Auslegung von Römerbrief, Kapitel 7, Verse 7-25

7 Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2.Mose 20,17): »Du sollst nicht begehren!« 8 Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlass und erregte in mir Begierden aller Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. 9 Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, 10 ich aber starb. Und so fand sich’s, dass das Gebot mir den Tod brachte, das doch zum Leben gegeben war. 11 Denn die Sünde nahm das Gebot zum Anlass und betrog mich und tötete mich durch das Gebot. 12 So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. 13 Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, damit die Sünde überaus sündig werde durchs Gebot. 14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15 Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. 16 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist. 17 So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. 19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20 Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21 So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. 22 Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. 23 Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? 25 Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

Auslegung

(siehe vorher Erklärung von schwierigen Begriffen des Römerbriefs und seiner Auslegung)

In dem Bewußtsein seines Abgestorbenseins für die Sünde durch die Taufe und seines Seins in Christus durch die Taufe erzählt uns Paulus die Geschichte seines unverbesserlichen Leibes

(Paulus erzählt uns die Historie (!) seines unverbesserlichen Leibes (Körpers). In Christus lebte Paulus aber trotz seines bösen Leibes ein heiliges Leben, weil der Hl. Geist seinen tot-getauften Leib benutzte. Paulus‘ Leib war Paulus‘ personifizierte Vergangenheit, die er durch die Taufe hinter sich gelassen hatte. Paulus redet in Röm. 7, Verse 7-25 von dem abgeschlossenen Kapitel seiner Vergangenheit vor der Taufe, die er in Form seines Leibes mit sich herumschleppen mußte und die überwältigt/verschlungen wurde durch die Zukunft des Herrn, in die Paulus als Ganzes eingehüllt war durch die Taufe. Das Leben verschlingt den Tod im Sieg!)

Kurze Rückschau:

Röm. 7, 1-6  war Paulus‘ Antwort an einen Christen der Kirche zu Rom, der sich nicht vorstellen konnte, daß man das Gesetz nicht halten müsse, denn es war doch schließlich von Gott selbst gegeben worden. Paulus zeigt diesem Christen, daß Christen das Gesetz nicht mehr brauchen, weil sie etwas besseres bekommen haben: Sie werden direkt vom Gesetzgeber selbst geleitet. Jemand, der vom Geber des Gesetzes selbst geleitet wird, kann das Gesetz mühelos entbehren. Wer vom Gesetzgeber selbst geleitet ist, wird sicher niemals Dinge tun, die mit dem Gesetz in Konflikt stehen. Grundlage für dieses ist Paulus‘ Tauflehre aus Röm. 6.

Bis einschließlich Röm. 7, 1-6 hat Paulus gezeigt, daß getaufte Christen auf der Siegerstraße sind. Sie sind der Sünde abgestorben durch die Taufe und mit Christus auferstanden durch die Taufe und leben nun in Christus. Dieses Taufheils auf Grundlage des Opfers Jesu erinnern sie sich täglich und bezwingen so ihren Leib, der die Sündhaftigkeit Adams geerbt hat. Eingewickelt in Christus, muß der sündige Leib gerechte Werke tun (ein Paradoxon, aber doch wahr). Gott schafft es, eine glühende Kohle als Eisblock erscheinen zu lassen, ohne die glühende Kohle selbst (selbst bezieht sich hier nur auf den Leib, aber nicht auf den ganzen Menschen) zu verändern. Christus hüllt uns ein, das ist unsere Rettung. Trotz unseres sündigen Leibes tun wir gerechte Werke im Alltag, die von den Menschen gesehen werden. Wir erscheinen als Gerechte oder Fromme, trotz unseres sündigen Leibes.

Im Bewußtsein dieses Sieges müssen wir Röm. 7, 7-25 lesen und verstehen.

Vers 25: „So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.“

Wirft Paulus alles wieder um, was er bisher gesagt hat?

Natürlich nicht!!!

In Röm. 2 hatte Paulus nur bezugnehmend auf die geschichtliche Wirklichkeit gezeigt, daß die Juden, obwohl sie Haber des Gesetzes waren, in Sünden lebten. Die Sünden der Juden waren einfach historische Tatsache und so lästerte alle Welt den Namen Gottes ob der Sünden seines Volkes. Dessen hätte man sich jederzeit vergewissern können durch einen Blick in die Historien (Chroniken). Offensichtlich konnte das Gesetz den Juden nicht helfen, das war historische Tatsache. Dieser historische Befund sollte schon genügend Anlaß gewesen sein, vom Gesetz zum Evangelium zu wechseln. Nun aber fügt Paulus dem historischen Befund noch den psychiatrischen Befund hinzu, der entgültige Motivation sein sollte, vom Gesetz zum Evangelium zu wechseln. Ich greife Paulus vor: „Das Gesetz hatte seinen psychiatrischen Dienst (für den Christen) erfüllt“ und konnte von Christen nun ad acta gelegt werden.

Verflucht! Warum hat Gott aber dann das Gesetz überhaupt gegeben?

„Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlass und erregte in mir Begierden aller Art;“

 „als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig,“

Gebot ist nur ein anderes Wort für Gesetz.

Kurz gesagt: Paulus hätte niemals gemerkt, daß er ein Sünder ist, ohne das Gesetz. Da gab es etwas wie Krebs in Paulus, das er nicht bemerkte. Durch das Gesetz kam es zum Ausbruch. Das Gesetz war also Indikator oder Kontrastmittel für die sündige Begierde in Paulus. Der Indikator in sich selbst war zeifelsohne gut, aber was er aufzeigte, war schlecht.

Hätte „Paulus keinen Krebs gehabt“, hätte ihm der Indikator auch nichts „geschadet“. Es lag alles an dem Krebs, den er hatte. Solange Paulus unter Gesetz lebte, konnte er sicher depressiv werden, wenn ihm seine vielen Gesetzesbrüche (Sünden) ins Gedächtnis kamen. So hatte seine böse Begierde ihm durch das gute Gesetz den Tod (Depression, Schuldbewußtsein, Reue, Gewissensbisse, Zerknirschung) gebracht. Zu beachten ist, daß sündige Handlungen dem Sünder auch schon ohne Kenntnis eines Gesetzes Depression, Schuldbewußtsein, etc. einbringen, denn das hat Gott so in den Menschen gelegt. Es scheint nur so, daß das Gesetz erstens den natürlichen Menschen reizt noch mehr zu sündigen und zweitens gleichzeitig die Depression nach jeder Sünde mehrt, weil ja zu dem psycho-mechanischen Effekt noch das Bewußtsein hinzukommt, daß man gegen Gottes Willen gehandelt hat.

Vers 14: „Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft“

Vers 14 ist der „gefährlichste“ Vers des Kapitels, denn hier geht Paulus plötzlich von der Vergangenheitsform in die Gegenwartsform über bei seiner Schilderung seines inneren Lebens.

Zwischen Vers 13 und Vers 14 muß Paulus‘ Bekehrung liegen. Sein Reden in der Gegenwartsform war das Reden des Apostels. Sollte ein Apostel Christi ein Mensch sein, der fortgerissen wird von seinen überschäumenden Begierden? Das sei ferne! Nein, gerade ein Apostel war ein Vorbild im Glauben und überwand die Begierden seines Leibes durch Christus, der in ihm wohnte, und die Tatsache des Abgestorbenseins für die Sünde durch die Taufe.

Was meint nun Paulus in dem Abschnitt Vers 14 bis Vers 25?

Lösung:

Paulus erzält uns die Geschichte seines unverbesserlichen Leibes, den selbst er als Apostel des Herrn, der Kranke heilen und Tote auferwecken konnte, mit sich herumschleppen mußte. Es muß jetzt auch einmal daran gedacht werden, daß ja auch die Begriffe „Fleisch“ und „sündiger Leib“ strenggenommen nur Hilfsvariablen sind, die von den Aposteln gebraucht werden, um geistliche Zusammenhänge zu erklären. Sie sind zwar sinnvolle Größen innerhalb einer Erklärung, aber fiktiv bezüglich der physikalischen Wirklichkeit. Also, wir als Menschen sind ein ganzer Block oder eine Einheit. Wenn ich im Supermarkt einem Menschen begegne, begegne ich weder seinem Leib, noch seinem Fleisch, noch seiner Seele, sondern ihm als ganzes, ein ganzer, kompletter Mensch. Oder wenn ein Mensch eine schmerzhafte Wunde hat, dann sagt er nicht, sein Leib habe die Wunde, sondern: „ich habe eine Wunde“. Sein Gehirn hat Kopfschmerzen, aber er sagt: „ich habe Kopfschmerzen“. In der realen Welt ist der Mensch also nicht zerlegbar, sondern erscheint immer als ein geschlossene Einheit.

Ein Dieb wird niemals sagen, seine Hand habe gestohlen oder sein Leib, wenn er verhört wird und ein Geständnis ablegt, es sei denn, er möchte statt im Gefängnis in der Psychiatrie landen.

Also übernimmt Paulus, der der Sünde durch die Taufe abgestorben ist und durch die Taufe in Christus ist, die volle Verantwortung für seinen sündigen Leib, der alles Schlechte von Adam geerbt hat.

Paulus dispensiert sich nicht von dem Bösen seines Leibes, wie der o. g. Dieb es auch nicht tut.

Muß dann Paulus nicht auch bestraft werden, wie der o. g. Dieb?

Nein, denn Paulus ist ein gläubig gewordener Sünder und der hypothetische Dieb war ungläubig gedacht.

Dieser böse Leib, für den Paulus die volle Verantwortung übernimmt, indem er sagt „ich diene mit dem Fleisch (Leib) dem Gesetz der Sünde“ ist in Jesus gewickelt und muß nun gerechte Taten tun, obwohl er in sich selbst sündig ist. In diesem Erklärungszusammenhang sagt Paulus vorübergehend: „ich bin mein böser Leib!“. Beachte: Diese Aussage des Paulus „ich bin mein böser Leib!“ war wahr, aber in der Lebenswirklichkeit kam dazu, daß Paulus als ganze Persönlichkeit eingeschlossen war in die Heilstatsachen Gottes durch die Taufe. In der Lebenswirklichkeit tat Paulus doch gerechte Werke, weil er in Christus eingehüllt war.

Paradoxon:

Ein sündiges Wesen tut gerechte Werke. Ein Wolf (als ganze Persönlichkeit sind Christen natürlich keine Wölfe mehr, sondern Gerechte; hier meine ich mit dem Wort Wolf nur den Leib des Christen) benimmt sich als Schaf.

Wie funktioniert das?

Der Allmächtige hat zwei Heilstatsachen geschaffen, unter denen wir Christen leben:

Erstens, du bist der Sünde abgestorben.

Zweitens, du bist in Christus.

In Röm. 8, 1 werden wir sehen: „So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind.“

Außerdem: Das Gesetz ist nur noch von marginalem Interesse.

Zusatz:

Es ist ein Phänomen, dem wir häufig begegnen, daß die schlimmsten Sünder oft gar nicht bemerken, daß sie sündigen.

Paulus sagt über sich selbst:

Vers 7: Was sollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte (2.Mose 20,17): »Du sollst nicht begehren!«

Das Gesetz sagte uns und Paulus: „Was du da tust ist verkehrt und erregt Anstoß bei Gott!“ Das Gesetz deklarierte sozusagen die Taten, von denen wir gar nicht merkten, daß sie Anstoß bei Gott erregten, als Sünde.

Das Gesetz zeigte uns, daß wir gegen Gott handelten. Das war nützlich, denn so sahen wir eine Notwendigkeit uns und unser Handeln durchs Evangelium gerecht machen zu lassen.

Gegen die Evangelikalen:

Nur im Zusammenhang mit meiner Website sollen unter “Evangelikale” Gruppen verstanden werden, die die sogenannte Wiedertaufe praktizieren.

Was bedeutet “Wiedertaufe”?

Auch heute noch ist ein Großteil aller Deutschen sakramental getauft bzw. wurde als Säugling getauft, das nennt  man einfach auch Kindertaufe. Will nun ein Deutscher, der bereits als Kind getauft wurde, festes Mitglied einer evangelikalen Gruppe werden, dann wird von ihm verlangt, daß er sich nochmals taufen läßt. Diese zweite Taufe ist die sogenannte Wiedertaufe.

Nicht selten mag es vorkommen, daß sich Evangelikale damit brüsten, sie seien so bibel-treu und hielten die Bibel für das irrtumsfreie Wort Gottes.

Nun, die Bibel ist tatsächlich das irrtumsfreie Wort Gottes – nur, leider, wird sie von den Evangelikalen völlig falsch ausgelegt.

Vom Befund des Neuen Testamentes (ein Teil der Bibel) her ist es so, daß die Wiedertaufe verworfen bzw. abgelehnt werden muß. Evangelikal ausgedrückt: “Die Wiedertaufe ist nicht biblisch!”

Die richtige Taufe gemäß des biblischen Befundes ist die sakramentale Taufe, die ggf. auch eine Kindertaufe bzw. Säuglingstaufe sein kann.

Hier müssen wir kurz auf die römisch-katholische Kirche und die evangelische Kirche zu sprechen kommen. Diese beiden Kirchen mißbrauchen die sakramentale Taufe, indem sie Kinder aus nicht-frommen Elternhäusern taufen; noch dazu sind der Geistliche und die Kirchengemeinde auch nicht fromm. Die Kindertaufe wäre dann angebracht, wenn das Kind aus einem wirklich frommen Umfeld käme, wo man davon ausgehen könnte, daß der Heilige Geist das Wunder wirkt, daß ein Säugling schon glauben kann.

Ist die Kindertaufe der beiden Großkirchen ungültig, weil sie Kinder taufen, die noch keinen Glauben haben?

Nein, dies ist nicht der Fall. Obwohl die beiden Großkirchen die Kindertaufe mißbrauchen, ist sie dennoch gültig, denn obwohl regelmäßig der Glaube der Taufe voreilen sollte, geht doch aus dem Neuen Testament hervor, daß er notfalls auch nacheilen kann.

Eine weitere große Misere ist es, daß die Großkirchen nicht mehr das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus verkünden, was eine apokalyptische Katastrophe ist. Sie sind auch nicht in der Lage den  geistlichen Zusammenhang zwischen Taufe und Leben als Christ herzustellen: Die Taufe ist nämlich kein Freifahrschein in den Himmel, sondern sie verbindet uns mit der befreienden Kraft von Jesu Tod und Auferstehung, durch die wir unsere sündigen Neigungen überwinden und Gott und unseren Nächsten lieben können. Nur wenn wir täglich die Kraft der Taufe anwenden, was eine freie Willensentscheidung ist, dann werden wir am Jüngsten Tag durchkommen und ewiges Leben ererben.

(Was ist eigentlich das Evangelium Gottes von seinem Sohn Jesus Christus? Das ist die Botschaft davon, daß Jesus unsere Sünde getragen hat, als er am Kreuz für uns starb und er lebt, um uns zu heilgen; das müssen wir einfach für wahr halten; durch die Taufe werden wir metaphysich mit Jesu Tod und Auferstehung verbunden: Nach der Taufe sind wir der Sünde abgestorben und in Christus, wobei allerdings unser Leib sündig bleibt in sich selbst; täglich müssen wir nun durch die Kraft der Taufe, eben daß wir mitgestorben und mitauferstanden sind zusammen mit Jesus, die sündigen Neigungen unseres Leibes, sprich unsere alten Gewohnheiten, überwinden und Gott und unseren Nächsen lieben; das ist das volle Evangelium von Jesus)

Halten wir also fest: Die Kindertaufe ist gut in sich selbst, wird aber von den Groß-kirchen missbraucht.

Einige Glieder der Großkirchen werden als Erwachsene “erweckt” – was nun? Soll man sie wiedertaufen?

Nein, um Gottes willen nicht wiedertaufen!!!

Was dann?

Diese Erweckten müssen einfach darüber aufgeklärt werden, was die sakramentale Taufe bzw. die Kindertaufe ist. Ich habe es oben schon ausgeführt. Eine Erklärung in anderen Worten, mit anderen Begriffen, wäre auch, zu sagen: Die Taufe ist ein Ruf in die Nachfolge Jesu und der Ruf selbst gibt uns die Kraft nachzufolgen trotz unserer sündigen Natur, die wir biologisch vom gefallenen, degenerierten Adam geerbt haben. Der Katholik oder Protestant, der erst als Erwachsener eine bewußte Glaubensentscheidung trifft, soll sich also keinefalls nochmals taufen lassen, sondern sich auf seine Kindertaufe beziehen und aus der Kraft dieser Taufe Jesus nachfolgen im Alltag und am Sonntag, also immer, egal ob er schläft oder wacht.

Zurück zu den Evangelikalen.

Die Evangelikalen missinterpretieren das Neue Testament, wie folgt:

Für sie gibt es eine sogenannte Wiedergeburt, wobei sie allerdings nicht in der Lage sind, genau zu definieren, was das eigentlich sein soll. Es scheint nicht viel mehr zu sein, als daß einer traurig ist über seine Sünden und das Evangelium für wahr hält. Die sakramentale Taufe bzw. Kindertaufe erklären sie für ungültig: Da ein Säugling nicht glauben könne, sei die Kindertaufe ungültig. Für sie ist die zweite Taufe, also die Taufe des erweckten Menschen, die gültige Taufe, wobei sie der Taufe (zweite Taufe) keine metaphysische Kraft beimessen, sondern sagen, sie folge auf die bereits erfolgte Wiedergeburt und sei nur ein Gehorsamsakt und ein öffentliches Bekenntnis des Glaubens. Die Taufe (die zweite) sei auch ein rein symbolischer Akt, bei dem Gott nicht handle.

(übrigens ist, sage ich, die sakramentale Taufe in Verbindung mit Buße und Glauben die “Neue Geburt aus Wasser und Geist”, von der Jesus im Johannesevangelium redet; Joh 3,5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen; bei der wahren Lehre gemäß des biblischen Befundes wird also die Neue Geburt ganz klar definiert und ist nichts Obskures)

Jetzt kommt das eigentlich Schlimme:

Der Protestant oder Katholik, der durch eine evangelikale Gruppe wiedergetauft wird, wird dadurch völlig von seiner Kindertaufe abgebracht, die allein ihm dazu verhelfen könnte, als Christ im Alltag und am Sonntag zu leben. Dies ist in gewisser Weise eine Zerstörung der sakramentalen Taufe, der Gabe Gottes. Die Evangelikalen zerstören also ein Werk bzw. eine Gabe Gottes, was schlicht und einfach kriminell ist. Der Staat ist nur zu dumm, um das zu richten, aber es gehört gerichtet und vor den Richter. Amen.

Lieber Leser, sind Sie wiedergetauft?

Dann sagen Sie sich sofort von Ihrer Wiedertaufe los und beziehen Sie sich (wieder) auf Ihre teure (kostbare) Kindertaufe. Nur durch Ihre Kindertaufe vermögen Sie das christ-liche Leben zu leben und wenn Sie es tatsächlich leben, werden Sie in die Herrlichkeit des Sohnes Gottes eingehen. Ich wiederhole: Die Taufe ist kein Freifahrschein in den Himmel!

(wenn wir Jesu Opfer am Kreuz wertschätzen durch permanenten Glaubenskampf im Alltag, dann ist es auch ein Sühneopfer für unsere Sünden – uns ist vergeben; das ist die teure Gnade)

Schlussfolgerung:

Da die Evangelikalen die Kindertaufe, ein großes Werk Gottes am Menschen, zerstören, sind sie aus der allgemeinen, christlichen Kirche ausgeschlossen.

Alle Gemeindeleiter, Älteste, Pastoren, Prediger, etc. der Evangelikalen werden hiermit verflucht und möge Gott sie schlagen mit Pest, Beulen und Cholera, Bankrott und Gefängnis.

Über gewöhnliche Gemeindeglieder der Evangelikalen erbarme sich der Herr, Jesus, und führe sie heraus zur wahren, christlichen Kirche.

Natürlich wird hiermit auch die ganze evangelikale Lehre von “ihrer” Wiedergeburt, Wiedertaufe (sie selbst nennen die Wiedertaufe allerdings Taufe), etc. verworfen.

Die evangelikale Lehre ist gefährlicher als der Katholizismus, der Billige-Gnade-Protestan-tismus, der Islam, der Buddhismus, Hinduismus, etc.

Warum?

Nichts sieht der wahren Lehre ähnlicher als die evangelikale Lehre. Ihr Vokabular, ihr Lebensstil, ihr Taufen, ihr Brotbrechen, ihre Gemeinschaft, etc. – alles sieht der wahren Kirche täuschend ähnlich. Dies ist wirklich teuflisch bzw. eine teuflische Falle.

Sie reden auch so gerne von Jesus, aber ich sage, sie haben nicht den wirklichen, sakralen Jesus, sondern nur ein Bild, eine eigene Vorstellung, von ihm. Wenn Sie, lieber Leser, nur Bilder hätten von den Waren, die Sie bei Aldi eingekauft haben, dann sähen Sie ganz schön alt aus – hab’ ich nicht recht?

Das Christentum ist schon schwer genug, wenn man wirklich glaubt. Wenn nun einer versucht, Jesus nachzufolgen, ohne Jesus wirklich zu haben mit seiner befreienden Kraft, dann muß das in der Katastrophe enden und in völliger Verzweiflung bis hin zum Selbstmord.

Die Verwerfung des römisch-katholischen Klerus mit samt seiner Dreck-Lehre und die Verwerfung des evangelischen Klerus mit samt seiner Dreck-Lehre wird hiermit bekräftigt.

Was soll ich erwählen, Pest oder Cholera, katholische- und evangelische Kirche oder Evangelikale?

Evangelikale:

  • die Versammlung (offen und exklusiv)
  • die Brüdergemeinde
  • die christlichen Gemeinden
  • die Baptisten
  • die Pfingstler
  • die Charismatiker
  • die evangelisch-freikirchlichen Gemeinden
  • die freien, evangelischen Gemeinden
  • Soulsaver (http://www.soulsaver.de/)
  • CLV, CSV
  • u. v. a.

Siehe auch “Verwerfung des Klerus der etablierten Kirchen und der Leiter der Evangeli-kalen

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4 Antworten zu Auslegung von Römerbrief, Kapitel 7, Verse 7-25

  1. Uwe Stefan schreibt:

    Ich habe gerade den einen oder anderen Beitrag, Artikel oder Auslegung gelesen, möchte aber noch einiges mehr lesen um meinen ersten Eindruck zu festigen.
    Ich habe den Eindruck bekommen, dass hier „Schreiber“ am Werke sind, die vom Wort Gottes durch den Heiligen Geist erfüllt sind. Was hier an Wahrhaftigkeit geäußert oder erkannt wird, ist nur jemandem möglich der eine lebendige Beziehung mit unserem Herrn Jesus Christus lebt.
    Gerade auch die Geradlinigkeit zum Thema – Homosexuelle Pfarrer – und auch die Kritik an die
    EKD sind doch Themen, in denen die treuen Christen Flagge und Verantwortung zeigen müssen. Da dürfen wir auch gewiss sein, dass uns der heilige Geist richtiges reden und handeln aufzeigt.
    Ich selbst stehe an der Stelle, dass ich mich mehr und mehr durch den heiligen Geist verändern lassen möchte um Jesus ähnlicher zu werden und um mich heilen zu lassen.
    Vorab mal allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön und Gottes reichen Segen.

    Verbunden in Jesus Christus

    Uwe Stefan

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo Uwe,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Lese doch mal das Buch Nachfolge
      von Dietrich Bonhoeffer oder den großen Katechismus von Martin Luther.

      Ich bin erst durch Literatur von Bonhoeffer und Luther im Glauben
      wirklich weitergekommen.

      Über weitere Kommentare würde ich mich freuen und weiteren Austausch.

      Gruß,

      Rainer/München

      • Uwe Stefan schreibt:

        Hallo Rainer,
        zu allererst wünsche ich Dir und Deinem gesamten Umfeld ein gesegnetes Jahr 2013.
        Möge Gott euch die Kraft und Treue schenken, ihm weiterhin auf seinem Wege zu folgen.

        Danke für die von Dir empfohlene Literatur. Ich werde sie mir besorgen und gerne auch weiter im Austausch bleiben.

        Gott befohlen
        Uwe

      • Rainer Braendlein schreibt:

        Hallo Uwe,

        entschuldige bitte die Verzögerung. Ich habe kein Internet zu Hause, sondern benutze es an einem öffentlichen Ort, zu dem ich momentan nur am Wochenende gelange. Ich freue mich, daß Du Bonhoeffer’s und Luther’s Monumentalwerke lesen willst und freue mich auch auf Deine Kommentare. Bitte störe Dich nicht an dem Wort Sakrament, das sowohl Luther als auch Bonhoeffer verwenden. Sakrament klingt sehr kirchlich, aber das heilige Abendmahl und die Taufe wurden von Jesus selbst eingesetzt. Taufe und Abendmahl gehören Gott selbst und nicht der Kirche; sie werden von der Kirche nur verwaltet. Wer sakramental getauft wurde, wurde sozusagen, eigentlich von Gott selbst getauft und die Kirche, egal ob evangelisch oder katholisch, hat nur die Tauffeier zelebriert. Die Sakramente sind etwas sehr gutes in sich selbst, nur werden sie leider heute von den Großkirchen weithin missbraucht, wodurch der Begriff unter den Freikirchlern ziemlich anrüchig ist und zu negativen Assoziationen führt. Übrigens führt der Missbrauch der Sakramente durch die Großkirchen nicht dazu, daß sie ungültig werden, sondern sobald man sich im Glauben, der durch den Heiligen Geist gewirkt wird, an seine sakramentale Taufe erinnert, erfährt man die befreiende Kraft Jesu.

        Lies also die Bücher unvoreingenommen und Du wirst vielleicht erstaunt feststellen, wie einzigartig die Sakramente sind und wie hilfreich für unseren Glauben.

        Auf weitere Kommentare freue ich mich.

        Gruß,

        Rainer

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