Königin Esther, Mordechai und Haman – oder Purim und der Holocaust

Einleitung

Zur Zeit des Königs Ahasveros wollte der hohe Staatsbeamte Haman die Juden aus dem Reich der Meder und Perser, das sich damals vom Nil bis zum Indus erstreckte, ausrotten. Der Gott Israels ließ jedoch seinem Volke Rettung widerfahren durch seine frommen Diener Esther und Mordechai (siehe Buch Esther).

Woran kann man erkennen, daß Mordechai fromm war?

Nun, das sieht man daran, daß er Haman, der wahrscheinlich Amalekiter war, keinen Respekt entgegenbrachte, obwohl jener ein sehr hoher Beamter des medo-persischen Reiches war und Ahasveros befohlen hatte, Haman zu huldigen.

Est 3,2 Und alle Großen des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es so geboten. Aber Mordechai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder.

Es war allerdings nicht so, daß Mordechai etwa die Majestät des Ahasveros nicht geachtet hätte, was man bei oberflächlicher Betrachtung schlußfolgern könnte, sondern es gab ein Gebot des Gottes Israels, der Mordechai’s Gott war, das höher zu achten war als das Gebot des Königs.

Daß Mordechai nicht nur ein Diener Gottes sondern im Grunde seines Herzens auch ein treuer Diener des Königs Ahasveros war, sieht man daran, daß er den König vor einem Attentat bewahrte:

Esther 2, 21-23 21 In jenen Tagen, als Mordechai im Tor des Königs saß, gerieten zwei Kämmerer des Königs, Bigtan und Teresch, die die Tür hüteten, in Zorn und trachteten danach, Hand an den König Ahasveros zu legen. 22 Als das Mordechai zu wissen bekam, sagte er es der Königin Ester und Ester sagte es dem König in Mordechais Namen. 23 Und als man nachforschte, wurde es als richtig befunden, und sie wurden beide an den Galgen gehängt. Und es wurde aufgezeichnet im Buch der täglichen Meldungen für den König.

Nichtsdestotrotz mußte und wollte Mordechai den Gehorsam gegenüber Gott über den Gehorsam gegenüber den König stellen, wenn es um den bösen Haman ging. Es war für Mordechai unmöglich, Haman so zu ehren, wie der König das wollte, denn dann hätte er seine Gottesfurcht verleugnet. Eben daran erkennen wir, daß Mordechai fromm war, denn er wußte, daß er ein großes Risiko einging, wenn er das Gebot des Königs übertrat. Mordechai ließ sich seinen Glauben wirklich etwas kosten.

Hi 32,22 Denn ich weiß nicht zu schmeicheln; sonst würde mich mein Schöpfer bald dahinraffen.

Apg 5,29 Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Was war nun so schlimm an Haman?

Das Schlimme an ihm war, daß er vermutlich ein Amalekiter war also ein Erzfeind des Volkes Gottes.

1Sam 15,33 Samuel aber sprach: Wie dein Schwert Frauen ihrer Kinder beraubt hat, so soll auch deine Mutter der Kinder beraubt sein unter den Frauen. Und Samuel hieb den Agag (König der Amalekiter; R. B.) in Stücke vor dem HERRN in Gilgal.

Est 8,5 und sprach: Gefällt es dem König und habe ich Gnade gefunden vor ihm, und dünkt es den König recht und gefalle ich ihm, so möge man die Schreiben mit den Anschlägen Hamans, des Sohnes Hammedatas, des Agagiters, widerrufen, die er geschrieben hat, um die Juden umzubringen in allen Ländern des Königs.

Die Juden hatten den Befehl Gottes, die Amalekiter auszurotten, denn dieses ganze Volk war zu einer Bande von Räubern und Verbrechern degeneriert, die unschuldiges Blut vergossen. Man könnte sie vielleicht mit den heutigen Muslimen vergleichen, die die Erzfeinde der frommen Christen sind. Der Islam ist keine Religion, durch die man in eine Beziehung mit dem wahren Gott gelangen kann, der Himmel und Erde gemacht hat, sondern genau das Gegenteil davon. Der Islam ist Fanatismus in Reinstform, er macht aus seinen Anhängern Besessene. Wenn man den Koran liest, wird ganz deutlich, daß der Kern des ursprünglichen Islam nichts anderes ist als die Vernichtung oder Versklavung aller christlichen Völker. Der Islam ist also die Anti-Religion schlechthin. Ähnlich fanatisch wie die modernen Muslime müssen die alten Amalekiter gewesen sein, die das alte Volk Gottes, die Juden, vernichten wollten (das neue Volk Gottes ist die christliche Kirche). Es war ganz recht, daß der israelische Prophet Samuel Hackfleisch aus Agag (König der Amalekiter) machte, denn dieser war ein Massenmörder und hatte viel unschuldiges Blut vergossen, das Blut des Volkes Gottes.

5. Mose 25, 17-19 17 Denke daran (sagt Gott durch Mose zum Volk Israel; R. B.), was dir die Amalekiter taten auf dem Wege, als ihr aus Ägypten zogt: 18 wie sie dich unterwegs angriffen und deine Nachzügler erschlugen, alle die Schwachen, die hinter dir zurückgeblieben waren, als du müde und matt warst, und wie sie Gott nicht fürchteten. 19 Wenn nun der HERR, dein Gott, dich vor allen deinen Feinden ringsumher zur Ruhe bringt im Lande, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe gibt, es einzunehmen, so sollst du die Erinnerung an die Amalekiter austilgen unter dem Himmel. Das vergiss nicht!

(Beachte: Zwischen den Versen aus Mose und den folgenden Versen aus Samuel  liegen mehrere Jahrhunderte, aber immer noch will der Gott Israels die Amalekiter vernichten; unglaublich, wie Gott jenes Volk hasste – sie mußten sittlich-moralisch wirklich völlig verkommen, heruntergekommen gewesen sein ähnlich wie die Leute von Sodom und Gomorrha)

1Sam 15,2 So spricht der HERR Zebaoth: Ich habe bedacht, was Amalek Israel angetan und wie es ihm den Weg verlegt hat, als Israel aus Ägypten zog.

1Sam 15,3 So zieh nun hin (das sagte der Prophet Samuel zum israelischen König Saul; R. B.) und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel.

Achtung: Ich spreche hier keinen Bann über die Muslime aus. Ich will nur, daß wir zu einer Klarheit und Nüchternheit kommen, mit was für Menschen, mit welchem Schlag von Mensch wir es da zu tun haben; und wir sollten uns wirklich vor ihnen hüten und sehr wachsam sein. In anderen Ländern bringen sie die frommen, unschuldigen Christen erbarmungslos um oder versklaven sie – darüber sollten wir nicht länger hinweg-sehen. Auch die Ummah, die weltweite Gemeinschaft aller Muslime, ist im Grunde genommen nichts anderes als eine riesige, weltweite Verbrecherbande, die unter dem Deckmantel der Religion agiert, Böses tut. Ich würde alle Muslime, die in Deutschland leben, sofort in ihre Heimatländer zurückschicken – für so gefährlich halte ich sie.

Hauptteil

Zur Zeit des Ahasveros rettete Gott sein Volk auf wunderbare Weise.

Warum hat er dann den Holocaust nicht verhindert und Adolf Hitler und seinen Komplizen das getan, was er Haman getan hat, bevor sie so viele Juden töten konnten?

Die Frage ist einfach zu beantworten.

Die modernen Juden ermangeln frommer Diener Gottes, die ihr ganzes Leben zum Opfer geben für den Gott Israels. Sicherlich waren nicht alle Juden, die damals im medo-persischen Reich lebten persönlich fromm, aber zumindest Esther und Mordechai waren fromm. Ungefähr zu jenen Zeiten lebten auch Leute wie Daniel, Esra, Nehemia und andere. Mir ist nicht bekannt, daß es heute auch nur einen Juden gäbe, den man z. B. mit Daniel vergleichen könnte.

(bitte schlußfolgern Sie jetzt nicht, der Holocaust sei gerechtfertigt gewesen, weil eben zu unserer Zeit die Juden völlig vom Glauben an den Gott Israels abgefallen sind im Gegensatz zur Zeit des Ahasveros, wo es wenigstens noch ein paar fromme Juden gab – nein, der Holocaust war ein sehr, sehr schweres Verbrechen)

Sei es, wie es sei, Gott hat die Juden vor Adolf Hitler nicht gerettet, das ist eine, wenn auch bedauerliche, historische Tatsache.

Es ist allerhöchste Eisenbahn, daß nun endlich nach so langer Zeit die Juden Jesus von Nazareth als Messias annehmen und anerkennen. Die frommen Juden zur Zeit des Ahasveros glaubten schon an ihn, nur wußten sie vielleicht nicht, daß sein menschlicher Name Jesus sein würde. Im Gegensatz zu den heutigen Juden glaubten jene einfach dem, was auch im Buch Jesaja geschrieben steht, daß damals schon zur heiligen Schrift der Juden gehörte. Dieser Erlöser, von dem in Jesaja geschrieben steht, gab den alten, frommen Juden ein Leben, das nicht mit den Geboten der Thora, der fünf Bücher Mose, in Konflikt kam, ja dieser Erlöser selbst war ihr Leben und dieser Erlöser, der selbst der Geber des Gesetzes war, leitete sie. So hielten sie das Gesetz nicht nur, sondern erfüllten es sogar, denn der Sohn Gottes war in ihnen. Weil sie durch den Erlöser in Gott und mit Gott lebten, beschützte Gott sie auch vor dem bösen Haman und vernichtete ihn samt seiner Anhänger.

Lies Jesaja 53!

Ich glaube, viele moderne Juden haben das Problem, daß sie im Kreuzestod Jesu einen Beweis seiner Schwäche sehen, Jesus für einen traurigen, erbärmlichen, wehrlosen Schwächling halten.

1Kor 1,23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;

Aber lieber Leser, falls Sie Jude sind, was mich sehr freuen würde, dann schauen Sie die Sache einmal genauer an. Historisch gesehen ist Jesus in einem gewissen Sinne gar nicht gestorben, das heißt er ist schon gestorben, aber historisch gesehen „im gleichen Moment“ wieder auferstanden (was sind drei Tage aus unserer Perspektive, die wir ca. 2000 Jahre später leben?). Stellen Sie sich ein Boxer vor, der einen Kinnhaken bekommt, einige Minuten bewußtlos daliegt, und dann wieder aufsteht – ähnliches widerfuhr historisch gesehen Jesus.

In gewisser Weise konnte man Jesus gar nicht wirklich töten. Natürlich war er wirklich tot, als er am Kreuz hing und im Grab lag, aber er stand nach „einigen“ Stunden wieder auf von den Toten – in dem Sinne war sein Tod nicht dem Tod eines Normalsterblichen vergleichbar, nichts endgültiges, denn wenn Sie oder ich heute sterben, werden wir sicherlich nicht so schnell wieder lebendig.

Kurz gesagt, Jesus ist und war nicht der sanftmütig-dämliche Schwächling, für den ihn die modernen Juden halten, sondern er vollbrachte einen heldenhafte Tat, indem er für uns ans Kreuz, in den Tod ging und dort unsere Sünde trug. Jesus war keineswegs zum hilflosen Spielball der Römer und des jüdischen Establishments geworden, die ihn töteten, sondern er ging ganz bewußt, kontrolliert und freiwillig diesen Weg – er ging diesen schweren Weg für uns! In Wirklichkeit war der Weg, den Jesus ging, ein Beweis seiner Stärke – der starke Erlöser, der starke Gott.

Militärisch gesehen sitzt das Volk Israel heute auf einem Pulverfaß, das ist jedem klar. Es ist umlagert von modernen „Amalekitern“ (die islamischen Staaten, islamische Bestien) und beim Rest der Welt einschließlich der USA können sie sich der Freundschaft auch nicht mehr sicher sein.

Würden die Juden heute noch Jesus von Nazareth als Messias annehmen und aner-kennen, dann würde er auch ihre Kriege führen und sie retten vor allen ihren Feinden. Er hat die Macht alle ihre Feinde in einem Nu, in einem Augenblick zu pulverisieren.

Jes 9,5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, EwigVater, Friede-Fürst;

Lk 1,71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, (das sagte Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, über Jesus)

Offb 19,11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.

Offb 19,15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen,

Es ist interessant, daß die Juden beim Purimfest noch heute ihre Rettung durch den Gott Israels vor dem bösen Haman zur Zeit des Ahasveros feiern, trotz der Tatsache, daß Gott sie vor Adolf Hitler und seinen Komplizen nicht gerettet hat, trotz der historischen Tatsache des Holocaust. Das Purimfest könnte noch heute ein bleibender Segen und mehr als ein Fest sein für einen Juden, wenn er sich wirklich einmal die Frage stellen würde, warum Gott die Juden zur Zeit des Ahasveros gerettet hat, zur Zeit Adolf Hitlers aber nicht. Die Antwort auf diese Frage ist einfach die, wie oben schon erläutert, daß die Juden nach wie vor eines Erlösers (heute wissen wir, daß er Jesus heißt) ermangeln, der ihnen ein Leben schenken könnte, das Gott wohlgefällt. Noch immer versuchen sie das Gesetz der Thora aus eigener Kraft zu halten, was unmöglich ist, statt sich vom Gesetz von ihrer Schwäche (Sündhaftigkeit) überführen zu lassen und sich dann nach dem Erlöser auszustrecken, der in uns leben will, damit wir Gott wohlgefällig leben und so auch das Gesetz nicht nur halten, sondern sogar erfüllen. Wenn wir Frieden mit Gott haben, unser Leben wohlgefällig ist vor ihm, dann beschützt er uns auch vor unseren Feinden und so feiern wir nicht nur Purim, sondern es wird neu Wirklichkeit für uns nach so langer Zeit.

 

Hinweis

Dieser Beitrag steht auch in englischer Sprache zur Verfügung:

Siehe Queen Esther, Purim and the Holocaust

 

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Herodes und Johannes der Täufer

Eigentlich mochte Herodes Johannes den Täufer. Seine Frau Herodias aber hasste ihn abgrundtief. Wäre Herodes nicht mit Herodias verheiratet gewesen, hätte er Johannes wahrscheinlich nicht hingerichtet. Die Salbung Jesu durch die Sünderin aus Lukas 7 ist ein Bild auf die Liebe der Seele des bekehrten Sünders zu Jesus. Der Umgang von Herodes Antipas mit Johannes illustriert genau das Umgekehrte: Herodes liebte zwar Johannes den Täufer, aber er liebte auch seine (böse) Frau Herodias, liebte sie mehr als Johannes. Da er Herodias augenscheinlich mehr liebte als Johannes, ließ er ihn auf ihren Wunsch hin hinrichten. Sicherlich finden viele Menschen Jesus grundsätzlich sehr sympathisch. Aber mehr als Jesus lieben sie ihre sündige Natur, ihren natürlichen „Gemahl“. Sie ziehen den zeitlichen Genuß der Sünde dem ewigen Heil vor, wollen nicht Buße tun, sondern bleiben bei irgendeiner menschgemachten Religion wie Islam, Katholizismus, Billige-Gnade-Protestantismus, evangelikaler Glaube, etc., die die Sünde rechtfertigt, wo man also ein „Gläubiger“ sein und gleichzeitig ein Sünder bleiben kann, da man durch das Halten bestimmter äußerlicher Rituale seiner Religion (zum Beispiel die fünf Säulen des Islam) sich von Liebe und Gerechtigkeit im Alltag dispensiert. Aber nur der durch die Liebe im Alltag tätige Glaube ist der wahre Glaube. Solche „töten“ sozusagen Jesus für sich selbst. Absolut gesehen, kann natürlich niemand Jesus töten – aber ich kann ihn für mich selbst töten, indem ich ihm nicht die Herrschaft über mein Leben überlasse durch Buße und sakramentale Taufe. Ich kann Jesus in mir „töten“.

Matthäus 14, 1-12 1 Zu der Zeit kam die Kunde von Jesus vor den Landesfürsten Herodes. 2 Und er sprach zu seinen Leuten: Das ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten. 3 Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, gefesselt und in das Gefängnis geworfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, dass du sie hast. 5 Und er hätte ihn gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten. 6 Als aber Herodes seinen Geburtstag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel dem Herodes gut. 7 Darum versprach er ihr mit einem Eid, er wolle ihr geben, was sie fordern würde. 8 Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers! 9 Und der König wurde traurig; doch wegen des Eides und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es ihr zu geben, 10 und schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. 11 Und sein Haupt wurde hereingetragen auf einer Schale und dem Mädchen gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter. 12 Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn; und sie kamen und verkündeten das Jesus.

Markus 6, 14-29 14 Und es kam dem König Herodes zu Ohren; denn der Name Jesu war nun bekannt. Und die Leute sprachen: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum tut er solche Taten. 15 Einige aber sprachen: Er ist Elia; andere aber: Er ist ein Prophet wie einer der Propheten. 16 Als es aber Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferstanden. 17 Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins Gefängnis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus; denn er hatte sie geheiratet. 18 Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, dass du die Frau deines Bruders hast. 19 Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es nicht. 20 Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein frommer und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern. 21 Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen und die Obersten und die Vornehmsten von Galiläa. 22 Da trat herein die Tochter der Herodias und tanzte und gefiel Herodes und denen, die mit am Tisch saßen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s geben. 23 Und er schwor ihr einen Eid: Was du von mir bittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs. 24 Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. 25 Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers. 26 Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen des Eides und derer, die mit am Tisch saßen, wollte er sie keine Fehlbitte tun lassen. 27 Und sogleich schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis 28 und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab’s dem Mädchen und das Mädchen gab’s seiner Mutter. 29 Und als das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

Diese Schilderungen aus Markus und Matthäus lassen sich nur zusammenbringen, wenn man annimmt, daß Herodes Johannes eigentlich gern hatte, aber dann doch der Liebe zu seiner bösen Frau Herodias den Vorrang gab. So wird Herodes zum Bild für die Seele des Menschen, die ihren neuen legitimen Gemahl Jesus, der ihr vielleicht nicht völlig unsympathisch ist, verschmäht und ihren alten Gemahl „die sündige Natur“ oder „der alte Mensch“ bevorzugt. Die durchaus reale Wertschätzung, die Herodes für Johannes hatte, wird am Jüngsten Tag von Gott (Jesus) nur als blanker Hass gerechnet werden, da Herodes den lieben Johannes nicht gegenüber seiner bösen Frau bevorzugte bzw. weil auch seine Seele das alte Leben in der Sünde gegenüber dem neuen Leben in Christus vorzog.

Besser als Herodes machte es einstmals Mose:

Hebräer 11, 24-26 24 Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao gelten, 25 sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden als eine Zeit lang den Genuss der Sünde haben, 26 und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung.

 Lk 14,26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.

Das bedeutet nicht, daß ein Christ seine Verwandten hassen soll, sondern daß seine Liebe zu Christus und seiner Kirche so groß sein soll, daß verglichen damit, also relativ, die Liebe zur Verwandtschaft wie Hass erscheint.

Mt 10,37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.

Siehe auch: König Herodes Antipas, ein Rohr, vom Wind hin- und herbewegt, und Jesus – Auslegung Lukasevangelium 13, 31-33

 

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König Herodes Antipas, ein Rohr, vom Wind hin- und herbewegt, und Jesus – Auslegung Lukasevangelium 13, 31-33

Lukas 13, 31-33

31 Zu dieser Stunde kamen einige Pharisäer und sprachen zu ihm (Jesus; R. B.): Mach dich auf und geh weg von hier; denn Herodes will dich töten. 32 Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe böse Geister aus und mache gesund heute und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet sein. 33 Doch muss ich heute und morgen und am folgenden Tage noch wandern; denn es geht nicht an, dass ein Prophet umkomme außerhalb von Jerusalem.

Auslegung

Von König Herodes Antipas haben wir schon weiter vorne im Lukasevangelium gehört. Er ist das Schilfrohr, von dem Jesus in Lukas 7, 24 redet.

Lukas 7, 24 Als aber die Boten des Johannes (Johannes der Täufer; R. B.) fortgingen, fing Jesus an, zu dem Volk über Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das vom Wind bewegt wird?

Inwiefern war Herodes ein Rohr, das vom Wind bewegt wurde?

Sicherlich haben sich schon viele den Kopf darüber zerbrochen, wer mit dem Rohr in Lukas 7, 24 gemeint sein könnte. Nun, es war sicherlich Herodes Antipas. Wenn wir die Abschnitte im Neuen Testament lesen, wo er erwähnt wird, wird deutlich, dass er immer wieder hin- und hergerissen war zwischen zwei Seiten. Ein Rohr bzw. Schilfrohr hat wenig eigene Stabilität und der Wind beugt es, wie er will, in eine beliebige Richtung. So war auch Herodes instabil, insofern er nicht nach festen, moralischen Prinzipien handelte (egal ob er Schaden davongetragen hätte oder es ihm genutzt hätte), sondern immer so, dass er irgendeinen Vorteil hatte – er war also Utilitarist. Für Herodes heiligte der Zweck die Mittel.

Natürlich präsentierte sich Herodes in Israel als frommer Jude, um sich seine Regierung über die Juden zu erleichtern (Herodes musste immer daran arbeiten, sich den Juden sympathisch zu machen, da er nicht jüdischer Abstammung war bzw. rein biologisch gesehen war er gar kein Jude); und wenn er in Rom bei seinem Vorgesetzten wie z. B. Kaiser Augustus oder Kaiser Tiberius  war, war er ein hingegebener Anhänger der griechisch-römischen Religion (das war wahrscheinlich auch die Religion seines Herzens).

Er hörte einerseits Johannes den Täufer gern, hatte eine gewisse Liebe für ihn, aber nahm auch Rücksicht auf seine Ehefrau, deren Liebe er nicht verlieren wollte. Auf ihr Geheiß hin, ließ er Johannes den Täufer enthaupten trotz der Tatsache, dass er eine gewisse Sympathie für ihn hegte. Am Tag des Weltgerichts wird jedoch seine Liebe zu Johannes als Hass gewertet werden, denn Herodes war nicht bereit, seine Liebe zu Johannes über die Liebe zu seiner Frau zu stellen. Seine Frau war ihm sozusagen mehr wert als Johannes. Die Liebe des Herodes zu seiner Frau ist ein Bild auf die Liebe des unbußfertigen Sünders zur Sünde. Das Ich des unbußfertigen Sünders ist nicht bereit, seinen Bräutigam „alter Mensch der Sünde“ gegen den neuen Bräutigam Jesus Christus einzutauschen. Hätte Herodes Johannes gegenüber seiner Frau vorgezogen, hätte er damit auch Christus gegenüber seiner Ehefrau und seiner innewohnenden Sünde bevorzugt. Das wäre für Herodes der Schritt zum Glauben an Jesus gewesen – er hat ihn leider nicht getan. Herodes riskierte durch die Tötung des Johannes Unruhen im Volk (nichts schlimmeres  gibt es eigentlich für einen Regenten als Dinge wie Unruhen, Aufstände, Rebellionen, etc.; das Volk hielt Johannes für einen Propheten, deshalb konnte seine Tötung Unruhen hervorrufen); das zeigt, wie viel mehr er seine Frau bzw. die Sünde liebte als Johannes.

Matthäus 14, 5 Und er (Herodes; R. B.) hätte ihn (Johannes; R. B.) gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten.

Hätte Herodes Gespräche mit Jesus geführt, wäre Jesus mindestens genauso respekteinflößend für ihn gewesen wie Johannes der Täufer (Markus 6, 20 Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein frommer und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern). Jedoch auch ohne Gespräche mit Jesus zu führen, war für Herodes klar, dass Jesus ein ähnlicher großer Mann Gottes wie Johannes sein musste. Herodes glaubte ja sogar, Jesus sei der auferstandene Johannes.

Markus 6, 16 Als es aber Herodes hörte (von den Zeichen und Wundern Jesu und seiner Jünger; R. B.), sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferstanden.

(Lukas stellt es so dar: Lukas 9, 7-9 7 Es kam aber vor Herodes, den Landesfürsten, alles, was geschah; und er wurde unruhig, weil von einigen gesagt wurde: Johannes ist von den Toten auferstanden; 8 von einigen aber: Elia ist erschienen; von andern aber: Einer von den alten Propheten ist auferstanden. 9 Und Herodes sprach: Johannes, den habe ich enthauptet; wer ist aber dieser, über den ich solches höre? Und er begehrte ihn zu sehen)

Doch jetzt war er nicht hin- und hergerissen zwischen Jesus und seiner Ehefrau (es sei denn, man versteht unter „seine Ehefrau“ seine innewohnenden Sünde, die metaphorisch durch seine Ehefrau Herodias dargestellt wird), sondern zwischen Jesus und dem Volk der Juden. Natürlich wollte Herodes den Juden eine Gunst erweisen, indem er Jesus tötete. Herodes wusste genau, dass „die Juden“ (eigentlich nur die große Zahl von unbußfertigen unter allen Juden) in Jesus nichts als einen Störfaktor sahen (das jüdische Establishment unterstellte Jesus sogar, er sei vom Teufel besessen). Herodes war so ein Egoist, hatte so eine große Liebe zu sich selbst, war so fokussiert auf seinen Nutzen, dass er bereit war um seiner guten Beziehungen zu den Juden (die unbußfertigen) willen, Jesus zu töten, von dem er wusste, dass er ein ähnlich großer Mann Gottes wie Johannes war. Das war auch der Grund, warum Jesus ihn „Fuchs“ nannte (Herodes war ein politischer Fuchs, ein gerissener Politiker). Vielleicht dachte Herodes zusätzlich noch, dass es auch um der Römer willen vorteilhaft wäre, Jesus zu töten – so dachten ja auch die jüdischen Führer. (übrigens musste Herodes auch bei einer Tötung von Jesus mit Unruhen unter dem Volk rechnen; das aber hätte er in Kauf genommen um der Verbesserung seiner Beziehungen zum jüdischen Establishments willen und zu dem unbußfertigen Teil der Juden).

Johannes 11, 48-50 48 Lassen wir (die jüdischen Führer; R. B.) ihn (Jesus; R. B.) so, dann werden sie (die gewöhnlichen Juden; R. B.) alle an ihn glauben, und dann kommen die Römer und nehmen uns Land und Leute. 49 Einer aber von ihnen, Kaiphas, der in dem Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts; 50 ihr bedenkt auch nicht: Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe.

(die Geschichte zeigt, dass die Juden als ganzes Volk Jesus dann doch ablehnten und nicht „alle an ihn glaubten“, wie man befürchtet hatte; das Gespräch der o. g. jüdischen Führer fand vor der Kreuzigung Jesu statt; sicherlich kamen viele Juden, die sonst gerne an Jesus geglaubt hätten bzw. ihn vor der Kreuzigung in Ehren hielten, mit seiner Kreuzigung nicht zurecht, die so gar nicht zum traditionellen Bild vom machtvollen Messias passte (es muss viele Juden vor den Kopf gestoßen haben, dass Messias Jesus sich ohne jegliche Gegenwehr kreuzigen ließ); wahrscheinlich ist noch heute Jesu Kreuzigung den Juden ein Ärgernis und hält sie vom Glauben an ihn ab).

Jesus lässt Herodes ausrichten: „Siehe, ich treibe böse Geister aus und mache gesund heute und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet sein; doch muss ich heute und morgen und am folgenden Tage noch wandern.“

Irgendwie scheint Jesus zu Herodes sagen zu wollen: „Solange ich meine Zeichen und Wundern nicht vor dir tue wie eine Art Disney-Jesus, sondern zur Ehre Gottes, bleibe ich auf Gottes Wegen und nichts, auch nicht der Tod, wird mir zustoßen ohne seine Zulassung.“ Jesus sagt gleichsam  zu Herodes: „Ich tue unbeschwert und sorglos meinen Dienst, fülle das Amt aus, das Gott mir gegeben hat; auch wenn du mich töten willst, kann mir in meinem treuen Dienst für Gott nur geschehen, was er zulässt.“ Weiter teilt Jesus Herodes praktisch mit, dass er als kleiner Erdenknilch ihn nicht töten könne, bevor seine Stunde aufgrund der Vorsehung Gottes gekommen sei („am dritten Tage werde ich vollendet sein; doch muss ich heute und morgen und am folgenden Tage noch wandern“). Genauso hätte Jesus Herodes auch mitteilen können: „Du kannst mich erst töten, wenn die Stunde gekommen ist, wo ich sterben will – vorher aber nicht.“ Das Klügste, was Jesus tun konnte, war, nicht zu Herodes zu gehen, um ihm einige Kunststücke vorzuführen, damit jener sein Freund würde, sondern außerhalb des Blickfeldes von Herodes Menschen zu heilen, das heißt Wunder zu tun zur Ehre Gottes, denn dadurch blieb er auf Gottes Wegen, auf denen nichts ohne Gottes Zulassung geschah.

In Lukas 13, 22-30 lesen wir Jesu Worte vom Ringen und der engen Pforte.

Hier in Lukas 13, 31-33 gibt Jesus ein Beispiel, wie man ringt. Jesus hätte leicht Herodes als Freund gewinnen können, wenn er ihm einige „Kunststückchen“ vorgeführt hätte (das zu tun, war für Jesus vielleicht wirklich eine Versuchung; siehe Anmerkung). Dadurch aber wäre Jesus zu einem Disney-Jesus degeneriert. Genau dem  hatte er ja bei seiner Versuchung in der Wüste widerstanden und das war die der Taufe des Johannes würdige Frucht der Buße für den Sohn Gottes (über normale Sünden musste er ja keine Buße tun, denn er war ohne Sünde): Nicht sein Sohn-Gottes-Sein zu missbrauchen, um seinem Mensch-Sein auszuhelfen. Nein, der Sohn Gottes wollte die Niedrigkeit und Hilflosigkeit, die zum Menschsein gehört, einmal voll auskosten. Zeichen und Wunder tat Jesus nur deshalb, weil er durch die Taufe des Johannes ordiniert war. Jesus war durch seine Ordination von Beruf Geistlicher (Apostel). Im Rahmen dieses Berufes tat er Zeichen und Wunder zur Ehre Gottes und zum Wohl der bußfertigen Sünder. Er tat aber keine Zeichen und Wunder um seiner selbst, um des Menschen Jesus von Nazareth willen (Jesus suchte weder den Applaus des Herodes noch den Applaus des Volkes – das war für ihn undenkbar, lag ihm unglaublich fern). Jesus ringt hier den Teufel, vertreten durch Herodes und seine Frau, nieder, indem er christlichen Grundsätzen folgt: Einem Christen, der treu auf Gottes Wegen geht, geschieht nichts ohne Gottes Zulassung – und: Alles hat seine Zeit, kann nur zu bestimmten Zeitpunkten geschehen.

Anmerkung:

Jesus  hatte kein sündiges Fleisch wie wir Menschen. Er musste nicht mit Lüsten, Begierden und sündigen Neigungen kämpfen wie ein normaler Mensch. Die Versuchungen Jesu waren anderer Art: Er war ständig versucht, seine Niedrigkeit als Mensch zu verlassen bzw. bei Problemen einfach seine göttliche Wunderkraft zu gebrauchen, was ein Missbrauch seiner göttlichen Kraft gewesen wäre. Gott aber wollte und er selbst auch, dass er menschliche Probleme mit menschlichen Mitteln löste – er sollte wirklich voll und ganz Mensch sein. Gab es keine menschliche Lösung, blieb nur das willige Leiden und Ertragen ohne Einsatz göttlicher Kraft.

 

Herodes und Johannes der Täufer

Matthäus 14, 1-12

1 Zu der Zeit kam die Kunde von Jesus vor den Landesfürsten Herodes. 2 Und er sprach zu seinen Leuten: Das ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten. 3 Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, gefesselt und in das Gefängnis geworfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, dass du sie hast. 5 Und er hätte ihn gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten. 6 Als aber Herodes seinen Geburtstag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel dem Herodes gut. 7 Darum versprach er ihr mit einem Eid, er wolle ihr geben, was sie fordern würde. 8 Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers! 9 Und der König wurde traurig; doch wegen des Eides und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es ihr zu geben, 10 und schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. 11 Und sein Haupt wurde hereingetragen auf einer Schale und dem Mädchen gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter. 12 Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn; und sie kamen und verkündeten das Jesus.

9 Und der König wurde traurig; doch wegen des Eides und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es ihr zu geben, 10 und schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.“

Warum wurde Herodes traurig?

Antwort:

Nicht weil er Mitleid mit Johannes hatte, sondern weil er befürchtete, die Tötung des Johannes würde Unruhen im Volk hervorrufen. Nichts schlimmeres gibt es für einen Regenten als Unruhen im Volk – „und was würden die Römer dazu sagen?“

Vers 5: Und er (Herodes; R. B.) hätte ihn (Johannes; R. B.) gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten.

Markus 6, 14-29

14 Und es kam dem König Herodes zu Ohren; denn der Name Jesu war nun bekannt. Und die Leute sprachen: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum tut er solche Taten. 15 Einige aber sprachen: Er ist Elia; andere aber: Er ist ein Prophet wie einer der Propheten. 16 Als es aber Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferstanden. 17 Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins Gefängnis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus; denn er hatte sie geheiratet. 18 Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, dass du die Frau deines Bruders hast. 19 Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es nicht. 20 Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein frommer und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern. 21 Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen und die Obersten und die Vornehmsten von Galiläa. 22 Da trat herein die Tochter der Herodias und tanzte und gefiel Herodes und denen, die mit am Tisch saßen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s geben. 23 Und er schwor ihr einen Eid: Was du von mir bittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs. 24 Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. 25 Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers. 26 Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen des Eides und derer, die mit am Tisch saßen, wollte er sie keine Fehlbitte tun lassen. 27 Und sogleich schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis 28 und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab’s dem Mädchen und das Mädchen gab’s seiner Mutter. 29 Und als das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

 

Wenn wir die beiden folgenden Abschnitte miteinander vergleichen, wird uns klar, was in Herodes vor sich ging und wie ihn Gott unterm Strich beurteilte.

Matthäus 14, 3-5

 3 Denn Herodes hatte Johannes ergriffen, gefesselt und in das Gefängnis geworfen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. 4 Denn Johannes hatte zu ihm gesagt: Es ist nicht recht, dass du sie hast. 5 Und er hätte ihn gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk; denn sie hielten ihn für einen Propheten.

Markus 6, 17-20

17 Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins Gefängnis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus; denn er hatte sie geheiratet. 18 Johannes hatte nämlich zu Herodes gesagt: Es ist nicht recht, dass du die Frau deines Bruders hast. 19 Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es nicht. 20 Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein frommer und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern.

Bei Matthäus heißt es, dass es Herodes eigener Wille war, Johannes zu töten („und er hätte ihn gern getötet“) und bei Markus heißt es, er wollte Johannes töten um Herodias, seiner Frau, willen. Herodias, Herodes‘ Frau,  wollte, dass Johannes nach seiner Gefangennahme sofort getötet würde – Herodes aber hatte Bedenken wegen Unruhen, die das im Volk auslösen konnte. Ein Stück weit konnte Herodes Johannes sogar sympathisch finden, wenn er ihn als unterhaltsamen, volkstümlichen Bilderbuch-Prediger sah. Es war alles nicht so schlimm, solange man auf der Ebene des „es war einmal vor langer Zeit …“ blieb. Johannes jedoch „hatte einen Fehler gemacht“ und das Unfassbare der heiligen Schrift (damals das Alte Testament), von dem Herodes sehnlichst wünschte, es bliebe unfassbar (wie ein unterhaltsames Märchen), in die Lebenswirklichkeit des Herodes projiziert. Das kostete Johannes buchstäblich den Kopf. In Form von Geschichten („es war einmal vor langer Zeit“) konnte sich Herodes für den Glauben begeistern, nicht aber wenn der Glaube etwas mit seiner eigenen Lebenswirklichkeit zu tun haben sollte – da wurde aus Begeisterung tiefe Abneigung bis hin zum Hass.

In der Lebenswirklichkeit des Herodes gab es nun einmal seine Frau Herodias und seine innewohnende Sünde. Herodias ist ein Bild auf die Sünde, das Böse an sich. Herodes und jeder Mensch ist ein Sünder. Aber es wäre falsch, zu sagen, der Mensch wäre Sünde. Höchstens vom Teufel könnte man sagen, er sei die personifizierte Sünde. Herodes war ein ganz normaler Mensch, indem er nicht „nur Sünde“ war, sondern hin- und hergerissen. Am Ende des Tages entschied er sich dann aber doch immer für das Böse, z. B. indem er seiner Frau folgte, Johannes zu töten. Hätten wir nur den Abschnitt aus Markus, käme Herodes mit einem blauen Auge davon, der ein Opfer der List seiner Frau geworden war. Der vom heiligen Geist inspirierte Text von Matthäus aber und somit Gott sagt, Herodes habe Johannes aus eigenem Willen getötet. Die Schlussfolgerung für uns daraus besteht darin, dass Gott Herodes unterm Strich beurteilt wie einen, der Johannes aus eigenem Willen umbringen wollte. Die gewisse Sympathie oder vielleicht sogar Liebe des Herodes zu Johannes wird annulliert bzw. sogar als Hass gerechnet, weil Herodes die Liebe zu seiner Frau bzw. die Liebe zu seiner innewohnenden Sünde, seinem „alten Mensch der Sünde“, viel mehr wert war, als die Liebe zu Johannes. Der natürliche Bräutigam des Ich des Menschen ist „der alte Mensch der Sünde“. Herodes war nicht bereit „den alten Mensch der Sünde“ gegen Christus einzutauschen bzw. Herodes war nicht bereit, die Beziehung zu seiner Ehefrau Herodias um Johannes‘ willen aufs Spiel zu setzen.

 

Folgender Abschnitt aus Lukas macht klar, dass unterm Strich Herodes vor Gott die volle Verantwortung trägt für alles, was Johannes angetan wurde.

Lukas 3, 19-20

19 Der Landesfürst Herodes aber, der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen alles Bösen, das er getan hatte, 20 fügte zu dem allen noch dies hinzu: er warf Johannes ins Gefängnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Christliche Kirche kritisiert Minister Jens Spahn für seine „Ehe“ mit einem Mann

Zunächst soll Jens Spahn nicht dafür kritisiert werden, dass er nun einmal so ist, wie er ist. Kaum kann man ihm widersprechen, wenn er sagt, er sei nun mal so geboren.

Siehe: Jens Spahn im Interview zur Homo-Ehe: „Ich bin schwul geboren worden“

Es entspricht durchaus dem Befund der Bibel, dass der ungetaufte Mensch bzw. der natürliche Mensch nichts weiter als „sündiges Fleisch“ ist (wenn ich einmal eine Formulierung gebrauchen darf, die ziemlich mittelalterlich klingt – ich weiß). Der natürliche Mensch ist zu jeder Sünde fähig. Mit seiner Aussage „ich bin schwul geboren“ bewegt sich also Jens Spahn durchaus auf dem Boden der Bibel, bewusst oder unbewusst.

Jens Spahn jedoch wurde als Kind (Säugling) sakramental getauft und diese Taufe ist gültig. Wie wir von Dietrich Bonhoeffer wissen, ist die Taufe ein Ruf in die Nachfolge, d. h. auf Jens Spahn „lastet ein Alpdruck“, Jesus Christus nachzufolgen. Dass Jens Spahn bis dato dem Ruf in die Nachfolge nicht nachkommt, ist daran offenbar, dass er mit einem Mann „verheiratet“ ist (die Anführungszeichen deswegen, weil eine Ehe zwischen Mann und Mann eigentlich gar nicht existiert, von Gott nie eingesetzt wurde wie die Ehe zwischen Mann und Frau). Anders ausgedrückt: Jens Spahn lebt gegen seine Taufe, gegen eine Wirklichkeit, die unabänderlich zu seinem Leben gehört. Durch nichts und niemand kann Spahn’s Taufe rückgängig gemacht werden. Allerdings ererben nur jene Menschen das ewige Leben, die aus der Kraft ihrer Taufe tatsächlich als Christen leben bzw. Jesus nachfolgen – dazu gehört auch die Keuschheit bzw. Meidung von Unzucht (Homosexualität ist Unzucht). Kurz gesagt: Wenn auch niemand die Taufe von Jens Spahn mehr rückgängig machen kann, so ist sie doch kein Freifahrschein in den Himmel.

Eines ist mir sehr, sehr wichtig:

Jens Spahn soll hier nicht dafür kritisiert werden, dass er von Natur aus homosexuell ist, sondern dafür, dass er nicht an Jesus Christus glaubt (er selbst allerdings würde behaupten, er glaube an Jesus Christus). Wie gesagt, Glaube an Jesus und Unzucht sind unvereinbar. Wer mutwillig  unzüchtig lebt, der darf nicht von sich behaupten, er glaube an Jesus Christus. Die Kritik der christlichen Kirche an Spahn’s „Ehe“ mit einem Mann ist also eigentlich eine Kritik an seinem Unglauben, der durch seine Pseudo-Ehe zum Ausdruck kommt.

Was seine natürlichen Veranlagungen angeht, könnte sozusagen jeder Mann von sich sagen, er sei schwul geboren. Es könnte auch jeder von sich behaupten, er sei mit diktatorischen Neigungen geboren. Es könnte auch jeder von sich behaupten, er sei mit einer Neigung zur Geldgier geboren. Unendlich tief sind die Abgründe des „sündigen Fleisches“. Der Gott der Bibel, der christliche Gott, verurteilt niemand für seine natürlichen Neigungen, sondern bietet jedem Erlösung an. Verwerflich ist also nicht irgendeine konkrete sündige Neigung eines Menschen an sich, sondern verwerflich ist, wenn er nicht glauben will, sich nicht erlösen lassen will. Gottes Liebe zu uns Sündern wurde offenbar durch die Gabe seines Sohnes. Gott hat Verständnis für unsere natürliche Schwäche, deshalb gab er seinen Sohn, damit wir uns ändern können. Das Verständnis Gottes für unsere Schwäche kommt nicht in einem Unter-den-Teppich-kehren zum Ausdruck (Jesus als reiner Sündenbock; sein Opfer als reines Sühneopfer ohne den Aspekt der Befreiung von Sünden), sondern darin, dass Gott uns maximale Hilfestellung gibt, unsere Schwäche zu überwinden (Jesu Opfer am Kreuz auch als Werk der Erlösung). Nur wenn wir seine Hilfe nicht annehmen, trifft uns sein vernichtender Zorn.

Nun könnte man fragen, wie Gott dazu käme, sich rauszunehmen, bestimmte Dinge als Sünde zu bezeichnen, wie z. B. die Unzucht; ich führe im Folgenden eine Begründung dafür an, aber selbst wenn eine solche nicht existieren würde, täten wir doch gut daran, uns unter seinen Willen zu beugen, denn er sitzt nun mal am längeren Hebel, ist eben Gott.

Gott hat einen Feind: den Teufel. Es ist der Teufel, der Zugriff auf das „Fleisch“ des Menschen hat, d. h. jedes Mal, wenn ein Mensch sündigt, wird er sozusagen vom Teufel gesteuert, ist er ein Vollstrecker des Willens des Teufels. Dadurch wird es, finde ich, nachvollziehbar, warum für Gott bestimmte Dinge verwerflich sind, die der Mensch tut.

Spahn mag argumentieren, er schädige durch seine Neigung und seine Ehe mit einem Mann niemand und deswegen sei nichts Verwerfliches an seiner Neigung und seiner „Ehe“. Dem kann man zunächst kaum widersprechen. Wenn man allerdings den Befund der Bibel anschaut, dass ein gewisser Katalog von Handlungen des Menschen auf Wirkungen des bösen Geistes zurückgeht, dann wird doch nachvollziehbar, warum Gott sie als Sünde bezeichnet. Sünde ist in Gottes Augen deswegen Sünde, weil man sich damit sozusagen auf die Seite des Feindes Gottes schlägt.

Epheser 2, 1-3 1 Auch ihr (die Gläubigen zu Ephesus; R. B.) wart tot (geistlich tot; R. B.) durch eure Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht (der Teufel; R. B.), nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. 3 Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern. (diese Zeilen schrieb der Apostel Paulus an die Epheser)

Wir alle empfinden einen Ekel, wenn wir den Geruch von Kot, Kloake oder einer Kläranlage wahrnehmen. In gleicher Weise empfindet Gott einen Ekel, wenn wir sündigen. Es stinkt Gott sozusagen, wenn wir sündigen, denn wir lassen uns dadurch mit unreinen Geistern ein. Schade, dass wir kein Sinnesorgan für den „üblen Geruch“ unreiner Geister haben, sonst könnten wir wahrscheinlich Gottes Abneigung gegen Sünde besser verstehen.

Noch ist Zeit für Jens Spahn, im Einklang mit seiner kostbar-teuren Taufe zu leben. Auch für Jens Spahn gilt der Grundsatz, den Bonhoeffer formuliert hat und der auch mit dem Befund der Bibel übereinstimmt: Der Gehorsame glaubt und der Glaubende ist gehorsam; das  heißt Glaube existiert nur im Gehorsam. Wollte also Jens Spahn wirklich gläubig sein, dann müsste er sich scheiden lassen und umkehren von der Sünde der Homosexualität und von sonstigen Sünden. Übrigens kann er in diesem Zusammenhang überhaupt nicht das Argument bringen, er sei nun mal schwul geboren. Nein, denn würde er sich auf seine Taufe stützen, würde für ihn wirksam werden, dass er durch die Taufe mit Christus gestorben und mit Christus auferstanden ist. In dieser Kraft könnte er die sündigen Neigungen seiner menschlichen Natur, seines Fleisches, überwinden, einschließlich der Homosexualität. Da Spahn getauft ist, hat er keine wirklich Ausrede.

Würde Jens Spahn sich bekehren und an Jesus glauben, dann würde für ihn gelten:

Epheser 2, 4-10 4 Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns (Paulus und alle anderen Christen; R. B.) geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot (geistlich tot; R. B.) waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden –; 6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, 7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. 8 Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. 10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen

Wichtig:

Angenommen, Jens Spahn würde sich bekehren und von nun an als Christ leben wollen, dann wäre es durchaus nicht notwendig, ihn nochmals zu taufen. Es wäre sogar kriminell, ihn nochmals zu taufen. Nein, wenn Jens Spahn sich bekehren würde, würde man ihm sagen, er solle sich einfach auf seine kostbar-teure Kindertaufe beziehen und aus der Kraft dieser Taufe als Christ leben. Als Gläubiger würde er ziemlich schnell merken, dass es als Christ  nicht möglich ist, einer antichristlichen Kirche wie der römisch-katholischen Kirche anzugehören (übrigens ist die Taufe durch die römisch-katholische Kirche bzw. einen römisch-katholischen Priester gültig trotz der Tatsache, dass die römisch-katholische Kirche schon lange keine christliche Kirche mehr ist, sondern eine Erzfeindin der echten christlichen Kirche).

Eine Warnung an Jens Spahn:

Jens Spahn hat das Beispiel von Guido Westerwelle vorliegen, der eines grausamen Todes sterben musste, weil er sich nicht bekehren wollte (auch Guido Westerwelle war getauft). Gott hatte ziemlich lange Geduld mit Guido Westerwelle und hoffte auf seine Bekehrung. Gott wird aber Jens Spahn definitiv nicht so viel Zeit lassen wie Guido Westerwelle, eben weil Spahn das Beispiel von Westerwelle vorliegen hat und dadurch für Spahn sonnenklar sein muss, was Gott mit Unbußfertigen zu tun gedenkt. Jens Spahn sollte als noch heute umkehren von seinen Sünden, denn morgen kann es schon zu spät sein.

Siehe auch: Guido Westerwelle hat Leukämie

 

Homosexualität und Gottes Gericht über Deutschland in Form von Trockenheit

Die zunehmende Trockenheit in Deutschland, die ja allmählich sogar in eine Dürre-Katastrophe übergeht, hängt mit Sicherheit auch mit der Legalisierung des homosexuellen Lebensstils in Deutschland zusammen. Weniger ein Problem für Gott sind Leute, die eine homosexuelle Neigung haben als jene, die den homosexuellen Lebensstil legalisieren – das ist eine unvorstellbar schwere Sünde vor Gott, die ihn sehr, sehr zornig macht. Wir haben das Beispiel von Sodom und Gomorrha vorliegen, jener Städte, die Gott wegen ihrer Unzucht und ihres Götzendienstes vernichtete, und das Beispiel jener Völker, die vor dem alten Israel in Palästina lebten und auf Befehl und im Auftrag Gottes von Israel vernichtet wurden, weil sie unzüchtig und Götzendiener waren. Das Problem von Sodom und Gomorrha und jener Völker, die vor Israel in Palästina lebten, war nicht, dass es da ein paar einzelne Unzüchtige oder ein paar Götzendiener gab, sondern sie hatten sowohl Unzucht als auch Götzendienst legalisiert. Götzendienst war die öffentlich-rechtliche Religion, staatlich anerkannt, von stattlichem Wohlwollen begleitet und Unzucht wurde wahrscheinlich als gesegnete Handlung betrachtet, zurückzuführen auf die übersprudelnde Fruchtbarkeit, die die Götter einem schenkten.

Bitte registrieren: Viel, viel schlimmer als die Sünde der Homosexualität ist die Sünde der Legalisierung der Homosexualität. Hier macht sich z. B. der evangelische Bischof Heinrich Bedford-Strohm sehr schuldig. Er selbst lebt zwar in einer normalen Ehe mit einer Frau, ist aber für die Legalisierung der Homo-Ehe. Dadurch sündigt er wesentlich heftiger als jemand, der tatsächlich selbst den homosexuellen Lebensstil pflegt. Jesus Christus wird Bedford-Strohm am Tag seiner Wiederkunft „in Stücke hauen“ (falls Bedford-Strohm zu jener Zeit noch am Leben ist) und wird ihn am Tag des Weltgerichts mit Wucht in den Feuersee schleudern. Der Rauch seiner Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Wenn wir wollen, dass Gott die Trockenheit in Deutschland beendet, dann müssen wir unter anderem die Legalisierung des homosexuellen Lebensstils zurücknehmen. Die Homosexualität muss wieder an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden – da ist ihr Platz. Beachte bitte, dass die christliche Kirche wesentlich freundlicher mit Homosexuellen umgeht als die Muslime. Wenn die Muslime mehr politische Macht in Deutschland hätten, dann würden sie die Homosexuellen von Hochhäusern herunterwerfen. Die christliche Kirche aber will nicht den Tod des Sünders, sondern wünscht seine Bekehrung (die Bestrafung der Unbußfertigen überlässt die Kirche Gott und legt nicht selbst Hand an – außer der Ausschluss aus der Kirche, was auch eine sehr ernste Sache ist). Die säkulare Gesellschaft ist der Ort, wo die Sünder einigermaßen geordnet leben können bis zu ihrer Bekehrung oder ihrem Tod. Wollen allerdings die Sünder die säkulare Gesellschaft zum Normal erklären und die wahre Kirche zu einem Haufen Weltfremder oder Geisteskranker oder Lebensunfähiger, dann wird Gott die säkulare Gesellschaft ziemlich schnell abschaffen. Die säkulare Gesellschaft hat vor Gott nur eine Existenzberechtigung in ihrer Eigenschaft als Pool, aus dem immer wieder Menschen heraustreten  und gläubig werden (in die Kirche wechseln). Wenn aber die Bewegung von der säkularen Gesellschaft hin zur Kirche völlig unterbunden wird, dann verliert die säkulare Gesellschaft ihre Existenzberechtigung. Die gegenwärtige Dürre in Deutschland nimmt allmählich solche Ausmaße an, dass demnächst mit einem Zusammenbruch allen gesellschaftlichen Lebens in Deutschland zu rechnen ist, denn ohne das Lebenselixier Wasser geht buchstäblich nichts. Wir müssen uns also zwischen Legalisierung der Homosexualität und Beendigung der Trockenheit in Deutschland durch Gott entscheiden – wir können nicht beides gleichzeitig haben. In andern Worten: Es wird uns den Kopf kosten, wenn wir die Legalisierung der Homosexualität nicht zurücknehmen.

Außer der Rücknahme der Legalisierung des homosexuellen Lebensstils wären noch einige andere Hürden zu nehmen, damit Gott die Trockenheit in Deutschland zu Ende gehen lässt:

  • viel mehr Dank für gutes Wetter, guter Ernten, genügend Nahrungsmittel, Freiheit von Krieg, Freiheit von Ungeziefer, Freiheit von Seuchen, etc.
  • Abkehr vom Materialismus und gleichzeitig mehr Fragen nach Gott
  • Abkehr von der Unzucht bzw. Kriminalisierung unzüchtigen Verhaltens
  • viel mehr Schutz des ungeborenen Lebens bis hin zum totalen Verbot der Abtreibung
  • Abkopplung von den USA, da die USA der Hauptprotagonist von Materialismus und Unzucht auf Erden sind; auch hassen sie Gottes Sohn (diese Aussage gilt trotz gegenteiliger Lippenbekenntnisse von Amerikanern) und töten jedes Jahr unzählige unschuldige Föten und Embryos
  • mindere Religionen wie Islam, Buddhismus, Hinduismus, Bahai, etc. dürfen nicht länger als dem Christentum gleichwertig betrachtet werden, denn dies ist ein Verbrechen des Intellekts; wer sachlich-nüchterne Forschung betreibt, der muss anerkennen – wenn er ehrlich ist -, dass das Christentum bei weitem die besten historischen Grundlagen hat; das Christentum ist einfach eine Kategorie für sich bzw. die Religion schlechthin

Seit 1970 wurden in den USA sage und schreibe mindestens 45.151.389 Kinder, das heißt über 45 Millionen, im Mutterleib getötet. Das ist mehr als die Hälfte der Einwohnerzahl Deutschlands. Das Blut dieser Kinder schreit zu Gott und macht ihn zornig. Siehe hierzu Abortion statistics in the United States.

 

Ergänzung

Solange Jens Spahn sich nicht bekehrt, ist es aus der christlichen Kirche ausgeschlossen. Er muss jederzeit damit rechnen, dass Gott ihn durch Krankheit züchtigt. Jens Spahn ist wie einer, der auf dem Vulkan tanzt.

 

Papst Franziskus

Auch Papst Franziskus kann in dem Zusammenhang dieses Artikels nicht ungeschoren davonkommen. Durch seinen Ausspruch „Wer bin ich, dass ich richte (Chi sono io per giudicare).“ begrüßt er die Homosexuellen in der römisch-katholischen Kirche. Papst Franziskus heißt unbußfertige Homosexuelle in seiner Kirche willkommen, das heißt er legt ihnen die Buße über ihre Sünde der Homosexualität nicht nahe; indem Papst Franziskus die Homosexuellen nicht zur Buße aufruft, sondern ohne Buße in seine Kirche aufnimmt, macht er sich des Seelenmordes schuldig.

Warum macht er sich des Seelenmordes schuldig?

Aus der Sicht des christlichen Gottes sind homosexueller Lebensstil und Glaube an Jesus völlig unvereinbar, schließen sich gegenseitig aus. Papst Franziskus verhilft also den Homosexuellen dazu, sich in die eigene Tasche zu lügen; er bestärkt sie in ihrem Selbstbetrug: „Ich kann an Jesus glauben und gleichzeitig homosexuell sein.“ Am Tag des Weltgerichts wird es ein böses Erwachen geben für jene, die glaubten, sie könnten Christ und gleichzeitig homosexuell sein. Ihre Rechtfertigung, auch Papst Franziskus hätte so gelehrt, hätte sie in ihrem Glauben bestärkt, wird Gott nicht anerkennen, sondern sie in den feurigen Pfuhl schicken. Der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Siehe dazu folgendes Video:

 

 

 

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Angebot der christlichen Kirche an den Staat Israel bzw. das Volk Israel, für Regen zu beten

Es könnte ja einmal passieren, dass durch eine Naturkatastrophe wie z. B. ein Erdbeben, einen militärischen Angriff seitens einer feindlichen Macht oder ähnliches die Meerwasserentsalzungsanlagen des Staates Israel beschädigt oder sogar gänzlich zerstört würden. Auch bestünde die Möglichkeit, dass wegen stark steigender Energiepreise die Meerwasserentsalzung in dem Umfang wie heute nicht mehr weitergeführt werden könnte. Es wäre gar nicht so gottlos, für eine erzwungene Einschränkung der israelischen Meerwasserentsalzung  zu beten, denn dann wären die Israelis gezwungen, sich an den Gott Israels zu wenden und zwar in der richtigen Art und Weise; die Juden beteten zwar bereits zu Gott, dass er es wieder regnen lassen möge in Israel, aber er hat sie bisher nicht erhört. Er hat sie bisher deshalb nicht erhört, weil sie sich ihm nicht auf die richtige Art und Weise genähert haben – das müssen sie lernen. Gott würde ihre Gebete nur hören, wenn sie sich ihm endlich nach so langer Zeit auf die Art und Weise nähern würden, die er verordnet hat. Dazu wären allerdings fundamentale religiöse Umstellungen in Israel notwendig. Bis das erledigt ist, könnte die christliche Kirche für Israel einspringen und das Gebet um Regen vor Gott bringen.

Ich gebe ganz offen zu: Ich bete dafür, dass Gott eine signifikante Einschränkung der Meerwasserentsalzung der Israelis erzwingt – ich halte es dabei nicht für nötig, selbst „Hand anzulegen“, was ja auch strafbar wäre. „Lächerliche“ Gebete eines „religiösen Fanatikers“ aber sind doch wohl nicht strafbar.

Falls eines Tages die Menge entsalzten Meerwassers in Israel aufgrund des Eingreifens Gottes stark zurückgehen würde, wäre ich bereit, für Regen zu beten, falls man sich an mich wenden würde. Israel baut ja mittlerweile so sehr auf entsalztes Meerwasser, dass es bei starker Verringerung oder Ausfall der Produktion desgleichen dringend auf Wasser von oben, das heißt Regen, angewiesen wäre. Bei Ausfall oder starker Verringerung der Meerwasserentsalzung würde die israelische Führung sicherlich nach jedem Strohhalm greifen.

Ich halte mich nicht für einen Propheten oder dergleichen, sondern bin nur ein sündiger Mönch, der sich ganz auf seine neue Geburt aus Wasser und Geist, die sakramentale Taufe, stützt und alles versucht, sich durch die befreiende Kraft der Taufe zu bessern. Wer sich nämlich auf seine Taufe bezieht, für den wird es wirksam, dass er durch die Taufe mit Christus gestorben und mit ihm auferstanden ist – darin liegt die befreiende Kraft der Taufe. Meine sakramentale Taufe war sogar eine Kindertaufe bzw. Säuglingstaufe – kein Problem. Ich wurde als Säugling getauft und stütze mich jetzt auf diese Taufe – funktioniert einwandfrei.

Wenn es soweit ist (der Zeitpunkt des Eingreifens Gottes), wäre ich bereit, zu beten, dass Gott es zunächst 1 Jahr lang wieder normal regnen ließe in Israel ab einem gewissen Zeitpunkt und falls man den Regen tatsächlich auch dem Gott, zu dem ich gebetet habe, zuschreiben würde, wäre ich bereit, weiter zu beten. Falls allerdings gelästert würde, dass es einfach Zufall sei, dass es wieder normal regne, würde ich nicht weiter beten.

Das Ganze müsste natürlich das Volk Israel dazu führen, sich zu fragen, wie es sein könne, dass der Gott Israels das Gebet eines Christen erhört. Die Antwort wäre natürlich die, dass der christliche Gott der Gott Israels ist. Und wenn der Gott Israels viel eher das Gebet eines Christen erhört als das eines Juden, dann ist doch wohl augenscheinlich das Christentum die richtige Art und Weise, sich Gott zu nahen.

Siehe auch:

Gott gibt Israel keinen Regen – die Bedeutung der Geschichte von Elia, König Ahab und Isebel für unsere Zeit

Trockenheit in Israel – Juden beten für Regen, aber umsonst (drought in Israel – Jews pray for rain but in vain)

 

 

 

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Von der engen Pforte – Auslegung Lukasevangelium 13, 22-30

Lukas 13, 22-30

22 Und er ging durch Städte und Dörfer und lehrte und nahm seinen Weg nach Jerusalem. 23 Es sprach aber einer zu ihm: Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden? Er aber sprach zu ihnen: 24 Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und werden’s nicht können. 25 Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? 26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken und auf unsern Straßen hast du gelehrt. 27 Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir, ihr Übeltäter!28 Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen.29 Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. 30 Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.

Auslegung

Was meinte jener mit seiner Frage: „Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden?“

Antwort:

Er wollte damit sagen: „Jesus, es ist schön und gut, was du lehrst – aber wie soll man das in die Praxis umsetzen? Sehr, sehr schwierig.“

Im Folgenden kann Jesus nur zur Antwort geben, dass es tatsächlich sehr, sehr schwer sei, das Christentum zu praktizieren bzw. in die Praxis umzusetzen. Jesus war auf dem Weg nach Jerusalem (Vers 22, siehe oben). Was stand ihm da bevor? Antwort: Verspottung, Verspeiung, Geißelung und Kreuzigung. Das Gespräch Jesu mit seinem Vater im Garten Gethsemane macht deutlich, dass Jesus als Mensch sich das Leiden lieber erspart hätte, wo es möglich gewesen wäre – Jesus war also kein hirnamputierter Fanatiker, der gerne litt, der Leiden liebte, der litt um des Leidens willen – aber er ging dennoch den schweren Weg, weil sein himmlischer Vater ihm das nicht ersparen konnte. Jesus ging den schweren Weg, weil es eine sachliche Notwendigkeit gab, diesen Weg zu gehen. Genauso kann Gott auch dem einzelnen Christen so manches Leid nicht ersparen. Allerdings nicht, weil Gott will, „dass man es mag, zu leiden“ (das klingt schon so dämlich), sondern aufgrund von sachlicher Notwendigkeit. Nichts ist verwerflicher als folgende Denke: Christen leiden gerne, Christen müssen jubeln, wenn sie leiden dürfen. Das ist absoluter Quatsch. Nein, ein Christ ist bereit zu leiden, wenn es eine sachliche Notwendigkeit dafür gibt, aber er leidet nicht um des Leidens willen.

Was ist die enge Pforte?

Alle Religionen dieser Welt außer dem Christentum, das dem Befund der Bibel entspricht, wollen es dem Menschen ermöglichen Herrlichkeit hier (auf Erden) und Herrlichkeit dort (die kommende Welt) zu haben. Nach der christlichen Lehre ist es aber so, dass man oft (allerdings nicht immer) auf Herrlichkeit hier verzichten muss, um Herrlichkeit dort zu haben. Durch die enge Pforte geht man ein, wenn man das Christentum auf der Grundlage des Befundes der Bibel allen anderen Religionen vorzieht, denn alle Religionen dieser Welt außer dem wahren Christentum liefern eine Rechtfertigung für die Sünde, statt eine sittlich-moralische Besserung des Sünders zu bewirken.

Hebräer 11, 24-27

24 Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr Sohn der Tochter Pharaos heißen, 25 sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden, als einen flüchtigen Genuss der Sünde zu haben, 26 und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung. 27 Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn.

Für Mose war ganz klar, dass er nicht gleichzeitig den Reichtum Ägyptens genießen und an den Gott Israels glauben konnte. Beides war unvereinbar, denn der Genuss der Reichtümer Ägyptens wäre mit Sünde einhergegangen.

Wenn man heute Karriere machen will, muss man sicher in vielen Fällen immer wieder mal fünf gerade sein lassen. Dies aber ist mit dem Glauben unvereinbar – ich will aber damit nicht jedem Christen, der doch Karriere gemacht hat und gleichzeitig von sich sagt, er sei gläubig, unterstellen, er habe Kompromisse gemacht und den Glauben in Wirklichkeit verleugnet; sicherlich kann in seltenen Fällen ein Christ Karriere machen, ohne den Glauben zu verleugnen. Allerdings halte ich das in der jetzigen Zeit für sehr, sehr schwer – aber dennoch, ich will niemand richten, niemand etwas unterstellen.

Normalerweise wird es aber heute so sein, dass einer sich als Christ bezeichnet und gleichzeitig die Mauscheleien der Welt mitmacht (er ist dann in Wirklichkeit ein Pseudochrist oder ein falscher Christ). Am Sonntag in der Kirche hört er z. B. von seinem evangelischen Pastor immer wieder den Satz: „Jesus hat die Rechnung bezahlt, als er am Kreuz für uns starb.“ (andere Religionen mögen andere Rechtfertigungen liefern). Er sagt sich: „Wenn Jesus die Rechnung im Voraus bezahlt hat, dann kann ich trotz der Mauschelei am Arbeitsplatz, die ich mitmache, Christ sein; außerdem, wovon soll ich leben, wenn ich kündige?“

Das Ringen besteht darin, an der Erkenntnis festzuhalten bzw. zu der Erkenntnis durchzudringen, dass mein Glaube mit Nachfolge bzw. Gehorsam einhergehen muss. Die Kalkulation: „Jesus hat die Rechnung im Voraus bezahlt, …“ ist einem treuen Christen nicht erlaubt. Davon gilt es, sich zu reinigen. Das ist wirklich ein Ringen, denn sogar der Pfarrer sagt ja: „Keine Sorge, alles vergeben – bleib‘ an deinem Arbeitsplatz und integrier‘ dich.“ Gerade heute sind praktisch ganze Branchen mafiotisch und ein Wechsel des Arbeitgebers bringt nicht viel bis gar nichts. Gerade heute bleibt dem treuen Christen wahrscheinlich nur noch der Weg in die Wüste (das meine ich wörtlich, nicht metaphorisch), um dort sehr bescheiden als Eremit (Einsiedlermönch) zu leben (ich meine das wirklich ernst). Heute hat die Nachfolge einen sehr, sehr hohen Preis. Allerdings wird das Ganze durch den Glauben an einen Gott, der Wunder wirken kann auch in der Wüste, abgemildert. Auch das gehört zum Ringen: den Glauben aufzubringen, dass Gott einen versorgt auch außerhalb des Systems der Arbeitsteilung.

Durch die enge Pforte geht man, wenn man nicht irgendeine der Religionen dieser Welt wählt, die eine Rechtfertigung für die Sünde liefern, wodurch man vermeintlich hier und dort zu Rande kommt, sondern die wahre Religion, das Christentum. Der Christ ist geleitet vom Heiligen Geist; dadurch erfüllt er das Gesetz (der Thora), was viel mehr ist als das (jüdische) Halten des Gesetzes. Das vom Geist geleitete Leben eines Christen wird nicht regelmäßig mit den zehn Geboten in Konflikt kommen. Den Geist empfängt man durch die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe, wobei der Geist einen nur dann erfüllt, wenn man bereit ist, aus der Kraft seiner Taufe wirklich als Christ zu leben. Der Christ glaubt, lebt im Glauben, indem er aus der Kraft seiner Taufe gehorsam ist (es ist tatsächlich so: „Glauben“ bedeutet, aus der Kraft seiner Taufe gehorsam zu sein). Ein „Christentum“ allerdings, das die Taufe zu einem Freifahrschein in den Himmel herabwürdigt, gehört zu den Religionen dieser Welt – wer das erwählt, geht nicht ein durch die enge Pforte. Die Taufe als Freifahrschein in den Himmel ist nichts weiter als eine von den vielen Rechtfertigungen für die Sünde. Wer die Taufe so sieht, wird auch niemals vom heiligen Geist erfüllt.

Matthäus 7, 12-14

12 Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. 13 Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind’s, die auf ihm hineingehen. 14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind’s, die ihn finden!

(Jesus sagt hier praktisch, dass jemand dann durch die enge Pforte (zum Leben) eingeht, wenn er eine Religion hat, die dazu führt, dass er in Tat und Wahrheit im Alltag nach folgendem Grundsatz lebt: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“; durch die weite Pforte der Verdammnis gehen jene, die eine Religion haben, die irgendeine Bedeckung (Rechtfertigung) für handfeste Sünden gegen den Nächsten liefert – sie sündigen auch tatsächlich im Alltag gegen ihre Mitmenschen, fügen ihren Mitmenschen Leid zu; dies mag der Grund dafür sein, warum jegliche Form der Religion im Laufe der Zeit so in Verruf kam – oft waren Religiöse noch schlechter und verkommener als solche, die gar keine Religion hatten)

„Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“

Das Problem ist, dass dieses umfassende Gebot heute am Arbeitsplatz nicht eingehalten wird. Zum Beispiel soll man am Arbeitsplatz um der Produktivität willen religiös und sexuell sehr tolerant sein, denn Teamplayer sind produktiver (mangelnde Toleranz würde zu Konflikten zwischen den Angestellten führen, was schädlich für die Produktivität wäre). Ich in meiner Eigenschaft als Christ könnte aber z. B. einem Muslim oder einem Hindu gegenüber nicht so tun, als ob ich seine Religion als der meinen gleichwertig erachten würde – das wäre Heuchelei und Abfall vom christlichen Glauben. Ich könnte auch einem homosexuellen Kollegen nicht bestätigen, dass er trotz seiner Homosexualität in den Himmel kommen wird bzw. Christ sein kann. Am Arbeitsplatz kommt also mein Glaube heftig in Konflikt mit den Forderungen des Arbeitgebers, der die Produktivität durch sexuelle und religiöse Toleranz der Angestellten maximieren will. Außerdem werden dem Kunden, der für mich als Christ auch mein Nächster ist (ich soll nicht nur meine Kollegen und meinen Chef lieben, sondern auch den Kunden und sonstige), Nachteile bzw. Mängel des Produkts verschwiegen, das man ihm verkaufen will. Außerdem entstehen bei der Herstellung von Gütern oft Gefahrenmomente für Dritte bzw. Unbeteiligte – auch sie sind meine Nächsten, die ich lieben soll (das heißt ich soll suchen, Schaden von ihnen abzuwenden). Ich kann nicht um des Profites meines Arbeitgebers willen das Leben und die Gesundheit von Unbeteiligten gefährden; das wäre falschverstandene Liebe zum Arbeitgeber. Nein, es muss einen Ausgleich zwischen der jeweiligen Liebe zu allen Beteiligten geben – das ist christlich.

Kurz gesagt: Durch die enge Porte geht man, wenn man sich nicht irgendeine Rechtfertigung für bewusste Sünden sucht und somit mutwillig sündigt, sondern durch die Kraft der sakramentalen Taufe Sünden tatsächlich überwindet – egal was es einen kosten mag (in materieller Hinsicht, in puncto Beziehungen, Macht, Ansehen, etc.)

Noch einmal:

Was will Jesus mit diesem Gleichnis sagen?

Was ist dieses „Ringen“?

Noch einmal die Frage: „Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden?“

Jesus antwortet darauf, der Grund dafür, dass nur wenige selig würden, wäre, dass die Leute einfach zu wenig in das Erlangen der Seligkeit investieren würden. Deshalb sagt Jesus: „ringet darum … .“ Es ist eine triviale Erkenntnis, dass man nur die Dinge erlangt, nach denen man sich ausstreckt, d. h. sich Mühe gibt, sie zu erlangen.

Der natürliche Mensch (ohne Taufe und Glaube) hat nicht den richtigen Glauben bzw. ist nicht gläubig (von Geburt ist der Mensch ungläubig). Und selbst wenn ein Kind sakramental getauft wurde, was sehr gut in sich selbst ist, wird es nur dann als Christ leben, wenn sein Umfeld (Eltern, Taufpate, Pfarrer, Gemeinde, etc.) es darüber aufklärt, dass die Taufe ein Ruf in die Nachfolge ist und dass in dem Ruf auch die Kraft liegt, nachzufolgen. Die natürlichen Gegebenheiten (das Umfeld des Menschen)  tendieren im Allgemeinen zum Unglauben bzw. das Natürliche ist der Unglauben – so ist unsere Welt beschaffen. Um sich über das Natürliche zu erheben, muss der Einzelne wirklich Kraft aufwenden. Sich über das Natürliche zu erheben, ist ein Ringen. Das gilt ja auch in anderen Bereichen, dass eine Kraftanstrengung notwendig ist, um sich über die Masse zu erheben.

Das Natürliche ist, hier auf Erden ein möglichst angenehmes Leben zu führen, ohne viel Widerstand. Übrigens ist eigentlich gar nichts dabei, wenn jemand ein angenehmes Leben führen will – das ist an sich nicht verwerflich. Es wird allerdings problematisch, wenn das nur auf Kosten anderer geschehen kann (das ist auf Erden leider die Regel). Das Ringen besteht auch darin, an das Gericht Gottes zu glauben, sich immer wieder das Gericht Gottes vor Augen zu halten, der einen Unterschied machen wird zwischen jenen, die alles für sich rausschlagen wollten auch auf Kosten anderer und jenen, die bereit waren, auf Dinge zu verzichten um ihres Nächsten willen, damit ihrem Nächsten kein Schaden entstünde.

Das Ringen besteht auch darin, den Herdentrieb zu überwinden. Die Masse wird immer den einfachen Weg gehen wollen. Es ist schwer, sich der Masse entgegenzustellen, eben ein Ringen.

Es scheint immer, die traditionelle Religion sei die richtige. Aber die richtige Religion ist nicht unbedingt die traditionelle, sondern jene, die gemäß des Befundes der Bibel ist. Auch das ist ein Ringen, dieses Denken zu überwinden, immer die traditionelle Religion sei die richtige (verwerflicher Konservativismus).

Auch das ist ein Ringen, besonders für Geistliche, nicht vor der Welt  zu stehen, bei der Welt Anerkennung zu suchen, sondern bei der Gemeinde.

26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken und auf unsern Straßen hast du gelehrt. 27 Und er wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? Weicht alle von mir, ihr Übeltäter!“

Es ist zu wenig, sich die Lehre Jesu nur anzuhören („auf unsern Straßen hast du gelehrt“), sondern sie muss dazu führen, dass man von einem Übeltäter zu einem Heiligen wird. Man soll auch nicht „vor ihm essen und trinken“, sondern zusammen mit ihm, das heißt man soll wirklich in Gemeinschaft mit Jesus leben.

28 Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen.29 Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. 30 Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“

Entscheidend ist nicht, dass man biologisch von Abraham abstammt, beschnitten ist, zum Volk der Thora gehört und den Sabbat hält, sondern dass man den Glauben Abrahams hat. Durch den Glauben Abrahams, der auch der christliche Glaube ist, wird man von einem Sünder zu einem Heiligen und zwar nicht nur stellungsmäßig, sondern auch im praktischen Leben, im Alltag. Jene aus Osten, Westen, Norden und Süden sind einfach Heiden (Nicht-Juden wie z. B. Deutsche, Engländer, Amerikaner, Franzosen, Italiener, Russen, Ungarn, Polen, etc.), die an Jesus glauben bzw. den Glauben Abrahams haben (Abraham war kein Anhänger des Gesetzesjudentums, sondern glaubte an einen Erlöser wie später die Christen). Sie stützen sich nicht auf ihre biologische Abstammung (von wem auch), irgendeine Beschneidung (sie sind ja sowieso nicht beschnitten), irgendeine Thora („Thora“ ist den meisten Heiden sowieso kein Begriff), etc., sondern lebten in der Heiligung durch den Glauben an einen Erlöser: Jesus Christus.

30 Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“

Wie sehr haben einstmals die Juden die Heiden (Nicht-Juden) verachtet (sie bezeichneten sie verächtlich als die Unbeschnittenen bzw. Gojim ), aber viele dieser Heiden werden ins Reich Gottes eingehen („Letzte werden Erste sein“) und viele Juden werden gar nicht hineinkommen („Erste werden Letzte sein“). Nicht das jüdische Volkstum macht’s, sondern der Glaube an Jesus.

Vor Christus waren die meisten Frommen auf Erden biologische Juden (jene hielten nicht am Gesetzesjudentum fest, sondern glaubten an einen Erlöser wie später auch die Christen), während die Heiden (Nicht-Juden) im Abfall verharrten. Insofern waren die Juden die Ersten bezüglich wahrer Frömmigkeit (natürlich waren auch in alttestamentlicher Zeit nicht alle Juden fromm, aber doch viele im Vergleich zu den Heiden). Nach Christus aber hatten wir genau umgekehrte Verhältnisse: Die meisten Frommen auf Erden waren nun biologische Heiden (Nicht-Juden), während die biologischen Juden im Abfall verharrten (die Juden hielten am Gesetzesjudentum fest und lehnten das Evangelium von Jesus mehrheitlich ab, während es unter den Heiden großen Anklang fand). Trotz der Tatsache aber, dass bei den Heiden das Evangelium großen Anklang fand, wurden sie von den Juden weiter als Letzte betrachtet. Durch die Annahme des Evangeliums wurden aber viele Heiden in Gottes Augen zu Ersten. Schon als Gott sein Volk besuchte in der Person seines Sohnes Jesus Christus hatte sich das Volk Israel seit einiger Zeit eine Religion zugelegt, die nichts mehr mit wahrer Frömmigkeit zu tun hatte: das Gesetzesjudentum (Stolz auf die biologische Abstammung von Abraham, die Beschneidung, die Zugehörigkeit zum Volk der Thora und die Sabbatheiligung). Das Gesetzesjudentum hielt das Volk Israel von dem Glauben an einen Erlöser ab. Die Juden sind allerdings so davon überzeugt, dass das Gesetzesjudentum die wahre Religion sei, dass sie sich noch immer für die Ersten halten. Am Tag des Weltgerichts werden sie merken, dass Gott das Gesetzesjudentum als das Letzte betrachtet, als Dreck, und Gott wird sie nicht in sein Reich lassen, das heißt sie werden Letzte sein. Die in ihren Augen Erste werden in Gottes Augen Letzte sein und die in den Augen der Juden Letzte werden in Gottes Augen Erste sein.

Ergänzung

Was Jesus in Lukas 13, 22-30 sagt, war natürlich zunächst auf die damaligen Juden gemünzt. Ihr Hauptproblem – was sie natürlich selbst nicht so sahen – war das Gesetzesjudentum, dass sie vom Glauben an Jesus abhielt. Nichtsdestotrotz steckt in Lukas 13, 22-30 auch eine Belehrung für uns Heidenchristen (Nicht-Juden, die an Jesus glauben) bzw. Heiden (Nicht-Juden). Wie die Juden durch das Gesetzesjudentum vom Glauben an Jesus abgehalten wurden, werden wir Heiden durch eine Anzahl verschiedener Religionen, die Religionen dieser Welt, vom Glauben an Jesus abgehalten. Teilweise handelt es sich dabei um Religionen, die durch Degeneration aus dem reinen Christentum entstanden sind: römischer Katholizismus, Protestantismus (Billige-Gnade-Protestantismus), evangelikaler Glaube, etc. Die Evangelikalen sind besonders weit weg, weil sie nicht einmal an der sakramentalen Taufe einschließlich Kindertaufe festhalten, sondern eine eigene, rein symbolische Taufe erfunden haben.; auch taufen sie sakramental getaufte Menschen noch einmal bzw. mit ihrer eigenen Taufe (Badertaufe), was kriminell ist. Auch die evangelische Kirche in Deutschland begibt sich zur Zeit auf eine „interstellare“ Reise, indem sie ihr Gottesbild ändert (Modalismus).

Vieles, was sich heute christlich nennt, hält nur noch an einer christlichen Tradition fest, die aber nichts mehr mit dem reinen Glauben an Jesus zu tun hat. Auch sie werden nicht Erste, sondern Letzte sein.

Natürlich werden Nicht-Juden auch durch Religionen wie Islam, Hinduismus, Buddhismus, etc. vom Glauben an Jesus abgehalten. Auch sie werden nicht Erste, sondern Letzte sein.

Auch die Anhänger von Weltanschauungen wie Sozialismus, Nationalsozialismus, Kommunismus, Kapitalismus, Aufklärung, etc. werden Letzte sein, das heißt Gott wird sie nicht in sein Reich lassen.

Weitere Ergänzung

Sicherlich sind Menschen aus dem Orient ziemlich stark an ihre Familien gebunden. Das würden wir als Europäer, deren Kultur mehr vom Christentum beeinflusst ist als die Kultur des Orients, vielleicht als Affenliebe bezeichnen. Und tatsächlich, ich bin völlig davon überzeugt, dass neben seiner falschen Religion (die er selbst natürlich als die richtige sieht) seine familiären Bindungen der Haupthinderungsgrund für einen Juden oder einen Muslim sind, Christ zu werden. Das ist so sonnenklar, dass man es nicht nachzuweisen braucht. Kein größeres Glück gibt es für einen Juden oder Muslim, wenn er einmal für eine längere Zeit durch irgendwelche Umstände aus seinem natürlichen Umfeld herausgerissen wird; wenn er einfach mal aus diesem Mief rauskommt.

Lukas 14, 25-26 25 Es ging aber eine große Menge mit ihm (Jesus; R. B.); und er wandte sich um und sprach zu ihnen: 26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern und dazu sich selbst, der kann nicht mein Jünger sein.

Jesus mehr zu lieben als die Verwandtschaft, indem er zum Christentum konvertiert, ist sicherlich ganz besonders für einen Orientalen ein Ringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Gleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig – Auslegung Lukasevangelium 13, 18-21

Lukas 13, 18-21

18 Er aber sprach: Wem gleicht das Reich Gottes, und womit soll ich’s vergleichen? 19 Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten säte; und es wuchs und wurde ein Baum, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen. 20 Und wiederum sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? 21 Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.

Auslegung

In Lukas 13, 1-17 finden wir die Geschichte vom Einsturz des Turmes von Siloah, das Gleichnis vom Feigenbaum und die Begebenheit mit der Heilung der gekrümmten Frau.

Unglück anderer soll nicht dazu führen, dass wir uns zu Richtern über sie aufschwingen, sondern uns selbst kritisch hinterfragen. Verschontbleiben von Unglück soll nicht dazu führen, dass wir allzu schnell schlussfolgern, wir hätten im Gegensatz zu Verunglückten das Wohlgefallen Gottes, sondern wir sollen das als den Erweis von Gottes Langmut und Geduld mit uns sehen, die ohne zukünftige Besserung auch das Unglück treffen könnte. Gott züchtigte jene Frau mit Gekrümmtsein, um sie dazu zu bewegen, sich vom richtenden, selbstgerechten Judentum abzuwenden und nach dem Erlöser Gottes auszustrecken.

Leider haben die Juden mehrheitlich die Botschaft von einem göttlichen Erlöser bzw. das Evangelium doch abgelehnt. Für sie war es befriedigender, an ihrer Abstammung von Abraham bzw. Jakob festzuhalten, ihrer Beschneidung, ihrem Haben des Gesetzes und ihrer Sabbatheiligung, statt sich von dem Erlöser Gottes befreien zu lassen von Sünde und Schuld.

Die Juden setzten Johannes dem Täufer, Jesus und den Aposteln und ihren Nachfolgern unglaublich hartnäckigen Widerstand entgegen. Das Christentum musste zunächst als etwas ganz unscheinbares, mickriges erscheinen. Für christliche Geistliche bestand die Gefahr, sich mit dem Judentum einzulassen, vielleicht Kompromisse einzugehen wegen seiner schieren Übermacht (wenn man auf das Äußerliche schaute). Deswegen bringt Jesus hier das Gleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig. Wenige Dinge sind unscheinbarer als ein Senfkorn oder ein Stück Sauerteig. Wenn man allein auf ihre Unscheinbarkeit schauen würde, könnte man glatt auf die Idee kommen, das Senfkorn gar nicht zu säen oder das Stückchen Sauerteig gar nicht unterzumischen – das aber hätte fatale Folgen. Ein Senfkorn und ein Stück Sauerteig jedoch haben es in sich – sie sind biochemische Wunderwerke. Was ihren biochemischen Informationsgehalt angeht, sind sie nicht nur groß, sondern sogar gigantisch. Und so sah auch äußerlich das Christentum am Anfang ganz klein und unscheinbar aus. Johannes der Täufer, Jesus und die Apostel machten nichts aus sich selbst, waren sanftmütig und demütig. Sie befassten sich gerne auch (aber nicht nur) mit jenen, die am Rand der jüdischen Gesellschaft standen. Von der Synagoge wurden sie abgelehnt bzw. verworfen. Schaute man aber auf den Inhalt der Botschaft, die verkündet wurde, musste klar werden, dass man sich von der äußerlichen Unscheinbarkeit nicht entmutigen lassen durfte. Hier gab es eine Kraft, die den Menschen von der Herrschaft des Teufels befreien konnte, hier gab es eine Kraft, die frei machen konnte von der Knechtschaft der Sünde und von Schuld. Die neue Religion, das Christentum, blieb nicht wie das Judentum im Äußerlichen stecken, sondern krempelte den Menschen komplett um, schenkte vollkommene Erneuerung des Menschen. Das Christentum war eine Religion mit Kraft, es war wirkungsmächtig.

Wir heute können auf die Geschichte zurückblicken und finden bestätigt, was Jesus durch das Gleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig ausdrückte: Das Christentum erfuhr tatsächlich eine nahezu globale Ausbreitung. Aus dem unscheinbaren Senfkorn wurde ein Baum bzw. das kleine Stückchen Sauerteig hat den ganzen Teig durchsäuert.

Leider geht das angenehme Gnadenjahr des Herrn heute zu Ende. Wir sehen, wie das Christentum „schrumpft“ und überall zurückgedrängt wird. Beinahe alles, was sich heute „christlich“ nennt, ist in Wirklichkeit pseudochristlich. Pseudochristlich sind z. B. die Evangelikalen (schändliche Wiedertaufe, die sie intern natürlich einfach Taufe nennen), die Protestanten (Predigt der billigen Gnade; sie bringen das „gewaltige“ Opfer der totalen Anpassung an die Welt), die Römisch-Katholischen (ihr Gott und Herr ist nicht Jesus Christus, sondern der Papst; auch wenn man das nur hinter vorgehaltener Hand zugibt), etc.

Beten wir, dass die Juden bald zum Glauben an Jesus kommen. Für sie gibt es noch eine Verheißung:

Römer 11, 25-27 25 Ich (Paulus; R. B.) will euch (Kirche zu Rom; R. B.), liebe Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist; 26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht (Jesaja 59,20; Jeremia 31,33): »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob. 27 Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.«

 

Ergänzung:

Einer könnte einwenden: Wenn heute das Christentum so schrumpft, dann hatte ja Jesus mit seinem Gleichnis vom Senfkorn und vom Sauerteig doch nicht ganz recht.

Darauf erwidere ich: Er hatte doch recht. Denn auch wenn heute das Christentum schrumpft, wird am Ende doch Gott der Herr über die ganze Welt werden. Durch das Christentum bot Gott dem Menschen an, ob er nicht freiwillig unter seine Herrschaft kommen wolle. Am Ende (nach Ablauf der Gnadenzeit) aber wird Gott seinen Herrschaftsanspruch mit Gewalt durchsetzen, denn es ist seine Welt – die Welt ist sein Eigentum.

Matthäus 13, 24-43

Vom Unkraut auf dem Acker

24 Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25 Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. 26 Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. 27 Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? 28 Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten? 29 Er sprach: Nein! Damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. 30 Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune.

Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut

36 Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. 37 Er antwortete und sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist’s, der den guten Samen sät. 38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen. 39 Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel. 40 Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird’s auch am Ende der Welt gehen. 41 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, 42 und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein. 43 Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre!

 

 

 

 

 

 

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Die Heilung einer verkrümmten Frau am Sabbat – Auslegung Lukasevangelium 13, 10-17

Lukas 13, 10-17

10 Und er lehrte in einer Synagoge am Sabbat. 11 Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. 12 Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, sei frei von deiner Krankheit! 13 Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott. 14 Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an denen kommt und lasst euch heilen, aber nicht am Sabbattag. 15 Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? 16 Sollte dann nicht diese, die doch Abrahams Tochter ist, die der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser Fessel gelöst werden? 17 Und als er das sagte, mussten sich schämen alle, die gegen ihn gewesen waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.

Auslegung

Diese Begebenheit muss man im Zusammenhang mit der Geschichte vom Einsturz des Turmes von Siloah sehen und dem Gleichnis vom Feigenbaum (Lukas 13, 1-9).

Es sollte deutlich werden, dass Unglücke nicht dazu führen sollen, dass man sich über Verunglückte erhebt und unterstellt, sie müssten extreme Sünder gewesen sein, wenn Gott solch großes Unglück über sie hereinbrechen ließ. Und man sollte das eigene Verschontbleiben von Unglück nicht so werten, als ob Gott großes Wohlgefallen an einem habe im Gegensatz zu den Verunglückten. Nein, Unglück anderer sollte man zum Anlass nehmen, sich selbst möglichst schnell zu bessern, damit es einen nicht eines Tages selbst träfe. Und das bisherige Verschontbleiben sollte man als Langmut und Geduld Gottes werten, der den unfruchtbaren Baum nicht abhaut, in der Hoffnung es würde noch ein fruchtbarer daraus.

Vielleicht ging die gekrümmte Frau einstmals mit gerecktem Halse einher und verurteilte andere, die einmal ein Unglück hatten. Vielleicht warf sie sich einstmals zur Richterin auf über jene, die der Turm von Siloah erschlagen hatte, und dachte bei sich selbst: „Jene Verunglückte müssen schlimme Sünder gewesen sein.“ Da geschah es, dass Gott sie beugte und sie konnte sich nicht mehr aufrichten. Sie hatte eine schwere Sünde begangen, indem sie sich so zur Richterin aufgeworfen hatte – da erniedrigte sie Gott, machte sie „klein“.

Da, als sie in die Gegenwart des sakralen Jesus kam, wurde es ihr vielleicht bewusst, dass sie gesündigt hatte, indem sie andere richtete und nicht sich selbst. Vielleicht erkannte sie in Seiner Gegenwart, dass das richtige Verhalten, wenn man Zeuge eines Unglücks wird, darin besteht, sich vorzunehmen, sich selbst zu bessern, um ggf. nicht auch selbst eines Tages von einem Unglück getroffen zu werden. Und weiter erkannte sie vielleicht, dass es nur Gottes Langmut war, der sie bis hierher hatte leben lassen und nicht schon abgehauen hatte als einen unfruchtbaren Baum.

Wie lange hatte sie sich stolz berufen auf ihre Abstammung von Abraham bzw. Jakob, auf ihre Zugehörigkeit zum Volk der Thora und auf ihre Sabbatheiligung. In der Gegenwart Jesu wird ihr das alles nichtig und leer und sie erkennt, dass sie eine Sünderin ist. Ihre konkrete Sünde war die Sünde der Anmaßung; sie hatte sich selbst zum Richter über andere aufgeworfen.

Ihre Krankheit war aber nicht Teil des vernichtenden Zornes Gottes, sondern des erziehenden. Die Krankheit sollte zu ihrem Heil dienen. Und da sie die Zucht annahm und bei Jesus Hilfe suchte, wurde ihr geholfen – Jesus heilte sie und vergab ihr gleichzeitig alle ihre Sünden (Heilung und Vergebung bildeten eine Einheit).

Gleichzeitig gab Jesus mit dieser Begebenheit allen Geistlichen ein Beispiel für die gottgemäße Sabbat- bzw. Sonntagsheiligung. Sabbat- bzw. Sonntagsheiligung besteht nicht im reinen Nichtstun, sondern im aktiven Gottesdienst. Und ein Gottesdienst par excellence ist es natürlich, wenn ein Sünder zum Glauben an Jesus findet und Vergebung und Befreiung von Sünden erfährt.

Interessant ist, dass die Frau 18 Jahre lang leiden musste, denn 18 Menschen waren bei dem Unglück von Siloah ums Leben gekommen. Die Frau hatte sich wahrscheinlich richtend über jene 18 erhoben – da legte ihr Gott für jeden Einzelnen der 18 ein Jahr Leid, ein Jahr Gekrümmtsein, auf, das heißt insgesamt 18 Jahre. Tun wir schnell Buße über unser böses Richten, damit uns nicht Ähnliches widerfahre wie jener Frau.

An dieser Begebenheit wird auch die Unfruchtbarkeit des Feigenbaumes, des Volkes Israel deutlich. Lieber hätten sie den Sabbat durch Nichtstun „gehalten“, als am Sabbat die Heilung eines Kranken zuzulassen. Dabei war das Heilen von Kranken bzw. die Errettung von Sündern die wahre Sabbatheiligung, wie sie sich der Gott Israels vorstellte.

Stellen wir  uns einmal ein streng katholisches Dorf in Oberbayern vor mit einer extremen Sonntagsheiligung. Ich stelle mir vor, ich wäre ein ordinierter Geistlicher der christlichen Kirche, der die Gabe des Heilens hätte. Ich führe raus auf dieses Dorf am Sonntag und würde einen Blinden sehend machen. Daraufhin würde ich von den strengen Katholiken jenes Dorfes zusammengestaucht, was mir einfiele, den Sonntag zu schänden. Sie, lieber Leser, als moderner, aufgeklärter Mensch würden Zeuge dieser Begebenheit. Sie würden doch sicherlich den strengen Katholiken Folgendes entgegenhalten: „Seid ihr verrückt, ihr rückständigen Fanatiker? Lasst den armen Mann in Frieden; er hat doch gerade etwas Gutes getan, indem er den Blinden heilte! Gibt es eine sinnvollere Sonntagsbeschäftigung als das?“

Es ist unglaublich, in welche Abgründe der geistigen Verfinsterung die Pseudoreligionen wie z. B. das Judentum oder der strenge Katholizismus den Menschen führen können. Er tut dann sogar Dinge, die gegen den gesunden Menschenverstand gerichtet sind – unfassbar.

Durch diese Begebenheit machte Jesus auch klar, wie er sich einen fruchtbaren Feigenbaum vorstellt: Nämlich ein Volk Israel, indem Menschen Buße täten über ihre Sünden und an Jesus glauben würden; auch sollten sie sich abwenden vom traditionellen Judentum.

„Tochter Abrahams“

Mit dieser Bemerkung bezog sich Jesus nicht auf die biologische Abstammung jener Frau, sondern auf ihren Glauben. Sie wurde geheilt, weil sie den Glauben Abrahams hatte. Wie Abraham nicht auf seinen sterblichen Leib schaute, sondern Gott glaubte, er könne ihm in seinem Alter noch einen Sohn geben, schaute auch sie nicht auf ihre innewohnende Sünde, ihren sündigen Leib, sondern auf Gott, der vergeben und befreien konnte. Abraham wurde überzeugt von der Liebe Gottes durch die Gabe des Isaak. Jene Frau wurde überzeugt von der Liebe Gottes durch den Sohn Gottes, Jesus. Durch das Evangelium von Jesus kehrte die Frau zurück in die Gemeinschaft des Herrn, des ewigen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat. Sicherlich hatte Jesus bei seinem Lehren in der Synagoge darauf hingewiesen, dass er das Lamm Gottes sei, das der Welt Sünde trägt. Hinter seiner Predigt stand seine sakrale Kraft.

(der Glaube jener Frau wurde möglich durch die sakrale Gegenwart Jesu; heute erfahren wir die sakrale Gegenwart Jesu bzw. Gottes durch die sakramentale Taufe einschließlich Kindertaufe; die Taufe hilft uns, wirklich zu glauben)

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Gleichnis vom Feigenbaum – Auslegung Lukasevangelium 13, 6-9

Lukas 13, 6-9

6 Er (Jesus; R. B.) sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. 7 Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, ich bin nun drei Jahre lang gekommen und habe Frucht gesucht an diesem Feigenbaum und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft? 8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn grabe und ihn dünge; 9 vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab.

Auslegung

Das Gleichnis vom Feigenbaum muss man im Zusammenhang sehen mit der Geschichte vom Einsturz des Turmes in Siloah. Sicherlich urteilten nicht wenige Juden folgendermaßen, wenn sie vom Einsturz des Turmes in Siloah hörten, bei dem 18 Menschen ums Leben kamen: „Jene müssen schlimme Sünder gewesen sein, sonst hätte Gott nicht dies Unglück über sie kommen lassen.“

Dies aber war eine typisch jüdische Deutung und dem Geist der neuen Religion, die Jesus predigte, diametral entgegengesetzt.

In Lukas 13, 1-5 lesen wir davon, wie Jesus zu einer ganz anderen Denkweise rät. Er empfiehlt angesichts des Unglücks von Siloah und jener, die dabei ums Leben kamen, an die eigene Schuld und Sünde zu denken und an das kommende (Welt-)Gericht. Er erwähnt zwar das kommende Gericht nicht wörtlich, aber es ist klar, dass er das meint, wenn er sagt: „Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.“ Wer weise war, warf sich also nicht zum Richter auf über jene Unglücklichen von Siloah, sondern schlug an seine eigene Brust und sagte: „Ich will mich nun beeilen, Buße zu tun über meine Sünden, damit mir nicht Ähnliches widerfahre.“ (einer Weisheit, die so sprach, konnte man allerdings nur teilhaftig werden durch Glauben an einen Erlöser und Abkehr vom traditionellen Judentum, das zur Selbstrechtfertigung führte)

In Lukas 13, 6-9 gibt Jesus mit dem unfruchtbaren Feigenbaum, der nicht gleich abgehauen bzw. eine Weile verschont wird, ein Bild auf die Langmut und Geduld Gottes mit den Sündern (die Juden waren alle Sünder, nur erkannten es viele von ihnen nicht)bzw. mit dem Volk Israel. Israel war ein unfruchtbarer Feigenbaum, denn es hing dem Gesetzesjudentum an. Das Gesetzesjudentum führte nicht zur Erlösung des Sünders, sondern führte dazu, dass die Leute in ihren Sünden verharrten. Man war schon ein guter Jude, wenn man auf das Folgende stolz war:

  • ein biologischer Nachkomme des Patriarchen Jakob bzw. Abrahams zu sein
  • beschnitten zu sein
  • „Haber“ des Gesetzes zu sein
  • die Heiligung des Sabbat

Die Lehre von einem Erlöser war den Juden völlig fremd – sie stützten sich ganz auf ihre natürliche Abstammung, auf ihr jüdisches Volkstum.

Indem die Juden ganz an dem Natürlichen festhielten und sich nicht nach einem Erlöser ausstreckten, blieben sie durch und durch Sünder – „sie waren nichts weiter als sündiges Fleisch.“

Johannes 3, 6 Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch;

Johannes 6, 63 Der Geist ist’s, der lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze.

Sie waren genauso wie die Heiden unter der Herrschaft eines bösen Geistes. Dieser Geist bewirkte es auch, dass sie selbstgerecht waren und gerne andere (scharf) richteten. Der natürliche Mensch ist einfach selbstgerecht und wirft sich gerne zum Richter über andere auf – das Judentum verstärkte diese natürliche Neigung des Menschen nur.

Kurz gesagt: Der Grund, warum bisher irgendeinem Juden in Israel nicht das gleiche Unglück getroffen hatte wie jene von Siloah, war die Langmut und Geduld Gottes. Gott wartete ab , ob aus dem Volk Israel nicht doch noch ein fruchtbarer Feigenbaum werden würde. Dass aber Gott den Feigenbaum bisher verschont bzw. nicht umgehauen hatte, lag nicht daran, dass er etwa Wohlgefallen an dem Feigenbaum an sich selbst gehabt hätte, sondern Gott hoffte auf eine zukünftige Verwandlung des Feigenbaumes von einem unfruchtbaren in einen fruchtbaren. Nur als Vorstufe eines fruchtbaren Feigenbaumes hatte der unfruchtbare Feigenbaum eine Existenzberechtigung.

Das Volk Israel bzw. jeder einzelne Jude war bisher nicht von einem Unglück in der Art dessen von Siloah getroffen worden, weil er oder das Volk vor Gott wohlgefällig waren, sondern weil die Langmut Gottes abwartete, ob sie nicht Buße tun und an einen göttlichen Erlöser glauben würden, denn durch Buße und Glauben würden sie ein fruchtbarer Feigenbaum werden.

Würden sie aber auch fernerhin nicht Buße tun, würde Gott sie abhauen/umhauen.

Matthäus 3, 7-12

7 Als er (Johannes der Täufer; R. B.) nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße! 9 Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen (Steine aus dem Flussbett des Jordan; R. B.) Kinder zu erwecken. 10 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 11 Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12 Er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine Tenne fegen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.

Apg 19, 4

4 Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus.

 

Eine Lehre für Geistliche (damit sie nicht Rückhalt bei der Welt – zur Welt gehört spirituell gesehen auch das Judentum – sondern bei der Gemeinde suchen; die Gemeinde besteht aus Judenchristen und Heidenchristen):

Der Grund, warum die Kirche (Menschen, die an Jesus glauben) unter den Juden so schwer wächst, ist der, dass sie eine unglaubliche Haftung an das Natürliche haben. Ihr natürliches jüdisches Volkstum scheint ihnen eine völlige religiöse Befriedigung zu geben, völlige religiöse Genüge. Trotz aller „Übermacht“ des Jüdischen sollte ein christlicher Missionar unter Juden, sich niemals dazu hinreißen lassen, seine Anerkennung beim Judentum zu suchen, sondern er sollte seinen Rückhalt in der Gemeinde haben und sei sie auch noch so winzig.

Hinweis: Ein Judenchrist ist ein biologischer Nachkomme der Patriarchen Jakob, der sich vom Judentum abgewendet hat und an Jesus glaubt.

 

 

 

 

 

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Der Turm von Siloah – Auslegung Lukasevangelium 13, 1-5

Lukas 13, 1-5

1 Es kamen aber zu der Zeit einige, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. 2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? 3 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen. 4 Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen sind als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? 5 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch so umkommen.

Auslegung

Die etablierte Religion in Israel zur Zeit Jesu war das (Gesetzes-)Judentum, das von einem bösartigen Geist des Richtens geprägt war. Es stand damit ganz im Gegensatz zum Geist Jesu, der ein Geist der Barmherzigkeit ist. Die Juden richteten sich gegenseitig bzw. die Sünder, aber Jesus hätte gerne jedem Einzelnen von ihnen die Chance gegeben, sich durch Seine Kraft zu bessern – das eben war Barmherzigkeit.

Zum bösen Geist des Richtens gehört es auch, zu glauben, Menschen, die ein Unglück ereilt, träfe der Zorn Gottes. Natürlich kann es hin und wieder tatsächlich der Fall sein, dass ein Unglück Ausdruck des Zornes Gottes ist. Das Unglück, das meinen Nächsten trifft, sollte mich aber dennoch nicht dazu bringen, mich über meinen Nächsten zum Richter aufzuschwingen und zu sagen: „Jener hat gesündigt, deswegen wird er jetzt von Gott gestraft.“

Nein, das Unglück meines Nächsten sollte mich dazu bringen, Gott für seine Langmut und Geduld mit mir zu danken. Angesichts meiner großen Schuld und Sünde danke ich Gott dafür, dass mich nicht das gleiche Unglück trifft wie meinen Nächsten und beeile mich, umzukehren von meinen Sünden.

Nicht jeden, der nicht Buße tut bzw. nicht umkehrt von seinen Sünden, wird noch zu Lebzeiten ein schweres, herkömmliches Unglück treffen wie jene, die vom Turm in Siloah erschlagen wurden. Es wird aber der Tag kommen, wo Gott jeden Menschen richten wird (das Weltgericht). Da wird das Unglück hereinbrechen über jeden, der bis zu diesem Tag nicht Buße getan hat über seine Sünden. Es ist sogar so, dass jene unbußfertigen Sünder, die bei der Wiederkunft Jesu am Leben sein werden (einige Zeit vor dem Weltgericht wird Jesus in der Gestalt Gottes auf Erden erscheinen), buchstäblich geschlachtet werden. Jesus selbst wird die Kelter treten, das heißt die Ungläubigen schlachten (natürlich fällt es uns schwer, das mit dem lieben Kindlein in der Krippe in Verbindung zu bringen, auf das wir Jesus fahrlässiger Weise eingeschränkt haben). Dieses Ereignis wird dem Ereignis von Siloah an Grausamkeit in nichts nachstehen.

Jesaja 63, 1-6 1 Wer ist der, der von Edom (eine Gegend südlich des Toten Meeres) kommt, mit rötlichen Kleidern von Bozra (ein Ort südöstlich des Toten Meeres im heutigen Jordanien), der so geschmückt ist in seinen Kleidern und einherschreitet in seiner großen Kraft? »Ich (Jesus; R. B.) bin’s, der in Gerechtigkeit redet, und bin mächtig zu helfen.« 2 Warum ist denn dein Gewand so rotfarben und dein Kleid wie das eines Keltertreters? 3 »Ich trat die Kelter allein, und niemand unter den Völkern war mit mir. Ich habe sie gekeltert in meinem Zorn und zertreten in meinem Grimm. Da ist ihr Blut auf meine Kleider gespritzt, und ich habe mein ganzes Gewand besudelt. 4 Denn ich hatte einen Tag der Vergeltung mir vorgenommen; das Jahr, die Meinen (die Frommen; R. B.) zu erlösen, war gekommen. 5 Und ich sah mich um, aber da war kein Helfer, und ich verwunderte mich, dass niemand mir beistand. Da musste mein Arm mir helfen, und mein Zorn stand mir bei. 6 Und ich habe die Völker zertreten in meinem Zorn und habe sie trunken gemacht in meinem Grimm und ihr Blut auf die Erde geschüttet.«

Jesaja 34, 1-7 1 Kommt herzu, ihr Heiden, und höret; ihr Völker, merkt auf! Die Erde höre zu und was sie füllt, der Erdkreis und was darauf lebt! 2 Denn der HERR ist zornig über alle Heiden und ergrimmt über alle ihre Scharen. Er wird an ihnen den Bann vollstrecken und sie zur Schlachtung dahingeben. 3 Und ihre Erschlagenen werden hingeworfen werden, dass der Gestank von ihren Leichnamen aufsteigen wird und die Berge von ihrem Blut fließen. 4 Und alles Heer des Himmels wird dahinschwinden, und der Himmel wird zusammengerollt werden wie eine Buchrolle, und all sein Heer wird hinwelken, wie ein Blatt verwelkt am Weinstock und wie ein dürres Blatt am Feigenbaum. 5 Denn mein Schwert ist trunken im Himmel, und siehe, es wird herniederfahren auf Edom und über das Volk, an dem ich den Bann vollstrecke zum Gericht. 6 Des HERRN Schwert ist voll Blut und trieft von Fett, vom Blut der Lämmer und Böcke, vom Nierenfett der Widder. Denn der HERR hält ein Schlachten in Bozra und ein großes Opfer im Lande Edom. 7 Da werden Wildstiere mit ihnen niedersinken und junge Stiere samt den Büffeln. Und ihr Land wird trunken werden von Blut, und die Erde wird triefen von Fett.

(Mit „Heiden, Völker, Volk“ ist die vom Glauben an Jesus abgefallene Menschheit gemeint; mit „Lämmern, Böcken, Widdern, Wildstieren, Stieren und Büffeln“ sind die einzelnen Menschen gemeint, die bis zur Wiederkunft Jesu nicht Buße getan haben und bei seiner Wiederkunft noch am Leben sind; das große Schlachtopfer Gottes wird in Bozra in Jordanien stattfinden)

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Beurteilung der Zeichen der Zeit: Wolke und Regen, Südwind und Hitze, Jesus und das Gnadenjahr des Herrn – Auslegung Lukas 12, 54-59

Lukas 12, 54-59

54 Er (Jesus; R. B.) sprach aber zu der Menge: Wenn ihr eine Wolke aufsteigen seht vom Westen her, so sagt ihr gleich: Es gibt Regen. Und es geschieht so. 55 Und wenn der Südwind weht, so sagt ihr: Es wird heiß werden. Und es geschieht so. 56 Ihr Heuchler! Über das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr urteilen; warum aber könnt ihr über diese Zeit nicht urteilen? 57 Warum aber urteilt ihr nicht auch von euch aus darüber, was recht ist? 58 Denn wenn du mit deinem Gegner zum Gericht gehst, so bemühe dich auf dem Wege, von ihm loszukommen, damit er nicht etwa dich vor den Richter ziehe, und der Richter überantworte dich dem Gerichtsdiener, und der Gerichtsdiener werfe dich ins Gefängnis. 59 Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den allerletzten Heller bezahlt hast.

Auslegung

Ich finde, der obige Abschnitt aus dem Lukasevangelium ist zunächst gar nicht so leicht zu verstehen; denn was soll die Beurteilung von Wetterereignissen damit zu tun haben, dass man jemand vor den Kadi zerrt.

Der obige Abschnitt wird verständlich, wenn wir daran denken, dass zur Zeit Jesu die etablierte Religion in Israel das (Gesetzes-)Judentum war. Das (Gesetzes-)Judentum basierte/basiert auf einer falschen Auslegung des Alten Testaments (Tanach). Was vielen nicht bekannt sein mag, aber dennoch der Wahrheit entspricht, ist die Tatsache, dass auch die Auslegung des Alten Testamentes zum Christentum und nicht zum (Gesetzes-)Judentum führt. Nicht nur die Auslegung des Neuen Testamentes führt zum Christentum bzw. ist das Christentum. Altes Testament und Neues Testament widersprechen sich in keinster Weise, sondern bilden eine Einheit.

Der Geist des Judentums ist ein richtender Geist im Gegensatz zum Geist des Christentums, der ein Geist der Barmherzigkeit ist. Natürlich war Jesus, der Stifter der christlichen Religion, beseelt vom Geist der Barmherzigkeit. Dieser Jesus nun kam in ein Land, Israel, das vollkommen von einem Geist des bösartigen Richtens beherrscht war. Insofern bedeutete Jesu Kommen nach Israel einen totalen Wetterumschwung, das Anbrechen einer neuen Zeit.

Jesus war gekommen, um das angenehme Gnadenjahr des Herrn auszurufen:

Lukas 4, 16-19 16 Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf und wollte lesen. 17 Da wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht (Jesaja 61,1-2): 18 »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, 19 zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«

(im Gegensatz zu den Juden richtete Jesus die Sünder, das heißt Arme, Gefangene, Blinde und Zerschlagene, nicht, sondern brachte ihnen Barmherzigkeit entgegen; seine Barmherzigkeit bestand darin, den Sündern eine Chance zu geben, sich durch Seine erlösende Kraft zu bessern; die Sünde einfach unter den Teppich kehren, wollte auch Jesus nicht)

Zur Zeit Jesu begann zwar das Gnadenjahr des Herrn, aber es war noch lange nicht zu seiner vollen Entfaltung gekommen. Dies stellte eine Gefahr dar für die Jünger und das Volk. Es konnte sein, dass sie allzu sehr auf die kleinen Anfänge schauten als auf das große Zukünftige. Es konnte sein, dass das Volk und die Jünger den neuen Glauben nicht genügend wertschätzten wegen der Macht des Etablierten, der Macht des Bestehenden, der Macht des allgemein Anerkannten. Da aber schafft der Vergleich mit den Wetterphänomenen Abhilfe: Vor dem kommenden Regen sieht man Wolken und vor der Hitzewelle dreht der Wind auf Süd, wobei es aber zunächst noch trocken bzw. kühl bleibt.  In gleicher Weise kam vor oder am Anfang des Gnadenjahrs des Herrn der bescheidene Jesus. Aber obwohl er nichts aus sich selbst machte, war doch klar, wer er war und welche Zeit er einläutete – Gott bestätigte ihn, indem er mitwirkte durch Zeichen und Wunder, Johannes der Täufer zeugte von ihm und schließlich erfüllte er viele Prophezeiungen aus dem Alten Testament. Uns, die wir viel später leben und den Ablauf der Geschichte vor Augen haben, fällt es leicht, die Dinge richtig zu beurteilen: Mit dem „unscheinbaren“ Jesus begann wirklich eine neue Zeit, denn das Christentum ergriff einen großen Teil der heidnischen Welt – das Gnadenjahr des Herrn wurde tatsächlich Wirklichkeit auf Erden.

Leider geht in unseren Tagen das Gnadenjahr des Herrn zu Ende und Gott fängt an, die Menschheit zu richten: Dürren, Stürme, Erdbeben, Seuchen, Kriege, Ungeziefer, Hungersnöte, etc. Über die alten Juden brach der Zorn Gottes (Vernichtung des Staates Israel durch die Römer) herein, weil sie mehrheitlich das Evangelium von Jesus ablehnten. Heute lehnen wir, die Heiden, das Evangelium von Jesus immer mehr ab – da blüht uns Ähnliches wie den alten Juden; nur dass heute Gott das Gericht selber ausführen wird im Gegensatz zum alten Israel, wo er die Römer als Werkzeug seines Zorns gebrauchte.

 

 

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