Königin Esther, Mordechai und Haman – oder: Purim und der Holocaust

Einleitung

Zur Zeit des Königs Ahasveros wollte der hohe Staatsbeamte Haman die Juden aus dem Reich der Meder und Perser, das sich damals vom Nil bis zum Indus erstreckte, ausrotten. Der Gott Israels ließ jedoch seinem Volke Rettung widerfahren durch seine frommen Diener Esther und Mordechai (siehe Buch Esther).

Woran kann man erkennen, daß Mordechai fromm war?

Nun, das sieht man daran, daß er Haman, der wahrscheinlich Amalekiter war, keinen Respekt entgegenbrachte, obwohl jener ein sehr hoher Beamter des medo-persischen Reiches war und Ahasveros befohlen hatte, Haman zu huldigen.

Est 3,2 Und alle Großen des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es so geboten. Aber Mordechai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder.

Es war allerdings nicht so, daß Mordechai etwa die Majestät des Ahasveros nicht geachtet hätte, was man bei oberflächlicher Betrachtung schlußfolgern könnte, sondern es gab ein Gebot des Gottes Israels, der Mordechai’s Gott war, das höher zu achten war als das Gebot des Königs.

Daß Mordechai nicht nur ein Diener Gottes sondern im Grunde seines Herzens auch ein treuer Diener des Königs Ahasveros war, sieht man daran, daß er den König vor einem Attentat bewahrte:

Esther 2, 21-23 21 In jenen Tagen, als Mordechai im Tor des Königs saß, gerieten zwei Kämmerer des Königs, Bigtan und Teresch, die die Tür hüteten, in Zorn und trachteten danach, Hand an den König Ahasveros zu legen. 22 Als das Mordechai zu wissen bekam, sagte er es der Königin Ester und Ester sagte es dem König in Mordechais Namen. 23 Und als man nachforschte, wurde es als richtig befunden, und sie wurden beide an den Galgen gehängt. Und es wurde aufgezeichnet im Buch der täglichen Meldungen für den König.

Nichtsdestotrotz mußte und wollte Mordechai den Gehorsam gegenüber Gott über den Gehorsam gegenüber den König stellen, wenn es um den bösen Haman ging. Es war für Mordechai unmöglich, Haman so zu ehren, wie der König das wollte, denn dann hätte er seine Gottesfurcht verleugnet. Eben daran erkennen wir, daß Mordechai fromm war, denn er wußte, daß er ein großes Risiko einging, wenn er das Gebot des Königs übertrat. Mordechai ließ sich seinen Glauben wirklich etwas kosten.

Hi 32,22 Denn ich weiß nicht zu schmeicheln; sonst würde mich mein Schöpfer bald dahinraffen.

Apg 5,29 Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Was war nun so schlimm an Haman?

Das Schlimme an ihm war, daß er vermutlich ein Amalekiter war also ein Erzfeind des Volkes Gottes.

1Sam 15,33 Samuel aber sprach: Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen. Und Samuel hieb den Agag (König der Amalekiter; R. B.) in Stücke vor dem HERRN in Gilgal.

Est 8,5 und sprach: Gefällt es dem König und habe ich Gnade gefunden vor ihm, und dünkt es den König recht und gefalle ich ihm, so möge man die Schreiben mit den Anschlägen Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Agagiters, widerrufen, die er geschrieben hat, um die Juden umzubringen in allen Ländern des Königs.

Die Juden hatten den Befehl Gottes, die Amalekiter auszurotten, denn dieses ganze Volk war zu einer Bande von Räubern und Verbrechern degeneriert, die unschuldiges Blut vergossen. Man könnte sie vielleicht mit den heutigen Muslimen vergleichen, die die Erzfeinde der frommen Christen sind. Der Islam ist keine Religion, durch die man in eine Beziehung mit dem wahren Gott gelangen kann, der Himmel und Erde gemacht hat, sondern genau das Gegenteil davon. Der Islam ist Fanatismus in Reinstform, er macht aus seinen Anhängern Besessene. Wenn man den Koran liest, wird ganz deutlich, daß der Kern des ursprünglichen Islam nichts anderes ist als die Vernichtung oder Versklavung aller christlichen Völker. Der Islam ist also die Anti-Religion schlechthin. Ähnlich fanatisch wie die modernen Muslime müssen die alten Amalekiter gewesen sein, die das alte Volk Gottes, die Juden, vernichten wollten (das neue Volk Gottes ist die christliche Kirche). Es war ganz recht, daß der israelische Prophet Samuel Hackfleisch aus Agag (König der Amalekiter) machte, denn dieser war ein Massenmörder und hatte viel unschuldiges Blut vergossen, das Blut des Volkes Gottes.

5. Mose 25, 17-19 17 Denke daran (sagt Gott durch Mose zum Volk Israel; R. B.), was dir die Amalekiter taten auf dem Wege, als ihr aus Ägypten zogt: 18 wie sie dich unterwegs angriffen und deine Nachzügler erschlugen, alle die Schwachen, die hinter dir zurückgeblieben waren, als du müde und matt warst, und wie sie Gott nicht fürchteten. 19 Wenn nun der HERR, dein Gott, dich vor allen deinen Feinden ringsumher zur Ruhe bringt im Lande, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt, es einzunehmen, so sollst du die Erinnerung an die Amalekiter austilgen unter dem Himmel. Das vergiss nicht!

(Beachte: Zwischen den Versen aus Mose und den folgenden Versen aus Samuel  liegen mehrere Jahrhunderte, aber immer noch will der Gott Israels die Amalekiter vernichten; unglaublich, wie Gott jenes Volk hasste – sie mußten sittlich-moralisch wirklich völlig verkommen, heruntergekommen gewesen sein ähnlich wie die Leute von Sodom und Gomorrha)

1Sam 15,2 So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus Ägypten zog.

1Sam 15,3 So zieh nun hin (das sagte der Prophet Samuel zum israelischen König Saul; R. B.) und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.

Achtung: Ich spreche hier keinen Bann über die Muslime aus. Ich will nur, daß wir zu einer Klarheit und Nüchternheit kommen, mit was für Menschen, mit welchem Schlag von Mensch wir es da zu tun haben; und wir sollten uns wirklich vor ihnen hüten und sehr wachsam sein. In anderen Ländern bringen sie die frommen, unschuldigen Christen erbarmungslos um oder versklaven sie – darüber sollten wir nicht länger hinweg-sehen. Auch die Ummah, die weltweite Gemeinschaft aller Muslime, ist im Grunde genommen nichts anderes als eine riesige, weltweite Verbrecherbande, die unter dem Deckmantel der Religion agiert, Böses tut. Ich würde alle Muslime, die in Deutschland leben, sofort in ihre Heimatländer zurückschicken – für so gefährlich halte ich sie.

Hauptteil

Zur Zeit des Ahasveros rettete Gott sein Volk auf wunderbare Weise.

Warum hat er dann den Holocaust nicht verhindert und Adolf Hitler und seinen Komplizen das getan, was er Haman getan hat, bevor sie so viele Juden töten konnten?

Die Frage ist einfach zu beantworten.

Die modernen Juden ermangeln frommer Diener Gottes, die ihr ganzes Leben zum Opfer geben für den Gott Israels. Sicherlich waren nicht alle Juden, die damals im medo-persischen Reich lebten persönlich fromm, aber zumindest Esther und Mordechai waren fromm. Ungefähr zu jenen Zeiten lebten auch Leute wie Daniel, Esra, Nehemia und andere. Mir ist nicht bekannt, daß es heute auch nur einen Juden gäbe, den man z. B. mit Daniel vergleichen könnte.

(bitte schlußfolgern Sie jetzt nicht, der Holocaust sei gerechtfertigt gewesen, weil eben zu unserer Zeit die Juden völlig vom Glauben an den Gott Israels abgefallen sind im Gegensatz zur Zeit des Ahasveros, wo es wenigstens noch ein paar fromme Juden gab – nein, der Holocaust war ein sehr, sehr schweres Verbrechen)

Sei es, wie es sei, Gott hat die Juden vor Adolf Hitler nicht gerettet, das ist eine, wenn auch bedauerliche, historische Tatsache.

Es ist allerhöchste Eisenbahn, daß nun endlich nach so langer Zeit die Juden Jesus von Nazareth als Messias annehmen und anerkennen. Die frommen Juden zur Zeit des Ahasveros glaubten schon an ihn, nur wußten sie vielleicht nicht, daß sein menschlicher Name Jesus sein würde. Im Gegensatz zu den heutigen Juden glaubten jene einfach dem, was auch im Buch Jesaja geschrieben steht, daß damals schon zur heiligen Schrift der Juden gehörte. Dieser Erlöser, von dem in Jesaja geschrieben steht, gab den alten, frommen Juden ein Leben, das nicht mit den Geboten der Thora, der fünf Bücher Mose, in Konflikt kam, ja dieser Erlöser selbst war ihr Leben und dieser Erlöser, der selbst der Geber des Gesetzes war, leitete sie. So hielten sie das Gesetz nicht nur, sondern erfüllten es sogar, denn der Sohn Gottes war in ihnen. Weil sie durch den Erlöser in Gott und mit Gott lebten, beschützte Gott sie auch vor dem bösen Haman und vernichtete ihn samt seiner Anhänger.

Lies Jesaja 53!

Ich glaube, viele moderne Juden haben das Problem, daß sie im Kreuzestod Jesu einen Beweis seiner Schwäche sehen, Jesus für einen traurigen, erbärmlichen, wehrlosen Schwächling halten.

1Kor 1,23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;

Aber lieber Leser, falls Sie Jude sind, was mich sehr freuen würde, dann schauen Sie die Sache einmal genauer an. Historisch gesehen ist Jesus in einem gewissen Sinne gar nicht gestorben, das heißt er ist schon gestorben, aber historisch gesehen „im gleichen Moment“ wieder auferstanden (was sind drei Tage aus unserer Perspektive, die wir ca. 2000 Jahre später leben?). Stellen Sie sich ein Boxer vor, der einen Kinnhaken bekommt, einige Minuten bewußtlos daliegt, und dann wieder aufsteht – ähnliches widerfuhr historisch gesehen Jesus.

In gewisser Weise konnte man Jesus gar nicht wirklich töten. Natürlich war er wirklich tot, als er am Kreuz hing und im Grab lag, aber er stand nach „einigen“ Stunden wieder auf von den Toten – in dem Sinne war sein Tod nicht dem Tod eines Normalsterblichen vergleichbar, nichts endgültiges, denn wenn Sie oder ich heute sterben, werden wir sicherlich nicht so schnell wieder lebendig.

Kurz gesagt, Jesus ist und war nicht der sanftmütig-dämliche Schwächling, für den ihn die modernen Juden halten, sondern er vollbrachte einen heldenhafte Tat, indem er für uns ans Kreuz, in den Tod ging und dort unsere Sünde trug. Jesus war keineswegs zum hilflosen Spielball der Römer und des jüdischen Establishments geworden, die ihn töteten, sondern er ging ganz bewußt, kontrolliert und freiwillig diesen Weg – er ging diesen schweren Weg für uns! In Wirklichkeit war der Weg, den Jesus ging, ein Beweis seiner Stärke – der starke Erlöser, der starke Gott.

Militärisch gesehen sitzt das Volk Israel heute auf einem Pulverfaß, das ist jedem klar. Es ist umlagert von modernen „Amalekitern“ (die islamischen Staaten, islamische Bestien) und beim Rest der Welt einschließlich der USA können sie sich der Freundschaft auch nicht mehr sicher sein.

Würden die Juden heute noch Jesus von Nazareth als Messias annehmen und aner-kennen, dann würde er auch ihre Kriege führen und sie retten vor allen ihren Feinden. Er hat die Macht alle ihre Feinde in einem Nu, in einem Augenblick zu pulverisieren.

Jes 9,5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, EwigVater, Friede-Fürst;

Lk 1,71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, (das sagte Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, über Jesus)

Offb 19,11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.

Offb 19,15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen,

Es ist interessant, daß die Juden beim Purimfest noch heute ihre Rettung durch den Gott Israels vor dem bösen Haman zur Zeit des Ahasveros feiern, trotz der Tatsache, daß Gott sie vor Adolf Hitler und seinen Komplizen nicht gerettet hat, trotz der historischen Tatsache des Holocaust. Das Purimfest könnte noch heute ein bleibender Segen und mehr als ein Fest sein für einen Juden, wenn er sich wirklich einmal die Frage stellen würde, warum Gott die Juden zur Zeit des Ahasveros gerettet hat, zur Zeit Adolf Hitlers aber nicht. Die Antwort auf diese Frage ist einfach die, wie oben schon erläutert, daß die Juden nach wie vor eines Erlösers (heute wissen wir, daß er Jesus heißt) ermangeln, der ihnen ein Leben schenken könnte, das Gott wohlgefällt. Noch immer versuchen sie das Gesetz der Thora aus eigener Kraft zu halten, was unmöglich ist, statt sich vom Gesetz von ihrer Schwäche (Sündhaftigkeit) überführen zu lassen und sich dann nach dem Erlöser auszustrecken, der in uns leben will, damit wir Gott wohlgefällig leben und so auch das Gesetz nicht nur halten, sondern sogar erfüllen. Wenn wir Frieden mit Gott haben, unser Leben wohlgefällig ist vor ihm, dann beschützt er uns auch vor unseren Feinden und so feiern wir nicht nur Purim, sondern es wird neu Wirklichkeit für uns nach so langer Zeit.

 

Hinweis

Dieser Beitrag steht auch in englischer Sprache zur Verfügung:

Siehe Queen Esther, Purim and the Holocaust

 

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Gleichnis vom verlorenen Sohn – Auslegung Lukasevangelium 15, 11-32 (verbesserte Version)

Lukas 15, 11-32

11 Und er (Jesus; R. B.) sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. 13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. 14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. 25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

 

Auslegung

 

Einleitung

Die jüdischen Pharisäer und Schriftgelehrten kritisierten Jesus dafür, dass er so freundlich mit den Zöllnern und Sündern umging. Durch mehrere Gleichnisse,  unter anderem durch das Gleichnis vom verlorenen Sohn, wollte Jesus den Pharisäern und Schriftgelehrten sein Verhalten gegenüber den Zöllnern und Sündern erklären.

Lukas 15, 1-3 1 Es nahten sich ihm (Jesus; R. B.) aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. 2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. 3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach:

Hauptteil

11 Und er (Jesus; R. B.) sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.“

Die Juden hatten von Haus aus eine gewisse Beziehung zu Gott (Gott wird durch das Wort „Mensch“ versinnbildlicht) wie bildlich gesprochen Söhne zu ihrem Vater. Jesus nennt Gott in dem Gleichnis „Mensch“, weil er sich durch seine Barmherzigkeit deutlich von den Pharisäern und Schriftgelehrten unterschied, die unbarmherzig waren. Indem Jesus Gott durch einen barmherzigen Menschen versinnbildlicht, stellt er die Pharisäer  und Schriftgelehrten als Unmenschen bloß.

12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.“

Das „Erbteil“ versinnbildlich das natürliche Wesen des Menschen.

Das Testament (sein letzter Wille) eines Erblassers bezüglich des Erbes bzw. Erbteils tritt mit dessen Tod in Kraft. Ein Erbe, das nach dem Tod des Erblassers entgegengenommen wird, ist ein legitimes Erbe, da der Willen des Erblassers nicht übergangen wurde. Ein vor dem Tod des Erblassers entgegengenommenes Erbe ist ein schändliches Erbe, da der Wille des Erblassers nicht beachtet wurde; im Gleichnis beugt sich der Vater dem Willen der Söhne, somit geschieht nicht sein Wille – sein Wille wird übergangen -, sondern der Wille der beide Söhne. Beide Söhne erlangten ein schändliches Erbteil, weil sie den Willen ihres Vaters übergangen hatten bzw. weil ihr Erbteil keinen Bezug zum Tod ihres Vater hatte (durch den Tod ihres Vaters wäre sein Testament in Kraft getreten und somit wäre bezüglich des Erbes sein Wille geschehen und nicht der Wille der Söhne – das Erbe wäre legitim geworden).

In der Realität bedeutet das (mit Schande behaftete) Erbe der beiden Söhne das natürliche Wesen des Menschen, das nicht mit Gottes Willen in Einklang ist – der natürliche Mensch tut nicht den Willen Gottes. Der natürliche Mensch führt sein Leben, ohne den Willen Gottes zu beachten; der Tod Gottes, des Erblassers, in der Person Jesu Christi am Kreuz ist für ihn bedeutungslos, wodurch sein Leben und Wesen ein schändliches ist.

Einer der beiden Söhne wird „der jüngere“ genannt. Er fordert ganz unverschämt noch zu Lebzeiten seines Vaters sein Erbteil ein (dadurch wird die Beziehung zum Vater zerstört). Das waren zur Zeit Jesu jene Juden, die ganz offen den Willen Gottes ignorierten, nicht darauf achteten, dass ihr Leben mit Gottes Willen im Einklang war („gib mir, Vater, das Erbteil“; sie wollten selbst über ihr Erbteil die Verfügungsgewalt haben, das heißt in ihrem Leben sollte ihr eigener Wille geschehen). Sie werden mit „jüngerer Sohn“ versinnbildlicht, weil sie sozusagen zu „jung und unerfahren“ waren, den Missstand ihrer zerstörten Beziehung zu Gott durch Religion zu beschönigen.

Aber auch der ältere Sohn nimmt sein Erbteil entgegen (dadurch wird wie beim jüngeren Sohn die Beziehung zum Vater zerstört); wenn er auch nicht wie der jüngere Sohn ganz unverschämt und offen die Forderung nach der Verfügungsgewalt über das Erbe ausspricht. Das waren zur Zeit Jesu die religiösen Juden. Auch sie führten ihr Leben, das heißt ein Leben, das nicht mit Gottes Willen im Einklang war. Allerdings besaßen sie die Altklugheit im Gegensatz zur Unerfahrenheit der nicht-religiösen Juden, ihr Getrenntsein von Gott mit Religion zu kaschieren. Niemals hätten sie zugegeben, dass sie von Gott getrennt seien.

Kurz gesagt: Sowohl die Juden, die offen in Sünden lebten („jüngerer Sohn“), als auch die religiösen Juden, die im Verborgenen und vielleicht mit Scham sündigten („älterer Sohn“), lebten aus Gottes Sicht nach ihrem eigenen Willen, ohne den Willen Gottes, des Erblassers, zu beachten. Ihr „Erbe“ war mit Schande behaftet, weil es keinen Bezug zum Willen des Erblassers hatte.

13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.“

Indem der Mensch auf sein natürliches Wesen setzt – was ihm selbst zunächst ganz unverdächtig erscheinen mag -, begibt er sich bildlich gesprochen auf eine Reise in ein fernes Land und bringt sein Erbteil durch mit Prassen. Der Mensch, der außerhalb des Willens Gottes lebt (das ist eben der Mensch, der auf sein natürliches Wesen setzt), verschleudert sein Leben bzw. verprasst es.  Indem der Mensch auf sein natürliches Wesen setzt – was ihm so harmlos erscheinen mag -, entfernt er sich von Gott bzw. reist bildlich gesprochen in ein fernes Land. Das ferne Land ist die sündige Welt, das heißt alle Menschen, die nicht an Jesus glauben.

Der „Witz“ bei der Sache ist: Es erscheint dem Menschen vielleicht ganz harmlos und unverdächtig, auf sein natürliches Wesen zu setzen. Aber aus Gottes Sicht bedeutet das, sich in die Gottesferne („zog in ein fernes Land“) zu begeben und sein Leben wegzuwerfen („brachte sein Erbteil durch mit Prassen“). Im weiteren Verlauf des Gleichnisses vom verlorenen Sohn sieht man, wie verhängnisvoll es ist, auf das Natürliche zu setzen.

Der Mensch fällt hierbei der Lüge zum Opfer, der Mensch sei von Natur aus gut und nicht böse. Eine der gefährlichsten Irrlehren, die es gibt, ist die Verleugnung der Erbsünde, der Tatsache, dass alle Menschen die degenerierte Natur des gefallen Adam biologisch geerbt haben, auch die Juden. Wir alle (Juden und Heiden) haben die Sündhaftigkeit Adams geerbt.

(ein „Heide“ aus jüdischer Sicht ist ein Deutscher, Russe, Franzose, Grieche, Italiener, Engländer, Schwede, etc.)

14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.“

Der Mensch, der auf sein natürliches Wesen setzt („das Seine verbraucht“), landet ziemlich schnell beim Teufel („Bürger jenes Landes“), der die sündige Welt („fernes Land“) regiert; der Mensch verfällt seinen Lüsten und Begierden („Säue hüten“), wodurch er unrein wird („draußen auf dem Acker“). Die Lüste und Begierden werden vom Teufel und seinen Dämonen bewirkt (die Säue im Gleichnis sind ja Eigentum des Bürgers jenes Landes). Die Sünde erscheint zunächst reizvoll, aber ihr Lohn ist der Tod („begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm“).

Epheser 2, 1-3 1 Auch ihr (die Gläubigen der Kirche zu Ephesus; R. B.) wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. 3 Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.

17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.“

Der Sünder richtet sich durch seine Sünde zugrunde („ich verderbe hier im Hunger“). Die „hungrigen“ Zöllner und Sünder zur Zeit Jesu sahen Jesus und die Schar der Jünger in Gemeinschaft mit ihm („die Tagelöhner Gottes“). Jesus und seine Jünger führten zwar ein einfaches Leben, aber doch hatten sie in jeglicher Hinsicht volle Genüge: Gott war bei ihnen gegenwärtig durch Jesus. In den Augen der Zöllner und Sünder hatten Jesus und seine Jünger „Brot in Fülle“ und dies bewog sie, zu Gott („Vater“) umzukehren, der durch Jesus gegenwärtig war. In der Realität wurde der Vater aus dem Gleichnis durch Jesus repräsentiert. Jesus ist zwar der Sohn Gottes, aber in seiner Offenbarung an den Menschen stimmt er mit Gott, dem Vater, überein (der Vater und der Sohn haben ein einiges Handeln). Wäre der Vater Mensch geworden, er hätte sich wie Jesus verhalten.

Wer mit seinem Natürlichen zum Ende gekommen ist („habe gesündigt; nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße“), der ist so gut wie angekommen bei Gott („machte sich auf und kam zu seinem Vater“). Allerdings kommt man erst durch die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe endgültig bei Gott an. Die eigene Umkehr bzw. Buße ist ein notwendiger Schritt. Die tatsächliche Begegnung mit Gott („zu meinem Vater gehen“) findet dann aber in der Taufe statt oder wenn man sich auf seine bereits vorhandene Kindertaufe bezieht.

Hinweis: Der verlorene Sohn kehrt nicht nur um, sondern geht auch zu seinem Vater. In der Wirklichkeit muss also der Sünder nicht nur umkehren von seinen Sünden, sondern sich auch taufen lassen bzw. auf seine bereits vorhandene Kindertaufe beziehen. Die Umkehr ist notwendig, aber hinreichend ist die Taufe, um ein Christ („Tagelöhner“) zu werden.

20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“

Aus Vers 20 geht hervor, dass der verlorene Sohn eigentlich nicht eigenständig nach Hause ging, sondern vom Vater heimgeholt wurde („er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn“), das heißt Gott holt den bußfertigen Sünder heim. Der Sünder kann nicht selbst (aus eigener Kraft) zu Gott kommen, sondern nur Buße tun (umkehren). Hat er aber Buße getan, holt ihn Gott heim. Die Heimholung geschieht durch die Taufe.

Gott hat sich den Sündern genaht durch Jesus Christus (siehe Anmerkung, unten), der für uns zur Sünde gemacht wurde. Das kommt auch in Vers 20 zum Ausdruck, wo es heißt, dass sich der „Vater“ (Gott) Richtung „fernes Land“ (sündige Welt) begab, um sich seines Sohnes (bußfertiger Sünder) anzunehmen. Bei der Taufe wird es für den Einzelnen metaphysische Wirklichkeit, dass Gott den Sündern nahegekommen ist.

Es ist übrigens nicht vor allem wichtig, dass Gott in Jesus der Welt räumlich nahe kam, indem Jesus tatsächlich unter den Sündern lebte, mit ihnen Gemeinschaft hatte, sondern wichtig ist, dass Jesus sich in geistlicher Hinsicht zu den Sündern begab. Dies tat er durch die Taufe des Johannes, wo er sich als Sünder deklarieren ließ – obwohl er natürlich keiner war – und durch seinen Tod am Kreuz, wo er für uns zur Sünde gemacht wurde.

2. Korinther 5, 21 Denn er (Gott; R. B.) hat den (Jesus; R. B.), der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

„21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.“

In Vers 21 – 24 wird versinnbildlicht, was dem bußfertigen („ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße“) Sünder durch die Taufe alles geschenkt wird. Durch die Taufe werden wir in Christus gekleidet („Gewand“). Durch die Taufe wird Christus unser Ruhm und unsere Ehre („Ring“). Durch die Taufe sterben und auferstehen wir zusammen mit ihm („bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein“).

„essen und fröhlich sein“

Im Zusammenhang mit der Taufe empfangen wir den Heiligen Geist, der uns volle Genüge gibt und uns fröhlich macht.

Die Formulierungen „in Christus sein“ und „den Heiligen Geist haben“ sind gleichwertig. Also kann man auch sagen: „Weil wir in Christus sind („Gewand“), haben wir die volle Genüge und sind fröhlich.“ „In Christus sein“ können wir natürlich nur, weil wir durch die Taufe mit Christus gestorben und auferstanden sind; so ist Jesu Tod und Auferstehung der tiefste Grund unserer Freude.

Der bußfertige Sünder dringt durch die Taufe bzw. durch den Tod und die Auferstehung Jesu, deren Kraft ihm bei der Taufe zugeeignet wird, vom geistlich Tod zum geistlichen Leben hindurch; er gelangt von der Gottesferne („verloren“) zur Gemeinschaft mit Gott („gefunden“).

Als Jesus auf Erden lebte, machte er Menschen (größtenteils Juden!) zu Christen, ohne ein sichtbares Taufritual zu vollziehen, denn er selbst war die personifizierte Taufe, das personifizierte Sakrament. In Jesus war die Fülle der Gottheit gegenwärtig, die neues Leben schaffen konnte. Heute kommen Menschen in die lebendig machende Gegenwart des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes durch die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe.

25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.“

Die religiösen Juden („älterer Sohn“) tun Werke aus dem Fleisch heraus („auf dem Feld“; siehe Hinweis, unten), die Gott nicht gefallen. Sie führen ein trauriges Leben. Sie kommen aber nicht umhin, zuzugeben, dass Freude und Glück („Singen und Tanzen“) bei den Sündern ist, die Buße getan haben und an Jesus glauben („das Haus“), wenn sie Jesus und seine Jünger anschauen („nahe zum Hause kommen“).

Das „Haus“ war zu Lebzeiten Jesu die Schar der Jünger in Gemeinschaft mit ihm; heute ist das „Haus“ die christliche Kirche.

„was das wäre“

Den religiösen Juden ist die Freude jener Juden fremd, die Buße getan haben und an Jesus glauben.

„dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen.“

Die religiösen Juden ärgern sich darüber, dass Gott die bußfertigen Sünder einfach aus Gnaden annimmt und schließen sich nicht der Schar der Jünger Jesu an („wurde er zornig und wollte nicht hineingehen“). Die Gnade Gottes materialisierte, indem Gott seinen Sohn für die Sünder gab („dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet“).

„gesund“

Sünder sind „gesund“ geworden, wenn sie nicht mehr auf ihr natürliches Wesen setzen, sondern auf Gott und seine Gnade. Wer sich von sich selbst abwendet und Gott zuwendet, dem wird mit Sicherheit Hilfe von Gott zuteil.

„sein Vater bat ihn“

Bis heute (14. Dezember 2018) bittet Gott die religiösen Juden, zum Christentum zu konvertieren. Es liegt ein Missverständnis vor, wenn die religiösen Juden glauben, das Christentum sei nur eine Religion für die Heiden (Deutsche, Amerikaner, Engländer, Griechen, Italiener, etc.). Nein, die Juden wurden von Gott damit geehrt, dass die Predigt des Evangeliums Gottes von seinem Sohn Jesus Christus unter ihnen begann (zur Zeit Johannes des Täufers). Nach den Juden kamen die Heiden an die Reihe. Na ja, vielleicht werden ja bald die nicht-religiösen Juden, die wie ungläubige (ungläubig bezüglich des Christentums) Heiden leben, den religiösen Juden ein Vorbild, indem sie zum Glauben an Jesus kommen.

„so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten“

Die religiösen Juden leben in einer großen Täuschung über sich selbst. Nein, auch sie brechen die Gebote Gottes Tag für Tag und sind von Gott getrennt. Sie brauchen genauso wie die offenbaren Sünder Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus.

„nie einen Bock gegeben“

Gott hat keinen Gefallen an den Werken, die die religiösen Juden aus dem Fleische (natürliches Wesen des Menschen) heraus tun. Sie empfangen dafür keinen Lohn („Bock“).

„du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein“

Das bezieht sich auf den alten Bund Gottes mit den Juden. Trotz dieses Bundes, durch den die Juden von Haus aus in einer gewissen Beziehung zu Gott stehen, fordert Gott die Juden auf, zum Christentum (der neue Bund) zu konvertieren: „Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein“. Christen freuen sich, wenn Sünder errettet werden: „Denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.“ Nur ein zum Christentum konvertierter Jude würde sich über die Errettung von Sündern freuen, das heißt die Aufforderung: „Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein.“ ist nichts anderes als die Aufforderung an die Juden, sich zum Christentum zu bekehren.

Das Christentum ist der neue Bund Gottes mit den Menschen und besser als der alte Bund. Der alte Bund Gottes mit den Juden ist zwar noch gültig, aber nur durch den neuen Bund können sie vor der ewigen Verdammnis gerettet werden. Und schon die wirklich Frommen des alten Bundes glaubten an einen göttlichen Erlöser. Der neue Bund ist die Volloffenbarung dessen, was im alten Bund nicht so deutlich zu erkennen, aber doch auch schon gültig war: Der Mensch braucht einen göttlichen Erlöser. Heute wissen wir, dass er Jesus Christus heißt. Der neue Bund ist die Vollendung des alten.

 

 

Ergänzung

Der verlorene Sohn hatte ja sein Erbe verprasst – es war weg, nicht mehr da. Wieder Sohn seines Vaters zu werden, bedeutete aber, auch wieder rechtmäßiger Erbe zu werden.

Wie aber sollte das geschehen, da ja das Erbe nicht mehr da war?

Stellen wir uns vor, irgendein Mensch, der sein Erbe vor dem Tod des Erblassers entgegengenommen hat, bereut seine Tat und will sich mit dem Erblasser versöhnen. Er würde die Summe Geldes von seinem Konto auf das Konto des Erblassers zurücküberweisen und erst beim Tode des Erblassers erneut Anspruch darauf erheben. Dadurch würde sein schandbares Erbe zu einem legitimen Erbe.

In gleicher Weise hätte im Gleichnis der Sohn sein Erbe zurückbringen und auf den Tod seines Vaters warten müssen, um es bei dessen Tod erneut in legitimer Weise zu empfangen. Das war praktisch unmöglich.

Ein analoges Problem hat aber auch ein Sünder in der Realität. Seines natürlichen Lebens bzw. Wesens ist er ja verlustig gegangen (der Sünder, der mit sich selbst zum Ende gekommen ist, setzt nicht mehr auf sein natürliches Wesen). Dieser Verlust wird bei der Taufe endgültig, wo der Mensch in den Tod Christi getauft wird, das heißt er stirbt mit Christus, sein natürliches, mit Sünde behaftete Wesen wird für tot erklärt. Wie aber soll so ein Mensch wieder legitimer Erbe werden, das heißt ein wohlgefälliges Leben bzw. Wesen empfangen? Ein Schritt ist schon damit getan, dass der Mensch in den Tod Christi getauft wurde (Legitimierung des Erbes durch Tod des Erblassers; allerdings mit dem Problem, dass bei der Taufe das natürliche Wesen des Menschen für tot erklärt wird bzw. bildlich gesprochen das alte Erbe gänzlich vernichtet wird). Allerdings: Wo ist die Substanz, wo ist das neue Leben? Der verlorene Sohn hätte auf den Tod des Vaters warten können, aber was hätte das genutzt, denn sein Erbe war ja weg – ein illegitimes Erbe, das weg ist, kann man nicht mehr zu einem legitimen machen. Dieses Problem wird gelöst, indem Gott sich selbst dem Menschen als Erbteil gibt, das heißt der Mensch stirbt nicht nur mit Christus in der Taufe (die Legitimierung des Erbes durch den Tod des Erblassers, wobei bildlich gesprochen allerdings auch das alte Erbe verschwindet), sondern aufersteht auch zusammen mit ihm (Erlangung des neuen Erbes). Nach der Taufe ist der Mensch in Christus. „In Christus sein“ heißt aber ein neues Wesen bzw. Leben zu haben und dadurch hat der Getaufte auch wieder ein Erbteil trotz der Tatsache, das er sein altes Erbteil (sein natürliches Wesen) verloren hat.

 

Anmerkung

Philipper 2, 6-8

6 Er (Jesus; R. B.), der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, 7 sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. 8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

 

Hinweis

„Auf dem Feld“ kling so bürgerlich ehrbar, aber im Zusammenhang des Gleichnisses vom verlorenen Sohn bedeutet es in Wirklichkeit etwas negatives.

Warum?

Als der ältere Sohn auf dem Feld war, war er nicht bei seinem Vater. Er war zwar nicht in einem fernen Land wie sein jüngerer Bruder, aber in Gemeinschaft mit seinem Vater war er auch nicht. Die religiösen Juden taten Werke (des Gesetzes), aber ermangelten genauso wie die nicht-religiösen Juden (Zöllner und Sünder) der Erlösung, die in Christus Jesus ist, durch die der Mensch in Gemeinschaft mit Gott kommt.

Römer 3, 24 und (Juden und Heiden; R. B.) werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

 

 

 

 

 

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Gleichnis vom verlorenen Sohn – Auslegung Lukasevangelium 15, 11-32

Lukas 15, 11-32

11 Und er (Jesus; R. B.) sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. 13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. 14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben 15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. 17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. 25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen 26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. 27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. 29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. 30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. 32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.

Auslegung

11 Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne.“

Warum heißt es nicht: „Einer hatte zwei Söhne“, sondern: „Ein Mensch hatte zwei Söhne“? Warum wird der Vater der zwei Söhne „Mensch“ genannt? Ist es nicht klar, dass ein Vater von zwei Söhnen ein Mensch sein muss?

Mit dem Wort „Mensch“ soll einfach zum Ausdruck gebracht werden, dass man sich den Vater der zwei Söhne als leuchtendes Beispiel der Menschlichkeit vorstellen sollte vor dem dunklen Hintergrund der Unmenschlichkeit der Juden – als einen Menschen, wie Gott sich ihn wünschte. Jesus konfrontiert die unbarmherzigen Juden mit dem Bild Gottes als eines barmherzigen Vaters. Wahre Frömmigkeit hatte also etwas mit Barmherzigkeit zu tun. Durch ihre Unbarmherzigkeit waren die Juden in Gottes Augen Unmenschen bzw. „keine Menschen“, was ihnen bewusst werden sollte, indem Jesus einen Barmherzigen „Mensch“ nennt.

Wer oder was wird durch den Begriff „zwei Söhne“ versinnbildlicht?

Damit sind einfach zwei Arten von Juden gemeint, und durch den Begriff „Söhne“ wird zum Ausdruck gebracht, dass alle Juden von Haus aus in einer gewissen Beziehung zu Gott stehen wie bildlich gesprochen Söhne zu ihrem Vater.

12 Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie.“

Einer der beiden Söhne wird der jüngere genannt.

Was soll damit gesagt werden?

Mit „jung“ wird eine gewisse Unerfahrenheit zum Ausdruck gebracht. Beide Söhne nehmen ihr Erbteil entgegen noch zu Lebzeiten ihres Vaters. Dadurch beleidigen beide ihren Vater sehr schwer. Im Gegensatz zum Älteren hat der Jüngere kein Mittel, um trotz der zerstörten Beziehung bei seinem Vater bleiben zu können – das ist seine Unerfahrenheit.

Wie wir aus Lukas 15, 1-2 wissen, wollte Jesus den jüdischen Pharisäern und Schriftgelehrten unter anderem mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn sein Verhalten gegenüber den Sündern erklären. Natürlich waren auch die Sünder von Haus aus Juden. Im Gleichnis werden sie versinnbildlich durch den Begriff „jüngerer Sohn“. Die Juden, die zu offenbaren Sündern wurden, besaßen nicht die „Altklugheit“ wie die religiösen Juden (der ältere Sohn), die fälschlicherweise glaubten, sie könnten  den Makel ihrer Trennung von Gott aufgrund ihrer Sünde durch Religion kaschieren.

Niemals hätten die religiösen Juden zur Zeit Jesu zugegeben, dass sie durch ihre Sünde von Gott getrennt seien – aber doch waren sie es; nur war es so, dass sie sich durch ihre jüdische Religion über ihre Trennung von Gott hinwegtäuschten. Jene Juden, die von den religiösen Juden als Sünder bezeichnet wurden, „machten den Fehler“, dass sie ganz unverschämt sündigten, ihre Sünde nicht verbargen, nicht heimlich sündigten.

Sowohl die offenbaren Sünder (jüngerer Sohn) als auch die religiösen Juden (älterer Sohn) waren aus Gottes Sicht Sünder. Beide folgten ihrem natürlichen Wesen, nur auf etwas unterschiedliche Art und Weise. Das natürliche Wesen wird im Gleichnis durch den Begriff „Erbe“ versinnbildlicht.

Es ist tatsächlich das natürliche, mit Sünde behaftete Wesen des Menschen, das wie eine Trennmauer zwischen ihm und Gott steht. Die Religiösen haben dafür nur eine Scheinlösung bzw. keine wirkliche Lösung. Durch ihre Religion täuschen sie sich über die Tatsache hinweg, dass ihre natürliche Sündhaftigkeit der Herstellung einer Beziehung zu Gott im Wege steht.

Um in eine Beziehung mit Gott zu kommen, muss das Problem des von Sünde behafteten, natürlichen Wesens des Menschen gelöst werden. Im Gleichnis wird das durch die Vernichtung des (schändlichen) Erbes versinnbildlicht. Der Vater im Gleichnis hatte allen Grund, beleidigt zu sein, weil seine Söhne schon vor seinem Ableben das Erbe entgegennahmen (ihr Erbe war sozusagen schändlich oder illegitim). Genauso hat in der Wirklichkeit Gott ein Problem mit dem natürlichen Wesen des (ungläubigen) Menschen, das von Sünde getrübt ist. Jedes gewöhnliche Erbe wird etwas akzeptables (legitimes) durch den Tod des Erblassers. Genauso muss der Mensch durch Christi Tod, der bildlich gesprochen auch der Tod des Erblassers (Gott starb für uns  in der Person Jesu Christi) war, hindurch und mit ihm auferstehen, damit er für Gott wohlannehmbar wird. Indem der Mensch durch Christi Tod hindurchgeht und gleichzeitig mit ihm aufersteht (durch die Taufe), wird er von seinem natürlichen Wesen, das von der Sünde getrübt ist, befreit und bekommt gleichzeitig ein neues Wesen in Gott bzw. Christus. Der Mensch wird wohlannehmbar, indem er sein mit Schande behaftetes Erbe verliert und in Gemeinschaft mit Gott, dem Erblasser, kommt – sein neues Sein in Gott bzw. Gott selbst wird sein Erbteil (ein legitimes Erbteil, weil es eine Beziehung zum Tod des Erblassers hat). Der Mensch, der keine Beziehung zum Tod Christi und zu seiner Auferstehung hat, ist wie einer, der ein Erbe in Empfang genommen hat, bevor der Erblasser gestorben ist (sein Erbe ist mit Schande behaftet).

„Und er teilte Hab und Gut unter sie“

Der Vater ließ den Willen der beiden Söhne geschehen und teilte ihnen das Erbe aus. Bezogen auf die Realität hieß das  zur Zeit Jesu: Sowohl religiöse Juden als auch offenbare Sünder lebten gemäß ihres natürlichen Wesens getrennt von Gott. Allerdings täuschten sich die religiösen Juden durch ihre Religion darüber hinweg.

13 Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen.“

Was ist das ferne Land?

Zur Zeit Jesu war mit „fernes Land“ die nicht-jüdische Welt gemeint. Natürlich kann man bei dem Begriff „fernes Land“ einfach auch an „sündige Welt“ denken und das war ja die nicht-jüdische Welt aus Sicht der Juden. Das „ferne Land“ (die sündige Welt) war den Juden zur Zeit Jesu ganz schön nahe auf den Pelz gerückt, denn Israel war unter römischer Besatzung.

Was war der Unterschied zwischen jüdischer und nicht-jüdischer Welt?

Nun, die Nicht-Juden, das heißt die Heiden (Römer, Griechen, Germanen, Gallier, etc.), hatten die Sünde legalisiert durch ihre heidnische Religion. Zwar führte die Religion der Juden nicht zu einer Beziehung zu Gott, sondern war auch nur frommer Selbstbetrug, aber doch war sie nicht so dreist und verwegen wie die heidnische Religion, die aus jüdischer Sicht schwerste Sünden (Habsucht, Hurerei, Ehebruch, Unreinigkeit, etc.) als etwas ganz normales, alltägliches betrachtete. Die Heiden trösteten sich damit, dass sie ja durchaus den Standards ihrer Götter genügten, sich wie ihre Götter verhielten, wenn sie habsüchtig waren, in Hurerei lebten, die Ehe brachen, etc. Es war also eine große Kluft zwischen heidnischer Welt und jüdischer Welt – allerdings begingen die Juden im Verborgenen auch die genannten schweren Sünden, die die Heiden öffentlich und ohne Scham begingen. 

„und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen“

Damit wird das ungehemmte Ausleben (Prassen) des natürlichen Wesens (Erbteil) des Menschen versinnbildlicht. Die Juden, die zu offenbaren Sündern geworden waren, ungehemmt ihr natürliches Wesen auslebten, sich des Ballasts der jüdischen Religion entledigt hatten, fanden jederzeit Gesinnungsgenossen unter den Heiden, die in Israel lebten (Israel war, wie gesagt, unter römischer Besatzung bzw. ein Teil des römischen Reiches). Es war also für jüdische Sünder nicht notwendig, eine im geographischen Sinne weite Reise zu machen, sondern es genügte, sich zu den in Israel lebenden Heiden zu halten.

Indem der Mensch sein natürliches Wesen auslebt, zerstört es sich selbst („brachte sein Erbteil durch“). Gottlosigkeit macht körperlich und seelisch krank. Der ohne Gott lebende Mensch ist wie ein Elektrogerät, das auf Akkubetrieb umgeschaltet hat, weil der Netzstecker gezogen wurde – irgendwann sind die Akkus leer.

14 Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben“

Dadurch, dass der Sünder Dinge nicht in Gott, in Gottes Geborgenheit bzw. im Frieden Gottes, tut, betreibt er Raubbau an sich selbst, verzehrt sich selbst. Der Sünder ist nicht mit dem großen Haupt verbunden, das das ganze Universum steuert, dadurch erlebt er viel Hemmung, alles geht sehr zäh – er arbeitet sich auf, reibt sich auf, alles hakt und klemmt. Der Sünder widerstrebt der gottgegebenen Ordnung der Dinge, was zu ständigen Kollisionen führt, die sehr zermürbend sind. Der Sünder verbraucht also das Seine, verzehrt sich selbst. In der Welt (fernes Land) herrscht immer (geistliche) Hungersnot, jedoch bemerken Sünder das erst dann, wenn ihre Akkus leer sind („all das Seine verbraucht“). In Worten des Gleichnisses: Über das ferne Land bricht sozusagen laufend (andauernd) eine Hungersnot herein und diese Hungersnot wird von verlorenen Söhnen bemerkt, die all das Ihre verbraucht haben. Der Sünder, der mit sich selbst zum Ende gekommen ist, findet in der Welt keine Hilfe bezüglich seiner geistlichen Not – es herrscht tatsächlich eine Hungersnot in der Welt.

Die Welt bietet eine Hilfe an, die keine wirkliche Hilfe ist, sondern das Gegenteil davon – so verschlimmert sich die Lage des Sünders sogar noch:

„15 und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm.“

„Bürger jenes Landes“

Damit wird ein Nicht-Jude bzw. Heide (Römer, Grieche, etc.) versinnbildlicht. Wie oben gesagt, machen sich die Heiden nichts daraus, sich mit Dingen zu beschäftigen, die Juden als schwere Sünden betrachten. Die Heiden sind sozusagen Voll-Bürger der sündigen Welt, konstituieren sie geradezu.

„schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten“

Der Heide sieht nicht den Zusammenhang zwischen Sünde (des jüdischen Sünders) und Unglück, aber doch das Unglück selbst. Glück und Unglück spielen für den Heiden eine große Rolle. Und es gibt eine dämonische Neigung unter den Heiden, das Unglück eines ins Unglück Geratenen noch zu vermehren, statt ihm barmherzig herauszuhelfen. So fand der „Bürger jenes Landes“ gar nichts dabei, den Fremdling (jüngerer Sohn) zu den Schweinen zu schicken. Erst verführt die Welt die Menschen zum Sündigen (durch die Legalisierung der Sünde), wodurch sie ins Unglück geraten, und wenn sie dann im Unglück sind, zeigt sie ihnen den Daumen nach unten: „du dämlicher Unglücksrabe, du Pechvogel!“

Schweinehüten ist ein Beruf, durch den man sich (äußerlich) verunreinigt. Das versinnbildlicht vielleicht, dass Juden, die durch ihr schamloses Sündigen in der griechisch-römischen Welt (das ferne und doch nahe Land) lebten und von der Welt der religiösen Juden ausgeschlossen waren, ihren Unterhalt durch Berufe verdienen mussten, die sittlich-moralisch fragwürdig waren (Zöllner, Prostituierte, etc.). Sicherlich waren die Arbeitgeber (Unternehmer, Firmenbesitzer, etc.) unter den religiösen Juden nicht bereit, die Sünder bei sich zu beschäftigen und somit hatten diese keinen Zugang zu normalen Berufen (Zimmermann, Schneider, Landarbeiter, Verkäufer, Dienstmagd, etc.), das heißt zum Arbeitsmarkt der normalen Berufe. Dadurch wurden die Sünder in den Arbeitsmarkt der unreinen Berufe geradezu hineingedrängt (was sollten sie sonst tun?). Durch unmoralische Berufe vergrößerte sich die Verunreinigung der Sünder in sittlich-moralischer Hinsicht noch und sie wurden zu ausgesprochen unreinen Schweinen.

„Säue“

Die Säue sind der eindeutige Beweis dafür, dass mit „Bürger jenes Landes“ ein Nicht-Jude versinnbildlich werden sollte, denn die Juden essen kein Schweinfleisch.

„und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm“

Ungerechter Gewinn durch einen sittlich-moralisch fragwürdigen Beruf zerrinnt oft schnell zwischen den Fingern. Und selbst wenn man (die jüdischen Sünder) durch einen unmoralischen Beruf materiellen Reichtum anhäufte, war man doch unterm Strich ärmer geworden, wenn man den seelischen und körperlichen Schaden mit einrechnete. Die Zöllner und Sünder zur Zeit Jesu waren auf keinen Fall in einem beneidenswerten Zustand, selbst wenn es vielleicht dem ein oder anderen oberflächlich betrachtet gut ging.

Das Sündigen der Zöllner und Sünder führte dazu, dass sie litten.

„17 Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger!“

Hier sehen wir, wie Gott mit seiner Zucht (Gott benutzt das durch die Sünde verursachte Leid als Zuchtmittel) zum Ziel kommt. Natürlich ist der physische Hunger des verlorenen Sohnes im Gleichnis ein Bild auf den geistlichen Hunger eines Menschen in der wirklichen Welt, der dem geistlichen Ruin entgegengeht, wenn er weiter ohne Gott lebt. Allerdings ist es durchaus nicht ausgeschlossen, dass ein Mensch in der realen Welt auf Grund seines Unglaubens auch in physische, psychische und materielle Nöte kommt und nicht nur in geistliche. Allerdings ist die grundlegende Not des ungläubigen Menschen seine geistliche Not.

Es ist schon mal ein erster Schritt in Richtung Gott, zu erkennen, dass Gott die Nöte jener behebt bzw. für jene sorgt, die an ihn glauben („Tagelöhner meines Vaters haben Brot in Fülle“) und zwar in jeglicher Hinsicht: geistlich, psychisch, physisch und materiell.

18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. 19 Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!“

Obwohl die Not des verlorenen Sohnes im Gleichnis eine physische war (sein physischer Hunger), hat doch sein Schuldbekenntnis „ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir“ etwas geistliches (im Gleichnis wird also einer materiellen Not durch ein geistliches Schuldbekenntnis begegnet). Dieses Schuldbekenntnis könnte genauso ein Sünder in der realen Welt sprechen, der von seinen Sünden zu Gott umkehren will wegen seiner geistlichen Not – Gott aber würde sich dann aller seiner Nöte (geistliche, psychische, physische und materielle), nicht nur der geistlichen, annehmen. Dies wird dadurch deutlich, dass der verlorene Sohn im Gleichnis ein Schuldbekenntnis aus der Realität spricht – er spricht bei seinem Schuldbekenntnis wie ein Mensch in der Realität. In diesem Moment kann man dann das Wort „Hunger“ nicht mehr nur geistlich deuten, weil ja der verlorene Sohn für einen Moment zu einer wirklichen Person wird und nicht mehr nur ein Bild für etwas oder jemand ist.

Der Hunger jenes verlorenen Sohnes aus dem Gleichnis wurde mit Sicherheit gestillt, als er in die Gemeinschaft seines Vaters zurückkehrte. Dadurch wird versinnbildlicht, dass auch die Stillung jeglicher Form des Hungers (physischer, psychischer, materieller und geistlicher Hunger) des bußfertigen Sünders in der Realität durch Gott mit Sicherheit geschieht.

„nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße“

Dies ist die Verleugnung alles Natürlichen, der biologischen Abstammung. Die religiösen Juden (der ältere Sohn) haben tatsächlich das Problem, dass sie auf ihre biologische Abstammung von Abraham pochen, auf das Natürliche. Unter anderem deswegen halten sie sich fälschlicherweise für Kinder Gottes. Wollten sie aber wirkliche Kinder Gottes werden, müssten sie in Analogie zu dem, was der verlorene Sohn aus dem Gleichnis gesprochen hat, sprechen: „Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich ein Kind Abrahams heiße.“

„mache mich zu einem deiner Tagelöhner“

Dieser Satz würde in der realen Welt bedeuten: „Ich will hinfort an dich glauben (trotz des Leids, das mir von der Welt angetan werden wird, und der Verwerfung durch die Welt).“

Wenn man die Apostelgeschichte liest, wird klar, dass die heidnische Welt gegen die Christen, das heißt die „Tagelöhner Gottes“, eine noch wesentlich stärkere Abneigung hat als gegen die Juden. Wer vom Judentum zum Christentum konvertierte, bekam nicht nur Probleme mit seinen ehemaligen jüdischen Brüdern (der ältere Sohn), sondern auch mit der griechisch-römischen Welt (das ferne und doch so nahe Land). Viele jüdische Sünder (der jüngere Sohn) zur Zeit Jesu jedoch waren bereit, um ihrer Gemeinschaft mit Gott willen Leiden und Verwerfung zu ertragen.

1. Thessalonicher 2, 14 Denn, liebe Brüder (die Gläubigen der Kirche zu Thessaloniki; R. B.), ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa nachgefolgt, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt dasselbe erlitten von euren Landsleuten, was jene von den Juden erlitten haben.

Der Christ lebt in der Regel auf Erden nicht in Herrlichkeit, sondern in Niedrigkeit. Auf Erden bedeutet die Gotteskindschaft, die in der kommenden Welt Herrlichkeit bedeutet, Niedrigkeit. Ein Kind Gottes bzw. ein Königskind gleicht also auf Erden mehr einem Tagelöhner, als dem, was sich der gemeine Mann unter einem Königskind vorstellt. Für den Gläubigen kann allerdings nur entscheidend sein, dass er ein Kind Gottes ist, dass ihn Gott in seine Gemeinschaft aufgenommen hat, ob es nun Niedrigkeit hier oder Herrlichkeit dort bedeutet – natürlich freut er sich der zukünftigen Herrlichkeit im Glauben und das hilft ihm, die Niedrigkeit hier zu ertragen.

(Die Niedrigkeit der Christen auf Erden hängt natürlich mit der Verwerfung durch die Welt zusammen und mit dem Leid, das ihnen durch die Welt zugefügt wird)

20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. 21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 22 Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein! 24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein.“

Der bußfertige Sünder (verlorener Sohn) pocht nicht auf seine Bekehrung und sagt nicht zu Gott (Vater), er müsse ihn nun aufnehmen, weil er sich „so konsequent“ bekehrt habe. Er überlässt es vollständig Gott, ob er ihn aufnehmen wolle oder nicht. Natürlich ist seine Bekehrung notwendig, aber er überlässt es völlig der Initiative Gottes, ihn aufzunehmen oder nicht. Die Wiederaufnahme des verlorenen Sohnes in die Gemeinschaft seines Vaters entspricht heute einer sakramentalen Taufe einschließlich Kindertaufe – natürlich sollen nur bußfertige Sünder getauft werden. Der Vater (Gott) nahm den verlorenen Sohn (Sünder) erst auf, als er nicht mehr an seinem Erbe (natürliches Wesen) hing bzw. nicht mehr daran hängen konnte, weil er es verloren hatte (er ging mit seinem natürlichen Leben bankrott, erlitt Schiffbruch). Er nahm ihn nicht auf, solange er noch von seinem Erbe zehrte (auf sein natürliches Wesen setzte). Den Fluch (Hunger, Säue hüten) als Folge der Sünde benutzte Gott als Zuchtrute, um den Sünder (jüngeren Sohn) zur Umkehr (Buße) zu bewegen. Und als es so weit war, er umgekehrt war, von einem Sünder zu einem bußfertigen Sünder geworden war, nahm er ihn wieder auf.

Das Verlieren des Erbes im Gleichnis bedeutet in der Wirklichkeit, dass der Sünder in einem ersten Schritt mit sich selbst, mit dem, was er natürlicherweise ist, zum Ende kommt und darauf nicht mehr baut; wirklich befreit von sich selbst, dem, was er natürlicherweise ist, wird der Sünder in der Wirklichkeit aber erst durch einen zweiten Schritt: die Taufe. Es ist nicht so, dass der Sünder sich selbst von seinem natürlichen Wesen befreit (das kann er auch nicht), bevor Gott ihn aufnimmt. Nein, die Taufe macht’s: In der Taufe wird der Sünder von seinem natürlichen Wesen befreit und bekommt gleichzeitig ein neues Wesen, indem Gott ihn in seine Gemeinschaft aufnimmt.

Analog zum Gleichnis vom verlorenen Schaf sehen wir auch beim Gleichnis vom verlorenen Sohn, dass mehr Gewicht auf der Aktivität Gottes als auf der Aktivität des bußfertigen Sünders liegt. Es war zwar notwendig, dass der verlorenen Sohn umkehrte, aber hinreichend zu seiner Aufnahme in die Gemeinschaft mit seinem Vater war eben die entschlossene Handlung seines Vaters, ihn wieder aufzunehmen. Gott gab seinen wertvollen Sohn für uns – das war eine göttliche Großtat. Nur auf dieser Grundlage konnte er uns wiederaufnehmen. Unsere Buße bzw. Umkehr ist zwar notwendig, damit sich Gottes Handeln überhaupt auf uns bezieht, aber wir sollten keinesfalls so tun, als ob es hauptsächlich oder gar ausschließlich unsere Buße bzw. Umkehr macht – das wäre fast Gotteslästerung. Es ist wirklich lächerlich bzw. lästerlich, wenn ich Gottes Gabe (er gab seinen teuren Sohn für mich) nicht viel stärker gewichte als meine kleine Buße – wenn sie auch notwendig ist und vielleicht Schritte beinhaltet, die ich durchaus nicht als Kleinigkeit empfinde.

Als der Sohn beim Vater ankommt, sagt er das mit dem Tagelöhner gar nicht zu ihm, wie er sich eigentlich vorgenommen hatte. Der Grund dafür: Der Vater lässt ihn gar nicht dazu kommen, auszusprechen: „Mache mich zu einem deiner Tagelöhner.“

Wie ist das zu verstehen?

Was bedeutet das für uns in der wirklichen Welt?

Gott gibt uns durch seinen Geist eine so große Gewissheit, dass wir Kinder Gottes sind, er malt uns das so deutlich vor Augen, macht uns das so plastisch, dass im Vergleich dazu unsere Niedrigkeit („Dasein eines Tagelöhners“), die wir auf Erden erleben, verblasst wie ein Alptraum, den man nach dem Aufwachen schnell vergisst. Der Geist Gottes vermag uns ein Empfinden zu geben, dass wir in einer Sache leben, die an sich Vergangenheit ist – das übertrifft alle Erkenntnis und ist für den Rationalisten nicht nachvollziehbar: Ich lebe in einer Welt, die in gewisser Weise bereits Vergangenheit ist. Das ist rational gesehen unmöglich, aber doch möglich durch den Geist Gottes, der die Zukunft in die Gegenwart holt, wodurch die Gegenwart relativ zur Vergangenheit wird.

Als Christ erlebe ich schon auf Erden meine Gotteskindschaft durch das Wirken des Geistes Gottes trotz der Tatsache der augenscheinlichen Niedrigkeit meines Lebens („Dasein eines Tagelöhners“) – bombastisch. Der Geist Gottes setzt der sichtbaren Realität der Niedrigkeit auf Erden die unsichtbare Realität der Gotteskindschaft entgegen.

„Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße 23 und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; lasst uns essen und fröhlich sein!“

Das ist alles Jesus Christus. In ihn sind wir (bußfertige Juden und Heiden) durch die Taufe gekleidet (Gewand), er ist unser Ruhm und unsere Ehre (Ring),  und er wurde für uns geschlachtet (Kalb).

25 Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen.“

Wie gesagt, durch den Begriff „älterer Sohn“ werden die religiösen Juden versinnbildlicht. Sie waren ganz vom täglichen Broterwerb hingenommen („war auf dem Feld“), führten ein bürgerliches Leben. Die religiösen Juden hatten den Vorteil, dass sie so einigermaßen mit dem Leben zurechtkamen, weil sie bezüglich der Sünde die Zügel nicht völlig schießen ließen (sie sündigten heimlich, vielleicht mit einer gewissen Scham) – allerdings wurden sie auch niemals zu wirklichen Heiligen (sie lebten auf einem seichten, spießbürgerlichen Niveau vor sich dahin). Der Nachteil ihrer Religiosität war, dass sie allerdings auch nie zu vollkommenen Sündern wurden, aus denen Gott vollkommene Heilige hätte machen können..

Wenn die religiösen Juden (der ältere Sohn) allerdings Jesus und die Schar der Jünger in Gemeinschaft mit ihm anschauten („nahe zum Hause kommen“), mussten sie eingestehen, dass das Glück und die Freude („Singen und Tanzen“) bei jenen war, die von ihren Sünden zu Gott umgekehrt waren und aus denen Gott wirkliche Heilige machte. Der gleiche Gott, der die bußfertigen Sünder heiligte, schenkte ihnen auch Glück und Freude: Heiligung, Glück und Freude bilden eine unzertrennliche Einheit. Zur Zeit Jesu war Gott bei den Jüngern durch Jesus selbst.

(Hinweis: Das „Haus“ war zur Zeit Jesu der sichtbare Jesus und die Schar der Jünger in Gemeinschaft mit ihm; heute ist das „Haus“ die christliche Kirche, wo Gott gegenwärtig ist durch den Heiligen Geist)

26 und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre.“

Natürlich, ganz verstehen können die Anhänger des Judentums die Freude nicht, die jene haben, die an Jesus Christus, Gottes Sohn, glauben („was das wäre“). Der religiöse Jude tut Werke aus dem Fleisch (natürliches Wesen des Menschen, der nicht an Jesus glaubt) heraus, die Gott nicht gefallen, und entbehrt der Freude der Gegenwart Gottes. Aber jener, der an Jesus glaubt, führt ein fröhliches Leben in Gottes Gegenwart und zu Gottes Wohlgefallen.

27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.“

Der verlorene Sohn (bußfertiger Sünder) kam insofern gesundet von seiner weiten Reise zurück, dass er nun nicht mehr auf sein Erbe (natürliches Wesen des Menschen) baute bzw. bauen konnte (er hatte ja auf der Reise alles verloren), sondern seine ganze Hoffnung auf die Gnade seiner Vaters (Gottes) setzte. Die Gnade des Vaters (Gottes) materialisierte, indem er das gemästete Kalb (Jesus, das Lamm Gottes) für den verlorenen Sohn (bußfertigen Sünder) schlachtete.

„28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.“

Die Anhänger des Judentums hassen jene (biologischen) Juden, die an Jesus Christus glauben bzw. zum Christentum konvertieren. Dieser Hass ist dämonischer Natur, ohne rationale Ursache („da wurde er zornig“).

Bis einschließlich heute (7. Dezember 2018) bittet Gott die Anhänger des Judentums, sich doch von ihrer traditionellen Religion loszusagen und zum wahren Christentum zu konvertieren („sein Vater bat ihn“).

29 Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre.“

Die Anhänger des Judentums stützen sich auf Werke, die sie aus dem Fleisch heraus tun („so viele Jahre diene ich dir“). Solche Werke aber sind wertlos vor Gott („er gab ihm nie einen Bock“).

Jesus sagt:

Johannes 3, 6 „Was vom Fleisch (natürliches Wesen des Menschen, der nicht an Jesus glaubt; R. B.) geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist“

und

Johannes 6, 63 „Der Geist ist’s, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze.“

Im Gegensatz dazu tut der Christ, der wahre Fromme, alles in und durch Christus. Alles, was in und durch Christus getan ist, ist Gott wohl annehmbar. Christus wohnt in dem Gläubigen durch den Heiligen Geist. Der Heilige Geist wird geschenkt durch die neue Geburt aus Wasser und Geist, die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe – so ist der Christ vom Geist geboren, wie in Joh. 3, 6, siehe oben, geschrieben steht.

Solange Jesus auf Erden lebte war Gott durch Jesus gegenwärtig. Seit Pfingsten ist Gott durch den Heiligen Geist gegenwärtig. Genauso wie ein Jude zur Zeit Jesu den sichtbaren Jesus brauchte, um heilig zu werden, braucht er heute den Heiligen Geist. Wer den Heiligen Geist hat, der ist auch in dem unsichtbaren Christus.

30 Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.“

Hier beschwert sich das Judentum darüber, dass Gott allein aus Gnade seinen Sohn für die Sünder gab  („das gemästete Kalb geschlachtet“) bzw. dass er so gnädig war mit den Sündern, die doch eigentlich nur Strafe verdient hatten („Hab und Gut mit Huren verprasst“).

Römer 3, 24 und (Juden und Heiden; R. B.) werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

31 Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein.“

„Was mein ist, das ist dein“ ist einerseits freundlich gemeint (wegen Gottes Beziehung zu den Juden auf Grundlage des alten Bundes), andererseits drängen die Anhänger des Judentums sich mit Gewalt in das Reich Gottes hinein. Sie wollen die geistlichen Güter des Reiches Gottes genießen („was mein ist, das ist dein“), ohne für Gott wirklich annehmbar zu sein (wegen Ablehnung des neuen Bundes: der Glaube an Jesus). Ihre traditionelle Religion hält sie davon ab, zu wirklichen Sündern zu werden, zu bußfertigen Sündern, die Gott aufgrund seiner Gnade annehmen und bessern könnte.

„32 Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.“

Damit ruft Gott die Anhänger des Judentums auf, sich wirklich zu bekehren („fröhlich und guten Mutes sein“). Nur wer selbst ein geretteter Sünder ist („wieder lebendig geworden“), kann sich darüber freuen, wenn solche, die tot waren in Sünden, geistlich wieder lebendig werden und von der Gottesferne („verloren“) zurückkehren in die Gemeinschaft mit Gott („wiedergefunden“).

Ergänzung

„was mein ist, das ist dein“

Dieser Satz, den der Vater zum älteren Sohn sagt und den man auch als freundlich gemeint deuten kann, scheint nicht ganz in den Gesamtzusammenhang des Gleichnisses vom verlorenen Sohn zu passen, wenn man ihn einmal nur als freundlich gemeint auffasst.

Der Gesamtzusammenhang ist ja, dass der Vater den jüngeren Sohn (der verlorene Sohn) mit großer Freude aufnimmt (während der ältere Sohn in dem ganzen Gleichnis nur am Rande erwähnt wird), dem nun nicht mehr sein Erbe wichtig ist – auch nicht mehr wichtig sein kann, weil er es verloren hat -, sondern sein Vater. Das Unglück, das der jüngere Sohn auf seiner weiten Reise erlebte, bewirkte bei ihm einen Sinneswandel – so wurde ihm sein Unglück zum Segen.

Der Ältere jedoch behielt sein Erbe, weil er die Zügel nicht so schießen ließ (bezüglich seines inneren Schweinehundes) wie sein jüngerer Bruder. Da er nicht die Entwicklung durchmachte wie sein jüngerer Bruder (und auch nicht sein Erbe verlor), konnte er niemals so wohlannehmbar werden wie jener. Dennoch sagt sein Vater zu ihm: „Was mein ist, das ist dein“. Damit scheint das ganze Gleichnis fast sinnlos zu werden, denn auf den ersten Blick sieht es so aus, dass der Vater den älteren Sohn genauso annehmen würde wie den jüngeren. Was hätte dann der „Leidensweg“ des jüngeren Bruders überhaupt für einen Sinn gehabt?

Das Judentum, das zur Zeit Jesu praktiziert wurde, entsprach einer falschen Auslegung des Alten Testamentes (AT): Gerechtigkeit aus Gesetzeswerken. Dieses Judentum hielt die damaligen Juden vom Glauben an einen Erlöser fern. Der Glaube an einen Erlöser aber hätte der richtigen Auslegung des Alten Testamentes entsprochen. Trotz ihrer Fehlauslegung des AT – ihres Irrtums – jedoch waren die Juden zur Zeit Jesu immer noch Gottes Volk. Das Volk der Juden ist ein Paradoxon: Einerseits sind sie Geliebte Gottes wegen des alten Bundes Gottes mit ihnen, anderseits ist Gott aber auch sehr zornig auf sie, weil sie nicht an Jesus Christus glauben wollen (der Glaube an Jesus ist der neue, bessere Bund Gottes). Gott hat also ein „was mein ist, das ist dein“ für die Juden, das wirklich freundlich gemeint ist, aber er sagt es gleichzeitig auch nicht so wohlmeinend zu ihnen, da sie nämlich die geistlichen Güter genießen wollen, ohne Buße getan zu haben und an Christus zu glauben bzw. sie drängen mit Gewalt ins Reich Gottes.

Hebräer 8, 8-13

8 Denn Gott tadelt sie (die Juden; R. B.) und sagt (Jeremia 31,31-34): »Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da will ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen, 9 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tage, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen. Denn sie sind nicht geblieben in meinem Bund; darum habe ich auch nicht mehr auf sie geachtet, spricht der Herr. 10 Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz geben in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben (durch die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe; R. B.) und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. 11 Und es wird keiner seinen Mitbürger lehren oder seinen Bruder und sagen: Erkenne den Herrn! (sie werden alle vom Heiligen Geist, den man durch die sakramentale Taufe empfängt, gelehrt sein; R. B.) Denn sie werden mich alle kennen von dem Kleinsten an bis zu dem Größten. 12 Denn ich will gnädig sein ihrer Ungerechtigkeit, und ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken.« 13 Indem er sagt: »einen neuen Bund«, erklärt er den ersten für veraltet. Was aber veraltet und überlebt ist, das ist seinem Ende nahe.

Römer 9, 1-5

1 Ich (Paulus; R. B.) sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, 2 dass ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlass in meinem Herzen habe. 3 Ich selber wünschte, verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder (die Juden; R. B.), die meine Stammverwandten (Volksgenossen, Landsleute; R. B.) sind nach dem Fleisch, 4 die Israeliten sind, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, 5 denen auch die Väter (Abraham, Isaak, Jakob; R. B.) gehören und aus denen Christus (Jesus von Nazareth; R. B.) herkommt nach dem Fleisch (er war der Sohn des jüdischen Zimmermanns Joseph und seiner Frau Maria; R. B.), der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.

Römer 9, 30-33

30 Was sollen wir nun hierzu sagen? Das wollen wir sagen: Die Heiden (Griechen, Römer, Germanen, Gallier, etc.; R. B.), die nicht nach der Gerechtigkeit trachteten, haben die Gerechtigkeit erlangt; ich rede aber von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. 31 Israel aber hat nach dem Gesetz der Gerechtigkeit getrachtet und hat es doch nicht erreicht. 32 Warum das? Weil es die Gerechtigkeit nicht aus dem Glauben sucht, sondern als komme sie aus den Werken. Sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anstoßes (Jesus von Nazareth; R. B.), 33 wie geschrieben steht (Jesaja 8,14; 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.«

Römer 10, 1-4

1 Liebe Brüder (die Gläubigen der Kirche zu Rom; R. B.), meines (des Paulus; R. B.) Herzens Wunsch ist und ich flehe auch zu Gott für sie (die Juden; R. B.), dass sie gerettet werden. 2 Denn ich bezeuge ihnen, dass sie Eifer für Gott haben, aber ohne Einsicht. 3 Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und suchen ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten und sind so der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan. 4 Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht.

Römer 11, 1-2

1 So frage ich (Paulus; R. B.) nun: Hat denn Gott sein Volk (die Juden; R. B.) verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israelit, vom Geschlecht Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. 2 Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat.

Römer 11, 28-29

28 Im Blick auf das Evangelium sind sie (die Juden; R. B.) zwar Feinde um euretwillen (die Christen aus den Heiden; R. B.); aber im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter (Abraham, Isaak, Jakob; R. B.) willen. 29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. (im Vers 28 lesen wir von einem Paradox: Die Juden sind gleichzeitig Feinde und Geliebte Gottes – das ist rational nicht fassbar).

Wenn wir die genannten Abschnitte aus dem Römerbrief lesen, wird uns klar, warum der Vater zu dem älteren Sohn „was mein ist, das ist dein“ auch wohlmeinend sprach. Aufgrund des alten Bundes gibt es doch noch eine gewisse Beziehung zwischen Gott und den Juden (im Gleichnis: Vater und älterer Sohn), wenn er es natürlich auch viel, viel lieber sähe, dass sie in seinen neuen Bund (Glaube an Jesus) eintreten würden (und auch nur so könnten sie gerettet werden vor der ewigen Verdammnis).

 

 

 

 

 

 

 

 

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Gleichnis vom verlorenen Schaf – Auslegung Lukasevangelium, Kapitel 15, Verse 1-7

Lukas 15, 1-7

1 Es nahten sich ihm aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. 2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. 3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: 4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er’s findet? 5 Und wenn er’s gefunden hat, so legt er sich’s auf die Schultern voller Freude. 6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. 7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

Auslegung

1 Es nahten sich ihm aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.“

Es ist interessant, dass trotz der Tatsache, dass Jesus ohne Sünde war, das heißt ein wirklicher Heiliger, sich die Zöllner und Sünder zu ihm hingezogen fühlten.

Woran lag das?

Jesus hatte sich von Johanes dem Täufer taufen lassen. Das war für ihn der Eintritt in die Gemeinschaft der (bußfertigen) Sünder, denn bei der Taufe des Johannes bekam er praktisch ein unsichtbares Etikett aufgeklebt: „(bußfertiger) Sünder, der Vergebung und Erlösung begehrt.“ Jesus ließ sich also als Sünder deklarieren, obwohl er durchaus keiner war. Er kam zur Taufe des Johannes, nicht weil er selbst die Buße nötig gehabt hätte und Vergebung begehrt hätte, nicht um seiner selbst willen, sondern um der wirklichen Sünder willen. Jesus wollte kein stolzer Pharisäer sein, der den Sündern zürnte, sie beleidigte und verfluchte, sondern er wollte sich über die Sünder erbarmen, ihnen Hilfe zuteil werden lassen; dazu musste er ihnen ganz nahe kommen. Sein Erbarmen ging so weit, dass er bereit war, einer von ihnen zu werden, wobei das allerdings nicht bedeutete, dass er dann auch wirklich Sünden beging – das sei ferne. Die Person Jesu war paradox: Er war ohne Sünde, hatte aber durch Johannes‘ Taufe den Status eines Sünders. Wie gesagt, dies wird verständlich, wenn man Jesu Gesinnung berücksichtigt, dass er sich ganz zu den Sündern herabbeugen wollte.

In unserer von Irrlehren wie Judentum, Katholizismus, Billige-Gnade-Protestantismus (in der Regel einfach Protestantismus genannt), evangelikaler „Glaube“, etc. geprägten Welt fällt es schwer, sich einen vorbildlichen Geistlichen (Kleriker) wie Jesus vorzustellen.

In der Welt, die wir kennen, läuft es im Allgemeinen so ab:

Je weniger ein Geistlicher sündigt, desto mehr richtet er die Sünder. Das macht ihn den Sündern unsympathisch, weshalb sie nicht so gerne etwas mit ihm zu tun haben wollen.

Je weniger ein Geistlicher die Sünder richtet, desto mehr begeht er auch selbst Sünden. Er ist zwar den Sündern sympathisch und sie kommen auch gerne zu ihm, aber  die Sache hat leider einen Haken: Er kann sie nicht auffordern, die Sünden zu lassen, die er selbst tut. Die Sünde aber ist ein Gift, das das Leben der Menschen zerstört. Es ist also zunächst verlockend, mit einem solchen Geistlichen Gemeinschaft zu haben, aber es wird sich im Laufe der Zeit als Weg in den Abgrund herausstellen, als ein Weg des Todes.

Wie war es im Gegensatz dazu bei Jesus, dem genialen Geistlichen?

Jesus sündigte nicht nur wenig, sondern gar nicht. Gleichzeitig aber richtete er auch die Sünder nicht. Jesus war also ein durch und durch ungewöhnlicher Geistlicher aus unserer heutigen Perspektive. In Gottes Augen war er natürlich der Geistliche überhaupt, der Inbegriff eines Geistlichen.

2. Korinther 5, 21 Denn er (Gott; R. B.) hat den (Jesus; R. B.), der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

1. Petrus 2, 22 er (Jesus; R. B.), der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand;

Johannes 12, 47 denn ich (Jesus; R. B.) bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette.

Wenn wir heute einem katholischen Priester oder einem evangelischen Pfarrer begegnen, dann stellen diese nicht nur ein totales Zerrbild eines Geistlichen dar, sondern sind sogar genau das Gegenteil davon: Sie verhelfen uns nicht zum Seelenheil, sondern befördern unsere ewige Verdammnis.

Entweder sie vergällen uns den Glauben durch ihre richtende Art und Weise oder sie verführen uns zum Sündigen, wenn sie uns (anscheinend) freundlich begegnen. Nicht nur durch das Richten wird der Sünder getötet, sondern auch durch die freundliche Tour, denn sie lässt den Sünder in seiner Sünde, die an sich selbst zersetzend ist. Das Töten des Sünders erfolgt also in diesem Fall nicht durch den Geistlichen, sondern durch die Sünde selbst bzw. der „freundliche“ Geistliche tötet indirekt, indem er den Sünder in der Sünde lässt, die ihn zerstört.

Die freundliche Tour ist sicherlich heute die bevorzugte. Viel sympathischer erscheint uns solch ein moderner „freundlicher“ Geistlicher als ein antiker, richtender Pharisäer. Aber geistlich gesehen handelt es sich in beiden Fällen um nahezu gleich gefährliche Personen: Beide befördern den geistlichen Tod des Sünders.

(im Gegensatz zu einem „freundlichen“ katholischen Priester oder einem „freundlichen“ evangelischen Pfarrer mag uns ein evangelikaler Prediger die Buße nahelegen – er scheint tatsächlich an unserem Seelenheil interessiert zu sein; jedoch ist der ganze Glaube der Evangelikalen nichtig, weil sie die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe verleugnen; der evangelikale Prediger ist also letztendlich genauso gefährlich, wenn nicht gefährlicher, wie die o. g. „freundlichen“ Geistlichen – er ist nur nach dem äußeren Schein ein Förderer unseres Seelenheils)

2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.“

Aus diesen Worten werden die Pharisäer und Schriftgelehrten am Jüngsten Tag gerichtet werden, denn sie kritisierten Jesus dafür, dass er Gutes tat: Er nahm die Sünder an und aß mit ihnen.

So werden auch moderne (falsche) Geistliche den Geistlichen kritisieren, der die Sünder annimmt, auch mit ihnen isst, und sie dabei aber nicht in ihren Sünden lässt, sondern zur Besserung verhilft.

Warum sehen es eigentlich herkömmliche (etablierte) Geistliche nicht als ihre Aufgabe, den Sündern zur Besserung  zu verhelfen (evangelikale „Geistliche“ scheinen hier ihre Verantwortung mehr wahrzunehmen, aber was sie veranstalten, ist nichts weiter als ein Strohfeuer und zählt nicht)?

(ganz im Gegensatz zu Jesus, der das als seine Hauptaufgabe sah)

Um das zu verstehen, müssen wir an Lukas 14 zurückdenken. Dort wurde deutlich, worum es in der (spieß-)bürgerlichen Gesellschaft, in der Gesellschaft der Etablierten, geht: Das Haben von Gütern und gute, intakte Beziehungen (Integriertsein). Der herkömmliche Geistliche will einfach auch „dazugehören“, das heißt nicht zur „kleinen Herde der Schafe Jesu“, sondern zur bürgerlichen Gesellschaft, zur Welt. Die bürgerliche Gesellschaft aber verachtet die Armen, Krüppel, Lahmen, Blinden, etc., also jene, die durch ihre Sünde/Sünden ins Unglück gerieten. Der herkömmliche Geistliche sucht also Anerkennung bei solchen, die genau das Gegenteil wollen von dem, was eigentlich sein Beruf wäre: die Wiederherstellung von Menschen, die sich durch ihre Sünde geistlich und vielleicht auch physisch, psychisch und materiell ruiniert haben. Der herkömmliche Geistliche bleibt also inaktiv, kümmert sich nicht um die verlorenen Schafe, weil er Anerkennung bei jenen sucht, die unbarmherzig die verlorenen Schafe in ihrem Unglück lassen, sie ohne jegliches Mitgefühl dem Verderben preisgeben.

Und wenn heute ein katholischer oder evangelischer „Geistlicher“ doch einmal auf die Idee kommen sollte, Sünder in die Gemeinde/Kirche einzuladen, dann natürlich ohne ihnen die Buße nahezulegen, was in Gottes Augen kriminell ist. Das, was sich heute Kirche nennt, ist in der Regel nichts weiter als sündige Welt mit christlichem Anstrich, christlicher Schminke – ein Gräuel für Gott.

(ein evangelikaler „Geistlicher“, der Sünder einlädt, mag zwar die Buße nahelegen, aber der ganze evangelikale Glaube ist nur Schein, da die Evangelikalen die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe verleugnen; die Einladung des evangelikalen „Geistlichen“ ist sozusagen nichtig bzw. nichts wert)

3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: 4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eins von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er’s findet?“

Indem Jesus auf ein verlorenes Schaf hinweist, zeigt er den Pharisäern und Schriftgelehrten, wie verwerflich ihr Denken und Tun ist. Jeder von ihnen würde, falls er eine Schafherde besäße, nach einem Schaf suchen, das sich von der Herde abgesondert hat. Sie würden also einem Tier, das doch viel weniger als ein Mensch ist, eine bessere Behandlung widerfahren lassen als einem Menschen. Sie waren also bereit um ihrer Ehre bei der etablierten Gesellschaft willen ganz lieblos (an den von der Gesellschaft Ausgestoßenen) zu handeln. Sie ließen die Sünder umkommen, weil sie sich der Gemeinschaft mit ihnen schämten – unfassbar, pervers (allerdings konnten sie den Sündern auch prinzipiell gar nicht helfen, selbst wenn sie gewollt hätten, weil sie nicht an einen Erlöser glaubten; ihr Grundproblem war also, dass sie selbst nicht gläubig waren).

5 Und wenn er’s gefunden hat, so legt er sich’s auf die Schultern voller Freude.“

Interessant ist, dass der Hirte dem verloren Schaf nachläuft und nicht das verlorene Schaf dem Hirten. Die Buße bzw. Umkehr des Sünders ist in dem Gleichnis vom verlorenen Schaf keine Aktivität des Schafes, durch das es zum Hirten findet, sondern das Schaf an sich ist ein Bild auf einen Sünder, der die Eigenschaft hat: „bußfertig“. Der gute Hirte wird aktiv und sucht die verlorenen Schafe bzw. Sünder, die bußfertig sind. Ein nicht bußfertiger Sünder ist mit dem Bild vom verlorenen Schaf gar nicht gemeint, kommt in dem Gleichnis gar nicht vor. Wir müssen hier auch an Johannes den Täufer denken. Johannes machte durch seine Busstaufe und Predigt aus Sündern bußfertige Sünder. Johannes wird interessanterweise als der bezeichnet, der den Weg des Herrn bereitete. Dieser Weg war die Buße bzw. Bußfertigkeit. Indem ein Sünder Buße tat, entstand ein Weg, auf dem der guten Hirte, Jesus, zu ihm kommen konnte. Ein Weg ist immer etwas statisches, unbewegliches, während jener, der darauf geht, aktiv ist bzw. sich bewegt.

Lukas 3, 4 „Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben!“ (das war Johannes der Täufer; R. B.)

Was folgt daraus?

Sicherlich ist das Gleichnis vom verlorenen Schaf sehr beliebt bei den Evangelikalen, die alles Gewicht auf die Bekehrung legen. Gerade aber auch das Gleichnis vom verlorenen Schaf macht deutlich, dass die Lehre der Evangelikalen völlig falsch ist.

Die Buße ist zwar notwendig, denn nur durch die Buße wird ein Sünder zu einem verlorenen Schaf, auf das sich die Suche des Hirten bezieht, aber hinreichend zur Errettung (Finden des Schafes und auf die Schulter Legen) ist die Aktivität des Hirten.

Das Finden und auf die Schulter Legen des verlorenen Schafes geschieht heute bei der sakramentalen Taufe einschließlich Kindertaufe. Für den bußfertigen Sünder ist die sakramentale Taufe die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft mit Gott, dem Vater. Die Wiederaufnahme in die Gemeinschaft mit Gott erfolgt auf Grundlage des Todes und der Auferstehung Jesu, deren befreiende Kraft bei der Taufe zugeeignet wird. Die Buße des Täuflings ist zwar notwendig, aber doch etwas sehr, sehr geringes im Vergleich mit dem, was der gute Hirte, Jesus, geleistet hat: er starb und auferstand für uns. Der wirkliche Christ schaut nicht so sehr auf seine Bekehrung, obwohl sie notwendig ist, sondern auf das, was Jesus für ihn getan hat und wie es ihm bei der Taufe zugeeignet wird. Beim wahren Christentum liegt mehr Gewicht auf der Taufe als auf der Bekehrung. Jesus kommt auf dem Weg unserer Buße zu uns, aber dass er uns findet und auf seine Schulter legt, ist seine Aktion/Aktivität – wir empfangen das Heil von außen, es wird uns von außen gegeben.

Wenn ein Kind schreit: „Mama, ich habe Hunger!“, dann geschieht seine Sättigung ja nicht durch sein Schreien, obwohl das Schreien durchaus notwendig ist, um die Aufmerksamkeit der Mutter zu erwecken und etwas von ihr zu bekommen, sondern dadurch, dass die Mutter aktiv wird und dem Kind etwas zu essen gibt. Die Evangelikalen tun gerade so, als ob ein Kind allein durch sein Rufen nach Nahrung satt wird – wie unsinnig. Entscheidend ist natürlich, dass die Mutter dem Kind etwas zu essen gibt. Ein gesättigtes Kind sagt ja auch nicht: „Ich bin durch mein Schreien satt geworden.“, sondern es sagt: „Ich bin satt geworden, weil Mama mir etwas zu essen gegeben hat.“

Warnung: Nur relativ zum guten Hirten, dessen Aktivität so überaus gewichtig ist, erscheint der bußfertige Sünder als passiv und seine Buße als etwas rein statisches – Johannes der Täufer forderte die Sünder durchaus auf, bestimmte Schritte zu tun:

Lukas 3, 10-11 10 Und die Menge fragte ihn (Johannes den Täufer; R. B.) und sprach: Was sollen wir denn tun? 11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.

Daraus folgt: Wenn jemand Christ werden will, sollte er sofort damit anfangen, Gutes zu tun und das Böse zu lassen. Er habe hierbei die Gesinnung, dass er einfach nur das Selbstverständliche tut, das, was angemessen ist, wenn man sich dem heiligen Gott naht.

Es ist vollkommen unsinnig, dass die Evangelikalen so tun, als ob quasi die Bekehrung allein den Sünder retten würde. Die wahre Lehre im Gegensatz dazu ist, dass zwar die Bekehrung notwendig ist, aber hinreichend zum Heil ist die sakramentale Taufe (nur der mit der sakramentalen Taufe verbundene Glaube ist der wahre).

Die Evangelikalen mit ihrem Bekehrungswahn bzw. Bekehrungseifer sind aus der christlichen Kirche ausgeschlossen. Auch wenn sie mit den Lippen sogar bekennen mögen, es käme nicht so sehr auf die Bekehrung, sondern auf die Gnade Jesu an, so sind sie doch verdammt, denn indem sie die sakramentalen Taufe verwerfen, verwerfen sie auch Jesus und sein Heil, das er uns in der Taufe gibt (die Evangelikalen haben eine eigene Taufe erfunden, die mit der sakramentalen Taufe nichts zu tun hat; siehe Anmerkung, unten). Indem die Evangelikalen die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe verwerfen, bleiben sie ganz bei sich selbst und „ihrer“ Bekehrung – sie haben nicht Jesus selbst, den sakralen Jesus, sondern nur ein (verzerrtes) Bild von ihm. Was nutzen mir Bilder von Aldi-Waren? – ich brauch‘ doch die Waren selbst: Brot, Butter, Zucker, etc. Hab‘ ich nur Bilder von Brot, Butter, etc., muss ich hungern und sterben.

Genauso verwerflich wie das krankhafte Herumreiten der Evangelikalen auf der Bekehrung ist die völlige Verleugnung der Bekehrung bzw. Buße durch katholische Priester und evangelische Pfarrer: Da werden Menschen getauft – und die Taufe ist sogar etwas gutes an sich selbst – für die eine Buße wahrscheinlich nie in Betracht kommt. Solche aber kommen in dem Gleichnis vom verlorenen Schaf gar nicht vor. Nur ein bußfertiger Sünder ist ein verlorenes Schaf und nur auf solche bezieht sich das Heil, das durch die Taufe gegeben wird. Die Taufe, die Aktivität des Hirten, ist das Entscheidende beim Erlangen des Heils – die Aktivität des Sünders, seine Umkehr, ist ein geringes im Vergleich zur Aktivität des Hirten. Nichtsdestotrotz wird der Hirte nur aktiv in Bezug auf verlorenen Schafe bzw. bußfertige Sünder. Wie gesagt, unbußfertige Sünder kommen in dem Gleichnis vom verloren Schaf gar nicht vor.

Hinweis:

Wenn jemand als Kind sakramental getauft wurde und erst als Erwachsener erweckt wird, dann braucht er keine nochmalige Taufe. Er kann sich einfach auf seine Kindertaufe beziehen, die nach wie vor vorhanden ist (sie ist sozusagen zeitlos). Indem ein als Kind Getaufter, der bisher als Sünder gelebt hat, von seinen Sünden umkehrt und sich auf seine Kindertaufe bezieht, wird seine Kinderaufe relevant für ihn – er gehört dann zu den verloren Schafen, die vom Hirten gefunden und auf die Schulter gelegt wurden aus dem obigen Gleichnis.

6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.“

Die heutigen Glieder einer evangelischen, katholischen oder evangelikalen Gemeinde würden sich vielleicht freuen, wenn eines ihrer Glieder zum Abteilungsleiter in seiner Firma befördert wurde, aber die Bekehrung eines Sünders und dessen Erlangen des Heils ist für sie absolut kein Gegenstand, der ihre Aufmerksamkeit erregen könnte. Die Freude evangelikaler Gemeinden über einen Bekehrten ist nichtig, denn sie muss schnell „verpuffen“, weil der Sünder trotz Bekehrung nicht das ewige Heil erlangt – das ist sehr, sehr schrecklich und sehr grausam. Fluch über alle Leiter der Evangelikalen, die einen Glauben vermitteln, der wie ein Rohrstab ist, auf den man sich stützt und der dann zerbricht und einem in die Hand fährt.

In einer lebendigen Gemeinde („Freunde und Nachbarn des guten Hirten“) jedoch wäre die Bekehrung eines Sünders und dessen Errettung ein Anlass zu großer Freude, ein Anlass, ein großes Fest zu feiern. Für eine lebendige Gemeinde wäre der berufliche Rang eines ihrer Glieder eher etwas nebensächliches, wenn nicht völlig bedeutungsloses.

7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.“

Jene Glieder von (etablierten) evangelischen, katholischen oder evangelikalen Gemeinden sollten sich bewusst sein, dass ihr Verhalten hier (die gegenwärtige Welt, in der wir leben) Auswirkungen auf ihr Befinden dort (die kommende Welt) haben wird. Wenn Gott sich schon hier nicht über sie freuen konnte, dann mit Sicherheit auch nicht dort.

Umgekehrt wird Gott den Gliedern einer lebendigen Gemeinde auch dort mit Freude entgegentreten.

 

Anmerkung

Die Evangelikalen taufen Menschen, die bereits als Kind sakramental getauft wurden, nochmals mit ihrer eigenen Taufe. In diesem Zusammenhang wird die vorhandene sakramentale Kindertaufe für ungültig erklärt. Allein aber seine Kindertaufe könnte dem Menschen die Kraft geben, Jesus nachzufolgen. Auch die Evangelikalen lehren, man solle Jesus nachfolgen (wenn auch ihre Lehre von der Nachfolge in vielerlei Hinsicht ein Zerrbild der korrekten Lehre der christlichen Kirche ist). Der Wiedergetaufte muss allerdings verzweifeln bis hin zum Selbstmord, wenn er versucht, ohne die Kraft seiner Kindertaufe Jesus nachzufolgen. Die Evangelikalen richten also sehr schweren Schaden an, indem sie von Menschen verlangen, Jesus nachzufolgen, ohne auch die dazu notwendige Kraft darzureichen. Im Grunde sind die Evangelikalen gefährliche Psychopathen, die Menschen in den Selbstmord treiben.

Die christliche Kirche betrachtet die sakramentale Taufe als neue Geburt aus Wasser und Geist bzw. Wiedergeburt (diese Lehre entspricht dem Befund der Bibel). Die Evangelikalen haben eine Wiedergeburt erfunden, die unabhängig ist von irgendeiner Form der Taufe (die Lehre der Evangelikalen entspricht nicht dem Befund der Bibel). Ihre Wiedergeburt ist obskur und scheint nicht viel mehr zu sein, als dass einer traurig ist über seine Sünden und es für wahr hält, dass Jesus auch für ihn persönlich starb. Das, was die Evangelikalen für Glauben halten, ist in Wirklichkeit nur ein lächerliches Wissen. Dieses Wissen hilft nicht im Kampf gegen das sündige Fleisch, die sündige Natur, die wir vom gefallenen Adam geerbt haben. Die Evangelikalen haben nur eine Vorstellung von den Heilsgütern, die die christliche Kirche tatsächlich hat – Grund: Die Evangelikalen verleugnen die sakramentale Taufe, durch die aus purem Wissen überwindender Glaube wird; durch die sakramentale Taufe kommen wir wirklich in Besitz der christlichen Heilgüter und träumen nicht nur davon. Die Taufe beseitigt das Problem des sündigen Fleisches, das dem so im Wege steht, der gerne glauben möchte bzw. vom reinen Wissen zum überwindenden Glauben gelangen möchte.

 

Ergänzung

Weder katholische Priester noch evangelische Pfarrer, noch evangelikale „Geistliche“ können wirklich gläubig sein, solange sie in ihrer Kirche bzw. Religionsgemeinschaft bleiben. Wenn die Genannten nicht bereit sind, in die christliche Kirche zu wechseln, können sie nicht gläubig sein bzw. werden.

(die christliche Kirche ist die Gemeinschaft aller Menschen, die aus der Kraft ihrer sakramentalen Taufe Jesus nachfolgen – sie haben den überwindenden Glauben, der die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit bewirkt)

Selbst wenn katholische Priester, evangelische Pfarrer oder evangelikale „Geistliche“ heute, was eigentlich unmöglich ist, das Evangelium nach allen oben genannten Regeln der Kunst verkünden würden – wie Jesus selbst -, wäre doch all ihr Unterfangen nichtig.

Warum?

Wollte heute ein katholischer Priester, ein evangelischer Pfarrer oder ein evangelikaler „Geistlicher“ von Herzen gläubig sein und das reine Evangelium verkünden, dann müsste er zuerst seine angestammte Kirche verlassen, bevor seine Verkündigung des Evangeliums akzeptabel wäre.

Kurz gesagt: Es geht nicht, dass einer von den oben genannten Geistlichen in seiner Kirche bleibt und gleichzeitig das reine Evangelium verkündet. Seine richtige Verkündigung würde nullifiziert durch seine Feigheit, seine angestammte Kirche nicht verlassen zu wollen und zur christlichen Kirche zu wechseln.

Würde heute ein katholischer Priester, evangelischer Pfarrer oder evangelikaler „Geistlicher“ von Herzen gläubig werden bzw. werden wollen, dann wäre der erste Schritt, seine angestammte Kirche zu verlassen, denn sowohl die katholische Kirche als auch die evangelische Kirche, als auch die Evangelikalen sind vom reinen Glauben an Jesus abgefallen. Erst im zweiten Schritt könnte er dann das reine Evangelium verkündigen.

„Extra ecclesiam nulla salus (außerhalb der Kirche gibt es kein Heil)“.

 

Siehe auch:

Dietrich Bonhoeffer und der Papst

Zunächst, wer war Dietrich Bonhoeffer?

Bonhoeffer war wahrscheinlich der begabteste Theologe, der seit Martin Luther gelebt hat.  Bonhoeffer studierte an der Friedrich-Wilhelm-Universität (heute Humboldt-Universität) in Berlin. Bonhoeffer gehörte zu den Begabtesten des wissenschaftlichen Nachwuchses an der theologischen Fakultät. Bonhoeffer entschied sich jedoch nicht für die wissenschaftliche Laufbahn, sondern wurde evangelischer Pfarrer (er war Pfarrer der altpreußischen Union).

Bonhoeffer war nicht nur ein Spitzentheologe, sondern auch ein frommer Christ. Bonhoeffer praktizierte tatsächlich, was er predigte (diese Art Pfarrer ist heute wahrscheinlich längst ausgestorben). Lesen Sie doch mal Eberhard Bethge’s Biographie über Bonhoeffer.

Bonhoeffer’s ursprüngliche Absicht war es, die evangelische Kirche (früher DEK, heute EKD) zu reformieren. Leider platzte unglücklicherweise der Nationalsozialismus dazwischen. Die bekennende Kirche (eine sozusagen reformierte, evangelische Kirche mit allzu kurzer Lebensdauer), der sich Bonhoeffer anschloß, ging leider nach dem Dritten Reich unter. Die bekennende Kirche war die rechtmäßige (mit „rechtmäßig“ meine ich: von Gott anerkannt), protestantische Kirche in Deutschland während des Dritten Reiches (die bekennende Kirche widersetzte sich Nazi-Staat und Nazi-Kirche).  Im Gegensatz zur bekennenden Kirche verhielt sich die DEK opportun gegenüber den Nazis und unterstützte sie. Die DEK muß als antichristlich bezeichnet werden, denn sie hatte nichts mehr gemein mit den Vorstellungen Jesu Christi über seine Kirche bzw. verhielt sich konträr dazu. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die bekennende Kirche und die DEK in der EKD zusammengefaßt (ein historischer Mißgriff). Leider konnten sich in der EKD nach dem 2. Weltkrieg reaktionäre Kräfte durchsetzen und der Einfluß der ehemaligen Glieder der bekennenden Kirche verschwand. So blieb die EKD unreformiert.

Bonhoeffer war ein Reformator auf Augenhöhe mit Martin Luther. Nur aufgrund ungünstiger, geschichtlicher Umstände erlangte er nicht den Bekanntheitsgrad Luthers.

Warum erzähle ich das? Ich will zum Ausdruck bringen, daß Bonhoeffer nicht ein Irgendjemand (nobody) war, sondern eine Kapazität. Bonhoeffer war ein sprichwörtlicher Gelehrter. Er war auf einer Ebene mit Paulus, Augustinus und Luther.

Wer Aussagen Bonhoeffers anzweifelt, muß Beweise bringen (Schriftbeweis). Aufgrund Bonhoeffer’s Lehrautorität ist es nicht erlaubt, einfach Aussagen, die er gemacht hat, für nichtig oder nicht relevant zu erklären. Vor Bonhoeffer muß man sich zunächst mal klein machen. Wer sich vielleicht zwanzig oder dreißig Jahre mit ihm beschäftigt hat, der mag dann auch eigene Theorien aufstellen.

Bonhoeffer hat das Papsttum verworfen!!!

Während des Dritten Reiches standen Einzelne, Gemeinden und Pfarrer vor der Entscheidung, sich der Bekennenden Kirche anzuschließen oder sich der Reichskirchenregierung (Nazi-Kirche)  zu unterwerfen. Damals gab es Pfarrer, Gemeinden und Einzelne, die argumentierten: „Solange wir vor Ort in unseren lokalen Gemeinden das reine Evangelium predigen, gehören wir zur wahren, weltweiten Kirche Jesu Christi  (christliche Kirche), unbeschadet davon, dass wir uns „formal“ der Reichskirchenregierung unterwerfen.“

Bonhoeffer hat diese Argumentation verworfen. Bekannt wurde sein Ausspruch: „Extra ecclesiam nulla salus (außerhalb der Kirche gibt es kein Heil)“. In der Situation des Angriffes einer antichristlichen Kirche auf die christliche Kirche gibt es nur eine heilige Handlung, nämlich die antichristliche Kirche zu verlassen und sich der christlichen Kirche anzuschließen. Eine dem Wortlaut nach korrekte Verkündigung des Evangeliums innerhalb einer antichristlichen Gesamtkirche wird annulliert durch die Feigheit des Pfarrers und der lokalen Gemeinde sich nicht zu Jesus Christus öffentlich zu bekennen durch Wechsel von der feindlichen Kirche in die christliche Kirche. Der „Dauerfeind“ der christlichen Kirche ist die römische Kirche. Für Bonhoeffer kam eine Unterwerfung unter den Papst einer Unterwerfung unter die Leitung der Nazi-Kirche gleich.

Sie können das nachlesen im Band 14 der DietrichBonhoefferWerke (DBW) „Illegale Theologenausbildung in Finkenwalde 1935-1937“, Bonhoeffers Aufsatz über Kirchengemeinschaft:

Schlagen Sie doch mal die Seiten 677 und 678 des Bandes auf, denn da können Sie das Folgende lesen:

„Wie aber, wenn nun in einer einzelnen Gemeinde der römischen Kirche oder der Reichskirche (Nazi-Kirche) das Evangelium lauter verkündigt würde? Ist dann nicht auch dort die wahre Kirche? (Antwort:) Es gibt keine lautere Verkündigung des Evangeliums unabhängig von der Gesamtkirche. Und wenn einer das Evangelium so lauter verkündigt wie der Apostel Paulus und er wäre dem Papst oder der Reichskirchenregierung gehorsam, so wäre er ein Irrlehrer und ein Verführer der Gemeinde.“

Übrigens ist das Problem des Papsttums ein prinzipielles. Es geht nicht um das praktische Verhalten der römischen Kirche, sondern um ihre Struktur: Jesus Christus will das Haupt der allgemeinen, christlichen Kirche sein. Dieses Amt hat der Papst Christus gestohlen. Somit ist das Papsttum verwerflich, mag sich die römische Kirche auch noch so freundlich gebärden.

Heil gibt es nur in der Kirche, die wirklich von Christus regiert wird! Extra ecclesiam nulla salus!

Hinweis:

Was war eigentlich die „Bekennende Kirche“?

In der Zeit, als die Nazis die Macht ergriffen, gab es in Deutschland ähnlich wie heute Landeskirchen, die in der DEK (Deutsche Evangelische Kirche) zusammengeschlossen waren. Die DEK wurde vor die Entscheidung gestellt, sich für Christus und gegen die Nazis oder für die Nazis und gegen Christus zu entscheiden. Ein Teil der Einzelpersonen, Pfarrer und Gemeinden der DEK wollte sich nicht von den Nazis beherrschen lassen. Dieser Teil der DEK schloß sich zur „Bekennenden Kirche“ zusammen, die eine eigene Kirchenleitung und sogar einen eigenen Mitgliedsausweis hatte. Die Bekennende Kirche war also keine Freikirche, sondern der Teil der traditionellen evangelischen Kirche, der Christus treu blieb trotz des Drucks des Nazi-Regimes. Die in Gottes Augen rechtmäßige, protestantische Kirche während des Dritten Reiches war die Bekennende Kirche. Der Teil der DEK, der sich den Nazis unterordnete, hatte sich damit von Christus geschieden, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollten.

 

 

Weiter empfehlenswert:

EKD ist definitiv keine christliche Kirche mehr; Taufe nicht mehr gültig

Evangelikale Irrlehrer (Ketzer, Häretiker)

Matth. 16, 18: Ist der Papst Petri Nachfolger?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nachfolge Jesu kann sich mit familiären Bindungen stoßen – Auslegung Lukasevangelium 14, 25-35

Lukas 14, 25-35

25 Es ging aber eine große Menge mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: 26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein. 27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wer ist unter euch, der einen Turm bauen will und setzt sich nicht zuvor hin und überschlägt die Kosten, ob er genug habe, um es auszuführen, – 29 damit nicht, wenn er den Grund gelegt hat und kann’s nicht ausführen, alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten, 30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und kann’s nicht ausführen 31 Oder welcher König will sich auf einen Krieg einlassen gegen einen andern König und setzt sich nicht zuvor hin und hält Rat, ob er mit zehntausend dem begegnen kann, der über ihn kommt mit zwanzigtausend? 32 Wenn nicht, so schickt er eine Gesandtschaft, solange jener noch fern ist, und bittet um Frieden. 33 So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein. 34 Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz nicht mehr salzt, womit soll man würzen? 35 Es ist weder für den Acker noch für den Mist zu gebrauchen, sondern man wird’s wegwerfen. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Auslegung

Lukas 14, 25-35 müssen wir im Zusammenhang sehen mit Lukas 14, 1-24 – nur so kann uns dieser Abschnitt verständlich werden.

Siehe auch Das große Abendmahl (die königliche Hochzeit) – Auslegung Lukasevangelium 14, 15-24

Wir hatten gesehen, dass das Bewertungssystem dieser Welt (der bürgerlichen Gesellschaft) auf dem Haben von Gütern und intakten Beziehungen beruht. „Güter“ müssen nicht nur gegenständliche Dinge sein, sondern es kann sich dabei auch um Dinge wie berufliche Position, Bildungsabschlüsse, etc. handeln. Jene, die der Güter dieser Welt einschließlich der immateriellen  und intakter Beziehungen ermangeln, gelten als am Rande stehend. Mit ihnen möchte der etablierte Bürger dieser Welt nicht so gerne etwas zu tun haben – da rümpft er gerne mal die Nase.

Gott lädt prinzipiell jeden Menschen zu sich ein, unabhängig von seinem sozialen Status. Daran jedoch nehmen die Etablierten, die eigentlich auch eingeladen sind, Anstoß. Es ärgert sie, dass Gott ihr Bewertungssystem nicht gelten lässt unter jenen Menschen, die das Heil in Christus angenommen haben (die Kirche). Darum wendet sich Gott dann doch bevorzugt den am Rande Stehenden zu. Jesus empfiehlt, zu einem Mahl Arme, Krüppel, Lahme, Blinde, etc. einzuladen – nicht weil die Etablierten von vorneherein vom Heil ausgeschlossen wären, sondern weil sie es mehrheitlich von sich aus verschmähen. Lädt man Etablierte zu einem Mahl ein, wollen sie gleich wieder den Ton angeben und fordern, dass ihr Bewertungssystem gilt. Dadurch aber würden auch in der Kirche jene an den Rand gedrängt, die schon in der säkularen Gesellschaft am Rande stehen – das darf nicht sein. Also bleibt nur ein Weg: die Randgruppenleute einladen und die Etablierten nicht.

Es stellt sich die Frage: Welches ist die nie versiegende Quelle des Statusdenkens?

Nun, das ist die Familie bzw. Verwandtschaft.

Wer das Neue Testament auch nur ein wenig kennt, dem ist klar, dass hinter dem Statusdenken der Teufel und seine Dämonen stecken; sie wirken in den Menschen, die nicht an Jesus glauben, mit Macht dieses fatale Denken. Das niedrige Denken, das der Teufel den Leuten einimpft, breitet sich im Rahmen familiärer/verwandtschaftlicher Beziehungen aus und im Rahmen gesellschaftlicher Zusammenkünfte jeglicher Art (Gespräche auf Märkten, in kleinen Dorfläden, bei Bällen, bei Essen in Clubs, bei Pseudogottesdiensten, auf dem Golfplatz, am mondänen Badestrand, bei nicht-christlichen Hochzeiten, bei Kaffeekränzchen, bei einer Veranstaltung der freiwilligen Feuerwehr, bei einer Veranstaltung des Sportvereins, beim Opernbesuch, beim Schulbesuch, etc.).

Stellen wir uns mal ein oberbayerisches oder unterfränkisches Kuhdorf vor. Da gibt es einen Einzelhändler und die Tratschtanten (Klatschtanten) jenes Dorfes nutzen den kleinen Laden jenes Einzelhändlers als Markt (ein Markt ist ein Ort des Kaufens und Verkaufens, wo man die Gelegenheit nutzt, Neuigkeiten auszutauschen). Kaum betritt eine junge verheiratete Frau aus dem Dorf, die Zutaten für einen Kuchen einkaufen will, den kleinen Laden, wo es keine „Fluchtmöglichkeit“ gibt, keine Möglichkeit, bestimmten Personen aus dem Wege zu gehen, prasseln die Fragen der älteren, grauhaarigen „Damen“ mit Kurzhaarschnitt auf sie ein:

  • „geht ihr Sohn nächstes Jahr auf’s Gymnasium?“
  • „wie war die Abiturprüfung ihrer Tochter?“
  • „macht ihr Mann demnächst die Meisterprüfung?“
  • „wir fahren dieses Jahr nach Mallorca – und sie?“
  • „mein SUV braucht nur 8 Liter auf 100 Kilometer, obwohl er 250 PS hat – wollen sie sich nicht auch mal ’nen spritsparenden Wagen anschaffen?
  • „ich hab‘ mir ’nen Designer-Garten anlegen lassen – sie bleiben bei ihrer einfachen Wiese?“
  • „die Fassade ihres Hauses gehört mal wieder frisch gestrichen und die Fensterläden auch“
  • „ich hab‘ da einen Rostfleck auf ihrem Auto gesehen“
  • „warum kaufen sie eigentlich nicht das Super-Bio-Öko-Gesundheitsmehl, sondern das Billig-Mehl?“
  • „ihr Sohn hat keinen Schulranzen von Scout – warum?“
  • „ich kauf‘ mir nur Levis-Jeans – die sehen wirklich cool aus“
  • „ich hab‘ eine Lebensversicherung abgeschlossen und ein Aktienpaket gekauft – und sie?“
  • etc.

Bei solchen Fragen muss man natürlich die richtigen Antworten parat haben.

Auf die Frage nach dem Übertritt des Sohnes auf das Gymnasium damit zu antworten, er bleibe wohl auf der Hauptschule, weil das für eine Lehre als Schreiner genügt, wird einem kein Plus bei jenen grauhaarigen Damen mit Kurzhaarschnitt einbringen.

Egal, wo (Markt, Dorfladen, Ball, Essen im Club, etc.) ein Glied einer Familie durch bestimmte „maßgebende“ Personen (z. B. grauhaarige Damen mit Kurzhaarschnitt) mit gesellschaftlichen Normen konfrontiert wird, es wird dadurch ein nicht unbedeutender Druck aufgebaut, sich entsprechend der Normen zu verhalten.

Familienmitglieder tragen den Druck, der bei gesellschaftlichen Zusammenkünften jeglicher Art auf sie aufgebaut wird, in die Familie hinein. Stellen wir uns vor, es gäbe ein und dieselbe Familie zweimal (Original und Klon). Mit Sicherheit würde sich der Klon in der Einsamkeit der sibirischen Taiga, frei von dem Druck der Maßgebenden, ganz anders entwickeln als das Original auf einem bayerischen Kuhdorf oder sonst wo, wo ein gesellschaftliches Umfeld da wäre.

Sicherlich hat gerade der Mensch, der nicht an Jesus Christus glaubt – allein in der bürgerlichen Gesellschaft verankert ist -, kaum Kraft, jenem Druck der Gesellschaft zu widerstehen – er wird notgedrungen alles mitmachen.

Übrigens ist das, was ich bisher geschildert habe, dass sogenannte soziale Leben, das Leben des säkularen Menschen, das Leben des Menschen außerhalb der wahren Kirche. Oben genannte Pseudogottesdienste sind Gottesdienste von Religionsgemeinschaften, die bei sich ganz die Bewertungsmaßstäbe der Welt gelten lassen und so nichts anderes als Welt mit religiösem Anstrich sind. Die „Kleriker“ und gewöhnlichen Glieder jener Religionsgemeinschaften werden verdammt werden am Jüngsten Tag genauso wie der Rest der säkularen Welt, denn sie waren in Wirklichkeit auch nur „Welt“, ein Teil der Welt.

Der Druck der säkularen Gesellschaft wird durch die Familie noch einmal verstärkt. Die Familie – insofern sie nicht an Jesus Christus glaubt – ist also eine Bastion des Unglaubens gegen jenes einzelne Familienglied, das gläubig werden will bzw. Jesus nachfolgen will. Die Nachfolge Jesu ist unvereinbar mit der Bewertung von Personen nach deren Besitz von Gütern und danach, ob sie in intakten, familiären Verhältnissen leben. Der Jünger Jesu will seinem Herrn auch darin folgen, Menschen vom Rand wie Arme, Krüppel, Lahme, Blinde, etc. nicht zu diskriminieren. Das aber verlangt seine (ungläubige) Familie von ihm. Es bleibt ihm also um seiner treuen Nachfolge und seines ewigen Heiles willen nichts anderes übrig, als um Jesu willen gegen den Willen seiner Familie zu handeln. Die Radikalität mit der ein Jünger Jesu den Willen seiner ungläubigen Familie um Jesu willen missachtet, muss seiner Familie und vielleicht auch einem Dritten als Hass erscheinen. Aber es gilt auch hier der Grundsatz, dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen – selbst wenn man dann als einer dasteht, der seine eigene Familie hasst.

Wer einen Kompromiss machen will zwischen der Nachfolge Jesu und dem Bewertungssystem dieser Welt bzw. dem Wohlwollen seiner ungläubigen Familie, der wird Schiffbruch erleiden. Wer Jesus nachfolgen will, muss auch seine familiären Verhältnisse unter die Herrschaft Jesu bringen – genauso wie Umgang mit Geld, Sexualität, Arbeitsleben, etc.

Was bedeutet die Formulierung „sein Kreuz tagen“?

Antwort:

Das ist Leiden und Verworfenwerden um Jesu willen. Der Jünger Jesu muss bereit sein, um seines Glaubens willen von seiner Familie, seiner Verwandtschaft und der bürgerlichen Gesellschaft verworfen zu werden und sogar Misshandlung zu ertragen (z. B. Verlust der Arbeitsstelle allein wegen des Glaubens).

„34 Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz nicht mehr salzt, womit soll man würzen? 35 Es ist weder für den Acker noch für den Mist zu gebrauchen, sondern man wird’s wegwerfen. Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Wie ist das gemeint?

Nun, der Jünger ist gutes Salz, solange er seinen christlichen Charakter bewahrt (solange er seinen christlichen Charakter bewahrt, ist er sozusagen salzig). Der christliche Charakter spiegelt sich im Erbarmen über Randgruppenleute wieder. Im Gegensatz zur bürgerlichen Gesellschaft, die Randgruppenleute diskriminiert, erbarmt der Jünger sich über sie. Sein Salzsein verliert der Jünger, wenn er die Bewertungsmaßstäbe der Welt annimmt und Gottes Barmherzigkeit mit den Gestrauchelten und Gescheiterten verleugnet. Dies bedeutet auch den Verlust des ewigen Heils bzw. den Abfall vom Glauben (Apostasie).

Spießbürgertum und Christentum sind unvereinbar. Ein Spießbürger kann kein Christ sein. Einer, der sich Christ nennt, sich aber spießbürgerlich verhält, ist kein wirklicher Christ. Es wird für ihn ein böses Erwachen geben am Jüngsten Tag.

„große Menge“

Jesus ist ein kleiner Haufen von treuen Nachfolgern lieber als eine große Menge von Kompromissbereiten.

 

Siehe auch:

Die Selgipreisungen

Salz und Licht im Herrn

 

Ergänzung

Der Grund für das Statusdenken innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft sind nicht nur oben genannte „maßgebende“ Personen, sondern auch Folgendes:

Der Teufel und seine Dämonen haben vollen Zugriff auf den Menschen, der nicht an Jesus glaubt. Der Teufel und seine Dämonen machen dem ungläubigen Menschen das Statusdenken schmackhaft – auch wenn sein Verstand widerstreben mag. Wird ihm das Statusdenken von „maßgebenden“ Personen wie auf einem Präsentierteller dargeboten, wird er ziemlich sicher danach schnappen, wie ein Fisch nach dem Köder am Angelhaken schnappt. Leider besteht die bürgerliche Gesellschaft größtenteils aus Menschen, die nicht an Jesus glauben, und so bleibt sie dem Statusdenken verhaftet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das große Abendmahl (die königliche Hochzeit) – Auslegung Lukasevangelium 14, 15-24

Lukas 14, 15-24

15 Als aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes! 16 Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. 17 Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit! 18 Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 19 Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 20 Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen. 21 Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein. 22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. 23 Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. 24 Denn ich sage euch, dass keiner der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.

Auslegung

Siehe vorher Jesus gegen den Sozialdarwinismus – Auslegung Lukasevangelium 14, 7-14

Kurz bevor jener oben Genannte zu Jesus sprach: „Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!“, hatte Jesus dazu aufgerufen, zu einem Mahl Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc. einzuladen. Mit seinem Satz „selig ist, der das Brot isst im Reicht Gottes!“ will jener oben Genannte es so hinstellen, also ob das, was Jesus gesagt hatte, sich nur auf ein kommendes Reich – eben das Reich Gottes – beziehen könne, aber nicht auf die Gegenwart. Durch diese Kritik macht jener Jesus auch zum (verwerflichen) Utopisten, sagt gleichsam zu ihm: „Schön und gut, was du sagst, Jesus, aber praktizieren läßt sich das nicht in der Gegenwart, sondern erst, wenn der Messias alle Dinge wiederhergestellt hat, wenn das Reich Gottes angebrochen ist.“ In seiner Antwort (Vers 16-24) widerspricht Jesus jenem – Jesus wollte, dass man tatsächlich in der Jetztzeit bzw. in der Gegenwart Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc. einlud.

„18 Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 19 Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. 20 Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen.“

Das waren wirklich interessante Ausreden.

Warum?

Ein vernünftiger Mensch schaut sich einen Acker an, bevor er ihn kauft und nicht erst nachher. Auch schaut sich ein vernünftiger Mensch Ochsen an, bevor er sie kauft und nicht erst nachher. Und schon gar nicht heiratet man eine Frau, bevor man sie sich genau angeschaut hat bzw. kein vernünftiger Mensch schaut sich seine Frau erst nach der Heirat an. Auf Deutsch gesagt: Kein vernünftiger Mensch kauft die Katze im Sack.

Indem die Eingeladenen sich trauten, dem Einladenden solche fadenscheinigen Ausreden an den Kopf zu werfen, entehrten sie ihn, stellten ihn gleichsam als Dummkopf hin, der Dinge kauft, bevor er sie auf Mängelfreiheit überprüft hat bzw. erst nach dem Kauf prüft. Nur wenn es beim Einladenden gängige Praxis gewesen wäre, Dinge ohne vorherige Inbeschaunahme zu kaufen und erst nach dem Kauf genau anzuschauen, wären die Ausreden der Eingeladenen, die nicht kommen wollten, legitime, annehmbare Entschuldigungen gewesen. Solch eine Praxis aber hätte von der Dummheit des Einladenden gezeugt.

Wie aber kamen sie zu der niederträchtigen Unterstellung, der Einladende sei so dumm, Dinge vor dem Kauf nicht genau anzuschauen bzw. eine Frau nicht vor der Heirat?

Jenes o. g. Mahl war sicher nicht das erste, das der Einladende (Gott) veranstaltete bzw. er lud sicherlich ständig Leute ein. Bisher hatte er gesellschaftliche Etablierte (der typische etablierte Bürger bindet seine Ehre an seinen Besitz und seine intakte Familie – „Äcker, Ochsen, Frau“) und Leute vom gesellschaftlichen Rand, von der Straße (Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc.) eingeladen. Mit der Zeit merkten die Etablierten, dass der Einladende (Gott) keinen Unterschied machte zwischen ihnen und den Randgruppenleuten. Dies aber hätte die gesellschaftlich anerkannte Etikette gefordert und somit fühlten sie sich sozusagen von Gott in ihren selbstverständlichen Rechten beschnitten. Die Beschneidung ihrer Rechte durch Gott erschien ihnen als große, große Dummheit. Wie konnte er es über sich bringen, jene überhaupt einzuladen, die es zu nichts gebracht hatten in dieser Welt – jene Pechvögel, Unglücksraben und Verfluchten? Er (Gott) musste wirklich strohdumm sein, wie einer, der Gegenstände vor dem Kauf nicht genau untersucht, wenn er die Mängel jener Leute vom Rand der Gesellschaft, die er einlud, nicht genau diagnostizierte, bevor er die Entscheidung traf, ob er sie einladen wolle oder nicht. War er nicht fähig, seine Gäste vor der Einladung genau anzuschauen und, falls nötig, Erkundigungen über sie einzuziehen?

Jene Etablierten verkennen dabei gänzlich das Wesen Gottes. Gott lädt die Sünder nicht ein, weil er zu dumm ist, sie sich genau anzusehen, sondern weil er gnädig ist. Gott kennt die Sünder bzw. deren Sünden genau; er lädt sie aber trotz ihrer Sünden ein – das ist eben seine Gnade und Barmherzigkeit (allerdings muss man hier mit anmerken, dass Gott natürlich die zukünftige Besserung der Sünder im Blick hat, wenn er sie zunächst auch großmütig – „ohne viel Bürokratie“ – einlädt).

Wenn ein Christ nun nach der Anweisung von Jesus aus Lukas 14, 7-14 handelt, tut er nichts anderes, als dass er ein Bild von der geistlichen Wirklichkeit malt. Tatsächlich, Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc. sind oftmals aufgrund des Fluches wegen ihrer Sünde/Sündhaftigkeit in ihre schwierige Lage gekommen. Gott aber will ihnen da wieder heraushelfen. Natürlich sind auch die Etablierten Sünder, aber sie merken es nicht so sehr, weil sie bisher kein oder wenig Unglück getroffen hat. Insofern sind sie geistlich gesehen gegenüber den Randgruppenleuten im Nachteil, weil sie der Zucht entbehren, die vielleicht zum Glauben, zum Heil führen könnte. Viele Etablierte machen allerdings den Fehler, dass sie Gott als dumm hinstellen, weil er ihr Bewertungssystem, das auf das Haben von Gütern und gute, intakte Beziehungen aufgebaut ist, nicht anerkennt. Sie machen ihm einen Vorwurf, dass er die Gestrauchelten und Gescheiterten genauso einlädt wie sie und so folgen sie seiner Einladung nicht. Wenn also ein Christ ein ganz normales Mahl macht, soll er mit der Einladung von Randgruppenleuten zum Ausdruck bringen, dass Gott das Spiel der Etablierten nicht mitmacht – es soll deutlich werden, dass Gott die gesellschaftlichen Schranken durchbricht. Es wäre ja auch zu komisch (gelinde gesagt) und völlig unpassend, wenn ein Christ Leute zu einem Mahl einladen würde, die einer Einladung Gottes nicht folgen würden bzw. Gottes Einladung zum Heil in Christus verschmähen. Indem also ein Christ Randgruppenleute einlädt und Etablierte nicht, führt er den Etablierten in der Zeit (in diesem Zeitlauf) ihr Schicksal in der Ewigkeit vor Augen, holt sozusagen die Ewigkeit in die Zeit (siehe Anmerkung, unten). Auf Erden haben im Allgemeinen die Etablierten die Macht und diskriminieren die Randgruppenleute. In der Ewigkeit wird Gott die Etablierten (die vielen von ihnen, die nicht zum Glauben an Jesus kamen) diskriminieren und für die Randgruppenleute (die vielen von ihnen, die zum Glauben an Jesus kamen) da sein.

Immer wieder hört man von Pleiten bzw. Bankrotten, von Scheidungen, davon, dass Leute arbeitslos werden, durch einen Brand oder Sturm, Hochwasser, Erdbeben und sonstige Naturkatastrophen alles verlieren, durch einen Diebstahl oder Betrug alles verlieren, etc. Immer wieder auch werden Menschen durch Krankheiten, Unfälle oder Gewaltverbrechen zu Krüppeln, Rollstuhlfahrern oder Blinden. Schnell kann aus einem Etablierten ein Randgruppenmensch werden. Natürlich kann es sein, dass Gott solche Dinge schickt, um den Menschen zu züchtigen, zu sich hinzutreiben.

Lieber Leser, falls Sie zu den Etablierten gehören, dann nehmen Sie doch bitte heute, hier und jetzt an dem Hochzeitsmahl des Lammes teil trotz Ihrer Güter und vorbildlichen familiären Verhältnisse. So ersparen Sie es sich, dass Gott Sie vielleicht züchtigen muss mit o. g. Maßnahmen wie Pleite, Scheidung, Arbeitslosigkeit, etc.

Halten Sie bitte Gott nicht für einen Dummkopf, der Gleichmacherei betreibt, keinen Unterschied macht zwischen jenen, die es weit gebracht haben in dieser Welt und den Habenichtsen – lernen Sie, das Denken Gottes zu verstehen! Nein, danken Sie ihm für seine Gnade und Barmherzigkeit, dass er es Ihnen ermöglicht hat, Güter und familiäre Beziehungen zu erlangen trotz der Tatsache, dass auch Sie wie jeder Habenichts unter dem Fluch sind wegen Ihrer natürlichen Sündhaftigkeit.

Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Sie, falls Sie ein Etablierter sind, meinen Worten folgen, fast gleich Null ist. Ich rechne nicht mit viel Resonanz.

Ich darf Ihnen vielleicht noch einen weiteren Hinweis geben.

Gott nimmt jemand nicht in sein Reich auf wegen seines niedrigen sozialen Standes. Es wäre ein schwerer Irrtum, das zu glauben. Es ist nur so, dass Gott soziale Nöte benutzt, um Menschen zu züchtigen und wenn Menschen seine Zucht annehmen, das heißt glauben, dass ihre Not eine Folge des Fluches wegen ihrer Sünde ist und das Heil in Christus annehmen, dann kommen sie in sein Reich.

Klar und deutlich: Lieber Leser, Sie müssen nicht erst zum Armen, Verkrüppelten, Lahmen, Blinden, etc. werden, bevor Gott Sie retten kann. Glauben Sie doch einfach dem Wort Gottes, der Bibel, dass Sie die Sündhaftigkeit Adams geerbt haben und Vergebung und Erlösung brauchen. Betrachten Sie es als großes Glück bzw. Güte Gottes, dass der Fluch wegen Ihrer Sünde sich bisher noch nicht so bemerkbar gemacht hat wie bei Randgruppenleuten. Wenn Sie allerdings halsstarrig sind, kann Gott seine Güte von Ihnen abziehen und Sie den Fluch spüren lassen. Solange Sie nicht an Jesus Christus glauben, haben Sie kein verbrieftes Recht, dass Gott Sie vor irgendetwas beschützt. Dass er es bisher getan hat, haben Sie seiner allgemeinen Güte gegen alle Menschen zu verdanken, wie es ja heißt, er lasse sowohl auf Gute als auch auf Böse regnen.

Matthäus 22, 1-14 (die königliche Hochzeit)

1 Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach: 2 Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 3 Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen. 4 Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit! 5 Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft. 6 Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie. 7 Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an. 8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren’s nicht wert. 9 Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet. 10 Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. 11 Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an, 12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte. 13 Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein. 14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

(jener, der kein hochzeitliches Gewand anhatte, glaubte wahrscheinlich, Gott würde ihn allein wegen seines niedrigen sozialen Standes annehmen – da aber irrte er sich gewaltig und wart hinausgeworfen; das hochzeitliche Gewand, dessen er entbehrte, wäre Jesus Christus selbst gewesen)

Der Parallel-Abschnitt aus Matthäus macht klar, dass es bei der Einladung zum großen Abendmahl in Lukas tatsächlich um die Einladung der Sünder zum Heil in Christus durch Gott geht. Gott lädt die Sünder ein, Buße zu tun und an Jesus Christus zu glauben.

„Böse und Gute“

Extreme, offenbare Sünder („Böse“) und (vermeintlich) Anständige („Gute“) bedürfen des hochzeitlichen Gewandes: das ist Jesus Christus. Des hochzeitlichen Gewandes wird man teilhaftig durch Buße (Umkehr), Glauben und sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe.

 

Anmerkung

In der Lebenswirklichkeit wird ein Christ natürlich immer als Glied der christlichen Kirche Leute zu einem Mahl einladen, d. h. indem er Leute zu sich einlädt, lädt er sie in die Kirche ein. Die Trennung zwischen Kirche und Welt ist an sich schon ein Vorgriff auf die Ewigkeit. Der Ausschluss der Etablierten vom Hochzeitsmahl des Lammes (Jesus) in der Ewigkeit wird schon hier auf Erden bzw. in diesem Zeitlauf, dieser Zeit, nicht nur dadurch deutlich, dass ein Christ Randgruppenleute statt Etablierte zu einem Mahl einlädt, sondern auch dadurch, dass die Etablierten keine Glieder der (wahren) Kirche sein dürfen (mit Ausnahme der wenigen, die die gesellschaftlichen Tabus durchbrechen und doch gläubig werden, indem sie bekennen, dass sie genauso wie Randgruppenleute Sünder sind, die Vergebung und Erlösung brauchen). Die Kirche ist ja nichts anderes als der Ort auf Erden, wo das ewige Hochzeitsmahl des Lammes mit den Seinen schon in der Zeit begonnen hat, der Anfang des ewigen Mahles. Was jetzt in Niedrigkeit stattfindet in einem von der Welt getrennten Bereich, wird einst in himmlischer Herrlichkeit öffentlich sichtbar werden.

 

 

 

 

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Jesus gegen den Sozialdarwinismus – Auslegung Lukasevangelium 14, 7-14

Lukas 14, 7-14

7 Er sagte aber ein Gleichnis zu den Gästen (Jesus war zusammen mit anderen zu einem Gastmahl bei einem Oberen der Pharisäer eingeladen; R. B.), als er merkte, wie sie suchten, obenan zu sitzen, und sprach zu ihnen: 8 Wenn du von jemandem zur Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht obenan; denn es könnte einer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, 9 und dann kommt der, der dich und ihn eingeladen hat, und sagt zu dir: Weiche diesem!, und du musst dann beschämt untenan sitzen. 10 Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und setz dich untenan, damit, wenn der kommt, der dich eingeladen hat, er zu dir sagt: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tisch sitzen. 11 Denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden. 12 Er sprach aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade weder deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein, damit sie dich nicht etwa wieder einladen und dir vergolten wird. 13 Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein, 14 dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Auslegung

Wir brauchen nicht zu glauben, dass Jesus die Gäste des o. g. Mahls dafür kritisierte, dass sie Sitzpositionen einzunehmen versuchten, die nicht ihrem gesellschaftlichen Rang entsprachen, denn mit Sicherheit achteten die Gäste jenes Mahls darauf, sich eine Sitzposition entsprechend ihres gesellschaftlichen Ranges auszusuchen. Hätte z. B. der Zimmermann der Ortschaft, wo o. g. Gastmahl stattfand, versucht, den Platz des Landgutbesitzers in jener Ortschaft einzunehmen, hätte ihn der Gastgeber sofort rausgeworfen – „unmögliches Verhalten, hat denn dieser dämliche Zimmermann keine Ahnung von Etikette?“, hätte der Obere geschimpft. Es war sicherlich nicht notwendig, dass Jesus die Juden über ihre eigene Etikette aufklärte – die kannten sie nur zu gut.

Nein, Jesus kritisierte die Gäste jenes o. g. Mahls für ein durchaus salonfähiges, übliches Verhalten, das gegen keine herkömmliche Etikette verstieß  – Jesus hat etwas gegen den hierarchischen Aufbau der (bürgerlichen) Gesellschaft, Jesus hat etwas dagegen, Menschen zu bewerten nach deren Macht, Ansehen und Reichtum. Anders ausgedrückt: Jesus kritisierte die Gäste des Oberen für ein Verhalten, dass in ihren Augen ganz normal war, an dem sie nichts Anstößiges fanden – jeder versuchte eine Sitzposition entsprechend seines gesellschaftlichen Ranges einzunehmen.

(diese Sache ist sehr, sehr ernst; vielleicht war der Hauptgrund dafür, warum Jesus mit seinem Evangelium bei etlichen Juden bzw. nicht unerheblichen Teilen der jüdischen Gesellschaft so schlecht ankam, der, dass er ihre traditionelle Rangordnung nicht anerkannte – vielleicht sah ihn mancher als Spielverderber, als Störenfried oder Durcheinanderbringer)

Ob es jemand in der Gesellschaft (es ist letztlich egal, ob es sich um eine jüdische oder eine nicht-jüdische Gesellschaft handelt) weit bringt, hängt von natürlichen Gegebenheiten ab:

  • biologische Abstammung (soziale Schicht, in die er hineingeboren wurde)
  • angeborene Intelligenz
  • angeborene Begabungen
  • Glück
  • Bereitschaft, mal fünf gerade sein zu lassen
  • der Wille, nach oben zu wollen
  • günstige Heirat
  • Erbschaft
  • Ort, wo jemand geboren wurde
  • Zeit, in der jemand geboren wurde
  • etc.

Wir sind uns sicherlich einig über Folgendes: Die Macht, das Ansehen und der Reichtum, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erlangt, geben nicht unbedingt Auskunft über die Qualität seines Charakters. Auch ist es eigentlich schäbig, sich auf Dinge etwas einzubilden, die einem größtenteils gegeben bzw. in die Wiege gelegt wurden. Es ist z. B. ein Käse, wenn einer damit angibt, dass er gut rechnen kann. Er sollte vielmehr Gott danken für diese Gabe. Auch ist es ein Käse, wenn einer mit einem hohen Universitätsabschluss angibt, denn da spielte sicherlich nicht nur seine Intelligenz – und auch auf die Intelligenz selbst braucht er sich eigentlich nichts einzubilden, denn auch sie ist eine Gabe Gottes -, sondern auch das Portmonee der Eltern eine Rolle. Mag sein, dass eine Karriere auch von der persönlichen Leistungsbereitschaft, vom eigenen Willen abhängt, aber sie hängt auch in starkem Maße von Dingen ab, die einem sozusagen geschenkt wurden: Intelligenz; wohlhabende Eltern, die eine gute Ausbildung an einer renommierten Ausbildungsstätte finanzierten; das Umfeld, in das man hineingeboren wurde und einen bei der Karriere protegierte, etc.

Das Grundproblem des Sozialdarwinismus bzw. Statusdenkens ist, dass es auf natürlichen Gegebenheiten beruht, auf dem Natürlichen. Für Gott aber ist das Natürliche von äußerst geringer Bedeutung – Gott sieht auf die „geistliche Karriere“ eines Menschen.

Ich glaube, ich gehe sicher nicht fehl in der Annahme, dass es in der Welt (bürgerliche Gesellschaft) zumindest eine Tendenz gibt, vorrangig eher auf Macht, Ansehen und Reichtum einer Person zu schauen als auf deren charakterliche Qualitäten. Es ist nicht primär wichtig, wie jemand zu Macht, Ansehen und Reichtum gelangte, sondern dass er diese Dinge einfach hat.

Schon allein auf der Basis des rationalen Denkens ist klar, dass die Beurteilungsmethode der Welt eine fragwürdige ist. Allein, die Einwände des rationalen Denken waren schon immer da, aber  führten noch nie zu nennenswerten Änderungen.

Der Grund, warum das rationale Denken es nicht schafft, eine Änderung (des Denkens bezüglich der Beurteilung anderer Menschen) herbeizuführen, ist der, dass hinter dem Statusdenken diese Welt eine tiefe Dämonie steckt. Es gibt einfach dämonische Kräfte, die den Menschen dazu bewegen, gegen den gesunden Menschenverstand zu handeln. Diese Kräfte sind teils unwiderstehlich.

Die Status-Gesellschaft ist Gott unter anderem wahrscheinlich deswegen ein Gräuel, weil sie eine Art abgeschlossene (exklusive) Gesellschaft ist, wo Gott keinen Zutritt hat. Sie ist wie eine eigene Welt in dem Universum, das Gottes Eigentum ist (es ist natürlich für Gott, der an allen Orten den allgemeinen Herrschaftsanspruch hat, sehr ärgerlich, dass es einen Bereich in seinem Universum gibt, wo man ihn nicht herrschen lassen will). Verkennend, dass die Gesamt-Welt Gottes Eigentum ist, haben die Machtgierigen, die Ehrsüchtigen und die Habgierigen „ihre“ (sie machen sich natürlich etwas vor, wenn sie glauben, sie könnten Gott ausschließen) eigene, exklusive Welt aufgebaut, wo nicht Gottes Spielregeln gelten sollen, sondern ihre.

8 Wenn du von jemandem zur Hochzeit geladen bist, so setze dich nicht obenan; denn es könnte einer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, 9 und dann kommt der, der dich und ihn eingeladen hat, und sagt zu dir: Weiche diesem!, und du musst dann beschämt untenan sitzen. 10 Sondern wenn du eingeladen bist, so geh hin und setz dich untenan, damit, wenn der kommt, der dich eingeladen hat, er zu dir sagt: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor allen, die mit dir zu Tisch sitzen.“

Einer der Glücklichen, das heißt Mächtigen, Angesehen, Reichen dieser Welt, könnte einmal „das Pech haben“, dass er bei einem Christen zur Hochzeit eingeladen wird, dem das Statusdenken dieser Welt ein Gräuel ist und der mehr darauf schaut, inwiefern seine Hochzeitsgäste einen edlen Charakter haben.

Dieser Christ wird vielleicht den dem Augenschein nach (wenn man auf Macht, Ansehen und Reichtum schaut) Glücklichsten der Ortschaft, wo er wohnt, nicht neben sich setzen, wie jener es vielleicht erwarten würde, sondern ganz weit weg von sich, vielleicht an den am weitesten entfernten Platz. Dies, damit die Hochzeitsgäste nicht auf die Idee kämen, er sei auch so charakterlich verdorben bzw. niedrigstehend wie jener Mächtige, Angesehene, Reiche.

Natürlich, es wird sehr, sehr selten vorkommen, dass jemand auf die Hochzeit eines Christen eingeladen wird. Selbst wenn ein Mächtiger, Angesehener, Reicher, der einen verdorbenen Charakter hat, diesen Artikel hier von mir liest und sich vornimmt, ab jetzt immer zu prüfen, ob ein Brautpaar christlich ist, bevor er zur Hochzeit geht, um sich ggf. darauf einzustellen (sich zumindest nicht ganz obenan zu setzen), wird er doch im Laufe der Jahre wieder zu dem alten Trott zurückkehren und sich obenan setzen, weil er einfach nie auf eine christliche Hochzeit eingeladen wurde. Das Einnehmen des gebührenden Platzes entsprechend des gesellschaftlichen Ranges ist nun mal auch gesellschaftlich anerkannt, das Normale – kein Mensch stört sich daran.

Wenn man die Sache hier zu Ende denkt, kommt man darauf, dass Jesus von den Gästen des Oberen nichts anderes verlangt, als sich zu bekehren, als fromm zu werden.

Warum?

Nun, der Christ, der gläubige Mensch, der Fromme, wird bei jeder beliebigen Hochzeit von sich aus danach trachten, sich untenan zu setzen. Aber nicht, weil er hier diesen Artikel von mir gelesen hat oder den Abschnitt aus Lukas 14, sondern einfach deswegen, weil er von ganzem Herzen gar nicht so hoch von sich hält (das wirkt in ihm die neue Geburt aus Wasser und Geist, die sakramentale Taufe). Dies wäre sogar dann der Fall, wenn er – was bei einem Frommen selten vorkommen mag – in der Welt Karriere gemacht hätte (wenn er z. B. ein hohes politisches Amt innehätte). Seine Dankbarkeit Gott gegenüber, dass er ihn hat emporsteigen lassen, verbietet es ihm, durch Streben nach einer Sitzposition „obenan“ so zu tun, als ob er seine Karriere ausschließlich sich selbst (seinem Willen, seiner Leistungsbereitschaft, etc.) zu verdanken hätte.

Selbst wenn ein Christ häufig auf Hochzeiten geladen würde, wo das Statusprinzip gelten würde, würde er jedoch niemals (wieder) in einen Trott fallen, doch nach der ihm (vielleicht vermeintlich) gebührenden Sitzposition zu streben, sondern er würde danach trachten, untenan zu sitzen.

12 Er sprach aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: Wenn du ein Mittags- oder Abendmahl machst, so lade weder deine Freunde noch deine Brüder noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn ein, damit sie dich nicht etwa wieder einladen und dir vergolten wird. 13 Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein, 14 dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.“

Was will Jesus damit sagen?

Durch Vers 12-14 wird klar, dass es Jesus tatsächlich um eine völlige Zerstörung des gesellschaftlichen Rangsystems geht. Er hasst das Spiel der Ränge. Deshalb empfiehlt er seinem Gastgeber eine „Radikalkur“: das ausschließliche Einladen von Randfiguren.

Was macht man eigentlich (geistlich gesehen), wenn man Menschen vom Rand der Gesellschaft einlädt?

Nun, das ist das totale Durchbrechen des Natürlichen und des weltlichen Denkens. Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc. werden sicherlich von der Welt nicht gerade als Glückspilze betrachtet, und tatsächlich: mit hoher Wahrscheinlichkeit hat sie der Fluch wegen ihrer Sünde/Sündhaftigkeit ins Unglück gebracht. Der Fluch kann sich aber in einem Nu in Segen verwandeln, wenn der „Verfluchte“ eingesteht, dass es seine Sünde war, die ihn unter den Fluch brachte. Für den, der seine Sünde eingesteht, wird der Fluch zum Segen, weil er ihn zu Gott trieb. Es kann also ein Armer, Verkrüppelter, Lahmer, Blinder, etc. ein Glückspilz sein – zu solch einer geistlichen Denke ist allerdings nur ein frommer Christ fähig. Wenn ich als Christ also Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc. zu einem Mahl einlade, dann lade ich (vielleicht) Leute zu mir ein, an denen Gott ein Werk begonnen hat, die er wiederherstellen will. Allerdings sollte man sich davor hüten, zu glauben, Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc. würden automatisch (allein wegen ihrer niedrigen sozialen Stellung) das ewige Leben ererben – das wäre absoluter Quatsch. Nein, nur wen jene ihr Unglück auf den Fluch wegen ihrer Sünde/Sündhaftigkeit zurückführen und das Heil in Christus, der sie völlig wiederherzustellen vermag, annehmen, werden sie das ewige Leben ererben.

Aber selbst wenn ein Mensch Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc. einlädt, ohne dies Bewusstsein zu haben, er lade damit Leute ein, an denen Gott vielleicht ein Werk begonnen hat, wäre seine Einladung doch etwas besonderes. Warum? Das Durchbrechen des Gegenseitig-voneinander-Ehre-nehmens der Mächtigen, Angesehenen und Reichen ist schon ein Wert an sich selbst bzw. eine Abkehr von einer Sache, die an sich Gotteslästerung ist. Indem die Mächtigen, Angesehenen und Reichen Ehre für sich selbst haben wollen und von anderen geehrt werden wollen, zeigen sie, dass sie nicht Gott dankbar sind für alles, was sie erreicht haben (passiver Undank ist quasi wie aktive Gotteslästerung). Es ist gar nicht notwendig, dass sie das mit dem Munde aussprechen: „Wir sind Gott nicht dankbar“, sondern ihr sichtbares Tun gibt Zeugnis von ihrer unsichtbaren, innerlichen Haltung.

 

Warnung:

Keinesfalls möchte ich behaupten, dass definitiv jeder, der es zu Macht, Ansehen und Reichtum in dieser Welt gebracht hat, einen miesen Charakter hat. Nein, es kann auch einmal ein Mensch mit edlem Charakter ganz nach oben kommen – man muss hier den Einzelfall prüfen. Es geht mir darum, mich grundsätzlich von dieser verabscheuungswürdigen, niederträchtigen Denke zu distanzieren: „Er ist wohlhabend, also ist er schlecht“ – das ist fast judasmäßiger Argwohn. Eines muss ich aber doch noch erwähnen: Wenn ich auch ein scharfer Gegner dieser niederträchtigen Denke „er ist wohlhabend, also ist er schlecht“ bin, kann ich es mir beim besten Willen nicht selbst verbergen, dass diese Welt inzwischen so antichristlich geworden ist, ein Maximum an Antichristentum erreicht hat, dass ich es mir nur sehr, sehr schwer vorstellen kann, wie heute noch einer Karriere machen kann in so einer korrupten Welt, ohne sittlich-moralisch schuldig zu werden, das heißt Schaden zu nehmen an seinem Charakter, seiner Persönlichkeit – Persönlichkeitsverlust.

Weitere Warnung:

Weiter oben schrieb ich: „dass es Jesus tatsächlich um eine völlige Zerstörung des gesellschaftlichen Rangsystems geht.“

Es besteht die Gefahr, dass irgendeiner dies zur Grundmaxime einer Utopie macht, die die Umgestaltung der gegenwärtigen Gesellschaft in diese Richtung zum Ziel hat.

Gott will zwar tatsächlich dieses Rangsystem zerstören (wer das liest, der merke auf!), aber er will es selbst tun. Auch behält er sich vor, wann er das tun wird.

Es wäre völlig vermessen, wenn ein Mensch (z. B. Politiker, Revolutionär, hoher Militär, etc.) das tun wollte, was Gott selbst tun will zu seiner Zeit – eben utopisch. Jener Mensch würde damit großes Unheil über die Menschheit bringen wie alle Utopisten.

Was ist der Wille Gottes für die gegenwärtige Zeit?

Wenn Gott heute die Menschheit zwingen würde, ihr Rangsystem aufzugeben, wäre der Jüngste Tag da. Am Jüngsten Tag wird Gott tatsächlich seinen Willen mit Gewalt durchsetzen. Der „Nachteil“ des Jüngsten Tages ist allerdings, dass dann Sünder nicht mehr Buße tun können, sondern scharf gerichtet werden. Gegenwärtig aber will Gott den Menschen noch Gelegenheit  zur Buße geben (allerdings scheint das Gnadenjahr des Herrn in diesen Tagen, wo ich diesen Artikel hier schreibe, zu Ende zu gehen). Dies läuft darauf hinaus, dass die Welt aufgeteilt wird in zwei streng voneinander getrennte Lager: die Kirche und die säkulare Gesellschaft bzw. jene, die an Jesus glauben und jene, die nicht an Jesus glauben. Obwohl Gott das Rangsystem dieser Welt eigentlich nicht will und tatsächlich auch zu seiner Zeit mit Gewalt vernichten wird, läßt er es gegenwärtig noch bestehen, damit eben jene „Rangstreiter“ Gelegenheit haben, demütig zu werden in und durch Christus. Die bekehrten „Rangstreiter“ können dann in die Kirche wechseln. Die „Rangstreiter“, die sich nicht bekehren wollen, gehen dem Gericht entgegen. Wer also versucht, den Rangstreit dieser Welt schon heute mit Gewalt zu beenden, der vergreift sich an Gottes Ordnung, dessen Wille es ist, die Welt eine Weile in ihren eigenen Wegen gehen zu lassen – so sehr ihn die Welt anwidert.

Eines muss klar und deutlich gesagt werden: In der Kirche soll das Rangsystem bzw. der Rangstreit tatsächlich und mit aller Radikalität abgeschafft sein. In der Kirche wird heute schon vorweggenommen, was Gott eines Tages für die ganze Welt einführen wird. Auch muss in der Kirche darauf geachtet werden, dass man den Rangstreit nicht doch annehmbar macht, indem man sich nicht um Macht, Ehre oder Reichtum beneidet, sondern um geistliche Gaben. Auch der Rangstreit der Geistesgaben ist verwerflich.

 

Ergänzung

Dass Jesus letztlich den Oberen und seine Gäste dazu aufruft, sich zu bekehren, wird nicht nur daran deutlich, dass er dazu ermuntert, sich immer untenan zu setzen – was nur einer kann, der Christ geworden ist -, sondern auch dadurch, dass er den Oberen dazu aufruft, Arme, Verkrüppelte, Lahme, Blinde, etc. zum Mahl zu laden. Auch dies ist wiederum ein indirekter Aufruf zur Bekehrung, denn nur ein Christ kann ohne Ehre seitens der Welt leben, denn er schaut allein auf die Ehre, die er bei Gott hat – dies wirkt in ihm die neue Geburt aus Wasser und Geist, die sakramentale Taufe. Der Christ muss die Haltung, dass er nicht Ehre bei Menschen sucht, nicht künstlich produzieren, sich auch nicht dazu zwingen, sondern er hat diese Haltung, weil er von neuem geboren ist. Einem ungläubigen Menschen, der seinem sündigen Fleisch, seiner sündigen Natur, folgen muss, wäre es gänzlich unerträglich, immer nur solche einzuladen, die, selbst wenn sie es wollten, ihn nicht ehren könnten, weil sie keine Ehre in der Welt haben. Was wäre es schon wert, von einem Bettler geehrt zu werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mach‘ dich nicht selbst groß – aufgequollener Körper des Wassersüchtigen ist ein Bild auf sein aufgeblasenes Ego – aber Jesus hat Erbarmen – Auslegung Lukasevangelium, Kapitel 14, 1-6

Lukas 14, 1-6

1 Und es begab sich, dass er an einem Sabbat in das Haus eines Oberen der Pharisäer kam, das Brot zu essen, und sie belauerten ihn. 2 Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. 3 Und Jesus fing an und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern: Ist’s erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht? 4 Sie aber schwiegen still. Und er fasste ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen. 5 Und er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, dem sein Sohn oder sein Ochse in den Brunnen fällt und der ihn nicht alsbald herauszieht, auch am Sabbat? 6 Und sie konnten ihm darauf keine Antwort geben.

Auslegung

Der Körper des Wassersüchtigen war wahrscheinlich ziemlich aufgequollen. Außerdem konnte es sein, dass sein Durst zunahm statt abzunehmen, wenn er etwas trank.

Der Körper eines Wassersüchtigen ist ein gutes Bild auf das Ego eines Habsüchtigen. Der Habsüchtige will mehr Raum einnehmen, als ihm Gott zugedacht hat – er ist sozusagen aufgequollen. Nach einem Bienenstich kann eine Hand viel größer sein, als sie eigentlich sein soll – dann ist sie aufgequollen oder geschwollen. Sie nimmt dann mehr Raum ein als im Normalzustand. Das Habsüchtige bläst sich nicht nur künstlich auf, sondern er will auch aus dem gesellschaftliche Kuchen überproportional viel herausschneiden, mehr als der gewöhnliche Mensch. Der Habsüchtige ist gierig nach Macht, Ehre und Reichtum.

Es ist klar, dass Habsucht eine Art teuflischer, fiebriger Wahn ist bzw. dass Habsucht dämonischer Natur ist. Es gibt dafür keine rationale Erklärung, warum einer immer mächtiger, geehrter und reicher sein will als andere. Rational gesehen ist Habsucht sogar verwerflich, denn sie führt zu Streitereien. Dass viele Menschen habsüchtig sind trotz der Tatsache, dass Habsucht etwas schlechtes ist, zeigt, dass der Teufel dahintersteckt. Eine unwiderstehliche, dämonische Kraft treibt den Menschen zu dieser Haltung, obwohl ihm mit dem Verstand vielleicht klar ist, dass er davon Abstand nehmen sollte.

Jakobus 3, 13-18

13 Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit. 14 Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. 15 Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch, niedrig und teuflisch. 16 Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge. 17 Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei. 18 Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften.

(es ist also unchristlich bzw. nicht mit dem Glauben an Jesus vereinbar, wenn sich die Glieder einer Gemeinde danach beurteilen, wie mächtig sie sind, wie angesehen sie sind und wie reich sie sind – das führt zu Problemen)

 

Eines allerdings ist wichtig: Das Erbarmen des Herrn erstreckt sich auch auf den Habsüchtigen. Und zwar nicht in dem Sinne, dass der Herr die Sünde des Habsüchtigen einfach unter den Teppich kehren will, sondern der Herr will ihn heilen von seiner Habsucht wie den Wassersüchtigen von seiner Wassersucht. Bereits geschehene Sünden werden natürlich aus Gnade vergeben, wenn der Habsüchtige umkehrt von seine bösen und schlechten Wegen.

Es ist durchaus möglich, dass der Obere der Pharisäer, bei dem Jesus zu Besuch war, innerlich jenen Wassersüchtigen verurteile bzw. richtete. Er dachte vielleicht so über den Wassersüchtigen: „Gott hat ihn mit dieser schrecklichen Krankheit geschlagen, weil er so habsüchtig ist.“ Mit dieser Denke hatte er sogar recht, aber er irrte darin, anzunehmen, Gott habe jenen aus reinem Zorn oder aus einem vernichtenden Zorn heraus mit Wassersucht geschlagen. Nein, mit dieser Krankheit der Wassersucht wollte Gott jenen Menschen erziehen, es war erziehender Zorn:

Vielleicht und sogar sehr wahrscheinlich passierte an dem Tag, wo Jesus und der Wassersüchtige sich im Hause des Oberen begegneten, Folgendes: Durch die Gegenwart des sakralen Jesus wurde dem Wassersüchtigen der Zusammenhang zwischen seiner Krankheit und seiner Sünde der Habsucht klar, es ging ihm ein Licht auf. Vielleicht erschien ihm in Gedanken das Spiegelbild seiner aufgequollenen Körpers als Bild für sein aufgeblasenes Ego, das gierig war nach Macht, Ehre und Reichtum, und je mehr es davon bekam, immer mehr davon haben wollte, wie ein Wassersüchtiger desto mehr Durst bekommt, je mehr er trinkt.

Und in dem Moment, wo der Wassersüchtige erschrickt über sich selbst, Heilung begehrt, kommt Jesus und rührt ihn an. Jesus heilt ihn nicht nur von seiner Wassersucht, sondern auch von seiner Habsucht. Das wichtigere war die Heilung von der Habsucht, denn sie war die Ursache allen Übels. Jedoch zeigte Jesus durch die Heilung von der Wassersucht, dass er nicht nur leere Worte machte, sondern Vollmacht von Gott hatte, Sünden zu vergeben. Die Heilung von der Wassersucht war ein sichtbares Bild auf die unsichtbare Heilung von der Habsucht.

Lukas 5, 21-26

21 Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu überlegen und sprachen: Wer ist der, dass er Gotteslästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben als allein Gott? 22 Als aber Jesus ihre Gedanken merkte, antwortete er und sprach zu ihnen: Was denkt ihr in euren Herzen? 23 Was ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 24 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! 25 Und sogleich stand er auf vor ihren Augen und nahm das Bett, auf dem er gelegen hatte, und ging heim und pries Gott. 26 Und sie entsetzten sich alle und priesen Gott und wurden von Furcht erfüllt und sprachen: Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.

Die Heilung des Wassersüchtigen hat noch einen weiteren Sinn.

Der aufgequollene Körper des Wassersüchtigen war nicht nur ein Bild auf sein eigenes aufgeblasenes Ego, sondern auch auf das aufgeblasene Ego der Pharisäer und Schriftgelehrten. Sie waren auch habsüchtig – nur verbargen sie das unter einer dicken Kruste aus Heuchelei.

Indem die Pharisäer und Schriftgelehrten nicht bereit waren, vor Jesus ehrlich zu sein, gingen sie seiner Hilfe verlustig.

Lukas 11, 37-41

37 Als er noch redete, bat ihn ein Pharisäer, mit ihm zu essen. Und er ging hinein und setzte sich zu Tisch. 38 Als das der Pharisäer sah, wunderte er sich, dass er sich nicht vor dem Essen gewaschen hatte. 39 Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer, ihr haltet die Becher und Schüsseln außen rein; aber euer Inneres ist voll Raubgier und Bosheit. 40 Ihr Narren, hat nicht der, der das Äußere geschaffen hat, auch das Innere geschaffen?41 Gebt doch, was drinnen ist, als Almosen, siehe, dann ist euch alles rein.

Lukas 16, 14-15

14 Das alles hörten die Pharisäer. Die waren geldgierig und spotteten über ihn. 15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid’s, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn was hoch ist bei den Menschen, das ist ein Gräuel vor Gott.

 

Wie kommt man heute in die Gegenwart des sakralen Jesus?

Es mag damit beginnen, dass man den Gottesdienst einer lebendigen Gemeinde besucht, wo der Heilige Geist tatsächlich gegenwärtig ist. Das kann aber nur ein Anfang sein. Der Ort, wo wir heute dem sakralen Jesus definitiv begegnen können, ist die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe. Durch die Taufe wird der Tod und die Auferstehung von Jesus vergegenwärtigt. Wenn wir uns auf unsere Taufe beziehen, sind wir mit Christus gestorben und mit ihm aufstanden bzw. wir sind der Sünde abgestorben und in Christus durch die Taufe. Durch die Kraft der Taufe können wir unser sündiges Fleisch überwinden, das z. B. auch habsüchtig ist. Der Glaube, der immer wieder die Verheißungen der Taufe gegen das sündige Fleisch anwendet, ist der wahre Glaube – die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit. In diesem Glauben haben wir auch die Vergebung der Sünden aufgrund der Gnade Gottes, ohne eigenes Verdienst.

 

 

 

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Jesu Klage über Jerusalem – Auslegung Lukasevangelium 13, 34-35 (Gott wird die Juden immer weiter züchtigen: bis zu dem Tag, an dem sie sich bekehren)

Lukas 13, 34-35 

34 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel und ihr habt nicht gewollt! 35 Seht, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden« (Jeremia 22,5; Psalm 69,26). Aber ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt in dem Namen des Herrn!

Auslegung

Sicherlich haben sich schon viele christliche Missionare „an Juden die Zähne ausgebissen“, wenn sie ihnen das Evangelium von Jesus predigten. Jene Missionare mögen dann den Grund für die Ablehnung des Evangeliums durch die betreffenden Juden bei sich selbst gesucht haben – die typisch christliche Verhaltensweise, immer zuerst bei sich selbst die Ursache für Missstände zu suchen.

Jesus will hier den christlichen Missionar, für den Selbstkritik kein Fremdwort ist bzw. der in Gefahr ist, sich in Selbstkritik zu verzehren, trösten: Der Grund für die Ablehnung des Evangeliums durch Juden liegt in der Regel nicht beim Missionar, sondern bei den betreffenden Juden selbst: sie wollen einfach nicht.

„wie oft habe ich (der Gott Israels; R. B.) deine Kinder (die Bürger Jerusalems; R. B.) versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel und ihr habt nicht gewollt!“

Der beste Missionar ist Gott selbst. Er besuchte sein Volk Israel in der Person seines Sohnes Jesus Christus. Doch auch ihn, der doch wohl der perfekte „Missionar“ war – über alle Kritik erhaben -, lehnten viele Juden ab. Nicht die christlichen Missionare, die unter Juden arbeiten, also haben ein Problem, sondern die Juden selbst.

Bis zum heutigen Tag (16. November 2018) lehnen die Juden das Evangelium von Jesus ab. Um sie doch zur Annahme des Evangeliums zu bewegen, hat selbst der große Gott kein anderes Mittel, als die Juden immer weiter zu züchtigen. Es bleibt diesem an sich freundlichen und gütigen Gott im Falle der Juden tatsächlich nichts anderes übrig, als immer nur dreinzuschlagen, dreinzuschlagen und dreinzuschlagen – unfassbar.

Wir täuschen uns, wenn wir meinen, Gottes Erziehungsarbeit mit den Juden sei zu Ende, seit sie wieder einen „eigenen“ (die Anführungszeichen deswegen, weil Israel in Wirklichkeit ein Vasallenstaat ist, abhängig von den Amerikanern)  Staat haben. Nein, nein, sie werden weiter gezüchtigt – vielleicht so streng und heftig, wie es noch nie in ihrer Geschichte dagewesen ist:

  • sie müssen schuften bis zum Burnout (ähnlich wie das alte Volk Israel in Ägypten)
  • sie leben mit „Menschen“ (die Palästinenser) zusammen auf einem Territorium, die ihnen nichts als den Tod wünschen (die Feinde des alten Israel befanden sich wenigstens außerhalb seiner Landesgrenzen; heute aber sind die Feinde der Juden ihnen fast im wahrsten Sinne des Wortes auf die Pelle gerückt
  • Hunger und Durst können jederzeit zu einem Schreckgespenst für die Juden werden, wenn ihre Meerwasserentsalzungsanlagen nicht mehr das kostbare Nass liefern; den Regen verwehrt ihnen Gott, eben weil er sie züchtigen will; wegen der Meerwasserentsalzungsanlagen erscheint die Lage Israels viel rosiger, als sie in Wirklichkeit ist – es ist nur eine Frage der Zeit, wann es ein böses Erwachen geben wird
  • schwere Beschädigung des Nationalbewusstseins durch Sich-in-die-eigene-Tasche-lügen; die Juden machen sich selbst etwas vor, wenn sie behaupten, sie hätten einen eigenen Staat; wären sie ehrlich, würden sie  zugeben, dass sie von den Amerikanern abhängig sind
  • sie müssen eine fremde Religion praktizieren, die der amerikanischen Zivilreligion ähnlich ist; keineswegs ist Israel ein jüdischer Staat (Jewish state)

 

3. Mose 26, 1-39 (Gottes Güte gegen sein gehorsames Volk und sein eifernder Zorn gegen sie, falls sie ungehorsam sein würden)

1 Ihr (das Volk Israel; R. B.) sollt euch keine Götzen machen und euch weder Bild noch Steinmal aufrichten, auch keinen Stein mit Bildwerk setzen in eurem Lande, um davor anzubeten; denn ich bin der HERR, euer Gott (auch der moderne Materialismus ist Götzendienst; die heutigen Israelis werden es sich kaum eingestehen wollen, aber durch ihren Materialismus sind sie Götzendiener; R. B.). 2 Haltet meine Sabbate (der Sabbat wird dann wirklich geheiligt, wenn Menschen durch die sakramentale Taufe fleischerne Herzen statt steinerne bekommen; R. B.) und habt Ehrfurcht vor meinem Heiligtum (das neue Heiligtum Gottes ist die christliche Kirche; R. B.). Ich bin der HERR.

3 Werdet ihr in meinen Satzungen wandeln und meine Gebote halten und tun,

4 so will ich euch Regen geben zur rechten Zeit und das Land soll sein Gewächs geben und die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen. 5 Und die Dreschzeit soll reichen bis zur Weinernte, und die Weinernte soll reichen bis zur Zeit der Saat. Und ihr sollt Brot die Fülle haben und sollt sicher in eurem Lande wohnen. 6 Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke. Ich will die wilden Tiere aus eurem Lande wegschaffen, und kein Schwert soll durch euer Land gehen. 7 Ihr sollt eure Feinde jagen, und sie sollen vor euch her dem Schwert verfallen. 8 Fünf von euch sollen hundert jagen, und hundert von euch sollen zehntausend jagen; denn eure Feinde sollen vor euch her dem Schwert verfallen. 9 Und ich will mich zu euch wenden und will euch fruchtbar machen und euch mehren und will meinen Bund mit euch halten. 10 Und ihr werdet noch von dem Vorjährigen essen und, wenn das Neue kommt, das Vorjährige wegtun müssen. 11 Ich will meine Wohnung unter euch haben und will euch nicht verwerfen. 12 Und ich will unter euch wandeln und will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. 13 Denn ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, damit ihr nicht ihre Knechte bleibt, und habe euer Joch zerbrochen und habe euch aufrecht einhergehen lassen.

(Gottes Gebote hält und tut der Mensch, der erlöst ist, denn er kann durch die Kraft des Erlösers sein sündiges Fleisch überwinden; der erlöste Mensch erfüllt das Gesetz sogar, was mehr ist als Halten oder Tun; der Erlöser heißt Jesus Christus; würden also die Juden zum Glauben an Jesus konvertieren, würden ihnen alle o. g. Segnungen zuteil werden; R. B.)

14 Werdet ihr mir aber nicht gehorchen und nicht alle diese Gebote tun 15 und werdet ihr meine Satzungen verachten und meine Rechte verwerfen, dass ihr nicht tut alle meine Gebote, und werdet ihr meinen Bund brechen,

16 so will auch ich euch dieses tun: Ich will euch heimsuchen mit Schrecken, mit Auszehrung und Fieber, dass euch die Augen erlöschen und das Leben hinschwindet. Ihr sollt umsonst euren Samen säen und eure Feinde sollen ihn essen. 17 Und ich will mein Antlitz gegen euch richten und ihr sollt geschlagen werden vor euren Feinden, und die euch hassen, sollen über euch herrschen, und ihr sollt fliehen, ohne dass euch einer jagt. 18 Wenn ihr mir aber auch dann noch nicht gehorcht, so will ich euch noch weiter strafen, siebenfältig, um eurer Sünden willen, 19 dass ich euren Stolz und eure Halsstarrigkeit breche, und will euren Himmel wie Eisen und eure Erde wie Erz machen (damit ist Trockenheit gemeint; R. B.). 20 Und eure Mühe und Arbeit soll verloren sein, dass euer Land sein Gewächs nicht gebe und die Bäume im Lande ihre Früchte nicht bringen. 21 Und wenn ihr mir zuwiderhandelt und mich nicht hören wollt, so will ich euch noch weiter schlagen, siebenfältig, um eurer Sünden willen. 22 Und ich will wilde Tiere unter euch senden, die sollen eure Kinder fressen und euer Vieh zerreißen und euch vermindern, und eure Straßen sollen verlassen sein. 23 Werdet ihr euch aber damit noch nicht von mir zurechtbringen lassen und mir zuwiderhandeln, 24 so will auch ich euch zuwiderhandeln und will euch siebenfältig mehr schlagen um eurer Sünden willen 25 und will ein Racheschwert über euch bringen, das meinen Bund rächen soll. Und wenn ihr euch auch in eure Städte flüchtet, will ich doch die Pest unter euch senden und will euch in die Hände eurer Feinde geben. 26 Dann will ich euch den Vorrat an Brot verderben; zehn Frauen sollen euer Brot in einem Ofen backen und euer Brot soll man euch nach Gewicht zuteilen, und wenn ihr esst, sollt ihr nicht satt werden. 27 Werdet ihr mir aber auch dann noch nicht gehorchen und mir zuwiderhandeln, 28 so will auch ich euch im Grimm zuwiderhandeln und will euch siebenfältig mehr strafen um eurer Sünden willen, 29 dass ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen. 30 Und ich will eure Opferhöhen vertilgen und eure Rauchopfersäulen ausrotten und will eure Leichname auf die Leichname eurer Götzen werfen und werde an euch Ekel haben. 31 Und ich will eure Städte wüst machen und eure Heiligtümer verheeren und will den lieblichen Geruch eurer Opfer nicht mehr riechen. 32 So will ich das Land wüst machen, dass eure Feinde, die darin wohnen werden, sich davor entsetzen. 33 Euch aber will ich unter die Völker zerstreuen und mit gezücktem Schwert hinter euch her sein, dass euer Land soll wüst sein und eure Städte zerstört. 34 Alsdann wird das Land seine Sabbate nachholen, solange es wüst liegt und ihr in der Feinde Land seid; ja, dann wird das Land ruhen und seine Sabbate nachholen. 35 Solange es wüst liegt, wird es ruhen, weil es nicht ruhen konnte, als ihr es solltet ruhen lassen, während ihr darin wohntet. 36 Und denen, die von euch übrig bleiben, will ich ein feiges Herz machen in ihrer Feinde Land, dass sie ein raschelndes Blatt soll jagen, und sie sollen davor fliehen, als jagte sie ein Schwert, und fallen, wo sie doch niemand jagt. 37 Und einer soll über den andern hinfallen, als wäre das Schwert hinter ihnen, wo sie doch niemand jagt, und ihr sollt nicht bestehen können gegen eure Feinde. 38 Und ihr sollt umkommen unter den Völkern, und eurer Feinde Land soll euch fressen. 39 Die aber von euch übrig bleiben, die sollen in der Feinde Land dahinschwinden wegen ihrer Missetat, aber auch um der Missetat ihrer Väter willen.

(solange die Juden nicht an einen Erlöser glauben, sind sie hilflos ihrem sündigen Fleisch, ihrer sündigen Natur, die alle Menschen vom gefallenen Adam geerbt haben, ausgeliefert und können unmöglich die Gebote Gottes halten; bis zu dem Tag, an dem die Juden zum Glauben an Jesus konvertieren werden, werden sie unter dem Fluch bleiben – erst mit ihrer Bekehrung zum Christentum wird ihnen Segen statt Fluches werden; R. B.)

 

Ergänzung

Was ist mit dem Ausspruch »euer Haus soll euch wüst gelassen werden« gemeint?

Das ist einfach die Zerstörung des alten Staates Israel durch die Römer in den zwei jüdischen Kriegen.

Was ist mit dem Ausspruch Jesu „Aber ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt in dem Namen des Herrn!“ gemeint?

Natürlich, kurz nach der Bekehrung der Juden zum Christentum wird Jesus wiederkommen (die antichristliche Welt wird das christliche Israel militärisch angreifen; dann wir Jesus in der Gestalt Gottes erscheinen und die Angreifer pulverisieren). Die christlichen Juden bzw. Judenchristen werden hocherfreut sein über die Ankunft Jesu im Gegensatz zu ihren Vorvätern, die Jesus zur Hinrichtung an Pontius Pilatus übergaben. Gott wird mit seiner Erziehungsarbeit an den Juden tatsächlich eines Tages doch zu Ende kommen bzw. eines Tages seine Erziehungsarbeit erfolgreich abschließen.

 

Beschreibung der zukünftigen Taufe der Juden im Alten Testament (Hesekiel 36, 24-28)

24 Denn ich will euch (die Juden; R. B.) aus den Heiden (Deutsche, Amerikaner, Engländer, Italiener, Franzosen, etc.; R. B.) herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, 25 und ich will reines Wasser (das Wasser der Taufe; R. B.) über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. 26 Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist (der heilige Geist; R. B.) in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 27 Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. 28 Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein und ich will euer Gott sein.

Die heutigen Juden würden den Sabbat dann wirklich halten bzw. heiligen, wenn sie anfangen würden, Heilungssabbate oder Taufsabbate zu feiern. Die Sabbate sollten dazu genutzt werden, um bußfertige Juden sakramental zu taufen. In der Taufe würden sie mit Christus sterben und mit Christus auferstehen. Durch die Taufe wären sie der Sünde abgestorben und in Christus. Durch die Kraft der Taufe könnten sie ihr sündiges Fleisch überwinden, das ihnen bisher im Wege stand. Als Getaufte würden sie die Gebote Gottes bzw. das Gesetz nicht nur halten, sondern sogar erfüllen durch einen Wandel geleitet vom Heiligen Geist. In dem beständigen Glaubenskampf, die Verheißungen der Taufe gegen das sündige Fleisch, das seinen alten Gewohnheiten nachgehen will, anzuwenden, hätten die Getauften auch die Vergebung der Sünden. Durch ihren Glaubenskampf würden sie die Vergebung nicht verdienen bzw. verdienen wollen, sondern im Kampf des Glaubens würden sie den Glauben bewahren, der mit Vergebung der Sünden allein aufgrund der Gnade Gottes bzw. des Glaubens an Jesus einhergeht.

Römer 3, 21-31

21 Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. 22 Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: 23 sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, 24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. 25 Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher 26 begangen wurden in der Zeit seiner Geduld, um nun in dieser Zeit seine Gerechtigkeit zu erweisen, dass er selbst gerecht ist und gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. 27 Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. 28 So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. 29 Oder ist Gott allein der Gott der Juden? Ist er nicht auch der Gott der Heiden? Ja gewiss, auch der Heiden. 30 Denn es ist der eine Gott, der gerecht macht die Juden aus dem Glauben und die Heiden durch den Glauben. 31 Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf.

 

 

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Dürre-Katastrophe in Deutschland – Angebot der christlichen Kirche an die Bundesrepublik Deutschland bzw. das deutsche Volk, für Regen zu beten

Angela Merkel wird „es“ diesmal nicht aussitzen können. Auch im Bundeskanzleramt wird die Dürre bald ankommen. Sie wird sich im Amt der Kanzlerin z. B. dadurch bemerkbar machen, dass Angela Merkel vergeblich den Knopf der Toilettenspülung betätigen wird, und in der Küche wird sich haufenweise ungespültes Geschirr stapeln.

Die Auswirkungen der gegenwärtigen Trockenheit in Deutschland sind, denke ich, so enorm, dass man nicht mehr nur lapidar von einer Trockenheit reden kann, sondern allmählich muss der Begriff Trockenheit dem Begriff Dürre-Katastrophe weichen, denn nur damit ist die gegenwärtige Situation richtig umschrieben.

Siehe hierzu:

Berlins Wassermangel wird immer dramatischer

Deutschland erlebt gerade die größte Dürre seit Beginn der Messungen

Immer wenn man bezüglich des Wetters Aussagen über die Zukunft macht, ist man in Gefahr, demnächst als falscher Prophet dazustehen (ein falscher Prophet war z. B. Mohammed).

In der Art eines (falschen) Propheten könnte ich mich hinstellen und sprechen: „Tut Buße, oder Gott wird es gar nicht mehr regnen lassen.“

Da könnte mir allerdings Gottes Güte, Geduld, Langmut und Erbarmen einen Strich durch die Rechnung machen – vielleicht will er ja doch den Deutschen noch eine weitere Chance geben; „das wäre so typisch für ihn.“

Allerdings kann selbst ein falscher Prophet die Wahrheit sprechen, wenn er sich auf vergangene Ereignisse bezieht. Selbst wenn ich ein falscher Prophet wäre, wäre dennoch die Aussage wahr, dass wir seit vielen Monaten eine schwere Dürre in Deutschland haben – auch hatten wir in den letzten Jahren immer wieder länger anhaltende Trockenheiten (Dürren), die nur nicht so wahrgenommen wurden wie die jetzige. Die Dürre 2018 hat bereits gewaltige Schäden verursacht – das kann man nicht mehr wegdiskutieren, das ist unwidersprechlich. Selbst wenn es in Kürze wieder regnen sollte, bliebe die Tatsache bestehen, dass die Bundesrepublik Deutschland bzw. das deutsche Volk durch die Dürre 2018 einen sehr schweren Schaden erlitten hat. Kurz gesagt: Die Schäden, die die Dürre 2018 verursacht hat, sind historisches Faktum geworden, von niemand mehr zu leugnen.

Ich will etwas darauf hinaus, dass so ungefähr schon beim klitzekleinsten Regenschauer die Allgemeinheit anzunehmen scheint, es sei nun wieder alles gut. Die Allgemeinheit scheint die Dürre nicht wahrhaben zu wollen bzw. irgendwie nicht wahrzunehmen. C. Wright Mills, der große amerikanische Soziologe, schreibt in seinem Buch „Die amerikanische Elite“, dass der Mensch reale Ereignisse erst dann wirklich in sein Bewusstsein aufnimmt, wenn ihm andere Menschen die Wirklichkeit eines Ereignisses bestätigen. Solange also die Bestätigung durch Mitmenschen fehlt, kann eine tatsächlich geschehene Sache für eine bestimmte Person wie eine ungeschehene Sache sein – verrückt, aber wahr.

Zusätzlich scheint das Folgende zum Tragen zu kommen:

Es gibt da ein Problem bei der Wahrnehmung (von Dürre-Schäden):

Keiner macht z. B. heute am 14.11.2018 die Erfahrung, um wieviel größer sein persönlicher Wohlstand gewesen wäre, wenn es 2018 keine Dürre gegeben hätte. Der Wohlstand des heutigen Tages ist der durch die Dürre verringerte Wohlstand. Der durch die Dürre nicht verringerte Wohlstand existiert heute nicht in der Lebenswirklichkeit, sondern nur in meiner Vorstellung. Ich kann also in der Realität nicht wirklich den Unterschied erfahren (spüren, empfinden) zwischen dem real existierenden Wohlstand und dem Wohlstand, der vorhanden wäre, hätte es keine Dürre gegeben. Letztendlich nehmen nur jene Bundesbürger die Dürre 2018 oder irgendwelche sonstigen Dürren wahr, die sich auch gedanklich mit dem Thema befassen – Bundesbürger, die in der Landwirtschaft, im Gartenbau, in der Forstwirtschaft, in der Fischzucht, in der Binnenschifffahrt, etc. arbeiten machen natürlich auch direkte Erfahrungen mit der Dürre (sie spüren mehr oder weniger die Dürre am eigenen Leib); sie sind aufgerufen, ihre Mitbürger über den Ernst der Lage zu informieren (das wollen natürlich Uncle Sam und Angela nicht, denn die dadurch ggf. entstehende Unruhe könnte die Produktivität der Fabrik „Deutschland“ bzw. des Gewerbegebietes „Deutschland“ beeinträchtigen).

Kurz gesagt: Der deutsche Durchschnittsbürger oder Ottonormalverbraucher wird Dürren erst dann wahrnehmen, wenn kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn kommt oder die Toilettenspülung nicht mehr funktioniert – dann wird es allerdings zu spät sein, um noch zu reagieren.

Niemand kann mich als falschen Propheten bezeichnen, wenn ich behaupte, wir würden gerade eine schwerwiegende Klimaänderung gewärtigen. Jeder seriöse Meteorologe – egal ob religiös oder nicht-religiös – würde bestätigen, dass wir einer sehr bedeutenden Klimaänderung gegenüberstehen bzw. das gerade eine bedeutende Klimaänderung stattfindet.

Wie gesagt, der (falsche) Prophet würde rufen: „Tut Buße, oder Gott wird es nicht mehr regnen lassen!“

Damit man das „falsch“ nicht in Klammern zu setzten brauchte, sondern ganz weg lassen könnte, müsste man es so formulieren:

„Tut Buße, damit Gott die Klimaänderung rückgängig macht!“

(wer das so sagen würde, könnte von niemand als „falscher Prophet“ denunziert werden, weil wir ja tatsächlich eine Klimaänderung haben – unbeschadet von Regenschauern oder sogar Landregen in naher Zukunft)

Es geht darum, dass Gott die Klimaänderung wieder rückgängig macht. Es geht nicht um diesen oder jenen zukünftigen Regenschauer oder Landregen, sondern darum, dass sich Gott, der Herr, der Steuerung des Wetters wieder annimmt. Temperatur, Sonnenschein (Sonneneinstrahlung), Niederschläge, Art der Niederschläge, Wind, etc. müssen von jemand gesteuert werden – das kann natürlich nur Gott sein -, damit sie der ganzen belebten Natur und der Menschheit nützlich sind. Es geht hier nicht nur um Mengen, sondern auch um richtige Zeitpunkte, Zeitdauern und Art der Niederschläge – wie, wann und wieviel. Und wie gesagt, es geht nicht allein um die Niederschläge, sondern auch Temperatur, Sonnenschein und Wind spielen eine enorme Rolle.

Die Anmerkung ganz oben über Angela Zwergerl und das Bundeskanzleramt ist natürlich etwas gewagt, denn es könnte durchaus passieren, dass es kurzfristig wieder (ausgiebig) regnet. Man mag jene Anmerkung ein bisschen als Rhetorik betrachten. Aber ganz rhetorisch ist sie nun denn doch nicht, kann sie nicht sein. Die Lage ist wirklich zu ernst – es muss dringend gehandelt werden. Wenn man allerdings den Namen der Frau hört, die an der Spitze der Bundesrepublik Deutschland steht, dann assoziiert man damit „Aussitzen“. Aber bei dem Dürre-Problem 2018/(2019?) wird sich nun endgültig herausstellen, und die liebe Angela wird es sich nun endgültig eingestehen müssen, dass man Dinge nicht aussitzen kann, dass man eigentlich gar nichts aussitzen sollte. Es hätte für die Deutschen katastrophale Folgen, wollte Frau Merkel auch diese Sache „aussitzen“.

Zu meiner Person:

Ich bin ein armer, kleiner, sündiger Mönch. Mein ganzes Begehr ist, dass ich gerne einmal bei einem anderen Glied der christlichen Kirche die Beichte ablegen möchte  – meine Sünden drücken mich allzu schwer. Ich habe da nur ein „kleines“ Problem: Die christliche Kirche scheint untergegangen zu sein, zumindest in Deutschland. Bei wem soll ich beichten?

Im Allgemeinen bedarf es der Ordination durch andere Geistliche, um Apostel, Lehrer, Prophet oder dergleichen sein zu können. Das kann ich leider nicht vorweisen und ich wüsste auch nicht, wer mich ordinieren sollte (sowohl der Klerus der evangelische Kirche in Deutschland als auch der katholische Klerus sind vom Glauben an Jesus komplett abgefallen – eine Katastrophe; die Evangelikalen scheiden aus wegen ihrer schändlichen Wiedertaufe). Ich hatte bisher auch noch kein übernatürliches Erlebnis wie z. B. Saulus (Paulus), der von Christus direkt ordiniert wurde. Vielleicht gibt es ja so etwas wie eine Not-Ordination; das heißt, dass man sich aufgrund einer Not – dass eben kein ordentlich ordinierter Prophet da ist, der zur Buße aufruft und vor dem Gericht Gottes warnt – wie ein Prophet „aufführen“ darf. Die geistliche Not des deutschen Volkes, die allmählich auch zu einer materiellen Not führt,  und das Nicht-Vorhandensein eines ordentlichen Propheten nötigen mich, „den Propheten zu machen“. Wäre da ein ordentlich Ordinierter, würde ich mein „Amt“ sofort aufgeben.

Wichtig:

Ich wäre bereit, für eine Rücknahme der Klimaänderung bzw. Aufhebung der Klimaverschlechterung durch Gott zu beten, ohne dass zunächst irgendwelche Bedingungen erfüllt werden müssten. Allerdings würde ich zunächst nur dafür beten, dass sich das Klima für die Dauer eines Jahres ab einem bestimmten Zeitpunkt wieder normalisiert.

Nach Ablauf eines Jahres wären allerdings einige Bedingungen für die Forstsetzung des Gebets zu erfüllen. Ich würde nur dann weiter beten, wenn sich kein Verantwortlicher dazu versteigen würde, zu behaupten, es sei nur Zufall gewesen, dass sich unmittelbar nach meinem Gebet das Wetter normalisiert hätte. Außerdem sollte nach Ablauf eines Jahres ein großer Dankgottesdienst veranstaltet werden, der bundesweit übertragen wird.

Für eine langfristige und dauerhafte Wiederherstellung guten Klimas in Deutschland wären folgende Hürden zu nehmen (werden diese Hürden nicht genommen, nutzt natürlich auch mein Gebet nur vorübergehend etwas):

  • viel mehr Dank für gutes Wetter, guter Ernten, genügend Nahrungsmittel, Freiheit von Krieg, Freiheit von Ungeziefer, Freiheit von Seuchen, etc.; Abhaltung großer Dankgottesdienste
  • Abkehr vom Götzendienst des Materialismus und gleichzeitig mehr Fragen nach Gott
  • Abkehr von der Unzucht bzw. Kriminalisierung unzüchtigen Verhaltens (es geht darum, die Unzucht bzw. das unzüchtige Verhalten wieder an den Rand der Gesellschaft zu drängen; es ist das freche, unverschämte Sündigen „vor laufender Kamera“ bzw. in aller Öffentlichkeit, das Gottes Zorn erregt – das muss abgestellt werden)
  • viel mehr Schutz des ungeborenen Lebens bis hin zum totalen Verbot der Abtreibung
  • Abkopplung von den USA, da die USA der Hauptprotagonist von Materialismus und Unzucht auf Erden sind; auch hassen sie Gottes Sohn (diese Aussage gilt trotz gegenteiliger Lippenbekenntnisse von Amerikanern) und töten jedes Jahr unzählige unschuldige Föten und Embryos
  • mindere Religionen wie Islam, Buddhismus, Hinduismus, Bahai, etc. dürfen nicht länger als dem Christentum gleichwertig betrachtet werden, denn dies ist ein Verbrechen gegen den menschlichen Intellekt; wer sachlich-nüchterne Forschung betreibt, der muss anerkennen – wenn er ehrlich ist -, dass das Christentum bei weitem die besten historischen Grundlagen hat; das Christentum ist einfach eine Kategorie für sich bzw. die Religion schlechthin

Seit 1970 wurden in den USA sage und schreibe mindestens 45.151.389 Kinder, das heißt über 45 Millionen, im Mutterleib getötet. Das ist mehr als die Hälfte der Einwohnerzahl Deutschlands. Das Blut dieser Kinder schreit zu Gott und macht ihn zornig. Siehe hierzu Abortion statistics in the United States.

Wenn man die genannten Hürden nehmen würde, würde Gott sicherlich auch ohne das Gebet eines Möchtegern-Propheten wieder besseres Klima in Deutschland schenken.

 

Was ist die christliche Kirche?

Die christlichen Kirche im weiteren Sinne sind alle Menschen, die sakramental getauft wurden.

Die christliche Kirche im engeren Sinne sind alle Menschen, die nicht nur sakramental getauft sind, sondern aus der befreienden Kraft ihrer Taufe auch Jesus nachfolgen bzw. tatsächlich als Christen im Alltag leben. Die Glieder der Kirche im engeren Sinne betrachten die Taufe nicht als Freifahrschein in den Himmel.

Über viele Jahrhunderte fand die sakramentale Taufe in Deutschland meist in Form der Kindertaufe statt. Die Kindertaufe entspricht der altkirchlichen Tradition und fußt auf dem Befund der Bibel – sie ist durchaus zu befürworten (allerdings sollte darauf geachtet werden, dass das betreffende Kind in einem gläubigen Umfeld getauft wird; wurde das nicht beachtet, ist die Taufe aber trotzdem gültig; findet eine Erweckung erst im Erwachsenenalter statt, kann der Betreffende sich auf seine Kindertaufe beziehen und soll nicht nochmals getauft werden).

Nur die Glieder der christlichen Kirche im engeren Sinne werden das ewige Leben ererben.

Was ist eine sakramentale Taufe?

Eine Kirche tauft dann sakramental, wenn sie glaubt, dass ihre Taufe die Taufe zur Vergebung der Sünden oder das Taufbad der Wiedergeburt ist. Auch muss auf die Einsetzung bzw. den Befehl Christi hin getauft werden. Weiter muss die taufende Kirche das trinitarische Gottesbild haben: Ein Gott in drei Personen – der Vater, der Sohn und der heilige Geist, vereinigt in der Gottheit.

Bei der sakramentalen Taufe wird der Täufling Gott überantwortet, der ihn neu macht. Bei der sakramentalen Taufe handelt Gott – sie ist durchaus nicht rein symbolisch.

Die sakramentale Taufe ist auch die Neue Geburt aus Wasser und Geist. In der christlichen Kirche ist also die Wiedergeburt bzw. neue Geburt genau definiert und nichts obskures.

Der sakramental getaufte Mensch muss sich nicht ständig die Frage stellen – wie es etwa ein Evangelikaler tun mag – ober er denn nun wirklich glaube oder gläubig sei, sondern er kann einfach aus der Kraft der Taufe gehorsam sein. Wer an die Kraft der Taufe glaubt, der ist durch die Kraft der Taufe gehorsam und in diesem Gehorsam existiert der wahre Glaube. Kurz: Wer einfach aus der Kraft seiner Taufe als Christ lebt, darf wissen, dass er gläubig ist – das gibt allen Zweifeln an der eigenen Gläubigkeit den Abschied.

Was ist die Kraft der Taufe?

Antwort: Bei der Taufe sterben und auferstehen wir zusammen mit Jesus. Da wir durch die Taufe der Sünde abgestorben und in Christus sind, können wir unser sündiges Fleisch überwinden und Gott und unseren Nächsten lieben. Das ist die Anbetung Gottes nicht nur im Geist, sondern auch in der Wahrheit.

 

Was ist Unzucht?

  • Homosexualität einschließlich Homo-Ehe bzw. gleichgeschlechtlicher „Ehe“
  • Sodomie (Sex mit Tieren)
  • Kindsmissbrauch (Sex mit Kindern)
  • Inzest (Sex mit Verwandten)
  • Hurerei (ständig wechselnder Sexualpartner)
  • jede Form sexueller Betätigung außerhalb der Ehe mit der eigenen Ehefrau

 

Da die evangelische Kirche in Deutschland nicht mehr das trinitarische Gottesbild hat, sind aktuelle Taufen durch die evangelische Kirche nicht gültig.

Siehe hierzu: Gibt es eine erlaubte Wiedertaufe?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Herodes und Johannes der Täufer

Eigentlich mochte Herodes Johannes den Täufer. Seine Frau Herodias aber hasste ihn abgrundtief. Wäre Herodes nicht mit Herodias verheiratet gewesen, hätte er Johannes wahrscheinlich nicht hingerichtet. Die Salbung Jesu durch die Sünderin aus Lukas 7 ist ein Bild auf die Liebe der Seele des bekehrten Sünders zu Jesus. Der Umgang von Herodes Antipas mit Johannes illustriert genau das Umgekehrte: Herodes liebte zwar Johannes den Täufer, aber er liebte auch seine (böse) Frau Herodias, liebte sie mehr als Johannes. Da er Herodias augenscheinlich mehr liebte als Johannes, ließ er ihn auf ihren Wunsch hin hinrichten. Sicherlich finden viele Menschen Jesus grundsätzlich sehr sympathisch. Aber mehr als Jesus lieben sie ihre sündige Natur, ihren natürlichen „Gemahl“. Sie ziehen den zeitlichen Genuß der Sünde dem ewigen Heil vor, wollen nicht Buße tun, sondern bleiben bei irgendeiner menschgemachten Religion wie Islam, Katholizismus, Billige-Gnade-Protestantismus, evangelikaler Glaube, etc., die die Sünde rechtfertigt, wo man also ein „Gläubiger“ sein und gleichzeitig ein Sünder bleiben kann, da man durch das Halten bestimmter äußerlicher Rituale seiner Religion (zum Beispiel die fünf Säulen des Islam) sich von Liebe und Gerechtigkeit im Alltag dispensiert. Aber nur der durch die Liebe im Alltag tätige Glaube ist der wahre Glaube. Solche „töten“ sozusagen Jesus für sich selbst. Absolut gesehen, kann natürlich niemand Jesus töten – aber ich kann ihn für mich selbst töten, indem ich ihm nicht die Herrschaft über mein Leben überlasse durch Buße und sakramentale Taufe. Ich kann Jesus in mir „töten“.

Matthäus 14, 1-12 1 Zu der Zeit kam die Kunde von Jesus vor den Landesfürsten Herodes. 2 Und er sprach zu seinen Leuten: Das ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten. 3 Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, gefesselt und in das Gefängnis geworfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, dass du sie hast. 5 Und er hätte ihn gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten. 6 Als aber Herodes seinen Geburtstag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel dem Herodes gut. 7 Darum versprach er ihr mit einem Eid, er wolle ihr geben, was sie fordern würde. 8 Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers! 9 Und der König wurde traurig; doch wegen des Eides und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es ihr zu geben, 10 und schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. 11 Und sein Haupt wurde hereingetragen auf einer Schale und dem Mädchen gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter. 12 Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn; und sie kamen und verkündeten das Jesus.

Markus 6, 14-29 14 Und es kam dem König Herodes zu Ohren; denn der Name Jesu war nun bekannt. Und die Leute sprachen: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum tut er solche Taten. 15 Einige aber sprachen: Er ist Elia; andere aber: Er ist ein Prophet wie einer der Propheten. 16 Als es aber Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferstanden. 17 Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins Gefängnis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus; denn er hatte sie geheiratet. 18 Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, dass du die Frau deines Bruders hast. 19 Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es nicht. 20 Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein frommer und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern. 21 Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen und die Obersten und die Vornehmsten von Galiläa. 22 Da trat herein die Tochter der Herodias und tanzte und gefiel Herodes und denen, die mit am Tisch saßen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s geben. 23 Und er schwor ihr einen Eid: Was du von mir bittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs. 24 Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. 25 Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers. 26 Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen des Eides und derer, die mit am Tisch saßen, wollte er sie keine Fehlbitte tun lassen. 27 Und sogleich schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis 28 und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab’s dem Mädchen und das Mädchen gab’s seiner Mutter. 29 Und als das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

Diese Schilderungen aus Markus und Matthäus lassen sich nur zusammenbringen, wenn man annimmt, daß Herodes Johannes eigentlich gern hatte, aber dann doch der Liebe zu seiner bösen Frau Herodias den Vorrang gab. So wird Herodes zum Bild für die Seele des Menschen, die ihren neuen legitimen Gemahl Jesus, der ihr vielleicht nicht völlig unsympathisch ist, verschmäht und ihren alten Gemahl „die sündige Natur“ oder „der alte Mensch“ bevorzugt. Die durchaus reale Wertschätzung, die Herodes für Johannes hatte, wird am Jüngsten Tag von Gott (Jesus) nur als blanker Hass gerechnet werden, da Herodes den lieben Johannes nicht gegenüber seiner bösen Frau bevorzugte bzw. weil auch seine Seele das alte Leben in der Sünde gegenüber dem neuen Leben in Christus vorzog.

Besser als Herodes machte es einstmals Mose:

Hebräer 11, 24-26 24 Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao gelten, 25 sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden als eine Zeit lang den Genuss der Sünde haben, 26 und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung.

 Lk 14,26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.

Das bedeutet nicht, daß ein Christ seine Verwandten hassen soll, sondern daß seine Liebe zu Christus und seiner Kirche so groß sein soll, daß verglichen damit, also relativ, die Liebe zur Verwandtschaft wie Hass erscheint.

Mt 10,37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.

Siehe auch: König Herodes Antipas, ein Rohr, vom Wind hin- und herbewegt, und Jesus – Auslegung Lukasevangelium 13, 31-33

 

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