Kann man ausrechnen, wann Jesus wiederkommt oder wann der Weltuntergang da ist?

Die gegenwärtige Epoche wird mit der Wiederkunft Christi zu Ende gehen. Für alle, die nicht an Jesus glauben, wird die Wiederkunft Christi eine Art Weltuntergang darstellen.

Folgende Verse machen klar, dass man mit dem Ausrechnen von Zeiten und Zeitpunkten zurückhaltend sein sollte:

Apostelgeschichte 1, 6-7 6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn (Jesus; R. B.) und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? 7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; 

Matthäusevangelium 24, 29-44 29 Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit (jüdische Kriege; R. B.) wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern. 32 An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: Wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 33 Ebenso auch: Wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. 34 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 35 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. 36 Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. 37 Denn wie es in den Tagen Noahs war, so wird auch sein das Kommen des Menschensohns. 38 Denn wie sie waren in den Tagen vor der Sintflut – sie aßen, sie tranken, sie heirateten und ließen sich heiraten bis an den Tag, an dem Noah in die Arche hineinging; 39 und sie beachteten es nicht, bis die Sintflut kam und raffte sie alle dahin –, so wird es auch sein beim Kommen des Menschensohns. 40 Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. 41 Zwei Frauen werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben. 42 Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. 43 Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 44 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.

Andererseits ist eine Beurteilung der gegenwärtigen Lage bzw. allernächsten Zukunft völlig legitim:

Matthäus 24, 32-33 32 An dem Feigenbaum lernt ein Gleichnis: Wenn seine Zweige jetzt saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 33 Ebenso auch: Wenn ihr das alles seht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist.

Wenn also die Wiederkunft Christi unmittelbar bevorsteht, wird dies für die Gläubigen erkennbar sein.

29 Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit (jüdische Kriege; R. B.) wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“

Es ist sehr interessant, welches Zeitgefühl Jesus hatte, denn seit den jüdischen Kriegen („Bedrängnis jener Zeit“) sind mittlerweile rund 2000 Jahre verflossen und die Verfinsterung von Sonne und Mond hat immer noch nicht stattgefunden; trotzdem aber sagt Jesus: „Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit …“ Die Jünger, die Jesus damals zuhörten, verstanden unter „sogleich“ sicherlich nicht eine Zeit in der Größenordnung von ca. 2000 Jahren.

Was uns hier weiterhilft, ist:

Lukas 4, 18-19 18 »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, 19 zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«

Durch Lukas 4, 19 wird also die Zeit bis zur Wiederkunft Christi als 1 Jahr (das „Gnadenjahr“) definiert, egal wieviel Jahre es in Wirklichkeit sein mögen. Um der Sünder willen, die er durch das Evangelium von der Gnade Gottes retten will, „tut Gott immer so“, als ob noch nicht einmal 1 Jahr vergangen wäre, obwohl es in Wirklichkeit mittlerweile ca. 2000 Jahre sind. Dazu stimmt 2. Petrus 3, 8-10:

8 Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag. 9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde. 10 Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.

 

Die Zeitangaben in der Offenbarung des Johannes, Kapitel 11:

Würde man die Zeitangaben aus Offenbarung 11 wörtlich nehmen, ergäben sie überhaupt keinen Sinn. Aus dem Textzusammenhang geht jedoch hervor, dass die in Off. 11 genannten Zeitabschnitte für bestimmet reale Zeitabschnitte stehen. Die 1260 „Tage“ stehen für die Zeit, in der es auf Erden eine geistlich lebendige Kirche gab („meine zwei Zeugen – die Kirche, bestehend aus Judenchristen und Heidenchristen, R. B. – sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang“). Heute jedoch gibt es keine geistlich lebendige Kirche mehr, denn es gibt keine Kirche mehr, die das Christentum auf Grundlage des Befundes der Bibel predigt. Jene Organisationen heute, die sich Kirche nennen (diesen Namen geben sie sich natürlich zu unrecht), predigen nicht das Christentum auf Grundlage des Befundes der Bibel, sondern ein aufklärerisch verzerrtes Christentum:

  • Jesus als Morallehrer und Vorbild, aber nicht als Sohn Gottes
  • totale sexuelle Toleranz
  • totale religiöse Toleranz
  • keine Kritik am Materialismus der Gemeindeglieder; Verwechslung von Spießbürgertum mit Christentum
  • etc.

Der geistliche Tod der Kirchen manifestiert sich außerdem in der allgemeinen Anerkennug des Papstes als religiösem Führer – aus der Sicht der Bibel ist der Papst aber der „falsche Prophet“, der bei der Wiederkunft Christi zusammen mit dem Antichristen in der feurigen Pfuhl geworfen werden wird. Auch werden die „toten“ Kirchen wenig Kritik am Antichristen üben; sie übten ja auch schon wenig Kritik an Adolf Hitler.

Die Staaten dieser Welt haben die Kirchen so weit gebracht, dass sie nur noch eine Art aufgeklärtes Christentum lehren, nicht aber mehr das Christentum auf Grundlage des Befundes der Bibel.

Der Zustand des geistlichen Todes der Kirche wird aber nur 3,5 „Tage“ andauern („und Menschen aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihre Leichname drei Tage und einen halben“), während sie 1260 „Tage“ geistlich lebendig war. Angenommen, im Jahr 2019 wäre die Kirche endgültig geistlich tot gewesen, dann würden die 1260 „Tage“ 1949 wirklichen Jahren entsprechen (2019 minus 70 ergibt 1949). Wenn wir 1949 durch 1260 teilen und mit 3,5 multiplizieren, erhalten wir 5,414, das heißt die Kirche kann von 2019 an gerechnet nur gute 5 Jahre geistlich Tod sein – das ist historisch gesehen gar nichts, nur ein Augenblick. Es ist also damit zu rechnen, dass die Juden sich in den kommenden Jahren zum Christentum bekehren werden (dadurch würde wieder eine geistlich lebendige Kirche entstehen). Bis das ganze Volk der Juden zum Christentum konvertiert sein wird, werden einige Jahrzehnte vergehen und dann kommt Jesus Christus wieder.

Ich halte es für legitim, die symbolischen Zeitangaben aus Off. 11 ins Verhältnis zu setzen und daraus auf das Verhältnis der in der Realität gemeinten Zeitabschnitte zu schließen; sonst hätten ja die Zeitangaben in Off. 11 überhaupt keinen Sinn und warum sollte man in dem literarischen Werk der Weltgeschichte mit dem höchsten Sinngehalt überhaupt – der Bibel – überflüssige Zeitangaben finden. Glauben wir wirklich, Johannes hat die betreffenden Zeitangaben nur zum Spaß oder versehentlich gemacht? Unmöglich! Alle Angaben in der Bibel haben einen (hohen) Informationsgehalt.

Mit dieser kleinen Rechnung, die uns die Information liefert, dass die Bekehrung der Juden nicht mehr fern sein kann (bis sich das ganze Volk der Juden bekehrt hat, wird es wahrscheinlich einige Jahrzehnte dauern und dann wird Jesus wiederkommen), haben wir nichts anderes getan als einer, der sagt, der Sommer müsse nahe sein, weil die Feigenbäume beginnen auszutreiben.

Was aber nutzt uns die Erkenntnis, dass Jesus bald wiederkommen wird?

Nun, die abgefallenen Kirchen und die pervertierten Regierungen haben die ganze Welt in eine riesige Irrenanstalt verwandelt. Das bedeutet aber, dass der Normale in dieser Welt für den Verrückten gehalten wird – natürlich ein unerträglicher Zustand für den Normalen. Der Trost für den Normalen ist, dass dieser unmögliche Zustand nicht mehr allzu lange andauern wird.

Siehe auch:

Auslegung Offenbarung (Apokalypse), Kapitel 11, Verse 1-14

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s