des Christen ist eine Person: Jesus. Immer wenn ein Christ einem anderen Menschen begegnet, bringt er Jesus mit. Jesus ist (solange noch Gnadenzeit ist) weder ein strenger Richter der Sünderlein, noch läßt er die Menschen in ihrer Sünde zugrunde gehen. Jesus ruft die Sünder zur Buße auf und bietet gleichzeitig das Heil, die Erlösung an. Ein Christ wird also weder seine Mitmenschen strenge richten wegen ihrer Sünden noch wird er sie einfach in ihrem Siechtum lassen, dessen Ursache die Sünde ist. So freundlich als möglich wird der Christ dem Sünder die Buße nahelegen und das Heil in Jesus anbieten (ungetaufte Menschen müssen sich jedoch von Seiten des Christen zunächst scharfe Kritik an ihrer heidnischen Religion gefallen lassen; eine längere Konversation wird möglich, wenn der Ungetaufte die Kritik des Christen bereitwillig „schluckt“; Getaufte, die zu einer heidnischen Religion konvertiert sind, sind ähnlich grob wie Ungetaufte zu behandeln).

In den Augen Gottes ist es das schlechthin Selbstverständliche, daß ein Christ Jesus nachfolgt. Jemand, der nicht Jesus nachfolgt, ist kein Christ. Der gleiche Glaube, der dem Christen die Nachfolge aus der Kraft Christi ermöglicht, ergreift auch die Vergebung der Sünden auf der Grundlage des Opfers Jesu am Kreuz, das ein Sühneopfer für unsere Sünden war. Keineswegs will ein Christ durch seine Nachfolge die Vergebung bzw. das ewige Leben verdienen. Nein, Nachfolge und Ergreifen der Vergebung sind der Ausdruck ein  und desselben Glaubens (die Nachfolge ist nichts anderes als sichtbarer Glaube; die Vergebung beruht auch auf dem Glauben, ist aber unsichtbar). Der Glaube, der uns die Kraft gibt, Jesus nachzufolgen, läßt uns auch die Vergebung ergreifen. Jesus starb, was uns betrifft, tatsächlich aus zwei Gründen am Kreuz. Er nahm uns mit hinein in seinen Tod und seine Auferstehung (dies wird uns bei der Taufe zugeeignet), wodurch wir nachfolgen können, und gleichzeitig war sein Tod ein Sühneopfer für unsere Sünden (in der Nachfolge bewahren wir den Glauben und so haben wir die Vergebung).

3Der HERR läßt die Seele des Gerechten nicht Hunger leiden; er stößt aber weg der Gottlosen Begierde.“

Der „Gottlose“ ist der Mensch, der irgendeiner falschen Religion anhangt (die einzig wahre Religion ist der Glaube an Jesus). Auch der aufklärerische Materialismus, der heute alles überlagert, ist im weitesten Sinne eine falsche Religion. Die Begierde des Gottlosen bzw. Religiösen besteht darin, daß er Herrlichkeit hier und Herrlichkeit dort will. Das „unrechte Gut“ seiner falschen Religion tröstet ihn über seine mangelnde oder nicht vorhandene sittlich-moralische Besserung durch ein Leben in Christus hinweg. Würde er sich durch den Glauben an Jesus, die wahre Religion, sittlich-moralisch bessern, würde er seine Herrlichkeit hier vielleicht verlieren. Dies gilt besonders dann, wenn die Regierung und die Gesellschaft eines Landes heidnisch sind. Für das moderne Deutschland gilt sicherlich, daß wir allmählich eine neuheidnische Gesellschaft bekommen. Nur wenigen Christen wird es vergönnt sein, in dieser Gesellschaft Herrlichkeit zu erlangen, ohne Christus zu verleugnen. Meistens wird es so sein, daß ein Christ in Deutschland heute lieber auf irdische Herrlichkeit verzichtet, um Christus nicht verleugnen zu müssen. Der „Gottlose“ allerdings ist unter keinen Umständen bereit, auf irdische Herrlichkeit zu verzichten. Das aber müßte er um Christi willen zu tun bereit sein, wenn er an ihn glauben würde. Deshalb sucht sich der „Gottlose“ irgendeine falsche Religion, die es ihm erspart, wirklich in Christus sein zu müssen. Statt in Christus zu sein, sammelt er „unrechtes Gut“ (siehe oben) – durch bestimmt Rituale seiner Religion dispensiert er sich von der echten Nachfolge Jesu. Der „Gottlose“ macht sich selbst etwas vor, lügt sich in die eigene Tasche.

Der Christ mag hier auf Erden, ganz besonders wenn er in einer heidnischen Gesellschaft lebt, schwerlich zu Macht, Ehre und Reichtum gelangen, ohne Christus zu verleugnen. Diese fehlenden irdischen Güter werden durch Christus selbst ersetzt. Der Reichtum des Christen ist Jesus Christus selbst.

Ps 73,25 Wenn ich nur dich (Jesus; R. B.) habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

Ps 73,26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

Kol 1,27 denen (die Heiligen; R. B.) Gott kundtun wollte, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

Die „Gottlosen“ haben zwar irdische Güter aber Gott dafür nicht. Aber Gott allein ist das wahre, das höchste Gut.

4Lässige Hand macht arm; aber der Fleißigen Hand macht reich.“

Niemals wird der „Gottlose“ (der Religiöse; ausgenommen natürlich der echte Glaube an Jesus) sich für die echte, christliche Kirche einsetzen („der Fleißigen Hand macht reich“). Seine ganze Zeit, Kraft und Energie wird er dafür einsetzen, irdische Macht, Ehre und Reichtum zu erlangen. Allerdings wird er so geistlich arm bleiben („lässige Hand macht arm“) und am Ende auch noch die ewige Verdammnis ernten. Die Primitiv-Auslegung von Vers 4 wäre ja, daß man einfach in der alltäglichen Berufsarbeit fleißig sein soll. Aber glauben wir wirklich, daß Salomo uns Dinge mitteilt, die sowieso jeder weiß??? Nein, keiner muß uns auffordern in der alltäglichen Arbeit fleißig zu sein, sondern wir brauchen immer wieder die Ermahnung, uns für das Reich Gottes einzusetzen.

Mt 6,33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das (Nahrung und Bedeckung; R. B.) alles zufallen (Christus wird jenen, die sich für sein Reich einsetzen, die alltägliche Berufsarbeit erleichtern bis hin zur Versorgung der im vollzeitlichen Dienst Tätigen durch die Kirche; für den vollzeitlichen Dienst bedarf es allerdings der Ordination; R. B.).

“ 5Wer im Sommer sammelt, der ist klug; wer aber in der Ernte schläft, wird zu Schanden.“

Die Erntezeit ist jetzt. Ganze Heerscharen von Menschen gibt es, die nicht das reine Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus kennen. Viele Menschen gehen zugrunde an ihrer Sünde, wobei sie es nicht einmal wissen, daß der Grund ihres Unglücks ihre Sünde ist. Die Gesellschaft verroht und verwildert immer mehr, auch wegen der Sünde. Wie kann man so gottlos sein, nach irdischer Macht, Ehre und Reichtum zu streben, während Abermillionen von Menschen zugrunde gehen und ohne Hilfe bleiben. Sicherlich ist nicht jeder Christ zum Missionar oder Evangelisten bestimmt; aber jeder kann beten, das Gott Arbeiter sende in seine Ernte und so nimmt er Teil an diesem großen Werk Gottes. Wer überhaupt kein Interesse an der Evangelisierung seiner Mitmenschen hat, stellt damit seine „Gottlosigkeit“ unter Beweis – er wird zu Schanden werden im Jüngsten Gericht.

6Den Segen hat das Haupt des Gerechten; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.“

Der Mund der Gottlosen spricht, Christus werde so bald nicht wiederkommen, aber dann „überfällt“ er sie plötzlich. Mitten in seiner Gottlosigkeit wird der Gottlose weggerafft werden. Der Gerechte aber wacht (kämpft gegen die Sünde und liebt Gott und seine Mitmenschen), denn er weiß, daß der Tag des Herrn kommen wird so unerwartet wie ein Dieb in der Nacht.

1Thess 5,2 denn ihr (die Thessalonicher; R. B.) selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.

2. Petrus 3, 3-4 3 Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen 4 und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist.

Der Segen für jene, die auf ihn warten, wird darin bestehen, daß Jesus sie liebevoll zu sich nimmt, bei seiner Wiederkunft.

1Thess 4,17 Danach (Auferstehung der in Christus entschlafenen; R. B.) werden wir (die Lebenden in Christus; R. B.), die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.

7Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen.“

Auf Erden sieht es oft so aus: Der Gerechte wird von der Welt kaum geehrt; der Gottlose wird von der Welt geehrt. Die „Welt“ ist die Menge aller Menschen, die nicht an Jesus glauben, und ihre antichristlichen Regierungen. Natürlich wird die echte Kirche im Gegensatz zur Welt die Gerechten ehren und die Gottlosen nicht ehren.

Gott läßt die Welt mit ihren Nationalstaaten nur deshalb fortbestehen, weil immer wieder Menschen von der sündigen Welt in die Kirche wechseln, indem sie sich bekehren. Die Sünder außerhalb der Kirche brauchen allerdings einen Ort geordneter Existenz und das sind eben die Staaten dieser Erde. Die Regierungen der Staaten helfen den Menschen, daß sie trotz ihrer Sündhaftigkeit, die sehr zersetzend wirkt auf jede Art von Gemeinschaft, doch in einer Art (Not-)Gemeinschaft miteinander leben können. Der Staat bzw. die Regierungen zwingen sozusagen die Sünder sich einigermaßen zu benehmen trotz ihrer innewohnenden Sündhaftigkeit. Die Summe aller Staaten bzw. die Welt hat an sich selbst kein Existenzrecht vor Gott. Nur weil immer wieder Sünder von der Welt in die Kirche wechseln, läßt Gott die Welt noch fortbestehen, die Geschichte weiterlaufen. Das eigentlich wertvolle auf Erden in Gottes Augen ist die Kirche mit ihren Gläubigen.

Für den reinen Weltbürger ist seine bloße Existenz hier auf Erden das Absolute. Er weiß nichts davon oder will es nicht wissen, daß Gott diese Welt nur wegen seiner Kirche existieren läßt. Je weniger Einfluss die Kirche auf Erden hat, das heißt je weniger Christen es auf Erden gibt, desto mehr wird das allgemeine Denken in die Richtung gehen, daß man die Existenz auf Erden für das Absolute hält.

Der nicht-christliche Erdenbürger ist bereit, Macht, Ehre und Reichtum auch mit ungerechten Mitteln zu erlangen. Im Gegensatz dazu verzichtet der Christ lieber auf Macht, Ehre und Reichtum, bevor er eine Ungerechtigkeit begeht. Weil der Nicht-Christ bereit ist, für Macht, Ehre und Reichtum auch Ungerechtigkeit in Kauf zu nehmen, kann man ihn auch als machtgierig, ehrsüchtig und habgierig bezeichnen. Die Gier und die Sucht sind bedenkenlos in der Wahl ihrer Mittel.

Alle Erdenbürger leiden unter einer Krankheit, der Sünde. Wenn ein Sünder auf Erden nach Macht, Ehre und Reichtum strebt, dann bedeutet das, daß er über Leute herrschen will, von Leuten geehrt werden will, auf Kosten von Leuten mehr haben will als andere, die krank sind, krank an der Sünde. Ein Kranker will über Kranke herrschen – lächerlich. Viel eher wäre es aber angebracht, den Leuten zur Genesung von ihrer Krankheit zu verhelfen – das macht die Kirche – und natürlich auch selbst zu genesen.

Jene, die nach Macht, Ehre und Reichtum streben, buckeln nach oben und treten nach unten. So ist die Welt nicht eine Gemeinschaft von edlen, brüderlich gesinnten Menschen, die sich immer gleich verhalten ohne Ansehen der Person, sondern eine Hierarchie von Heuchlern, bissigen Hunden. Habe ich einen Mächtigeren vor mir, stelle ich mich demütig und unterwürfig; habe ich einen vor mir, der auf gleicher Stufe ist wie ich oder niedriger, schalte ich auf Kommando-Ton um.

Das Grundproblem ist, daß auf nicht-christliche Erdenbürger ein böser Geist den Zugriff hat, während Christen vom Heiligen Geist getrieben werden. Der Heilige Geist ist ein Geist der Liebe. Der Christ trachtet nach Brüderlichkeit und will prinzipiell über niemand herrschen. Der Christ will weder nach unten treten noch nach oben buckeln und so ist es klar, daß er jenen im Wege stehen wird, die herrschen wollen. Die Gier nach Macht, Ehre und Reichtum der Nicht-Christen wird von dem bösen Geist bewirkt.

Wenn ich in dieser Welt groß werden will, das heißt daß ich über viele herrsche, viele mich ehren, ich überproportional viel aus dem materiellen „Kuchen“ rausschneide, dann muß ich lange Zeit nach unten treten und nach oben buckeln. Ein Christ wird deswegen in dieser Welt kaum geehrt werden, weil er dieses böse Spiel des Buckelns und Tretens nicht mitmachen kann.

Wie gesagt, Streben nach Macht, Ehre und Reichtum in dieser Welt geht mit Ungerechtigkeit einher. Das genaue Gegenteil davon ist das, was die Kirche tut: sie legt den Sündern die Buße nahe und bietet ihnen das Heil in Jesus an. Die Kirche nimmt sich der Kranken an und will nicht über sie herrschen, sucht nicht ihre Ehrerbietung und ihre Reichtümer.

Die Kirche folgt Jesus nach, indem sie das Wort der Wahrheit, das Evangelium, predigt und das Wort von der Geduld, die Bergpredigt, hält. Indem die Kirche Jesus nachfolgt, bewahrt sie den Glauben und ihre echten Glieder bleiben geschrieben im Lebensbuch des Lammes.

Jene, die auf Erden Macht, Ehre und Reichtum erlangten unter Inkaufnahme von Ungerechtigkeit, werden am Jüngsten Tag wegen ihrer Ungerechtigkeit gerichtet werden.

Offb 20,12 Und ich sah die Toten, Groß und Klein, stehen vor dem Thron (der Richterstuhl Gottes; R. B.), und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken.

Offb 20,15 Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl. („aber der Gottlosen Name wird verwesen.“)

Das Buch des Lebens könnte man auch als das Buch der guten Erinnerung bezeichnen. Die Kirche blieb durch ihre Nachfolge in Christus, im Glauben und so bleibt sie in guter Erinnerung bei Gott – „das Gedächtnis des Gerechten bleibt im Segen“.

8Wer weise von Herzen ist, nimmt die Gebote an; wer aber ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.“

„Weise von Herzen“ ist der Mensch, der an Jesus Christus glaubt. Durch Jesus kann er ein Leben führen, das nicht regelmäßig mit den Geboten in Konflikt kommt. Meistens wird er durch Jesus die Gebote sogar erfüllen, was wesentlich mehr ist als das Halten der Gebote.

Mt 5,17 Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. (das sagte Jesus; R. B.)

Röm 13,10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. (das schrieb Paulus; die Liebe ist eine Person, Jesus; R. B.)

(Das Gesetz ist die Summe aller Gebote; das Gesetz findet sich in den fünf Büchern Mose, der Thora)

Die „Narrenmäuler“ sind Leiter und Prediger falscher Religionsgemeinschaften. Jene werden hier auf Erden kaum geschlagen (es hängt davon ab, ob die Gesellschaft eines Landes eher christlich oder eher unchristlich ist). Sie predigen den Menschen falsche Lehren. Diese Lehren suggerieren dem Menschen, er könne sich durch die Riten seiner (falschen) Religion Gott nahen, ohne sich wirklich sittlich-moralisch zu bessern im Alltagsleben. Jene „Narrenmäuler“ und ihre hartnäckigen Anhänger werden aber am Jüngsten Tag von Gott geschlagen werden, denn Gott wollte echte sittliche-moralische Besserung durch die Kraft Christi und keine falschen Riten. Bei allen falschen Religionsgemeinschaften „regiert“ letztendlich doch das sündige Fleisch, die sündige Natur des Menschen, die wir alle vom gefallenen Adam geerbt haben – sie ermangeln der Erlösung, die in Christus Jesus ist.  Aus dem gleichen „Fleisch“, aus dem im Mittelalter der Fanatismus kam, kommt heute eine krankhafte Toleranz (sexuelle und religiöse Toleranz), die unterm Strich genauso schädlich ist wie der Fanatismus. Der Fanatismus tötet schnell, die Toleranz tötet langsam. Egal was in einer falschen Religionsgemeinschaft gelehrt wird, es regiert doch das Statusdenken (teures Haus, teures Auto, etc.), die Genußsucht und die neurotische Zukunftsvorsorge, da die Glieder einer falschen Religionsgemeinschaft nicht in Gott ruhen. Die falschen Religionsgemeinschaften bringen keine Christen hervor sondern kleine, mickrige Spießbürger. Das gefällt natürlich dem Staat, gerade wenn er in die antichristliche Richtung geht, denn Spießbürger sind gut für die Wirtschaft als Arbeitskräfte und Konsumenten. Deswegen werden die falschen Religionsgemeinschaften auch kaum verfolgt bzw. die „Narrenmäuler“ nicht geschlagen. Eher verfolgt der Staat die christliche Kirche, für die Spießbürgertum, Statusdenken, Genußsucht, Zukunftsvorsorge und götzendienerische Toleranz Fremdworte sind. Als Christ werde ich nicht tolerant sein und Andersgläubigen und Homosexuellen sagen, daß sie aus der Kirche ausgeschlossen sind und sich bekehren müssen, wenn sie das ewige Leben ererben wollen. Wenn sie sich nicht gleich bekehren wollen, werde ich ihnen aber nicht zürnen, sie nicht beleidigen und verfluchen, denn das wäre Fanatismus, böses Richten (Nichtgetaufte und Getaufte, die zu einer heidnischen Religion konvertiert sind, muß man aber strenger behandeln; wenn sie scharfe Kritik an ihrer heidnischen Religion nicht akzeptieren wollen, muß man auf Distanz zu ihnen gehen).

Zu Toleranz und Fanatismus:

Ich behaupte tatsächlich, daß die heutige Toleranz und der mittelalterliche Fanatismus die gleiche Wurzel haben. Der Fanatismus ging mit Blutvergießen einher, die Toleranz läßt den Sünder in seiner Sünde sterben. Da die Sünde langsam tötet, fast unmerklich, erscheint dem Sünder die Toleranz fast als das Gegenteil von Fanatismus und er käme nie auf die Idee, beides  habe die gleiche Wurzel. Hier ist dem Teufel wirklich ein Bubenstück gelungen. Wenn wir so tolerant sind, daß wir unseren Mitmenschen nicht die Buße nahelegen und das Heil in Jesus anbieten, werden sie jämmerlich zugrunde gehen an ihrer Sünde, die man auch als eine Art Krankheit bezeichnen könnte, und am Jüngsten Tag gerichtet werden. Der echte Christ ist weder fanatisch, das heißt er zürnt den Sündern nicht, beleidigt und verflucht sie nicht, noch ist er tolerant und läßt sie untergehen in ihrer Sünde – der echte Christ legt den Sündern die Buße nahe und bietet das Heil in Jesus an. Die Glieder falscher Religionsgemeinschaften haben nicht nur das Problem, daß sie entweder fanatisch oder tolerant sind, sondern sie können das Heil gar nicht vermitteln, selbst wenn sie wollten, da sie es selbst nicht haben.

9Wer unschuldig lebt, der lebt sicher; wer aber verkehrt ist auf seinen Wegen, wird offenbar werden.“

Am Jüngsten Tag wird die Unschuld der Weisen und die Schuld der „Narrenmäuler“ aus Vers 8 offenbar werden. Je nach dem, ob eine Gesellschaft mehr christlich oder mehr antichristlich ist, werden die „Narrenmäuler“ hier auf Erden allerdings als die Weisen gelten (für den Christen natürlich eine Zumutung). „Sicher“ vor dem Gericht Gottes ist der Weise in seiner Unschuld. Die „Narrenmäuler“ und ihre Anhänger suggerieren sich selbst Sicherheit vor dem Gericht Gottes, werden am Ende aber doch gerichtet werden – ein böses Erwachen.

1Thess 5,3 Wenn sie (die Nicht-Christen; R. B.) sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr -, dann wird sie das Verderben (der Tag des Herrn; R. B.) schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau und sie werden nicht entfliehen.

10Wer mit Augen winkt, wird Mühsal anrichten; und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.“

Eine Gesellschaft, in der die Unaufrichtigkeit überhand nimmt, ist dem Untergang geweiht („Mühsal“). Die Gesellschaft zersplittert in hunderttausende kleiner Gruppen, die nur ihren Vorteil suchen, dabei aber das Allgemeinwohl vernachlässigen oder gar nicht im Auge haben. Der Guru einer Splittergruppe bestimmt, was Recht und Gesetz für die Glieder seiner Gruppe ist. Diese Gesetze mögen dem allgemeinen Gesetz eines Landes oft zuwider laufen um des Vorteiles der Gruppe willen – das ist ganz schändlich, aber heute normal. Die Glieder einer solchen Splittergruppe müssen natürlich nach außen hin viel lügen („mit den Augen zwinkern“), um nicht aufzufliegen.

11Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens; aber den Mund der Gottlosen wird ihr Frevel überfallen.“

Der „Gerechte“ ist ein Mensch, der an Jesus glaubt. Er ist weder ein Scharfrichter seiner Mitmenschen (Fanatiker), noch betet er den Götzen Toleranz an, indem er seine Mitmenschen in ihren Sünden untergehen läßt, ohne sie zu warnen. „Des Gerechten Mund ist ein Brunnen des Lebens“, weil er seinen Mitmenschen die Buße nahe legt und das Heil in Jesus anbietet. Nehmen sie seine Botschaft nicht gleich an, so wird er geduldig mit ihnen sein und gemäß der Bergpredigt handeln, falls es sich um sakramental getaufte Menschen handelt. Nicht-Getaufte oder getaufte Menschen, die zu einer heidnischen Religion konvertiert sind (Vollheiden), müssen sich scharfe Kritik bezüglich ihrer Religion anhören. Wenn sie diese nicht schlucken wollen, geht der Christ auf Distanz zu ihnen. Der Christ braucht sich nicht von Menschen (Vollheiden) misshandeln zu lassen, die sein Leben nach der Bergpredigt als erbärmliche Schwäche deuten würden. Im Gegensatz dazu werden getaufte Menschen das sanftmütige und demütige Verhalten des Christen unter Umständen als christliche Liebe werten und es zum Anlass nehmen, sich zu bekehren.

Das Christentum ist die einzig wahre Religion. Alle anderen Religionen sind Lästerungen des christlichen Gottes („Frevel“). Mitten in ihrem (pseudo-)religiösen Trott wird die Anhänger falscher Religionen der Jüngste Tag überraschen und hinwegraffen, der so unerwartet kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.

Judas 14-15 14 Es hat aber auch von diesen (Irrlehrer; R. B.) geweissagt Henoch, der Siebente von Adam an, und gesprochen: Siehe, der Herr kommt mit seinen vielen tausend Heiligen, 15 Gericht zu halten über alle und zu strafen alle Menschen für alle Werke ihres gottlosen Wandels, mit denen sie gottlos gewesen sind, und für all das Freche, das die gottlosen Sünder gegen ihn geredet haben.

12Haß erregt Hader; aber Liebe deckt zu alle Übertretungen. 13In den Lippen des Verständigen findet man Weisheit; aber auf den Rücken der Narren gehört eine Rute.“

Der Tolerante läßt seinen Mitmenschen in seiner Sünde umkommen, ermutigt ihn vielleicht sogar, darin fortzufahren – das aber ist Hass, denn Sünde macht krank und führt in den Tod. Über dem Eingangstor zur Hölle hängt vielleicht ein Schild mit der Aufschrift: „Toleranz ist Leben“. Die meisten Menschen werden glauben, sie täten ihrem Nächsten etwas Gutes, wenn sie sich tolerant verhalten. Der Teufel hat uns so nahe an den Rand des Abgrunds geführt, daß wir heute das, was Hass ist, als Liebe empfinden – apokalyptisch. Dieses nebeneinander her Vegetieren der Nicht-Christen heute ist nichts weiter als ein stiller „Hader“, ein Hader ohne Worte, eine Friedhofsruhe. Das vernichtende Zeugnis für die Toleranz ist einfach die historische Wirklichkeit. „Toleranz“, das hört sich so gut an, ist salonfähig, etabliert, aber dennoch sind die Menschen heute voneinander getrennt, haben keine wirkliche Gemeinschaft. Allein aber danach, ob die Toleranz gemeinschaftsstiftend wirkt oder nicht, sollten wir sie beurteilen. Da die Toleranz nur zu einem bloßen nebeneinander her Vegetieren führt, muß sie verworfen werden. Die Toleranz kommt aus den tiefen des Abgrundes, aus der Hölle.

Wie gesagt, moderne Toleranz und mittelalterlicher Fanatismus haben die gleiche Wurzel. Wir machen unter Umständen eine Zeitreise ins Mittelalter, wenn wir von München auf ein oberbayerisches Kuhdorf fahren. In München schaut einer über die Sünden des anderen einfach hinweg. Auf einem oberbayerischen Kuhdorf aber tuschelt man, wenn einer sich nicht an die traditionellen Konventionen hält. Hinter dem Rücken des Betroffenen, wenn er nicht anwesend ist, wird der Sünder durch den Kakao gezogen, schmutzige Wäsche gewaschen. „Man wird doch noch die Wahrheit sagen dürfen“, erwidert die Tratschtante (Klatschtante), die den Sünder hintenherum lästert. Ihr Lästern erscheint ihr vielleicht gar nicht als etwas böses. Wer aber lästert, tötet seinen Nächsten mit seiner Zunge; die Zunge wird zur Mordwaffe. Dies ist beinahe genauso schlimm wie das wirkliche Vergießen menschlichen Blutes.

Ps 140,4 Sie haben scharfe Zungen wie Schlangen, Otterngift ist unter ihren Lippen. „SELA“.

„aber Liebe deckt zu alle Übertretungen“

Sollen nun die Christen so töricht tolerant sein wie die (moderne) Welt und in der Gemeinde über alle Sünden einfach so hinwegsehen? Nein, so ist das nicht gemeint. Wenn ich meinen Bruder (regelmäßig) sündigen sehe, soll ich ihm liebevoll einen Hinweis geben.

Hes 3,21 Wenn du aber den Gerechten warnst, dass er nicht sündigen soll, und er sündigt auch nicht, so wird er am Leben bleiben; denn er hat sich warnen lassen, und du hast dein Leben errettet.

Das „Zudecken“ besteht darin, daß dem Bruder sofort vergeben wird, wenn er umkehrt und die Absolution empfängt.

Joh 20,23 Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Nicht nur der Bruder, der von seiner Sünde umgekehrt ist und die Absolution empfangen hat, glaubt, daß ihm Gott selbst vergeben hat sondern auch der, der ihn zurechtgewiesen hat – der Zurechtweiser deckt die Sünde zu durch Liebe in Christus. Weil er in Christus ist, glaubt er an die Möglichkeit der Vergebung durch Umkehr und Absolution. Das Nachtragen des menschlichen Fleisches ist ihm fremd, er ist nicht nachtragend. Und sicherlich wird jeder Zurechtweiser ab und zu selbst die Absolution benötigen und dann auch sehnlichst wünschen, daß seine Brüder auch glauben, daß ihm vergeben wurde, ihm Gott selbst vergeben hat.

Die „Verständigen“ findet man in der Kirche, die Narren in der Welt. Die Narren befinden sich in einer Abwärtsspirale des Todes, weil sie sich ihre Sünden einfach so durchgehen lassen, tolerant sind. Am Jüngsten Tag wird offenbar werden, daß die Legalisierung der Sünde keine Lösung war. Spätestens am Jüngsten Tag werden die Narren eine feurige Rute zu spüren bekommen.

Natürlich ist das schlecht Reden über jemand, hinter dessen Rücken, das man heute noch auf oberbayerischen Kuhdörfern finden mag, auch keine Lösung. Die Klatschtanten auf dem Dorf sind genauso närrisch wie die Toleranten in der Stadt. Beide Verhaltensweisen führen in den Tod. Auch die Klatschtanten werden am Jüngsten Tag eine feurige Rute zu spüren bekommen.

14Die Weisen bewahren die Lehre; aber der Narren Mund ist nahe dem Schrecken.“

Die „Lehre“ geht aber noch viel weiter, als nur nicht schlecht über seinen Bruder zu reden, hinter dessen Rücken, oder in einer krankhaften Toleranz über alles hinwegzusehen. Nicht nur die Lehre von der Beichte bzw. Absolution ist eine Lehre, die die echte Kirche („die Weisen“) bewahrt, wie wir gleich sehen werden.

(Die Bewahrung der Lehre beginnt damit, daß die Kirche gegen die Narren in ihren Reihen ankämpft, die entweder krankhaft tolerant oder Lästerer sein wollen, denn „ihr Mund ist nahe dem Schrecken“. Eine Gemeinschaft von Toleranten bzw. Lästerern ist keine Kirche, sondern ein wilder, heidnischer Haufen, der am Jüngsten Tag gerichtet werden wird. Klatsch und Tratsch sind in der Kirche unzulässig und müssen bekämpft werden, genauso die krankhafte Toleranz, die einfach über alles hinwegsieht)

15Das Gut des Reichen ist seine feste Stadt; aber die Armen macht die Armut blöde.“

Jene Weisen (die Kirche) aus Vers 14, die die Lehre bewahren, sind reich an Glauben. Gott ist ihr Gut. Wer ist eine feste Burg (Stadt), wenn nicht unser Gott? Jene, die arm sind an Glauben, werden blöd schauen wie die Kühe am Jüngsten Tag. Aber auch hier auf Erden verblöden sie schon, da sie nicht in Gott ruhen. Da sie nicht in Gott ruhen, sind sie in einem Hamsterrad und ihr Leben ist ein einziger Wahnsinn: Essen, Schlafen, Arbeiten, Essen, Schlafen, Arbeiten, Essen, Schlafen, Arbeiten, etc. Die Blöden befinden sich auch in einem Wettbewerb der Statussymbole, frönen der Genußsucht und betreiben krankhaft-neurotische Zukunftsvorsorge. Die Blöden in der Stadt sind sehr tolerant, während die Blöden auf dem Land gerne schlecht reden über Unkonventionelle.

16Der Gerechte braucht sein Gut zum Leben; aber der Gottlose braucht sein Einkommen zur Sünde.“

Der Gerechte ist reich an Glauben. Da er in Gott ruht, ist er nicht an sein irdisches Gut gebunden, sondern gebraucht es nur.

1Kor 7,31 und die (die Gläubigen; R. B.) diese Welt gebrauchen, (sollen so sein; R. B.), als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

Der Gerechte ist nicht nur nicht an sein irdische Gut gebunden, sondern sein irdisches Gut gehört Gott. (die Kirche darf allerdings daraus kein Recht ableiten, Gaben der Gläubigen einzufordern, zu erzwingen; das Geben bleibt dem freien Willen des Gläubigen in seiner persönlichen Verantwortung vor Gott überlassen).

1Kor 6,19 Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?

Die Kirche unterstützt arme Christen (z. B. aufgrund von Verfolgung arbeitslose Christen) in der Gemeinde. „Der Gerechte braucht sein Gut zum Leben“, indem er die Institutionen der Kirche finanziell unterstützt, die sich der armen Christen annehmen. Auch sonst hilft der Christ seiner Kirche, ihre Ausgaben (Sold für Ordinierte, Unterhalt von Gebäuden, Bezahlung von Verwaltungsangestellten, etc.) zu bestreiten.

Indem der Christ sich an der Deckung der Kosten der Kirche beteiligt, sammelt er sich Schätze im Himmel.

Der Gottlose ist arm an Glauben. Da er nicht in Gott ruht, ist er an sein irdisches Gut gebunden. All sein Einkommen gibt er aus für Statussymbole, Genußsucht und Zukunftsfürsorge. Dieser Egoismus ist Sünde. Mit den anderen Egoisten führt er Krieg um Macht, Ehre und Reichtum. Auf Erden entbehrt er der frohen Gemeinschaft christlicher Brüder und am Jüngsten Tag wird er gerichtet werden.

17Die Zucht halten, ist der Weg zum Leben; wer aber der Zurechtweisung nicht achtet, der bleibt in der Irre.“

„Die Zucht hält man“, indem man festhält an Beichte, Absolution und Gütergemeinschaft der Heiligen. Durch Beichte, Absolution und (freiwillige) Gütergemeinschaft bewahren sich die Gläubigen gegenseitig auf ihrem Weg zum Himmel.

Im Gegensatz dazu ist die gleiche Gruppe von Personen, die gerne lästert bzw. krankhaft tolerant ist, auch arm an Glauben und hält fest an irdischen Gütern. Solches Verhalten ist zuchtlos und „achtet die Zurechtweisung nicht“. Jene gehen in die Irre und werden in einem feurigen Pfuhl landen.

18Falsche Mäuler bergen Haß; und wer verleumdet, der ist ein Narr.“

Verleumden ist: Über jemanden Unwahres verbreiten mit der Absicht, seinem Ansehen zu schaden.

Gerade in einer heidnischen oder antichristlichen Gesellschaft wird man Armut als Fluch Gottes werten. Das aber ist eine Verleumdung des Armen, die jeder Grundlage entbehrt. Die Glieder der Kirche sind in einer heidnischen Gesellschaft nur deswegen relativ arm, weil sie von der umgebenden Welt mit dem Bann belegt werden: Heidnische Arbeitgeber schreiben ihren gläubigen Angestellten die Kündigung wegen ihres christlichen Glaubens. In einer komplett heidnischen Gesellschaft führt die Kirche einen materiellen Überlebenskampf. Hier kommt die Gütergemeinschaft der Heiligen voll zum Tragen: Jene, die gerade wie durch ein Wunder Arbeit haben, unterstützen jene, die gerade arbeitslos sind.

Die Judenchristen, die im Jakobusbrief genannt werden, scheinen folgendes Problem gehabt zu haben: Die Reichen in der Gemeinde fluchten den Armen. Statt die Gütergemeinschaft der Heiligen zu praktizieren, standen sie im Wettbewerb der Statussymbole wie die Welt. Wenn mir der Wettbewerb der Statussymbole wichtig ist, dann steht mir natürlich ein armer Mensch, der meine Hilfe bräuchte, im Weg. Jeden Euro, den ich für Hilfe ausgebe, kann ich nicht für Statussymbole ausgeben, ich erleide einen Wettbewerbsnachteil.

Das „falsche Maul“ ist das Maul, das sagt: „Arme sind von Gott verflucht“. Die Wahrheit im Gegensatz dazu wäre: „Die Welt tut von Gott geliebte Christen in den Bann und so werden viele von ihnen arm“. Die Lüge, der arme Christ sei von Gott verflucht, spricht man aus wider besseres Wissen, weil man das Geld, das der arme Christ bräuchte, für Statussymbole ausgeben will – solches Verhalten ist nichts anderes als Hass, wird vom Geist des Hasses bewirkt. Wer so über die Armen redet, begeht Rufmord (Verleumdung) an ihnen, wird zum Mörder, dessen Mordwaffe die Zunge ist.

19Wo viel Worte sind, da geht’s ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen hält, ist klug“

Die „vielen Worte“ sind die Worte des Problematisierers. Der Reiche findet immer einen Grund, dem Armen nichts zu geben trotz Gottes Gebot. Der fromme Christ „hält seine Lippen“, indem er nicht problematisiert, sondern dem Armen ganz einfach hilft gemäß der Liebe und im Rahmen seiner Möglichkeiten.

20Des Gerechten Zunge ist köstliches Silber; aber der Gottlosen Herz ist wie nichts.“

1. Kor. 16, 2-3 An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an, so viel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst dann geschieht, wenn ich komme. Wenn ich aber gekommen bin, will ich die, die ihr für bewährt haltet, mit Briefen senden, damit sie eure Gabe nach Jerusalem bringen. (das schrieb Paulus den Korinthern; R. B.)

An Paulus wurde es wahr, daß „die Zunge des Gerechten köstliches Silber ist“, denn er sammelte Geld für bedürftige Christen in Judäa. Die Christen Judäas waren arm, weil die Juden sie in den Bann getan hatten.

Lukas 16, 19-21 19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren 21 und begehrte sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre.

Das Herz des Reichen, der den gläubigen Lazarus vor seiner Tür schmachten ließ, war wie nichts, er war gottlos. „Ist wie nichts“ könnte auch heißen „vom Teufel beherrscht“.

21Des Gerechten Lippen weiden viele; aber die Narren werden an ihrer Torheit sterben.“

Des Gerechten Lippen weiden viele“

Bezüglich Außenstehender (Nicht-Christen):

Der Gerechte ist ein Mensch, der an Jesus glaubt. Er nimmt nicht teil am Krieg der Nicht-Christen um Macht, Ehre und Reichtum, sondern legt seinen Mitmenschen die Buße nahe und bietet das Heil in Jesus an – „so weidet er viele mit seinen Lippen“. Der Christ ist weder ein Schmeichler (krankhafte Toleranz) noch lästert er seine Mitmenschen wegen ihrer Sünden. Der Christ ist auch geduldig mit jenen, die sich nicht gleich bekehren, nachdem er ihnen das Evangelium von Jesus mitgeteilt hat. Er zürnt den Sündern nicht, beleidigt und verflucht sie nicht mit seinen Lippen. Er lebt nach der Bergpredigt, dem Wort von der Geduld mit den Sündern. Nicht-Getaufte oder Getaufte, die zu einer heidnischen Religion konvertiert sind, müssen scharfe Kritik an ihrer Religion seitens des Christen schlucken. Falls nicht, geht der Christ auf Distanz zu ihnen, denn sie würden sein Leben nach der Bergpredigt als erbärmliche Schwäche deuten und ihn ggf. misshandeln, seine „Schwäche“ ausnutzend.

Hi 32,22 Denn ich weiß nicht zu schmeicheln; sonst würde mich mein Schöpfer bald dahinraffen.

Spr 29,5 Wer seinem Nächsten schmeichelt, der spannt ihm ein Netz über den Weg.

Bezüglich jener, die drinnen sind (Christen):

Klatsch und Tratsch sollten in der Kirche so verpönt sein, wie Schweinefleisch bei den Juden. Der Gerechte, der Christ, gebraucht seine Lippen nicht  zu Klatsch und Tratsch über seinen Bruder, der gesündigt hat bzw. sündigt, sondern ermahnt ihn unter vier Augen. Wenn der Bruder bereit ist, umzukehren, nimmt der Christ ihm die Beichte ab und erteilt die Absolution im Namen des dreieinigen Gottes. Ob die Beichte bevorzugt von einem Ordinierten (Amtsträger) abzunehmen (zu hören) wäre, wäre noch zu verhandeln. In einer heidnischen bzw. antichristlichen Gesellschaft wird die Kirche einen materiellen Überlebenskampf führen, da die Gesellschaft etliche ihrer Glieder in den Bann tun wird, worauf diese arbeitslos werden. Hier ist die Gütergemeinschaft der Heiligen von essentieller Bedeutung. Niemals wird ein wohlhabender Christ, der wie durch ein Wunder noch Arbeit hat, seine Lippen missbrauchen, um einem armen Christen zu fluchen – im Gegenteil, er wird ihn bereitwillig finanziell unterstützen. Wenn die Verfolgung der Gemeinde so weit geht, daß das Geld jener Glieder vor Ort, die noch Arbeit haben, nicht mehr ausreicht, um die Gemeinde zu versorgen, muß regional bzw. sogar überregional Geld gesammelt werden bei anderen Gemeinden. Wer diesen Dienst tun würde, dessen Lippen würden buchstäblich viele weiden – gesegnete Lippen.

„aber die Narren werden an ihrer Torheit sterben“

Der Narr, der Nicht-Christ, wird an seiner Torheit sterben. Seine Torheit besteht darin, mit den anderen Egoisten Krieg zu führen um Macht, Ehre und Reichtum. Seine Torheit besteht auch in seiner krankhaften Toleranz (Stadt-Bürger) oder in seinem Lästern (Dorfbewohner) der anderen Sünder. Der Narr verkennt, daß Gott ein Gott der Liebe ist. Da Gott zunächst alle Menschen gleich liebt, ist es klar, daß es zu einem Ausgleich zwischen den Menschen kommen muß; das aber will der Narr nicht. Er will Gott vor seinen Karren spannen und will, daß Gott allein ihn liebt. Er glaubt, es sei legitim, zu Macht, Ehre und Reichtum zu gelangen auf Kosten seiner Mitmenschen und unter Inkaufnahme von Ungerechtigkeit. Im Gegensatz dazu hat der Christ eine brüderliche Gesinnung und gönnt jedermann Macht, Ehre und Reichtum genauso wie sich selbst. Der Christ überlässt es Gott, ihm ggf. Macht, Ehre und Reichtum zu geben; ist nicht süchtig bzw. gierig nach diesen Dingen. In einer antichristlichen oder heidnischen Gesellschaft wird ein Christ allerdings schwerlich zu Macht, Ehre und Reichtum kommen, ohne Christus zu verleugnen und somit alles zu verlieren, auch das ewige Leben.

22Der Segen des HERRN macht reich ohne Mühe.“

Wer sich hier auf Erden nicht an dem Krieg um Macht, Ehre und Reichtum beteiligt, sondern eine seelsorgerliche Gesinnung hat, der wird spätestens mit Anbruch des Jüngsten Tages zu Macht, Ehre und Reichtum gelangen. Gott wird spätesten mit Beginn des Jüngsten Tages jene segnen, die hier auf Erden eine brüderliche Gesinnung hatten, sanftmütig und demütig waren durch und in Christus. Das sanfte Wirken des Christen kann man nicht vergleichen mit dem „ewigen“ Buckeln, Schuften, Malochen, Kämpfen und Streiten der Gottlosen. In einem gewissen Sinne hat der Christ ein Leben ohne Mühe, wobei man das nicht völlig wörtlich nehmen darf, richtig verstehen muß: Vor dem Hintergrund des verbissenen, schweißtreibenden und krankhaften Sich-Abmühens der Gottlosen scheint es gleichsam ohne Mühe zu sein. Natürlich gehen viele Christen einer ganz normalen beruflichen Tätigkeit nach. Je mehr sie sich jedoch auch für das Reich Gottes bzw. die Kirche einsetzen, desto mehr wird Gott ihnen ihre Berufsarbeit erleichtern – das ist der Segen für jene, die Jesus nachfolgen. Die Kirche wiederum hat die Menschen im Blick, deren Seelenheil. Die Kirche kümmert sich auch um jene, die drinnen sind, das heißt jene, die drinnen sind, kümmern sich gegenseitig umeinander und so wird ihr Leben leicht. Der einzelne Christ nimmt teil an dem seelsorgerlichen Wirken der Kirche und dafür wird er von Gott gesegnet in allem, was er tut. Die Disziplin (Zucht) des Christen besteht darin, den Menschen nicht auf der Ebene seiner sündigen Natur zu begegnen sondern in Christus. Es gibt keine direkte Begegnung zwischen einem Christen und irgendeinem Menschen, sondern es ist immer Christus dabei. Wenn der Christ den Menschen doch auf der Ebene seines natürlichen Wesens, seinen niedrigen Instinkten folgend, begegnet, dann verleugnet er damit den Glauben.

1Mo 39,5 Und von der Zeit an, da er (Potifar, hoher Beamter des Pharao; R. B.) ihn (der fromme Josef, Sohn Jakobs; R. B.) über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der HERR des Ägypters Haus um Josefs willen, und es war lauter Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause und auf dem Felde.

23Ein Narr treibt Mutwillen und hat dazu noch seinen Spott; aber der Mann ist weise, der aufmerkt.“

Der Narr, der Gottlose, deutet die Sanftmut und Demut des Christen (der Weise) als Schwäche. Vielleicht betrachtet er den Christen sogar als schwachsinnig, geistig behindert, zurückgeblieben, infantil, naiv, tölpelhaft, etc. Der Narr fühlt sich berechtigt, dem Christen zu zeigen, wo es lang geht, wie das Leben wirklich funktioniert. Der Narr will dem Christen „helfen“, seinen Entwicklungsrückstand aufzuholen. Das Ganze ist mehr als eine Zumutung für den Christen. Das ist, was Jesus nannte: „Das Kreuz“. Es bleibt dem Christ nicht anderes übrig, als sein Kreuz auf sich zu nehmen, das heißt Leiden und Verworfen-werden um Christi willen. Natürlich gibt es enorme graduelle Unterschiede in der Gottlosigkeit zwischen den Einzelnen. Je gottloser jemand ist, desto mehr wird er sich freuen, wenn ihm wieder so ein „dämlicher“ Christ über den Weg läuft, mit dem er seinen „Mutwillen treiben kann“. Der Gottlose hat Spaß daran, den Christen zu misshandeln – sehr traurig, aber wahr. Wo möglich, wird der Christ zu extrem Gottlosen auf räumliche Distanz gehen, sich der Misshandlung entziehen, weglaufen. Besonders gefährlich sind Nicht-Getaufte bzw. Getaufte, die zu einer heidnischen Religion konvertiert sind. Der Vollheide betrachtet Christen als dumme Schafe, rechtlose Individuen, Auskehricht der Welt.

Auch der nicht erweckte, aber getaufte Mensch wird dem Christen zusetzen, aber nicht so wie der Vollheide. Man sollte auch einen Getauften, der sich nicht bewußt vom Glauben abgewendet hat, nicht als Gottlosen bezeichnen (ein Christ im engeren Sinne ist er allerdings auch nicht; das wäre er erst nach seiner Erweckung). Mit solchen geht man gemäß der Bergpredigt um und es ist durchaus möglich, daß solche die Sanftmut und die Demut des Christen nicht als Schwäche deuten sondern als Liebe und sich bekehren.

Auf keinen Fall darf sich der Christ völlig dem Mutwillen eines extrem gottlosen Menschen ausliefern (sich z. B. herumkommandieren lassen), indem er sich in die eigene Tasche lügt und sagt: „Gott will ja, daß ich sanftmütig und demütig bin“. Nein, in diesem Fall ist die Flucht angesagt. Notfalls muß man in diesem Zusammenhang auch einmal eine Arbeitsstelle kündigen. Auch ein Vorgesetzter hat kein Recht, einen Christen wie einen Fußabtreter zu behandeln.

„Aufmerken“

Der Christ weiß, daß die Wege des Gottlosen zumindest langfristig im Verderben enden werden und die Gerechten spätestens mit Anbruch des Jüngsten Tages belohnt werden – das ist das „Aufmerken“.

24Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben. 25Der Gottlose ist wie ein Wetter, das vorübergeht und nicht mehr ist; der Gerechte aber besteht ewiglich. 26Wie der Essig den Zähnen und der Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden. 27Die Furcht des HERRN mehrt die Tage; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt. 28Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein. 29Der Weg des HERRN ist des Frommen Trotz; aber die Übeltäter sind blöde. 30Der Gerechte wird nimmermehr umgestoßen; aber die Gottlosen werden nicht im Lande bleiben. 31Der Mund des Gerechten bringt Weisheit; aber die Zunge der Verkehrten wird ausgerottet. 32Die Lippen der Gerechten lehren heilsame Dinge; aber der Gottlosen Mund ist verkehrt.“

Das ist eine mehrfache Gerichtsankündigung für den Gottlosen. Der Gottlose sitzt auf einem Pulverfass bzw. ist wie ein Dorf am Fuße eines Vulkans, der unmittelbar vor dem Ausbruch steht.

Vers 26: Auch Gottlose haben viele Begabungen und Talente, aber sie sind „zu faul“, sie für Gott einzusetzen. Das brennt Gott in den Augen wie Rauch und ist wie ein stumpfes Gefühl auf den Zähnen. Indem ein Gottloser seine Begabungen und Talente nicht für Gott einsetzt, ist er wie ein Münchner Postbote, der seine Briefe und Päckchen einfach in die Isar (bayerischer Fluß) wirft, weil er zu faul ist, sie auszutragen. Der Gottlose lebte nur für sich selbst, aber Gott wollte, daß er auch für andere lebte. Wie ein Postbote durch die Zustellung seiner Sendungen die Kunden der Post erfreut, soll ein Mensch durch seine Begabungen und Talente seine Mitmenschen erfreuen und nicht nur für sich selbst leben. Von der Faulheit zum Fleiß gelangt man allerdings nur durch Glauben an Jesus. Er kann uns helfen, unsere Begabungen und Talente zu entfalten.

Phil 2,4 und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.

Vers 27: Es wird nicht unbedingt die Zeit der Existenz des Gottlosen auf Erden verkürzt, sondern gemeint ist, daß er im feurigen Pfuhl landen wird, das ist der zweite Tod. Während der Gläubige in Gemeinschaft mit Gott lebt, ist der Gottlose geistlich tot. Dies ist auf Erden schon Wirklichkeit, nur nicht so offenbar. Voll offenbar werden wird es nach dem Jüngsten Tag. Auf Erden sind die Christen die geistlich Lebendigen und die Gottlosen die geistlich Toten (auf Erden ist das aber nicht jedermann offenbar). Wie gesagt, der Unterschied wird in der Ewigkeit aber viel, viel offensichtlicher sein als auf Erden: Der geistliche Tod des Gottlosen manifestiert sich durch seinen ewigen Aufenthalt im feurigen Pfuhl (ewiger Tod) und das geistliche Leben des Christen durch seinen ewigen Aufenthalt in der Gegenwart Gottes (ewiges Leben). In der Ewigkeit gilt: Während der Gottlose immerfort tot ist, ist der Christ immerfort lebendig – so werden die Jahre des Gottlosen verkürzt.

Vers 30: „im Lande“ ist die ganze Erde; mit Anbruch des Jüngsten Tages werden die Gläubigen auf Erden herrschen und die Gottlosen von ihr verschwinden.

Vers 31: Man sollte sehr (mehr) darauf achten, was man so redet, denn Vers 31 hört sich so an, als ob der Gottlose nur für sein falsches Reden gerichtet (ausgerottet) werden würde – natürlich wird er auch für gottlose Gedanken und Taten bestraft. Es geht darum: Manche meinen, es sei nicht so schlimm, mit Wort zu sündigen, wie mit Taten zu sündigen. Vers 31 belehrt uns eines Besseren, indem das Verderben des Gottlosen ganz auf seine böse Zunge bezogen wird – sehr ernüchternd.

Vers 32: 1Tim 6,3 Wenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die dem Glauben gemäß ist, (der ist ein Gottloser mit verkehrtem Mund; R. B.).

 

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