Jesus und der Ehebruch

(Fortsetzung von „Bergpredigt und Römerbrief“)

Matthäus 5, 27-32:

27 Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2.Mose 20,14): »Du sollst nicht ehebrechen.« 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. 29 Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. 30 Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre. 31 Es ist auch gesagt (5.Mose 24,1): »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« 32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

Beim Abschnitt über das Töten (= Zürnen, Beleidigen, Verfluchen) haben wir gesehen, daß derjenige, der das Gesetz mißbraucht, um zornig andere zu richten, zu erniedrigen und zu verdammen, selbst von Gott gerichtet wird, indem Gott ihn entehrt (Bankrott) und erniedrigt (Gefängnis).

Ein beliebtes Objekt für die Ausgrenzung (Zorn), die Beleidigung und die Verfluchung durch die Pharisäer und Schriftgelehrten waren sicher die Hurer und Ehebrecher. Wenn die Römer damals nicht die Blutgerichtsbarkeit inne gehabt hätten, hätten die Pharisäer und Schriftgelehrten die Ehebrecher und Hurer glatt gesteinigt. Nur die Angst vor dem römischen Landpfleger und seinen Soldaten hielt sie davon ab. Die Pharisäer und Schriftgelehrten „töteten“ die Sünder durch Zorn, Beleidigung und Verfluchung unter Mißbrauch des Gesetzes. Hätten die Römer sie nicht daran gehindert, sie hätten die Sünder auch physisch getötet.

Gott hingegen wollte den Ehebrechern und Hurern durchs Gesetz nur zeigen, daß sie sich außerhalb eines Heilsstandes befänden. Ehebrecher und Hurer, die ihre Sündhaftigkeit durchs Gesetz erkannt hatten, sollten Gott um Gnade bitten, daß er sie heile, erlöse und ihnen vergebe. In Jesus war die Gnade Gottes nun sogar sichtbar geworden. In Jesus konnte man die personifizierte Gnade Gottes sehen, hören, betasten. Indem Jesus sich mit den Sündern an einen Tisch setzte und zusammen mit ihnen aß und trank, wurde Gottes Erbarmen sichtbar. Jesus lud die Sünder ein in seine heilsame Gemeinschaft.

Matthäus 9, 9-13:

9 Und als Jesus von dort wegging, sah er einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm. 10 Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tisch mit Jesus und seinen Jüngern. 11 Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? 12 Als das Jesus hörte, sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. 13 Geht aber hin und lernt, was das heißt (Hosea 6,6): »Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.« Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.

Gott richtete die religiösen Führer Israels offenbar nicht nur dadurch, daß er sie entehrte und erniedrigte, sondern auch dadurch daß er seine bewahrende Hand völlig von ihnen abzog und so ihre Sünde explodierte.

Sie verdammten die Ehebrecher und Hurer, waren aber selbst voll Lüsternheit, Geilheit und Begierde, sodaß ihnen der begehrliche, lüsterne Blick zur Gewohnheit geworden war und sie ihre Hand für Manipulationen mißbrauchten.

Es war Zeit für die Pharisäer und Schriftgelehrten die Gnade Gottes in Jesus anzunehmen, damit Gott selbst die Prozesse der Lüsternheit in ihren Körpern unterdrückte. Diese Bändigung des sündigen Körpers durch den Geist Gottes sollte seiner Wirkung nach der Entfernung bzw. Amputation eines der bösen Glieder entsprechen. Der Mensch sollte sein wie ein physisch Blinder bezüglich des lüsternen Blicks, wie wenn er seines wirklichen Auges überhaupt verlustig gegangen wäre und seine Hand sollte so unfähig werden zur manipulierenden Tat, wie eine amputierte Hand zu irgendeiner Tat. Amputiert bzw. entfernt werden sollten die böse Hand und das böse Auge, also die dahintersteckenden Prozesse der Begierde.

Warnung:

(Es sollte keiner weiteren Erörterung bedürfen, daß es Jesus natürlich nicht um eine Amputation der wirklichen, physischen Hand und eine Entfernung des wirklichen, physischen Auges ging.)

In anderen Worten: Angenommen, man würde einem Menschen die Augen ausstechen, dann wäre er blind für alles, auch für den lüsternen Blick. Angenommen, man würde jemand die Hände abhacken, dann wäre er unfähig zu jedem Handgriff, auch zum bösen Handgriff. Der Geist Gottes kann die lüsternen Prozesse hinter dem lüsternen Blick und dem lüsternen Handgriff im Menschen so vollkommen unterdrücken, daß es der Wirkung nach einer Entfernung des physichen Auges bzw. Amputation der physischen Hand entspricht.

Was hat das eigentlich mit den Jüngern Jesu zu tun?

Im Gegensatz zu den Pharisäern und Schriftgelehrten verkündeten die Jünger dem Volk nicht das Gesetz, sondern die Gnade in Jesus. Trotzdem konnten sie zu Quasi-Pharisäern und Quasi-Schriftgelehrten werden, wenn sie Anfeindungen durch das Volk mit Zorn, Beleidigung und Verfluchung beantworteten. Auch die Jünger standen in Gefahr die Hurer und Ehebrecher zu verdammen, die auf ihre Predigt hin nicht gleich Buße taten. Diese Verdammung der Sünder hätte Gott bei den Jüngern genauso bestraft wie bei den Pharisäern und Schriftgelehrten. Er hätte seine schützende Hand von den Jüngern abgezogen und ihre Begierden und Lüste wären explodiert.

Wenn also die Jünger eine Zunahme von Lust und Begierde feststellten, sollten sie sich aufmachen und wieder neu die Gemeinschaft mit den Sündern suchen, die sie vielleicht angefangen hatten zu verachten.

Der Christ hat nur ein Leben: Die Liebe Gottes an seine Mitmenschen weitergeben. Wenn der Christ das nicht tut, geht er langsam zugrunde und in einen Zustand der Verwesung über. 

Scheidung:

Offenbar hatte sich auch die Scheidung bei den Juden eingebürgert. Die meisten jüdischen Ehen waren sicher Ehen nach dem Fleische, aber es waren keine Ehen „im Herrn“. Diese Ehen waren sicherlich zu einem großen Teil nur auf die geschlechtliche Vereinigung gegründet und verloren daher ihre Basis, wenn der Ehepartner (Partner für Geschlechtsverkehr) körperlich alterte, krank wurde, durch Unfall verstümmelt wurde, usw.. So gab es offensichtlich viele Scheidungen bei den Juden. Auch hier war der einzige Ausweg der Blick auf die Liebe Gottes. Würden die Jünger die Liebe Gottes an ihre Mitmenschen weitergegeben vielleicht sogar in Arbeitsgemeinschaft mit ihren Ehefrauen, dann würden sich auch die Eheprobleme lösen und Scheidungen gar nicht mehr zur Debatte stehen. Es lag für die Jünger alles daran, den Stand der aktiven Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen zu bewahren. Durch aktive christliche Liebe konnten die Jünger sich selbst bewahren vor „Tötung“ anderer, Lüsternheit und Scheidung.

 

 

 

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