Bergpredigt und Römerbrief

Der Apostel Paulus lehrt im Römerbrief, daß wir durch Glaube plus Taufe gerecht werden. Durch die Taufe sind wir erstens „der Sünde abgestorben“ und zweitens „in Christus“. Durch die zwei Heilstatsachen „der Sünde abgestorben“ und „in Christus“ vermögen wir trotz unseres „ewig“ sündigen Leibes (Körpers), im Alltag Tag für Tag gerechte Werke zu tun, die von den Menschen wahrgenommen werden. Wir erscheinen den Menschen als Fromme, obwohl wir einen in sich selbst sündigen Leib haben. So leben wir in einem anhaltendem Wunder.

Was nun hat die Bergpredigt mit dem Römerbrief zu tun?

Paulus erwähnt in Röm. 4, 24-25 zum ersten Mal ausdrücklich das Evangelium: „Jesus wurde um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Recht-fertigung willen auferweckt von den Toten.“

Das Entscheidende:

Noch im gleichen Atemzug sagt Paulus jedem, der das Evangelium glaubt und getauft wird, Verfolgung voraus (Röm. 5, 3). Es gibt also keinen Glauben ohne Verfolgung.

Zweiter Brief des Paulus an Timotheus, Kapitel 3, Vers 12: „Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden“.

In Röm. 8, 17-18 kommt Paulus nochmals auf Verfolgung zurück: „…, wenn anders wir mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.“

In Röm. 8 brachte Paulus eigentlich seine Lehre zum Abschluß, daß wir durch den Heiligen Geist unsere Begierden überwinden können und in Christus Liebeswerke tun können. Der Christ lebt ein frohes Leben christlicher Nächstenliebe in der Freude seines Herrn.

Und doch:

Die Welt (säkulare Gesellschaft, abgefallene Kirchen, falsche Religionen) reagieren darauf mit Ablehnung und Verwerfung der echten Christen. Dem Christen wird schmerzhaftes Leid zugefügt seitens der Welt. Wie sein Herr muß er sein Kreuz auf sich nehmen. Die Angehörigen der Welt begegnen dem Christen im Kindergarten, in der Schule, am Ausbildungsplatz, am Arbeitsplatz, auf kleinen Dörfern selbst auf der Straße. Das Wort von der Verfolgung ist kein theoretischer Satz sondern bittere Wirklichkeit. Der Christ erfährt Ablehnung wegen seines Bekenntnisses zu Jesus und wegen seines christlichen Verhaltens. Beides will ihm die Welt mit aller Macht wieder austreiben. Für die Welt gibt es nichts Schlimmeres, als wenn ein Mensch sich um Christi willen korrekt verhält.

Die Verbindung zur Bergpredigt

Die Bergpredigt hat nur jemand etwas zu sagen, der angegriffen wird, weil er sich in dem seligen Stand der christlichen Nächstenliebe befindet. Der Christ ist um das Heil seiner Mitmenschen besorgt (seelisch und körperlich). Es könnte vorkommen, daß der eine oder andere Bürger dieser Welt teilhaftig wird des Heils in Christo. Es gibt allerdings Mächte, die das nicht leiden wollen und die Christen als Ruhestörer in ihrem Weltreich ansehen. So erlebt der Christ heftige Feindseligkeit, obwohl er doch nur Gutes im Sinn hat.

In der Bergpredigt gibt Jesus Christus Verhaltensregeln an Menschen, die um ihres in Liebe tätigen Glaubens willen angegriffen werden. Wobei die Angriffe darauf hinauslaufen den Glauben des Christen zu zerstören (als „human robot“ in einer Fabrik mag man ihn sogar noch dulden, falls man ihn soweit bringen konnte, daß seine Glaubenssoftware ein „delete“ erfahren hat).

Bergpredigt (Matthäusevangelium, Kap. 5-7)

Jesus fing allein an mit der Predigt des Evangeliums in einer Welt, die in einer Weise beherrscht war von okkultem Götzendienst, wie wir es uns heute nicht mehr vorstellen können. Wir leben ja in einem Zeitalter nach der Christianisierung der zivilisierten Welt, Jesus aber lebte vorher und die Welt war in absoluter Finsternis: So wie heute christliche Kirchen etabliert sind in der westlichen Welt und man überall Kirchengebäude findet, war damals das Griechentum (Anbetung der griech. Götter) und das Gesetzes-Judentum etabliert. Es war staatlich und gesellschaftlich legitimiert, Dämonen (die griechischen Götter) anzubeten. Okkultismus war zum Normal geworden. Übrigens waren auch die Gestzes-Juden unter die Herrschaft böser Geister geraten, was man an ihren perversen Gedankengebäuden erkennt (siehe Röm. 3, 1-8). Beide Religionen stürzten die Menschen/Menschheit in abgrundtiefes Verderben und die Menschen waren zu Bestien geworden.

Da kam nun dieser „lächerlich“ sanftmütige und demütige Sohn eines einfachen Zimmermanns aus der Ortschaft Nazareth in Galiläa und brachte etwas Neues vor die Ohren der Verfinsterten.

Nachdem Jesus seine Karriere als Zimmermann beendet hatte, betrieb er ein kleines Sanatorium in der Stadt Kapernaum am See Genezareth. Da konnten all die von ihrem lasterhaften Leben gezeichneten und von bösen Geistern besessenen Hilfe finden. Jesus vergab ihnen ihre Sünden und heilte ihre ruinierten Körper. Jesu Sanatorium war ein wirkliches, denn er heilte Menschen ganzheitlich: Seele + Leib!

Nach einer Weile des einsamen Dienstes fand er einige, die er Wert achtete, seine Schüler zu sein: Petrus, Andreas, Johannes und Jakobus. Jesus rief sie heraus mitten aus ihrer Erwerbstätigkeit als Fischer, denn er hatte eine Aufgabe für sie, die wesentlich wichtiger war als Fischen: Menschenfischen. Manchmal fuhr Jesus raus auf’s Land, wie ein Landarzt Hausbesuche macht. Da wurde er ganz schön bekannt und schließlich kamen zu ihm nach Kapernaum Kranke aus dem ganzen Gebiet von Israel und sogar aus Syrien kamen die Leute zu ihm, um von ihm geheilt zu werden (siehe Matthäus 4, 23-25).

Solche wie Petrus, Andreas, Johannes und Jakobus gibt es heute noch. Sie schuften irgendwo z. B. in einer Autofabrik, gefangen im täglichen Broterwerb (Broterwerb ist prinzipiell natürlich etwas gutes, aber manchmal gibt es noch etwas Wichtigeres). Keine Frage, die Vier führten ein manierliches, respektables Leben. Sie waren keine Parasiten, die irgendjemandes bedurften. Trotzdem fühlten sie vielleicht ein gewisses Unbehagen, wenn sie all die Menschen um sich herum sahen, die untergingen im Gesetzes-Judentum und Griechentum. Beide Religionen hatten zu einer Rechtfertigung der Sünde geführt, bei den Menschen explodierte die Sünde, der Tod in Form von Depressionen, Schuldgefühlen, Besessenheit und Krankheiten ereilte die Menschen, sie siechten dahin in Erbärmlichkeit.

Die Vier waren umgeben von einer fürchterlichen Not, aber niemand gab ihnen ein Mandat zu helfen. Sie waren unter dem Mandat der Erwerbstätigkeit (Fischen) gefangen und da kamen sie nicht raus, obwohl sie Mitleid mit den Menschen hatten und helfen wollten.

Es ist übrigens möglich, daß die Vier schon ein gewisses Maß an Glauben hatten, bevor Jesus sie in seinen Dienst nahm. Sie waren Juden und kannten sicherlich das alttestamentliche „Evangelium“: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.“ So hatte Gott Israel seine Liebe bewiesen und so hätten sie an den Herrn, den ewigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, glauben können. Sicherlich hatten die Vier einen gewissen Glauben, nur war dieser vielleicht etwas zugeschüttet durch das Gesetzes-Judentum, das die Beschneidung missdeutete: Ein Jude mußte stolz sein auf seinen jüdischen Status des Beschnitten-Seins. Die Beschneidung war zu einer der Säulen jüdischer Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken geworden. Ursprünglich hatte die Beschneidung aber den Sinn gehabt, den Beschnittenen an den Glauben Abrahams zu erinnern, dessen Glaube ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden war. Die Gesetzes-Juden hatten also die Beschneidung pervertiert, indem sie ihr eine Bedeutung zumaßen, die der wirklichen Bedeutung genau entgegengesetzt war.

Schade, die Gesetzes-Juden hatten die Beschneidung entweiht und darunter litten wahrscheinlich auch die Vier. So mußte ihr Glaube bisher schwach und kleinmütig bleiben und sie waren noch nicht zu Seelsorgern geworden in Israel.

Aber da kam Jesus, der Erz-Seelsorger

Endlich kam Jesus und gab ihnen ein Mandat als Seelsorger ihrer Mitmenschen in Israel. Jesus stellte die Jünger unter seinen göttlich kraftvollen Ruf: „Kommt, und folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen!“

In Röm. 2, 29 lesen wir: „sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht.“

Das Gesetzes-Judentum hatte die Beschneidung entweiht, aber Jesus stellt sie wieder her und vervollkommnet sie. Nicht das Körperteil, das man allenthalben verbirgt, wird fernerhin beschnitten, sondern der edelste Teil des Menschen, sein Herz.

Dieses Wort Jesu, in dem die Fülle der Gottheit leibhaftig wohnte, war ein sakrales Heilswort. Gott, der Sohn, hatte die Jünger in ein Wort Gottes eingehüllt. Es hat heute seine Entsprechung in der sakramentalen Taufe (auch Säuglingstaufe), durch die heute noch Gott Menschen in die Nachfolge ruft.

In der Gemeinschaft Jesu konnten nun die Jünger zu Heilsbringern ihrer Mitmenschen werden. Sie konnten endlich das tun, wonach sie sich schon solange sehnten.

Vor diesem Hintergrund lesen wir die Bergpredigt.

Gerade diese Menschen, die ihre Mitmenschen wirklich lieben, indem sie sie „in Jesus“ lieben, werden strikte Ablehnung erfahren, denn sie wagen einen Einbruch in den Machtbereich der Finsternis. Die Finsternis hat viele zu ihren Sklaven gemacht und will sie nicht kampflos preisgeben. So mußten die Jünger Verfolgung leiden zusammen mit Jesus durch das jüdische Establishment.

„Und Jesus ging umher, lehrte, predigte und heilte alle Krankheiten und Gebrechen.“

Von seinem kleinen Hospital aus in Kapernaum machte Jesus immer wieder Ausflüge ins umliegende Land und tat seinen Dienst. Seine Jünger gingen mit ihm und lernten von ihm.

Aus Matth. 4, 25 läßt sich folgern, daß Leute aus ganz Israel zu ihm strömten, wie Fliegen sich um eine Lichtquelle sammeln.

Um von der Masse nicht erdrückt zu werden, geht Jesus auf einen Berghang. Und da passiert etwas „Seltsames“, die Jünger kommen zu ihm auf den Berghang. Durch diesen einfachen Vorgang, daß die Jünger zu Jesus auf den Berghang kamen, wird der Berg zur ersten Kirche der Weltgeschichte: „Jesus, die Jünger“ und das Volk bzw. die Kirche und das Volk. Da hatte das Volk vor Augen, was Kirche ist bzw. das wahre Israel Gottes: BEI JESUS SEIN.

Jesus war die neue Existenz der Jünger geworden und wo er ist müssen auch sie sein. So „saugt“ Jesus die Jünger aus der anonymen Masse heraus und sie sind bei ihm.

Jesus ruft vom Berghang herunter:

„SELIG, SELIG, …, SELIG!“

Das war die Umkehrung der Gesetzgebung am Sinai, wo er zornig in die Menge gerufen hatte:

„Du sollst nicht!, Du sollst nicht! …, Du sollst nicht!“

Im Gegensatz zum Volke Israel am Sinai, das das Gesetz aus eigener Kraft halten wollte, hatten sich die Jünger zu Gottes Gnade in Jesus geflüchtet und Jesus gab ihnen eine selige Existenz (die Jünger waren das wahre Israel, sie waren das Israel des Glaubens). In der Liebe der Gemeinschaft Jesu führten die Jünger ein Leben, das nicht Gottes Kommentar „Du sollst nicht!“ hervorrief, sondern Gott proklamierte über sie: SELIG!

(Fortsetzung siehe „Seligpreisungen und Römerbrief“)

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