Auslegung von Römerbrief, Kapitel 8, Verse 1-17

1 So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. 2 Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. 3 Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, 4 damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist. 5 Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. 6 Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. 7 Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag’s auch nicht. 8 Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. 9 Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, wenn denn Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. 10 Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. 11 Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt. 12 So sind wir nun, liebe Brüder, nicht dem Fleisch schuldig, dass wir nach dem Fleisch leben. 13 Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben. 14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 15 Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! 16 Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. 17 Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.

Auslegung

(siehe vorher Erklärung von schwierigen Begriffen des Römerbriefs und seiner Auslegung)

Unser neuer „Bräutigam“ Christus wohnt in uns durch den Heiligen Geist

(Unser neuer „Bräutigam“ Christus wohnt in uns durch den Heiligen Geist. Unser in sich selbst sündiger und toter Leib wird durch den Hl.Geist überwältigt. Paulus hatte in Röm. 7, 7-25 von seinem toten, alten Bräutigam, seinem Leib erzählt. Vor diesem Hintergrund erzählt er nun von seinem neuen, lebendigen Bräutigam Christus, mit dem er viel Freude hat und der ihn quicklebendig macht)

Es gab in der röm. Kirche viele Christen, die Glaubensprobleme hatten. Etliche Judenchristen wollten ihre Probleme lösen, indem sie das Gesetz wieder aufrichteten, etliche Heidenchristen machten sich einen billige Gnade – Jesus. Bevor ich mit Röm. 8 anfange, möchte ich erst schildern, wie es zu den Glaubensproblemen etlicher röm. Christen gekommen war, damit Paulus‘ herrliche Problemlösung in Röm. 8 umso herrlicher erscheine.

Wie entstand der Pool der Problemchristen in der Kirche zu Rom?

Röm. 7, 1: Wisst ihr nicht, liebe Brüder – denn ich rede mit denen, die das Gesetz kennen -, dass das Gesetz nur herrscht über den Menschen, solange er lebt?

Übergang von Röm. 7 auf Röm. 8

Berücksichtigt man den o. g. Vers Röm. 7, 1, könnte man zu der Auffassung gelangen, Röm. 7 wäre nur an Judenchristen („Gesetz kennen“) in der Kirche zu Rom gerichtet gewesen, die die Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken wieder aufrichten wollten. Aber sicherlich war auch ein Heidenchrist der Kirche zu Rom über das Gesetz (z. B. die 10 Gebote) informiert. Nur hatte für einen Heidenchristen das Gesetz einen anderen Stellenwert wie für einen Judenchristen. Der Judenchrist hatte sich früher als Jude vielleicht Jahrzehnte vergeblich bemüht das Gesetz zu halten. Der Heidenchrist lebte früher als Heide gemäß der griechischen Religion, die sündige Handlungen sogar legalisiert hatte („haben gefallen an denen, die es tun“).

Der Heidenchrist war vielleicht durch eine Missionsveranstaltung von Priska und Aquila zum Glauben gekommen, die prominente Glieder der Kirche zu Rom waren. Bei dieser Missionsveranstaltung zählten sie ihren heidnischen Zuhörern wahrscheinlich erst einmal die 10 Gebote auf (die blauen Ziffern im Folgenden sind die Versnummern aus dem Bibeltext):

2. Mose 20, 1-21:

1 Und Gott redete alle diese Worte:

1. Gebot: 2 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

2. Gebot: 4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis1 machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, 6 aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

3. Gebot: 7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

4. Gebot: 8 Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. 10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

5. Gebot: 12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.

6. Gebot: 13 Du sollst nicht töten.

7. Gebot: 14 Du sollst nicht ehebrechen.

8. Gebot: 15 Du sollst nicht stehlen.

9. Gebot: 16 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

10. Gebot: 17 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.

18 Und alles Volk wurde Zeuge von dem Donner und Blitz und dem Ton der Posaune und dem Rauchen des Berges. Als sie aber solches sahen, flohen sie und blieben in der Ferne stehen 19 und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen hören; aber lass Gott nicht mit uns reden, wir könnten sonst sterben. 20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, euch zu versuchen, damit ihr’s vor Augen habt, wie er zu fürchten sei, und ihr nicht sündigt. 21 So stand das Volk von ferne, aber Mose nahte sich dem Dunkel, darinnen Gott war.

Beachte: Die 10 Gebote sind der Kern des jüdischen Gesetzes. Weitere umfangreiche Anweisungen findet man in der Thora (die fünf Bücher Mose).

Es ist kein grober Fehler, wenn man die Begriffe Gebot und Gesetz gleichsetzt.

Das ganze Gesetz hatte auch staatsrechtliche Funktionen, hier aber beschränken wir uns auf die geistliche Dimension.

Gehen wir zeitlich hinter die Missionsveranstaltung der Kirche zu Rom zurück bis zu dem Tag, an dem Israel das Gesetz empfing.

Bei den Geboten denken wir häufig nur an die 2 Tafeln mit den zehn Worten, die Mose von Gott bekam. Aber der obige Text sagt, daß Gott die Gebote vom Berg Sinai auch herunterbrüllte, wobei es donnerte, blitzte und der ganze Berg rauchte und die Erde bebte. Die Erscheinung war so schlimm und furchteinflößend, daß das Volk floh und erst in der Ferne stehenblieb.

Nun, worauf will ich hinaus?

Offenbar war Gott zornig, als er die Gebote vom Berg Sinai herunterbrüllte.

Das Volk Israel lebte schon in schwersten Sünden, bevor ihm die Gebote am Sinai verkündet wurden. Diese Sünden in Verbindung mit Scheinheiligkeit und Heuchlei erregten Ärger und Zorn bei Gott und er hob wütend den Zeigefinger und teilte seinem Volk mit, was ihm nicht gefiel (der extreme Zorn kam dadurch, weil sie immer wieder sagten, sie wollten das Gesetz halten, taten aber dann genau das Gegenteil; Gott teilt Gebote normalerweise nicht im Zorn mit, sondern ruhig, sachlich; der Zorn kam durch Israels penetrantes Sündigen in Verbindung mit Scheinheiligkeit und Heuchelei). Übrigens hatte Israel das Gesetz schon einmal empfangen in Mara (siehe 2. Mose 15, 22-27), und sie fanden es bitter. Dann kamen sie nach Elim (siehe 2. Mose 15, 22-27)  und dort waren 12 Wasserquellen und 70 Palmbäume (ein alttestamentliches Bild auf die 12 Apostel und 70 Jünger des Herrn und somit ein Bild aufs Evangelium von der Gnade Gottes). Das Volk hätte Moses ruhig fragen können, wie es kam, daß mitten in Wüste plötzlich 12 Wasserquellen auftauchten. Da hätte er ihnen gesagt, daß sie das Gesetz aus eigener Kraft nicht halten könnten und lebendiges Wasser (Gnade) brauchten, um Gott wohlgefällig leben zu können. War nicht auch das Holz, daß Mose ins bittere Wasser von Mara warf, ein Bild auf das Kreuz Jesu? Hätten die Israeliten Moses gefragt, er hätte ihnen das alles erklärt. In Mara war Gott noch ganz ruhig und sachlich gewesen. Er sagte einfach ganz ruhig zu Israel: „Euer Handeln gefällt mir nicht!“ Da hätte es ihnen gleich aufgehen sollen und müssen, daß sie sich nicht mehr in einem Heilstand bezügl. Gottes befanden. In Mara ging es Gott darum, daß Israel folgende Schlußfolgerung zog: „Wenn Gott uns so oft sagt, du sollst nicht, du sollst nicht, du solltst nicht, dann haben wir unseren Stand als seine Heiligen längst verlassen.“ In Elim hätten sie dann die Gnade Gottes annehmen sollen, die sie wieder in Gott selbst zurückversetzt hätte, das heißt ins Leben der Gerechtigkeit. Hätten sie in Elim die Gnade Gottes angenommen, wäre ihnen Sinai erspart geblieben.

Aber nein, Israel bildete sich ein, es könne das Gesetz halten aus eigner Kraft, obwohl ihr alltägliches Leben schon im haarsträubenden Konflikt mit dem Gesetz war. Sie merkten auch nicht, daß sie wider das Gesetz handelten im Alltag. Das ist übrigens ein spezifisches Phänomen der Juden und taucht ja auch in Röm. 2 auf, daß sie Richter, Leiter, Erzieher und Lehrer der Heiden sein wollten, taten aber genau das Gegenteil von dem, was sie lehrten: sie sündigten ohne Maß.

Also, Gott hatte Israel das Gesetz bereits bei Mara gegeben und nun waren sie am Sinai angekommen nach Verlauf von 3 Monaten und sagten: „alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun.“ Jetzt wurde Gott wütend und grimmig. Er kam herab auf den Berg Sinai und brüllte sie zornig an, denn seit 3 Monaten hatten sie das Gesetz, sündigten ohne Ende, aber behaupteten immer noch, sie wollten das Gesetz halten. Und selbst als die schreckliche Erscheinung Gottes vorüber war, sagten sie: „alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun“.

Gott sagte ständig zu Israel: „Euer Handeln missfällt mir!“, aber sie antworten: „Wir wollen weiter auf dich hören, wie wir bisher auf dich gehört haben!“ Sie gaben ihm perverse Antworten.

Man wäre fast geneigt einen neuen psychiatrischen Begriff zu prägen: „jüdische Blindheit“.

Bis zum heutigen Tag (6. März 2012) leidet Israel unter dieser Blindheit und versucht durchs Gesetz gerecht zu werden, obwohl die Geschichte beweist, daß sie das Gesetz nicht halten können und gegen das Gesetz handeln.

Vom Sinai waren wir kurz in die Gegenwart gesprungen und jetzt gehen wir wieder zurück auf die Missionsveranstaltung der Kirche zu Rom irgendwann im ersten Jahrhundert nach Christus.

Es sei vorangestellt, daß den Heiden nicht diese Blindheit der Juden (jüdische Blindheit) zu eigen ist.

Auf der Missonsveranstaltung hörte der Heide zuerst die 10 Gebote und es wurde ihm ziemlich schnell klar, daß der Gott, der Himmel und Erde gemacht hat, die Anbetung der griechischen Götter haßte (siehe 1. Gebot). Schon öfter hatte der Heide Weihrauch im Tempel des Zeus oder Hermes zu den Füßen ihrer Statuen geopfert, wieder war er überführt (2. Gebot) als Sünder. Gegen das 3. Gebot verstieß er, indem er den Namen des ewigen Gottes gar nicht kannte und nur Zeus anrief, wenn er Hilfe brauchte. So entwürdigte er den herrlichen Namen des Herrn des ewigen Gottes. Setzen wir hier einen Schlußpunkt.

Die Gebote machten dem Heiden auf der Missionsveranstaltung klar, daß sein bisheriges Leben Anstoß bei Gott erregt hatte.

Schickte der Prediger (Missionar) seine Zuhörer jetzt erst einmal weg mit der bloßen Kenntnis dieser 10 Gebote, damit sie die gleiche Erfahrung wie die Juden machen sollten, daß sie die Gebote nicht halten konnten im Alltag (wobei die Juden sich selbst belogen und wider besseres Wissen behaupten, sie würden das Gesetz halten)?

Niemals!!!

Noch bei der gleichen Missionsveranstaltung am gleichen Tag schob der Prediger das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus hinterher. Gott wollte nicht, daß die Heiden mit dem Gesetz schlechte Erfahrungen machten und durch es zu Tode betrübt wurden (Schuldgefühle, Zerknirschung, Gewissensbisse). Das Gesetz oder die Gebote sollte den Heiden nur in aller Sachlichkeit klarmachen, daß sie bisher Dinge getan hatten, die Gott nicht gefielen.

Kleiner Exkurs zum Sinn der Gebote:

Die Gebote haben, sachlich gesehen, nur den Sinn, daß Gott zum Ausdruck bringen will: „Mir gefällt etwas nicht an deinem Handeln!“ Das war schon alles. Die Betrübnis, Traurigkeit, Schuldgefühle, Gewissensbisse, Zerknirschung, die durch das Brechen von Geboten, sprich sündigen, hervorgerufen werden liegen nicht in Gottes ursprünglichster Absicht. Auch wenn einer ohne Kenntnis eines Gebotes z. B. morden würde, würde das bei ihm Schuldgefühle hervorrufen. Das Gebot verursacht die Schuldgefühle nicht, sondern die sündige Handlung selbst (siehe Röm. 7). Nur, unter Gebot sündigt man mehr, weil die Sünde das Gebot missbraucht, um noch mehr Begierden zu erregen. Mehr Sünde, mehr Schuldgefühle, mehr Tod. Es scheint auch so, daß bei Sündigen unter Gebot zum Schuldgefühl noch das Bewußtsein hinzukommt, daß man gegen Gottes Willen gehandelt hat. Dadurch wird die Depression noch schlimmer, wie wenn man ohne Gesetz gesündigt hätte.

Der Heide auf unserer Missionsveranstaltung sollte einfach nur sagen, nachdem er die Gebote gehört hatte: „So wie ich von Natur bin, bin ich einer, dessen Handeln Gott nicht wohlgefällt.“ Gott beabsichtigte nicht die Zuhörer traurig zu machen, sondern sie sollten nur erkennen, daß sie sich nicht in einem Stand des Friedens befanden oder Stande des Heils. Sie sollten die spirituelle Not ihrer Entfremdung von Gott erkennen, die durch die Gebote aufgedeckt wurde.

Dann wurde ganz nüchtern und sachlich das Evangelium Gottes verkündet:

Gott, der Vater, warf unsere Sünden auf Jesus, Gottes Sohn, als er ihn am Kreuz für uns dahingab. Außerdem wurde Jesus auferweckt aus den Toten um unserer Rechtfertigung willen.

Lieber Heide, glaub‘ das einfach und lass‘ dich taufen, sagte der Missionsprediger. Dieser Glaube wird dir zur Gerechtigkeit gerechnet. Du kehrst zurück in die Gemeinschaft des liebenden Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat. Durch die Taufe stirbst du der Sünde ab und empfängst den Heiligen Geist, der dich so leitet, daß dein Leben nicht mehr im Konflikt zu den Geboten steht. Der Heilige Geist wird in dir Nächstenliebe wirken.

Erinnere dich jeden Tag deiner Taufe und bitte Christus, das Leben und die Auferstehung, dich zu erfüllen.

Ende Missionsveranstaltung.

Wie wir an Paulus sehen, gab es auch einsichtige Juden, obwohl sie im Allgemeinen blind waren. Es gab auch Juden, die zugaben, daß das Gesetz jede Begierde in ihnen geweckt hatte und die Sünde so das Gesetz mißbraucht hatte und sie erst recht zu Sündern gemacht hatte.

Neue Ausgangssituation nach der Missionsveranstaltung: Heidenchristen und Judenchristen in der Kirche zu Rom.

Christlicher Alltag, aber leider Alltag:

Ein Heidenchrist (gläubig und getauft) oder ein Judenchrist (gläubig und getauft) wacht am Montagmorgen auf und fühlt wieder nur Begierden. Auf der Missionsveranstaltung hatte man ihm aber „weis machen wollen“, er wäre der Sünde abgestorben und wäre in Christus durch die Taufe. Beide beten dann schon gar nicht mehr zu Christus, sondern denken sich: „ach, das Evangelium scheint zwar bei anderen zu funktionieren, aber bei mir nicht.“

Der Heidenchrist folgert, um es überhaupt noch mit sich selbst aushalten zu können im Frust über sein Sündigen: Gottes Gnade muß mir gelten, auch wenn ich weiter sündige.

Der Judenchrist folgert: Ich muß wieder mehr über das Gesetz meditieren, sonst reißen mich meine Begierden in den Abgrund, was dazu führt, daß er aus der Gnade fällt und seine Begierden sogar explodieren. Er wird wieder zum Heuchler (Scheinheiliger) wie seine Stammverwandten außerhalb der Kirche.

Wir haben also jetzt einen Pool von Abgefallenen (Pool von Sündern) in der Gemeinde zu Rom, dem Paulus zur Hilfe eilen muß.

Jetzt kommt die theologische Begründung für Röm. 7

Quintessenz von Röm. 7 ist, daß der Christ, egal ob Paulus, Hans oder ich, seinen unverbesserlichen Leib (=Körper ) aus Fleisch und Blut mit sich herumschleppt. Um es mal knallhart zu sagen: „Der Leib des Christen bleibt trotz Glaube und Taufe unerlöst!“ Es ist nur so, daß Gott uns 2 Heilsworte gibt, die wir jeden Tag unserem sündigen Leib entgegensetzen müssen:

Ersten, du bist der Sünde abgestorben durch die Taufe.

Zweitens, du bist in Christus bzw. der Heilige Geist wohnt in dir durch die Taufe.

Das mußten die abgefallen Christen der Kirche zu Rom lernen und begreifen und sich wieder abwenden von ihrem billige Gnade – Jesus und der Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken. Aus diesem Zusammenhang erklärt sich auch der große Umfang des Römerbriefs. Entsprechend der Komplexität des Poblems der Kirche zu Rom mußte Paulus so einen langen Brief schreiben, der einen Höhepunkt in Röm. 7 hatte.

Vollendung von Paulus‘ Lösung für die Problemchristen

(Lobpreis des Heiligen Geistes)

Nun zu Röm. 8:

Röm. 8, 1:  „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“

Vers 2: „das Gesetz des Geistes“

Denen (sie kamen aus dem Pool der Sünder der Kirche zu Rom, der am Evangelium verzweifelte und z. B. wieder beim Gesetz Hilfe suchte) Paulus schon mit Röm. 7 geantwortet hat, gibt er auch noch Röm. 8. Er ruft ihnen zu:

Ihr braucht nicht das Gesetz (mosaisches Gesetz), sondern das Gesetz des Geistes!!! So wie sie fälschlicherweise beim mosaischen Gesetz Hilfe suchten, sollten sie richtigerweise beim Heiligen Geist Hilfe suchen, den sie gedämpft oder ausgelöscht hatten.

Vers 3-4: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, 4 damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist.

Das ist wieder Paulus‘ Tauftheologie aus Röm. 6 nur mit anderen Begriffen ausgedrückt: Wir sind der Sünde abgestorben und leben Gott in Christus Jesus.

Für die vom Gesetz formuliert Paulus seine Tauflehre hier in Röm. 8 noch einmal in einer anderen Begrifflichkeit: Sie sollten den Geist so lieben, wie sie bisher das Gesetz liebten, deswegen sagt er: „Gesetz des Geistes“.

„die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt“

Billige Gnade – Leute  und Werksgerechte bleiben bei sich selbst, überwinden die Begierden ihres Leibes nicht, tun den Willen ihres Fleisches (Körpers) und so muß man sie fleischlich nennen.

Liebhaber des Geistes werden vom Geist nach oben gerissen und ihr toter, plumper Leib, wird mitgerissen, obwohl er in sich selbst sündig und tot ist. Das Leben verschlingt den Tod im Sieg!

Die vom Geist geleitet sind, haben Frieden mit Gott und gefallen ihm.

„Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.“

Das gilt jetzt und am Jüngsten Tag. Wir sollten also alles daran setzen heute und zukünftig jeden Tag im Geist erfunden zu werden, dessen Werke immer Gott wohlgefällig sind. Gott, der Geist, wird niemals mit dem mosaischen Gesetz in Konflikt geraten, sondern er läßt uns in Liebe leben. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten ist der sittlich-moralische Gehalt des Gesetzes, sodaß wir im Geist das Gesetz automatisch erfüllen.

Vers 10: „Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.“

Vers 10 bestätigt alles bisher gesagte. Unser Körper selbst wird niemals erlöst, aber im Geist tut er doch gerechte Werke, weil wir als Gesamtpersönlichkeit in Gottes Heil hineingetauft wurden. So wird der tote Leib vom neuen Leben mitgerissen, obwohl er in sich selbst tot bleibt.

Vers 13: „Denn wenn ihr nach dem Fleisch (Körper) lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben.“

Gewöhnen wir uns daran, unseren sündigen Körper Tag für Tag zu zähmen im Heiligen Geist.

Nochmals die Dreieinigkeit:

Röm. 8 sagt, daß der Geist Gottes, der Geist Christi und der Geist des Vaters in uns wohnt.

Wohnen nun 3 Geister in uns?

Natürlich nicht!

In uns wohnt Gott, der Heilige Geist, eine Person der Gottheit. Der Geist offenbart uns den Vater und den Sohn, wie der Sohn auf Erden den Vater offenbart hat. So sind der Vater und der Sohn bei uns durch den Geist.

Joh. 14, 8-9: 8 Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater und es genügt uns. 9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?

Der Geist ist nicht der Vater und der Geist ist nicht der Sohn, aber er offenbart den Vater und den Sohn mit denen er lebt und regiert, vereint in der Gottheit, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Der offenbarende Geist offenbart Vater und Sohn. In ihrer Offenbarung gleichen der Heilige Geist und der Sohn dem Vater. Beide offenbaren den Vater. Was uns der Geist offenbart, ist sowohl der Wille des Vater als auch der Wille des Sohnes.

Wie der irdische, sichtbare Jesus bei den Jüngern war, so ist der unsichtbare Geist in uns. Früher war eine Person der Gottheit bei den Jüngern, heute ist eine Person der Gottheit in uns. Was ist besser? Gott bei uns oder Gott in uns?

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