Allgemeinverständliche Erklärung des Begriffes „Zeit“

Von „Zeit“ zu reden, macht nur Sinn in einer Welt, die nicht statisch ist, sondern die sich ständig verändert. Die Welt im jetzigen (aktuellen) Augenblick ist schon nicht mehr  die Welt von vor einer Millisekunde. Die Welt jetzt entspricht nicht mehr der Welt, wie sie war, als Sie, lieber Leser, meine Website angeklickt haben. Na gut, ich gebe zu, das ist ein bisschen trivial.

Hätten wir eine Welt, in der sich nichts ändert, immer alles gleich bleibt, dann hätten wir eine statische Welt. In solch einer Welt gäbe es keine „Zeit“ bzw. der Begriff „Zeit“ hätte keinen Sinn.

Stellen wir uns vor, es gäbe eine statische Welt (SW) und außerdem eine sich ständig verändernde Welt (VW). Würde man nun ab und zu von VW nach SW hinüberschauen, würde man feststellen, dass sich auch nach Ablauf von Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten, etc. nichts verändert hat. Wenn Leute von VW sagen würden, in SW sei die Zeit stehengeblieben, hätten sie damit gar nicht so unrecht. 1 Tag, 10 Tage, 1000 Tage, etc. in VW sind immer der gleiche eine Tag, der kein Ende hat, in SW.

Vorstellbar sind zwei statische Zustände: totaler Tod und totales Leben.

Schwer vorstellbar ist für uns, wie Leben statisch sein soll oder könnte. Dagegen können wir uns den Tod als statischen Zustand leichter vorstellen. Man braucht ja bloß einmal einen jüdischen Friedhof (an einem Ort in Deutschland, wo keine Juden mehr leben) zu besuchen – wenn man Verwitterung, Unkraut, Schäden durch Vandalismus, etc. ausklammert, befindet sich ein jüdischer Friedhof in einem statischen Zustand. Auf einem jüdischen Friedhof scheint die Zeit gleichsam still zu stehen.

Ganz selbstverständlich bezeichnen wir unser Dasein hier auf Erden als Leben. Allerdings wäre es angebrachter statt von Leben von einem andauernden Kampf gegen jegliche Form bzw. Vorstufe von Tod zu sprechen, wobei wir immer dann Lebensgenuss, was ein Vorgeschmack auf totales Leben sein mag, nur dann verspüren, wenn wir im Lebenskampf erfolgreich sind. Unter „jegliche Form bzw. Vorstufe von Tod“ verstehe ich Hunger, Durst, Nacktheit, dem Wetter ungeschützt ausgesetzt sein, krank sein, Verletzungen durch Unfälle erleiden, gewalttätigen Angriffen ungeschützt ausgesetzt sein, von Ungeziefer geplagt werden, etc.

Wenn wir von Leben hier auf Erden sprechen, beziehen wir den Überlebenskampf immer mit ein, aber das eigentliche Leben sind nur die Momente, wo wir aus Kämpfen siegreich hervorgehen und Formen bzw. Vorstufen des Todes überwinden. Wir überwinden Hunger, Durst, Nacktheit und dem Wetter ungeschützt ausgesetzt sein durch Erwerbsarbeit. Mittels des verdienten Geldes erwerben wir Nahrung, Getränke, Kleidung, Unterkunft. Auch gegen Krankheit und gewalttätige Angriffe stemmen wir uns indirekt durch Erwerbsarbeit, indem wir Krankenversicherungsbeiträge (die Krankenkasse bezahlt uns Medikamente, Arzt, Krankenhaus, etc.) und Steuern (der Staat sorgt mittels unserer Steuern für Ordnung und Sicherheit) zahlen. Das Ungeziefer bekämpft teilweise der Staat, dem wir Steuern zahlen und teilweise die Landwirtschaft, deren Produkte wir kaufen (Kosten für Pestizide sind im Produktpreis enthalten).

In der realen Welt, in der wir leben, gibt es also sowohl Tod als auch Leben. Es gibt Prozesse, die die Welt in den statischen Zustand des Todes überführen wollen und es gibt Prozesse, die die Welt in den statischen Zustand des Lebens überführen wollen. Dieses ständige Unentschieden-sein zwischen den statischen Zuständen „totaler Tod“ und „totales Leben“ bringt das hervor, was wir „Zeit“ nennen, ist eben unser Zeitlauf. Zeit ist, weil wir uns hier auf Erden weder in einem statischen Zustand totalen Todes noch in einem statischen Zustand totalen Lebens befinden, sondern irgendwo dazwischen – mal näher am Tod, mal näher am Leben. Die Zeit besteht in dem ständigen Hin-und-her-gerissen-sein zwischen Tod und Leben.

Würden in einem Augenblick alle lebenserhaltenden Prozesse gestoppt, würde die Welt schlagartig in den statischen Zustand des totalen Todes übergehen. Würden dagegen alle zerstörerischen Prozesse gestoppt, ginge die Welt schlagartig in einen statischen Zustand des totalen Lebens über.

Die Bewegungen von Erde, Sonne und Mond machen die Zeit nicht, sondern dienen nur dazu, sie zu messen.

Trotz der Tatsache, dass der Mensch im Allgemeinen gegen den Tod ankämpft, muss er doch einmal sterben. Der ganze Lebenskampf dient letztendlich nur zu einer Hinauszögerung des physischen Todes. Welchen Sinn hat es überhaupt, den physischen Tod hinauszuzögern? Welchen Sinn hat unsere Lebenszeit, die durch das Hinauszögern des physischen Todes entsteht? Antwort: Je länger wir leben, desto mehr haben wir Gelegenheit auch das geistliche Leben zu ergreifen, das unseren physischen Tod, unser Sterben, in ein Entschlafen verwandelt. Wer während seiner Lebenszeit zum Glauben an Christus gelangt, erlangt damit Zugang zum totalen Leben (ein unveränderlicher bzw. statischer Zustand). Natürlich muss ein Christ nach seiner Bekehrung noch eine Weile arbeiten und dann auch sterben (entschlafen), aber er wird auferweckt werden bei der Wiederkunft Christi, um hinfort in ewiger Gemeinschaft mit Gott und Christus zu leben. Gott und Christus sind es, die dem Menschen (nicht nur den Christen) helfen, in seinem täglichen Kampf gegen Formen und Vorstufen des physischen Todes erfolgreich zu sein. Menschen, die nicht an Christus gläubig werden während ihrer Lebenszeit, werden unter anderem deswegen vom totalen Leben (die Gegenwart Christi und Gottes)ausgeschlossen werden, weil sie sich während ihrer Lebenszeit so wenig dankbar erzeigten für seine guten Gaben (Erfolg bei der Erwerbsarbeit, gute Ernten, sauberes Trinkwasser, Frieden, öffentliche Ordnung und Sicherheit, angenehmes Wetter, Abwesenheit von Ungeziefer, Bewahrung vor Unfällen, etc.). Die Gläubigen werden das Vorrecht haben, all das in Fülle zu genießen, was Gott auf Erden nur portionsweise gab – sie dankten Gott allerdings schon während ihrer Lebenszeit auch für die portionsweisen Gaben. Die Fülle des Lebens, das totale Leben, werden Gott und das Lamm (Christus) selbst sein. In Gott und Christus sind sozusagen unendlich viele gute Ernten, unendlich viel sauberes Trinkwasser, unendlich viel gutes Wetter, unendlich viel Friede und noch viel, viel mehr – der Vergleich hinkt etwas, denn die Fülle des Lebens wird für die Gläubigen einfach die persönliche Gegenwart Gottes und Christi sein; es wird dann nicht hauptsächlich darum gehen, was diese göttlichen Personen geben, sondern was sie an sich selbst sind. Kurz gesagt: Gott und das Lamm sind das Leben an sich selbst. Gott und das Lamm werden die Gläubigen beglücken durch ihre pure Gegenwart. Die Gläubigen werden beschenkt sein mit der Wonne und der Freude der Gegenwart Gottes, des Lebens. Gott lässt die Gläubigen Gemeinschaft haben mit sich selbst, lässt sie in seiner Nähe sein.

Im Himmel wird es insofern keine Zeit mehr geben, weil die Gläubigen einen gleichbleibenden (statischen) Genuss des Lebens haben – es ist sozusagen ein ewiges Ruhen in Gott, der das Leben ist.

In der Hölle wird es insofern keine Zeit mehr geben, weil die Ungläubigen eine gleichbleibende (statische) Todesqual (höllische Martern) erleiden – es ist sozusagen ein ewiger Zustand äußerster Not, die durch nichts gelindert wird, außerhalb Gottes.

 

Ergänzung

Erwerbsarbeit ist uns nur möglich durch den Verstand und die körperlichen Kräfte, die Gott uns gegeben hat. Die Gaben Gottes, Verstand und körperliche Kräfte, ermöglichen es uns, Tag für Tag dem Tod entgegenzuwirken, mit dem diese Schöpfung nun  einmal behaftet ist. Verstand und körperliche Kräfte, die Gaben Gottes, tragen mit dazu bei, dass wir zum ewigen Leben gelangen können, denn durch ihren Gebrauch verlängert sich unsere Lebenszeit und so haben wir mehr Gelegenheit zum geistlichen Leben, zum Glauben an Christus durchzudringen. Gott gebührt also auch Dank für Verstand und körperliche Kräfte.

 

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