Nikolaus Schneider

Lieber Leser, bitte lassen Sie sich nicht durch den folgenden Abschnitt aus der Offenbarung irritieren. Nach Luther’s Auslegung dieses Abschnitts geht es um den antiken Irrlehrer Arius (es geht außerdem um arianische Völker), der die Christenheit zu seiner Zeit in eine große Krise gestürzt hat. In der Bibel werden richtig lehrende Bischöfe als Sterne bezeichnet (Daniel 12, 3: Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.). Falsch lehrende Bischöfe jedoch werden als gefallene Sterne bezeichnet (siehe unten: Vers 1).

Der Irrlehre des Arius, der den ewigen Sohn Gottes zu einem Geschöpf degradierte und Gott, dem Vater, einen veränderlichen Charakter, verschieden vom Charakter des Sohnes, beilegte, ist der Adoptianismus ähnlich, der von Nikolaus Schneider befürwortet wird. Die Adoptianisten behaupten frevlerisch, Jesus sei durch Geschlechtsverkehr von Joseph und Maria gezeugt worden und sei erst bei seiner Taufe durch Johannes von einem normalen Menschen zum Sohn Gottes erhöht worden. Dadurch wird Jesus ebenfalls zum Geschöpf degradiert. 

Hauptanhänger des Arianismus waren die Goten und die Vandalen (ostgermanische Völker). Sie griffen tatsächlich (historische Tatsache) das oströmische Reich (byzantinisches Reich) an und fügten den rechtgläubigen Christen furchtbares Leid zu. Wenn die Offenbarung also von Heuschrecken und Skorpionen spricht, die Schaden zufügen, übertreibt sie durchaus nicht. Übrigens geht sogar Augustinus in seinem Buch „De civitate Dei“ auf die Vergewaltigung vieler römischer, christlicher Frauen durch die Goten ein und so nimmt es nicht Wunder, wenn man in der Offenbarung liest: „in ihren Schwänzen war ihre Kraft!“ Sehr grob, aber leider wahr. Auch Augustinus berichtet, daß die Goten das Leben der Christen eher schonten, aber sie auf andere Weise quälten (z. B. durch Raub ihrer Güter und Vergewaltigung). Auch der reale Skorpionenstich ist nicht unbedingt tödlich, sondern erzeugt im Menschen einen Adrenalinstoß, wodurch der Mensch in entsetzliche Panik gerät. Das gleiche widerfuhr den christl. Römern durch die arianischen Goten. Luther bestätigt das.

Offenbarung 9, 1-12:

1 Und der fünfte Engel blies seine Posaune; und ich sah einen Stern, gefallen vom Himmel auf die Erde; und ihm wurde der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. 2 Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf, und es stieg auf ein Rauch aus dem Brunnen wie der Rauch eines großen Ofens, und es wurden verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens. 3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. 4 Und es wurde ihnen gesagt, sie sollten nicht Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch irgendeinem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen. 5 Und ihnen wurde Macht gegeben, nicht dass sie sie töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. 6 Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, sie werden begehren zu sterben und der Tod wird von ihnen fliehen. 7 Und die Heuschrecken sahen aus wie Rosse, die zum Krieg gerüstet sind, und auf ihren Köpfen war etwas wie goldene Kronen, und ihr Antlitz glich der Menschen Antlitz; 8 und sie hatten Haar wie Frauenhaar und Zähne wie Löwenzähne 9 und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen vieler Rosse, die in den Krieg laufen, 10 und hatten Schwänze wie Skorpione und hatten Stacheln, und in ihren Schwänzen war ihre Kraft, Schaden zu tun den Menschen fünf Monate lang; 11 sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds; sein Name heißt auf Hebräisch Abaddon und auf Griechisch hat er den Namen Apollyon. 12 Das erste Wehe ist vorüber; siehe, es kommen noch zwei Wehe danach.

 

Dr. Martin Luthers Auslegung dazu (aus seiner Vorrede zum Buch der Offenbarung):

So ist nun das erste Weh, der fünfte Engel, Arius, der große Ketzer und seine Gesellen, der (Christus nicht glaubet, daß Er Gott sei, und) die Christenheit so greulich geplagt hat in aller Welt, daß wohl der Text hie sagt: die frommen Leute wären lieber gestorben, denn solches gesehen; und haben doch solches müssen sehen und nicht sterben. Ja, er spricht, der Engel aus der Hölle, ganannt Verderber (Abaddon, Apollyon, V. 11.) sei ihr König; als wollten sie sagen, der Teufel reite sie selbst. Denn sie nicht allein geistlich, sondern auch leiblich mit dem Schwert die rechten Christen verfolgt haben, Lies die Geschichte von den Arianern, so wirst du diese Figur und Wort wohl verstehen. (Zitat Ende)

Nach Luther ist also Arius ein satanischer Irrlehrer,  der vom Engel aus dem Abgrund (genannt Abaddon oder Apollyon) geritten wird.

Was hat Arius eigentlich gelehrt bzw. was war seine Irrlehre (Häresie)?:

Arius hielt Jesus lediglich für das vornehmste Geschöpf eines veränderlichen Vater-Gottes, aber nicht für den eingeborenen, ewigen Sohn des Herrn, des ewigen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat. Genau genommen, hielt Arius Jesus für eine Art „Untergott“, geschaffen vom Vater mit einem vom Vater verschiedenen Charakter. Der „Untergott“ Jesus war sozusagen definitiv christlich, also der christliche Gott, aber der Vatergott war in seinem Wesen veränderlich. Nach Arius‘ Irrlehre könnte es z. B. sein, daß der Vater-Gott inzwischen seinen Charakter geändert hat und nun Allah (Gott des Islam) ist und der „Untergott“ weiterhin der christliche Gott Jesus. Arius behauptete sogar, Gott könnte einen zweiten Sohn schaffen. Das wäre dann Muhammad!!!

Übrigens hängt der englische Bischof Rowan Williams der Irrlehre von Arius an. Ich bin gespannt, was aus der „Church of England“ noch werden wird!

In einem Inteview, das in der Ausgabe Nr. 26 von IdeaSpektrum vom 30. Juni 2010 abgedruckt ist, hat Herr Nikolaus Schneider Folgendes behauptet:

Jesus Christus ist nicht der ewige Sohn Gottes, der durch ein Wunder des Heiligen Geistes in den Leib der Jungfrau Maria kam, sondern Jesus „entstand“ durch Geschlechtsverkehr von Maria und Joseph und wurde erst bei seiner Taufe durch Johannes den Täufer als Gottes Sohn adoptiert. (sinngemäßes Zitat Ende)

Angenommen, Jesus wäre tatsächlich von Joseph gezeugt worden, dann wäre er ein ganz normales Glied des Menschengeschlechts gewesen, also ein Sünder. Durch Adam’s Sünde sind alle Menschen unter der Erbsünde. Wäre Jesus Joseph’s tatsächlicher, leiblicher Sohn gewesen, wäre auch er unter der Erbsünde gewesen. Er hätte niemals die Sünde der Menscheit auf sich nehmen können.

Die Alte Kirche und die Heilige Schrift (die Heilige Schrift ist übrigens einfach die aufgeschriebene Lehre der Alten Kirche, denn sie wurde in ihr kanonisiert. Nur die kirchlichen Schreiben und Dokumente, die der Lehre der Alten Kirche entsprachen, wurden in den Kanon aufgenommen) lehren das Folgende:

Jesus von Nazareth ist der fleischgewordene Christus. Christus ist eine Person (Hypostase) der ewigen Gottheit (der dreieinige Gott), er ist der ewige Sohn Gottes. Jesus ist der eingeborene Sohn Gottes. Jesus ist nicht der leibliche Sohn Josephs, sondern kam durch ein Wunder des Heiligen Geistes in den Leib der Jungfrau Maria – Gott wurde Mensch. Der Sohn Gottes hat sich also zum Menschen Jesus von Nazareth erniedrigt (das entspricht einer freiwilligen Selbsteinschränkung). Christus Jesus war selbstverständlich sündlos.

Nun könnte jemand einwenden, was soll dieses Philosophieren, solch göttlich, hohe Dinge sind einfach mit dem Verstand nicht zu erfassen. Soll doch Schneider glauben was er will, Hauptsache Jesus starb für unsere Sünden am Kreuz.

So nicht, mein Lieber. Angenommen, Jesus wäre nur Joseph’s leiblicher Sohn gewesen, dann wäre sein Tod am Kreuz sinnlos gewesen. Nur der ewige Sohn Gottes, der aus dem Himmel herabkam konnte die Sünde der Welt, bzw. die Sünde der Menschheit auf sich nehmen. Am Kreuz starb das sündlos, reine Lamm Gottes. Der Gekreuzigte musste zwei Bedingungen erfüllen: er mußte der Christus sein und er mußte sündlos sein. Beide Bedingungen erfüllte Jesus von Nazareth, des Zimmermann’s Sohn (man hielt ihn für des Zimmermann’s Sohn).

Wer also die Jungfrauengeburt leugnet, so wie es Herr Nikolaus Schneider tut, annulliert damit das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus bzw. die evangelische Rechtfertigungslehre. Nach Schneider war Jesus ein Nachkomme Adams, damit hätte er Adams Sündhaftigkeit geerbt, somit hätte er niemals die Sünde der Welt tragen können. Hinzukommt, daß nach Schneider’s Irrlehre Jesus nur ein Geschöpf war. Auch von daher hätte er niemals die Sünde der Welt tragen können, das konnte nur eine Person der ewigen Gottheit.

Hinweis:

Auch eine Autorität auf dem Gebiet der Theologie, nämlich Dietrich Bonhoeffer, hat die Adoptionslehre abgelehnt. Auch Bonhoeffer vertrat im Gegensatz zur Adoptionslehre die altkirchliche Lehre, daß Jesus das fleischgewordene, ewige Wort Gottes war, das aus dem Himmel herabkam und durch ein Wunder des Heiligen Geistes in den Leib der Jungfrau Maria gelangte. Dieser Jesus von Nazareth ist Gottes Sohn, Amen. (Nachlesen können Sie das in dem Buch „Nachfolge“ von Dietrich Bonhoeffer im Abschnitt „Der Leib Christi“.)

Schlussfolgerung:

Herr Schneider ist ein gefährlicher Irrlehrer. Er sollte nicht nur seines Amtes enthoben werden, sondern man sollte ihn auch aus der Kirche ausschließen. Mag er Imam, Rabbi oder sonst etwas werden.

2 Antworten zu Nikolaus Schneider

  1. Ellen Müller schreibt:

    DANKE, ich stimme Dir in allen Punkten zu.
    JESUS, gestern heute und derselbe auch in Ewigkeit.
    Amen

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