Königin Esther, Mordechai und Haman – oder: Purim und der Holocaust

Einleitung

Zur Zeit des Königs Ahasveros wollte der hohe Staatsbeamte Haman die Juden aus dem Reich der Meder und Perser, das sich damals vom Nil bis zum Indus erstreckte, ausrotten. Der Gott Israels ließ jedoch seinem Volke Rettung widerfahren durch seine frommen Diener Esther und Mordechai (siehe Buch Esther).

Woran kann man erkennen, daß Mordechai fromm war?

Nun, das sieht man daran, daß er Haman, der wahrscheinlich Amalekiter war, keinen Respekt entgegenbrachte, obwohl jener ein sehr hoher Beamter des medo-persischen Reiches war und Ahasveros befohlen hatte, Haman zu huldigen.

Est 3,2 Und alle Großen des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es so geboten. Aber Mordechai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder.

Es war allerdings nicht so, daß Mordechai etwa die Majestät des Ahasveros nicht geachtet hätte, was man bei oberflächlicher Betrachtung schlußfolgern könnte, sondern es gab ein Gebot des Gottes Israels, der Mordechai’s Gott war, das höher zu achten war als das Gebot des Königs.

Daß Mordechai nicht nur ein Diener Gottes sondern im Grunde seines Herzens auch ein treuer Diener des Königs Ahasveros war, sieht man daran, daß er den König vor einem Attentat bewahrte:

Esther 2, 21-23 21 In jenen Tagen, als Mordechai im Tor des Königs saß, gerieten zwei Kämmerer des Königs, Bigtan und Teresch, die die Tür hüteten, in Zorn und trachteten danach, Hand an den König Ahasveros zu legen. 22 Als das Mordechai zu wissen bekam, sagte er es der Königin Ester und Ester sagte es dem König in Mordechais Namen. 23 Und als man nachforschte, wurde es als richtig befunden, und sie wurden beide an den Galgen gehängt. Und es wurde aufgezeichnet im Buch der täglichen Meldungen für den König.

Nichtsdestotrotz mußte und wollte Mordechai den Gehorsam gegenüber Gott über den Gehorsam gegenüber den König stellen, wenn es um den bösen Haman ging. Es war für Mordechai unmöglich, Haman so zu ehren, wie der König das wollte, denn dann hätte er seine Gottesfurcht verleugnet. Eben daran erkennen wir, daß Mordechai fromm war, denn er wußte, daß er ein großes Risiko einging, wenn er das Gebot des Königs übertrat. Mordechai ließ sich seinen Glauben wirklich etwas kosten.

Hi 32,22 Denn ich weiß nicht zu schmeicheln; sonst würde mich mein Schöpfer bald dahinraffen.

Apg 5,29 Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Was war nun so schlimm an Haman?

Das Schlimme an ihm war, daß er vermutlich ein Amalekiter war also ein Erzfeind des Volkes Gottes.

1Sam 15,33 Samuel aber sprach: Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen. Und Samuel hieb den Agag (König der Amalekiter; R. B.) in Stücke vor dem HERRN in Gilgal.

Est 8,5 und sprach: Gefällt es dem König und habe ich Gnade gefunden vor ihm, und dünkt es den König recht und gefalle ich ihm, so möge man die Schreiben mit den Anschlägen Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Agagiters, widerrufen, die er geschrieben hat, um die Juden umzubringen in allen Ländern des Königs.

Die Juden hatten den Befehl Gottes, die Amalekiter auszurotten, denn dieses ganze Volk war zu einer Bande von Räubern und Verbrechern degeneriert, die unschuldiges Blut vergossen. Man könnte sie vielleicht mit den heutigen Muslimen vergleichen, die die Erzfeinde der frommen Christen sind. Der Islam ist keine Religion, durch die man in eine Beziehung mit dem wahren Gott gelangen kann, der Himmel und Erde gemacht hat, sondern genau das Gegenteil davon. Der Islam ist Fanatismus in Reinstform, er macht aus seinen Anhängern Besessene. Wenn man den Koran liest, wird ganz deutlich, daß der Kern des ursprünglichen Islam nichts anderes ist als die Vernichtung oder Versklavung aller christlichen Völker. Der Islam ist also die Anti-Religion schlechthin. Ähnlich fanatisch wie die modernen Muslime müssen die alten Amalekiter gewesen sein, die das alte Volk Gottes, die Juden, vernichten wollten (das neue Volk Gottes ist die christliche Kirche). Es war ganz recht, daß der israelische Prophet Samuel Hackfleisch aus Agag (König der Amalekiter) machte, denn dieser war ein Massenmörder und hatte viel unschuldiges Blut vergossen, das Blut des Volkes Gottes.

5. Mose 25, 17-19 17 Denke daran (sagt Gott durch Mose zum Volk Israel; R. B.), was dir die Amalekiter taten auf dem Wege, als ihr aus Ägypten zogt: 18 wie sie dich unterwegs angriffen und deine Nachzügler erschlugen, alle die Schwachen, die hinter dir zurückgeblieben waren, als du müde und matt warst, und wie sie Gott nicht fürchteten. 19 Wenn nun der HERR, dein Gott, dich vor allen deinen Feinden ringsumher zur Ruhe bringt im Lande, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt, es einzunehmen, so sollst du die Erinnerung an die Amalekiter austilgen unter dem Himmel. Das vergiss nicht!

(Beachte: Zwischen den Versen aus Mose und den folgenden Versen aus Samuel  liegen mehrere Jahrhunderte, aber immer noch will der Gott Israels die Amalekiter vernichten; unglaublich, wie Gott jenes Volk hasste – sie mußten sittlich-moralisch wirklich völlig verkommen, heruntergekommen gewesen sein ähnlich wie die Leute von Sodom und Gomorrha)

1Sam 15,2 So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus Ägypten zog.

1Sam 15,3 So zieh nun hin (das sagte der Prophet Samuel zum israelischen König Saul; R. B.) und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.

Achtung: Ich spreche hier keinen Bann über die Muslime aus. Ich will nur, daß wir zu einer Klarheit und Nüchternheit kommen, mit was für Menschen, mit welchem Schlag von Mensch wir es da zu tun haben; und wir sollten uns wirklich vor ihnen hüten und sehr wachsam sein. In anderen Ländern bringen sie die frommen, unschuldigen Christen erbarmungslos um oder versklaven sie – darüber sollten wir nicht länger hinweg-sehen. Auch die Ummah, die weltweite Gemeinschaft aller Muslime, ist im Grunde genommen nichts anderes als eine riesige, weltweite Verbrecherbande, die unter dem Deckmantel der Religion agiert, Böses tut. Ich würde alle Muslime, die in Deutschland leben, sofort in ihre Heimatländer zurückschicken – für so gefährlich halte ich sie.

Hauptteil

Zur Zeit des Ahasveros rettete Gott sein Volk auf wunderbare Weise.

Warum hat er dann den Holocaust nicht verhindert und Adolf Hitler und seinen Komplizen das getan, was er Haman getan hat, bevor sie so viele Juden töten konnten?

Die Frage ist einfach zu beantworten.

Die modernen Juden ermangeln frommer Diener Gottes, die ihr ganzes Leben zum Opfer geben für den Gott Israels. Sicherlich waren nicht alle Juden, die damals im medo-persischen Reich lebten persönlich fromm, aber zumindest Esther und Mordechai waren fromm. Ungefähr zu jenen Zeiten lebten auch Leute wie Daniel, Esra, Nehemia und andere. Mir ist nicht bekannt, daß es heute auch nur einen Juden gäbe, den man z. B. mit Daniel vergleichen könnte.

(bitte schlußfolgern Sie jetzt nicht, der Holocaust sei gerechtfertigt gewesen, weil eben zu unserer Zeit die Juden völlig vom Glauben an den Gott Israels abgefallen sind im Gegensatz zur Zeit des Ahasveros, wo es wenigstens noch ein paar fromme Juden gab – nein, der Holocaust war ein sehr, sehr schweres Verbrechen)

Sei es, wie es sei, Gott hat die Juden vor Adolf Hitler nicht gerettet, das ist eine, wenn auch bedauerliche, historische Tatsache.

Es ist allerhöchste Eisenbahn, daß nun endlich nach so langer Zeit die Juden Jesus von Nazareth als Messias annehmen und anerkennen. Die frommen Juden zur Zeit des Ahasveros glaubten schon an ihn, nur wußten sie vielleicht nicht, daß sein menschlicher Name Jesus sein würde. Im Gegensatz zu den heutigen Juden glaubten jene einfach dem, was auch im Buch Jesaja geschrieben steht, daß damals schon zur heiligen Schrift der Juden gehörte. Dieser Erlöser, von dem in Jesaja geschrieben steht, gab den alten, frommen Juden ein Leben, das nicht mit den Geboten der Thora, der fünf Bücher Mose, in Konflikt kam, ja dieser Erlöser selbst war ihr Leben und dieser Erlöser, der selbst der Geber des Gesetzes war, leitete sie. So hielten sie das Gesetz nicht nur, sondern erfüllten es sogar, denn der Sohn Gottes war in ihnen. Weil sie durch den Erlöser in Gott und mit Gott lebten, beschützte Gott sie auch vor dem bösen Haman und vernichtete ihn samt seiner Anhänger.

Lies Jesaja 53!

Ich glaube, viele moderne Juden haben das Problem, daß sie im Kreuzestod Jesu einen Beweis seiner Schwäche sehen, Jesus für einen traurigen, erbärmlichen, wehrlosen Schwächling halten.

1Kor 1,23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;

Aber lieber Leser, falls Sie Jude sind, was mich sehr freuen würde, dann schauen Sie die Sache einmal genauer an. Historisch gesehen ist Jesus in einem gewissen Sinne gar nicht gestorben, das heißt er ist schon gestorben, aber historisch gesehen „im gleichen Moment“ wieder auferstanden (was sind drei Tage aus unserer Perspektive, die wir ca. 2000 Jahre später leben?). Stellen Sie sich ein Boxer vor, der einen Kinnhaken bekommt, einige Minuten bewußtlos daliegt, und dann wieder aufsteht – ähnliches widerfuhr historisch gesehen Jesus.

In gewisser Weise konnte man Jesus gar nicht wirklich töten. Natürlich war er wirklich tot, als er am Kreuz hing und im Grab lag, aber er stand nach „einigen“ Stunden wieder auf von den Toten – in dem Sinne war sein Tod nicht dem Tod eines Normalsterblichen vergleichbar, nichts endgültiges, denn wenn Sie oder ich heute sterben, werden wir sicherlich nicht so schnell wieder lebendig.

Kurz gesagt, Jesus ist und war nicht der sanftmütig-dämliche Schwächling, für den ihn die modernen Juden halten, sondern er vollbrachte einen heldenhafte Tat, indem er für uns ans Kreuz, in den Tod ging und dort unsere Sünde trug. Jesus war keineswegs zum hilflosen Spielball der Römer und des jüdischen Establishments geworden, die ihn töteten, sondern er ging ganz bewußt, kontrolliert und freiwillig diesen Weg – er ging diesen schweren Weg für uns! In Wirklichkeit war der Weg, den Jesus ging, ein Beweis seiner Stärke – der starke Erlöser, der starke Gott.

Militärisch gesehen sitzt das Volk Israel heute auf einem Pulverfaß, das ist jedem klar. Es ist umlagert von modernen „Amalekitern“ (die islamischen Staaten, islamische Bestien) und beim Rest der Welt einschließlich der USA können sie sich der Freundschaft auch nicht mehr sicher sein.

Würden die Juden heute noch Jesus von Nazareth als Messias annehmen und aner-kennen, dann würde er auch ihre Kriege führen und sie retten vor allen ihren Feinden. Er hat die Macht alle ihre Feinde in einem Nu, in einem Augenblick zu pulverisieren.

Jes 9,5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, EwigVater, Friede-Fürst;

Lk 1,71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, (das sagte Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, über Jesus)

Offb 19,11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.

Offb 19,15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen,

Es ist interessant, daß die Juden beim Purimfest noch heute ihre Rettung durch den Gott Israels vor dem bösen Haman zur Zeit des Ahasveros feiern, trotz der Tatsache, daß Gott sie vor Adolf Hitler und seinen Komplizen nicht gerettet hat, trotz der historischen Tatsache des Holocaust. Das Purimfest könnte noch heute ein bleibender Segen und mehr als ein Fest sein für einen Juden, wenn er sich wirklich einmal die Frage stellen würde, warum Gott die Juden zur Zeit des Ahasveros gerettet hat, zur Zeit Adolf Hitlers aber nicht. Die Antwort auf diese Frage ist einfach die, wie oben schon erläutert, daß die Juden nach wie vor eines Erlösers (heute wissen wir, daß er Jesus heißt) ermangeln, der ihnen ein Leben schenken könnte, das Gott wohlgefällt. Noch immer versuchen sie das Gesetz der Thora aus eigener Kraft zu halten, was unmöglich ist, statt sich vom Gesetz von ihrer Schwäche (Sündhaftigkeit) überführen zu lassen und sich dann nach dem Erlöser auszustrecken, der in uns leben will, damit wir Gott wohlgefällig leben und so auch das Gesetz nicht nur halten, sondern sogar erfüllen. Wenn wir Frieden mit Gott haben, unser Leben wohlgefällig ist vor ihm, dann beschützt er uns auch vor unseren Feinden und so feiern wir nicht nur Purim, sondern es wird neu Wirklichkeit für uns nach so langer Zeit.

 

Hinweis

Dieser Beitrag steht auch in englischer Sprache zur Verfügung:

Siehe Queen Esther, Purim and the Holocaust

 

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Jesus warnt eindringlich davor, elternlose Kinder (Waisen) durch Erziehung zur Brutalität zum Abfall zu verführen – Auslegung Lukasevangelium 17, 1-4

Lukas 17, 1-4

1 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, dass keine Verführungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen! 2 Es wäre besser für ihn, dass man einen Mühlstein an seinen Hals hängte und würfe ihn ins Meer, als dass er einen dieser Kleinen zum Abfall verführt. 3 Hütet euch! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm. 4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.

Einleitung

Unmittelbar vorher hatte Jesus die Geschichte vom reichen Mann (untreuer Pfarrer, degenerierter Geistlicher) und dem armen Lazarus erzählt. Diese Geschichte machte Folgendes deutlich: Ein Geistlicher, der aus Religion ein Geschäft macht bzw. Frömmigkeit als ein Mittel zum Gewinn sieht, wird definitiv geistlich degenerieren. Der reiche Mann war ein Pfarrer, der schließlich so weit herabgesunken war, dass er einen geistlichen Bruder (Bruder in Christus) bzw. einen Gläubigen, der in sehr großer Not war und vor der Tür seiner Kirche lag, einfach „krepieren“ ließ. Der Teufel hatte so Besitz ergriffen von dem degenerierten Geistlichen, dass sein Wesen, seine Persönlichkeit durch und durch geprägt war von erschütternder Unbarmherzigkeit. Der degenerierte Geistliche, der zwar dem armen Lazarus das Evangelium gepredigt hatte, aber ihm praktisch nicht half, landete trotz seines „Glaubens“ in der Hölle (sein Glaube war tot, da er ohne Werke war; siehe Jakobusbrief). Die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus ist eine sehr, sehr eindringliche Warnung an Geistliche, aus Religion kein Geschäft zu machen; die Folgen wären dramatisch: totaler Verlust der geistlichen Persönlichkeit, gipfelnd in der Verwandlung in ein unbarmherziges, menschenverachtendes Monster, das schließlich zum ewigen Aufenthalt in der Hölle verdammt wird.

Oberflächlich betrachtet scheint Jesus nun das Thema zu wechseln: Von der an Geistliche gerichteten Warnung vor Geldgier zur Mahnung an Christen, gläubige, elternlose Kinder (Kleine) unter allen Umständen dem Glauben gemäß zu erziehen.

Wir sollten Jesus, Gottes Sohn, nicht unterstellen, er sei ähnlich hirnamputiert wie Mohammed gewesen, der nur einen zusammenhanglosen Haufen aus Buchstaben fabriziert hat: den Koran. Nein, die Werke Gottes sind vollkommen und dazu gehört auch alles, was Jesus geredet hat (davon können wir im Neuen Testament lesen). Natürlich hat Lukas 17 etwas mit Lukas 16 zu tun – wir müssen nur genauer hinschauen, um den Zusammenhang zu erkennen. Keinesfalls wechselte Jesus bei „jedem zweiten Satz“ das Thema, sondern alles, was er sagte, war voller Zusammenhang, tiefsinnig und wohl strukturiert.

Einerseits sehen wir bei der Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus, wie tief ein Geistlicher durch Geldgier herabsinken kann, andererseits sehen wir aber auch den bewundernswerten Glauben des Lazarus, der mit aller Sanftmut und Demut im Geist sein ungeheuer schweres Los aus Gottes Hand annimmt, ohne zu jammern oder zu murren – ich bete, dass mich selbst so ein schweres Leid niemals treffen möge; da wäre ich, glaube ich, überfordert.

Jesus sah es voraus, dass im Laufe der Zeit das Gros der Geistlichen der christlichen Kirche degenerieren würde.

Lukas 12, 45-46 45 Wenn aber jener Knecht (ein Geistlicher; R. B.) in seinem Herzen sagt: Mein Herr (Gott, Christus; R. B.) kommt noch lange nicht, und fängt an, die Knechte und Mägde (die einfachen Christen; R. B.) zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich voll zu saufen, 46 dann wird der Herr dieses Knechtes kommen an einem Tage, an dem er’s nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen (die Hölle; R. B.).

(jener böse Knecht aus Lukas 12 hat offensichtlich einiges gemeinsam mit dem reichen Mann aus Lukas 16)

Schon als Jesus noch auf Erden lebte, war einer seiner Jünger ein degenerierender Geistlicher bzw. böser Knecht: Judas Iskariot (wäre Jesus nicht dagewesen, hätte Judas aus der Schar der Jünger eine kleine, gewinnbringende Papstkirche gemacht, mit sich selbst als Papst).

Ich will Folgendes sagen:

Im Laufe der Geschichte war es sicher schon häufig der Fall und ist leider heute nur noch der Fall, dass Gemeinden von degenerierten Geistliche geleitet werden. Jene versuchen nicht, die Glieder der Gemeinde in das Bild Christi umzugestalten, sondern in weltgewandte, leicht christlich angehauchte Spießbürger (wohlhabende, gutbürgerliche  Gemeindeglieder versprechen hohes Kirchensteueraufkommen).

Natürlich haben in der Geschichte immer wieder gewöhnliche Gemeindeglieder trotz der falschen Predigt ihres Pfarrers als treue Christen gelebt. Vielleicht machten sie sich zunächst kundig durch das Lesen der Schriften von alten Kirchenvätern und nachdem sie dadurch einen Zugang zur Bibel gewonnen hatten, fanden sie in ihr jede Menge geistlicher Reichtümer.

Allerdings standen/stehen solche Christen vor einem gewaltigen Problem:

„Was sage ich denn den gläubigen Waisenkindern in der Gemeinde?“

An dem armen Lazarus war deutlich geworden, dass Gott einem Gläubigen unglaublich viel Leid zumuten konnte; soviel, dass jeder vernünftige Christ beten wird, der Herr möge ihn nicht so hart prüfen wie Lazarus (wenn es allerdings trotz Gebets ganz dick kommt, bleibt einem treuen Christen nicht anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen).

Elternlose Kinder stehen ja unter der Aufsicht der Gemeinde und somit des Pfarrers. Natürlich verlangt ein degenerierter Geistlicher gerade von Kindern absolute lehrmäßige Botmäßigkeit, wie z. B. das Auswendiglernen seines (falschen) Katechismus (damit meine ich natürlich nicht Luther’s Katechismus).

Es ist durchaus vorstellbar, dass der arme Lazarus ein elternloses Kind war, das dem degenerierten Geistlichen seiner Gemeinde den Gehorsam verweigert hatte und deshalb vor die Tür geworfen wurde.

(vielleicht ist die Bemerkung aus Lukas 16, er sei nach seinem Tod in Abraham’s Schoß getragen worden, ein Hinweis darauf, dass er noch ein Kind war, denn nur Kinder nimmt man auf den Schoß; auch wollte der Reiche, als er in der Hölle war, dass Abraham Lazarus schickte – wie man ein Kind schickt -, um ihm seine Zunge zu kühlen)

Lazarus war ein Beispiel dafür, was es einen kosten konnte, wenn man als frommer Christ trotz Abfalls der Gemeinde und deren Pfarrer bei der durch den Geist gewirkten Sanftmut und Demut Christi blieb. Natürlich war Lazarus ein Extrembeispiel, da er am Ende für seine Treue zu Christus sogar mit seinem Leben bezahlen musste. Ich vermute, dass in der Geschichte der Kirche viele fromme Kinder leiden mussten durch Beschimpfung, Schläge oder sogar Körperverletzung, aber die Tötung durch Verhungern-lassen war sicherlich ein Extremfall.

Hauptteil

Kinder, egal ob sie gläubig oder ungläubig sind, haben ein Problem, das Erwachsene in der Regel so nicht haben: Sie stehen nicht so unter dem Schutz des Gesetzes eines Landes wie die Erwachsenen.

Woran liegt das?

Ich enge das hier mal auf Deutschland ein.

In Deutschland beginnt die Strafmündigkeit mit dem vollendeten vierzehnten Lebensjahr, das heißt ein Kind kann vor seinem 14. Geburtstag nicht für irgendwelche Delikte bestraft werden – dadurch wird natürlich eine gewisse Narrenfreiheit der Kinder begründet. Das Selbstverständlichste auf der Welt ist, dass Kinder mit ihresgleichen zusammen sind, das heißt mit ungefähr gleichaltrigen. Kindern wird also zugemutet, einen Teil ihres Lebens in einem quasi rechtsfreien Raum zu verbringen, denn, wie gesagt, ihre Altersgenossen unter vierzehn Jahren können ja nicht bestraft werden.

Ich glaube, der Ort in Deutschland, wo die meisten Verbrechen begangen werden, ist nicht ein Stadtteil irgendeiner deutschen Großstadt wie z. B. Frankfurt oder Berlin, sondern der deutsche Pausenhof/Schulhof:

Irre ich mich? – wenn ich vermute, dass da Folgendes an der Tagesordnung ist:

  • Beschimpfen und Beleidigen von Mitschülern
  • mutwilliges Verprügeln Kleinerer oder hilfloser Wehrloser
  • Beherrschung des ganzen Schulhofs durch brutale Gangs, die das „Recht“ des Schulhofs setzen
  • Schlagen auf den Kopf und Treten zwischen die Beine
  • Zustechen mit dem Messer
  • Gebrauch des Schlagrings
  • Drogenkonsum
  • Diskriminierung von deutschstämmigen Kindern
  • etc.

Das Grundproblem ist, dass Kinder unter vierzehn Jahren für ihre Vergehen auf dem Schulhof nicht bestraft werden können, somit zählt auf dem Schulhof einfach das Recht des Stärkeren.

Ich möchte hier nicht die Forderung aufstellen oder dafür plädieren, das Alter für die Strafmündigkeit herabzusetzen, denn in diesem Artikel geht es nicht um Rechtswissenschaft (Jura) – auch gibt es vielleicht vernünftige Gründe, warum man das Alter der Strafmündigkeit auf vierzehn Jahre festgelegt hat. Nur eines wollte ich festhalten, nämlich dass die Gewalttätigkeit an Schulen etwas mit der aktuellen Gesetzeslage zu tun hat und dass die Leidtragenden die anständigen Kinder sind – wie sollen sie sich der Gewalttätigkeit mancher ihrer Altersgenossen entziehen, die niemand für ihre Delikte bestrafen kann, solange sie unter vierzehn Jahren alt sind?

Kurz gesagt: Kinder haben das Problem, dass sie nicht so unter dem Schutz des Gesetzes eines Landes stehen wie Erwachsene, weil ihre aggressiven, gewalttätigen Altersgenossen nicht durch die Justiz bestraft werden können.

Jetzt zum eigentlichen Problem:

Der untreue Pfarrer (der reiche Mann) aus Lukas 16 erzog natürlich die Waisenkinder „seiner“ Gemeinde nicht nach christlichen Prinzipien, sondern nach weltlichen (wenn er vielleicht auch alles mit einem Flair christlicher Religiosität umgab). Er wollte ja, dass es seine „Schäfchen“ zu etwas brachten in dieser Welt, damit sie auch schön Kirchensteuern zahlen konnten, was der Maximierung seines Einkommens förderlich war. Wie sollten es sanftmütig-dämliche, hilflos-wehrlose, kleinmütige Schwächlinge (so dachte der untreue Pfarrer über wirklich christlich-fromme Kinder) es zu etwas bringen in dieser Welt, wo nunmal trotz aller staatlichen Gesetze de facto das Recht des Stärkeren gilt (dies wird, wie gesagt, mehr unter Kindern deutlich als unter Erwachsenen; bei den Erwachsenen und auch schon bei Jugendlichen ab vierzehn wird das „Recht des Stärkeren“ durch staatliche Gesetze eingeschränkt).

Rein rational gesehen hatte der degenerierte Geistliche sogar recht mit seiner Argumentation, der (zu) treue Christ würde in dieser  Welt schwere Nachteile erleiden, deswegen müsse man ihn lehren, Stärke zu zeigen; keinesfalls würden Kinder in dieser Welt durchkommen, die in schwärmerischer Art und Weise ihre Rechtssachen Gott anbefehlen und trotz aller ungerechten Angriffe seitens mancher Altersgenossen bei der Sanftmut und Demut Christi bleiben – so die Denke des untreuen Pfarrers.

Christus aber sagt, dass jener, der nicht bereit ist, sein Kreuz auf sich zu nehmen (das ist die Bereitschaft um Christi willen zu leiden und verworfen zu werden), nicht sein Jünger sein kann (jener Christ also, der nicht bereit ist, um Christi willen zu leiden und verworfen zu werden, fällt damit vom Glauben an Jesus ab und wird am Gerichtstag verdammt werden). Indem also der untreue Pfarrer die Waisenkinder seiner Gemeinde nach weltlichen Prinzipien („das Prinzip des Rechtes des Stärkeren“; „Stärke zeigen“) erzog, verführte er sie damit zum Abfall vom Glauben.

In der konkreten Gemeinde aus Lukas 16, wo der Reiche Pfarrer war, gab es keine treuen Christen mehr, denn jene hätten ja sonst dem armen Lazarus geholfen, der vor der Tür der Kirche lag mit seinen eiternden Geschwüren und brüllendem Hunger.

Vielleicht war jene Gemeinde einmal treu gewesen, bis zu dem Tag, wo ihr Pfarrer anfing, seinen Beruf als profanen Broterwerb zu sehen und dementsprechend anfing, die Gemeinde umzugestalten (besser: zu manipulieren). Die in Lukas 16 geschilderte Gemeinde war natürlich ein Extremfall, denn sie war in ihrem Abfall vom Glauben so weit fortgeschritten, dass es dort keinen einzigen treuen Christen mehr gab, sondern nur noch Namenschristen oder Taufscheinchristen.

Jetzt kommt der Hauptpunkt dieses Artikels:

Das gab es in der Geschichte der Kirche sicherlich schon hunderttausendfach, dass eine treue Gemeinde anfing, zu degenerieren, indem ihre Geistlichen der Geldgier verfielen und anfingen die Gemeinde zu manipulieren. Da wurde die Gemeinde dann gespalten in solche, die den abgefallenen Geistlichen folgten und solche, die dem Wort Gottes treu blieben. Was nun sollten die dem Wort Gottes treuen Christen zu den gläubigen Waisenkindern der Gemeinde sagen; die Kinder der Gemeinde wurden ja immer mehr beherrscht von solchen, die den Richtlinien des abgefallenen Geistlichen folgten („Prinzip des Rechtes des Stärkeren“; „Stärke zeigen“). Zweifelsohne war für ein sanftmütig-demütiges Kind (christlich-frommes Kind) unter den pseudochristlichen Kindern einer im Abfall vom Glauben an Jesus begriffenen Gemeinde das Allerschlimmste zu befürchten: Sicherlich würde es von den „Starken“ nicht nur als sanftmütig-dämlicher, weltfremder Trottel mit Minderwertigkeitskomplexen beschimpft und gebrandmarkt, sondern auch öfters mal verprügelt werden. Da war selbst für einen treuen Christen die Versuchung groß, dem gläubigen Waisenkind zu raten, sich mit Händen und Füßen gegen die „Starken“ zu wehren bzw. selbst Stärke zu zeigen. Das aber wäre gegen Gottes Gebot gewesen, der will, das Alt und Jung ihre Rechtssachen Gott anbefehlen und ihn ihre Kriege führen lassen – der Herr will ein mächtiger Kriegsmann sein für die Frommen.

(wer jetzt hieraus die Schlussfolgerung zieht, man solle christlichen Kindern ohne weiteres einfach dazu raten, sich beschimpfen und schlagen zu lassen, der sei verflucht; solch ein Ratschlag käme fast dem Mord an den betreffenden Kindern gleich; die Lösung des Problems ist etwas komplizierter, aber natürlich auch nicht die, dem Kinde zu raten, sich einfach auf das Prinzip des Rechtes des Stärkeren einzulassen; siehe Anmerkung, unten)

Das ist das Problem, worum es in Lukas 17, 1-4 geht.

Wie nun lautet der Rat des Sohnes Gottes, Jesus, in dieser Angelegenheit:

Jesus warnt den treuen Christen eindringlich davor, frommen Waisenkindern zu weltlichem Verhalten („Prinzip des Rechtes des Stärkeren“; „Stärke zeigen“) zu raten, denn damit würden sie jene Waisenkinder zum Abfall vom reinen Glauben an Jesus verführen (der lebendige Glaube an Jesus kommt zum Ausdruck durch einen sanftmütigen und demütigen Charakter in Jesus).

Der rationale Einwand:

„Wollen Sie behaupten, ein christliches Kind soll sich jeden Tag von pseudochristlichen Kindern beschimpfen, bespucken, treten und verprügeln lassen, sodass es alle Tage seelisch verwundet (verletzt, traumatisiert), mit blauen Flecken und Platzwunden herumläuft?“

Nein, das will ich nicht. Es muss einen Weg geben, einerseits das seelische und körperliche Wohl des Kindes zu gewährleisten und andererseits tunlichst die Verführung zum Abfall vom Glauben zu vermeiden (die Verführung zum Abfall vom Glauben wäre, wenn man ein Kind lehren würde, statt sanftmütig-demütig brutal-herrisch zu sein).

Folgendes ist der Weg:

Die treuen, erwachsenen Christen einer im Abfall vom Glauben begriffenen Kirchengemeinde müssen diese zusammen mit den gläubigen Waisenkindern verlassen, eine eigene Gemeinde gründen (oder sich gemeinsam einer treuen Gesamtkirche anschließen) und dann natürlich für den Unterhalt der Waisenkinder aufkommen. Die treuen Christen werden ihre Waisen versorgen mit Hilfe von Geld, das sie durch ihrer Hände Arbeit verdienen.

Jakobus 1, 26-27 26 Wenn jemand meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum (seine Zunge hält jener nicht im Zaum, der an sich christliche Kinder lehrt, brutal und herrisch zu sein statt sanftmütig-demütig, denn damit verführt er sie zum Abfall von Glauben an Jesus; R. B.), sondern betrügt sein Herz, so ist sein Gottesdienst nichtig. 27 Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die (frommen; R. B.) Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten (von der Welt hält man sich unbefleckt, wenn man nicht ihr Statusdenken bzw. ihren Sozialdarwinismus und ihr Recht-des-Stärkeren-Prinzip annimmt; R. B.).

1. Johannes 2, 15-17 15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16 Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust (Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, etc.; R. B.) und der Augen Lust (Statusdenken; R. B.) und hoffärtiges Leben (anmaßender Stolz; R. B.), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. 17 Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

Das Problem der allgemeinen Schulpflicht in Deutschland:

(ich erwähne die allgemeine Schulpflicht deswegen, weil heute treue, erwachsene Christen allein durch Gründung einer Gemeinde, deren Lehre auf dem Befund der Bibel fußt, Kinder der Gemeinde, egal ob Waisen oder Kinder mit Eltern, nicht vor bösen Kindern retten können, denn diese trifft man auch auf dem Pausenhof, den man aufgrund der Gesetzeslage in Deutschland (Schulpflicht) nicht meiden kann, und nicht nur in einer abgefallenen Kirchengemeinde)

Es fällt schwer, sich ein frommes Kind auf dem Pausenhof einer heutigen deutschen Schule vorzustellen bzw. wie es da auch nur eine einzige Pausenzeit überleben sollte (ich weiß, das klingt wahnwitzig, aber leider ist das die Realität).

Das Ganze heißt nichts anderes, als das die Zeit für treue Christen, die wahre Kirche, gekommen ist, in die Wildnis bzw. Wüste zu ziehen und dort selbstversorgende Gemeinschaften (Kommunitäten, Klöster) zu bilden. Wenn die Welt der Kirche keinen Raum mehr geben will – das kommt auch zum Ausdruck in der Misshandlung wirklich christlicher Kinder -, dann bleibt der Kirche nichts übrig, als die Welt zu räumen. Die Welt sollte dabei allerdings bedenken, dass Gott sie bisher nur deshalb nicht mit einem einzigen Schlag vernichtet hat, weil die Kirche da war. Wenn die Kirche weg ist, wird Gott sofort zuschlagen und zwar mit bestialischer Gewalt.

„Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm. 4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.“

Was ist damit gemeint?

Folgendes:

Auch in einer treuen Gemeinde wird es immer wieder vorkommen, das sich Gläubige fälschlicherweise in weltlicher Weise beurteilen: Man bewertet dann den anderen nach seiner beruflichen Position, nach der Menge seiner Güter, nach seinem Aussehen, nach seiner Intelligenz, nach seiner Körperkraft, nach seiner Anerkennung in der politischen Gemeinde, etc. Das Bewerten anderer Gemeindeglieder nach weltlichen Maßstäben ist aber Sünde.

Der Grund für das falsche Beurteilen ist, dass auch der treueste Christ sein sündiges Fleisch mit sich herumschleppt, das ihm manchmal übel mitspielt und ihn Dinge tun lässt, die er prinzipiell eigentlich gar nicht tun will. Da sagt nun Christus, dass man einem Bruder, der Reue über einen Fehltritt zeigt, bereitwillig vergeben soll (Christus ermuntert sogar dazu, den Falsch-Beurteiler zu ermahnen bzw. zurechtzuweisen, damit jener zur Reue gelange). Der treue Christ wird dem reuigen Bruder gerne und bereitwillig vergeben, denn man ist ja selber auch noch im Fleische und sündigt leider allzu oft (der Falsch-Beurteiler allerdings, der keine Buße tut, hat keine Vergebung  verdient und soll nach mehrmaliger Ermahnung aus der Gemeinde ausgeschlossen werden)..

Christus sagt hier aber auch, dass es in einer Kirchengemeinde keinesfalls einfach hingenommen werden soll, wenn manche Gemeindeglieder anfangen, andere nach weltlichen Maßstäben zu beurteilen. Nein, diese sollen zurechtgewiesen werden, denn sie sündigen damit – kein Statusdenken in der Gemeinde!

1 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, dass keine Verführungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen! 2 Es wäre besser für ihn, dass man einen Mühlstein an seinen Hals hängte und würfe ihn ins Meer, als dass er einen dieser Kleinen zum Abfall verführt.“

Wie ist das gemeint?

Angenommen, ich wüsste, ich wäre in einigen Jahren geistlich so degeneriert, dass ich Kinder zum Abfall verführen würde, dann wäre es besser, mich würde noch heute jemand töten, damit das nicht geschehen könnte. Die auf die Verführung eines Kindes zum Abfall folgende göttliche Strafe/Vergeltung ist wesentlicher schlimmer, als noch heute den physischen Tod zu erleiden.

Anmerkung

Stellen wir uns einmal das Horrorszenario (aus der Perspektive des Kindes) vor, es gäbe heute auf einem deutschen Pausenhof wirklich noch ein christlich-frommes Kind. Fromme Eltern würden ihrem Kind raten, bei Angriffen durch Mitschüler das Weite zu suchen. Allerdings ist es durchaus möglich, dass jene die Verfolgung aufnehmen – was dann? Die Pausenaufsicht ist natürlich gerade wieder mal nicht zur Stelle oder mit einem anderen Fall beschäftigt.

Vor Jahrzehnten war es vorstellbar, dass fromme Eltern einer Kirchengemeinde ihre gleichaltrigen Kinder auf die gleiche Schule schickten, denn eine Gruppe wird nicht so schnell angegriffen wie ein Einzelkind. Heute allerdings werden sich fromme Eltern dem Problem gegenübergestellt sehen, dass sie in ihrer Gemeinde völlig allein dastehen  und somit auch ihr Kind; sie müssen gewärtigen, dass die anderen Glieder ihrer Gemeinde ihre Kinder „einfach“ zu Brutalos erziehen, die selbst nicht nur im Verteidigungsfall zuschlagen, sondern auch als Angreifer (jene Eltern fallen natürlich unter Jesu o. g. Warnung, Kinder nicht zum Abfall zu verführen).

 

Gewalt an deutschen Schulen

Wenn man sich obiges Video angeschaut hat, fragt man sich tatsächlich, ob es heute ein treuer Christ vor Gott verantworten kann, seine (frommen) Kinder auf eine durchschnittliche deutsche Schule zu schicken. Wäre das nicht, wie wenn man Lämmer unter Wölfe sendet?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der reiche Mann und der arme Lazarus – Auslegung Lukasevangelium 16, 19-31

Lukas 16, 19-31

19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren 21 und begehrte sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre. 22 Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. 23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 24 Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. 25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt. 26 Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. 27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; 28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. 29 Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. 30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. 31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Auslegung

Einleitung

Die Begebenheit (die Worte Jesu aus Lukas 16, 19-31 sind kein Gleichnis, sondern es geht um ein wirkliches Geschehnis!) vom reichen Mann und dem armen Lazarus müssen wir im Zusammenhang sehen mit dem Gleichnis vom ungerechten Verwalter, Jesu Predigt über die Treue im Geringsten und seine entschiedene Absage an konventionelle Geistliche, die von Zwangsabgaben (Kirchensteuern) leben (siehe Lukas 16, 1-18).

Durch das Gleichnis vom ungerechten Verwalter und seine Predigt über die Treue im Geringsten hatte Jesus den Jüngern Folgendes gezeigt:

  • Gott will nicht, dass man aus Religion ein Geschäft macht
  • der Geistliche, der aus Religion ein Geschäft macht, wird definitiv zum Irrlehrer degenerieren

Von den Pharisäern und Schriftgelehrten erntete Jesus nur Spott, als sie von seinen Ansichten über die Haltung hörten, die ein Geistlicher in Bezug auf das Verhältnis von Religion und Geschäft einnehmen soll (siehe Anmerkung 1, unten).

Jesus erwiderte ihnen darauf (siehe Lukas 16, 14-18), Gott habe einen Ekel an ihnen bzw. sie seien ein Gräuel für Gott. Gleichzeitig machte er in Lukas 16, 14-18 deutlich, dass seine Worte zum Thema Geschäft und Religion auch Geistlichen der christlichen Kirche gelten, die nicht auf das Gesetz pochen wie die Pharisäer und Schriftgelehrten, sondern die Sünde legalisieren (beides hat den Tod des Sünders zur Folge). Der geistliche Ruin eines Pfarrers ist dann nicht mehr zu leugnen, wenn er sich von seiner Frau scheiden lässt, denn die sichtbare Scheidung von der Ehefrau ist ein Bild auf die unsichtbare Scheidung des Geistlichen von Gott und seiner Kirche.

Wir müssen vermuten, dass Gott uns durch die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus etwas Weiteres über (geldgierige) Geistliche sagen möchte. Schnellstmöglich sollten wir uns von der Denke verabschieden, ein Abschnitt der Bibel habe mit dem vorhergehenden nichts zu tun, als ob die Bibel ein Misthaufen aus Buchstaben wäre wie der Koran – nein, die Bibel ist Gottes Wort und so unglaublich perfekt strukturiert und tiefsinnig, dass man auch in Bezug auf die Bibel sagen muss: „Die Werke Gottes sind vollkommen“.

Stellen wir uns einen gänzlich Unkundigen (bezüglich der Auslegung der Bibel) vor, der in der Bibel blättert, rein zufällig die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus entdeckt und sie liest. Er käme sicherlich nicht zu der Auffassung, der reiche Mann sei ein Geistlicher gewesen, sondern ein sehr gottloser, unbarmherziger, geiziger Mensch, fast ein Scheusal.

Jetzt kommt der Hammer:

(die Bibel ist wirklich ein Meisterwerk Gottes)

Lazarus kam nicht in den Himmel, weil er bettelarm war, sondern weil er an Jesus Christus glaubte. Wo aber waren jene, die ihm das Evangelium von Jesus gepredigt hatten? Wo waren seine christlichen Schwestern und Brüder? Warum kamen keine Gläubigen zu ihm, um ihm zu helfen?

Antwort:

Lazarus hatte das Evangelium von dem reichen Mann gehört. Der reiche Mann war ein Geistlicher (Pfarrer), ein typischer konventioneller Geistlicher, der den Beruf des Geistlichen als profanen Beruf zum Zwecke des Broterwerbs sieht.

Im Gegensatz zum reichen Mann (degenerierter Geistlicher, konventioneller Geistlicher) würde sich ein treuer Geistlicher als einen sehen, der von Gott aus seinem weltlichen Beruf, der allein den Zweck des Broterwerbs hatte, herausgerufen wurde, um Seelen zu gewinnen (das Gewinnen von Seelen ist der edelste aller Berufe – eigentlich sogar eine eigene Kategorie von Beruf -, dem kein profaner Beruf vergleichbar ist), statt mit Broterwerb beschäftigt zu sein; bezüglich seines Unterhalts würde er, könnte er und dürfte er mit voller Freimut Gott vertrauen. Wer von Gott zum Geistlichen berufen wird, gibt seinen weltlichen Beruf nicht auf, weil er keine Lust hat, hart (mit seinen Händen) zu arbeiten, sondern weil Gott eine wichtigere Aufgabe für ihn hat. Keiner beruft sich selbst, sondern wird berufen.

Erklärung:

Wenn der arme Lazarus das Evangelium von „normalen“ Christen und nicht vom reichen Mann oder einem seiner Anhänger (Glied der Kirchengemeinde, deren Pfarrer der Reiche war) gehört hätte, dann hätten jene ihm selbstverständlich auch materiell geholfen und auf keinen Fall in dieser himmelschreienden Not umkommen lassen. Der Text aber schweigt beharrlich über Personen neben dem reichen Mann und dem armen Lazarus (irgendwelche Glieder der Kirchengemeinde des degenerierten Geistlichen sind in seiner Person mitgenannt, denn sie waren geistlich Eins mit ihm). An dem Ort in Israel, wo sich diese Geschichte abgespielt hatte, gab es an gläubigen Menschen offensichtlich nur den armen Lazarus, den reichen Mann und die Glieder der Kirchengemeinde des reichen Mannes, die seiner falschen Lehre anhingen.

(der Glaube des reichen Mannes und seiner Anhänger war natürlich tot; Jakobus 2, 17 so ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber)

Diese Deutung wird unterstützt durch eine Passage aus dem Jakobusbrief:

Jakobus 2, 1-6 1 Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. 2 Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung (das erinnert an die Kleidung des degenerierten Geistlichen, des reichen Mannes; R. B.), es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung (das erinnert an Lazarus; R. B.), 3 und ihr sähet auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprächet zu ihm: Setze du dich hierher auf den guten Platz!, und sprächet zu dem Armen: Stell du dich dorthin!, oder: Setze dich unten zu meinen Füßen (oder: Setz‘ dich draußen vor die Tür; R. B.)!, 4 ist’s recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken? 5 Hört zu, meine lieben Brüder! Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind und Erben des Reichs, das er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? 6 Ihr aber habt dem Armen Unehre angetan.

Jakobus 2, 14-17 14 Was hilft’s, liebe Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? 15 Wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hätte an Kleidung und an der täglichen Nahrung 16 und jemand unter euch spräche zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gäbet ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was könnte ihnen das helfen? 17 So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.

15 Wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hätte an Kleidung und an der täglichen Nahrung“

Der arme Lazarus war einer, der Mangel hatte an Kleidung und täglicher Nahrung. Und der reichen Mann beging genau die Sünde, vor der im Jakobusbrief gewarnt wird: Er gab dem Armen nichts, sondern sagte höchstens zu ihm:

„Geh hin in Frieden, wärme dich und sättige dich.“

Anders ausgedrückt sagte er zu Lazarus:

„Bete doch mal zu Gott, ob der dir nicht hilft; nimm dir vor, wieder toleranter zu sein gegenüber Andersgläubigen, Wohlhabenden, die ihren Reichtum durch Gottes Segen (so die Denkweise des Reichen; R. B.) beständig mehren, und sexuell Progressiven (z. B. Leuten, die sich gerne auch mal von ihrer Ehefrau scheiden lassen), dann wird Gott dir ganz bestimmt helfen.“

Hauptteil

„19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.“

Etwas ähnliches sagte Jesus einmal über Pharisäer und Schriftgelehrte:

Lukas 20, 46 Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die es lieben, in langen Gewändern einherzugehen, und lassen sich gern grüßen auf dem Markt und sitzen gern obenan in den Synagogen und bei Tisch.

Das „lange Gewand“ zeichnet jenen aus, der nicht von seiner Hände Arbeit lebt, sondern von irgendwelchen Abgaben anderer Leute  (z. B. Kirchensteuern).

Noch heute (die christliche Ära) laufen der Papst (Franziskus) und katholische Geistliche auch werktags (!) – also zu der Zeit, während der andere in Arbeitskleidung herumlaufen – in langen Gewändern herum, und wir tun recht daran, daraus zu schließen, dass sie einen komplett verdorbenen Charakter haben müssen: Parasiten in „heiligen Kleidern“.

„lebte alle Tage herrlich und in Freuden“

Der Geistliche, der Jesu Warnungen in den Wind schlägt und aus Religion ein Geschäft macht, wodurch ihn der Geist verläßt, verfällt seinen Lüsten und Begierden. Da er der Freude im Heiligen Geist ermangelt, braucht er körperliche Freuden.

Römer 16, 18 Denn solche (degenerierte Geistliche; R. B.) dienen nicht unserm Herrn Christus, sondern ihrem Bauch; und durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie die Herzen der Arglosen.

 2. Petrus 2, 13 Sie (degenerierte Geistliche; R. B.) halten es für eine Lust, am hellen Tag zu schlemmen, sie sind Schandflecken, schwelgen in ihren Betrügereien, wenn sie mit euch prassen.

20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren 21 und begehrte sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre.“

„lag vor seiner Tür“

Lazarus war also dem Reichen räumlich sehr, sehr nahe. Ähnliches ist der Fall, wenn ein Armer und ein Reicher den Gottesdienst der gleichen Kirchengemeinde besuchen (siehe Jakobusbrief, oben). Sicherlich geht es bei der Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus um eine kircheninterne Sache (siehe Anmerkung 2, unten). Vielleicht dürfen wir uns die Tür des Hauses des reichen Mannes sogar als die Eingangstür einer Kirche vorstellen (trotz der Tatsache, dass wir es hier nicht mit einem Gleichnis, sondern einer wahren Geschichte zu tun haben), in der der reiche Mann manchmal predigte (natürlich eine skurrile Vorstellung); vielleicht können wir auch an die Eingangstür des Pfarrhauses denken, in dem der Reiche wohnte. Es gab eine rationale Begründung, Lazarus vor die Tür zu setzen bzw. ihn draußen zu lassen: Konnte man sicher sein, sich nicht mit seiner Krankheit anzustecken, wenn man ihn hereinließ? Schon lange geschahen in der Kirche, deren Pfarrer der Reiche war, keine Wunder mehr – es lag deshalb für den reichen Pfarrer und seine Gemeinde jenseits eines Ereignishorizontes, für die Genesung des armen Lazarus zu beten. Sie kamen gar nicht auf die Idee, sich seiner als einem Kranken, der der Heilung bedurfte, anzunehmen.

(der wirkliche Grund, warum man Lazarus nicht hereinließ, war wahrscheinlich einfach die dämonische Abneigung von Reichen gegen Arme, die man sich als „normaler“ Christ kaum vorstellen kann, die auch rational kaum erklärbar ist; es war wirklich Dämonie, teuflisch, wie jene mit dem mitleiderregenden Häuflein Elend, Lazarus, umgingen; vielleicht ließen sie ihn auch deshalb nicht herein, weil seine Krankheit, von der sie ihn nicht heilen konnten, ihnen zu sehr ihren geistlichen Tod zu Bewusstsein gebracht hätte)

„und begehrte sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel“

Lazarus befand sich in äußerster Not: Er hatte einen Mangel an Nahrung und Bedeckung (Essen, Kleidung, Unterkunft), außerdem war er sehr krank und in Gefahr, bei lebendigem Leib von Hunden gefressen zu werden. Sicherlich hätte er sich gerne sein Brot durch seiner Hände Arbeit verdient, aber wer will schon einen anstellen, der voller Geschwüre ist – „wie ekelerregend“.

Lazarus war der Hilfsbedürftige schlechthin. Bei einem Gesunden hätte sich der Reiche noch herausreden können: „Der ist ja nur ein Schmarotzer und Parasit, der nichts arbeiten will.“ Da Lazarus sehr krank war, konnte ihm der Reiche diesen Vorwurf nicht machen. Der Reiche war aber so böse, dass er ihm dennoch nicht half – wie genau sich der Reiche innerlich rechtfertigte, wissen wir nicht. Vermutlich war er ein Geistlicher (Pfarrer), der aus Religion ein Geschäft gemacht hatte; daraufhin verließ ihn der Heilige Geist und er verfiel seinen Lüsten und Begierden. Dies gipfelte darin, dass er trotz Überfluss einem Notleidenden nicht half, das heißt der böse Geist, der Teufel, hatte völlig von ihm Besitz ergriffen. Das warf ja Jesus an anderer Stelle den Pharisäern und Schriftgelehrten vor, dass sie Kinder des Teufels waren:

Johannes 8, 44 Ihr (die Pharisäer und Schriftgelehrten; R. B.) habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.

Ähnliches schreibt einmal der Apostel Paulus über degenerierte, christliche Geistliche aus Korinth:

2. Korinther 11, 13-15 13 Denn solche (degenerierte Geistliche; R. B.) sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter und verstellen sich als Apostel Christi. 14 Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. 15 Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit; deren Ende wird sein nach ihren Werken. (Paulus sagt hier nichts anderes, als das degenerierte, christliche Geistliche den Teufel zum Vater haben)

Es scheint ein geistliches Prinzip zu sein, dass derjenige, der völlig seinen Lüsten und Begierden verfallen ist, keine Nächstenliebe mehr aufbringen kann – er ist sozusagen gefangen in sich selbst. Bildlich: Der Reiche vermochte nicht zu dem armen Lazarus vor die Tür zu gehen, um ihm etwas zu geben oder ihn hereinzubitten – schon gar nicht ihn zu heilen, wie es Jesus, Petrus, Paulus, etc. vermocht hätten. Der Reiche war komplett geistlich tot, wenn er auch mit den Lippen bekennen mochte, er sei gläubig.

Die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus zeigt uns also, wie gefährlich es ist, aus Religion ein Geschäft zu machen. Man mag kurzfristig auf lockere (schlaue) Art und Weise Gewinn machen, aber langfristig führt es in den geistlichen Ruin (die totale Unbarmherzigkeit gegenüber Mitmenschen, die mit der Verdammung zum ewigen Aufenthalt in der Hölle bestraft wird) und physischen Ruin (der ewige Aufenthalt in der Hölle).

1. Timotheus 6, 9-10 9 Denn die (Geistliche; R. B.) reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. 10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.

„dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre“

Lazarus war nicht nur krank und hungrig, sondern musste auch um sein Leben fürchten. Konnte er wissen, ob die Hunde, die seine Geschwüre leckten, nicht vom Lecken zum Fressen übergehen würden? Lazarus musste den Psycho-Terror des Teufels aushalten, der ihm die Hunde auf den Hals hetzte, während der Reiche sicher in seinem Haus saß und schlemmte.

Es stellt sich die Frage, warum die Sache mit den Hunden überhaupt erwähnt wird. Es ist klar, dass einer, der auf der Straße lebt, von Tieren belästigt wird, die auch draußen leben (Ratten, Mäuse, Hunde, etc.). Die Sache macht nur Sinn, wenn es sich bei den Hunden um Hunde des Reichen und seiner Gottesdienstbesucher handelte. Die Hunde fraßen die Brocken, die von der Festtafel fielen, wenn der degenerierte Geistliche und seine Anhänger wieder einmal feierten (Liebesmahl?). Gleichzeitig ist das Wort „Hund“ ein Bild auf „Ungläubiger“ oder „Heide“ (Jesus gebrauchte dieses Wort einmal gegenüber der heidnischen Syrophönizierin, siehe Markus 7, 24-30). Der reiche Geistliche und seine Anhänger hielten also Lazarus, obwohl er tatsächlich gläubig war – Jesus hätte ihn nicht „Hund“, sondern „mein Sohn“ genannt -, für weniger wert als einen ungläubigen „Hund“ (die vierbeinigen Hunde durften ja wenigstens die Brocken fressen, die von der Festtafel des Reichen fielen, was man Lazarus nicht zugestand), so sehr verachteten sie ihn, nur wegen seiner Armut (und weil er ihnen durch seine Krankheit, die sie nicht heilen konnten, ihren geistlichen Tod  zu Bewusstsein brachte).

22 Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß“

Wie gesagt, der Arme kam nicht in den Himmel, weil er arm war, sondern weil er an Jesus glaubte. Die Frucht des Glaubens von Bruder Lazarus bestand darin, dass er trotz schwerster Leiden nicht anfing, „das Lied des Reichen zu singen“ (gemäß der Devise: „Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing'“), um die Gunst des Reichen und somit Brot und Unterkunft zu erlangen.

Wir hören nichts davon, dass sich Lazarus bei Gott über sein Schicksal beschwerte oder murrte. Er nahm sein Leiden aus Gottes Hand an wie einst der fromme Hiob.

Jakobus 5, 10-11 10 Nehmt, liebe Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des Herrn. 11 Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.

Gott erlöste Lazarus wie Hiob von seinem Leiden. Es ist völlig nebensächlich, dass Lazarus‘ Leid durch physischen Tod und Aufnahme in den Himmel endet, während Hiob schon vor seinem Tod erlöst wurde. Entscheidend ist, dass der Fromme nicht ewig leiden muss und Gott das Leiden eines jeglichen Frommen eines Tages beenden wird. An dem Frommen ist es, fromm zu bleiben trotz des Leidens (Hiob drohte zwar einzuknicken, aber durch Elihu’s und Gottes Rat fing er sich wieder und sein Leid wurde ihm zum Segen, weil er sich nach seinen Leiden nicht mehr für gerecht (absolut gerecht wie Gott) hielt – trotz seiner perfekten praktischen Gerechtigkeit, die historisches Faktum war – und auch nicht mehr dachte, Gott mache keinen Unterschied zwischen dem Frommen und dem Gottlosen).

„Der Reiche aber starb auch und wurde begraben“

Der Reiche hatte durch seinen Geiz sein ewiges Heil verloren, das heißt er entschlief nicht sanft in Christus wie der arme Lazarus, sondern der Tod riss ihn mit großer Gewalt aus dem Leben, traf ihn mit voller Wucht. Er starb und war buchstäblich nicht mehr da, vollkommen vernichtet, ausgelöscht.

Psalm 37, 10 Noch eine kleine Zeit, so ist der Gottlose nicht mehr da; und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg.

23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.“

Interessant, zu Lebzeiten hatte der Reiche aus dem Unglück des Lazarus geschlussfolgert, jener wäre verflucht und würde eines Tages in der Hölle landen – nun war er selbst dort. Kein Denken ist schwerer auszurotten als das Folgende: Hat einer Unglück, dann ist das ein Zeichen dafür, dass er die Gunst Gottes verloren hat. Auch (degenerierte) Geistliche mögen diesem Denken verhaftet sein, wie der Reiche es war. Allerdings ist solches Denken absolut heidnisch und gottlos bzw. vom Teufel inspiriert. Wenn wir die Bibel lesen, sehen wir, dass auch jene, die durchaus das Wohlgefallen Gottes hatten, immer wieder von Unglück getroffen wurden trotz Gottes prinzipieller Gunst ihnen gegenüber – Unglück muss durchaus nicht immer die Folge dessen sein, dass man die Gunst Gottes verloren hat. Wir dürfen uns das nicht anmaßen, aus dem Unglück anderer zu schlussfolgern, sie hätten die Gunst Gottes verloren. Hiob’s Freunde machten ihm Vorhaltungen, er habe Gottes Gunst verloren, als ihn das Unglück getroffen hatte (sie hingen auch dem primitiven Denken an), aber sie irrten sich sehr. Hiob hatte das Wohlgefallen Gottes. Nur was seine Gesinnung anging, hatte er einen Mangel, der durch sein Unglück offenbar wurde: Er dachte, Gott würde keinen Unterschied machen zwischen dem Frommen und dem Gottlosen und er hielt sich für so gerecht wie Gott, sogar gerechter.

Es ist interessant, wozu Geiz führt. Der Geistliche wird vom Heiligen Geist verlassen und kommt vollständig unter die Herrschaft des bösen Geistes, verfällt dem Teufel, der in ihm das heidnische Denken wirkt: Unglück, immer Folge des Verlustes der Gunst Gottes.

24 Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. 25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt. 26 Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber.“

Mit der selben Härte, mit der degenerierte Geistliche („Reiche“) zu ihren Lebzeiten Gläubigen, die ein Unglück ereilt hat oder die in Not sind, begegnen, wird Gott ihnen in der Ewigkeit begegnen.

Wir hören nichts davon, dass der Reiche bzw. degenerierte Geistliche, der nun in der Hölle ist und gequält wird bzw. Pein leidet, sich über sein Schicksal beschwert. Er war zu seinen Lebzeiten dem Unglücklichen mit absoluter Härte, mit Unbarmherzigkeit begegnet und dies kam jetzt auf ihn zurück – es war alles vollkommen folgerichtig, wie auch er sich eingestehen musste; und er blieb stumm.

Jakobus 2, 13 Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.

27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; 28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual“

Nun zeigt der Reiche bzw. degenerierte Geistliche plötzlich Empathie, und zwar mit seinen leiblichen Brüdern. Zu Lebzeiten hatte er nicht den Glauben aufgebracht bzw. nicht aufbringen wollen, auch Lazarus als seinen wirklichen Bruder zu sehen (sie waren ja beide gläubig und somit geistliche Brüder; mit einem geistlichen Bruder ist man viel enger verbunden als mit einem leiblichen; die leibliche Verwandtschaft zählt nichts im Vergleich zur geistlichen), der in der Not Anspruch auf seine Hilfe gehabt hätte. Das ist auch ein Denken, das kaum auszurotten ist, dass man die leibliche Verwandtschaft über die geistliche Verwandtschaft stellt bzw. die geistliche Verwandtschaft sogar für nichts achtet. Weiße Amerikaner feiern zusammen mit Schwarzen Gottesdienst oder Deutsche zusammen mit Juden oder Wohlhabende zusammen mit Armen, aber nach dem Gottesdienst will man nichts mehr mit seinen geistlichen Brüdern zu tun haben bzw. betrachtet diese außerhalb des Gottesdienstes gar nicht als seine Brüder, will sie außerhalb des Gottesdienstes nicht einmal kennen. Das ist ein Sünde, die das ewige Heil kostet.

Anders ausgedrückt: Wäre Lazarus der leibliche Bruder des Reichen gewesen, er hätte ihm sicherlich geholfen, aber die geistliche Verwandtschaft in Christus zählte nichts für ihn trotz der Tatsache, dass er selbst dem Lazarus das Evangelium von Jesus Christus gepredigt hatte.

Vielleicht gab es auch ein praktisches Problem: Der degenerierte Geistliche sah ja seinen Beruf als reinen Broterwerb – keinesfalls stand für ihn das Gewinnen von Seelen im Vordergrund. Folglich konnte er sich über arme Bekehrte nicht sehr freuen, denn jene konnten wenig dazu beitragen, sein Einkommen zu maximieren. Im Gegensatz dazu freut sich ein treuer Geistlicher über jeden Bekehrten, egal ob er arm oder reich ist, und vertraut bezüglich seiner eigenen Versorgung Gott – reichen die Spenden der Gemeindeglieder für seinen Unterhalt nicht aus, dann arbeitet er eben mit seinen eigenen Händen und verdient sich etwas hinzu. Ein treuer Geistlicher würde sich auch über eine Gemeinde freuen, die nur aus bekehrten Bettlern besteht, was bedeuten würde, dass er seinen ganzen Unterhalt mit seiner Hände Arbeit verdienen müsste (von Bettlern sind ja nicht viele Spenden zu erwarten) und auch noch den bekehrten Bettlern etwas von seinen hart erarbeiteten Einkünften abgeben müsste.

29 Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. 30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. 31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.“

Nun will er – der Reiche – helfen, aber darf nicht. Sein Anliegen findet kein Gehör.  Seine leiblichen Brüder müssen von ähnlichem Schlag wie er gewesen sein, sonst würde er nicht auch für sie die ewige Strafe des Feuers befürchtet haben – sicherlich waren auch sie Geistliche, die aus Religion ein Geschäft machten. Wenn man aus Religion ein Geschäft macht, „gehen bei Gott die Rollläden runter“ und in Vers 27 bis 31 gewinnen wir einen kleinen Einblick ins Jenseits und was sich dort abspielt in Bezug auf Gott: Er ist für das Anliegen, geldgierige Geistliche zu erretten, absolut nicht offen, das heißt ein Geistlicher, der der Geldgier verfallen ist, das Drängen des Heiligen Geistes, Buße zu tun über die Geldgier, als Wirkung des Teufels betrachtet und schließlich arme Gläubige unbarmherzig in ihrer Not umkommen lässt, hat sich damit um das ewige Heil gebracht.

Die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus ist eine sehr, sehr eindringliche Warnung an Geistliche, aus Religion kein Geschäft zu machen; die Folgen wären dramatisch.

Der Weg eines Geistlichen in den Abgrund:

  • der Geistliche fängt an, sich geistliche Dienstleistungen bezahlen zu lassen, direkt Geld dafür zu nehmen (das erscheint ihm vielleicht relativ harmlos); es geht ihm nicht mehr um das Gewinnen von Seelen, sondern um profanen Broterwerb
  • der Heilige Geist zieht sich von dem Geistlichen zurück und er wird zum Irrlehrer, denn ohne den Geist kann niemand richtig lehren
  • der Geistliche begeht eine Sünde ähnlich der Sünde wider den Geist, indem er das Drängen des Geistes, Buße zu tun über die Geldgier, als Wirkung des Teufels abtut – damit spottet er Gottes, wird zum Spötter
  • der Geistliche fängt an, arme Gemeindeglieder zu misshandeln, weil er eine Gemeinde haben will, die aus reichen Gemeindegliedern besteht, die keine kostspielige Unterstützung brauchen, sondern viel Kirchensteuern zahlen – hohes Kirchensteueraufkommen bedeutet hohes Einkommen des Geistlichen

 

Hinweis:

Das Geniale an der Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus ist, dass sich aus der Geschichte selbst ergibt, dass der Reiche ein Geistlicher gewesen sein muss. Dies passt auch perfekt in den Gesamtzusammenhang von Lukas 16.

 

Anmerkung 1

Als Jesus durch den Heiligen Geist böse Geister austrieb, wurde er von den Pharisäern und Schriftgelehrten bezichtigt, er treibe die bösen Geister aus durch den Obersten der Dämonen. Indem die Pharisäer und Schriftgelehrten den Heiligen Geist als Teufelsgeist betrachteten, begingen sie eine Sünde, die nicht vergeben werden kann.

Als die Pharisäer und Schriftgelehrten Jesus verspotteten wegen seiner Lehre über die Haltung, die ein Geistlicher in Bezug auf das Verhältnis von Religion und Geschäft einnehmen soll, sündigten sie eigentlich auch wider den Geist, denn der Geist wirkte mit, wenn Jesus predigte. Sicherlich hatten sie innerliche Kämpfe – sie waren ja auch nur Menschen -, als sie Jesus predigen hörten, aber sie taten das Drängen des Geistes als eine Wirkung des bösen Geistes, des Teufels, ab. So brachten sie sich ins Verderben.

Die Wurzel allen Übels war ihre Geldgier. Geldgier allein ist schon Teufelsanbetung und wer den Teufel anbetet, von dem zieht der Geist sich zurück. Ihre Geldgier ließ sie geistlich degenerieren, was darin gipfelte, dass sie schließlich den Heiligen Geist als Geist Satans betrachteten, im Zusammenhang mit der Austreibung böser Geister durch Jesus und im Zusammenhang mit Jesu Lehre über das Verhältnis von Geschäft und Religion.

Markus 3, 28 Wahrlich, ich (Jesus; R. B.) sage euch: Alle Sünden werden den Menschenkindern vergeben, auch die Lästerungen, wie viel sie auch lästern mögen; 29 wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig. 30 Denn sie sagten: Er (Jesus; R. B.) hat einen unreinen Geist.

 

Anmerkung 2

Psalm 37, 25 Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie den Gerechten verlassen gesehen und seine Kinder um Brot betteln.

Psalm 37, 25 ist so gemeint, dass ein Gläubiger, der in Christus bleibt, niemals wird bei Ungläubigen um Brot betteln müssen. Daraus folgt, dass es bei der Begebenheit von dem reichen Mann und Lazarus um eine kircheninterne Angelegenheit gehen muss – sonst wäre ein Widerspruch in der Bibel da.

Eigentlich war Lazarus kein Bettler, sondern ein aus irgendwelchen Gründen (vielleicht Krankheit?) verarmtes Gemeindeglied (es gab keinerlei Grund, Lazarus zu verachten), das eigentlich ein Recht auf Beistand der anderen Gemeindeglieder hatte. Also nicht Lazarus war ein schändlicher Bettler (Parasit, Schmarotzer), sondern der degenerierte Geistliche und seine Anhänger waren schändliche Geizhälse.

 

Mose und die Propheten

„Mose und die Propheten“ kann man erweitern auf die ganze Bibel, die wir heute haben. Warum ist die Bibel bzw. „Mose und die Propheten“ so wichtig? (Degenerierte) Geistliche aller Zeitalter könnten ja behaupten, es wäre der Geist Gottes, der ihnen ihre (falsche) Lehre eingäbe (sie könnten sich also als treue Geistliche hinstellen); z. B. auch die Lehre, es sei nichts dabei, für geistliche Dienstleistungen Geld zu nehmen (den geistlichen Beruf als profanen Beruf zum Zwecke des Broterwerbs sehen). Dann kommt ein treuer Geistlicher oder treuer Christ und widerspricht ihnen. Beide Seiten werfen sich nun gegenseitig an den Kopf, sei seien vom Teufel besessen (Jesus behauptete das von den Pharisäern und Schriftgelehrten und sie von ihm).

Wie kann man nun feststellen, wer den Geist Gottes hat und wer vom Teufel besessen ist?

Ganz einfach: Jener, der den Geist Gottes hat, dessen Lehre entspricht dem Befund der Bibel: Er legt jede einzelne Bibelstelle oder jeden Bibelabschnitt so aus, dass er mit dem Gesamtinhalt der Bibel übereinstimmt. Der treue Geistliche zimmert nicht seine eigene Lehre, sondern lehrt, was der Text sagt, sodass niemals ein Widerspruch ist zwischen der Auslegung einer einzelnen Stelle oder Abschnittes und dem Gesamtinhalt der Bibel.

Jene, die vom Teufel besessen sind, hängen sich immer an einzelnen Versen oder Abschnitten der Bibel auf und zimmern daraus nach ihrem Gutdünken selbst ihre eigene Lehre (da sie den Geist Gottes nicht haben, sind sie durchaus nicht im Stande, die Bibel nach dem oben genannten Verfahren auszulegen), die mit der Lehre auf der Grundlage des Befundes der Bibel wenig oder gar nichts zu tun hat – solche nennt man auch Irrlehrer, Ketzer oder Häretiker.

 

Ist es nicht an den Haaren herbeigezogen, zu behaupten, Lazarus hätte vor der Eingangstür eines Gotteshauses gelegen?

Nein, es gibt mindestens zwei Abschnitte in der Bibel, wo hilfsbedürftige Personen genannt werden, die vor einer Eingangstür eines Gotteshauses saßen oder lagen:

Apostelgeschichte 3, 1-11

Der Gelähmte

1 Petrus aber und Johannes gingen hinauf in den Tempel um die neunte Stunde, zur Gebetszeit. 2 Und es wurde ein Mann herbeigetragen, lahm von Mutterleibe; den setzte man täglich vor die Tür des Tempels, die da heißt die Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. 3 Als er nun Petrus und Johannes sah, wie sie in den Tempel hineingehen wollten, bat er um ein Almosen. 4 Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! 5 Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge. 6 Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher! 7 Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest, 8 er sprang auf, konnte gehen und stehen und ging mit ihnen in den Tempel, lief und sprang umher und lobte Gott. 9 Und es sah ihn alles Volk umhergehen und Gott loben. 10 Sie erkannten ihn auch, dass er es war, der vor der Schönen Tür des Tempels gesessen und um Almosen gebettelt hatte; und Verwunderung und Entsetzen erfüllte sie über das, was ihm widerfahren war. 11 Als er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk zu ihnen in die Halle, die da heißt Salomos, und sie wunderten sich sehr.

Hinweis: An dem Handeln von Petrus und Johannes sehen wir, was Jesus bzw. Gott auch von dem degenerierten Geistlichen (der reiche Mann), der Lazarus nicht half, nicht helfen konnte, erwartet hätte: Der Geistliche hätte Lazarus von seiner Krankheit heilen sollen. Das wäre sogar noch wichtiger gewesen, als ihn materiell zu unterstützen.

Johannesevangelium, Kapitel 9

Der Blindgeborene, dem Jesus das Gesicht gab (er saß zumindest in der Nähe des Tempels).

Auch am Handeln Jesu am Blindgeborenen können sich konventionelle Geistliche ein Beispiel nehmen: Genau das ist es, was Gott von ihnen erwartet.

 

Die brennende Zunge des Reichen, der in der Hölle ist, und der Finger des Lazarus

Sicherlich hatte Lazarus zu seinen Lebzeiten den degenerierten Geistlichen oft ermahnt, nicht nur Buße zu tun über seine Geldgier, sondern auch Abstand zu nehmen von Irrlehren (wer weiß, wie viele Seelen der Reiche durch seine Irrlehren in den Abgrund gerissen hat). Zu seinen Lebzeiten war dem Reichen der erhobene Zeigefinger des Lazarus sicherlich verhasst und vermutlich wünschte er, dass er ihm abfaulen würde im Zusammenhang mit seiner Krankheit. Umgekehrt musste Lazarus zu seinen Lebzeiten innerlich sehr betrübt gewesen sein über die böse Zunge des Reichen – sie fast hassen -, die eine verbale Dreckschleuder bzw. Giftspritze (Irrlehren) war. Es ist interessant, dass der Reiche, der in der Hölle ist, genau an dem Glied seines Körpers am meisten bestraft wird, mit dem er den meisten Schaden angerichtet hat: seiner Zunge. In der Hölle drehen sich die Verhältnisse um: Wie der Reiche auf Erden gewünscht hätte, Lazarus‘ erhobener Zeigefinger würde abfaulen (vielleicht hatte Lazarus ja tatsächlich auch Geschwüre an den Fingern gehabt, was extrem schmerzhaft gewesen wäre), so brennt jetzt seine Zunge – vielleicht schlimmer als die schwer entzündete Zunge irgendeines Kranken zu seinen Lebzeiten auf Erden.

Zu Lebzeiten mochte der Reiche so gedacht haben: Wenn meine Lehre falsch wäre, würde mich Gott nicht mit so vielen Reichtümern gesegnet haben und segnen und wenn Lazarus‘ Lehre richtig wäre, hätte Gott ihn nicht mit dieser schlimmen Krankheit geschlagen. Es war allerdings nicht Gott, sondern der Teufel, der den Reichen immer reicher werden ließ und Lazarus immer ärmer. Der „Arbeitgeber“ aller Irrlehrer ist der Teufel und er zahlt ihnen „pünktlich“ ihren vollen Lohn (siehe Auslegung des Gleichnisses vom ungerechten Verwalter). Wer richtig lehrt, ist wie einer, der seine „Arbeitsstelle“ beim Teufel verloren hat und deshalb darben muss – bis Gott eines Tages den Teufel in die Hölle werfen wird, ist er nun mal der Gott dieser Welt; eine Sache, die wir nie vergessen sollten.

Es gibt nur ein Kriterium, nach dem man die Richtigkeit einer Lehre beurteilen darf: Entspricht sie dem Befund der Bibel? Wer bei der Beurteilung der Lehre eines Predigers nach den äußerlichen Befindlichkeiten der Person des Predigers geht, statt sie am Befund der Bibel zu messen, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Fehlurteil gelangen und ggf. das Schicksal des reichen Mannes teilen.

Jakobus 3, 1-12 1 Liebe Brüder, nicht jeder von euch soll ein Lehrer werden; und wisst, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden (diese bittere Erfahrung musste der Reiche in der Hölle machen; R. B.). 2 Denn wir verfehlen uns alle mannigfaltig. Wer sich aber im Wort nicht verfehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten. 3 Wenn wir den Pferden den Zaum ins Maul legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir ihren ganzen Leib. 4 Siehe, auch die Schiffe, obwohl sie so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wohin der will, der es führt. 5 So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an (man kann mit Irrlehren unvorstellbar großen geistlichen und materiellen Schaden anrichten; R. B.). Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet’s an! 6 Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. So ist die Zunge unter unsern Gliedern: sie befleckt den ganzen Leib und zündet die ganze Welt an und ist selbst von der Hölle entzündet (Irrlehren sind sehr schwere Sünden und so wird der Leib des Irrlehrers befleckt; R. B.) 7 Denn jede Art von Tieren und Vögeln und Schlangen und Seetieren wird gezähmt und ist gezähmt vom Menschen, 8 aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes (Irrlehren; R. B.). 9 Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr fluchen wir den Menschen (nicht durch Schimpfworte, sondern durch Irrlehren; R. B.), die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. 10 Aus einem Munde kommt Loben und Fluchen. Das soll nicht so sein, liebe Brüder. 11 Lässt auch die Quelle aus einem Loch süßes und bitteres Wasser fließen? 12 Kann auch, liebe Brüder, ein Feigenbaum Oliven oder ein Weinstock Feigen tragen? So kann auch eine salzige Quelle nicht süßes Wasser geben.

Hätte doch der degenerierte Prediger einfach treu in einem weltlichen Beruf (Zimmerer, Bäcker, Maurer, Schneider, Bauer etc.) gearbeitet, wo es ganz legitim ist, nur auf Broterwerb aus zu sein, und es Gott überlassen, ob er ihn eines Tages in ein geistliches Amt, wo es dem Amtsinhaber um das Gewinnen von Seelen und Seelsorge gehen muss, berufen wolle oder nicht, dann wäre ihm sein schlimmes Schicksal erspart geblieben – „werdet nicht viele Lehrer!“.

 

 

 

 

 

 

 

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Gott hat einen Ekel an katholischen Priestern und evangelischen Pfarrern, weil sie von Zwangsabgaben (Kirchensteuern) leben – Auslegung Lukasevangelium 16, 14-18

Lukas 16, 14-18

14 Das alles hörten die Pharisäer. Die waren geldgierig und spotteten über ihn (Jesus; R. B.). 15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid’s, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn was hoch ist bei den Menschen, das ist ein Gräuel vor Gott. 16 Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt, und jedermann drängt sich mit Gewalt hinein. 17 Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt. 18 Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht die Ehe; und wer die von ihrem Mann Geschiedene heiratet, der bricht auch die Ehe.

Auslegung

Hiermit plädiere ich für die sofortige Abschaffung der Kirchensteuer. Die Finanzierung des Unterhaltes von Geistlichen durch Zwangsabgaben (Kirchensteuern) ist Gott ein Gräuel.

Beweis:

Durch das Gleichnis vom ungerechten Verwalter und seine Predigt über die Treue im Geringsten hatte Jesus den Jüngern Folgendes gezeigt:

  • Gott will nicht, dass man aus Religion ein Geschäft macht
  • der Geistliche, der aus Religion ein Geschäft macht, wird definitiv zum Irrlehrer degenerieren

14 Das alles hörten die Pharisäer. Die waren geldgierig und spotteten über ihn.“

Mit Lukas 16, 14-18 begegnet Jesus dem Spott aller falschen Geistlichen aller Zeitalter, die durchaus kein Problem damit haben, keinen Unterschied zu sehen zwischen einem weltlichen (profanen) Beruf und dem Beruf des Geistlichen. Sie verspotten jene (Jesus und die ihm treu sind), die wie Gott eine scharfe Trennung machen zwischen dem weltlichen Beruf und dem geistlichen.

Der weltliche Beruf dient – und das ist vollkommen legitim – zum Broterwerb, aber der ordinierte Geistliche will nicht Brot erwerben, sondern Seelen gewinnen – er vertraut darauf, dass Gott ihn direkt versorgt (besoldet) mittels der freiwilligen Spenden der Gläubigen. Anders ausgedrückt: Der Beruf des Geistlichen ist überhaupt nicht einem normalen, weltlichen Beruf vergleichbar, da es dem Geistlichen nicht um Broterwerb (das Nehmen einer ganz bestimmten Summe Geldes für eine ganz bestimmte Dienstleistung) geht bzw. gehen darf; der Beruf des Geistlichen ist eine eigene Kategorie neben den weltlichen Berufen. Ein Geistlicher wurde aus seinem weltlichen Beruf herausgerufen, um für Gott Seelen zu gewinnen, statt mit Broterwerb beschäftigt zu sein; er wird von Gott versorgt mittels der Gaben der Gläubigen, wobei er nicht für einzelne Dienstleistungen etwas bekommt (das wäre ja der schnöde Kommerz), sondern er bekommt „einfach so“ etwas, weil er ein offizieller (ordinierter) Diener Gottes ist.

15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid’s, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn was hoch ist bei den Menschen, das ist ein Gräuel vor Gott.“

Die Pharisäer und Schriftgelehrten hielten so hoch von sich, dass sie sich berechtigt fühlten, die gewöhnlichen Juden quasi zu besteuern (wie der Staat seine Bürger besteuert). Ähnliches gilt für heutige katholische Priester und evangelische Pfarrer; sie denken sich überhaupt nichts dabei, wenn der Staat für sie eine Zwangsabgabe eintreibt, die man Kirchensteuer nennt – dieses System aber ist Gott ein Gräuel und auch die Geistlichen selbst, die von diesem System profitieren.

Heutige Geistliche sind dem Herrn sogar in doppelter Weise ein Gräuel: Sie beten den Teufel an, indem sie dem Mammon dienen und sie lehren falsch. Sie müssen falsch lehren, weil sie den Geist nicht haben, der wegen ihrer Teufelsanbetung nicht bei ihnen sein kann („niemand kann zwei Herren dienen“).

Die Pharisäer und Schriftgelehrten sahen die gewöhnlichen Juden mehr oder weniger als Missgeburten bzw. Behinderte (lebensunwertes Leben), die aufgrund irgendeines Fluches das Gesetz nicht halten konnten. Noch perverser wird die Sache dadurch, dass natürlich auch die Pharisäer und Schriftgelehrten selbst das Gesetz nicht wirklich hielten – sie waren Mega-Heuchler. Sie richten das Volk für Sünden, die sie selber (heimlich) begingen – absolut pervers.

Johannes 7, 49

Nur das Volk tut’s, das nichts vom Gesetz weiß; verflucht ist es. (diese skandalöse Bemerkung machten die Pharisäer und Schriftgelehrten einmal über das Volk)

Johannes 9, 34

Sie (die Pharisäer und Schriftgelehrten) antworteten und sprachen zu ihm (ein Blindgeborener, dem Jesus das Gesicht wiedergegeben hatte; R. B.): Du bist ganz in Sünden geboren und lehrst uns? Und sie stießen ihn hinaus. (jener war zwar tatsächlich ganz in Sünden geboren, aber sie auch, was sie heuchlerisch leugneten)

Heutige Geistliche richten niemand, sondern legalisieren die Sünde: Sie sagen den Menschen, sie könnten in jeder beliebigen Sünde leben und kämen trotzdem in den Himmel. Die Predigt der heutigen Geistlichen ist für die Menschen sicherlich sehr verlockend – angenehmer, als von einem Pharisäer und Schriftgelehrten gerichtet zu werden -, aber am Ende genauso tödlich wie das Scharfrichten der Pharisäer und Schriftgelehrten, denn die Sünde selbst tötet. Indem man die Menschen in ihren Sünden lässt, fügt man ihnen genauso oder mehr Schaden zu, wie wenn man sie (scharf-)richtet. Die Tatsache, dass die heutigen Geistlichen die Menschen in ihren Sünden lassen, zeigt, dass sie die Menschen nicht nur nicht lieben, sondern sogar hassen. Es ist kein großer Unterschied zwischen der Menschenverachtung der alten Pharisäer und Schriftgelehrten und der Menschenverachtung heutiger Geistlicher.

Jesus ruft den heutigen Geistlichen zu: Ihr seid ein Gräuel für Gott, Gott hat einen Ekel an euch.

16 Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt, und jedermann drängt sich mit Gewalt hinein. 17 Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt.“

Durch Vers 16-17 zeigt Jesus an, dass das, was er in Bezug auf die Pharisäer und Schriftgelehrten („das Gesetz und die Propheten reichen bis Johannes“) gesagt hat, auch für christliche Geistliche gilt („von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt).

(wer das liest, der merke auf!)

„jedermann drängt mit Gewalt hinein“

„Jedermann“ will Christ sein (die Hoffnung auf die Herrlichkeit im Himmel), allerdings ohne Buße getan zu haben (kein Verzicht auf Herrlichkeit auf Erden) – das empfindet Gott als sehr derbe Gewalttätigkeit. Die heutigen Geistlichen aber sprechen: „Es ist Gottes Beruf, zu vergeben, Buße nicht notwendig.“ Sie sprechen gleichsam: „Durch Gottes Gnade ist Herrlichkeit hier und Herrlichkeit dort möglich; ihr braucht auf Herrlichkeit hier nicht zu verzichten, um Herrlichkeit dort zu haben“.

Allen falschen Christen und falschen Geistlichen schleudert Gott (Jesus) entgegen: „17 Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, als dass ein Tüpfelchen vom Gesetz fällt.“

Das Gesetz Gottes ist unerbittlich und gültig von Ewigkeit zu Ewigkeit. Am Jüngsten Tag werden alle Sünder, die sich nicht besserten (durch die Kraft von Jesu Tod und Auferstehung), nicht in der Heiligung durch den Geist lebten, zur ewigen Verdammnis verurteilt werden, egal was sie geglaubt haben.

18 Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht die Ehe; und wer die von ihrem Mann Geschiedene heiratet, der bricht auch die Ehe.“

Über den geistlichen Zustand alter und moderner Geistlicher gibt ihr Sozialverhalten Auskunft. Die Scheidung des Geistlichen von seiner Ehefrau zeigt an, dass er geistlich von Gott und seiner Kirche geschieden ist. Die sichtbare Scheidung von der Ehefrau ist ein Bild auf die unsichtbare Scheidung von Gott und seiner Kirche.

Die Ehe eines Geistlichen, der mit Gott im Einklang ist, wird Gott erhalten, bis dass der (physische) Tod sie scheide.

Die Ehe eines Geistlichen, der mit Gott nicht im Einklang ist, wird Gott nicht erhalten und sie wird sozusagen durch den geistlichen Tod des Geistlichen geschieden, lange vor dem physischen Tod von Mann oder Frau.

 

 

 

 

 

 

 

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Von der Treue im Geringsten – oder: Geldgier macht aus begabten Predigern Irrlehrer (Ketzer, Häretiker); Auslegung Lukasevangelium 16, 10-13

Lukas 16, 10-13

10 Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. 11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer wird euch das wahre Gut anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu seid, wer wird euch geben, was euer ist? 13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Auslegung

Das Obige sagte Jesus einmal zu seinen Jüngern; vorher hatte er ihnen das Gleichnis vom ungerechten Verwalter erzählt. Mit dem Gleichnis vom ungerechten Verwalter wollte Jesus seine Jünger das Folgende lehren: Sie sollten nicht versuchen, mit Hilfe der Religion Profit zu machen, wie es die Pharisäer und Schriftgelehrten taten, sondern unter Verzicht auf Gewinn und ggf. durch das Einbringen eigener Mittel (durch gewöhnliche Arbeit verdientes Geld), Seelen zu gewinnen suchen.

2. Korinther 12, 15 Ich (Paulus; R. B.) aber will gern hingeben (Geld, dass er durch seiner Hände Arbeit verdient hatte; R. B.) und hingegeben werden für eure Seelen (die Seelen der Gläubigen zu Korinth; R. B.).

10 Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.“

Das „Geringste“, wovon Jesus spricht, ist die Haltung des Jüngers bezüglich des Finanziellen. Würde ein Jünger in Bezug auf das Finanzielle nicht bereit sein, die richtige Haltung einzunehmen, würde das zu seinem vollständigen geistlichen Ruin führen („ist auch im Großen ungerecht“), der durch falsches Lehren zum Ausdruck käme. Umkehrt darf man für einen Jünger, der die richtige Haltung bezüglich des Finanziellen einnimmt, die allergrößten Hoffnungen haben, dass er ganz und gar mit dem Heiligen Geist erfüllt werden wird, der ihm hilft, richtig zu lehren („ist auch im Großen treu“).

(es ist wirklich etwas Großes, wenn einer die reine Lehre auf Grundlage des Befundes der Bibel bringt – das ist das, was der Heilige Geist lehrt -, denn fast alle predigen erdichteten Quatsch, wodurch Menschen in den Abgrund gerissen werden)

11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer wird euch das wahre Gut anvertrauen? 12 Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu seid, wer wird euch geben, was euer ist?“

Das „wahre Gut“ ist der Heilige Geist. Durch Geldgier („mit dem ungerechten Mammon nicht treu sein“) wird der Heilige Geist gedämpft bzw. sogar ausgelöscht („wer wird euch das wahre Gut anvertrauen?“).

Zum Beispiel könnte ein begabter Prediger des Evangeliums auf die Idee kommen, für seine Predigten Gebühren zu verlangen (bei Veranstaltungen dieses Predigers würden dann Eintrittsgelder verlangt). Dies aber wäre Gott ein Gräuel. Gott möchte nicht, dass man eine geistliche „Leistung“ (z. B. Predigt) direkt in Rechnung stellt, wie ein Arzt für eine bestimmte Behandlung eine bestimmte Gebühr erhebt.

Matthäus 10, 5-11

5 Diese Zwölf (die zwölf Apostel; R. B.) sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter, 6 sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. 7 Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. 8 Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch. 9 Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben, 10 auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert. 11 Wenn ihr aber in eine Stadt oder ein Dorf geht, da erkundigt euch, ob jemand darin ist, der es wert ist; und bei dem bleibt, bis ihr weiterzieht (hiermit ist eine kostenlose Beherbergung der Apostel durch einen Gläubigen gemeint; R. B.).

Aus diesem Abschnitt aus dem Matthäusevangelium geht eindeutig hervor, dass ordinierte Geistliche für ihre „Leistungen“ keine direkten Gebühren erheben sollen – „umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch.“

Allerdings geht aus diesem Abschnitt auch hervor, dass der ordinierte Geistliche sehr sowohl mit einer freiwilligen Unterstützung (z. B. kostenlose Beherbergung) seitens der Gläubigen an einem Ort rechnen darf („bei dem bleibt, bis ihr weiterzieht.“); allerdings materialisiert diese Unterstützung, wie gesagt, nicht in bestimmten Gebühren für bestimmte Leistungen (das wäre ja der schnöde Kommerz). Im Falle eines längeren Dienstes an einem größeren Ort kann man auch an eine Besoldung durch die Gemeinde denken (die Gemeinde zu Philippi unterstützte den Apostel Paulus in vorbildlicher Weise). Ordinierte Geistliche werden also vom Herrn versorgt, nicht indem sie für bestimmte Leistungen bestimmte Gebühren nehmen, sondern indem eine Gemeinde ihnen etwas gibt aufgrund der Tatsache ihrer Ordination bzw. aufgrund der Tatsache, dass sie offenbare Diener Gottes sind – das Ganze geschieht natürlich auf einer freiwilligen Basis und der echte Prediger wird niemals versuchen, Gaben zu erzwingen.

Dieses System hat den großen Vorteil (vermutlich hat Gott es deswegen so etabliert), dass dadurch falsche Prediger abgewehrt werden, die nur Geld verdienen wollen bzw. das geistliche Amt als einen profanen (weltlichen) Beruf zum Zweck des Broterwerbs sehen. Der echte Prediger ist ja nicht Prediger geworden, weil er damit die Hoffnung verband, auf ein sehr einfache Art und Weise (einfacher als in einem weltlichen Beruf) Geld verdienen zu können, sondern weil ihn Gott ordiniert bzw. aus seinem weltlichen Beruf (Bäcker, Metzger, Schneider, Fuhrmann, etc.) heraus in diesen Dienst gerufen hat (der echte Ordinierte will Seelen gewinnen, das ist ihm wichtig). Ein echter Geistlicher kann den Glauben aufbringen, dass er in einer Stadt, wo er Dienst tut, von den Gläubigen versorgt werden wird auf Grundlage freiwilliger Spenden – wird er nicht ausreichend versorgt, arbeitet er eben mit seinen eigenen Händen und verdient sich etwas hinzu. Solch einen Glauben kann ein falscher Prediger nicht aufbringen, sondern er wird für jede klitzekleinste Leistung eine Gebühr verlangen – er sieht ja mindestens innerlich seinen Dienst als profane Erwerbsarbeit zum Zweck des Broterwerbs (keinesfalls wird er sich dazu „herablassen“, auf freiwillige Spenden zu hoffen oder mit seinen eigenen Händen für seinen Unterhalt zu arbeiten).

„13 Kein Knecht kann zwei Herren dienen; entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“

Hier nun wird Jesus ganz deutlich: Würde ein ordinierter Geistlicher Gebühren für konkrete „Leistungen“ (z. B. eine Predigt) verlangen, dann wäre das schlicht und ergreifend Teufelsanbetung („dem Mammon dienen“). Es ist klar, dass jemand, der den Teufel anbetet, vom Glauben an Jesus abgefallen ist. Dies ist gleichbedeutend mit der Auslöschung des Heiligen Geistes, was wiederum bedeutet, dass der Geldgierige im Laufe der Zeit zu einem Irrlehrer degenerieren wird, denn ohne den Heiligen Geist kann man nicht richtig lehren. Durch nichts kann man Gott mehr hassen als durch falsche Lehre und durch nichts kann man ihn mehr lieben als durch richtige Lehre.

Johannes 14, 26

Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein (Jesu; R. B.) Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch (die Jünger Jesu; R. B.) alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Der große Lehrer der Christenheit ist der unsichtbare Heilige Geist. Er ist die Person der Gottheit, die gegenwärtig tatsächlich auf Erden gegenwärtig ist, so wie der sichtbare Jesus vor ca. 2000 Jahren auf Erden die Gottheit vertreten hat. Der Heilige Geist wohnt unter jenen, die an Jesus glauben – man kann den Geist selbst nicht sehen, aber sein Haus, die Kirche. Gott stattet die Gläubigen, die Glieder der Kirche, die lebendigen Bausteine seines Hauses, mit verschiedenen Geistesgaben aus. Eine Geistesgabe ist die Fähigkeit, richtig zu lehren, das heißt die Lehre zu bringen, die auf dem Befund der Bibel fußt.

 

Sind katholische Priester und evangelische Pfarrer im Geringsten und im Großen treu?

Katholische Priester und evangelische Pfarrer mögen sich rühmen, ihre Veranstaltungen seien völlig kostenlos, woraus man den Schluss ziehen könnte, sie kämen dem Gebot des Herrn nach, aus Religion kein Geschäft zu machen. Vor jeder Tür einer katholischen oder evangelischen Kirche steht jedoch ein unsichtbarer Pförtner, der Eintrittsgeld verlangt. Wenn man wissen will, wieviel Eintrittsgeld er verlangt, braucht man bloß auf seiner Lohnabrechnung unter dem Punkt Kirchensteuer nachzusehen. Der Pförtner, der für die katholische und die evangelische Kirche die Eintrittsgelder entgegennimmt, ist der Staat.

Anders ausgedrückt: Jeder Berufstätige hat schon vor Besuch eines evangelischen oder katholischen Gottesdienstes eine Gebühr entrichtet in Form des Abzugs der Kirchensteuer vom Bruttolohn. Katholische Priester und evangelische Pfarrer machen also durchaus ein Geschäft aus der Religion. Wie oben bereits gesagt, löscht jener, der ein Geschäft aus der Religion macht, den Geist aus. Das spürt man auch ganz deutlich an der Qualität von Predigten heutiger katholischer Priester und evangelischer Pfarrer; durch sie spricht nicht der Geist des Herrn (Jesus), sondern der Geist Barack Hussein Obamas, des Antichristen.

Wollte man heute die evangelische Kirche neu reformieren (für die katholische Kirche halte ich das für gänzlich unmöglich), würde dazu auch Folgendes gehören: Abschaffung der Kirchensteuer, die nichts anderes als eine verwerfliche Zwangsabgabe ist, und Finanzierung des Unterhaltes der Geistlichen durch freiwillige Spenden der Gemeindeglieder. Würden die freiwilligen Spenden nicht ausreichen, dann müssten die Geistlichen eben durch Arbeit mit ihren eigenen Händen in einem weltlichen Beruf etwas dazu verdienen – „mein Gott, wäre das denn so schlimm?“

 

Sind evangelikale Prediger treu?

Nein, auch an der Eingangstür jeder evangelikalen Freikirche steht ein unsichtbarer Pförtner, der Eintrittsgeld abkassiert; die Evangelikalen haben eine spezielle Irrlehre bezüglich des Umgangs mit Geld. Sie lehren (zumindest unterschwellig ist diese Lehre da), man müsse immer alles Geld, das man besitzt, sofort spenden, sodass im Idealfall die Geldbörse immer buchstäblich leer ist und alle Konten immer auf mathematisch Null sind. „Glaube“ bedeutet für die Evangelikalen, immer alles sofort zu geben und für den nächsten Tag Gott zu vertrauen.

Extremfall: Ein evangelikaler Prediger steigt in den Zug, ohne Fahrkarte, in dem „Glauben“, jemand würde ihm während der Fahrt eine Fahrkarte schenken, bevor der Kontrolleur kommt. Nicht allein was diese Lehre der Evangelikalen angeht, bin ich stockungläubig, denn ich werde mir immer vor Antritt einer Fahrt mit dem Zug eine Fahrkarte kaufen – das würde auch Jesus, der Anfänger und Vollender des Glaubens, so machen, wenn er heute noch auf Erden leben würde.

Allein diese eine spezielle Irrlehre zeigt, wie hirnamputiert die Evangelikalen sind. Sie haben zwar recht, dass die Bibel das irrtumsfreie Wort Gottes ist, aber legen die Bibel leider völlig verkehrt aus – ihre Prediger seien verflucht, über die gewöhnlichen Gemeindeglieder der Evangelikalen erbarme sich der Herr und führe sie heraus zur wahren christlichen Kirche.

Hinweis: Was Jesus in der Bergpredigt (Matth. 5-7) über Sorglosigkeit bezüglich des nächsten Tages sagte, gilt nur für sakramental getaufte (einschließlich Kindertaufe) Christen und nicht für Evangelikale. Jesus rief nicht dazu auf, immer alles sofort zu geben, sondern zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten (siehe Anmerkung, unten), was zunächst eine Sache der Gesinnung ist. Wer zuerst nach dem Reich Gottes trachtet, dem wird Gott die Arbeit im weltlichen Beruf erleichtern; die Krönung dessen ist es, in den vollzeitlichen Dienst berufen zu werden (Ordination). Diese Ehre verleiht Gott Menschen, die das Wohlgefallen Gottes erlangten, indem sie über einen gewissen Zeitraum (individuell verschieden) immer wieder neu Buße getan haben über Sünden und während dessen ohne Murren in einem weltlichen Beruf arbeiteten. Den Ordinierten hat Gott aus seinem weltlichen Beruf (Schneider, Bauer, Mechaniker, etc.) herausgerufen und einen neuen Beruf gegeben: Geistlicher – ein wirklicher, seriöser, ehrenhafter Beruf. Ein Christ, der den Beruf Geistlicher (der christlichen Kirche) hat, der darf damit rechnen, mittels Spenden der Gemeindeglieder von Gott direkt versorgt zu werden (damit kann und darf ein gewöhnlicher bzw. nicht-ordinierter Christ nicht rechnen). Allerdings wird er im Falle mangelnder Spendenbereitschaft immer bereit sein, wieder für eine Weile seinem weltlichen Beruf nachzugehen, um sein täglich Brot zu verdienen.

 

Wie bekommt man den Heiligen Geist?

Den Heiligen Geist bekommt man durch Buße (Umkehr, Bekehrung), Glaube und sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe. Die eigentliche Wiedergeburt (neue Geburt aus Wasser und Geist) ist die Taufe. In Zusammenhang mit der Taufe wird der Geist gegeben. Die Taufe ist kein magisch-mechanischer Akt, durch den man Gott zu etwas (zum Geben des Geistes) zwingen könnte. Der Geist wird nur gegeben, wenn man auch (zumindest mental) in Verbindung steht mit der Kirche, die die Taufe als das Bad der Wiedergeburt betrachtet und lehrt, dass man durch die Kraft der Taufe als Christ leben kann („lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“): Durch die Taufe sind wir mit Christus gestorben und mit ihm auferstanden – so können wir in einem neuen Leben wandeln trotz unseres sündigen Leibes. Für die Gültigkeit einer Taufe ist es auch notwendig, dass die taufende Kirche das richtige Gottesbild hat (ein Gott in drei Personen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist) und auf den Taufbefehl Jesu hin tauft.

 

Anmerkung

Der wahre Christ klammert den Umgang mit Geld nicht aus der Herrschaft Jesu Christi über sein Leben aus, d. h. sein ganzer Besitz, Geld, Vermögen, etc. steht Gott zur Verfügung – das ist zunächst eine Sache der Gesinnung und bedeutet nicht, dass alle Konten immer gleich auf Null heruntergefahren werden müssen, indem man alles spendet. Nein, worauf es zunächst ankommt, ist die Gesinnung. Der Herr kennt ja mein Herz, ob ich an meinem Vermögen hänge oder ob ich es wirklich Ihm anbefohlen habe, ob „mein“ Vermögen wirklich Ihm gehört. Wenn eine konkrete Situation kommt, wo meine Spendenbereitschaft gefragt ist, wird es auch offenbar werden, wie mein Herz es wirklich meint. Anders ausgedrückt: Wenn ein Bruder oder Schwester in Not meiner materiellen Hilfe bedarf und ich leiste sie nicht, dann zeigt das, dass ich doch in götzendienerischer Weise an meinem Vermögen hänge. Niemand kann zugleich Götzendiener und Christ sein. Wer sein Herz an sein Vermögen hängt, fällt damit vom Glauben an Jesus ab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Gleichnis vom untreuen (ungerechten) Verwalter (Lukasevangelium 16, 1-9) – Kurzauslegung

Lukas 16, 1-9

1 Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. 3 Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. 4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. 5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6 Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. 7 Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. 8 Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. 9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Auslegung

Mit Hilfe falscher Lehre pressten die Pharisäer und Schriftgelehrten den gewöhnlichen Juden Geld ab. Bildlich gesprochen war dieses abgepresste Geld der „Lohn“ des „reichen Mannes“ (der Teufel) aus dem Gleichnis für einen „treuen Verwalter“ (Pharisäer und Schriftgelehrte).

(die Pharisäer und Schriftgelehrten hatten sozusagen eine „Festanstellung“ beim Teufel, der sie gut „bezahlte“)

Im Gegensatz zu den Pharisäern und Schriftgelehrten predigten die Jünger Jesu das reine Evangelium und pressten den Gläubigen kein Geld ab. Bildlich gesprochen verzichteten die Jünger Jesu auf den „Lohn“ des „reichen Mannes“ (der Teufel) aus dem Gleichnis für einen „treuen Verwalter“.

(die Jünger Jesu verzichteten auf eine gut bezahlte „Arbeitsstelle“ beim Teufel)

Kurz gesagt: Einfach indem die Jünger Jesu das reine Evangelium predigten, machten sie sich Freunde mit dem ungerechten Mammon. Die Predigt des reinen Evangeliums machte das Abpressen von Geld unmöglich, also bedeutete die Predigt des reinen Evangeliums für die Jünger Verzicht auf „leicht verdientes“ Geld; aber man gewann dafür wirkliche Freunde, das heißt Brüder in Christus.

 

Anmerkung

Die Pharisäer und Schriftgelehrten enthielten den gewöhnlichen Juden einen Erlöser vor; deswegen konnten die gewöhnlichen Juden das Gesetz nicht halten. Durch ständige Gesetzesbrüche wurden sie vor den Pharisäern und Schriftgelehrten immer wieder neu erniedrigt (was den Pharisäern und Schriftgelehrten sicherlich nicht ganz unrecht war). Parallel dazu blieben die Juden durch ihre Schuld an den Teufel gebunden, waren geknechtet.

Bildlich gesprochen weigerten sich die „treuen Verwalter“ (Pharisäer und Schriftgelehrte) die „Schuldscheine“ (Schuld) der „Schuldner“ (gewöhnliche Juden) zu „tilgen“. Ein „treuer Verwalter“ durfte aber mit der pünktlichen Zahlung seines „Lohnes“ durch seinen Herrn rechnen, das heißt der Teufel wirkte kräftig mit, wenn die falsch lehrenden Pharisäer und Schriftgelehrten den gewöhnlichen Juden Geld abpressten.

Ein wirklicher reicher Mann hat Einkünfte unter anderem auch dadurch, dass Schuldner ihre Schulden zurückzahlen. Hat ein reicher Mann einen untreuen Verwalter, der Schulden nicht konsequent eintreibt, verringert sich dadurch seine Zahlungsfähigkeit und Zahlungsbereitschaft – er wird schließlich den untreuen Verwalter entlassen, was die Einstellung der Lohnzahlungen bedeutet (der Verursacher verringerter Zahlungsfähigkeit soll sie zuerst zu spüren bekommen). Indem die Jünger Jesu durch die Predigt des reinen Evangeliums den Juden, die offen in Sünde lebten (Zöllner und Sünder), zur Erlösung verhalfen, taten sie bildlich gesprochen Folgendes: „Sie tilgten Schuldscheine“ der „Schuldner“ des „reichen Mannen“, das heißt im Bilde, sie reduzierten das „Einkommen“ des „reichen Mannes“. Dies musste dazu führen, dass  sie bildlich gesprochen vom „reichen Mann“ „entlassen“ wurden und ihren „Lohn“ verloren – in der Wirklichkeit bedeutete dies, dass sie nicht wie die Pharisäer und Schriftgelehrten mit Hilfe des Teufels Geld von den Gläubigen erlangen konnten.

 

Ergänzung

Das Gleichnis vom ungerechten Verwalter war an die Jünger Jesu gerichtet (siehe Vers 1). Jesus wollte damit seine Jünger davor warnen, sich auf den Weg der Pharisäer und Schriftgelehrten zu begeben, die aus Religion ein Geschäft gemacht hatten, denen es nicht um das Seelenheil der Juden gingen, sondern nur um Profit. Die Jünger sollten sich genau umgekehrt wie die Pharisäer und Schriftgelehrten verhalten: Sie sollten bereit sein, auf Geld zu verzichten bzw. sogar Geld zu investieren (siehe Paulus, Apostelgeschichte 20, 33-35), um Seelen zu gewinnen – so konnten sie sich Freunde (Brüder in Christus) mit dem ungerechten Mammon machen.

 

 

 

 

 

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Das Gleichnis vom untreuen (ungerechten) Verwalter – Auslegung Lukasevangelium 16, 1-9

Lukas 16, 1-9

1 Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. 3 Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. 4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. 5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6 Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. 7 Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. 8 Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. 9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Auslegung

Das Gleichnis vom ungerechten Verwalter muss man im Zusammenhang sehen mit Lukas, Kapitel 15, wo Jesus durch drei Gleichnisse den unbarmherzigen Pharisäern und Schriftgelehrten seinen barmherzigen Umgang mit Zöllnern und Sündern erklärt.

Vielleicht wäre es für die Pharisäer und Schriftgelehrten ein Leichtes gewesen, die Botschaft Jesu von der Barmherzigkeit mit den Sündern anzunehmen, wenn damit nicht auch der Herrschaftsanspruch Gottes über ihr „Portfolio“ (ich meine damit ihr Vermögen) verbunden gewesen wäre. In den Augen Gottes und Jesu war wahre Barmherzigkeit dadurch gekennzeichnet, dass sie ggf. auch materielle Verluste in Kauf nahm, wenn es die Lage erforderte.

Der „reiche Mann“ im Gleichnis ist der Teufel. Der natürliche Mensch (die „Schuldner“) ist dem Teufel verfallen, weil er die degenerierte Natur des gefallenen Adam biologisch geerbt hat – das nennt man auch Erbsünde. Der natürliche Mensch steht zum Teufel in einer Beziehung wie ein Schuldner zu einem hartherzigen Gläubiger.

Man kann sich den „untreuen Verwalter“ aus dem Gleichnis auch zu der Zeit vorstellen, als er noch treu gegenüber dem „reichen Mann“ war; ein „treuer Verwalter“ würde die Pharisäer und Schriftgelehrten versinnbildlichen. Wie ein treuer Verwalter nicht bereit ist, Schuldscheine von Schuldnern seines Herrn zu tilgen, so waren auch die Pharisäer und Schriftgelehrten nicht bereit, die geistliche Schuld der Zöllner und Sünder nachzulassen, auch dann nicht, wenn diese bußfertig waren. Die Pharisäer und Schriftgelehrten dienten treu dem Teufel, waren seine „treuen Verwalter“.

(in der Realität ist der wahre Gläubiger aller Schuldner, das heißt Sünder, Gott; jener aber, der die Schuld der Schuldner, die sie bei Gott haben, nicht nachlassen will, ist der Teufel; daraus folgt, dass die „Schuldscheine“ des Teufels eigentlich gar nicht gültig sind, denn er ist nicht der wahre Gläubiger, der ein Recht hätte, Schulden einzutreiben; weiter ist wichtig, dass die Schuldner trotz der ungültigen „Schuldscheine“ des Teufels eine wirkliche Schuld vor Gott haben, die beglichen werden muss; für die wirkliche Schuld gab Gott seinen Sohn Jesus als Lösegeld, d. h. Gott will dem Menschen seine Schuld nicht behalten, wie der Teufel, sondern sehr, sehr gerne nachlassen)

Das Verhalten des „Verwalters“, der untreu gegenüber dem „reichen Mann“ ist – wie im Gleichnis geschildert -, ist ein Bild darauf, wie die Jünger Jesu mit den (bußfertigen) Zöllnern und Sündern umgehen sollten: Sie sollten ihnen ihre Schuld nachlassen. Indem die Jünger Jesu den bußfertigen Sündern und Zöllnern ihre Schuld nachließen, waren sie zwar in den Augen des Teufels „untreue Verwalter“, aber in den Augen Gottes seine (Gottes) treuen Diener.

Natürlich ging es bei der Schuld der Zöllner und Sünder nicht um Geldschulden, sondern um geistliche Schuld. Die Zöllner und Sünder waren schuldig durch ihre Sünden. Allerdings hat das Ganze doch auch einen materiellen Aspekt. Die Pharisäer und Schriftgelehrten hatten die gewöhnlichen Juden fest im Griff, weil sie ihnen eine Religion predigten, die keine Erlösung brachte. Durch ihre Sündenschuld, von der sie durch die Religion der Pharisäer und Schriftgelehrten nicht erlöst wurden, waren die gewöhnlichen Juden sozusagen Knechte der Pharisäer und Schriftgelehrten, die selbst wiederum Knechte des Teufels waren. Die Pharisäer und Schriftgelehrten hielten so hoch von sich (siehe Anmerkung, unten), dass sie sich berechtigt fühlten, die gewöhnlichen Juden quasi zu besteuern:

Lukas 20, 47 sie (die Pharisäer und Schriftgelehrten; R. B.) fressen die Häuser der Witwen und verrichten zum Schein lange Gebete. Die werden ein umso härteres Urteil empfangen (beim jüngsten Gericht; R. B.).

Markus 7, 11-12 11 Ihr (die Pharisäer und Schriftgelehrten; R. B.)  aber lehrt: Wenn einer zu Vater oder Mutter sagt: Korban – das heißt: Opfergabe soll sein, was dir von mir zusteht –, 12 so lasst ihr ihn nichts mehr tun für seinen (bedürftigen; R. B.) Vater oder seine Mutter.

Die Geldgier der Pharisäer und Schriftgelehrten ging so weit, dass sie sich nichts dabei dachten, sich sogar bei Bedürftigen (Witwen, bedürftige Eltern) zu bedienen und damit deren Not noch schlimmer zu machen.

Die jüdische Religion bestand aus dem Tun von Gesetzeswerken, das heißt die religiösen Juden versuchten aus eigener Kraft gerecht zu sein durch das Halten der Gebote und menschlicher Beigaben – allerdings musste das Ganze selbst bei dem ehrlichsten Juden doch eine formelle Sache sein und bleiben, denn die Sünde nahm Anlass am Gebot; selbst wenn ein Jude ehrlich die Gebote halten wollte, stand er der Tatsache seiner natürlichen Sündhaftigkeit gegenüber, die ihn sündigen ließ, obwohl er rein gemütsmäßig gar nicht sündigen wollte (siehe Römer 7; in Römer 7 schildert Paulus seine Vergangenheit als unerlöster Sünder, die er in Form seines Leibes  mit sich herumtrug; als Gesamtperson war Paulus aber erlöst bzw. der Sünde abgestorben und in Christus gekleidet, sodass er nicht tat, was sein Leib wollte).

Zu der Gerechtigkeit aus Werken gehörte natürlich auch das Spenden für den Lebensunterhalt der Geistlichen (Pharisäer und Schriftgelehrte). Das war eine Sache, die man noch im Rahmen der jüdisch-bürgerlichen Gerechtigkeit fertigbringen konnte – hier stand einem die natürliche Sündhaftigkeit nicht so sehr im Wege wie sonst.

Wäre ein gewöhnlicher Jude nicht bereit gewesen, für den Unterhalt der jüdischen Geistlichen mit aufzukommen, wäre er von diesen scharf verklagt worden. Sicherlich hätten sie sein Judentum angezweifelt und seine Verbindung mit dem Gott Israels in Frage gestellt. Auf diese Weise war die jüdische Religion ein nützliches Werkzeug in der Hand der Pharisäer und Schriftgelehrten, das ihnen immer wieder neu Zugang zu den Geldbörsen, Schatztruhen, etc. der Juden verschaffte.

„1 Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.“

Wie gesagt, durch einen „Verwalter“, der Schuldscheine tilgt bzw. deren Tilgung zulässt, wird ein Jünger Jesu versinnbildlicht, der das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus predigt, wodurch Sünder frei werden können von der Knechtschaft der Sünde und Schuld.

Römer 3, 24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

Römer 3, 28 So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben (an Jesus; R. B.).

Römer 6, 17-18 17 Gott sei aber gedankt, dass ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun von Herzen gehorsam geworden der Gestalt der Lehre (Jesus; R. B.), der ihr ergeben seid. 18 Denn indem ihr nun frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte geworden der Gerechtigkeit.

Das hat natürlich den Zorn des Teufels auf die Jünger Jesu zur Folge, der seine Felle davonschwimmen sieht. Im Gleichnis wird der Zorn des Teufels auf die Jünger Jesu versinnbildlicht durch die Entlassung des „Verwalters“ durch den „reichen Mann“, mit der Begründung, er verschleudere ihm seinen Besitz.

„Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.“

Hätten ein Pharisäer und Schriftgelehrter (wider Erwarten) angefangen, das Evangelium von Jesus zu predigen, hätte er damit sein religiöses Geschäft (Business) mit den Seelen der gewöhnlichen Juden ruiniert. Das Evangelium von Jesus kann natürlich nur jemand predigen, der selbst an Jesus glaubt. Das heißt durch den Begriff „untreuer Verwalter“ im Gleichnis wird ein Pharisäer und Schriftgelehrter versinnbildlicht, der zum Glauben an Jesus konvertierte. Durch seinen Glauben an Jesus, der das Predigen des Evangeliums von Jesus beinhaltete, verließ er den Dienst des Teufels, d. h. bildlich gesprochen, er konnte kein „Verwalter“ des „reichen Mannes“ mehr sein.

In der Realität „bezahlte“ der Teufel die Pharisäer und Schriftgelehrten, die ihm treu blieben, durch die Gelder, die jene den gewöhnlichen Juden mit Hilfe falscher Lehre abpressten.

3 Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. 4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. 5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6 Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. 7 Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.“

Der „Verwalter“, der dem sicheren Verlust seiner Arbeitsstelle entgegensieht (das heißt in der Realität: den Zorn des Teufels auf sich ziehen), tut das einzig Richtige: Er macht sich beliebt bei den „Schuldnern“ (bußfertige Sünder, die an Jesus glauben), damit sie ihn aufnähmen. Wer sich bei bußfertigen Sündern, die an Jesus glauben, beliebt macht, macht sich natürlich auch bei Gott beliebt.

Praktisch: Ein Jünger Jesu, der in finanzieller Hinsicht wenig von den bisher Bekehrten unterstützt wird, wodurch ihn der Teufel entmutigen will (das ist eben der Zorn des Teufels), predigt das Evangelium erst recht („auf Teufel komm‘ raus“), und zwar ohne es zu verfälschen. Notfalls geht er sogar einem weltlichen Beruf nach (arbeitet mit seinen Händen), um seinen Unterhalt zu verdienen (das tat z. B. der Apostel Paulus, der zeitweise der Unterstützung durch die Gemeinden ermangelte bzw. der der teuflisch-niederträchtigen Unterstellung begegnen wollte, für ihn sei die Gottseligkeit nur ein Mittel zum Gewinn).

8 Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. 9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.“

Mit „Herr“ in Vers 8 ist Jesus gemeint. Er lobt natürlich den „ungerechten Verwalter“ nur als ein Bild auf einen Jünger Jesu, der den Sündern Befreiung von Schuld durch Glauben an Jesus predigt und sich damit geistliche Brüder („Freunde“) macht unter Inkaufnahme finanzieller Einbußen (die finanzielle Einbuße besteht darin, dass Prediger des Evangeliums niemals den gläubig Gewordenen Geld in der Weise abpressen, wie das die Pharisäer und Schriftgelehrten bei den Juden taten); beziehungsweise, Vers  8-9 sind ein rhetorisches Lob der Ungerechtigkeit des „Verwalters“, den Jesus durch die Formulierung „denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts“ einen Moment lang einen realen Verwalter sein lässt.

(bildlich gesprochen bedeuten finanzielle Einbußen, die der Prediger des Evangeliums erleidet, den Verlust der „Arbeitsstelle beim reichen Mann“; das heißt man verliert seine „Arbeitsstelle“ beim Teufel, aber das ist ja eigentlich nichts Schlimmes)

Was Jesus sagen will, ist Folgendes: Es ist so unendlich erstrebenswert und wertvoll, aus Sündern Christen zu machen durch „Tilgung ihrer Schuldscheine“, dass es sogar wert wäre (wenn es nicht kriminell wäre), dafür anvertraute Gelder zu veruntreuen bzw. das Vermögen des Arbeitgebers zu belasten („zu verschleudern“). Jesus meint nicht, dass man tatsächlich (in der Realität) anvertrautes Geld oder Vermögen veruntreuen darf oder soll, denn das wäre ja kriminell. Wie gesagt, es geht um ein rhetorisches Lob der Ungerechtigkeit des „Verwalters“, den Jesus einen Moment lang einen wirklichen Verwalter sein lässt.

Nur wenn man den „reichen Mann“ als Teufel sieht, ist das Handeln des „Verwalters“ lobenswert, denn Jesus hat die Schuld der Sünder durch seinen Tod am Kreuz bezahlt, sodass die bußfertigen Sünder, die an Jesus glauben, nicht mehr durch ihre Schuld an den Teufel gebunden sind – er muss sie loslassen, seine „Schuldscheine“ gegen die Sünder sind durch Jesu Tod vollends ungültig (sie waren eigentlich schon ohne den Tod Jesu ungültig, da der wahre Gläubiger der Sünder Gott ist; durch Tilgung der Schuld selbst, die das eigentliche Problem war, werden nun irgendwelche „Schuldscheine“ des Teufels vollkommen gegenstandslos).

Kolosser 2, 11-15 11 In ihm (Jesus; R. B.) seid ihr (die Gläubigen der Kirche von Kolossä; R. B.) auch beschnitten worden mit einer Beschneidung, die nicht mit Händen geschieht, als ihr nämlich euer fleischliches Wesen ablegtet in der Beschneidung durch Christus. 12 Mit ihm seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. 13 Und er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. 14 Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet. 15 Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich zur Schau gestellt und hat einen Triumph aus ihnen gemacht in Christus.

Wie gesagt, für die Pharisäer und Schriftgelehrten war die Gottseligkeit ein Mittel zum Gewinn, das heißt sie waren Diener des Teufels. Sie suchten nicht das Seelenheil ihrer Schäfchen, sondern wollten sich nur bereichern, und das sogar unter Inkaufnahme der ewigen Verdammnis ihrer Schäfchen durch falsche Belehrung.

Die Apostel Jesu waren genau das Gegenteil der Pharisäer und Schriftgelehrten, das heißt sie waren wirkliche Diener Gottes. Sie suchten nicht Zugang zu den Geldbörsen ihrer „Schäfchen“, sondern nur deren Seelenheil und nahmen dabei nicht nur in Kauf ggf. nichts zu verdienen, sondern sogar noch etwas hineinzubuttern – die Apostel waren also durchaus keine weltgewandten Geschäftsleute (die unter dem Deckmantel der Religion agierten), denn jemanden, der auch noch Geld in sein Geschäft hineinsteckt, wird niemand als gewandten Geschäftsmann bezeichnen. Dafür aber waren sie sehr gute Seelsorger und für diesen Zweck wurden sie als Geschäftsmänner gerne zu Schanden.

Apostelgeschichte 20, 33-35 33 Ich (Paulus, der große Apostel; R. B.) habe von niemandem (die Gläubigen zu Ephesus; R. B.) Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. 34 Denn ihr wisst selber, dass mir diese Hände (die Hände des Paulus; R. B.) zum Unterhalt gedient haben für mich und die, die mit mir gewesen sind. 35 Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.

„sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten“

Der wahre Jünger und Apostel ist bereit, so weit zu gehen, dass er seine Belohnung für das Predigen des Evangeliums notfalls erst in der kommenden Welt erwartet. Wenn ihn in dieser Welt niemand unterstützt, dann arbeitet er eben mit seinen eigenen Händen, wie selbst der große Apostel Paulus tat und hofft auf Lohn in der kommenden Welt. Keinesfalls wird der wahre Jünger und Apostel die Lehre verfälschen, um Gaben von seinen „Schäfchen“ zu erheischen – das würde ihm die heißeste Hölle einbringen.

 

Anmerkung

Die Pharisäer und Schriftgelehrten benutzen (missbrauchten) das Gesetz der Thora als Schlagstock. Die Pharisäer und Schriftgelehrten zürnten dem Volk, beleidigten und verfluchten es. Grundlage hierfür war die Tatsache, dass das Volk das Gesetz nicht hielt. Es konnte das Gesetz nicht halten, weil es der Erlösung entbehrte, die in Christus Jesus ist (diese Erlösung wurde ihnen von den Pharisäern und Schriftgelehrten vorenthalten, die natürlich auch selbst nicht an einen Erlöser glaubten).

Kurz gesagt: Für die Sünde (Gesetzesbrüche) des Volkes waren eigentlich die Pharisäer und Schriftgelehrten selbst verantwortlich, weil sie ihnen einen Erlöser vorenthielten. Trotz der Tatsache aber, dass sie für die Sünde des Volkes selbst verantwortlich waren, zürnten sie dem Volk, beleidigten und verfluchten es, wenn es sündigte – das Ganze war ein äußerst teuflisches, böses Spiel.

Man muss dahinter ein Kalkül vermuten: Wahrscheinlich war es den Pharisäern und Schriftgelehrten sogar ganz recht, dass das Volk immer wieder neu durch seine Sünde bzw. Gesetzesbrüche erniedrigt wurde, denn dadurch wurden sie relativ zum Volk erhöht – im Gegensatz zum Volk schienen sie das Gesetz zu halten, aber das war in Wirklichkeit alles rein äußerlicher Schein (in aller Heimlichkeit sündigten sie genauso wie oder schlimmer als das Volk – siehe heute katholische Priester, die heimlich Kinder missbrauchen).

 

 

 

 

 

 

 

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Warnung an das Volk Israel: „Schwere Zeiten stehen Euch bevor; wie lange noch wollt Ihr Gott nicht begegnen im neuen Tempel?“

Israel stehen schwere Zeiten bevor.

Warum?

Gott will dieses Äon beenden. Der einzige Grund, warum es bisher überhaupt einen Zeitlauf bzw. Zeit gab, war der, dass immer wieder Menschen von der sündigen Welt in die christliche Kirche wechselten. Gott schuf die Welt bisher deshalb nicht ab, weil sie ihm immerhin noch als Pool bzw. Reservoir für zukünftige Gläubige dienen konnte. Die heutige Welt aber ist Gott ein Gräuel, denn sie ist nicht nur sündig, was sie schon immer war, sondern widerstrebt seinem Retterwillen in nie dagewesener Weise – das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus findet absolut keinen Anklang mehr.

Wir sehen uns heute mit der Tatsache konfrontiert, dass praktisch keine Menschen mehr zum Glauben an Jesus kommen. Evangelikale Bekehrungen zählen nicht, denn die Evangelikalen (siehe Anmerkung, unten) sind keine wirklichen Christen bzw. aus der christlichen Kirche ausgeschlossen. Eine Welt, in der keine Menschen mehr zum Glauben an Jesus kommen, ist in Gottes Augen reif für die Abschaffung.

Gott will eigentlich den jüngsten Tag anbrechen lassen, aber es steht im etwas im Wege: Nach dem Befund der Bibel, kann der jüngste Tag erst kommen, wenn sich das Volk Israel zum Christentum bekehrt hat. Es ist aber wahrscheinlicher, dass aus einem Stein, der am Ufer des Jordan herumliegt, ein Christ (Kind Gottes) wird, als dass aus einem Juden ein Christ wird. Die einzige Möglichkeit für Gott, die Juden zur Konversion zum Christentum zu bewegen, ist Zucht, Zucht und nochmals Zucht.

Gott berennt auf das Kommen des jüngsten Tages. Gleichzeitig aber kann er ihn nicht tatsächlich kommen lassen – sind ihm die Hände gebunden -, weil das Volk Israel noch nicht zum Christentum konvertiert ist; das heißt nichts anderes, als dass Gott in den kommenden Jahren Israel sehr, sehr schwer züchtigen wird, damit sie zum Christentum konvertieren und er endlich den jüngsten Tag kommen lassen kann. Die einzige Möglichkeit für Israel, dieser Züchtigung aus dem Wege zu gehen, ist die Konversion zum Christentum.

Das Christentum ist die Vollendung des alten Bundes, von dem wir im Tanach (Altes Testament) lesen. Es ist durchaus nicht so, dass das Christentum eine völlig neue oder andere Religion wäre bezüglich der Religion, die auf dem Befund des Tanach fußt (Jesus hat eigentlich keine neue Religion eingeführt, sondern nur die Lehre von der Erlösung des Menschen, die auch schon eine Lehre des Tanach war, mehr in den Vordergrund gestellt). Schon zu alttestamentlicher Zeit war wahre Frömmigkeit nur möglich durch eine Begegnung mit dem Gott Israels, durch einen Erlöser. Aus der Kraft einer Begegnung mit dem Gott Israels konnte ein alttestamentlicher Jude als wirklicher Frommer leben (bei der Begegnung mit Gott wurde die Verbindung mit dem Erlöser hergestellt). Eine Begegnung mit dem Gott Israels war möglich in dem Tempel (das Gebäude aus Stein) zu Jerusalem, wo Gott gegenwärtig war, in dem Gott tatsächlich wohnte.

Die Hauptsache bei einer Begegnung mit Gott ist, dass man von seinem natürlichen Wesen gänzlich abgebracht wird, und mit einem Erlöser verbunden wird. Allerdings war Jesus zur Zeit des Alten Testamentes noch nicht gestorben und wieder auferstanden – die befreiende Kraft seines Todes und seiner Auferstehung war noch nicht in historischer Wirklichkeit vorhanden, war noch nicht historisches Faktum geworden. Aufgrund dieser Tatsache konnte die Begegnung eines Juden mit Gott im Tempel zu alttestamentlicher Zeit noch nicht die Tragweite haben, wie die heutige Begegnung eines Menschen (egal ob Jude oder Heide) mit Gott in der sakramentalen Taufe einschließlich Kindertaufe.

Die heutigen Juden haben ein Problem: Sie haben (aus ihrer Sicht) keinen Tempel mehr (der steinerne Tempel wurde 70 nach Christus durch die Römer zerstört). Selbst wenn heute ein Jude wollte, könnte er seinem Gott nicht mehr auf alttestamentliche Weise begegnen, denn der Tempel ist nicht mehr vorhanden.

Lässt Gott sein Volk tatsächlich seit nunmehr fast 2000 Jahren ohne einen Ort, wo sie durch Begegnung mit ihm Kraft für ein frommes Leben empfangen können?

Nein, noch bevor der alte Tempel aus Steinen zerstört wurde, baute Gott schon einen neuen Tempel. Dieser Tempel besteht aber nicht aus Steinen, die im Steinbruch gewonnen werden, sondern aus lebendigen Steinen. Zur Zeit Jesu war das die Schar der Jünger in Gemeinschaft mit Jesus; heute ist das die christliche Kirche, in der Gott gegenwärtig ist durch den Heiligen Geist.

Der Tempel, auf den die Juden so sehnsuchtsvoll warten, ist längst da: die christliche Kirche.

Nochmals:

Wenn es wahr ist, dass Frömmigkeit von einer Begegnung mit Gott im steinernen Tempel zu Jerusalem abhing zu alttestamentlicher Zeit, Gott aber den Juden (aus ihrer Sicht) seit nunmehr ca. 2000 Jahren keinen neuen Tempel gegeben hat, dann mussten alle Juden der letzten ca. 2000 Jahre im Unglauben sterben, denn sie hatten keine Möglichkeit, durch eine Begegnung mit Gott wirklich fromm zu werden.

Das kann man aber beim besten Willen Gott nicht unterstellen, er habe es in Kauf genommen, dass alle Juden der letzten ca. 2000 Jahre im Unglauben sterben mussten – unmöglich, völlig unvorstellbar.

Es muss auch in den letzten ca. 2000 Jahren eine Möglichkeit für einen Juden gegeben haben, Gott zu begegnen, das heißt es muss seit spätestens 70 nach Christus ein neuer Tempel vorhanden sein, der den alten, steinernen ersetzt.

Tatsächlich, seit der Zeit als Johannes der Täufer predigte (Johannes der Täufer predigte mehrere Jahrzehnte vor der Zerstörung des steinernen Tempels), ist ein neuer Tempel vorhanden: die Gemeinschaft der Menschen, die an Jesus glauben.

In der sakramentalen Taufe einschließlich Kindertaufe begegnet der Mensch Gott auf nie gekannte Art und Weise. Da es mittlerweile historisches Faktum ist, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, ist die Begegnung mit Gott in der Taufe wesentlich intensiver, als die Begegnung mit ihm im alten, steinernen Tempel, der nicht mehr vorhanden ist. Die Taufe ist das Bad der Wiedergeburt: Wir sterben und auferstehen zusammen mit Jesus bzw. durch die Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus. Welchen Sinn sollte der Tod Christi gehabt haben, als nur den, unsere verdorbene, sündige Natur in den Tod zu tragen. Welchen Sinn sollte seine Auferstehung gehabt haben, als nur den, uns in ein göttliches Leben mit hineinzunehmen. Durch die Auferstehung haben wir ein neues Wesen: Christus selbst. Der Sünde abgestorben und in Christus können wir als wirkliche Fromme leben trotz unseres Leibes, der sündig in sich selbst ist, trotz der Tatsache, dass wir an sich Sünder sind.

 

Anmerkung

Was sind Evangelikale?

Evangelikale zeichnen sich durch das Praktizieren der schändlichen Wiedertaufe aus, die sie intern natürlich einfach Taufe nennen (sie betrachten ihre Taufe als die legitime). Falls ein Mensch, der als Kind sakramental getauft wurde, das große Pech hat, sich zu den Evangelikalen zu verirren und sich ihnen zu allem Unglück auch noch anschließen will, wird von ihm verlangt, sich noch einmal taufen zu lassen. Diese zweite Taufe ist die schändliche Wiedertaufe. Die Evangelikalen lehren neben ihrer falschen Taufe auch noch eine falsche Wiedergeburt, die als unabhängig gesehen wird von jeder Form der Taufe (im Gegensatz dazu lehrt die christliche Kirche, dass die sakramentale Taufe das Bad der Wiedergeburt ist). Die Taufe der Evangelikalen ist nur ein Gehorsamsakt und öffentliches Bekenntnis des Glaubens – bei der evangelikalen Taufe wird also nicht der Täufling durch Gott wiedergeboren, sondern der Täufling tut vermeintlich etwas für Gott. Die Evangelikalen bringen den Täufling somit völlig von seiner Kindertaufe ab, die allein ihm Kraft geben könnte, als wahrer Christ zu leben (die Kindertaufe hat den unschätzbar großen Vorteil, dass durch sie die Wiedergeburt des Täuflings klar definiert ist – „ich bin getauft, ich bin wiedergeboren“). Außerdem wird der Täufling ganz auf sich selbst zurückgeworfen und muss sich nun auf eine obskure, nicht genau definierte Wiedergeburt stützen (Evangelikale sind häufig mit der Frage beschäftigt, ob sie denn nun wirklich wiedergeboren bzw. gläubig seien – das liegt daran, dass ihre Wiedergeburt nicht genau definiert ist und de facto auch gar nicht wirklich existiert). Der ganze Glaube der Evangelikalen ist nicht metaphysische Wirklichkeit, sondern Fiktion, Illusion und Wahn; auch wenn sie sich noch so ehrlich und ernsthaft vornehmen, durch die Kraft Jesu ein neues Leben zu führen bzw. Jesus nachzufolgen, bleiben sie doch ganz beim Alten, bei ihrem alten, unerlösten Wesen, denn sie ermangeln des Tauftodes; sie ermangeln des Tauftodes, weil sie die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe verwerfen und ihre eigene (nicht auf dem Befund der Bibel beruhende) symbolische Taufe haben und ihre eigene (ebenfalls nicht auf dem Befund der Bibel beruhende) sogenannte Wiedergeburt. Egal was die Evangelikalen mit dem Munde bekennen mögen, unterm Strich versuchen sie Jesus aus eigener Kraft nachzufolgen; das muss in Verzweiflung bis hin zum Selbstmord enden.

Die Taufe der Evangelikalen ist eigentlich eine Anti-Taufe bzw. Pseudotaufe. Durch die Kombination der falschen Taufe mit der falschen Lehre von der Wiedergeburt kehrt der evangelikale Täufling, der durch seine Kindertaufe Gott ganz einfach und unkompliziert nahen könnte, ganz zu sich selbst zurück. In der Taufe der Evangelikalen wird genau das Gegenteil von dem symbolisiert, was in der sakramentalen Taufe (meist Kindertaufe) der Kirche wirklich geschieht: Der Mensch kommt nicht zum Ende mit sich selbst und kehrt zu Gott heim, sondern er kommt zum Ende mit Gott und kehrt sich ganz zu sich selbst, wird ganz auf sich selbst geworfen. In sich selbst findet er aber nur Abgründe der Sünde, der Verdorbenheit und der Verzweiflung. Die evangelikale Taufe bzw. ihre ganze Glaubenslehre ist also ein geistliches Verbrechen, denn der evangelikal Getaufte erleidet einen unermesslich großen geistlichen Schaden.

Die sakramentale Taufe der Kirche im Gegensatz zur symbolischen Taufe der Evangelikalen:

Durch die sakramentalen Taufe (das ist übrigens die Taufe, die wirklich auf dem Befund der Bibel fußt) stirbt und aufersteht der Täufling  zusammen mit Jesus – sein altes, natürliches Wesen wird für tot erklärt und er gelangt in Christus hinein, wodurch er ein neues Wesen erhält; der Täufling wird also tatsächlich von Neuem geboren durch die Taufe, das Bad der Wiedergeburt (der Täufling wird von Neuem geboren aus Wasser und Geist). Gott handelt bei der sakramentalen Taufe und lässt es metaphysische Wirklichkeit werden, dass der Täufling in der Taufe mit Christus stirbt und aufersteht.

Wer sich auf seine sakramentale Taufe (meist Kindertaufe) stützt, ist der Sünde abgestorben und in Christus. Durch diese zwei Heilstatsachen kann er sein sündiges Fleisch, sein natürliches Wesen, sich selbst mit samt seinen alten Gewohnheiten und Neigungen, überwinden und Gott und seinen Nächsten lieben.

 

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Erklärung von schwierigen Begriffen aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukasevangelium, Kap. 15, Verse 11-32)

Lukas 15, 11-32

11 Und er (Jesus; R. B.) sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. 13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. 14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. 25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

 

An wen war das Gleichnis  vom verloren Sohn gerichtet?

Jesus erzählte dieses Gleichnis jüdischen Pharisäern und Schriftgelehrten, die ihn scharf kritisierten für seinen barmherzigen Umgang mit Zöllnern und Sündern. Unter anderem durch das Gleichnis vom verlorenen Sohn wollte Jesus den Pharisäern und Schriftgelehrten sein Verhalten gegenüber den Zöllnern und Sündern erklären. Im Gegensatz zu Jesus bevorzugten die Pharisäer und Schriftgelehrten es, die Zöllner und Sünder zu richten.

Lukas 15, 1-3 1 Es nahten sich ihm (Jesus; R. B.) aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. 2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. 3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:

 

Was ist mit „Mensch“ gemeint?

Die religiösen Juden (z. B. Pharisäer und Schriftgelehrte) gingen sehr unbarmherzig mit jenen Juden um, die offen in Sünde lebten (die Zöllner und Sünder). Insofern waren sie aus Gottes Sicht Unmenschen. Indem Jesus den barmherzigen Vater aus dem Gleichnis „Mensch“ nennt, übt er indirekt Kritik an den religiösen Juden – vor dem hellen Hintergrund der Menschlichkeit des Vaters aus dem Gleichnis musste die Unmenschlichkeit der religiösen Juden wie ein dunkler Fleck erscheinen. Das Ganze gewinnt besondere Schärfe dadurch, dass ja der Vater aus dem Gleichnis ein Bild auf den wirklichen Gott ist. Die religiösen Juden sollten also erkennen, dass sie nicht nur Unmenschen waren, sondern auch im Gegensatz zu Gott standen.

 

Was wird durch „Söhne“ versinnbildlicht?

Damit sind die Juden gemeint. Die Juden standen von Haus aus in einer gewissen Beziehung zu Gott wie die Söhne aus dem Gleichnis zu ihrem Vater.

 

Warum „zwei Söhne“?

In dem Gleichnis geht es um zwei Arten von Juden, deswegen „zwei Söhne“.

 

Was bedeutet „jüngerer Sohn“?

Durch das Wort „jung“ soll eine gewisse Unerfahrenheit zum Ausdruck gebracht werden. Im Gegensatz zum „älteren Sohn“ war es dem  „jüngere Sohn“ nicht möglich bei seinem Vater zu bleiben trotz der zerstörten Beziehung. Sowohl der Ältere als auch der Jüngere hatten ja ihren Vater schwer beleidigt, indem sie schon vor seinem Tod das Erbe entgegennahmen. Mit dem Begriff „jüngerer Sohn“ wurden jene Juden zur Zeit Jesu versinnbildlicht, die offen in Sünden lebten, das heißt die Zöllner und Sünder. Sie versuchten nicht, den Makel ihres Getrenntseins von Gott unter einer dicken Schicht religiöser Tünche zu verbergen wie die religiösen Juden – insofern waren sie „jung und unerfahren“.

 

Worauf ist das Wort „Erbe“ oder „Erbteil“ ein Bild?

Damit ist das natürliche Wesen des (ungläubigen) Menschen gemeint, das in der Bibel häufig auch als „Fleisch“ bezeichnet wird.

Das Erbe der beiden Söhne im Gleichnis war mit Schande behaftet, da sie es vor dem Tod des Erblassers entgegennahmen. Genauso ist in unserer Realität das natürliche Wesen des (ungläubigen) Menschen mit Schande behaftet, weil es keine Beziehung hat zum Tod Gottes, des „Erblassers“, am Kreuz (Gott starb in der Person Jesu Christi am Kreuz).

 

Was bedeutet „sammelte zusammen“?

Das entspricht in der Realität dem Folgenden: Einer reißt sich zusammen.

Beispiel:

„Mutti, ich bin zu müde, die Hausaufgaben zu machen.“

Antwort:

„Nichts da, reiß dich mal zusammen!“

 

Was ist das „ferne Land“?

Das ist die sündige Welt und im engeren Sinne der unsichtbare Raum, wo sich der Teufel und seine Dämonen aufhalten (in der Bibel einfach „Luft“ oder „unter dem Himmel“ genannt).

Epheser 2, 1-3

1 Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. 3 Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.

Epheser 6, 12

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

 

Was heißt „zog in ein fernes Land“?

Es scheint etwas Gutes zu sein, wenn einer versucht, sich zusammenzureißen. Wenn einer sich aber nur auf Basis seines natürlichen Vermögens zusammenreißt, tut er damit in Gottes Augen nicht etwas Gutes, sondern etwas Schlechtes und er begibt sich damit auf eine „Reise in ein fernes Land“ (wer auf sein natürliches Wesen setzt, begibt sich allein schon dadurch in die Gottesferne).

 

Was heißt „brachte er sein Erbteil durch mit Prassen“?

Damit ist noch gar nicht das hemmungslose Sündigen gemeint, sondern einfach das Folgende: Man wirft sein Leben weg und geht dem Ruin entgegen (aus Gottes Sicht), einfach indem man sich auf sein natürliches Wesen stützt, einfach sein natürliches Wesen auslebt.

„Brachte er sein Erbteil durch mit Prassen“ ist also das „Leben“ (besser: die Existenz) des Menschen, der nicht mit der Quelle des Lebens verbunden ist. Es erscheint zunächst so unschuldig, so harmlos, so unverdächtig, auf das Natürliche zu setzen, aber in Wirklichkeit begibt man sich damit in die Gottesferne („zog in ein fernes Land“), wirft sein Leben weg und geht dem Ruin (in geistlicher, aber eventuell auch in psychischer, physischer und materieller Hinsicht) entgegen.

Der Mensch fällt hierbei der Lüge zum Opfer, der Mensch sei von Natur aus gut und nicht böse. Eine der gefährlichsten Irrlehren, die es gibt, ist die Verleugnung der Erbsünde, der Tatsache, dass alle Menschen die degenerierte Natur des gefallen Adam biologisch geerbt haben, auch die Juden. Wir alle (Juden und Heiden) haben die Sündhaftigkeit Adams geerbt.

(ein „Heide“ aus jüdischer Sicht ist ein Deutscher, Russe, Franzose, Grieche, Italiener, Engländer, Schwede, etc.)

 

Was bedeutet „als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben“?

Das heißt nicht anderes, als dass der, der auf das Natürliche setzt, definitiv im Ruin enden wird (auch wenn am Anfang alles gut aussehen mag) – es ist nur eine Frage der Zeit. Der Mensch, der nicht mit der Quelle des Lebens verbunden ist, dessen „Akkus“ laufen leer („das Seine verbrauchen“).

Über die sündige Welt kommt laufend eine „Hungersnot“. Dies wird jedoch nur von jenen bemerkt, deren „Akkus“ verbraucht sind. Die sündige Welt kann der Not der Menschen mit leeren „Akkus“ nicht begegnen (sie „darben“); im Gegenteil, der Fürst dieser Welt („Bürger jenes Landes“, Teufel) stürzt sich auf die Geschwächten – siehe das Folgende:

 

Was bedeutet „und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten“?

Was bedeutet „hängte sich an einen Bürger jenes Landes“?

Der rein natürliche Mensch, der keinen Erlöser hat, ist von Haus aus ruiniert, das heißt zwangsläufig dem Teufel verfallen; das sind alle Menschen, die nicht an Jesus Christus glauben. Im Gleichnis ist das Ganze eine zeitliche Abfolge, aber in der Wirklichkeit ist es ein Zustand, der Zustand des natürlichen Menschen, des Menschen, der nicht an Jesus glaubt.

Der „Bürger jenes Landes“ ist, wie gesagt, der Teufel. Er wird „Bürger“ genannt, weil seine Art und Weise das ganz Legitime ist in der sündigen Welt (in ihrer Reinstform gedacht). Die Dinge, die der Teufel wirkt, sind gemäß des Bürgertums der sündigen Welt. Ganz besonders wenn auf Erden eine heidnische Religion herrscht, wird die Gesellschaft fast ganz zur sündigen Welt in Reinstform. Israel war zur Zeit Jesu Teil des römischen Reiches, in dem die griechisch-römische Religion herrschte. Vieles, was aus der Sicht des Judentums schwerste Sünde war, war aus der Sicht der griechischen-römischen Religion sogar etwas Gutes. Juden, die aus jüdischer Sicht als offenbare Sünder lebten („der verlorene bzw. jüngere Sohn“), erhielten dafür von den Heiden (Römer, Griechen, etc.) auch noch Beifall.

Was heißt „Säue hüten“?

Das ist einfach das Leben des unerlösten (natürlichen) Menschen in seinen Lüsten und Begierden, die vom Teufel gewirkt werden (im Gleichnis waren ja die Säue Eigentum des Bürgers jenes Landes).

Epheser 2, 1-3

1 Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. 3 Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.

 

Was heißt „Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm“?

Der Mensch, der nur auf sein natürliches Wesen setzt, ohne einen Erlöser lebt, findet keine Befriedigung. Der Mensch ist so „konstruiert“, dass er etwas anbeten muss. Es gibt keinen Menschen auf Erden, der nicht irgendetwas anbetet (das ist gültig trotz des Lippenbekenntnisses mancher Menschen, sie seien völlig areligiös). Wenn der Mensch nicht Gott anbetet, d. h. nicht an einen Erlöser glaubt, muss er zwangsläufig den Teufel anbeten (wenige Menschen beten den Teufel im Geist, aber viele beten ihn in der Wahrheit an, das heißt sie begehen wirkliche Sünden). Im Gleichnis wird das durch die Formulierung „und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen“ zum Ausdruck gebracht (der Mensch versucht, sich durch Sünde zu befriedigen, aber damit betet er den Teufel an und verunreinigt sich). Der Mensch, der sich auf sein natürliches Wesen stützt, was zunächst sehr harmlos und unverdächtig erscheinen mag, liefert sich damit in der Folge dem Teufel aus und zwar definitiv.

Die Sünde ist zunächst äußerst verlockend, scheint den „Bauch zu füllen“, scheint „satt“ zu machen, zu befriedigen (dies suggeriert der Teufel dem Menschen), aber in Wirklichkeit gebiert sie den Tod (in geistlicher, aber auch physischer, psychischer und materieller Hinsicht).

Unter „Tod“ kann man außer dem physischen und dem geistlichen Tod auch Krankheit, Depression, Unglück, Armut, etc. verstehen.

Jakobus 1, 14-15 14 Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. 15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

 

Was bedeutet „da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger!“?

Die „Tagelöhner“ waren zur Zeit Jesu die Jünger Jesu in Gemeinschaft mit Jesus; heute ist das die Gemeinschaft der Gläubigen, die christliche Kirche. Die christliche Kirche („Tagelöhner“) hat „Brot die Fülle“, weil bei ihr Gott gegenwärtig ist, der die Auferstehung und das Leben ist. Da wo Gott gegenwärtig ist, ist Leben die Fülle und der Tod muss weichen.

Die Zöllner und Sünder („verlorener bzw. jüngerer Sohn“) zur Zeit Jesu, die sich durch ihre Sünden ruinierten,  sahen Jesus und seine Jünger in Gemeinschaft mit ihm („Tagelöhner“) und den „Wohlstand“, den sie genossen.

Der Fluch der Sünde (der Tod, siehe oben) wurde den Zöllnern und Sündern zum Segen, weil er bewirkte, dass sie auf Jesus und seine Jünger aufmerksam wurden (werden mussten), die in Gott die völlige Genüge hatten (das Leben in Fülle).

 

Was bedeutet „ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!“?

Normalerweise haben die Begriffe, die im Gleichnis vom verlorenen Sohn verwendet werden, nicht ihre wörtliche Bedeutung, sondern versinnbildlichen etwas. Zum Beispiel wurden durch den Begriff „der jüngere Sohn“ die Juden versinnbildlicht, die offen in Sünden lebten, das heißt die Zöllner und Sünder.

Die Formulierung „ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir“ ist aber eine Formulierung aus der Realität bzw. keine Bildersprache. Der „jüngere Sohn“ im Gleichnis nahm sich dieses Schuldbekenntnis vor, um physischen Hunger loszuwerden. Daraus folgt, dass das Schuldbekenntnis der Zöllner und Sünder in der Realität nicht nur zur Stillung des geistliches Hungers führte, sondern zu völliger Genüge in jeglicher Hinsicht (geistlich, psychisch, physisch und materiell).

Die Formulierung „ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße“ bedeutet in der Realität, dass der Mensch sich nicht mehr auf sein natürliche Wesen stützt, nicht mehr glaubt, er könne sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen.

Die Formulierung „mache mich zu einem deiner Tagelöhner“ lässt sich, wie folgt, erklären: Ein Tagelöhner trat in ein Verhältnis zu seinem Arbeitgeber nicht aufgrund seines natürlichen Wesens, das womöglich Sympathie bei seinem Arbeitgeber erregt hätte, sondern einfach aufgrund eines (mündlichen) Vertrages (Arbeitsvertrag). Auch heute, wenn sich einer irgendwo bewirbt, geht es nicht darum, ihn als Person unter Berücksichtigung persönlicher Merkmale in eine Gemeinschaft (ähnlicher Personen) aufzunehmen, sondern es geht darum, ihn allein in seiner Eigenschaft als Arbeitskraft in eine Arbeitsgemeinschaft einzugliedern. Kurz gesagt: Wenn einer eine Arbeitsstelle sucht, spielen alle seine natürlichen Veranlagungen, die er neben seiner Arbeitskraft hat, keine Rolle; das Verhältnis zwischen Arbeiter und Arbeitgeber basiert allein auf folgendem Rechtsgeschäft: Der Arbeiter verspricht eine bestimmte Arbeitsleistung und der Arbeitgeber im Gegenzug angemessenen Lohn. Der Punkt bei der Sache ist, wie schon gesagt, dass das Rechtsgeschäft zustande kommt unabhängig von den persönlichen Eigenschaften des Arbeiters, die er neben seiner Arbeitskraft hat.

Bezogen auf Zöllner und Sünder in der Realität: Gott nimmt also die Zöllner und Sünder auf Grundlage eines Aktes auf, der Ähnlichkeit mit einem Rechtsgeschäft hat – er nimmt die Sünder auf unabhängig von ihrem natürlichen Wesen -, allerdings über ein Rechtsgeschäft noch weit hinausgeht. Gott schaut nicht auf das natürliche Wesen der Zöllner und Sünder – darin besteht die Ähnlichkeit zu einem Rechtsgeschäft -, die bei ihm „unterkommen“ wollen, sondern allein auf ihr Begehren, er wolle sie doch aufnehmen und auf ihre Buße und ihr Verleugnen des Natürlichen.

Hinweis: Keineswegs soll mit dem Begriff „Tagelöhner“ ausgedrückt werden, dass man sich das Heil durch Werke verdienen könnte.

 

Was bedeutet „und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn“?

Gott reagiert sehr empfindsam auf das Begehren jener, die nicht auf ihr natürliches Wesen setzen und umkehren wollen, er wolle sie doch bei sich aufnehmen: Er nimmt sie nicht nur auf, ohne auf ihr natürliches (verbogenes) Wesen zu schauen, sondern nimmt sie so gar so bei sich auf, als ob sie ganz seinen Wünschen entsprechen würden (siehe Anmerkung, unten). Dieser Akt, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem „Rechtsgeschäft“ hat (Gott schaut bei diesem Akt nicht auf das natürliche Wesen des Menschen), aber doch weit darüber hinausgeht, ist in der Realität die sakramentale Taufe. Da nimmt Gott die Zöllner und Sünder bei sich auf (was heute in der Taufe geschieht, konnte Jesus, in dem die Fülle der Gottheit wohnte, zu seinen Lebzeiten auch ohne Taufe erledigen). Bei diesem Vorgang der Aufnahme werden die Sünder gleichzeitig von Neuem geboren: Der alte Mensch der Sünde wird für tot erklärt und sie kommen in Christus hinein. Durch die Taufe wird also der Sünder nicht nur aufgenommen, sondern auch zu einem wohlannehmbaren, wohlangenehmen Sohn gemacht.

Durch das „küsste ihn“ kommt zu Ausdruck, dass Gott den Sünder in der Taufe tatsächlich anrührt. Durch nichts kann der Mensch Gott näher kommen als durch die sakramentale Taufe.

Durch die Formulierungen „als er aber noch weit entfernt war“ und „er lief“ wird klar, dass nicht der Sünder zu Gott kommt, sondern Gott kommt zum Sünder in das „ferne Land“ und holt ihn heim, bringt ihn nach Hause. Der Sünder muss nur die Voraussetzung erfüllen, dass er bußfertig ist und nicht mehr auf sein natürliches Wesen setzen will (und er muss Aufnahme bei Gott begehren). Die Abkehr vom natürlichen Wesen wird besiegelt durch den Tauftod: Wir sind mit Christus gestorben in der Taufe. Nur der Mensch, der glaubt, dass er mit Christus gestorben ist in der Taufe, ist ein Mensch, der sich wirklich sicher sein kann, dass er nicht mehr auf das Natürliche setzt, sondern auf Gottes Gnade.

Die Evangelikalen bzw. „Bibeltreuen“ mögen noch so sehr danach trachten, nichts aus eigener Kraft zu tun, sondern durch Jesus; es wird ihnen aber nicht gelingen, denn sie ermangeln des Tauftodes, wodurch die natürliche Existenz definitiv beendet wird.

(Hinweis zur Taufe der Evangelikalen: Die Taufe der Evangelikalen ist nicht sakramental und somit kommt der evangelikale Täufling nicht in den Genuss der Vernichtung seiner alten, schäbigen Existenz bzw. bleibt ganz beim Alten).

 

Was bedeutet „der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße“?

Die Erklärung hierzu, siehe oben. Interessant ist, dass der Sünder nur dann im Angesicht Gottes umkehren und nicht mehr auf sich selbst setzen kann, wenn das mit Bezug zur sakramentalen Taufe geschieht. Im Gleichnis: Der Sohn spricht sein Schuldbekenntnis erst aus, als der Vater in heimgeholt hat. Als er noch im „fernen Land“ war und sein Vater ihn noch nicht heimgeholt hatte, konnte er sich sein Schuldbekenntnis nur vornehmen. Beim echten Christentum steht alles mit den Sakramenten in Verbindung – alle steht und fällt mit dem Gebrauch der Sakramente.

 

Was bedeutet „aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein“?

Das „Gewand“ ist Christus, in den wir hineingetauft werden. Wichtig: Auch der perverseste und schlimmste Sünder kommt durch die Taufe sofort („schnell“) in Christus hinein. Christen sollen sich nur in Christus kennen und nicht nach dem, was sie natürlicherweise sind (waren), nicht nach der natürlichen Persönlichkeit – entscheidend ist das „Gewand“.

Wenn Christen große Leistungen vollbracht haben, geben sie Christus die Ehre und nicht sich selbst. Christus ist ihr „goldener Ring“, ihr Ruhm und ihre Ehre.

Gott macht durch die Taufe aus Sündern Boten Gottes: die „Schuhe“.

Durch die Taufe sterben und auferstehen wir zusammen mit Jesus: das „geschlachtete Kalb“.

Im Zusammenhang mit der Taufe empfangen wir den heiligen Geist: „Lasst uns essen und fröhlich sein!“

Durch die Taufe dringen wir vom geistlichen Tod zum geistlichen Leben durch.

Durch die Taufe gelangen wir von der Gottesferne („verloren“) zur Gemeinschaft mit Gott („gefunden“).

In der wahren Kirche, die lehrt, dass man aus der Kraft der Taufe als wirklicher Christ leben kann, ist der heilige Geist tatsächlich gegenwärtig: „Und sie fingen an, fröhlich zu sein.“

 

Was bedeutet: „Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen“?

Der „ältere Sohn“ waren zur Zeit Jesu jene Juden, die die „Altklugheit“ besaßen, den Makel ihrer Gottesferne unter einer dicken Schicht religiöser Tünche zu verbergen.

Sie taten Gesetzeswerke („war auf dem Feld“), die Gott nicht wohlgefielen, denn sie waren nicht „Bewohner des Hauses“ (zu Lebzeiten Jesu war das „Haus“ die Schar der Jünger Jesu; heute ist das die christliche Kirche) und somit waren ihre Werke nicht in Gott getan.

Wenn die religiösen Juden die Schar der Jünger in Gemeinschaft mit Jesus anschauten („nahe zum Hause kamen“), mussten sie sich eingestehen, dass Gott dort gegenwärtig war: „Singen und Tanzen“.

 

Was bedeutet „und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn“?

Die Freude der Gläubigen durch die Gegenwart Gottes ist dem Religiösen fremd („was das wäre“). Der Religiöse ärgert sich darüber, dass Gott gegenüber den ehemaligen Sündern, die ganz offen und ohne Scham in Sünde gelebt hatten, Gnade walten lässt und sie aufnimmt, und will sich der Gemeinschaft der Gläubigen nicht anschließen („wollte nicht hineingehen“). Der Gemeinschaft der Gläubigen hätten sich die religiösen Juden angeschlossen durch Buße und Glaube an Jesus.

Bis einschließlich heute (21. Dezember 2018) bittet Gott die religiösen Juden, zum Christentum zu konvertieren („sein Vater ging heraus und bat ihn“). Würden sich heute in Sünde gefallene Juden (Juden die in offener Sünde leben) zum Christentum bekehren und an Jesus glauben, käme dadurch Gott den religiösen Juden, die ihre Sünde unter religiöser Tünche zu verbergen suchen, nahe, „ginge zu ihnen heraus“: Sie müssten sich eingestehen, dass Gerechtigkeit nicht durch das Gesetz kommt, sondern durch Glauben an  Jesus Christus.

 

29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.“

Den religiösen Juden steht ihre Selbstgerechtigkeit im Wege. Sie täuschen sich gröblich darin, sie hätten die Gebote Gottes noch nie übertreten. Gott gab ihnen nie einen „Bock“, weil er an ihrer Religion keinen Gefallen hat; er will nicht Religion, sondern dass Sünder Buße tun und von Neuem geboren werden. Die religiösen Juden bildeten eine geschlossenen Gemeinschaft, die allerdings fern von Gott war („Freundeskreis der Gottesfernen“). Sie ermangelten der Freude durch die Gegenwart Gottes („fröhlich gewesen wäre“). Sie richten die offenbaren Sünder („Hab und Gut mit Huren verprasst“), statt barmherzig die Sünde der Sünder auf folgenden unglücklichen Fehltritt zurückzuführen: Das Setzen auf das natürliche Wesen. Wären die religiösen Juden barmherzig gewesen, hätten sie die offenbaren Sünder als Opfer eines Fehltrittes betrachtet: zu glauben, der Mensch sei von Natur aus gut. Aber statt dessen rechnen sie ihnen ihre Sünde voll zu und ärgern sich darüber, dass Gott ihnen gnädig ist. Gott ruft die religiösen Juden nochmals auf, zum Glauben an Jesus zu konvertieren: „Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein“ (nur wer selber ein geretteter Sünder ist, freut sich über die Rettung anderer Sünder).

„Was mein ist, das ist dein“

Gott hat eine gewisse Beziehung zu allen Juden aufgrund des alttestamentlichen Bundes. Allerdings glaubten auch schon zu alttestamentlicher Zeit die wirklich Frommen an einen Erlöser. Der Glaube an einen Erlöser war schon Ziel des alten Bundes. Die alten Juden hätten Gott im Tempel zu Jerusalem begegnen können, um von ihm angerührt zu werden. Diese Begegnung mit Gott im steinernen Tempel wurde seit der Zeit, als Johannes der Täufer predigte, durch die Begegnung mit dem sichtbaren Jesus ersetzt, in dem die Fülle der Gottheit leibhaftig wohnte. Die Schar der Jünger in Gemeinschaft mit Jesus war der neue Tempel, der neue Ort der Gegenwart Gottes (Gott war unter den Jüngern durch Jesus gegenwärtig; Jesus inmitten der Schar der Jünger war das personifizierte Sakrament und machte aus Sündern Gläubige ohne Taufritual). Heute ist der Tempel die christliche Kirche, in der Gott gegenwärtig ist durch den heiligen Geist, und die Begegnung mit Gott findet statt in der Taufe, die von der Kirche zelebriert wird (der wirkliche Täufer bei jeder Taufe ist Gott selbst).

Die religiösen Juden müssen begreifen, dass das Christentum (der neue Bund) die Vollendung des alten Bundes ist. Der neue Tempel, auf den die Juden so sehnsuchtsvoll warten, ist schon längst da: die christliche Kirche.

Wenn die Juden den alten Bund richtig verstehen würden (es kam ja schon im alten Bund darauf an, mit einem Erlöser verbunden zu sein), würden sie an Christus glauben und sich taufen lassen.

Trotz der Tatsache, dass die Juden bisher mit dem alten Bund nicht zur Vollendung gekommen sind, fühlt sich Gott ihnen noch verpflichtet und ein Stück weit an den alten Bund gebunden: „Was mein ist, das ist dein“. Allerdings würde der alte Bund nur in seiner Vollendung zur Errettung vor der ewigen Verdammnis ausreichen; die Vollendung wäre die Begegnung mit Gott im neuen Tempel Gottes, der christlichen Kirche, durch die Taufe.

Warnung: Ein Jude, der nicht zum Christentum konvertiert, wird in der Hölle landen.

 

 

Anmerkung

Im Allgemeinen lassen sich die Menschen leiten von Sympathie und Antipathie, was ihre Beziehungen  zu anderen Menschen betrifft – das ist nicht unbedingt etwas Positives. Im Arbeitsleben ist der Mensch so vernünftig, einmal – so viel an ihm ist – von Sympathie und Antipathie abzusehen und eine Beziehung allein auf einen übergeordneten Zweck zu gründen (ich meine die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer). Bei Gott ist es so, dass er seine Beziehung zu den bußfertigen Sündern nicht nur auf einen übergeordneten Zweck gründet, der ihn von Sympathie und Antipathie wegschauen lässt, sondern er behandelt die bußfertigen Sünder, die bei ihm Aufnahme suchen, wie Leute, die ihm total sympathisch sind.

Der verlorene Sohn (der jüngere Sohn) wäre nach seinem Sinneswandel mit einer Tagelöhner-Beziehung zu Gott zufrieden gewesen; Gott aber macht ihn (wieder) zu seinem Sohn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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„Bibeltreue Christen“ (Evangelikale) und das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-32) – „hütest du noch immer die Schweine, bist noch immer ein Sünder?“

Lukas 15, 11-32

11 Und er (Jesus; R. B.) sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. 13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. 14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. 25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

„Bibeltreue Christen“ rühmen sich so gerne dessen, dass sie treu der Lehre der Bibel folgen, die sie für das irrtumsfreie Wort Gottes halten.

Die Bibel ist tatsächlich das irrtumsfreie Wort Gottes, aber leider wird sie von den „bibeltreuen Christen“ völlig falsch ausgelegt – sie bezeichnen sich also zu unrecht als bibeltreu.

Eines der Hauptkennzeichen „bibeltreuer Christen“ ist die Ablehnung der sakramentalen Taufe einschließlich Kindertaufe. „Bibeltreue Christen“ bevorzugen die Glaubenstaufe (Gläubigentaufe), die sie für biblisch halten. Gott handelt nicht am Täufling bei der Taufe (Glaubenstaufe) der „bibeltreuen Christen“. Ihre Taufe ist ein rein symbolischer Akt: ein Gehorsamsakt und öffentliches Bekenntnis des Glaubens. Die Evangelikalen haben eine obskure Wiedergeburt, die von ihrer Taufe unabhängig ist – es scheint nicht viel mehr zu sein, als dass einer traurig ist über seine Sünden und „glaubt“, dass Jesus am Kreuz für ihn starb (jener „Glaube“ ist nur ein Für-wahr-halten, da er keinen Bezug hat zur echten, sakralen Taufe, die Jesus eingesetzt hat). Anders als die Evangelikalen lehrt die christliche Kirche, dass die sakramentale Taufe das Bad der Wiedergeburt ist – wer sakramental getauft ist, für den gibt es keine Zweifel am eigenen Glauben und er ist einfach Gott gehorsam aus der Kraft seiner Taufe („der Glaubende ist gehorsam und der Gehorsame glaubt“).

Die „bibeltreuen Christen“ befinden sich mit ihrer Tauflehre im Irrtum.

Dieser Irrtum ist so schwer, dass man „bibeltreue Christen“ nicht wirklich als bibeltreu bezeichnen kann. Auch sind sie keine wirklichen Christen (die Evangelikalen sind aus der christlichen Kirche ausgeschlossen). Eine der Realität näher kommende Bezeichnung für einen „bibeltreuen Christen“ wäre „Wiedertäufer“. Tatsächlich ist es so, dass ein bereits gültig sakramental getaufter Mensch, der das große Pech hat, sich zu den „Bibeltreuen“ zu verirren, von jenen noch einmal mit ihrer schändlichen Badertaufe (es ist tatsächlich nur ein lächerliches Wasserbad) bzw. Glaubenstaufe getauft wird. Man bringt ihn damit ganz von seiner sakramentalen Taufe (meist Kindertaufe) ab, die allein ihm dazu verhelfen könnte, als wahrer Christ zu leben – insofern ist die Wiedertaufe kriminell und schändlich.

„Bibeltreue Christen“ haben oft das Problem, dass ihr Leben ein ständiges Fallen und Aufstehen ist – sie schaffen es nicht wirklich, die Sünde zu überwinden (nur vielleicht kurz nach der Bekehrung, wenn sie in einem Zustand der Euphorie sind – bald aber kommt die Ernüchterung und „der böse Geist kommt zusammen mit sieben anderen zurück in das leere, gekehrte und geschmückte Haus“). Sie trösten sich mit der Lehre, dass Gott einen immer wieder aufnehme, auch wenn man tausendmal in die gleiche Sünde gefallen sei bzw. immer wieder in die gleiche Sünde falle.

In den Worten des Gleichnisses vom verlorenen Sohn sind „bibeltreue Christen“ Menschen, die mit Schweinhüten beschäftigt sind (aber von sich behaupten, sie lebten wie Königskinder im Hause ihres Vater) – in der Realität: Sie dienen ihren Lüsten und Begierden; behaupten aber von sich das Folgende:

Durch ihren Glauben seien sie in Christus gekleidet („Gewand“). Durch ihren Glauben sei Christus ihr Ruhm und ihre Ehre („Ring“). Durch ihren Glauben seien sie Boten Gottes („Schuhe“). Durch ihren Glauben an Jesus hätten sie die Vergebung der Sünden („geschlachtetes Kalb“). Durch ihren Glauben hätten sie den Heiligen Geist („essen und fröhlich sein“). Durch ihren Glauben seien sie vom geistlichen Tod zum geistlichen Leben durchgedrungen. Durch ihren Glauben seien sie von der Gottesferne („verloren“) zur Gemeinschaft mit Gott („gefunden“) durchgedrungen.

(da der „Glaube“ der Evangelikalen keinen Bezug hat zur echten, sakralen Taufe, haben sie die genannten Heilsgüter nicht wirklich, sondern nur eine Vorstellung davon; ihr Glaube ist nicht der Glaube, der wirklich das Heil erlangt und ergreift; der ganze „Glaube“ der Evangelikalen ist letztendlich nichts weiter als frommer Wahn bzw. Fanatismus)

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, modifiziert:

Der Bürger jenes Landes (der Teufel) hatte ein großes Interesse daran, seinen treuen Sauhirten zu behalten. Da ließ er seine magisch-suggestiven Kräfte spielen und hypnotisierte den verlorenen Sohn: Durch den bösen Zauber des Bürgers glaubte der Sohn, er sei nach Hause zu seinem Vater zurückgekehrt trotz der Tatsache, dass er in Wirklichkeit noch auf dem Acker war und Schweine hütete. Manchmal sagte ihm sein Verstand, es könne doch nicht sein, dass er zu Hause bei seinem Vater wäre und gleichzeitig auf dem Acker bei den Schweinen, denn ein Mensch kann zu einem Zeitpunkt immer nur an einem Ort sein.

Lieber Leser, falls Sie evangelikal oder „bibeltreu“ sind, lassen Sie mich Ihnen etwas sagen. Es ist tatsächlich so, da hat Ihr Verstand ganz recht, dass Sie nicht gleichzeitig ein Sünder und ein Christ bzw. ein „Sauhirte“ und ein „Sohn im Hause des Vaters“ sein können. Wenn Sie, lieber Leser, ein gewohnheitsmäßiger Sünder sind, dann sind Sie definitiv kein Kind Gottes. Das ist kein Vorwurf an Sie – ich will Sie nicht richten -, sondern eine Ermunterung, einmal die eigene Glaubenslehre kritisch zu hinterfragen: „Funktioniert die Glaubenslehre, die ich habe, vielleicht nicht?“

In der Tat, die evangelikale Lehre funktioniert nicht. Der Hauptgrund dafür ist die falsche Tauflehre der Evangelikalen bzw. die Ablehnung der sakramentalen Taufe einschließlich Kindertaufe.

Der evangelikale „Christ“ bleibt trotz seines „Glaubens“ ganz bei sich selbst (beim „Schweinehüten“), auch wenn er sich noch so ehrlich und ernsthaft bekehrt hat.

Wenn wir das obige Gleichnis genau lesen, sehen wir, dass der Vater zu dem Sohn in das ferne Land (die sündige Welt) kommen musste, um ihn von dort heimzuholen.

Vers 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Aus Vers 20 geht eindeutig hervor, dass der Vater zum verlorenen Sohn in das ferne Land reiste („er lief“). Dabei ist wichtig, zu beachten, dass der verlorenen Sohn trotz der Tatsache, dass er seine Schuld bekennen wollte, immer noch in dem fernen Land war. In der Realität: Die Buße bzw. Umkehr allein bringt mich nicht von der sündigen Welt („fernes Land“) nach Hause zurück, sondern Gott muss zu mir in die Welt kommen, um mich ins Reich Gottes heimzuholen.

„fiel ihm um den Hals und küsste ihn“

Das ist die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe – bei der sakramentalen Taufe berührt Gott den Täufling wirklich („küsste ihn“). Wer von Gott berührt wurde, den hat das Leben „geküsst“.

Erklärung

Als Jesus Christus auf Erden lebte, machte er ohne Taufritual aus Sündern Christen. Das konnte er, weil er ja selbst das personifizierte Heil war: In Jesus war die Fülle der Gottheit gegenwärtig, die Neues schaffen konnte.

Das Entscheidende: Als Menschen dem sichtbaren Jesus begegneten, kamen sie dabei in die Gegenwart der unsichtbaren Gottheit. Zu Lebzeiten Jesu gab es keine Möglichkeit, Gott näher zu kommen, als durch eine Begegnung mit Jesus.

In dem Moment, wo Jesus zu jemand sprach: „Deine Sünden sind dir vergeben – gehe hin und sündige nicht mehr“ ging gleichzeitig unsichtbar, aber doch wirklich, auch göttliche Kraft von ihm (bzw. der gegenwärtigen Gottheit) aus, die den Sünder neu machte, sodass er in Tat und Wahrheit von nun an kein „Schweinehirte“ mehr war, sondern ein „Sohn im Hause seines Vaters“.

Das Gleiche, was zu Lebzeiten Jesu geschah, als Menschen dem sichtbaren Jesus begegneten, geschieht heute in der (sichtbaren) Taufe: Da kommt der Mensch in die Gegenwart Gottes, der ihn neu macht (ich meine hier natürlich die sakramentale Taufe der christlichen Kirche). Eine Taufe ist dann eine sakramentale Taufe, wenn die taufende Kirche glaubt, dass ihre Taufe das Taufbad der Wiedergeburt bzw. die Taufe zur Vergebung der Sünden ist. Weiter muss die taufende Kirche das richtige Gottesbild haben und auf den Taufbefehl Jesu hin taufen. Bei der sakramentalen Taufe wird der Täufling Gott übergeben, der ihn neu macht. Gott handelt wirklich am Täufling bei der sakramentalen Taufe.

Hinweis

Nach dem wörtlichen Verständnis ist der Begriff bibeltreuer Christ nichts Schlimmes bzw. sogar etwas Gutes – was kann es Besseres geben, als treu der Lehre der Bibel zu folgen und ein wahrer Christ zu sein.

Leider hat aber heute der Begriff bibeltreuer Christ eine negative Konnotation. Was man heute im Allgemeinen unter bibeltreuer Christ versteht, hat nichts mit der Bedeutung des Begriffs gemäß des wörtlichen Verständnisses zu tun. Jene, die man heute im Allgemeinen als bibeltreue Christen bezeichnet oder die sich selbst so bezeichnen, sind in Wirklichkeit gar nicht bibeltreu und auch keine wahren Christen.

Die „Bibeltreuen“ haben eine falsche Tauflehre, die nicht auf dem wirklichen Befund der Bibel gründet, das heißt schon was ihre Tauflehre angeht, sind sie nicht bibeltreu. Folglich ist die Taufe der „bibeltreuen Christen“ ungültig. Mit ihrer ungültigen Taufe ist aber auch ihr Glaube, auf den sie so stolz sind, hinfällig, denn nur der Glaube, der einen Bezug hat zur sakramentalen Taufe, die auf dem Befund der Bibel gründet, ist der rettende, heilsame Glaube.

An den Stellen, wo ich den Begriff bibeltreuer Christ in Anführungszeichen gesetzt habe, wollte ich damit deutlich zu machen, dass ich den Begriff nicht wörtlich verstanden haben will, sondern gemäß dessen, was heute im Allgemeinen darunter verstanden wird (die negative Konnotation).

Ich fände die Bezeichnung „Wiedertäufer“ passender für die „bibeltreue Christen“, da bei diesem Begriff etwas Negatives mitschwingt. Die „bibeltreuen Christen“ richten großen Schaden an, indem sie Menschen von der sakramentalen Taufe (meist Kindertaufe) abbringen, die allein dazu verhelfen könnte, als wirklicher Christ zu leben; deshalb sollte man ihnen einen Namen geben, der negativ klingt – es muss zum Ausdruck kommen, dass sie mit Schande behaftet sind, „Sauhirten“ sind trotz ihres „Glaubens“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mögliche Missverständnisse im Zusammenhang mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-32)

Lukas 15, 11-32

11 Und er (Jesus; R. B.) sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. 13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. 14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. 25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

 

Erstes Missverständnis: „Allein durch die Bekehrung wird man Christ“

 

Bei oberflächlicher Betrachtung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn könnte man folgenden Eindruck gewinnen:

Es ist allein wichtig, sich richtig zu bekehren (umkehren, Buße tun), um Christ zu werden.

(die Begriffe „sich bekehren“, „umkehren“ und „Buße tun“ können wechselweise gebraucht werden, um ein und dieselbe Sache zu beschreiben)

Aus den folgenden Passagen des Gleichnisses scheint tatsächlich hervorzugehen, es ginge allein um die Bekehrung:

17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!

21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.

Der Befund des ganzen Neuen Testamentes lautet jedoch, wie folgt:

Die Bekehrung ist zwar notwendig, die Taufe aber hinreichend, um Christ zu werden.

Einer, der schwer krank ist, braucht eine Behandlung durch einen Arzt. Er muss aber den Arzt rufen, damit es zu einer Behandlung kommt. Um von schwerer Krankheit geheilt zu werden, ist es also notwendig, den Arzt zu rufen; hinreichend aber ist die Behandlung durch den Arzt. Kein Mensch käme auf die Idee, zu behaupten, allein durch das Rufen (ohne die Behandlung durch den Arzt) des Arztes sei er wieder gesund geworden – nein, die Behandlung durch den Arzt war natürlich das entscheidende.

Allerdings bleibt eines wahr: Ruft ein schwer Kranker nicht den Arzt, wird er auch nie eine Behandlung und die darauf folgende Heilung erfahren.

Das Rufen des Arztes ist so etwas kleines im Vergleich zu dem, was der Arzt tut, dass es wirklich lächerlich wäre, zu behaupten, allein durch das Rufen des Arztes an sich (ohne die Behandlung durch den Arzt) sei man von seiner Krankheit geheilt worden.

Genauso wird der bußfertige Sünder nicht gerettet durch seine Buße („Rufen des Arztes“), sondern durch die Taufe („Behandlung durch den Arzt“). Allerdings ist die Buße notwendig, damit Gottes Heilswillen, der in der Taufe materialisiert, sich überhaupt auf ihn bezieht. Dem bußfertig gewordenen Sünder möchte Gott gerne helfen. Die Hilfe wird ihm zuteil in der Taufe.

(wer sich taufen lässt, hält natürlich das für wahr, was Grundlage der Taufe ist: der Tod und die Auferstehung von Jesus; rettender Glaube ist, wenn ein bußfertiger Sünder, der es für wahr hält, dass Jesus für die Sünder gestorben und auferstanden ist, sich in Jesus hineintaufen lässt durch die sakramentale Taufe, das Bad der neuen Geburt)

Wenn wir das Gleichnis vom verlorenen Sohn genau anschauen, sehen wir, dass seine Lehre doch mit dem Befund des ganzen Neuen Testamentes übereinstimmt.

Entscheidend ist Vers 20 aus dem Gleichnis:

20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

Durch die Formulierung „als er aber noch weit entfernt war“ wird klar, dass nicht der Sohn zum Vater ging, sondern der Vater zum Sohn (der Vater holte den Sohn heim). Der verlorene Sohn nahm sich vor, seine Schuld zu bekennen (in der Realität: Der Sünder wird bußfertig), als er noch in dem fernen Land war. Das aber bedeutet, dass er trotz seiner ernsten Absicht, seine Schuld zu bekennen, noch nicht mit seinem Vater versöhnt war. Das heißt in der Realität: Der bußfertige Sünder („verlorener Sohn“) ist trotz seiner Bußfertigkeit noch immer ein Sünder, das heißt allein durch seine Bußfertigkeit wird er sein natürliches Wesen, welches mit Sünde behaftet ist, nicht los. Durch sein natürliches Wesen gehört der Sünder, auch der bußfertige, zur Welt der Sünder (die sündige Welt); bildlich gesprochen: Trotz seiner Absicht, seine Schuld zu bekennen, ist der verlorenen Sohn noch in dem fernen Lande.

Es war tatsächlich notwendig, dass der Vater (Gott) zum verlorenen Sohn (bußfertiger Sünder) in das ferne Land (sündige Welt) reiste.

(beachten wir, dass die Formulierung in Bildersprache „eine Reise in das ferne Land machen“ in der Realität bedeutet: ein Sünder werden – Gott, der nicht sündigen kann, hatte also ein nicht ganz kleines Problem zu lösen, um zu uns Sündern zu kommen: er musste formal ein Sünder werden)

Gott kam in der Realität den Sündern durch Folgendes nahe:

  • Gott wurde Mensch in Jesus Christus
  • Jesus ließ sich durch die Taufe des Johannes als Sünder deklarieren, obwohl er natürlich kein Sünder war (er tat dies um der Gemeinschaft mit den Sündern willen, um den Sündern nahe zu kommen)
  • Jesus wurde für uns zur Sünde gemacht = der sündlose Jesus wurde für uns ans Kreuz gehängt
  • Jesus Christus setzte die Taufe ein, in der wir noch heute Gott begegnen können, obwohl der sichtbare Jesus nicht anwesend ist

 

Als Jesus auf Erden lebte, gab er den bußfertigen Sündern das Heil direkt (ohne Taufritual), denn er war das personifizierte Sakrament: In dem sichtbaren Jesus war die Fülle der unsichtbaren Gottheit gegenwärtig, die auf wunderbare Weise neues Leben schaffen konnte. Heute kommen Menschen in die lebendig machende Gegenwart des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes durch die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe. Heute kommen wir in die Gegenwart der unsichtbaren Gottheit durch den sichtbaren Akt der Taufe.

 

Ergänzung

Neben dem Befund des Neuen Testamentes kann uns noch etwas anderes vor dem Missverständnis bewahren, es käme nur auf die Bekehrung an:

Wir müssen berücksichtigen, wem Jesus das Gleichnis vom verlorenen Sohn erzählte. Das waren die selbstgerechten Pharisäer und Schriftgelehrten. Für jene waren die Worte „Bekehrung“, „Umkehr“ und „Buße“ Fremdworte, deshalb musste Jesus in dem Gleichnis vom verlorenen Sohn die Buße so stark betonen.

Wenn man einen Schwerhörigen vor sich hat, muss man ggf. laut brüllen, um sich ihm verständlich zu machen. Indem Jesus in dem Gleichnis vom verlorenen Sohn die Umkehr so stark betont, „brüllt“ er sozusagen die Pharisäer und Schriftgelehrten an, sie sollten doch endlich einmal Buße tun.

 

Zweites Missverständnis: „Gott sagt ‚ja‘ zum Menschen, ohne (von Gott gewirkte) Veränderung des Menschen“

 

Durch Fehlinterpretation des Gleichnisses vom verlorenen Sohn könnte man zu der Auffassung gelangen, Gott würde den Menschen einfach als solchen bei sich aufnehmen, ohne dass damit eine Veränderung des Menschen (durch Gott) einhergeht.

Einer könnte ja argumentieren, nirgends in dem Gleichnis stünde etwas davon, der Vater habe dem verlorenen Sohn nach seiner Rückkehr einen langen Vortrag gehalten, was er nun zu tun und zu lassen habe – er habe ihn einfach so aufgenommen, wie er nun mal war: das „Ja“ Gottes zum Menschen, ohne damit einhergehende Veränderung.

Vor diesem Missverständnis können uns die Verse 22-24 aus dem Gleichnis „retten“:

22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.

Durch die Taufe werden wir in Christus gekleidet („Gewand“). Durch die Taufe wird Christus unser Ruhm und unsere Ehre („Ring“). Durch die Taufe werden wird im Rahmen unserer Zugehörigkeit zur Kirche Boten Gottes („Schuhe“). In der Taufe sterben und auferstehen wir zusammen mit Jesus („geschlachtetes Kalb“). Durch die Taufe empfangen wir den Heiligen Geist („essen und fröhlich sein“). Durch die Taufe dringen wir vom geistlichen Tod zum geistlichen Leben durch. Durch die Taufe gelangen wir von der Gottesferne („verloren“) zur Gemeinschaft mit Gott („gefunden“).

Aus dem Gleichnis geht außerdem hervor, dass der verlorene Sohn sein Erbe verloren hat. In der Realität bedeutet das, dass das natürliche Wesen des Menschen durch die Taufe für tot erklärt wird (wir sind mit Christus gestorben). Er erhält dafür allerdings ein neues Wesen: alles, was in Vers 22-24 beschrieben ist (wir erhalten ein neues Wesen, indem wir in der Taufe mit Christus auferstehen). Siehe auch Ergänzung, unten.

Wir können es uns also abschminken, Gott habe ein „Ja“ zum Menschen, ohne eine damit einhergehende Veränderung des Menschen.

2. Korinther 5, 17 Darum: Ist jemand in Christus (durch die Taufe; R. B.), so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

1. Petrus 1, 23 Denn ihr seid wiedergeboren (durch die Taufe; R. B.) nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes (Jesus, in den wir hineingetauft werden; R. B.), das da bleibt.

 

Ergänzung

In Bezug auf den verlorenen Sohn wurde nicht nur all das Positive wirksam, wovon die Verse 22-24 handeln, sondern auch das Folgende:

Nach dem ihn sein Vater heimgeholt hatte, war er nicht mehr mit dem Hüten von Schweinen beschäftigt.

(die dem „Bürger jenes Landes“ – in der Realität: der Teufel – gehörenden „Schweine“ versinnbildlichen ja die Lüste und Begierden des Menschen, die durch den Teufel bewirkt werden; das „Hüten der Schweine“ versinnbildlicht das Leben in den Lüsten und Begierden)

Das heißt in der Realität:

Der bußfertige Sünder kommt durch die Taufe nicht nur in Christus hinein, sondern er wird auch in seiner Eigenschaft als Sünder für tot erklärt (er ist kein „Schweinehirte“ mehr).

Der bußfertige Sünder wird also durch die Taufe in zweifacher Weise verändert: Er stirbt der Sünde ab, sein alter Mensch der Sünde wird für tot erklärt, und kommt in Christus hinein.

Ein bußfertiger Sünder wird sehr, sehr gerne Tag für Tag in dem leben, was ihm durch die Taufe geschenkt wurde – dadurch wird er immer mehr als sich verändernder Mensch offenbar werden.

(der Getaufte, der sich nicht ändern will durch die Kraft der Taufe, sondern ganz beim Alten bleibt, widerstrebt damit seiner Taufe – das hat sehr ernste Folgen: Krankheit, Tod und ewiger Tod; wer dauerhaft die Veränderung ablehnt, der stößt damit auch die Vergebung und das ewige Leben von sich)

Bildlich gesprochen:

Ein nach Hause zurückgekehrter Sohn wird sich sicher jeden Tag gerne freiwillig mit seinem schönen Gewand, seinen schneidigen Schuhen und seinem goldenen Ring zeigen. Er wird an den gemeinsamen Mahlzeiten des Hauses (in der Realität: Sakrament des Altars bzw. Heiliges Abendmahl) teilnehmen und zusammen mit den anderen Hausbewohnern fröhlich sein (in der Realität: Freude in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes). Auch wird der ehemals verlorene Sohn nun ganz selbstverständlich reinlich sein entsprechend der Sauberkeit seines neuen Aufenthaltsortes, des Hauses seines Vaters – er hat ja definitiv seinen Aufenthaltsort gewechselt und ist nun nicht mehr bei den stinkenden, dreckigen Schweinen. Das „Haus“ ist in der Wirklichkeit die christliche Kirche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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