Die Bedeutung der Taufe des Frankenkönigs Chlodwig I. (auch Chlodovech oder Clovis genannt) für unsere Zeit

Eines der wichtigsten Ereignisse der europäischen wenn nicht der Weltgeschichte war die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig I. Die christlichen Wurzeln Europas gehen auf die Zeit der Taufe Chlodwigs zurück. Die Taufe Chlodwigs spielte eine entscheidende Rolle für die Zurückdrängung von Heidentum und Arianismus (der Arianismus ist eine Irrlehre bezüglich des rechtgläubigen Christentums). Chlodwig war seit seiner Taufe kein römisch-katholischer Christ (die römisch-katholische Kirche gab es damals noch gar nicht), sondern ein altkirchlicher (die alte Kirche war die allgemeine, weltweite, christliche Kirche, die schon lange vor der Entstehung der römisch-katholischen Kirche bestand; diese Kirche nannte man zur Zeit Chlodwigs „katholische Kirche“; zur Zeit des Chlodwig bedeutete das Wort „katholisch“ allerdings nicht „römisch-katholisch“, sondern universal-christlich; wenn wir im Gegensatz dazu heute das Wort „katholisch“ gebrauchen, meinen wir damit natürlich nicht „universal-christlich“, sondern römisch-katholisch; Chlodwig war also nicht römisch-katholisch, sondern universal-christlich). Lieber Leser, bitte halten Sie einen Moment inne und vergegenwärtigen Sie sich, dass es in Europa einmal eine echte christlichen Kirche gab, die nichts mit der verwerflichen römisch-katholischen Kirche bzw. Papstkirche von heute zu tun hatte. Die Lehre der christlichen Kirche zur Zeit Chlodwigs fußte allein auf der Bibel. Im Gegensatz dazu hat sich die römisch-katholische Kirche von der Lehre auf der Grundlage des Befundes der Bibel verabschiedet. Leider existiert eine Kirche, wie sie zur Zeit Chlodwigs bestand und deren Lehre allein auf dem Befund der Bibel beruhte, heute nicht mehr. Die Grundlage für die Verdrängung des altkirchlichen Christentums durch den römischen Katholizismus legte Karl der Großedies sei zu seiner Schande erwähnt –, indem er den Bischof von Rom (Papst) als Oberhaupt der Kirche im Westen anerkannte (das war ein Sakrileg, denn damit trat der Papst im Bereich der römisch-katholischen Kirche in Konkurrenz zu Christus, der das unsichtbare Haupt der allgemeinen, christlichen Kirche ist). Die Ehre, die man heute fälschlicher Weise Karl dem Großen gibt, gebührt eigentlich Chlodwig I. In dem Maße wie die Welt durch Chlodwig gesegnet wurde, wurde sie durch Karl den Großen geschädigt. Es ist ein Skandal, dass man heute nicht Chlodwig, sondern Karl den Großen ehrt.

Obwohl Chlodwig als Erwachsener getauft wurde, war seine Taufe doch nicht das, was man heute häufig unter einer Erwachsenentaufe versteht. Die Taufe Chlodwigs war nicht die schändliche, rein symbolische Taufe der Evangelikalen, sondern eine kirchliche bzw. sakramentale Taufe: Chlodwig empfing  die Taufe zur Vergebung der Sünden; seine Taufe war die Taufe, die in der Bibel als die neue Geburt aus Wasser und Geist bezeichnet wird. Als Chlodwig getauft wurde, handelte Gott an ihm und machte ihn neu.

Trotz der Tatsache, dass er König war, musste Chlodwig befürchten, dass seine Taufe zu äußerst schweren Konflikten mit seinen fränkischen Volksgenossen und mit anderen germanischen Stämmen führen würde. Wenn man die Bekehrungsgeschichte Chlodwigs liest, die Gregor von Tours aufgeschrieben  hat (siehe seine „Zehn Bücher fränkischer Geschichte“), wird klar, dass er ein wenig damit zögerte, sich taufen zu lassen. Dies wahrscheinlich, weil er die genannten Schwierigkeiten befürchtete. Es ist Chlodwig als ein ausgesprochen großes Verdienst anzurechnen, dass er sich trotz der zu befürchtenden Schwierigkeiten taufen ließ. Chlodwig konnte vor seiner Taufe nicht wissen, dass der christliche Gott ihn nach seiner Taufe so reich segnen würde, sodass er ein ausgesprochen großes Reich erwarb (die Erwerbungen Chlodwigs sind nicht auf die übliche Raffgier der Fürsten oder sonstige niedrige Beweggründe zurückzuführen, sondern er gebot damit Heidentum und Arianismus Einhalt; die Eroberungen Chlodwigs waren also Gottesdienst bzw. Dienst für Gott; auch waren seine Eroberungen ein Segen für seine neuen Untertanen).

Über viele Jahrhunderte war in Europa die römisch-katholische Religion dominierend, doch heute herrscht in Europa und sogar weltweit der totale Materialismus (ein Übel hat das andere Übel abgelöst). Die völlige Fokussierung auf das Materielle ist aus christlicher Sicht nicht wertneutral, wie mancher meinen möchte, sondern scharf zu verurteilen. Der Materialismus ist deswegen zu verurteilen, weil er Götzendienst ist, die Anbetung des Götzen Mammon. Die ausschließliche Beschäftigung mit „Sachen“, was vordergründig sehr „sachlich“ erscheint, ist in Wirklichkeit etwas äußerst dämonisches. Manch einer mag rühmen, wir würden in einer Zeit leben, wo Wissenschaft und Technik den Vorrang haben, aber in Wirklichkeit leben wir in einer Zeit, die finsterer ist als das Mittelalter. Dem Teufel ist ein unglaubliches Bubenstück gelungen, er hat uns total verschaukelt.

Materialismus herrscht heute auch in Israel trotz der Tatsache, dass Israel auch „the Jewish State“ genannt wird. Israel ist in Wirklichkeit nicht ein Staat der Juden, sondern ein amerikanischer Vasallenstaat. Die eigentliche Religion Israels ist nicht das Judentum, sondern eine Art Zivilreligion, wie sie auch die Amerikaner haben (diese Zivilreligion ist geprägt von großer sexueller und religiöser Toleranz). Der durchschnittliche Israeli arbeitet bis zum Umfallen und konsumiert so viel er nur kann, so viel sein Budget erlaubt – der durchschnittliche Israeli ist völlig fokussiert auf Arbeiten und Konsumieren; es bleibt kaum Raum für andere Aktivitäten. Er ist ganz hingenommen davon, sein materielles Wohlleben zu steigern, Statussymbole  zu erwerben und vorzusorgen für die Zukunft. Religion ist für den durchschnittlichen Israeli absolute Nebensache. Natürlich würden sich heute die meisten Israelis als Juden bezeichnen, aber die Religion, die sie tatsächlich praktizieren, ist ein von der Zivilreligion überlagertes Judentum, also kein ursprüngliches Judentum.

Was allerdings der Welt zum Fluch gereicht, eben der Materialismus, könnte den Israelis bzw. Juden zum Segen gereichen. Es ist leichter, einen Menschen vom Materialismus zum Christentum zu bekehren als vom Judentum zum Christentum. Insofern wäre der Materialismus ein Segen für die Juden, wenn er auch kein Segen an sich selbst ist, sondern natürlich ein Fluch.

Warum ist der Materialismus keine Chance für die Nicht-Juden?

Die Nicht-Juden (Deutsche, Amerikaner, Engländer, Franzosen, Russen, etc.) hatten ihre Chance ja bereits. Konstantin der Große und Chlodwig machten das Christentum zu einer öffentlich-rechtlichen Religion. Nach der Etablierung des Christentums als legale Religion musste man im Allgemeinen nicht mehr befürchten, wegen seines Glaubens verfolgt zu werden und so war es ganz leicht, Christ zu werden. Natürlich, viele Nicht-Juden haben diese Chance genutzt und wurden Christen. Heute aber ziehen die Nicht-Juden den Materialismus dem Christentum vor – für die Nicht-Juden geht die christliche Ära in diesen Tagen zu Ende.

Wenn wir das Neue Testament lesen, sehen wir, dass nicht vorwiegend die gewöhnlichen Juden Jesus Christus ablehnten, sondern das jüdische Establishment. Vielleicht haben sich bis heute so wenige Juden  zum Christentum bekehrt, weil sie einfach blindlings ihrem Establishment folgten und wie das Establishment im Judentum verharrten.

Was also braucht Israel?

Was also brauchen die Juden?

Die Juden brauchen einen Führer, der sich vom Judentum bzw. Materialismus zum Christentum bekehrt und ihnen zum Vorbild wird, genauso wie Chlodwig den Franken zum Vorbild wurde. Das stellt die Verbindung von Chlodwig’s Taufe zu unserer Zeit her. Es könnte sich heute ein hoher israelischer Politiker oder General der IDF ein Beispiel an Chlodwig nehmen und zum Christentum konvertieren trotz der Tatsache, dass er damit rechnen müßte, dass ihm das sehr, sehr ernste Schwierigkeiten in Israel einbringen würde. Der Glaube würde aber auch darin bestehen, darauf  zu schauen, dass ja Chlodwig, der Schwierigkeiten zu befürchten hatte, doch gesegnet wurde. Das Beispiel Chlodwigs könnte Mut machen, doch ein Risiko einzugehen.

Lesen Sie dazu das Folgende:

Die Geschichte der Bekehrung Chlodwigs I. und seiner Taufe nach Gregor von Tours:

Zu dieser Zeit herrschte nach Childerichs Tode an seiner Stelle sein Sohn Chlodwig. Im fünften Jahr seiner Regierung zog er gegen Syagrius, den König der Römer, des Aegidius Sohn, der seinen Sitz in Soissons hatte, welche Stadt einst schon Aegidius beherrschte. Und mit Chlodwig zog sein Vetter Ragnachar, der auch ein Königreich hatte. Da forderte er, dass der Kampfplatz bestimmt werde. Syagrius aber zögerte nicht und scheute sich nicht, ihm Stand zu halten. Es kam zwischen beiden zur Schlacht, und als Syagrius sein Heer zurückgedrängt sah, wandte er sich zur Flucht und eilte spornstreichs nach Toulouse zum König Alarich. Chlodwig aber sandte zu Alarich, daß er den Syagrius ausliefere; wo nicht, werde er  mit bewaffneter Hand ihn angreifen, weil er einen Feind bewahre. Da fürchtete Alarich, er möchte seinethalben den Zorn der Franken auf sich laden (wie den Goten überhaupt zaghafter Art sind), und er lieferte Syagrius gefesselt dem Gesandten aus. Chlodwig ließ ihn in das Gefängnis werfen und heimlich mit dem Schwerte töten. Das Reich des Syagrius nahm er in Besitz.

Dazumal wurden viele Kirchen von Chlodwig’s Heer geplündert, denn er war noch vom heidnischen Aberglauben befangen. Es hatten auch die Franken aus einer Kirche einen Krug von wunderbarer Größe und Schönheit nebst den anderen kostbaren Kirchengeräten weggenommen. Der Bischof jener Kirche sandte darauf Boten zum Könige und bat, dass wenn er auch nichts andres von den heiligen Geräten wiedererlangte, seine Kirche doch mindestens diesen Krug zurückerhielte. Der König vernahm es und sprach zu dem Boten: „Folge mir nach Soissons, denn dort muss alles geteilt werden, was erbeutet ist; und wenn jenes Gefäß auf meinen Anteil fallen wird, so will ich tun, was der heilige Vater will.“

(Anmerkung von R. B.: An der Sache mit dem Krug sieht man, dass Chlodwig schon mit dem Christentum sympathisierte, als sein Heer noch christliche Kirchen plünderte. Er hatte zunächst nicht den Mut, die Plünderungen überhaupt zu untersagen, aber wenigstens den einen Krug wollte er zurückerstatten. An der Reaktion des fränkischen Soldaten sieht man, wie gefährlich es für Chlodwig war, sich dem Christentum zuzuwenden, denn für die heidnischen Franken hätte das Apostasie (Abfall vom germanischen Glauben) bedeutet. Schon nur den einen lächerlichen Krug an die gehassten Christen zurückzugeben, war dem heidnisch-fränkischen Soldaten etwas gänzlich Unerträgliches – vielleicht sah er darin gleichsam eine Beleidigung der germanischen Götter, die in seinen Augen den Franken den Sieg über die gallo-römischen Christen geschenkt hatten.) 

Darauf kam er nach Soissons, und es wurde die ganze Masse der Beute öffentlich zusammengebracht. „Ich bitte euch, tapfere Krieger, sprach der König, erzeigt mir die Gunst, mir außer meinem Teil auch jenes Gefäß zu geben.“ Er meinte nämlich den erwähnten Krug. Da sprachen, als der König solches gesagt, die Verständigen (das waren wahrscheinlich fränkische Soldaten, die ähnlich wie Chlodwig mit dem Christentum sympathisierten; R. B.): „Ruhmreicher König, es ist alles dein, was wir sehen, auch wir selbst stehen unter deinem Gebot. Tue jetzt, was dir gefällt, denn keiner kann deiner Macht widerstehen.“ Da sie dies sagten, rief ein leichtsinniger, neidischer und unbedachtsamer Mensch mit lauter Stimme: „Nichts sollst du haben, als was dir nach dem Recht das Los erteilt“, erhob seine Axt und schlug auf den Krug. Alle erstaunten darüber, der König aber trug diese Beleidigung mit Sanftmut und Geduld, nahm den Krug und gab ihn dem Boten der Kirche, bewahrte aber heimlich in seiner Brust den ihn angetanen Schimpf. Und als ein Jahr verflossen, ließ er das ganze Heer in seinem Waffenschmuck zusammenrufen, um auf dem Marsfeld sich im Glanz seiner Waffen zu zeigen. Als er aber hier alle durchmusterte, kam er auch an den, der auf den Krug geschlagen hatte, und sprach: „Keiner trägt so schlechte Waffen, als du, denn deine Lanze, dein Schwert und deine Axt ist nichts nütze.“ Und er nahm dessen Axt und warf sie auf die Erde. Jener neigte sich darauf ein wenig herab, um die Axt aufzuheben, da holte der König aus, und hieb ihm mit der Axt in den Kopf. „So, sagte er, hast du es zu Soissons einst mit dem Kruge gemacht.“

(die Handlung Chlodwigs mag uns hier „ein wenig“ grausam erscheinen, aber das war sie nicht wirklich; der fränkisch-heidnische Soldat hatte ein schweres Sakrileg gegen das Christentum begangen, welches Chlodwig, der innerlich schon mit dem Christentum sympathisierte, nun  in seiner Eigenschaft als oberster fränkischer Richter, der er als fränkischer König auch war, bestrafte, ohne sich ganz offen vor seinem Heer als Christ zu offenbaren – er nahm als offiziellen Anlass der Strafe die vernachlässigte Ausrüstung jenes Soldaten; R. B.)

Der Mann war tot. Die übrigen ließ er nach Hause gehen. Allen jagte er durch diese Tat eine gewaltige Furcht ein. Viele Kriege führte er fortan und gewann viele Siege. Im zehnten Jahr seiner Herrschaft griff er die Thüringer an und unterwarf sie seiner Botmäßigkeit.

Es lebte damals Gundevech, der Burgunderkönig, aus dem Geschlecht König Athanarich’s, von dessen Verfolgungen oben die Rede war. Gundevech aber hatte vier Söhne: Gundobad (Arianer; R. B.), Godegisel, Chilperich, und Godomar. Gundobad aber tötete seinen Bruder Chilperich mit dem Schwerte und ließ seine Gemahlin mit einem Stein um den Hals in das Wasser werfen (ich vermute, Gundobad töte Chilperich und dessen Frau, weil sie zum katholischen Christentum konvertiert waren; wie hätte sonst ihre Tochter Chrodichilde rechtgläubige bzw. katholische Christin sein können; R. B.). Ihre beiden Töchter aber verbannte er vom Hofe, die ältere Crona mit Namen wurde Nonne, die jüngere hieß Chrodichilde. Da aber Chlodwig oftmals Botschaft sandte in das Burgunderland, sahen seine Boten einst Chrodichilde, die Jungfrau; und da sie fanden, dass sie schön und verständig sei, und in Erfahrung brachten, dass sie von königlichem Geschlecht, meldeten sie dies König Chlodwig. Und sofort schickte er eine Gesandtschaft an Gundobad und hielt um ihre Hand an. Jener scheute sich ihn abzuweisen und übergab den Boten die Jungfrau. Als die sie erhalten, eilten sie zum Könige und stellten sie ihm vor. Da er sie sah, fand er großes Wohlgefallen an ihr und nahm sie zur Ehe, er hatte aber schon vorher von einem Kebsweibe einen Sohn mit Namen Theodorich.

Als nun dem Könige der erste Sohn geboren wurde von der Königin Chrodichilde, wollte sie ihn taufen lassen, und sie drang deshalb unaufhörlich in ihren Gemahl und sprach: „Ohnmächtig sind die Götter (der Germanen; R. B.), denen ihr dienet, denn sie können sich und andern nichts nützen, dieweil sie sind ein Gebilde aus Stein, Holz und Erz. Und die Namen, die ihr ihnen beigelegt, gehörten einst Menschen an, nicht Göttern: wie Saturnus ein Mensch war, der seinem Sohne entronnen sein soll, damit er nicht sein Königreich verliere, und wie Jupiter selbst, der allerschmutzigste Eheschänder, der Männer schändete, Weiber, die ihm blutsverwandt waren, schändete, und mit seiner eigenen Schwester in Blutschande lebte, wie sie selbst sagt, sie sei „des Gottes Schwester und Gattin zugleich“. Und Mars und Mercurius, wie weit reichte denn ihre Macht? Zauberkünste mochten ihnen zu Gebot stehen, aber die Macht einer Gottheit hatten sie nimmer. Wie viel mehr muss nicht der verehrt werden, der Himmel, Erde und Meer und alles, was darinnen ist, durch sein Wort aus dem Nichts geschaffen, der die Sonne leuchten ließ und den Himmel mit Sternen schmückte, der das Wasser mit Gewürm, das Land mit Tieren und die Luft mit Vögeln erfüllte, auf dessen Wink die Erde sich schmückte mit Früchten, der Baum mit Obst und der Weinstock mit Trauben, durch dessen Hand das Menschengeschlecht erschaffen, durch dessen Güte alle Kreatur dem Menschen, den er nach seinem Bilde geschaffen, dienet und willig ist!“ Aber wie oft auch die Königin so sprach, sie konnte doch des Königs Gemüt nicht zum Glauben bekehren. „Auf unserer Götter Geheiß, sagte er, wird alles geschaffen und erzeugt, euer Gott ist augenscheinlich ein ohnmächtiges Wesen und, was noch mehr ist, nicht einmal vom Stamme der Götter.“ (trotz dieses Ausspruchs konnte es sein, dass Chlodwig bereits mit dem Christentum sympathisierte; wie gesagt, er musste Rücksicht nehmen auf seine Stellung als König über ein heidnisch-germanisches bzw. heidnisch-fränkisches Heer; R. B.) Indessen aber brachte die gläubige Königin ihren Sohn zur Taufe und ließ die Kirche mit Teppichen und Decken schmücken, auf dass er, der durch die Predigt nicht bekehrt werden konnte, durch diese festliche Handlung zum Glauben erweckt werde. Ihr Sohn aber, den man Ingomer nannte, starb, als er getauft, noch in den weißen Kleidern, in denen er das Bad der Wiedergeburt empfangen hatte. Da schwoll dem Könige die Galle, und er schalt heftig die Königin und sprach: „Wäre der Knabe geweiht im Namen meiner Götter, gewiss er lebte noch; aber er konnte nicht leben, weil er im Namen eures Gottes getauft ist.“ Die Königin erwiderte: „Gott, dem Allmächtigen, dem Schöpfer aller Dinge, sage ich Dank, dass er mich nicht für unwert erachtet, die Frucht meines Leibes in sein Reich aufzunehmen. Denn mein Gemüt ist unbekümmert, da ich weiß, dass die in weißen Gewändern von dieser Welt gerufen sind, vor Gottes Angesicht leben werden.“ Danach gebar sie einen andern Sohn, den sie in der Taufe Chlodomer nannte, und als er anfing zu erkranken, sprach der König: „Es kann ihm nicht anders ergehen als seinem Bruder, dass er getauft im Namen eures Christus alsbald sterbe.“ Aber durch das Gebet der Mutter wurde auf des HERRN Geheiß das Kind wieder gesund.

Die Königin aber ließ nicht ab in ihn zu dringen, dass er den wahren Gott erkenne und ablasse von den Götzen, aber auf keine Weise konnte er zum Glauben bekehrt werden, bis er endlich einst mit den Alemannen in einen Krieg geriet: da zwang ihn die Not zu bekennen, was sein Herz vordem verleugnet hatte. Als die beiden Heere zusammenstießen, kam es zu einem gewaltigen Blutbad, und Chlodwig’s Heer war nahe daran, völlig vernichtet zu werden. Als er das sah, erhob er seine Augen gen Himmel, sein Herz wurde gerührt, seine Augen füllten sich mit Tränen und er sprach:

„Jesus Christ, Chrodechilde sagt, du seiest der Sohn des lebendigen Gottes, Hilfe gibst du den Bedrängten, Sieg gibt du denen, die auf dich hoffen – ich flehe dich demütig an um deinen mächtigen Beistand. Gewährst du mir jetzt den Sieg über diese meine Feinde, und erfahre ich so jene Macht, die das Volk, das deinem Namen sich weiht, an dir erprobt zu haben rühmt, so will ich an dich glauben und mich taufen lassen auf deinen Namen. Denn ich habe meine Götter angerufen, aber, wie ich erfahren, sie haben mich verlassen mit ihrer Hilfe. Ich meine daher, ohnmächtig sind sie, da sie denen nicht helfen, die ihnen dienen. Dich nun rufe ich an, und ich verlange, an dich zu glauben. Nur entreiße mich erst aus der Hand meiner Widersacher.“

Und da er solches sprach, wandten die Alemannen sich, und fingen an zu fliehen. Als sie aber ihren König getötet sahen, unterwarfen sie sich Chlodwig und sprachen: „Lass, wir bitten dich, nicht noch mehr des Volkes umkommen; wir sind ja dein.“ Da tat er dem Kampfe Einhalt, brachte das Volk in seine Gewalt und und kehrte in Frieden heim. Der Königin aber erzählte er, wie er Christi Namen angerufen und so den Sieg gewonnen habe. Das geschah im fünfzehnten Jahr seiner Regierung.

Darauf ließ die Königin heimlich den Bischof von Reims, den heiligen Remigius, rufen und bat ihn, er möchte das Werk des Heils dem Könige zu Herzen führen. Der Bischof aber beschied ihn im Geheimen zu sich, und fing an, ihm anzuliegen, er solle an den wahren Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde glauben, und den Götzen den Rücken zuwenden, die weder ihm noch anderen helfen könnten. Jener aber sprach: „Gern höre ich dich, heiligster Vater, aber eins macht mir noch Bedenken, das Volk, das mir folgt, duldet nicht, dass ich seine Götter verlasse. Doch ich gehe und spreche mit ihm nach deinem Wort.“ Als er darauf mit den Seinigen zusammentrat, rief alles Volk zur selben Zeit, noch ehe er den Mund auftat, denn die göttliche Macht kam ihm zuvor: „Wir verlassen die sterblichen Götter, gnädiger König, und sind bereit zu folgen dem unsterblichen Gott, den Remigius predigt.“ Solches wurde dem Bischof gemeldet, und er befahl hocherfreut das Taufbad zu bereiten. Mit bunten Decken wurden nun die Straßen behängt, mit weißen Vorhängen die Kirchen geschmückt, der Taufstein in Ordnung gebracht, Wohlgerüche verbreiteten sich, es schimmerten hell die duftenden Kerzen, und der ganze Tempel um den Taufstein wurde von einem himmlischen Wohlgeruch erfüllt; und solche Gnade ließ Gott denen zu Teil werden, die damals gegenwärtig waren, dass sie meinten, sie seien versetzt in die Wohlgerüche des Paradieses. Zuerst verlangte der König vom Bischof getauft zu werden. Er ging, ein neuer Konstantin, zum Taufbade hin, sich rein zu waschen von dem alten Aussatz (der Sünde; R. B.), und sich von den schmutzigen Flecken, die er von Alters her gehabt, im frischen Wasser zu reinigen. Als er aber zur Taufe hintrat, redete ihn der heilige Gottes mit beredtem Munde also an: „Beuge still deinen Nacken, Sicamber (die Sicamber waren einer der Stämme, die sich zum Stamm der Franken zusammengeschlossen hatten; R. B.), verehre, was du verfolgtest, verfolge, was du verehrtest.“

Es war nämlich der heilige Bischof Remigius ein Mann von hoher Wissenschaft und besonders in der Kunst der Beredsamkeit erfahren, aber auch durch Heiligkeit zeichnete er sich so aus, dass er an Wundertaten dem heiligen Silvester gleich kam. Wir haben noch jetzt seine Lebensbeschreibung, die berichtet, dass er einen Toten auferweckt habe.

Also bekannte der König den allmächtigen Gott als den dreieinigen, und ließ sich taufen auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, und wurde gesalbt mit heiligem Öl und dem Zeichen des Kreuzes Christi. Von seinem Gefolge wurden aber getauft mehr als dreitausend. Es wurde auch seine Schwester Alboflede getauft, die nicht lange danach zum HERRN einging. Und da sich der König um sie tief bekümmerte, schrieb ihm der heilige Remigius einen Trostbrief, der hub solchermaßen an: „Es betrübt mich die Veranlassung eures Kummers, es betrübt mich über die Maßen, dass eure Schwester guten Andenkens Alboflede heimgegangen ist. Aber wir vermögen euch deshalb zu trösten, denn so schied sie von dieser Welt (nämlich gläubig und getauft; R. B.), dass man eher dankend emporblicken, als trauern sollte.“ Es bekehrte sich ferner auch eine andere Schwester des Königs, mit Namen Lantechilde, die in die Irrlehre der Arianer verfallen war; sie bekannte nun, dass der Sohn und der heilige Geist gleichen Wesens mit dem Vater sei, und wurde darauf gesalbt.

 

 

 

 

 

 

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