Auslegung 1. Korintherbrief, Kap. 1; Gottes Wille ist die Einheit der Kirche auf Grundlage des Befundes der Bibel

1 Paulus, berufen zum Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, und Sosthenes, unser Bruder, 2 an die Gemeinde Gottes in Korinth, an die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen samt allen, die den Namen unsres Herrn Jesus Christus anrufen an jedem Ort, bei ihnen und bei uns: 3 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

Dank für Gottes reiche Gaben in Korinth

4 Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, 5 dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis. 6 Denn die Predigt von Christus ist in euch kräftig geworden, 7 sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus. 8 Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, dass ihr untadelig seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. 9 Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.

Spaltungen in der Gemeinde

10 Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle mit einer Stimme redet und lasst keine Spaltungen unter euch sein, sondern haltet aneinander fest in einem Sinn und in einer Meinung. 11 Denn es ist mir bekannt geworden über euch, liebe Brüder, durch die Leute der Chloë, dass Streit unter euch ist. 12 Ich meine aber dies, dass unter euch der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere: Ich zu Apollos, der Dritte: Ich zu Kephas, der Vierte: Ich zu Christus. 13 Wie? Ist Christus etwa zerteilt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft? 14 Ich danke Gott, dass ich niemanden unter euch getauft habe außer Krispus und Gajus, 15 damit nicht jemand sagen kann, ihr wäret auf meinen Namen getauft. 16 Ich habe aber auch Stephanas und sein Haus getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemanden getauft habe. 17 Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen – nicht mit klugen Worten, damit nicht das Kreuz Christi zunichte werde.

Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott

18 Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. 19 Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« 20 Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? 21 Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben. 22 Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, 23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; 24 denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 25 Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind. 26 Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. 27 Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; 28 und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, 29 damit sich kein Mensch vor Gott rühme. 30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, 31 damit, wie geschrieben steht (Jeremia 9,22-23): »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!«

Auslegung

1 Paulus, berufen zum Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, und Sosthenes, unser Bruder, 2 an die Gemeinde Gottes in Korinth, an die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen samt allen, die den Namen unsres Herrn Jesus Christus anrufen an jedem Ort, bei ihnen und bei uns: 3 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“

Paulus war tatsächlich ein Beauftragter Gottes. Man durfte also seine Worte nicht so einfach in den Wind schlagen. Paulus‘ Worte waren von letztem göttlichen Ernst. Paulus traf keine „einsamen Entscheidungen“ (eine Formulierung aus der Politik), sondern befand sich in ständiger Gemeinschaft mit christlichen Brüdern (hier Sosthenes). Jene Brüder verfochten die gleiche Lehre, das gleiche Evangelium wie Paulus, aber nicht weil es ihnen Paulus diktierte, sondern weil sie den gleichen Geist wie Paulus hatten, den heiligen Geist. Paulus‘ Brüder zogen aus der damals vorhandenen Heiligen Schrift von sich aus, ohne Einflussnahme des Paulus, die gleichen Schlussfolgerungen wie Paulus und blieben von daher freiwillig und gerne in Gemeinschaft mit ihm. Paulus war nicht ihr Guru, der über sie herrschen wollte, seinen Willen aufoktroyieren wollte oder sie von sich abhängig machen wollte, sondern ihr Bruder. Von seinem Apostelamt leitete Paulus nicht das Recht ab, über irgendeinen anderen Christen zu herrschen. Der gegenwärtige Papst, Franziskus, mag andere „Geistliche“ seiner Kirche auch als Brüder bezeichnen, aber in Wirklichkeit sind sie nur die Tentakel einer riesigen Krake, deren Kopf eben er selbst, der Papst, ist. Nicht handeln die „Geistlichen“ der katholischen Kirche gemäß des Befundes der Bibel, sondern sie tun den Willen eines menschlichen Zwerges (in Bezug auf Christus, Gottes Sohn, auf den die „Geistlichen“ eigentlich hören sollten, ist der Papst ein Zwerg), des Papstes. Das Verhältnis des Papstes zu den anderen „Geistlichen“ der kath. Kirche ist keine Bruderschaft, sondern eine Hierarchie, an deren Spitze der Papst steht. Der gemeinsame Herr von Paulus und seinen Brüdern war Jesus Christus, Gottes Sohn. Der gemeinsame Herr aller kath. „Geistlichen“ ist der Papst. Insofern ist der Papst Gott in der kath. Kirche – aber lassen wir das.

Durch die Tatsache, daß viele Brüder freiwillig die Botschaft des Paulus bestätigten, ohne daß sie unter hierarchischem Druck standen, wird sie enorm bekräftig. Natürlich würden auch kath. „Geistliche“ die (falsche) Botschaft des Papstes bestätigen, aber nicht unbedingt freiwillig, sondern ggf. deswegen, weil er sie ansonsten vom Dienst suspendieren würde, was den Verlust der monatlichen Besoldung zur Folge hätte. Was könnte es schlimmeres für einen Bauchdiener als den Verlust des monatlichen Einkommens geben.

Der erste Brief des Paulus an die Korinther ist von allgemeiner Bedeutung für die ganze Kirche und alle Christen weltweit.

4 Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, 5 dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis. 6 Denn die Predigt von Christus ist in euch kräftig geworden, 7 sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus. 8 Der wird euch auch fest erhalten bis ans Ende, dass ihr untadelig seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. 9 Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.“

Die Kirche zu Korinth war eine echte, christliche Kirche, was daran deutlich wurde, daß die Glieder dieser Kirche tatsächlich Geistesgaben hatten. Im Gegensatz dazu können sich heute die Glieder einer evangelischen Gemeinde oder einer katholischen Gemeinde nur einer „Gabe“ rühmen: Sie sind mickrige, kleine Spießbürger, die immer nur mit Arbeiten und Konsumieren beschäftigt sind; außerdem sind sie sexuell und religiös sehr tolerant; sie frönen dem Statusdenken, der Genusssucht und betreiben Zukunftsvorsorge. Gott scheint ihnen die Gabe des Spießbürgertums gegeben zu haben. Die Frage nach den geistlichen Gaben muß von ihnen als das allergefährlichste Schwärmertum verworfen werden.

Die Abwesenheit geistlicher Gaben ist ein Zeichen für den totalen geistliche Tod der heutigen Kirchen. In den heutigen Kirchen ist der heilige Geist schlichtweg nicht mehr gegenwärtig.

Übrigens sind jene, die sich für die einzig wahren Christen und Chef-Ausleger der Bibel halten, die Evangelikalen, aus der christlichen Kirche ausgeschlossen wegen ihrer schändlichen Wiedertaufe (Evangelikale taufen Menschen, die bereits als Kind gültig getauft wurden, noch einmal), die sie intern natürlich einfach als Taufe bezeichnen. Ganz deutlich: Der erste Brief des Paulus an die Korinther hat einem Evangelikalen in seiner Eigenschaft als Glied der religiösen Vereinigung der Evangelikalen überhaupt nichts zu sagen, denn er befindet sich außerhalb der Kirche wie auch seine ganze „Glaubens“-Gemeinschaft. Die ganze Lehre der Bibel richtet sich nur an Menschen innerhalb der Kirche oder jene, die Glieder der Kirche werden sollen (dazu kann auch ein Evangelikaler zählen in seiner Eigenschaft als Mensch; sobald die wahre Lehre der Bibel bei ihm Eingang findet, sollte er sich von den Evangelikalen lossagen; erst wenn ein Evangelikaler sich von seiner Wiedertaufe lossagt und wieder auf seine sakramentale Kindertaufe bezieht, beginnt sein wahres Glaubensleben). Zu den Evangelikalen gehören auch die Pfingstler und die Charismatiker. Sie rühmen sich ihrer vermeintlichen geistlichen Gaben. Ihre „geistlichen Gaben“ sind aber in Wirklichkeit dämonischer Trug und haben nichts mit den geistlichen Gaben zu tun, von denen Paulus redet. Auch das Charisma Barack Hussein Obamas ist dämonischer Trug.

Nichtsdestotrotz: Die echte, christliche Kirche zeichnet sich durch das Vorhandensein echter Geistesgaben aus. Die echte, christliche Kirche ist ein sakraler Ort, das heißt ein Ort des Wunders (in der Kirche geschehen tatsächlich Wunder). Die echte Kirche ist nicht nur ein amorpher, bunt zusammengewürfelter Haufen von Menschen wie irgendein Verein, wo mit Recht niemand Wunder erwartet, sondern die Glieder der Kirche sind durch den Heiligen Geist verbunden und Gott wirkt mächtig unter ihnen, was durch wunderbare Geistesgaben zum Ausdruck kommt. Nichts ist teuflischer, als die Anforderungen an die Kirche so weit herunterzuschrauben, daß man von ihr nicht mehr erwartet, ein Ort des Wunders zu sein. Die Abwesenheit von Wundern zeigt, daß auch der Geist abwesend ist, aber gerade der Geist Gottes macht ja die Kirche, ist das besondere an ihr.

Durch ihre Gaben dienen die Glieder der Kirche sich gegenseitig und helfen einander in Christus zu bleiben. Jeder, der im Glauben weiterkommen will, der tue den Schritt hin zur echten Kirche, das hat schon Bonhoeffer gesagt. Jeder kann den Schritt in die Kirche tun, auch wenn er meint, er gehöre zu jenen, die zur Verdammnis auserwählt wären, denen Gott den Glauben nicht geben wolle. „Tu‘ den Schritt in die Kirche!“ Durch die Kirche kann sich der Fluch in Segen verwandeln. Die evangelische Kirche und die katholische Kirche sind leider vom Glauben abgefallen und die Evangelikalen sind sowieso ausgeschlossen wegen ihrer schändlichen Wiedertaufe. Man müßte also etwas Neues gründen unter Anerkennung der vorhandenen, sakramentalen Taufe einschließlich Kindertaufe (keine Wiedertaufe!). Schon zwei Christen können eine Kirche gründen. (bei der evangelischen Kirche, EKD, bestehen allerdings Zweifel an der Gültigkeit aktueller Taufen, da sie mit dem Modalismus anbandelt; der Modalismus lehrt einen einpersonalen Gott in drei Erscheinungsformen, ein falsches Gottesbild, wohingegen der christliche Gott ein Gott in drei Personen ist; nur eine Taufe auf den dreieinigen Gott ist gültig; zur Klärung dieser Frage müßte dringend eine deutsche Nationalsynode einberufen werden)

Das Warten auf den Herrn besteht nicht im ständigen Ausrechnen von Terminen seiner Wiederkunft, sondern im Gebrauch seiner Geistesgaben. Die Glieder der Kirche sind nicht unglücklich wie die Evangelikalen in ihrem fanatischen Wahn, die sich ständig das Ende der Welt herbeisehnen, sondern sie sind glücklich, indem sie einander mit ihren Geistesgaben dienen. Freilich, das Ende scheint nahe zu sein, wenn heute ein Mann einen Mann heiraten darf und eine Frau eine Frau. Fehlt nur noch, daß ein Muslim seine Ziege heiraten darf. Aber vielleicht schenkt Gott doch noch eine neue Reformation und Wiederherstellung seiner Kirche.

10 Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle mit einer Stimme redet und lasst keine Spaltungen unter euch sein, sondern haltet aneinander fest in einem Sinn und in einer Meinung. 11 Denn es ist mir bekannt geworden über euch, liebe Brüder, durch die Leute der Chloë, dass Streit unter euch ist. 12 Ich meine aber dies, dass unter euch der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere: Ich zu Apollos, der Dritte: Ich zu Kephas, der Vierte: Ich zu Christus. 13 Wie? Ist Christus etwa zerteilt? Ist denn Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft? 14 Ich danke Gott, dass ich niemanden unter euch getauft habe außer Krispus und Gajus, 15 damit nicht jemand sagen kann, ihr wäret auf meinen Namen getauft. 16 Ich habe aber auch Stephanas und sein Haus getauft; sonst weiß ich nicht, ob ich noch jemanden getauft habe. 17 Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen – nicht mit klugen Worten, damit nicht das Kreuz Christi zunichte werde.“

Wer das Christentum wirklich kennengelernt hat, für den ist klar, daß das Sich-klammern an Personen völlig unchristlich ist und aus dem Fleisch kommt. Das Problem sind Wölfe im Schafspelz, die sich in die Kirche einschleichen und nicht das suchen, was Gottes ist, sondern das Ihrige. Sie haben es gerne, wenn man sich an sie hinhängt, von ihnen abhängig wird, vor ihnen kriecht, sich duckt, sie herrschen läßt. Allzu leicht verwechseln die armen Schafe Christi Sanftmut und Demut mit Kriecherei und Duckmäusertum. Die Wölfe im Schafspelz bestärken sie natürlich noch darin. Sie messen sich selbst einen natürlichen Herrschaftsanspruch bei und verlangen von den Gliedern der Kirche, sich ihnen in aller Sanftmut und Demut unterzuordnen. Selbstverständlich waren Paulus, Kephas (Petrus) und Apollos keine Wölfe im Schafspelz, sondern die Wölfe im Schafspelz, die sich in Korinth eingeschlichen hatten, behaupteten fälschlicherweise, jeder von den dreien habe seine eigene Lehre gehabt. Das war natürlich eine Lüge. Die richtige Reaktion der Korinther auf Paulus‘ Brief an sie wäre eine lokale, freie Synode gewesen, um auf Grundlage der vorhandenen Heiligen Schrift die allgemeingültige Lehre festzustellen. Das brauchen wir heute übrigens auch; allerdings nicht eine lokale Synode, sondern ein ökumenisches Konzil (Weltkonzil). Es gibt eine allgemeingültige Lehre auf Grundlage des Befundes der Bibel. Diese Lehre erhält man, wenn man jeden Vers der Bibel so auslegt, daß er nicht zum Gesamtinhalt der Bibel im Widerspruch steht. Die echte, christliche Lehre wird gestützt durch jeden Einzelvers der Bibel und durch den Gesamtinhalt. Häretiker und Sektierer schneiden immer bestimmte Verse oder Abschnitte heraus und basteln daraus ihre Irrlehre bzw. Sonderlehre. Die Aufgabe der Lehrer der echten Kirche ist es, auf einer Synode bzw. auf einem Konzil die falschen Lehren aufzudecken mit Hilfe des Befundes der Bibel. Jene, die sich dem Beschluß einer echten Synode nicht beugen wollen, werden aus der Kirche ausgeschlossen. Früher wurden zum Beispiel die Monophysiten (falsches Gottesbild) und die Nestorianer (falsches Gottesbild) aus der Kirche ausgeschlossen. Von ihnen stammen teilweise die „christlichen“ (beachte die Anführungszeichen) Flüchtlinge ab, die heute aus dem nahen Osten zu uns kommen. Man muß also sehr vorsichtig sein, wenn ein Flüchtling aus dem nahen Osten sich als Christ bezeichnet und ihn genau interviewen, um festzustellen, ob er wirklich Christ ist. Die römisch-katholische Kirche ist aus der christlichen Kirche ausgeschlossen wegen des Papsttums, der Lehre von der Gerechtigkeit aus Werken und der falschen Abendmahlslehre (die Taufe der katholischen Kirche ist allerdings gültig, solange die Intention richtig ist und das Gottesbild nicht geändert wird). Die evangelische Kirche ist ausgeschlossen wegen der Legalisierung der Homosexualität, der Predigt eines rein materialistischen „Evangeliums“, der Predigt der billigen Gnade und ggf. wegen der Einführung eines falschen Gottesbildes, des Modalismus. Das Weitere wäre auf einer Synode zu besprechen. An der Gültigkeit aktueller Taufen der evangelischen Kirche in Deutschland bestehen Zweifel, da sie mit dem Modalismus (falsches Gottesbild) anbandelt – auch das wäre dringend auf einer Synode zu besprechen.

Selbstverständlich haben Paulus, Petrus und Apollos das Gleiche gelehrt. Ihre Lehre drehte sich hauptsächlich um den Tod und die Auferstehung Jesu und die neue Geburt aus Wasser und Geist, die sakramentale Taufe:

Jeder Christ, der sakramental getauft ist (hierzu zählt auch die Kindertaufe), kann einfach aus der Kraft der Taufe ein christliches Leben führen. Er muß sich nicht ständig die Frage stellen, ob er wirklich zu denen gehöre, denen Gott den Glauben gibt. Nein, er überwindet seine Sünde durch die Kraft der Taufe und somit lebt er im Glauben. Die Kraft der Taufe ist, daß wir bei der Taufe mit Jesus gestorben und auferstanden sind. Wir sind der Sünde abgestorben und in Christus durch die Taufe. Dadurch können wir die sündigen Neigungen unseres Leibes, unsere sündigen Neigungen, überwinden. Je mehr wir Christus Raum geben, desto mehr zeigen wir damit, daß wir in den Himmel wollen, den Ort der Gegenwart Christi und Gottes. Wenn wir die Kraft der Taufe verleugnen, Christus in uns keinen Raum geben, werden wir nicht in den Himmel kommen. Die Taufe ist kein Freifahrschein in den Himmel, sondern das Eingangstor zu einem christlichen Leben. Unsere Verantwortung ist es, durch das Tor durchzugehen und wirklich als Christ zu leben im Alltag.

17 Denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen – nicht mit klugen Worten, damit nicht das Kreuz Christi zunichte werde.“

Mit Vers 17 will Paulus keineswegs die Taufe herabsetzen und alles Gewicht auf die Predigt legen, sondern es geht um Folgendes: Bei jeder sakramentalen Taufe ist der eigentliche Täufer Gott selbst. Auf den Geistlichen, der die Taufe zelebriert, kommt es an sich überhaupt nicht an (ausgenommen Intention und Gottesbild seiner Kirche). So kann auch ein gewöhnlicher Christ einen bekehrten Menschen taufen. Daß auch ein einfacher Christ taufen darf, schmälert die gewaltige Bedeutung der Taufe überhaupt nicht – im Gegenteil: Nur eben aus dem Grund, daß bei jeder sakramentalen Taufe eigentlich Gott selbst der (unsichtbare) Täufer ist, darf auch ein gewöhnlicher Christ eine Taufe zelebrieren (die Qualität der Taufe hängt sozusagen nicht von der Qualität jenes Menschen ab, der die Tauffeier zelebriert). Es gibt nur zwei Anforderungen an ihn: Er muß die Taufe für die neue Geburt aus Wasser und Geist bzw. für die Taufe zur Vergebung der Sünden halten (richtige Intention) und seine Kirche muß das richtige Gottesbild (ein Gott in drei Personen) haben.

Auch die Predigt ist wichtig. Predigen kann allerdings nicht jeder Christ, sondern dazu bedarf es einer Geistesgabe. Darauf spielt Paulus mit Vers 17 an. Die in sich selbst gewaltige Taufe konnte jeder einfache Christ zelebrieren, aber nicht alle Christen konnten predigen.

„Wie soll man etwas predigen, wenn man es nicht mit klugen Worten predigt? Es ist doch selbstverständlich, daß man mit klugen Worten predigt und nicht mit dummen.“

Das Evangelium an sich ist ganz einfach. Warum kann es dann nicht jeder predigen?

Nun, damit das Evangelium bei den Leuten einschlägt, muß Gott mitwirken (auch bei Jesus war es so, daß Gott mitwirkte, wenn er predigte), an den Leuten wirken. Dies tat er, wenn Paulus predigte, denn Paulus hatte eine Geistesgabe, war ein echter Diener Gottes, eben ein Apostel. Es war nicht notwendig und Gott wollte es auch nicht, daß Paulus mit klugen Worten predigte (siehe Anmerkung 1, unten). Paulus war ein innerlich tief zerbrochener Mensch, ein geknicktes Rohr, fühlte seine natürliche Sündhaftigkeit. Wahrschein war kaum jemals ein Mensch so überzeugt von seiner natürlichen Sündhaftigkeit wie Paulus. Gleichzeitig überwand er aber durch die Gnade Gottes (Jesus) seine Sünde in vorbildlicher Weise. Obwohl Paulus so überzeugt war von seiner Sündhaftigkeit, resignierte er nicht vor seiner Sünde, sondern überwand sie durch Christus – das ist ganz, ganz wichtig; unterm Strich, egal was in ihm innerlich vor sich ging, war Paulus doch ein Frommer, erschien so den Leuten. Die Leute nahmen Paulus keinesfalls als Sünder wahr, sondern als sehr frommen Menschen. Wahrscheinlich war Paulus der vorbildlichste Christ seiner Zeit. Paulus praktizierte, was er predigte wie auch Jesus, von dem gesagt wurde, Gnade und Wahrheit seien erschienen. Jesus war das Gegenteil eines Pharisäers, der Ungnade (Richten der armen Sünderlein) und Lüge (Heuchelei) war. Die Pharisäer waren ungnädig mit ihren Mitmenschen und praktizierten nicht, was sie predigten. Jesus war gnädig mit seinen Mitmenschen und tatsächlich fromm (in Tat und Wahrheit), kein Heuchler.

18 Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft. 19 Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« 20 Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? 21 Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben. 22 Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, 23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; 24 denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 25 Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind. 26 Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. 27 Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; 28 und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, 29 damit sich kein Mensch vor Gott rühme. 30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, 31 damit, wie geschrieben steht (Jeremia 9,22-23): ‚Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!'“

Bei der Auslegung der Bibel wird leicht vergessen, daß es eigentlich zwei Evangelien gibt: das Schöpfungsevangelium Gottes und das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus.

Bevor das Evangelium von Jesus den heidnischen Römern durch die christliche Kirche gepredigt wurde, hatte ihnen schon die sichtbare Schöpfung von Gott, dem Schöpfer, gepredigt. Allein, sie haben es nicht angenommen und ihr eigenes, von Gott unabhängiges System aufgebaut (dieses System war autark in Bezug auf Gott) mit seiner eigenen Weisheit (das taten auch die Griechen und andere Heiden). Diese Weisheit verleugnet natürlich die Offenbarungen Gottes über gewisse metaphysische Zusammenhänge und Gott selbst. Es ist allerdings so, daß Gottes Offenbarungen sich auf Realitäten beziehen; das heißt ein Lehrsystem, das die Offenbarungen Gottes ignoriert, muß Schiffbruch erleiden, da es nicht alle realen Gegebenheiten berücksichtigt (wenn man Gottes Offenbarungen ignoriert, heißt das ja nicht, daß die Realitäten verschwinden). Die Geschichte zeigt uns, daß tatsächlich die Lehrsysteme der Heiden nicht funktioniert haben und bis dato nicht funktionieren. Die immer wiederkehrenden Kriege und Bürgerkriege (siehe die absolut grausamen Bürgerkriege am Ende der römischen Republik) in der Geschichte zeigen, daß die Lehrsysteme der Heiden nicht funktionieren, daß ihre Weisheit in Wirklichkeit Torheit ist. Aufgrund der Geschichte der Menschheit müßte jeder Mensch, auch wenn er nicht an Jesus glaubt, zugeben, daß jede rein menschliche Weisheit (Weisheit, die die Offenbarungen Gottes außer Acht lässt) in Wirklichkeit Torheit ist, denn sie führt zu Ruin, Verderben und Untergang. Wie stolz sind die heutigen US-Amerikaner auf ihre Zivilreligion (civil religion), aber jedem wahren Christen ist klar, daß diese Zivilreligion nichts weiter als ein Haufen Dreck ist. 25% (!!!) aller Gefangenen dieser Welt sitzen in US-Gefängnissen, obwohl die USA nur 4% Anteil an der Weltbevölkerung hat – das ist atemberaubend. Sie sagen ihren Bürgern immer, sie sollten einander lieben, aber je mehr sie ihnen das sagen, desto mehr hassen sie sich, denn die Sünde nimmt Anlass am Gebot. Die Offenbarung Gottes, daß jeder Mensch sehr zum Sündigen neigt und Gebote ihm erst recht Lust machen, zu sündigen, verleugnet die US-Zivilreligion und somit kann sie nicht funktionieren, was deutlich wird an der Verkommenheit der US-Bevölkerung: Sie hassen sich gegenseitig und begehen Verbrechen aneinander, die sie ins Gefängnis bringen. Was für ein lausiges Land ist die USA. Auch der amerikanische Sezessionskrieg war einer der grausamsten Bürgerkriege der Menschheitsgeschichte.

Die Weisheit dieser Welt gehört also zu einem gottfernen System, und das ist es wahrscheinlich, was Gott am meisten an ihr stört.

Im 19. Jahrhundert breiteten sich in Europa die Lehren der Aufklärung (sie ist auch Grundlage der US-Zivilreligion) aus. Unmittelbar danach kam es zum ersten und zum zweiten Weltkrieg, wo sich die stolzen Aufgeklärten gegenseitig industriell organisiert abschlachteten wie einst die Protestanten und Katholiken im dreißigjährigen Krieg auf altertümliche Weise. Was ist also die Aufklärung? Richtig geraten – ein Haufen Dreck.

18 Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft.“

Warum ist es ihnen denn eine Torheit?

Naja, das Kreuz würde ja bedeuten, in dieser Welt Macht, Reichtum und Ehre ggf. hintanzustellen (das Kreuz bedeutet auch persönliche Gerechtigkeit im alltäglichen Handeln, die sich häufig schlecht mit dem schnellen Erwerb von Macht, Reichtum und Ehre verbinden läßt; jemandem, der gierig nach Macht, Ehre und Reichtum hier auf Erden strebt, dem steht das Kreuz im Weg, deswegen ist es ihm einen Torheit). Jene, die verlorengehen, ziehen also die Herrlichkeit in dieser Welt der ewigen Herrlichkeit vor, indem sie Ungerechtigkeiten begehen, um schnell Macht, Ehre und Reichtum in dieser Welt zu erlangen. Sie sind schlichtweg gierig, wollen alles schnell, jetzt, hier und sofort. Jede Form von Gier ist Gott verhasst, da sie mit Ungerechtigkeit einhergeht. Die Seligen hingegen gedulden sich ein wenig, sind bereit, hier auf Erden um Christi willen zu leiden und verworfen zu werden, nehmen ihr Kreuz auf sich – und so werden sie nach dem Ende dieses Zeitalters teilhaben an der Herrlichkeit Christi. Die Seligen verzichten auf Macht, Ehre und Reichtum hier, falls deren Erwerb mit Ungerechtigkeit verbunden wäre.

Dem Seligen, dem Christen, ist das Kreuz eine Gotteskraft, weil es ihm hilft, seine Sünde zu überwinden und gerecht zu leben. Die Gerechtigkeit hier, weiß der Christ, ist Voraussetzung für die Herrlichkeit dort. Das Kreuz erscheint hier in dieser Welt ganz und gar nicht herrlich, aber dort wird es Herrlichkeit bedeuten, und deswegen nimmt es der Christ auf sich.

„21 Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben.“

Ähnlich wie die heutigen Amerikaner sahen sich die heidnischen Römer als die Frommen, die Heiligen auf Erden und ließen das auch alle anderen Erdenbewohner wissen. Aber genau jene, denen sie ihre Frömmigkeit verkündeten, überzogen sie mit Krieg, Furcht und Schrecken, wie die heutigen Amerikaner auch tun. Die Leute, in den von den Römern eroberten Ländern, hatten zu der Zeit, als Paulus das Evangelium predigte, die schönen Reden der Römer sicherlich satt, die Nase gestrichen voll davon. Sie wussten, was sich hinter den schönen Reden der Römer verbarg. Jedem damaligen Menschen, also ein Mensch, der einfach Mensch war, musste eine philosophisch-weise Rede, wenn sie auch noch so stimmig war in sich selbst, ein Hinweis auf abgrundtiefste Verdorbenheit des Redners und seiner Landsleute sein. Mein Kommentar zu den schönen Reden von Barack Hussein Obama und Donald Trump: „Ich kotz gleich!“ Genau in diese Welt der Belogenen schickte Gott sein wunderbar einfaches Evangelium. Es war einfach, fast dümmlich, aber es war echt, es war authentisch, es war wirkungsmächtig und das war es, worauf es ankam. Und wer wirklich Mensch war, der nahm es an, musste es annehmen.

22 Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, 23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; 24 denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“

Menschen, die wirklich Menschen waren, und deswegen, falls es erforderlich war, Judentum und Griechentum zur Disposition stellen konnten, fanden in Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Wer sich selbst darüber Rechenschaft gab, daß das Christentum im Vergleich mit Judentum und Heidentum mit befreiender Kraft verbunden war und somit hielt, was es versprach, für den war es weder ein Ärgernis noch eine Torheit. Halsstarrige Juden und Griechen, die das Evangelium nicht annehmen wollten, waren Utopisten vergleichbar, die blindlings in den Untergang rennen, wichtige Realitäten verkennend. In der damaligen welthistorischen Lage, wo das Heidentum seinen vollkommenen Ruin einräumen musste, war es eine unverzeihliche Sünde, daß Evangelium nicht anzunehmen.

25 Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind.“

Die „Torheit“ Gottes ist deswegen weiser als die Menschen, weil sie realistisch ist. Sie bezieht einfach alles mit ein, ignoriert nichts: Der Mensch hat eine Neigung zum Sündigen, braucht Erlösung und es kostet etwas, in dieser Welt als Erlöster zu leben, weil die Unerlösten ihr eigenes, autarkes (bezüglich Gottes) System aufgerichtet haben. Jesu scheinbare Schwäche am Kreuz war in Wirklichkeit Ausdruck größter Kraft und hat vermocht, was sonst kein Mensch vermochte: Die Erlösung der Sünder von ihren Sünden, die Befreiung des Einzelnen von der Macht Satans und der bösen Geister, die Zugriff haben auf das menschliche Fleisch. Würden alle Menschen das Evangelium annehmen, würde damit der Zugriff der Mächte des Bösen auf diese Welt unglaublich stark verringert.

26 Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen. 27 Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist; 28 und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist, 29 damit sich kein Mensch vor Gott rühme. 30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung, 31 damit, wie geschrieben steht (Jeremia 9,22-23): ‚Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!'“

Gott erwählte jene, die einfach zugaben, daß dieses gegenwärtige, autarke (in Bezug auf Gott) Weltsystem nicht funktioniert, die hier nicht ihr Begehr fanden. Das machte sie natürlich verdächtig in den Augen dieser Welt und man nannte sie Toren, Schwächlinge und Nobodies. Jene aber, die sich eingestanden, was diese Welt wirklich war, waren die wirklichen Menschen auf Erden und sie nahmen Christus an und rühmten sich seiner. Denn das ist es, was dieser Welt fehlt: Sie krankt daran, daß sie Gottes, des Spenders alles Lebens, ermangelt. Wer Gott gefunden hat, hat das Leben gefunden.

 

Ergänzung

Paulus war Beauftragter Gottes, nicht Beauftragter irgendeines Menschen. Aber gerade weil er tatsächlich von Gott beauftragt war, blieb er mit „seiner“ Lehre nicht allein, sondern er hatte viele (freiwillige) Gesinnungsgenossen, die, geleitet durch den Heiligen Geist, die gleichen Schlüsse aus der Bibel zogen wie Paulus.

Im Gegensatz dazu ist der Irrlehrer eigentlich allein mit seiner Lehre. Er mag auch Gesinnungsgenossen haben, was den Anschein erwecken könnte, er sei nicht allein mit seiner Ansicht, vertrete keine Einzelmeinung; aber seine Gesinnungsgenossen hangen ihm nicht wirklich freiwillig an (das mögen sie vielleicht sogar von sich selbst behaupten in einer dämonischen Täuschung über sich selbst), sondern sind gezwungen durch irgendeine (negative) Kraft, vielleicht eine magisch-suggestive Kraft. Es ist durchaus möglich, daß sich mehrere Beauftragte eines Irrlehrers gemeinsam an eine christliche Gemeinde wenden, was den Anschein von echter, christlicher Brüderlichkeit, brüderlicher Gemeinschaftsarbeit erwecken könnte. Jene sind aber nicht durch den Heiligen Geist verbunden wie echte, christliche Brüder, sondern sie sind von einander isolierte Tentakel eines Hauptes, das der Irrlehrer ist. Nur über ihr gemeinsames Haupt, den Irrlehrer, sind sie verbunden (wie die Tentakel einer Krake über deren Kopf verbunden sind, wie oben schon gesagt), aber nicht untereinander. Sie sind sozusagen „Beamte“ des Irrlehrers. Wenn man ihr Verhalten beobachtet, merkt man schnell, wie herrschsüchtig, ehrsüchtig und habgierig sie sind; sie ermangeln des Geistes Gottes und Christi.

„5 dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis.“

Was soll das heißen?

Meinte Paulus, die Korinther seien wirklich in allen Stücken, was auch Gemeinschaft, Heiligung und Gesundheit, materielle Versorgung, Eheleben, etc. mit einschließt, reich gemacht oder meinte er, sie seien nur reich gemacht in aller Lehre und Erkenntnis? Auf den ersten Blick enthält Vers 5 einen Widerspruch.

Auflösung des Widerspruchs:

Richtige Lehre und Erkenntnis sind die Grundlage allen „Reichtums“ der Kirche bzw. einer lokalen Gemeinde. Wenn also in einer Kirche bzw. Gemeinde ein Reichtum an Lehre und Erkenntnis da ist, dann ist zumindest auch die Voraussetzung für allen sonstigen „Reichtum“ da, wird sich allgemeiner „Reichtum“ mit Sicherheit bald einstellen. Durch ihren Reichtum an Lehre und Erkenntnis waren die Korinther also quasi schon „reich“ in allen Stücken und somit ist der scheinbare Widerspruch von Vers 5 aufgelöst.

Die christliche Lehre macht unter anderem dadurch „reich“, daß sie aufzeigt, was wirklicher Reichtum ist und was nicht. Der prinzipielle Reichtum der Kirche ist Jesus Christus selbst; er hilft Leiden, Verfolgung und Trübsale geduldig zu ertragen. Praktisch äußerst sich der Reichtum in Christus, und wird sichtbar, durch die Gemeinschaft der Christen. Die christliche Gemeinschaft ist die einzig wahre Gemeinschaft auf dieser Welt und in Ewigkeit, denn die Christen sind verbunden durch den Heiligen Geist, eine göttliche Person. Gott ist gegenwärtig in der Kirche durch seinen Geist; die Glieder der Gemeinde wollen nicht übereinander herrschen, sondern einer achtet den anderen höher als sich selbst. Die Glieder der Gemeinde dienen einander durch ihre Gaben.

14 Ich danke Gott, dass ich niemanden unter euch getauft habe außer Krispus und Gajus, 15 damit nicht jemand sagen kann, ihr wäret auf meinen Namen getauft.“

In der Kirche zu Korinth gab es Leute, die folgendem Irrtum verfallen waren: Sie bezogen die Taufe auf Personen; wahrscheinlich nahmen sie an, der die Taufe zelebrierende Geistliche würde in der Kraft einer Geistesgabe den Täufling taufen, ihm durch seine Gabe zur neuen Geburt aus Wasser und Geist verhelfen. Die richtige Lehre davon, daß bei jeder echten Taufe Gott der unsichtbare Täufer ist und der Geistliche die Taufe nur zelebriert, den Täufling an Gott übergibt, war ihnen nicht gegenwärtig, nicht geläufig.

Es scheint nun zunächst so, als ob Paulus sie in seiner Widerlegung mit ziemlich wenigen Worten abspeisen will; sinngemäß: „Ich, der ich sogar Hauptapostel (Apostel der Heiden) bin, taufe nicht durch eine mir innewohnende Kraft“; Paulus direkt: „Sagt nicht, ihr wäret auf meinen Namen getauft“. Im Hinblick auf den großen Apostel sollten jene, die die Taufe auf den Menschen bezogen, der die Taufe zelebrierte, von ihrer falschen Lehre Abstand nehmen.

Paulus noch kürzer; sinngemäß: „Ich tue das nicht, also sollt ihr es auch nicht tun“.

Der Einwand scheint wirklich berechtigt, daß Paulus die Korinther mit sehr wenigen Worten abspeist. Aber hier täuscht man sich leicht, denn die ausführliche Erklärung ist das, was wir in Vers 18-31 über die Predigt des Evangeliums bzw. über die Predigt vom Kreuz lesen können:

Die Meisten, die Gott errettet hatte, auch die meisten Korinther, waren auf Grundlage des Heidentums, der heidnischen Religion, nicht zu Weisheit, Macht und Ehre in dieser Welt gekommen. Das wurde von der Welt vielleicht als Fluch ausgelegt (die Welt sah sie vielleicht als geborene Pechvögel, ohne den Grund für das Pech zu kennen), war tatsächlich auch ein Fluch (allerdings der Fluch wegen der Sünde/Sünden; nicht weil man etwa ein Pechvogel war), wurde ihnen aber zum Segen (durch die Bekehrung verwandelte sich der Fluch in Segen). Die Meisten von denen, die Gott errettet hatte, hatten in dieser Welt wenig zu verlieren gehabt – sie waren tatsächlich „Nichtse“ gewesen. Und nun, nachdem sie gläubig geworden waren, kamen einige von diesen „Nichtsen“ auf die Idee, die Taufe von sich abhängig zu machen (siehe Anmerkung 2, unten). Das aber war durch und durch unsinnig, denn gerade sie, die Gott gerettet/berufen hatte, sollten sich ja des Herrn rühmen und nicht ihrer selbst, denn in sich selbst waren sie ja tatsächlich nichts, wofür ihr Leben vor der Bekehrung und Taufe der Beweis war.

„22 Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, 23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;“

Die Juden beriefen sich auf ihre Abstammung von Abraham, die Beschneidung und das bloße Haben des Gesetzes. Nur allein wegen dieser Dinge wähnten sie, bei Gott angenommen zu sein. Die Griechen (Anhänger der griechischen Religion) hatten das Böse einfach legalisiert und sich böse Götter gemacht, damit ihr eigenes Böses nicht als so böse erscheine. Beide, Juden und Griechen, blieben mit ihrer „Weisheit“, die ihnen ein relativ angenehmes Leben auf Erden ermöglichte, ganz in ihrem sündigen Fleisch stecken und erkannten Gott nicht, was ein sehr großer Verlust war; nicht aufzuwiegen durch irdische Freuden. Nur jene erkannten Gott, die bereit waren, Juden- und Griechentum auf die Seite zu tun, ganz einfach Mensch zu sein und das Evangelium anzunehmen, daß mit sittlich-moralischer Besserung verbunden ist, weshalb es den halsstarrigen Juden ein Ärgernis und den halsstarrigen Griechen eine Torheit ist.

In summa: Das Christentum baut überhaupt nicht auf den natürlichen Menschen, das, was er von Geburt an ist, sondern beim Christentum kommt das Heil von außen. „Das Heil von außen“ ist Jesus Christus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung,

Wenn ich das verstanden habe, wie kann ich dann überhaupt noch auf die Idee kommen, die umgestaltende Kraft der Taufe könnte aus mir herauskommen – völlig abwegig, absurd. Natürlich, jeder Christ hat Gaben, mit denen er anderen Christen helfen kann, aber er kann nicht bewirken, daß der Heilige Geist in einem Menschen Wohnung nimmt; genau das geschieht bei der Taufe (nur Gott kann eine göttliche Person senden, den Geist; nicht ein Mensch). Diese Gabe bzw. Fähigkeit, den Geist zu geben, hat nur Gott allein – nur Gott kann taufen und der Mensch die Taufe lediglich feiern, den Täufling an Gott übergeben, der ihn neu macht. Auch werden wir bei der Taufe in unserer Eigenschaft als Sünder für tot erklärt in sakraler Kraft, was auch nur Gott kann.

Bei der Taufe sterben und auferstehen wir zusammen mit Jesus aufgrund göttlicher Einsetzung (Institution). Was ich meine, ist: Es ist historische Wirklichkeit, daß wir bei der Taufe zusammen mit Jesus sterben und auferstehen, weil Gott es so verfügt hat, weil das Edikt Gottes da ist. Daß das ganze unsichtbar geschieht, tut nichts zur Sache. Sollte solch ein gewaltiges Wunder ein Mensch wirken können? Sicherlich nicht!

Die Menschen, die ungläubig bleiben

Es gibt weder geborenen Glückspilze noch geborene Pechvögel auf Erden, wie die heidnische Welt annimmt. Die Wahrheit im Gegensatz dazu ist, daß jeder von Geburt an unter dem Fluch der Sündhaftigkeit ist, die wir alle von Adam geerbt haben – von daher mögen wir uns alle Pechvögel nennen. Manche von den Sündern allerdings bringen es zu etwas in dieser Welt und spüren kaum den Fluch, der dennoch auch auf ihnen liegt, bzw. der Fluch wir nicht so sichtbar wie bei anderen. Das allerdings ist aus christlicher Sicht fast ein Pech, denn wenn meine Umstände nicht dazu beitragen, daß ich erkenne, daß auch ich unter dem Fluch wegen der Sünde bin, dann komme ich vielleicht auf die Idee,  zu sagen: „Das ganze Christentum ist ein bloßes Märchen, hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun.“

Jene, die es in dieser Welt zu nichts bringen (vor ihrer Bekehrung), haben es leichter, zu erkennen, daß sie unter dem Fluch sind; von daher ist ihr Pech ggf. ein Glück (ich weiß, das klingt ungeheuerlich). Allerdings wird es erst dann zum Glück, wenn sie sich auch bekehren. Allein die Tatsache, daß es jemand in dieser Welt zu nichts bringt, bringt ihn nicht in den Himmel – das wäre ja auch irgendwie eigenartig.

Jene, die es in dieser Welt zu etwas gebracht haben, können sich natürlich auch bekehren. Nur werden es ihrer Wenige sein, weil es eben für einen Reichen, Angesehenen, Mächtigen (ein Glückspilz in den Augen der Welt) sehr schwer ist, einzugestehen, daß auch er unter dem Fluch durch die Sünde ist. Man darf auf keinen Fall den Fehler machen, jene vom Heil auszuschließen; das wäre fatal und gegen den Befund der Bibel. Wie gesagt, es sind ihrer Wenige, aber es heißt nicht, daß sie alle verlorengehen.

Jene, egal ob groß oder klein, die ungläubig bleiben, machen sich praktisch etwas vor, sind Utopisten: Sie leugnen/ignorieren den Fluch und so bleiben sie unter dem Fluch. Wie gesagt, die Reichen, Angesehenen, Mächtigen sind in größer Versuchung, den Fluch zu leugnen, als jene, die weder reich, noch angesehen, noch mächtig sind.

Die Auserwählten (jene die gläubig bzw. gerettet werden) sind jene, die zugeben, daß sie natürlicherweise unter dem Fluch sind und an Jesus gläubig werden, der den Fluch wegnimmt, indem er uns von der Sünde befreit und in uns lebt.

Anmerkung 1

Es verbat sich von selbst, das Evangelium mit klugen Worten zu predigen, denn es war nun einmal ganz einfach in sich selbst. Hätte Paulus das Evangelium mit klugen Worten gepredigt, hätte er es automatisch verzerrt, etwas anderes daraus gemacht, als es war.

Daraus könnte man den Schluss ziehen, es könne ja jeder, sogar jeder Dumme, das Evangelium predigen, wenn es so furchtbar einfach ist. Das aber wäre ein Fehlschluss.

Worum es geht, ist, wie schon gesagt, daß Gott mitwirkt; Gott wirkt nur mit, wenn der Prediger wirklich sein Diener ist bzw. eine Geistesgabe hat. Sobald Gott mitwirkt, kommt das Evangelium bei den Menschen auch an. Der Prediger des Evangeliums muß also danach trachten, im Herrn zu bleiben (durch beständige Umkehr von Sünden), nicht danach, seine Redegewandtheit zu steigern.

Anmerkung 2

Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder einige von den Korinthern glaubten, Paulus, Petrus und Apollos hätten eine natürliche, innewohnende Kraft zum Taufen oder einige glaubten, Paulus, Petrus und Apollos hätten sozusagen eine spezielle Tauf-Gabe von Gott. Das etwas geringere Übel – aber natürlich trotzdem eine falsche Annahme, denn es gibt einfach überhaupt keine Tauf-Gabe – wäre es gewesen, von einer Tauf-Gabe auszugehen.

Angenommen, es hätte wirklich so etwas wie eine Tauf-Gabe gegeben, dann wäre es dennoch verwerflich gewesen, den Inhaber der Gabe zu rühmen (denn Anspruch auf Ruhm hat ja allein Gott, der Geber der Gabe), wegen der mit seiner Gabe verbundenen Fähigkeiten. Genauso verwerflich war es, einen wegen der mit einer vermeintlichen Gabe verbundenen Fähigkeiten zu rühmen, die gar keine Wirklichkeit war. Und weiter verwerflich war es, von einer rein natürlichen Begabung zum Taufen auszugehen und den Betreffenden für die damit verbundenen Fähigkeiten zu rühmen (das ist gegen die Lehre, daß das Fleisch, das, was wir von Natur aus sind, einfach zu nichts nütze ist).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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