Jesus und das Richten

(Fortsetzung von „Bergpredigt und Römerbrief“)

Matthäus 7, 1-6:

Vom Richtgeist

1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. 2 Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden. 3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? 4 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. 5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst. 6 Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen.

Im letzten Abschnitt über den Materialismus haben wir gesehen, daß die Güter und Vermögen in sich selbst nicht böse sind, sondern nur der falsche Gebrauch derselben. Anhäufen von Statussymbolen (Haus, Auto, etc.) und krankhafte Vorsorge für die Zukunft konnte dazu führen, daß man regelmäßig seine Augen vor der Not von Bedürftigen verschloß, dadurch böse (kranke) Augen bekam, die blind wurden für die Not anderer, Hilfeleistungen blieben aus infolgedessen, man verließ seinen seligen Stand der Liebe, Gott zog seine schützende Hand ab, man wurde zum Spielball seiner Lüste und des Mammon (Gott des Materialismus). Der Mammon „verlieh“ ein Leben in Erbärmlichkeit: Arbeiten, Essen, Kaufen, Schlafen, Arbeiten, Essen, Kaufen, Schlafen, usw..

Das Böse sind also nicht die Güter und das Vermögen an sich, sondern die Vernachlässigung des Nächsten, der Not leidet.

Es kann unter Umständen eine Putzfrau materialistischer sein als ein Immobilienbesitzer und ein Hilfsarbeiter kann materialistischer sein als ein Vorstandsvorsitzender.

Wie das?

Alle vier, die Putzfrau, der Immobilienbesitzer, der Hilfsarbeiter und der Vorstandsvorsitzende sollen zunächst das Evangelium glauben und getauft werden (oder sich an ihre Kindertaufe im Glauben erinnern). Wenn sie nun durch den Glauben zu Jüngern Jesu geworden sind, sollen sie alle Bereiche ihres Lebens der Herrschaft Jesu unterstellen, auch ihre Güter und ihr Vermögen. Jesus wird ihnen ab und zu einen Hinweis auf irgendeine Not geben und sie werden dann bereitwillig ihre Güter und Vermögen mit den Notleidenden teilen.

Die Putzfrau soll nicht den Immobesitzer richten und der Hilfsarbeiter soll nicht den Vorstandsvorsitzenden richten, sondern auf sich selbst schauen, daß er mit seinen vielleicht bescheidenen Mitteln helfe. Auch verhältnismäßig kleine Beträge können einem zum Dämon und Fluch werden,  wenn man sie dem Bedürftigen vorenthält. Die Liebe Jesu kann nicht jemand in seiner Not im Stich lassen. Wer nicht liebt, verläßt Jesus.

Die 30 Euro, die eine Putzfrau vorenthält, können sie so schuldig machen wie die 3000 Euro, die der Immobesitzer vorenthält.

Es geht immer darum, soviel an einem ist, sich der Nöte anzunehmen, von denen man Kenntnis erlangt. Die Putzfrau, der Hilfsarbeiter, der Immobesitzer und der Vorstandvorsitzende sollen unbedingt helfen, sobald sie von einer Not erfahren. Sie sollen soweit helfen, als es die Not erfordert und als ihre Mittel ausreichen. Der Not des Leidenden soll wirklich begegnet werden, nach dieser Maßgabe soll man geben.

Das Richten der Großen durch die Kleinen ist ein verbreitetes Übel in der Welt und eine Versuchung für die christliche Kirche, genauso wie rachsüchtiges Wesen, Suchen falscher Ehre durch äußere religiöse Übungen, Materialismus. Die Welt will die Kirche zum Richten verführen und sie auch dadurch vom Glauben an Jesus abbringen. Am Jüngsten Tag werden aber viele Kleine, die Große gerichtet haben, ihr blaues Wunder erleben. Beide, Große und Kleine, sollen helfen soviel sie können und soviel erforderlich ist, um Nöte zu beenden.

Der reiche Jüngling (Matth. 19, 16-26)

Jesus forderte vom reichen Jüngling, alles den Armen zu geben. Offensichtlich ging Jesus davon aus, daß dem reichen Jüngling viele Bedürftige bekannt waren, die Hilfe brauchten. Der reiche Jüngling konnte nicht in der Gemeinschaft des liebevollen, hilfsbereiten, barmherzigen Jesus leben und gleichzeitig die vielen Armen im Stich lassen. Der reiche Jüngling war ja zu Jesus gekommen, weil er das ewige Leben haben wollte, ewiges Leben aber heißt ewige Gemeinschaft mit Jesus, der die personifizierte Liebe Gottes ist. Das Leben, das ewig ist, beinhaltet aber Nächstenliebe. Jesus wollte dem reichen Jüngling durchaus das ewige Leben schenken, aber indem der reiche Jüngling den Armen nicht helfen wollte, stieß er dieses ewige Leben gleich wieder von sich weg. Ewiges Leben beginnt „unsichtbar“ (in Niedrigkeit) schon hier auf Erden, indem man in Gemeinschaft mit Jesus lebt und Liebe übt als Bestandteil des ewigen Lebens. Aus der Gemeinschaft des Jüngers mit Jesus wird immer Liebe hervorkommen. In der Ewigkeit wird dann dieses ewige Leben, das sich hier auf Erden durch Nächstenliebe zeigte, offenbar werden, indem die Gläubigen die Herrlichkeit mit Jesus teilen werden, so wie sie mit Jesus auf Erden die Niedrigkeit gemeinsam hatten.

 

 

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