Beweis allein aus dem Alten Testament (Tanach), dass Jesus von Nazareth der Messias der Juden ist

(von Dr. Martin Luther; aus seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“, zweite erweiterte Auflage 1543 a. D.)

Zunächst nehmen wir uns den Spruch 1. Mose 49, 10 vor: „Es wird das Zepter von Juda nicht weggenommen, bis der Schilo kommt. Ihm werden die Völker folgen.“

Diesen Spruch des heiligen Patriarchen Jakob, den er am Ende seines Lebens äußerte, haben die neuen, fremden Juden (die verkehrten Juden zur Zeit Luthers im Gegensatz zu den frommen, alten Juden wie z. B. Patriarch Jakob, Jeremia, Jesaja, Daniel, Esra, Nehemia, u.v.a.m.; R. B.) bisher wider besseres Wissen vielfältig misshandelt und gequält, denn sie wissen genau, dass ihr Deuteln und Verdrehen nichts als eine berechnende Schandtat ist. Und das erinnert mich an ihre Glossen (falsche Bibelauslegungen; R. B.), wie an ein böses, halsstarriges Weib, das seinem Mann widerspricht und das letzte Wort haben will, auch wenn sie weiß, dass sie Unrecht hat. So meinen die verblendeten Leute auch, es sei ausreichend, wenn sie gegen den Text und sachgemäßen Verstand anbellen und schwatzen; sie fragen nichts danach, daß sie mutwillig lügen. Und beachte genau, dass sie es lieber hätten, der Spruch wäre nie geschrieben worden, ehe sie seine wahre Bedeutung gelten lassen. Er bereitet ihnen empfindlichste Schmerzen und doch können sie nicht an ihm vorbei.

Denn die alten, echten Juden haben noch das Verständnis gehabt, das wir Christen auch  haben, nämlich dass im Stamm Juda die Regierung oder das Zepter bleiben soll, bis der Messias kommt; dem sollen dann die Völker folgen und sich ihm anschließen. Das bedeutet, das Zepter soll nicht allein im Stamm Juda sein, sondern, wie es die Propheten später erklären, zur Zeit des Messias zu allen Völkern auf der Erde gelangen.

Bis dieser käme, solle das Zepter in dem kleinen Ländchen Juda bleiben. Dies entspringt, so sage ich, der Urteilskraft der Propheten und der alten Juden. Das können sie nicht leugnen, denn auch ihre chaldäische Bibel, welcher sie nichts entgegnen können, ebenso wenig wie der hebräischen selbst, zeigt ganz klar, dass es auf Deutsch folgendermaßen lautet:

„Weder soll der Sultan vom Hause Juda, noch der Saphra (Schriftgelehrter; R. B.) von seinen Nachkommen dauerhaft entfernt werden, bis der Messias kommt und bis dessen Reich errichtet ist und die Völker ihm gehorchen werden.“ Das ist der chaldäische Text, so genau ins Deutsche übersetzt, dass es mir weder Jude noch Teufel widerlegen kann.

Da nun Mose auf Hebräisch „Schebat“ sagt, wir aber auf Deutsch „Zepter“ – „Schebat“ übersetzt der chaldäische Dolmetscher mit „Sultan“ – wollen wir dieses Wort erklären. Das hebräische Schebat bedeutet „Virga“. Es meint hier eigentlich keine Rute, denn darunter versteht der deutsche Mann Birkenreißer, mit denen man Kinder züchtigt. Es meint auch nicht den Stock, mit dem Kranke und Alte gehen, sondern einen aufrechten Stab, den ein Richter in der Hand hält, wenn er zu Gericht sitzt. Der ist im Laufe der Zeit, in der die Welt prachtvoller wurde, silbern und golden geworden und  heißt nun Zepter. Das ist ein königlicher Stab. „Sceptron“ ist das nun eingedeutschte griechische Wort dafür, denn auch Homer beschreibt in „der Illias“, dass sein König Achill ein hölzernes Zepter hatte, welches mit silbernen Nägelchen geschmückt war. Daran erkennt man genau, was ein Zepter gewesen ist und warum es zuletzt ganz silbern und golden wurde. Fazit: Es ist der Stab, ob silbern, hölzern oder golden, den der König oder sein Stellvertreter trägt. Das ist nichts anderes als ein Symbol einer Herrschaft oder eines Königreichs. Daran zweifelt niemand.

Um dieses nun auszudrücken, benutzt der chaldäische Dolmetscher nicht das Schebat, Stab oder Zepter, sondern setzt dafür die Person ein, die diesen Stab trägt, und meint: Sultan ist ein Fürst, Herr oder König, der nicht aus dem Haus Juda stammt, Das heißt, es soll ein Sultan im Haus Juda sein, bis der Messias kommt. Denn „Sultan“ ist auch hebräisch und inzwischen ist es wohlbekannt (da wir Christen uns länger als 600 Jahre mit dem ägyptischen Sultan bekriegt, aber trotzdem wenig gewonnen haben), dass die Sarazenen (muslimische Araber; R. B.) ihren König oder Fürsten „Sultan“ nennen. Das bedeutet Herr, Herrscher oder Oberherr. Daher kommt auch das hebräische Wort „Schild“, welches aus dem  hebräisches stammend ganz reines Deutsch geworden ist, als ob man ausdrücken will, ein Fürst oder Herr solle Schild, Schutz und Schirm für seine Untertanen sein. Erst dann wäre er ein rechter Sultan oder Herr usw. Etliche wollen auch den „Schultheiß“ davon ableiten. Das lasse ich gelten und durchgehen.

Saphra ist das, was sonst im Hebräischen „Sopher“ heißt, denn Chaldäisch und Hebräisch sind nicht sehr unterschiedlich und im Grund ein und dasselbe, so wie Sachsen und Schwaben Deutsch sprechen, wobei es trotzdem große Unterschiede gibt. Aber Sopher haben wir allgemein als Kanzleileiter eingedeutscht. Saphra deuten nun allesamt, auch Burgos (ein christlicher Gelehrter; R. B.), als „Scriba“, also Schreiber. Solche nennt das Evangelium „Schriftgelehrte“. Das sind gute Schreiber, die gegen Lohn, aber nicht eigenmächtig schreiben. Es sind die weisen, großen Regenten, Doktoren, Magister, die das Recht lehren, unterweisen und während der Regierungszeit aufrechterhalten. Das beinhaltet wohl auch die Kanzlei, das Parlament, die Hofräte und alle, die durch Weisheit und Recht beim Regieren helfen. Das will auch Mose mit dem Wort „Mehokek“ ausdrücken, welches diejenigen bezeichnet, die Gebote und Verfügungen lehren, aufstellen und damit rechtsprechen; so wie die Schreiber und Schriftgelehrten bei den Sarazenen zum Sultan gehören, also seine Doktoren, Meister und Gelehrten, die den Koran als Recht seines Landes lehren, deuten und bewahren. Im Papsttum stellen die Schreiber oder Saphras des Papstesels die Kanonisten oder Eselisten dar, die seine Verfügungen und sein Recht lehren und bewahren. Im Kaisertum stellen die Saphra oder Schriftgelehrten die Jura-Doktoren und weltliche Juristen des Kaisers dar, die das kaiserliche Recht lehren, Rat geben und bewahren.

Und so hatte Juda auch Schreiber, das heißt Schriftgelehrte, die das Gesetz Moses, welches ihr Landesrecht war, lehrten und bewahrten. Darum haben wir Mehokek als Meister eingedeutscht, das heißt Doktor oder Lehrer, usw. Und das will das Wörtchen auch bedeuten. Mehokek, das heißt also, der Meister soll nicht von seinen Füßen entfernt werden. Das bedeutet Lehrer und Zuhörer, die ihm zu Füßen sitzen, sollen gemeinsam in einer legalen Regierung verbleiben. Denn jedes Land muss beides haben, wenn es bestehen will: Nämlich eine Macht und ein Recht. Jedes Land muss, so sagt man, einen Herrn, ein Haupt und einen Regenten haben. Also muss es auch ein Recht haben, an welches sich sich der Regent hält. Das ist der „Stab und Mehokek“ oder „Sultan und Saphra“. Dies zeigt auch Salomo: Nachdem er den Stab, das heißt das Königreich, bekommen hatte, bat er um nichts, als um Weisheit, damit er das Volk gerecht regieren könne (1. Kön. 3). Denn wo ausschließlich Macht ohne Recht herrscht, da tut und lässt der Sultan was er will und macht nicht was er soll. Da existiert keine Herrschaft, sondern Tyrannei, wie bei Nero, Caligula, Dionysus, Heinz und dergleichen. Dann besteht sie nicht auf Dauer. Und wenn Recht ohne Macht ist, macht der wilde Pöbel auch was er will und es bleibt keine Regierung im Amt. Darum muss beides da sein: Recht und Macht, Sultan und Saphra, dass einer dem anderen helfe.

Daher bezeichnen sie, falls sie vom Stamm Juda aus Jerusalem stammen sollten, den Saphra als Hohen Rat, welchen sie Sanhedrin nennen. Herodes, ein Fremdling, ein Edomiter, schaffte alle diese gänzlich ab und wurde so beides, also „Sultan und Saphra“, „Stab und Mehokek“ im Hause Juda, „Herr und Schriftgelehrter“. Mit Herodes begann die Erfüllung des Spruchs des Patriarchen, dass Juda weder Herrschaft noch Saphra mehr besitzen sollte. Da wurde es Zeit, dass der Messias kam und sein Reich einnahm auf dem Thron Davids bis in alle Ewigkeit, wie Jesaja weissagt (Jes 9, 5-6). Darum lasst uns nun den Spruch des Patriarchen ansehen (1. Mose 49, 8-12):

„Juda, du bist’s; dich werden deine Brüder loben.“ usw.

Dieses, so denke ich, bedarf keiner weiteren Erklärung, denn es ist klar genug, dass der Stamm Juda vor allen seinen anderen Brüdern geehrt werden und den Vorzug haben soll. Weiter:

„Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Hals liegen;“ usw.

Hier wird ja auch deutlich genug, dass der berühmte, vornehme Stamm Juda Feinde und Widerstand erleiden muss. Aber er soll Glück haben und siegen. Weiter:

„Vor dir sollen sich deine Brüder verneigen und beugen“  usw.

Es ist auch klar, dass hier nicht vom babylonischen Exil, sondern von der Herrschaft über seine Brüder gesprochen wird, von dem was alles in König David erfüllt ist. Aber derselbe Stamm Juda ist nicht allein durch David Herr über seine Brüder geworden, sondern er hat auch um sich geschlagen wie ein Löwe und andere Völker unter sich gezwungen, wie Philister, Syrer, Moabiter, Ammoniter und Edomiter. Dies preist er mit diesen herrlichen Worten an:

„Juda ist ein junger Löwe. Du bist aufgestiegen, mein Sohn, durch Raub. Er ist  niedergekniet und hat sich hingelegt wie ein Löwe und eine Löwin. Wer will sich gegen ihn auflehnen?“

Das heißt, er hat sich niedergelassen und ein Königreich errrichtet, das niemand verhindern konnte, obwohl es doch die Völker außen herum sehr oft und energisch versucht haben.

Nun denn, bisher hat der Patriarch das Königreich, den Sultan, den Stab und den Saphra im Stamm Juda errichtet, gesetzt und bestätigt. Dadurch sitzt der Sultan in der Regierung Judas. Was soll nun werden? Gott sagt, das soll werden: Die Herrschaft soll bleiben, bis der Messias kommt. Das heißt, es werden sich ihm viele widersetzen, um das Königreich zu stürzen und zu vernichten, auf dass es von der Erde verschwinden möge. Und wie es die Geschichten der Könige und Propheten reichlich bezeugen, haben es alle Heiden immer wieder heftig versucht und Gott selbst sagt: Juda muss Feinde haben. Denn der Neidhammel gibt dort keine Ruhe, wo ein Reich oder Fürstentum aufsteigt, bis es zugrunde gerichtet wurde. Das zeigen alle Geschichten und Beispiele.

Aber in diesem Fall spricht der Heilige Geist: Dies Königreich aus dem Stamm Juda gehört mir, das soll mir niemand wegnehmen, wie böse und mächtig er auch sei und wenn es die Höllenpförtner selbst wären. Es muss also heißen „non auferetur„. Ihr Teufel und Heiden sagt stattdessen: „Auferetur“ (wir wollen damit aufräumen, wir wollen es vertilgen, wir wollen es zum Schweigen bringen), wie Psalm 74 deutlich klagt. Aber von mir aus soll es unangetastet und unverwüstet bleiben. Es sollen sich weder der Schebat oder Sultan vom Haus Juda, noch der Saphra von seinen Nachkommen entfernen, bis der Schilo oder Messias kommt, auch wenn ihr dabei durchdrehen würdet.

Und wenn jener kommt, so soll es noch ganz anders und weitaus herrlicher werden. Denn da ihr den Stamm Juda nicht in einem kleinen Fleckchen Erde ertragen wolltet, will ich aus ihm zuerst einen richtig großen Löwen machen, der in aller Welt Sultan und Saphra werden soll. Ich will also erreichen, dass er weder ein Schwert zücken, noch einige Tropfen Blut vergießen muss, sondern die Völker sollen ihm selbst gern und ohne Zwang untertänig und gehorsam sein. Das soll sein Königreich sein, denn ihm gehören doch das Reich und alles.

Akzeptiere diese Auslegung und diese Gedanken und wende dich damit dem hebräischen und chaldäischen Text zu. Welche Bedeutung hat es, wenn dir dein Herz samt den Buchtstaben nicht sagen wird: Beim lieben Gott, das ist die Wahrheit, das ist die Meinung des Patriarchen? Danach schaue in die Geschichte und prüfe, ob es nicht genauso ergangen und geschehen ist und noch geschieht. So wirst du abermals sagen müssen: Es ist wahrhaftig so! Denn es ist nicht zu leugnen, dass der Sultan  und Saphra beim Stamm Juda geblieben sind bis in die Zeit des Herodes, obwohl sie zuweilen schwach waren, und trotz großer Feinde erhalten blieben. Aber während und nach der Zeit des Herodes sind sie doch zugrunde gegangen, war alles aus und vorbei, so dass auch von Jerusalem, wo der Thron des Stammes Juda stand, und dem Land Kanaan nichts mehr geblieben ist. So hat sich der Spruch erfüllt, dass der Sultan gehen und der Messias kommen werde.

Mir fehlt jetzt die Zeit, um aufzuzeigen, was für eine ergiebige Quelle dieser Spruch ist und wie viel die Propheten daraus über den Fall der Juden und der Berufung der Heiden gelernt haben, von dem diese neuen Juden und Bastarde gar nichts wissen.

Wir erkennen klar und deutlich aus diesem Spruch, dass der Messias zur Zeit des Herodes gekommen sein muss. Oder wir müssten behaupten, dass Gott seine Verheißung nicht gehalten und somit gelogen hätte. Das soll aber niemand tun, außer dem unheilvollen Teufel und seinen Dienern, den falschen Bastarden und fremden Juden. Die tun das sowieso ohne Unterlass. Gott muss für sie ein Lügner sein. Sie wollen Recht haben, dass der Messias noch nicht gekommen sei, weil doch Gott mit knappen Worten sagt, dass der Messias kommen solle, noch ehe Juda seine Macht verloren haben, was inzwischen seit 1500 Jahren so ist. Wie klar sind dagegen die Worte Gottes, dazu das offenbarte Werk und die Erfüllung dieser Worte?

Was könntest du mit einem verstockten Juden hierüber viel streiten? Es ist eben, als wolltest du einen schwachsinnigen Menschen davon überzeugen, dass Gott Himmel und Erde geschaffen hat und du ihm sogar Himmel und Erde mit Fingern zeigst, er aber trotzdem schwätzt, dass das weder Himmel noch Erde wären, wovon 1. Mose 1, 1 handelt, oder dass es nicht „Himmel und Erde“, sondern anders hieße usw. Denn dieser Spruch, dass Juda seine Macht verlieren soll usw., ist ja genauso klar und deutlich, wie jener, dass Gott Himmel und Erde geschaffen hat. So dass man ausreichend versteht, dass die Juden weder sich bloss irren, noch verführt sind, sondern boshaft und absichtlich wider besseres Wissen die anerkannte Wahrheit leugnen und darüber lästern. Einen solchen Menschen soll niemand aufwerten, indem er auch nur ein einziges Wort mit ihm spricht, auch wenn es von Markolf wäre, geschweige denn über solche hohen, göttlichen Worte und Werke.

(Luther schreibt weiter:)

Wir wollen uns einem anderen Spruch zuwenden, den die Juden weder in der Weise wie 1. Mose 49, 10 entstellt haben noch entstellen können. Mit seinen letzten Worten spricht David, 2. Samuel 23, 1-7:

1Dies sind die letzten Worte Davids: Es sprach David der Sohn Isais, es sprach der Mann, der hoch erhoben ist, der Gesalbte des Gottes Jakobs, lieblich mit Psalmen Israels. 2Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und seine Rede ist auf meiner Zunge. 3Es hat der Gott Israels zu mir gesprochen, der Hort Israels hat geredet: Ein Gerechter herrscht unter den Menschen, er herrscht mit der Furcht Gottes 4und ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, am Morgen ohne Wolken, da vom Glanz nach dem Regen das Gras aus der Erde wächst. 5Denn ist mein Haus nicht (Hervorhebung durch R. B.) also bei Gott? Denn er hat mir einen ewigen Bund gesetzt, der in allem wohl geordnet und gehalten wird. All mein Heil und all mein Begehren, das wird er wachsen lassen. 6Aber die heillosen Leute sind allesamt wie die ausgeworfenen Disteln, die man nicht mit Händen fassen kann; 7sondern wer sie angreifen soll, muß Eisen und Spießstange in der Hand haben; sie werden mit Feuer verbrannt an ihrem Ort.

„Der Geist des Herrn hat durch mich gesprochen und sein Wort habt ihr durch meinen Mund erfahren („seine Rede ist auf meiner Zunge“; R. B.). Der Gott Israels hat zu mir gesprochen, der Gewaltige in Israel“ usw. Und etwas später: „Was ist mein Haus bei Gott? (oder sachlich und genau aus dem Hebräischen wiedergegeben: Mein Haus ist ja also nichts)“ usw. Das heißt: „Mein Haus ist ja nicht wert vor Gott. Es ist zu viel des Guten, dass Gott mit mir armen Mann so viel anstellt, denn er hat mit mir einen ewigen Bund geschlossen, der überall errichtet und erhalten werden soll.“

Merke dir diese Worte, die zeigen, dass David mit so vielen und wie es scheint überflüssigen Worten bewundert, dass der Geist Gottes durch in spricht und Gottes Wort durch seinen Mund erfahren wurde („seine Rede ist auf meiner Zunge“; R. B.).

Desgleichen: „Der Gott Israels hat mir gesagt („der Gott Israels hat zu mir gesprochen“; R. B.); der Gewaltige in Israel („der Hort Israels hat geredet“; R. B.)“ etc. Als wolle er sagen: „Hört doch lieber zu (nicht ich, David, spreche sondern Gott, also hört doch lieber zu; R. B.). Höre, wer hören kann. Hier spricht Gott (nicht David; R. B.). Hört doch! etc.

Was ist es denn, dass du uns zu hören aufträgst? Was redet denn Gott durch dich? Was will er dir sagen? Was sollen wir hören?

Das sollt ihr hören: „Dass Gott mir mir und meinem Haus einen ewigen, festen, gewissen Bund gemacht hat“, dessen mein Haus nicht wert ist. Ja, verglichen mit Gott ist es nichts, dennoch hat er es getan. Was also ist so ein ewiger Bund? Ei, mach die Ohren auf und höre: „Mein Haus und Gott haben sich verschworen und für immer verbunden. Das ist ein Bund, eine Verheißung, die ewig ist und ewig bleiben muss. Denn es ist Gottes Bund und Verheißung, die niemand brechen kann, noch verhindern soll oder kann. Mein Haus soll für immer sicher und in allem wohlgeordnet sein, wie das Wort „Arukh“ sagt, und nichts soll auch nur im Geringsten unvollkommen sein.“ Hast du das gehört? Glaubst du denn auch, dass Gott wahrhaftig ist? Ja, ohne Zweifel. Meinst du aber auch, er könne und wolle sein Wort halten?

Nun denn, wenn Gott nun wahrhaftig und allmächtig ist und durch David diese Worte gesprochen hat, was kein Jude zu leugnen wagt, so muß David’s Haus oder Regierung, was das gleiche bedeutet, seit der Zeit, als er dieses sprach, bestanden haben und für immer und ewig bestehen oder Gott müsste ein Lügner sein.

Zusammenfassend: Entweder gibt es David’s Haus oder Erben, der seit der Zeit Davids bis heute und ewig regiert, oder David ist am Ende als ungeheuerlicher Lügner gestorben, als der diese Worte mit viel unnützem Gewäsch, wie es scheint, daher sagte: „Gott redet; Gott spricht; Gott verheißt.“ Denn es hilft nichts, wenn wir zusammen mit den Juden Gott Lügen strafen wollten, als hätte er diese teuren Worte und Verheißungen nicht eingehalten. Wir müssen, so sage ich, einen Erben Davids seit seiner Zeit haben, so dass sein Haus nie verwaist gewesen ist, wo auch immer er gewesen sei. Denn sein Haus muss bestanden haben und immerfort bestehen. Dafür steht Gottes Wort. Es soll ein ewiger, fester, gewisser Bund sein, von dem nichts weggenommen werden darf, sondern alles soll „Arukh“ sein, auf das allerfeinste geordnet, wie Gott alle seine Dinge ordnet. Psalm 111: „Alle seine Werke sind fein und herrlich.“

Nun lass die Juden einen solchen Erben Davids vorweisen, denn sie müssen ihn vorweisen. Da steht es, dass David’s Haus ewig währt, dass es niemand zerstören noch behindern soll, sondern wie die Sonne morgens hervorbricht, was keine Wolke verwehren noch verhindern kann, wie es ebenfalls geschrieben steht. Weisen sie aber weder einen Erben Davids noch sein Haus vor, so hat sie dieser Spruch in Grund und Boden verdammt, so dass sie ohne Gott, ohne David, ohne Messias und ohne alles mit Sicherheit verlorene und für immer verdammte Leute sind.

Natürlich können sie nicht leugnen, dass Davids Königreich oder Haus immer weiter bestanden hätte bis zum babylonischen Exil, ja sogar darüber hinaus und danach bis in die Zeit Herodes‘. Bestanden hat es, so sage ich, weder aus eigener Kraft noch Verdienst, sondern es wird kraft dieses ewigen Bundes mit David’s Haus aufrechterhalten. Denn sie hatten mehrfach böse Könige und Regenten, die Götzen anhingen, Propheten töteten und schändich lebten, wie Rehabeam, Joram, Joas, Ahas, Manasse, etc., die es schlimmer trieben als alle Heiden oder Könige Israels, wodurch sie es öfters verdient hätten, dass beide – David’s Haus und Stamm – ausgerottet worden wären, wie es dem Königreich Israel schließlich widerfuhr. Aber dieser mit David errichtete Bund blieb stabil, wie die Bücher der Könige und Propheten loben, da Gott dem Haus Davids eine Leuchte oder ein Licht bewahrte und nicht verlöschen lassen wollte, wie es hier steht, 2. Könige 8, 19: „Der Herr wollte Juda nicht verderben um seines Knechtes David willen, dem er gesagt hatte, dass er ihm eine Leuchte unter seinen Kindern für immer geben werde.“ Ebenso 2. Samuel 7, 12.

Dagegen muss man sich das Königreich Israel ansehen, welches noch nie bei einem Stamm oder Haus bis in die dritte Generation blieb. Nur Jehu brachte es wegen einer besonderen Verheißung bis in die vierte Generation in seinem Haus. Ansonsten ging es immer von einem Stamm auf den nächsten über, dazu nicht einmal lange, bis es ganz und gar erlosch. Aber das Königreich Juda blieb die ganze Zeit beim Stamm Juda und beim Haus David wegen Gottes großer Wunderwerke. Denn es gab so große Aufstände aller Heiden ringsumher gegen Juda, von Israel selbst und eigene, innere Unruhen wegen großer Abgöttereien und Sünden, dass es kein Wunder gewesen wäre, wenn es doch in der dritten Generation unter Rehabeam oder unter Joram, Ahas oder Manasse untergegangen wäre. Aber es hatte einen starken Rückhalt, der es weder untergehen noch sein Licht verlöschen ließ. Ihm war zugesagt worden, dass es für immer stabil und sicher bleiben sollte. Also besteht es auch und wird ewig bestehen, denn Gott lügt nicht und kann nicht lügen.

Dass aber die Juden vom babylonischen Exil jammern, als sei das Haus David genau dort untergegangen, stimmt nicht, wie wir oben gesagt haben. Denn es war nur eine kleine auf 70 Jahre festgelegte Strafe, bei der Gott sein Wort verpfändete und sie durch treffliche Propheten erhielt. Auch Jojachin war in Babylon über alle Könige erhaben. Daniel und seine Genossen regierten nicht allein über Juda und Israel sondern auch über das Kaiserreich Babylon. Und obwohl sie für kurze Zeit nicht in Jerusalem vor Ort weilten, regierten sie doch an einem anderen Ort viel herrlicher als in Jerusalem, sodass man sagen kann, das Haus David sei in Babylon nicht nur nicht erloschen, sondern habe herrlicher geleuchtet als in Jerusalem.

Sie mussten zur Strafe nur für eine gewisse Zeit ihren Heimatort aufgeben. Denn selbst wenn ein König außer Landes ist, kann man ihn nicht einen entmachteten König nennen, nur weil er nicht daheim ist. Besonders wenn er einen großen, glücklichen Sieg errungen hat gegen viele Völker, was bedeutet, dass er im Ausland herrlicher leuchtet als daheim.

Da Gott nun seinen Bund die ganze Zeit seit David bis Herodes gehalten hat, da sein Haus nicht erloschen ist, so muss er ihn weiterhin aufrechterhalten haben und für immer halten, so dass David’s Haus weder erloschen ist noch jemals erlöschen kann. Denn wir dürfen unseren Herrn, Gott, nicht in der Weise beschimpfen, er habe halb wahr und halb unwahr gesprochen, wenn er die ganze Zeit seit David bis zu Herodes das Haus David in seinem Bund treu und wahrhaftig erhalten habe, dann aber nach Herodes‘ Zeit mit Lügen begonnen hätte, treulos geworden wäre und seinen ewigen Bund aufgekündigt und beendet hätte. Stattdessen hat das Haus David, so wie es bestanden und geleuchtet hat bis in Herodes‘ Zeit, auch während Herodes‘ Zeit und danach bestanden und leuchtet nun bis in alle Ewigkeit.

Da sehen wir nun, wie dieser Spruch Davids so fein mit dem Spruch des Patriarchen Jakob übereinstimmt, 1. Mose 49, 10: „Weder das Zepter soll von Juda wegkommen noch Mehokek von seinen Füßen bis der Messias kommt. Dem werden die Heiden gehorchen.“ Was kann denn hier Klareres und Anderes gemeint sein, außer dass Davids Haus leuchten solle, bis der Messias komme?

Durch ihn (der Messias bzw. Jesus von Nazareth; R. B.) soll alsdann das Haus David nicht nur über Juda und Israel sondern auch über die Heiden oder weitere Völker leuchten (das ist die christliche Kirche, die aus Judenchristen und Heidenchristen besteht; in der Herrschaft Jesu, dem Sohne Davids und Gottes, über die Kirche hat sich die Herrschaft des Hauses David von Juda auf die Heiden erweitert und so ist David’s Leuchte niemals verloschen und leuchtet bis in Ewigkeit; R. B.). Das bedeutet ja nicht verlöschen, sondern herrlicher und weiter zu leuchten, besonders in Zukunft. Und so entstanden ein ewiges Reich und ein ewiger Bund wie David sagte. Darum muss hieraus mit Bestimmtheit geschlossen werden, dass der Messias gekommen sei, als Juda seine Macht verlor, wenn wir im anderen Falle über Gott nicht lästern wolle, indem wir behaupten, er habe seinen Bund und Eid nicht eingehalten. Auch wenn es die halsstarrigen, verstockten Juden nicht akzeptieren wollen, so ist doch hiermit unser Glaube sicher und deutlich bewiesen und wir fragen gar nicht nach ihren verrückten Erklärungen, die sie in ihrem Kopf zusammengesponnen haben. Wir haben den eindeutigen Text.

(Luther schreibt weiter:)

Solche letzten Worte Davids gründen sich (das wir weiter davon reden) auf Gottes eigenem Wort, da er mit David redet (wie David an seinem Ende rühmet), 2. Samuel 7, und spricht: „Solltest  du mir ein Haus bauen, darin ich wohne?“ Man kann weiterlesen, dass dort folgt, wie er nacheinander erzählt, dass er bis dahin in keinem Haus gewohnt habe. Er habe ihn aber zum Fürsten seines Volkes erwählt, dem er einen festen Ort und Ruhe geben wolle und schließt: „Ich will dir ein Haus bauen“, das heißt weder du noch jemand anderes wird mir ein Haus bauen, in dem ich wohnen werde. Ich bin viel, viel zu groß, wie Jesaja 66 auch sagt. „Sondern ich, ich will bauen und dir ein Haus errichten“. Denn so spricht der Herr (sagt Nathan): „der Herr verkündigt dir, dass der Herr dir ein Haus machen will.“

Nun weiß man genau, was ein von Menschen gebautes Haus bedeutet, nämlich ein ganz vergänglicher, aufgerichteter Haufen Steine und Holz. Aber ein von Gott gegründetes Haus bedeutet, einen Stammvater zu ernennen, der immer wieder Nachkommen und Erben seines Blutes und Stammes habe. Wie Mose sagt (2. Mose 1), baute Gott den Hebammen Häuser, weil sie die Säuglinge entgegen des Gebotes des Königs am Leben ließen und nicht erwürgten. Die Häuser der Könige Israels wiederum zerbricht und zerstört er in der nächsten Generation.

So hat nun David dadurch ein von Gott sicher gegründetes Haus, das immer wieder Erben haben soll, und nicht etwa ein schlechtes Haus, sondern er sagt: „Ich habe dich zum Fürsten über mein Volk ernannt.“ Darum soll es fürstlich-königlich, das heißt das Haus des Fürsten und Königs David genannt werden, in dem deine Kinder für immer regieren und wie du Fürsten sein sollen. Dies alles beweisen nun die Bücher der Könige und die Geschichtsbücher bis in Herodes‘ Zeit. Bis dahin haben wir Macht und Rechtsprechung im Stamm Juda.

Nun folgt der zweite Teil Schilo betreffend („bis der Schilo kommt; und ihm werden die Völker anhangen“): Wie lange soll nun auf diese Weise mein Haus so stehen und meine Erben an meiner Regierung bleiben? Da antwortet Gott also:

„Wenn deine Zeit um ist und du tot bist, will ich deinen Nachfolger erwecken, der von deinem Leib (utero), das heißt von deinem Fleisch und Blut, kommen soll. Dem will ich dein Reich übergeben. Er soll meinem Namen ein Haus gründen und ich will den Thron seines Königreichs für immer bestätigen. Ich will sein Vater sein und er soll mein Sohn sein. Wenn er eine Missetat begeht, will ich ihn mit Menschenruten, mit denen man Kinder züchtigt, und mit Schlägen der Menschenkinder strafen. Aber er soll meine Gnade nicht verlieren, wie ich sie Saul entzogen haben, den ich vor dir sterben ließ. Und dein Haus und dein Königreich sollen beständig sein, ewig vor mir, und dein Thron soll für immer bestehen.“

Wer diesen Spruch auf Salomo münzen wollte, müsste ein gar boshafter Exeget sein. Denn obwohl Salomo zu dieser Zeit noch nicht geboren war, ja nicht einmal der Ehebruch mit seiner Mutter Batseba geschehen war, ist er doch weder das Geschlecht noch der Sohn Davids, der nach David’s Tod geboren wurde und von dem er hier sagt: „Wenn deine Zeit um ist und du tot bist, will ich deinen Nachkommen erwecken.“ Denn Salomo wurde zur Zeit des lebenden David geboren. Und närrisch, auch lächerlich wäre, wenn „erwecken“ hier so gedeutet werden sollte, dass Salomo nach David’s Tod erweckt werden sollte, entweder zum König oder um das Haus zu gründen. Denn da stehen drei andere Kapitel (1. Kön.1, 1. Chr. 23, 1. Chr. 29). Die zeigen, dass Salomo nicht nur zu Lebzeiten seines Vater als König eingesetzt wurde, sondern er auch von seinem Vater David den Auftrag, alle Pläne für den Tempel mit allen Räumlichkeiten, allen Kosten und der Ordnung des ganzen Königreichs erhalten hat. So ist klar, dass Salomo den Tempel weder mit eigenen Ideen gebaut, noch das Reich und die Priesterschaft geordnet hat, sondern dass alles aus David’s Kopf stammt, der ihm alles vorgeben und noch zu Lebzeiten angeordnet hat.

Auch gibt es zwischen 2. Sam 7 und 1. Chr. 23 und 1. Chr. 29 große Ungereimtheiten und viele unterschiedliche Worte. Im ersten Wort will Gott David ein ewiges Haus gründen und im zweiten Wort soll Salomo für Gottes Namen ein Haus bauen. Im Ersten steht ohne Zusätze, es solle ewig bestehen und durch keine Sünde gehindert werden. Im Zweiten steht: Sofern Salomo und seine Nachkommen fromm bleiben! Was er jedoch nicht blieb und darum nicht nur die zehn Stämme Israels verlor, sondern auch in der siebten Generation ausgerottet wurde. Erstes ist promissio gratie, das Zweite ist promissio legis. Im Ersten dankt David Gott, dass sein Haus ewig bestehen soll. Im Zweiten dankt er nicht, dass Salomos Tempel ewig bestehen soll.

Zusammenfassend: Es wird im Ersten und im Zweiten jeweils zu anderen Zeiten über andere Sachen und ein anderes Haus gesprochen. Und obwohl Gott im Zweiten Salomo auch seinen Sohn nennt und sein Vater sein will, so steht doch der Zusatz dabei: „sofern er fromm sei“. Dieser Zusatz steht im Ersten nicht. Und es ist nicht seltsam, dass Gott seine Heiligen, auch die Engel, seine Kinder nennt. Aber jener Sohn in 2. Sam 7 ist ein anderer und besonderer Sohn, der das Haus ohne Bedingung behalten und durch keine Sünde verlieren soll.

Und also haben auch die Propheten und Psalmen den Spruch aus 2. Sam. 7, der vom Geschlecht Davids nach seinem Tod handelt, angenommen und den Spruch aus 1. Chr. 23 und 29, der von Salomo spricht, fallen gelassen. Denn so spricht Psalm 89:

„Ich will für immer von der Gnade des Herrn singen und immer wieder seine Wahrheit verkünden durch meinen Mund und sagen: Eine ewige Gnade wird begründet werden. Und du wirst deine Wahrheit treu im Himmel erhalten. Ich habe einen Bund geschlosssen mit meinem Auserwählten. Ich habe David, meinem Knecht, geschworen: Ich will dir dein Geschlecht ewig erhalten und immer wieder deinen Thron errichten“, usw.

Dies sind auch klare Worte, die Gott gelobt hat und er schwört dazu, er wolle David die ewige Gnade erweisen und sein Haus, Geschlecht und Thron für immer gründen und erhalten.

Und danach im Ves 19 geht es richtig los vom echten David, die allerschönsten Weissagungen vom Messias, mit denen Salomo nicht gemeint sein kann. Denn der ist nicht der Höchste über allen Königen auf der Erde gewesen, er hat auch seine Hand nicht über Meer und Wasser gehalten. Das bedarf keiner Erklärung. Auch blieb das Reich nicht bei Salomo’s Haus, denn er hatte diesbezüglich keine bestimmte Verheißung, außer „sofern er fromm sein würde“. Stattdessen hat das Haus David, das mehr Söhne als Salomo hatte, die Verheißung. Und wie die Geschichtsbücher zeigen, ist zuweilen die Macht Judas von Bruder auf den Bruder oder vom Vetter auf den Vetter übergeganen, doch ist sie immer im Haus David geblieben. Als Ahasja und Ahas keinen Sohn hinterließen, mussten sie Neffen als Erben und Söhne einsetzen, nach Vorgabe der Heiligen Schrift.

Wer würde nun solche deutlichen, gewaltigen Sprüche der Heiligen Schrift vom ewigen Haus David leugnen, welche die biblischen Geschichtsbücher beweisen, nämlich dass es immer Könige oder Fürsten bis zum Messias gab? Niemand außer dem Teufel und die, welche seine Glieder sind. Denn für mich gilt auch, dass, falls der Teufel – oder wer auch immer – keinen Messias dulden wollte, dass dieser trotzdem für David ein ewiges Haus und einen ewigen Thron bestehen lassen muss.

Denn er kann die klaren Worte Gottes nicht leugnen, da Gott schwört, er wolle sein Wort nicht ändern. Und er wolle David gegenüber sein Wort halten trotz der Sünden seiner Nachkommen, wie der oben genannte Psalm mächtig und klar darlegt.

Jetzt gibt es aber ein solches ewiges Haus Davids nirgendwo (wenn man die christliche Kirche außer Betracht läßt; R. B.), wenn man nicht die Macht Judas vor dem Messias und den Messias nach dem Machtverlust Judas zusammenfügt (Luther meint damit, daß Gottes Wahrhaftigkeit nur dann gewahrt bleibt, wenn man die christliche Kirche, die nach dem Machtverlust Judas aufkam, als Nachfolgerin Judas sieht; der Herr der christlichen Kirche ist Jesus Christus, ein Nachkomme David’s, somit besteht David’s Haus und Thron noch immer, so wie Gott es ihm versprochen hat; R. B.). Und zwar so, dass der Messias gekommen sei, als die Macht Judas verloren ging und deshalb David’s Haus für immer erhalten und Gott deshalb sein Wort, den Bund und Eid wirklich gehalten hat. Denn jeder weiß, dass die Macht Judas zur Zeit des Herodes endete, und erst recht, als die Römer Jerusalem und das Fürstentum Juda zerstörten. Falls nun David’s Haus ewig bestehen und Gott die Wahrheit gesagt haben soll, so muss der richtige König Judas, der Messias, zur gleichen Zeit gekommen sein. Hiergegen hilft kein Widerspruch, Deuteln falsch auslegen. Der Text ist zu mächtig und klar. Wir fragen nicht danach, ob die Juden das nicht erkennen wollen. Uns reicht es.

Zum einen, weil unser christlicher Glaube hiermit auf das allerstärkste bewiesen ist und mir solche Sprüche sehr große Freude und Trost spenden, weil wir auch im Alten Testament solche starken Zeugnisse finden.

Zum anderen sind wir sicher, dass auch hierwider der Teufel und die Juden selbst in ihren Herzen nichts zu sagen haben und mit ihrem eigenen Gewissen widerlegt sind.

Was man sicher daran merken kann, dass sie den Spruch Jakobs von der Macht wie die gesamte Heilige Schrift mannigfaltig entstellen, sich aber dabei innerlich überzeugt und widerlegt fühlen, doch dies nicht bekennen wollen. Genauso wie der Teufel weiß, dass Gottes Wort die Wahrheit ist und doch aus vorsätzlicher Bosheit dagegen ankämpft und lästert. Genauso fühlen die Juden sehr wohl, dass diese Sprüche reiner Fels sind. Ihre eigene Deutung ist aber reines Stroh oder Spinnweben. Aber aus absichtlichem, boshaftem Vorsatz heraus wollen sie es nicht anerkennen, wollen dennoch Gottes Volk sein und so heißen. Allein deswegen, weil sie vom Geschlecht der Väter abstammen. Sonst haben sie nichts, dessen sie sich rühmen könnten. Was aber allein die Herkunft bewirkt, ist weiter oben gesagt. Geradeso als ob sich der Teufel rühmen wollte, er wäre engelsgleich geschaffen, weshalb ausschließlich er Engel und Gottes Kind sein wolle, obwohl er Gottes Feind ist.

 

 

 

 

 

 

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