Taufe

Durch Predigt und Taufe ruft uns Jesus in die Nachfolge. Als Jesus sichtbar auf Erden lebte, rief er Menschen mit hörbarer Stimme in die Nachfolge: „Komm und folge mir nach!“ Jesus spricht heute zu uns durch die Predigt in der Kirche. Früher mußte man glauben, daß des Zimmermann’s Sohn, der vor einem stand, der Christus ist. Heute muß man glauben, daß in dieser Ansammlung einfacher Menschen Christus gegenwärtig ist durch den Heiligen Geist. In der Predigt hören wir, daß Jesus am Kreuz die Sünde der Welt auf sich genommen hat. Der in der Kirche gegenwärtige Heilige Geist bewirkt, daß ich glaube, Jesus habe auch meine persönliche Sünde getragen. Bei der sakramentalen Taufe wird mir die Kraft des Todes und der Auferstehung Jesu Christi zugeeignet (ich empfange, woran ich durch die Predigt glaube; die Taufe ist der Ort in Raum und Zeit, wo man des Heils teilhaftig wird.). Die Taufe selbst kommt direkt von Gott. Gott ist der unsichtbare Täufer. Die Kirche verwaltet die Taufe nur, aber die Kraft der Taufe kommt von Gott. Die Taufe gehört Gott.

Früher wie heute ruft der eine Christus. Die Kirche verwaltet Predigt und Taufe, durch die Gott vom Himmel her spricht. Die Gnade kommt zu uns durch Predigt und Sakramente!

In der Taufe werden wir in das Geschehen am Kreuz mit hineingenommen. Nach der Taufe kann ich nicht mehr behaupten, ich könne nicht glauben, da Gott mich bei der Taufe sakramental in das Sterben Jesu am Kreuz und in seine Auferstehung hineinversetzt hat. Nach der Taufe ist man mindestens so weit (sogar weiter), wie ein Jünger, der Jesus in seinen Erdentagen gesehen, gehört und betastet hat. Man könnte durchaus eine Sache nicht glauben, von der man nur gehört hat, aber eine Sache, die man persönlich erlebt hat, muß man glauben.

Nach der Taufe bleibt nur noch der Gehorsam. Wer nach der Taufe nicht gehorsam sein will, drückt damit aus, daß er nicht glauben will. Nach der Taufe im Gehorsam zu leben, heißt glauben, d. h. man lebt, was man im Glauben empfangen hat: das ewige Leben.

Schon Bonhoeffer sagte: „Nur der Glaubende ist gehorsam und nur der Gehorsame glaubt.“

Glaube  existiert nur im Gehorsam, Vergebung existiert nur in Einheit mit dem Leben als Christ. Gott schenkt uns beides, die Vergebung und das neue Leben. Das neue Leben ist kein Werk, um Gnade zu verdienen, sondern wir wandeln in den Werken, die Gott zuvor bereitet hat. Wir tun Werke in Gott und können uns nicht rühmen, denn er schenkt uns die Werke.

Manche glauben, daß es ein Widerspruch sei, wenn man von „Errettung aus Glauben allein“ und vom Handeln Gottes in der Taufe spricht. Die Lehre vom Handeln Gottes in Taufe macht aber die Lehre von der „Errettung aus Glauben allein“ nicht ungültig, sondern bestätigt sie sogar. Nicht wir tun bei der Taufe ein Werk für Gott, sondern Gott tut bei der Taufe ein Werk an uns (das Werk Gottes an uns ist die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Wir können nun ein gerechtes Leben führen). Bei der Taufe sind wir nur Empfangende, weiter nichts.

Letztendlich kann man spirituelle Sachverhalte nicht ganz mit dem Verstand erfassen, weil sie über unsere dreidimensionale Welt hinausgehen, aber trotzdem ein Beispiel, um denn Sinn der Taufe besser zu verstehen:

Man kann einen Gartenzaun mit unbehandelten Latten bauen, die man später streicht, oder mit Latten die hochdruckimprägniert sind (bei der Hochdruckimprägnierung wird die Farbe bei hoher Temperatur und unter hohem Druck in das Holz hineingepreßt, Farbe und Holz werden unlösbar miteinander verbunden). Es bedarf keiner weiteren Erläuterung, welcher Zaun länger halten wird. Angenommen ein Mensch hat noch nie die frohe Botschaft gehört und wird nun zum ersten Mal damit konfrontiert, dann kann er eigentlich nichts weiter tun, als die Botschaft abzulehnen oder sie zu bejahen. Das Bejahen ist erstmal nur Farbe auf der Oberfläche und wird nicht viel helfen. Es muß einfach tiefer hinein, also taufen wir ihn und er wird ganz durchdrungen. Er wird widerstandsfähig gegen die Anläufe des Bösen und in der Kirche wird ab und zu nachimprägniert. Okay, jetzt ist erstmal alles gut.

Dieser Artikel ist in Übereinstimmung mit Römerbrief Kapitel 6:

Taufe und neues Leben

1 Was wollen wir hierzu sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, auf daß die Gnade desto mächtiger werde?       2 Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde wollen leben, der wir abgestorben sind? 3 Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?    4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.  
5 So wir aber samt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch seiner Auferstehung gleich sein, 6 dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen.   7 Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, 9 und wissen, daß Christus, von den Toten auferweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort nicht mehr über ihn herrschen. 10 Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott.11 Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christo Jesus, unserm HERRN.
12 So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. 13 Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst Gott, als die da aus den Toten lebendig sind, und eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit. 14 Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, sintemal ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.
15 Wie nun? Sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!  16 Wisset ihr nicht: welchem ihr euch begebet zu Knechten in Gehorsam, des Knechte seid ihr, dem ihr gehorsam seid, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?17 Gott sei aber gedankt, daß ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun gehorsam geworden von Herzen dem Vorbilde der Lehre, welchem ihr ergeben seid. 18 Denn nun ihr frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte der Gerechtigkeit geworden.
19 Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habet zum Dienst der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zur andern, also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. 20 Denn da ihr der Sünde Knechte wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit. 21 Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn ihr Ende ist der Tod. 22 Nun ihr aber seid von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber ist das ewige Leben. 23 Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm HERRN.

Anmerkung:

Die Säuglingstaufe ist selbstverständlich gültig. Die Wiedertaufe ist strengstens verboten. Wer wiedertauft, gehört nicht zur Christlichen Kirche.

Ergänzung vom 23.10.2015

Da die EKD ein neues Gottesbild hat, ist die Taufe der EKD nicht mehr gültig; siehe hierzu:

Gibt es eine erlaubte Wiedertaufe?

Ergänzung vom 17.12.2015

Ist die Taufe der römisch-katholischen Kirche gültig?

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4 Antworten zu Taufe

  1. envagelist schreibt:

    hey Rainer, danke für die schnelle Beantwortung meines Einwandes.
    was du mir geschildert hasst, kann ich voll nachvollziehen und verstehen, aber wenn du dir mein Sachverhalt und Einwand nochmal durchliest, dann wirst du feststellen, dass ich nichts gegen die taufen im heiligen geist gesagt habe sonder bzl. der Wasser taufe, das sind zwei unterschiedliche taufe. die eine taufe dient dazu unsere Berufung mit der vollmacht (Autorität) Gottes auszuführen und die anderen zur Buße und damit zur Erkennung seiner fleischliche Sünden und zu der Zugehörigkeit des Leibes Christi (Anerkennung von dem opfer Jesu am Kreuz).
    woher hätte denn Johannes der Täufer in Bauch seiner mutter gewusst, dass er sündige würde denn ihm war Sünde doch noch gar nicht bewusst. vielleicht ist dir der unterschied zwischen taufe im geist und des Wasser nicht so richtig klar (nicht böse gemeint, kann es bloß nicht anders wiedergeben). dein geistlicher Bruder Alfonse
    PS. ich lasse mich bzl. er taufe des besseren belehren, mit Gottes geist und meiner gesunden gegeben Verstandes.

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo Alfonso,

      ich freue mich über dein Interesse an meiner Website.

      Ich darf Dir sagen, daß ich all das, was Du auf meiner Website findest, nicht aus meinem eigenen Herzen erdichtet habe, sondern es entspricht der Lehre der Alten Kirche (das ist die originale, ursprüngliche Kirche, die Jesus gegründet hat!!!). Ich maße mir nicht an völlig unabhängig von den weltweit anerkannten Lehrern der Kirche die Bibel auszulegen, sondern gleiche mich mit ihnen ab (ohne Ausschaltung meines Verstandes und ohne intellektuellen Selbstmord).

      Bist Du eigentlich klüger als Dr. Luther, Dr. Bonhoeffer, Athanasius, Johannes von Damaskus, Augustinus, Ambrosius und andere? Es stimmt zwar, daß auch sie da und dort geirrt haben, aber sie waren sich einig bezüglich der Grundlehren des Christentums und ganz besonders bezüglich der christlichen Tauflehre.

      Wußtest Du eigentlich schon, daß es vor der Gründung der römisch-katholischen Kirche (die r.-k. Kirche sei verworfen!) eine einheitliche, weltweite, wohlorganisierte, christliche Kirche gab: die Kirche des oströmischen Reiches oder byzantinische Kirche. Diese Kirche ging unmittelbar aus der Kirche hervor, die von Jesus und den Aposteln etabliert worden war. Es war nie, nie, nie so, daß es etwa einmal einen ungeordneten Haufen von Jüngern gab, sondern es war schon immer eine organisierte Kirche. Dies wird auch aus der Apostelgeschichte klar. Da siehst Du, wie die Kirche ihr erstes Zentrum in Jerusalem hatte, wo auch das erste Konzil stattfand, dann entstand das erste heidenchristliche Zentrum in Antiochia. Nach und nach kamen Zentren in Rom, Alexandria, Byzanz (Konstantinopel) und andere Orte hinzu. Die einzelnen Landeskirchen waren unabhängig (es gab kein verwerfliches Papsttum) und man traf sich immer wieder auf Konzilien, um schwierige Fragen der Lehre zu erörtern. Diese Konzilien waren frei, das heißt die Entscheidung war nicht vorbestimmt, sondern man diskutierte unter der Leitung des Heiligen Geistes durch den der unsichtbare Christus den Vorsitz hatte und somit Haupt und Erzbischof seiner Kirche blieb.

      Über meine Website bist Du in Kontakt gekommen mit dieser uralten Kirche, deren ewiges Haupt der unsichtbare Christus ist.

      Wenn ich Dir etwas schreibe, dann solltest Du das nicht allzu leichtfertig abtun, denn es stimmt in hohem Maß mit der autorisierten Lehre der christlichen Kirche überein, die von Jesus gegründet wurde.

      Gott befohlen,

      Rainer

      P. S.: Ich bete weiter, daß Du unter den Einfluß des ewigen Geistes kommst, der Dich heiligen kann.

  2. envagelist schreibt:

    hey alles bis zum Schluss kann ich bejahen aber deine Anmerkung nicht, denn um getauft zu werden, muss mann sich seiner Sünde bewusst werden (sein) aber ein Säugling ist sich dessen doch gar nicht bewusst.

    lies doch mal den Aufruf des Johannes den Täufer bzl. der Wasser taufe, denn er rief alle Leute: kommt und tut Buße und lasst euch taufen in den namen des Vater, Sohnes und des heiligen Geistes. wenn du der Meinung bist, dass ein Säugling Buße tun kann, dann stimmen ich dir zu, sonnst prüfe in Zukunft deine berichte noch intensiver mit der Bibel und den H.G.

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo,

      lies doch mal Lukas 1, 39-45:

      Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

      Auslegung:

      Maria war mit Jesus schwanger, Elisabeth war mit Johannes dem Täufer schwanger. Maria, Elisabeth und ihre Ehemänner waren sehr fromm, das heißt eine Person der Gottheit war (unsichtbar) bei ihnen und schenkte ihnen Heiligkeit. Maria und Elisabeth zusammen mit ihren Ehemännern lebten in der Gegenwart Gottes (sie waren untadelig nach dem Gesetz) und waren somit eine Art Mini-Kirche. Im Raum der Kirche gilt der Satz: „der Herr handelt wunderbar an seinen Heiligen“.

      Ps 4,4 Erkennet doch, dass der HERR seine Heiligen wunderbar führt; der HERR hört, wenn ich ihn anrufe.

      An anderer Stellen heißt es, daß Johannes von Geburt an mit dem Heiligen Geist erfüllt war:

      Lukas 1, 15: Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.

      Jetzt brauchen nur noch 1 und 1 zusammenzuzählen: Johannes der Täufer hatte den Heiligen Geist schon von Mutterleibe an, das heißt er war schon von Mutterleibe an gläubig. Wann wurde er gläubig, wer sprach mit ihm im Mutterleib? Es war Jesus bei der Begegnung von Maria und Elisabeth. Bei der Begegnung von Maria und Elisabeth kam Johannes der Täufer in die Vollgegenwart Gottes und wurde von oben geboren, was heute einer sakramentalen Taufe entspräche.

      Großkirchen:

      Bei den Großkirchen ist das Problem, daß eben alle an der Taufe beteiligten meistens nicht fromm sind und auch das Kind, wenn es älter wird, nicht oder nicht richtig über seine Taufe belehrt wird. So ist die Taufe zwar gültig, bleibt aber wirkungslos. Das Kind wird sozusagen in einer Sphäre getauft, wo der Herr nicht wunderbar handelt an seinen Heiligen, weil da keine Heilgen sind (Pfarrer schwul, Eltern z. B. habsüchtig, Paten z. B. unzüchtig, Gemeindeglieder z. B. materialistisch).

      Ich selbst wurde auch als Säugling getauft und spüre die Kraft der Taufe seit ich mich ihrer im Glauben erinnere. Ich habe das Evangelium erst als Erwachsener gehört und den Zusammenhang mit der Taufe erfuhr ich durch Beschäftigung mit Literatur von Luther und Bonhoeffer.

      Ich bete, daß du in die Einflußsphäre des Geistes der Heiligkeit kommst.

      Gott befohlen,

      Rainer

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