„Der Nussknacker und der Mäusekönig“ – oder „Die Geschichte eines Nussknackers“

Das Buch „Die Geschichte eines Nussknackers“ stammt von Alexandre Dumas. Dumas‘ Buch stimmt inhaltlich nahezu überein mit E.T.A Hoffmann’s Buch „Der Nussknacker und der Mäusekönig“. Ich beziehe mich im Folgenden zunächst auf Dumas‘ Buch, weil es ein wenig lustiger geschrieben ist als das Buch von Hoffmann.

Mir geht es in diesem Artikel nicht darum, die Geschichte des Nussknackers nachzuerzählen (Zusammenfassung der Geschichte, E. T. A. Hoffmann-Version, siehe unten). Erstaunlich ist nicht der Inhalt des Buches an sich sondern die Weihnacht, die darin geschildert wird. Es sieht so aus, daß bereits im 19. Jahrhundert (in diesem Jahrhundert lebte Dumas) das Weihnachtsfest zumindest in gehobenen Kreisen nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Weihnachtsfest der Alten Kirche zu tun hatte, wo es primär um die Feier der Geburt Christi ging. Das ganze Weihnachtsfest der Familie Silberhaus dreht sich nur noch um die Bescherung, die Geschenke, ist rein materialistisch. Dem Ganzen wird ein christlicher Anstrich verpasst, indem die Kinder der Familie Silberhaus und deren Eltern sich darin einig sind, daß die Geschenke doch letztendlich von Christus kommen. Die Kinder sind dabei darüber informiert, daß in Wirklichkeit die Eltern die Bescherung inszenieren und die Geschenke unter den Baum legen, wodurch suggeriert wird, sowohl Eltern als auch Kinder hätten doch einen gewissen christlichen Glauben.

Lieber Leser, ich gehe mal davon aus, daß Sie die Geschichte kennen. Wichtig ist das Detail, daß der schöne sogenannte Neffe von Drosselmayer, der unglücklicherweise in einen häßlichen Nussknacker verwandelt wurde, schon vor seiner Verwandlung in Wirklichkeit eine Puppe war, die Drosselmayer konstruiert hatte. Dies sieht man daran, daß Drosselmayer, der Mechanikus, ihm einen kleinen Umhang (Mäntelchen) anschraubt als Hebel für seine Kinnlade, um auch die härtesten Nüsse knacken zu können. Optisch wirkt dieser Hebel wie ein Kleidungsstück, z. B. ein Mäntelchen. Wichtig ist auch das Detail, daß die Prinzessin Pirlipat in Wirklichkeit auch eine Puppe war, denn sie wird einmal von Drosselmayer zerlegt, der die Ursache für ihre Hässlichkeit herausfinden will. An der Tatsache, daß Pirlipat eine von Drosselmayer konstruierte Puppe ist, sieht man, daß auch die Geschichte von Pirlipat’s Verzauberung, in der auch sein Neffe verzaubert wird, seine eigene Konstruktion ist (es gab niemals einen echten, menschlichen König, der aus freiem Willen heraus Drosselmayer gebeten hätte, ihm im Kampf gegen die fluchbringenden Mäuse in seinem Palast zu helfen). Die Konstruktion der Geschichte Pirlipats und seines Neffen war Teil seines Gesamtplanes der Verführung der kleinen Marie. Letztendlich wichtig ist außerdem, daß der Kampf zwischen dem Nussknacker und dem Mäusekönig nur von Drosselmayer inszeniert war (Beweis hierfür ist, daß Drosselmayer um Mitternacht auf übernatürliche Weise in der Wohnung der Fam. Silberhaus erscheint und bei der Schlacht Nussknacker gegen Mäusekönig gegenwärtig ist). Marie sollte Gelegenheit gegeben werden, sich in die Rolle der Retterin des verzauberten Neffen Drosselmayers hineinzusteigern (sie rettet Nussknacker, indem sie während der Schlacht einen Schuh auf den Mäusekönig schleudert, der die Oberhand gewonnen hatte). Nach seinem Sieg (nicht bei der zuerst genannten Schlacht sondern bei einem Duell) über den Mäusekönig entführt Nussknacker Marie ins Puppenreich, daß einem Schlaraffenland gleicht – ein sinnliches Paradies (das Paradies des Christentums ist im Gegensatz dazu kein sinnliches Paradies sondern dadurch ein Paradies, weil es der Ort der Gegenwart Gottes ist). Sie kehrt daraus zurück und Nussknacker liegt wieder starr in der Vitrine. Dann kommt plötzlich Drosselmayer vorbei, aber mit Nussknacker, der zurückverwandelt ist, also mit seinem sogenannten Neffen. Dieser hatte allerdings nun als Hebel für seinen Kinnladen kein Mäntelchen  mehr sondern einen Zopf. Jener entführt nun Marie endgültig ins Puppenland, wohin sie für immer aus der wirklichen Welt der echten Menschen verschwindet.

Wenn man das Märchen oberflächlich betrachtet, könnte man Marie glücklich preisen: Marie half, den Neffen Drosselmayers von dem bösen Zauber, ein hässlicher Nussknacker sein zu müssen, zu befreien, indem sie ihn trotz seiner Hässlichkeit liebte (auch hatte sie ihm den Säbel besorgt für das Duell mit Mäusekönig, denn der Sieg über Mäusekönig war eine weitere Bedingung für die Aufhebung des bösen Zaubers); zum Lohn dafür wird sie seine Frau und Königin im Puppenreich.

Genau das war es, was Drosselmayer wollte. Er schaffte es mit Hilfe seines sogenannten Neffen, der natürlich, wie gesagt, auch nur einer seiner vielen Puppen war, eine echte menschliche Seele, die Seele der Marie, in seine mechanische Pseudomenschheit zu integrieren. Das war es, was Drosselmayer so quälte, daß seine Puppen letztendlich doch keinen freien Willen hatten und so ablaufen mußten, wie er sie konstruiert hatte. Indem nun Marie quasi selbst zur Puppe wird, indem sie Drosselmayer’s Neffen heiratet und Königen im Puppenland wird, gelingt es Drosselmayer ein Wesen mit freiem Willen in sein mechanisches Reich zu integrieren, den zur Puppe degenerierten Menschen Marie. Drosselmayer konnte nicht so weit kommen, eine Puppe mit freiem Willen zu konstruieren, aber zumindest schaffte er es, über einen Menschen mit freiem Willen, der zur Puppe degenerierte, Macht zu gewinnen.

Lieber Leser, stellen Sie sich mal vor, es würde sich eines Tages herausstellen, Ihr Gatte oder Ihre Gattin wäre in Wirklichkeit eine Puppe, die nur scheinbar einen freien Willen hätte, ja deren Wille vielleicht von irgendeiner imaginären Macht manipuliert wäre. Läuft es Ihnen da nicht eiskalt den Rücken runter? Denn es wäre ja so: Jeden Moment, den Sie mit Ihrem Gatten oder Ihrer Gattin verbracht hätten, wären Sie in Wirklichkeit allein gewesen (!!!), denn mit einer Puppe kann man nunmal keine wirkliche Gemeinschaft haben – alles nur Illusion. Das Ganze ist sicherlich vergleichbar mit dem Aufwachen eines Junkys aus seinem Drogenrausch – sein ganzes Glück war nur Illusion und nachher ist alles schlimmer als vorher. Im Lichte dieser Erkenntnis muß man Marie’s „Glück“ beurteilen und zu dem Schluß gelangen, daß sie in Wirklichkeit eine persönliche Katastrophe erlitt, indem sie eine Puppe heiratete.

Bezug zur Wirklichkeit:

Es existiert sicherlich keine Scheibenwelt bzw. Parallelwelt, die von Puppen besiedelt ist. Allerdings existiert etwas viel, viel Schlimmeres: Unsere Welt, in der wir leben, die immer mehr zu einer Welt menschlicher Roboter (echte Menschen aus Fleisch und Blut, gezeugt durch Geschlechtsverkehr, die so degeneriert sind, daß sie  fast nur noch arbeiten und konsumieren und fast kein Seelenleben mehr haben) degeneriert, die von einer Handvoll Drosselmayers (US-Regierung + „Freunde“) regiert wird, die das Vorrecht haben, noch einen freien Willen haben zu dürfen. Die Menschen in der Nussknackergeschichte haben den Vorteil, daß sie ja nicht von der Welt der Menschen in die Welt der Puppen wechseln müssen nur Marie ist so dumm. Wenn allerdings unsere Welt zur „Puppenwelt“ wird: „Wo sollen wir dann hin?“ Wir sitzen in der Falle, sind eingesperrt in einem goldenen Käfig.

In meinem letzten Artikel „Weinachten heute – reines Konsumfest oder Fest der Geburt Christi?“ (siehe Link, unten) beschrieb ich den Vorgang, wie man unter die Herrschaft des bösen Geistes Mammon, des Geistes des Materialismus, gerät: Der Mensch, der all sein Einkommen, Vermögen, Güter, Besitz, etc. nur für sich selbst verwendet und nichts für die christliche Kirche übrig hat, wird von Gott bestraft, indem Gott ihn dem Dämon Mammon überläßt (wenn Gott seine schützende Hand von uns abzieht, werden wir innerhalb kürzester Zeit zu einem Spielball der Dämonen). Der Mammon verleiht ein Leben in Erbärmlichkeit: Arbeiten, Essen, Schlafen, Konsumieren, Arbeiten, Essen, Schlafen, Konsumieren, Arbeiten, Essen, Schlafen, Konsumieren, etc. Wer Güter und Geld nur für sich gebraucht, über den gewinnen sie Macht. Er degeneriert zum quasi seelenlosen Roboter, zu einem Menschen, der nur noch biologisch lebt, aber geistlich tot ist. Ein Mensch, der nur noch biologisch lebt, ist nicht viel mehr als eine Maschine, eine Art Bio-Maschine oder menschlicher Roboter. Der geistliche Tod besteht in totaler Vereinsamung, denn ohne Christus gibt es keine Gemeinschaft, da Christus selbst Gemeinschaft ist. Menschen können nur in Christus Gemeinschaft haben und die Gemeinschaft christlicher Menschen ist die christliche Kirche. Der Mensch bzw. die Menschheit sägen durch Vernachlässigung der Kirche den Ast ab, auf dem sie sitzen, denn allein die Kirche machte die Existenz auf dieser Erde erträglich, indem sie eine Vorstufe des Paradieses, den Ort der Gegenwart Gottes, darstellte.

Zusammenfassung von „Der Nussknacker und der Mäusekönig“ (die Version von E. T. A. Hoffmann)

Das Märchen besteht aus einer Rahmenhandlung, in die ein dreiteiliges Binnenmärchen (das Binnenmärchen, also ein Märchen im Märchen, ist das „Märchen von der harten Nuss“; R. B.) integriert ist. Die Rahmenhandlung beginnt am Weihnachtsabend und findet ausschließlich in der Wohnung der gutsituierten Familie Stahlbaum (bei Dumas heißen die Stahlbaums Silberhaus; R. B.) statt. Hauptfigur ist das siebenjährige Mädchen Marie, das unter dem Weihnachtsbaum einen Nussknacker findet, den sie trotz seiner Hässlichkeit gleich in ihr Herz schließt und gegen die Attacken ihres Bruders Fritz  in Schutz nimmt. Als um Mitternacht alle Spielsachen lebendig werden, wird Marie Augenzeugin einer Schlacht zwischen ihren Puppen, die vom Nussknacker angeführt werden, und dem siebenköpfigen Mausekönig und seiner Mäuseschar. Marie kommt dem bedrohten Nussknacker zu Hilfe, verletzt sich dabei schwer an einer Glasscheibe und erkrankt an Wundfieber. Ihr Pate Droßelmeier erzählt ihr an drei aufeinander folgenden Abenden das „Märchen von der harten Nuß“, das aus Sicht von Marie die Vorgeschichte ihres Nussknackers berichtet: Aus Rache für die Ermordung ihrer Untertanen hatte die Mausekönigin Mauserinks einst die liebliche Prinzessin Pirlipat in ein Monster verwandelt. Der Hofastronom und der Uhrmacher Droßelmeier erfahren durch ein Horoskop, dass nur der süße Kern der goldenen Nuss Krakatuk der Prinzessin ihr ursprüngliches Aussehen wiedergeben würde. Diese Nuss müsse aber von einem Jüngling, der sich noch nie rasiert und bislang keine Stiefel getragen habe, geknackt werden. Nach fünfzehnjähriger Suche gelangen beide Männer nach Nürnberg, wo sie nicht nur die goldene Nuss, sondern auch den Jüngling vorfinden, der ein Verwandter Droßelmeiers ist. Zwar wird Pirlipat erlöst, aber der Jüngling wird von der sterbenden Mauserinks in einen Nussknacker verwandelt. Er wird mit seinem Onkel des Hofes verwiesen und kann nur dann erlöst werden, wenn er den siebenköpfigen Sohn von Mauserinks tötet und ein Mädchen findet, dass ihn trotz seiner Missgestalt liebt. – Marie schließt aus diesem Märchen, dass ihr Pate und der Uhrmacher identisch seien und dass ihr Nussknacker der verzauberte Neffe sein müsse. Um ihn vor den Angriffen des Mausekönigs zu schützen, gibt sie ihre Süßigkeiten und Spielsachen her. Dem Nussknacker gelingt es schließlich, mithilfe eines von Marie beschafften Schwertes den Mausekönig zu töten. Zum Dank schenkt er ihr die sieben Krönchen des Mausekönigs und führt sie durch einen Wandschrank ins Zuckerbäckerland, seine Residenz. Als Marie in ihrem Bett erwacht, werden die von ihr berichteten Erlebnisse als Traum gedeutet. Selbst die vorgewiesenen sieben Krönchen gelten nicht als Beweis, weil ihr Pate behauptet, sie ihr zum Geburtstag geschenkt zu haben. Marie verstummt und verfällt in Tagträume. Als sie dem Nussknacker ihre Zuneigung gesteht, verspürt sie einen Schlag und fällt vom Stuhl. Ihre Mutter eilt herbei und stellt ihr den aus Nürnberg kommenden Neffen Droßelmeiers vor. Dieser gibt sich als der ehemalige Nussknacker zu erkennen und hält um Maries Hand an. Nach einem Jahr findet die Hochzeit statt und beide ziehen ins Zuckerbäckerland.

Quelle der Zusammenfassung:

Siehe: http://www.kinderundjugendmedien.de/index.php/werke/587-hoffmann-eta-nussknacker-und-mausekoenig

„Der Nussknacker und der Mäusekönig“ (die Version von E. T. A. Hoffmann), die ganze Geschichte

Siehe: http://gutenberg.spiegel.de/buch/-3083/1

Zum Thema Weihnachten und Materialismus

Siehe: Weihnachten heute – reines Konsumfest oder Fest der Geburt Christi?

Wird es jemals gelingen, einen künstlichen Menschen zu konstruieren, der dem natürlichen Menschen vollkommen gleich ist?

Wenn wir in dem ersten Buch der Bibel, Genesis, die Geschichte von der Erschaffung des Menschen bzw. der Erschaffung Adams genau lesen, dann muß uns etwas auffallen. Gott schuf Adam zwar aus einem Erdklumpen, er „baute“ Adam sozusagen aus Materie, aber seine Seele baute er nicht. Es scheint gleichsam, er habe Adam mit der Seele etwas von sich selbst mitgegeben, was bedeuten würde, daß die Seele des Menschen sozusagen göttlich ist (ich hoffe, ich lege jetzt nicht den Grund für eine neue Irrlehre). Wenn es aber so ist, daß die Seele des Menschen göttlich ist, dann wird niemals ein Mensch eine Seele konstruieren können, denn das Unsichtbare gehört zur ewigen Welt, nicht zur sichtbaren Welt. Was nicht zur sichtbaren Welt gehört, kann kein Mensch bauen oder imitieren, denn der Mensch ist nunmal in den Dimensionen dieser sichtbaren Welt gefangen.

1. Mose (Genesis) 2, 7 Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloß, und blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele.

Ergänzung

Anscheinend hat ja das Märchen vom Nussknacker ein Happyend, indem Marie Königin im Puppenreich wird, nachdem sie half, Nussknacker bzw. Drosselmayer’s sogenannten Neffen von einem bösen Zauber zu befreien.

Aber stellen wir uns mal vor, es gäbe heute hochentwickelte Puppen (Androiden) zu kaufen, die kaum mehr von echten Menschen zu unterscheiden wären. Ein wohlhabender Mann würde nun seiner Tochter ein ganzes Reich aus lauter solcher Hyperpuppen aufbauen. Eines Tages geschähe es, daß seine Tochter einen völligen Realitätsverlust erleiden würde: Sie soll in die (echte) Schule gehen, aber antwortet: „Ich habe heute einen König geheiratet, er stellt mich von der Schule frei; außerdem haben ich als Königin für den Rest meines Lebens ausgesorgt – ich brauche keine Schulausbildung mehr“.

Natürlich wäre es sehr zurückhaltend zu sagen, jenes Mädchen habe nur einen Realitätsverlust erlitten; im Klartext könnte man auch sagen: „Sie ist wahnsinnig geworden.“

 

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