Die Kirche

Ein einzelner Mensch kann Christ werden, indem er das Evangelium glaubt und getauft wird bzw. sich seiner Kindertaufe erinnert. Durch die sakramentale Taufe bzw. wenn man sich an seine Kindertaufe erinnert, empfängt man den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist begründet ein Verwandtschaftsverhältnis aller Gläubigen. Die Gläubigen sind durch den Geist miteinander und mit Christus verwandt.

Die Taufe war der Beginn des christlichen Lebens, aber der Weg bis zur ewigen Herrlichkeit kann lang sein. Die Welt (säkulare Gesellschaft, abgefallene Kirchen, falsche Religionen, Sekten, etc.) ist gottesfeindlich und antichristlich. Selbst wenn die Welt den Christen nicht direkt angreift, kann sie doch seinen Glauben anfechten, allein dadurch, daß sie „ewig“ gottlos bleibt und dabei noch blöd grinst. Im Alltag spielt für die meisten Menschen der christliche Glaube absolut keine Rolle und diejenigen, die am Sonntag noch in die Kirche gehen, verleugnen Christus selbstverständlich im Alltag. Es wird äußerst selten vorkommen, daß man einen Arbeitskollegen, Verwandten oder Nachbarn hat, der selig ist in Christus.

Die Welt hat sozusagen ein Eigenleben außerhalb von Gottes Machtbereich. Das Schlimme ist, daß ein Christ von der Theorie her weiß, daß man ohne Gott gar nicht glücklich sein kann bzw. nicht einmal leben kann, aber dennoch „scheint“ die Welt zu leben. Es ist jedoch so, wenn man genauer hinschaut, daß das Leben der Welt trügerisch ist. Sie hilft ihrem „Glück“ nach mit allerlei Drogen, Saufen, Fressen, Arbeitssucht, Konsumsucht, Fernsehsucht, Internetsucht, Sexsucht, etc.. Wenn man genau hinschaut, sieht man, daß praktisch alle irgendwelchen Süchten verfallen sind, um es einigermaßen aushalten zu können. Die Leute tun das aber alle äußerst geschickt und heimlich und es funktioniert oft auch Jahre oder sogar Jahrzehnte bis der Zusammenbruch kommt.

Der Christ ist praktisch von Millionen von „Individuen“ umgeben, die ihm die Botschaft senden: „wir brauchen keinen Gott, wir können auch ohne Gott glücklich sein!“ Der Christ weiß, daß sie daran lügen, aber die Welt lügt penetrant und permanent bis zum Jüngsten Tag. Die permanente Lüge der Welt könnte den Christen „fertig“ machen.

Der Christ braucht also einen Ort, an dem er getröstet wird, sein Glaube gestärkt wird und wo er die Wahrheit hört. Dieser Ort ist die christliche Kirche. Die Glieder der christlichen Kirche trösten sich gegenseitig durch ihren Glauben.

Röm 1, 11-12:

11 Denn mich verlangt danach, euch zu sehen, damit ich euch etwas mitteile an geistlicher Gabe, um euch zu stärken, 12 das heißt, damit ich zusammen mit euch getröstet werde durch euren und meinen Glauben, den wir miteinander haben.

Dies schrieb der Apostel Paulus an die Kirche zu Rom.

Der Motor der Welt ist das Streben nach Macht, Ehre, Wohlleben und Reichtum, wobei diese Dinge miteinander verwoben sind. Der Reichtum kann dem Wohlleben und der Ehre und der Macht dienen. Sammeln von Reichtümern kann seine Ursache aber auch in einer krankhaften Zukunftsangst haben. Das Schlimme an dem Ganzen ist nicht die Macht, Ehre, Wohlleben und Reichtum in sich selbst, sondern daß all diese Dinge zu einem laufenden Krieg unter den Weltbürgern führen. Es ist ja klar, daß die Ressourcen dieser Welt begrenzt sind und das ein Streit entbrennen muß, wenn einer mehr haben will als der andere. Kurz gesagt, in der Welt läuft alles darauf hinaus den Nächsten dienstbar zu machen und ihm Zeit, Güter und Geld zu entreißen, was in sich selbst schon böse ist. Denn was begründet meine Hoheit gegenüber meinem Nächsten, daß ich ihn mir dienstbar machen dürfte? Wer gibt mir die Hoheit, die Güter und Gelder meiner Mitmenschen zu „rauben“? Wer gibt mir das Recht, ihre Zeit zu „rauben“?

In der Kirche nun sollen die Dinge ganz anders laufen. Die Glieder der Kirche sind durch Christus zu gleichberechtigten Brüdern und Schwestern im Herrn geworden, wenn man auch nicht immer zwanghaft diese Begriffe gebrauchen muß. Ein Christ ist ein Mensch, dem weder Reichtum, weltliche Ehre, noch Macht, noch Wohlleben wichtig sind, sondern allein Gerechtigkeit in Christus, daneben ist er sich seiner natürlichen Sündhaftigkeit bewußt. Der Christ will seinen Brüdern und Schwestern im Geist dienen. Es geht hier nicht um „Fuß lecken“, „knechtisches Wesen“ und „Kriecherei“, sondern darum, daß der Christ das Wohl seiner Mitchristen im Auge hat. Der Christ sucht nicht nur das Seine, sondern auch das, was des anderen ist. Das ist das Gute, Wohlgefällige und Volkommene.

Röm. 12, 1-8: 

Das Leben als Gottesdienst

1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Die Gnadengaben im Dienst der Gemeinde

3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich’s gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat. 4 Denn wie wir an „einem“ Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5 so sind wir viele „ein“ Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied, 6 und haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß. 7 Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er. 8 Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er. Gibt jemand, so gebe er mit lauterem Sinn. Steht jemand der Gemeinde vor, so sei er sorgfältig. Übt jemand Barmherzigkeit, so tue er’s gern.

Wenn ein einzelner Mensch den Geist in Fülle hätte, wäre er Gott gleich. So hat Gott jedem Christen den Geist nach Maß gegeben, denn der Mensch bleibe Mensch und Gott bleibe Gott.

Von Jesus heißt es dagegen: Joh 3,34 Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist ohne Maß.

In Jesus wohnte tatsächlich die Fülle der Gottheit, er hatte den Geist ohne Maß. Jesus war schlicht und einfach Gott selbst!

Das einzelne Kirchenglied soll maßvoll von sich sich halten, das heißt darauf schauen, seine Geistesgabe zum Wohl seiner Mitchristen einzusetzen und nicht zu seiner eigenen Ehre, was verwerflich wäre. Sicherlich besteht immer die Gefahr, daß die Lehrer, Prediger und Missionare sich über die anderen erheben und sich selbst ein gewisse Hoheit über die anderen zugestehen. Dies wäre aber äußerst töricht. Denn auch die Lehrgabe ist ja eben ein Gabe, das heißt ein Geschenk Gottes. Kein Mensch kann aus sich selbst heraus die christliche Lehre verstehen und lehren, das kann nur der Geist Gottes. Wer also lehrt, der gebe Gott die Ehre und Dank für seine Lehrfähigkeit.

1. Korinter 12, 4-29:

4 Es sind verschiedene Gaben; aber es ist „ein“ Geist. 5 Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist „ein“ Herr. 6 Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist „ein“ Gott, der da wirkt alles in allen. 7 In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; 8 dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist; 9 einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem „einen“ Geist; 10 einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen. 11 Dies alles aber wirkt derselbe „eine“ Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will.

Viele Glieder – ein Leib 

12 Denn wie der Leib „einer“ ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch „ein“ Leib sind: so auch Christus. 13 Denn wir sind durch „einen“ Geist alle zu „einem“ Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit „einem“ Geist getränkt. 14 Denn auch der Leib ist nicht „ein“ Glied, sondern viele. 15 Wenn aber der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte er deshalb nicht Glied des Leibes sein? 16 Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum bin ich nicht Glied des Leibes, sollte es deshalb nicht Glied des Leibes sein? 17 Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo bliebe das Gehör? Wenn er ganz Gehör wäre, wo bliebe der Geruch? 18 Nun aber hat Gott die Glieder eingesetzt, ein jedes von ihnen im Leib, so wie er gewollt hat. 19 Wenn aber alle Glieder „ein“ Glied wären, wo bliebe der Leib? 20 Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist „einer.“ 21 Das Auge kann nicht sagen zu der Hand: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht. 22 Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten zu sein scheinen, die nötigsten; 23 und die uns am wenigsten ehrbar zu sein scheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und bei den unanständigen achten wir besonders auf Anstand; 24 denn die anständigen brauchen’s nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, 25 damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen. 26 Und wenn „ein“ Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn „ein“ Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. 27 Ihr aber seid der Leib Christi und jeder von euch ein Glied. 28 Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede. 29 Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Sind alle Wundertäter? 30 Haben alle die Gabe, gesund zu machen? Reden alle in Zungen? Können alle auslegen? 31 Strebt aber nach den größeren Gaben! Und ich will euch einen noch besseren Weg zeigen.

Das Größte überhaupt ist es, wenn man seine Mitchristen liebt, das heißt um ihr Heil besorgt ist. Jeder Christ kann sich um die Seele seiner Mitchristen sorgen.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

Wer einfach seinen Mitchristen in der Gemeinde trägt in Liebe, der hat schon das Maximale getan, was er tun kann. Das ist es, worauf es ankommt. Und wenn man sich ein bischen kennengelernt hat, dann kann man sich trösten, ermutigen, ermahnen und sich gegenseitig die Beichte abnehmen.

Johannesevangelium  20, 23: Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Durch diese Worte setzt Jesus die Beichte ein. Die Beichte hat also nicht der Papst erfunden, sondern Jesus. Die Beichte gehört nicht der kath. Kirche sondern allein Gott.

Dem Sünder, der seine Sünde bekennt und lassen will, dem kann die Kirche Vergebung und Befreiung im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zusprechen. Der Gefallene kehrt zurück in das helle Licht der Gemeinschaft Jesu durch die Beichte und wird völlig wiederhergestellt. Die Lösung durch die Kirche soll er als Lösung Gottes betrachten und sich also nicht länger grämen, sondern wieder als treuer Christ leben in der Freude seines Herrn.

Es wird immer wieder passieren, daß ein Christ einer Versuchung erliegt und da braucht er vielleicht einen kleinen Stupser von seinem Mitchristen. Kehrt er wieder um von seinem Fehltritt, kann sein Mitchrist ihn im Namen Gottes wieder in die Kirche aufnehmen ohne öffentliches Trara und heimlichen Tratsch und der Herr Pfarrer muß auch nicht immer alles wissen (Gott will ja nicht, daß der Herr Pfarrer ein Diktator ist, der alles von seinen Untertanen weiß und so ihre Seelen knechten kann).

 

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