Wiedertaufe?

Neben den zwei Großkichen „Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)“ und der „Römisch-Katholischen Kirche (RKK)“ gibt es auch noch sogenannte Freikirchen („Die Christlichen Gemeinden“; „Die Brüdergemeinden“; „Die Versammlung“; Baptisten, „Freie Evangelische Gemeinden“; „Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden“; etc.) in Deutschland.

Es kommt immer wieder vor, daß Glieder der beiden Großkirchen zu einer der Freikirchen wechseln.

Es kann durchaus vorkommen, daß ein Glied einer Großkirche das Evangelium zum ersten Mal in seinem Leben von einer der Freikirchen hört. Dies ist natürlich eine Schande für die Großkirchen. Auch von den Großkirchen müßte man doch wohl selbstverständlich erwarten können, daß sie ihre Glieder über das Evangelium informieren.

Das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus ist furchtbar einfach:

Gott, der Vater, warf unsere Sünden auf Jesus, Gott, den Sohn, als er ihn am Kreuz für uns dahingab. Um unserer Rechtfertigung willen hat er ihn auferweckt von den Toten.

Diese Handvoll Worte sind das Evangelium.

Für die Glieder der Freikirchen ist die Kenntnis des Evangeliums eine Selbstverständlichkeit.

Nun kommt aber das Schlimme, Schlimme:

In den Freikirchen ist das Evangelium dem Wortlaut nach zwar bekannt, aber sie praktizieren die schändliche Wiedertaufe.

Zunächst eine Beschreibung der wahren, sakramentalen Taufe als Hintergrund für die Verwerfung der Wiedertaufe

Es ist von der altkirchlichen Lehre her so, daß die sakramentale Taufe (auch Säuglingstaufe) der Gr0ßkirchen immer gültig ist. Auch wenn die Gr0ßkirchen ihre Glieder über das Evangelium in Unkenntnis lassen, ist die Säuglingstaufe doch gültig (wirksam wird sie durch Glauben). Die sakramentale Taufe kommt direkt von Gott und ist vom Zustand der Kirche, die die Taufe zelebriert, unabhängig, wie der Inhalt eines Post-Päckchens unabhängig ist vom Zustand des Postboten (der Postbote kann Alkoholiker, Schwuler oder sonst etwas sein, der Inhalt eines Päckchens bleibt davon buchstäblich unberührt).

Die Kirchen verwalten das Sakrament der Taufe nur. Der unsichtbare Täufer ist immer Gott selbst. Er handelt während der Taufe. Die Kraft der Taufe kommt direkt aus dem Himmel, aber nicht von der Kirche selbst.

Wenn die Freikirchen im Sinne Gottes handeln würden, würden sie die Leute, die aus den Großkirchen zu ihnen kommen, nicht wiedertaufen, sondern würden ihnen sagen, sie sollten sich ihrer Kindertaufe im Glauben erinnern. Ein Mensch, der erst als Erwachsener das Evangelium hört und dann bewußt als Christ leben will, kann sich im Glauben auf seine Säuglingstaufe rückbeziehen. Die Säuglingstaufe wird wirksam beim Einzelnen, sobald er sich ihrer im Glauben erinnert. Auch die Großkirchen würden im Sinne Gottes handeln, wenn sie den Menschen den Zusammenhang zwischen Evangelium und sakramentaler Taufe erklären würden.

Was ist der Zusammenhang zwischen Evangelium und sakramentaler Taufe?

Der natürliche Mensch kann nur einen ganz schwachen, kleinen, verstandesmäßigen  Glauben an das o. g. Evangelium hervorbringen. Ein Mensch, der sich seiner Sündhaftigkeit bewußt ist und sich Vergebung und Gerechtmachung durch Jesus erhofft, sollte sofort getauft werden (wenn er bereits als Kind getauft wurde, sollte er sich seiner Kindertaufe im Glauben erinnern), um seinen Glauben zu besiegeln. Die Taufe dient als Siegel und Stärkung für den kleinen, schwachen, natürlichen Glauben des Menschen. Gott ist bei der Taufe der Handelnde. Alle Barrieren von Raum und Zeit verschwinden und der Täufling stirbt und aufersteht zusammen mit Jesus (das klingt verrückt, ist aber eine spirituelle Tatsache und wird bestätigt durch Römerbrief, Kap. 6). Durch die Taufe „stirbt der Täufling der Sünde ab“ und „aufersteht zu einem neuen Leben in Christus“ (er empfängt den Heiligen Geist). Der Leib des Täuflings bleibt sündig und der Täufling muß sich Tag für Tag seiner Taufe im Glauben erinnern, um die Begierden seines Leibes zu überwinden. Es gelten zwei Heilstatsachen nach der Taufe: „der Sünde abgestorben“ und „in Christus“. Weiter soll der Täufling den Heiligen Geist jeden Tag bitten, sich in ihm zu entfalten (der Heilige Geist will die völlig freie Persönlichkeit des Christen nicht „vergewaltigen“ und wartet darauf, daß man ihn freiwillig um Hilfe bittet).

Jetzt ist, glaube ich, deutlich geworden, warum man die Taufe als Siegel des Glaubens bezeichnen kann. Jesus selbst bezeichnete die Taufe auch als die „neue Geburt aus Wasser und Geist“ (siehe Johannesevangelium, Kap. 3, Vers 5), ohne die man nicht in das Reich Gottes kommen kann.

Der echte christliche Glaube und die sakramentale Taufe sind ganz eng miteinander verbunden, eigentlich aneinander gekoppelt. Wahren christlichen Glauben gibt es nur im Zusammenhang mit der sakramentalen Taufe.

Die schändliche Wiedertaufe

Das Problem bei den Freikirchen ist, daß sie die Bedeutung der Taufe grundsätzlich nicht verstehen, auch nicht den Zusammenhang zwischen Glaube und Taufe.

Die Freikirchen halten es für Glaube, wenn es jemand einfach verstandesmäßig für wahr hält, daß Jesus für ihn gestorben und auferstanden sei und seine Sünden getragen habe. Wenn jemand aus sich selbst heraus damit anfängt, bezeichnet man das als Wiedergeburt. Diesem Glauben soll nach freikirchlichem Verständnis die Taufe (diese schändliche Taufe nannte Luther Badertaufe) als Gehorsamsakt und öffentliches Bekenntnis des Glaubens folgen.

Was ist verwerflich an der Badertaufe?

Erstens, sie ist nicht von Jesus Christus eingesetzt oder verordnet, sondern ein Fündlein (Erfindung) von Menschen. Die Badertaufe ist verwerflich, weil sie eine Entweihung der sakramentalen Taufe ist. Die Entweihung entsteht dadurch, daß man dem Taufritual eine völlig andere Bedeutung beimisst als die ursprüngliche. Statt Mitsterben und Mitauferstehen spricht man von Gehorsamsakt und öffentlichem Bekenntis. Bei der echten Taufe ist man nur Empfangender, die Badertaufe aber grenzt an ein Werk, um Gerechtigkeit zu verdienen (auch die Juden hatten die Beschneidung entweiht, indem sie ihre eine neue Bedeutung gaben: statt Erinnerung an den Glauben Abrahams sahen sie die Beschneidung als ein Gesetzeswerk um gerecht zu werden vor Gott).

Zweitens, wird der Täufling, falls er schon als Kind getauft worden war, völlig von seiner ersten, gültigen, sakramentalen Kindertaufe abgebracht. Allein aber seine Kindertaufe könnte dem Täufling zum Heil gereichen, wenn er sich ihrer im Glauben erinnern würde. Durch die Wiedertaufe wird der Täufling völlig von der Erinnerung an seine erste Taufe abgebracht und sozusagen in den Glaubensabfall hineingetauft. Die Wiedertaufe ist sozusagen eine satanische Gegentaufe. Nicht weil sie irgendeine Kraft in sich selbst hätte, sondern weil sie den Täufling von der Erinnerung an seine erste Taufe abbringt.

Drittens, wird er Täufling völlig auf sich selbst geworfen und das ist sehr schlimm, weil er ja aus sich selbst heraus praktisch keinen Glauben produzieren kann (höchstens einen minimalen, verstandesmäßigen). Dies muß zum völligen, geistlichen Scheitern führen. Die Bergpredigt wird dem Täufling zu einem Gesetz werden, das ihn zerüttet, zermürbt und in die Verzweiflung treibt. Die Bergpredigt ist nur eine Sammlung von Verhaltensregeln für Menschen, die durch die sakramentale Taufe den Heiligen Geist empfangen haben und wegen ihres in Liebe tätigen Glaubens verfolgt werden. Die in den Seligpreisungen genannten Charaktereigenschaften entstehen aus dem Konflikt zwischen dem Körper des Christen und dem Heiligen Geist. Er bringt diese Charaktereigenschaften nicht aus sich selbst hervor. Nur wird der Christ für seine positiven Charaktereigenschaften von der Welt angegriffen werden und da gibt Jesus Anweisungen wie man sich verhalten soll.

Ein Wiedergetaufter kann den Geist  nicht haben oder er wurde ausgelöscht, denn das Haben des Geistes ist an die sakramentale Taufe gekoppelt. So muß ein Wiedergetaufter wahnsinnig werden, wenn er versucht nach der Bergpredigt zu leben, denn er ist damit völlig überfordert (Johannes 5, 6: Was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist und was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch).

Viertens, mit der Wiedertaufe geht ein völlig falsches Verständnis des Begriffes Glauben einher. Man hält es für ein verstandesmäßiges Erfassen von geistlichen Wahrheiten. Es ist aber so, daß Geistliches nur vom Geist vermittelt werden kann. Von daher können schon beliebig kleine Kinder (auch Säuglinge) das Evangelium glauben, wenn sie unter Einfluß des Geistes kommen (z. B. durch fromme Eltern, fromme Gemeinde, frommer Pfarrer). Der Geist wirkt den echten Glauben und der Verstand ist dabei belanglos.

Die Wiedertaufe wird hiermit verworfen!

Alle Gruppen, die wiedertaufen, gehören nicht zu der weltweiten Christlichen Kirche, sondern sind häretisch.

Die Großkirchen

Beide Großkirchen sind in einem katastrophalen Zustand. Sie können sich nicht länger darauf berufen, daß sie die eine sakramentale Taufe bewahren (was in sich selbst sogar gut ist), weil sie den Menschen das Evangelium vorenthalten. Die Getauften müssen über die Bedeutung des Evangeliums und den Zusammenhang zwischen Evangelium und Taufe informiert werden. Nur wer über die Bedeutung von Evangelium und Taufe informiert ist, kann sich seiner Kindertaufe im Glauben erinnern und in dieser Kraft als bewußter Christ leben, das heißt Jesus nachfolgen.

Ergänzung vom 23.10.2015

Da die EKD ein neues Gottesbild hat, ist die Taufe der EKD nicht mehr gültig; siehe hierzu:

Gibt es eine erlaubte Wiedertaufe?

Ergänzung vom 17.12.2015

Ist die Taufe der römisch-katholischen Kirche gültig?

Eine Antwort zu Wiedertaufe?

  1. Petra Uhr schreibt:

    Ein klares Wort zur rechten Zeit, denn in meiner Umgebung gibt es zwei freikirchliche Gemeinden, die die Wiedertaufe praktizieren.

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