Wiedertaufe ist verboten!

Was bedeutet Wiedertaufe?

In Deutschland gibt es auch heute noch viele Menschen, die als Säuglinge getauft wurden. Die Säuglingstaufe (auch Kindertaufe genannt) ist zu befürworten. Die Säuglingstaufe entspricht der Tradition der Kirche (auch der ursprünglichen Kirche, die vor Entstehung der Konfessionen existierte). Auch vom Neuen Testament her ist die Kindertaufe zu unterstützen.

Es gibt Freikirchen, die Menschen, die als Säuglinge getauft wurden, noch einmal taufen. Dies wird damit begründet, daß man sagt, die Taufe müsse auf die Bekehrung bzw. das Gläubigwerden folgen. Da Säuglinge noch nicht glauben könnten, sei die Säuglingstaufe ungültig. Außerdem legt man alles Gewicht auf das „Bekehrungserlebnis oder die Wiedergeburt“ und betrachtet die Taufe nur als ein folgendes öffentliches Bekenntnis oder symbolischen Akt. Diese Herabwürdigung der Taufe ist völlig unzulässig und entbehrt jeder Begründung von der Kirchengeschichte und vom Neuen Testament her. Indem man sagt, die Taufe sei ein Gehorsamsakt und öffentliches Bekenntnis des persönlichen Glaubens, pervertiert man sie auch. Warum? Der Täufling muß sozusagen etwas leisten: Erstens, erbringt er den Gehorsam sich taufen zu lassen; zweitens, bekennt er öffentlich seinen Glauben. Dies alles ist der Lehre von der Errettung aus Glauben oder Gnade allein entgegengesetzt. Bei der wahren Taufe ist man auch wieder nur Empfangender. Das Opfer Jesu wird dem Täufling ganz stark nahegebracht, was wiederum eine Gnade Gottes ist. Gott gewährt mir quasi zweifach Gnade: er stirbt für mich und gibt mir durch die Taufe eine gewaltige Hilfestellung daran zu glauben.

Die Argumentation der Freikirchen, Säuglinge könnten nicht glauben, ist falsch. Selbstverständlich können auch Säuglinge schon glauben. Säuglinge aus einer Kirchengemeinde, wo der Heilige Geist gegenwärtig ist, sind fähig zu glauben. Entscheidend ist die Gegenwart des Heiligen Geistes. Aus dem Römerbrief wird klar, daß der Glaube nicht das verstandesmäßige Erfassen des Heils ist, sondern eine Sache, die vom Heiligen Geist geschenkt wird und weit über den Verstand hinausgeht. Beweis dafür ist der Besuch der Maria bei Elisabeth (übrigens waren Maria und Elisabeth sehr fromm, das heißt sie waren eine Art Mini-Kirche zusammen mit ihren Ehemännern).

Lukasevangelium, Kap. 1, Vers 39-45:

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

Aus den Versen vor diesem Abschnitt wird klar, daß auch Maria schwanger war und zwar mit Jesus. Elisabeth war mit Johannes dem Täufer schwanger (lesen sie das ganze erste Kapitel des Lukasevangeliums). Offensichtlich wurde Johannes der Täufer bei dieser Begegnung mit Jesus gläubig (er hüpfte vor Freude im Leibe der Elisabeth). Es entspricht dem Befund des Neuen Testaments, daß da, wo Jesus ist, die ganze Fülle der Gottheit gegenwärtig ist, das bedeutet die Herrlichkeit des Herrn (Kolosser 2, 9). Johannes kam also in die Gegenwart Gottes, als ihn Jesus, der im Leib der Maria war, besuchte.

Dies paßt auch mit der Aussage des Engels über Johannes zusammen, der Zacharias, dem Vater des Johannes, erschienen war, bevor Elisabeth schwanger wurde:

Lukas 1, 15: Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.

Die Begegnung des Säuglings Johannes mit dem Säugling Jesus entspricht dem „Ruf in die Nachfolge“ (… und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.). Es kam hier gar nicht  darauf an, daß Jesus mit Johannes sprach oder nicht, sondern wichtig war, daß Johannes durch Jesus in die Gegenwart Gottes kam, denn in Jesus wohnte die Fülle der Gottheit leibhaftig.  Oder man könnte es auch so ausdrücken: Die Begegnung des Johannes mit Jesus entsprach einer sakramentalen Taufe. Johannes war in die Gegenwart Gottes gekommen. Genauso kann auch heute ein Kind bei der Taufe in die Gegenwart Gottes kommen und ein Jünger werden.

Die sakramentale Taufe (heute meistens Säuglingstaufe, am Anfang der Kirche zunächst häufiger Erwachsenentaufe), die erst nach Pfingsten eingeführt wurde, gab es zu Lebzeiten Jesu noch nicht. Der Ruf des irdischen Jesus „Komm, und folge mir nach!“ entspricht der sakramentalen Taufe durch die heutige Kirche. Früher wie heute ruft der eine Jesus Christus. Früher wie heute ist die ganze Fülle der Gottheit gegenwärtig. Früher, als Jesus rief, heute, wenn ein Kind getauft wird. Aus der Apostelgeschichte wird klar, daß der Empfang des Heiligen Geistes zeitnah zur Taufe geschieht, auf jeden Fall im Zusammenhang mit der Taufe. Noch festzuhalten ist, daß die Jünger, obwohl sie unter dem Ruf des Christus standen, doch noch ziemlich schwach waren. Erst nach Empfang des Heiligen Geistes an Pfingsten hatten die Jünger die Kraft ihren Glauben an Jesus öffentlich zu bekennen.

Warum sind Kirchenchristen (Namenschristen) oft dem Augenschein nach keine wirklichen Christen (Vorsicht, diese Frage ist rein rethorisch und die Betonung liegt auf „dem Augenschein nach“; niemand kann die Aussage machen, Kirchenchristen seien keine wirklichen Christen, das wäre lächerlich!)?

Diese Frage können wir mit dem Verse Mark 16, 16 beantworten:

Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Jesus sagt nicht nur, wer glaubt, wird selig werden, er sagt auch nicht nur, wer getauft wird, wird selig werden, sondern Jesus sagt, wer glaubt und, und, und getauft wird, wird selig werden. Bei der Taufe wird der Glaube sozusagen besiegelt. Bei der Taufe verschwinden alle Schranken von Raum und Zeit und man stirbt und aufersteht zusammen mit Jesus. Bei der Taufe wird man quasi ganzheitlich (Seele, Leib und Herz) in das Opfer Jesu mit hineingenommen. Gott handelt bei der Taufe. Bei der Taufe bringt Gott dem Täufling das Evangelium in einer Weise nahe, die mit menschlichen Worten nicht zu beschreiben ist. Die Taufe ist mehr oder weniger eine körperliche Predigt, die wesentlich stärker und wirksamer ist, als eine menschliche Predigt mit Worten. Nach der Taufe sollte es eigentlich unmöglich sein nicht zu glauben. Deshalb sollte man nach der Taufe einfach anfangen Jesus nachzufolgen und nicht mehr am eigenen Glauben zweifeln. Nach der Taufe kann man nicht mehr sagen: „Ich kann nicht gehorsam sein, weil mir Gott den Glauben nicht schenkt.“ Nach der Taufe ist dieser Satz unsinnig. Nach der Taufe muß ich davon ausgehen das mir die erlösende und befreiende Kraft des Todes und der Aufestehung Jesu Christi zugeeignet wurde und ich sollte anfangen ihm nachzufolgen.

Die Großkirchen halten zwar nach wie vor fest an der sakramentalen Taufe (Säuglingstaufe), aber sie vernachlässigen den Glauben (man verschweigt, daß die Taufe ein göttlicher Ruf in die Nachfolge ist, dem man unbedingt Folge zu leisten hat), dadurch gibt es viele Getaufte, die im Alltag kaum als Christen zu erkennen sind (wobei ich niemand aus den Großkirchen richten will; es ist schon sehr lobenswert, wenn jemand einfach arbeiten geht, seiner Ehefrau treu ist, anständige Kinder erzieht, usw.. Die kritische allgemeine Aussage Kirchenchristen seien keine wahren Christen, lehne ich strengstens ab!).

Trotzdem besteht in den Großkirchen die Gefahr, daß das Christentum auf das anständige bürgerliche Leben reduziert wird (ich wiederhole, ich lobe jeden, der mindestens ein anständiges bürgerliches Leben führt, das ist schon was). Das christliche Leben geht aber doch weit über das normale bürgerliche Leben hinaus. Der Christ orientiert sich nicht am bürgerlichen Gesetzbuch, sondern an der Bergpredigt (Matthäus 5-7). Daß ein Leben nach der Bergpredigt in dieser Welt Anstoß erregen wird, ist doch klar. Jemand, der Jesus mit Wort und Tat bekennt, Menschen liebt, unabhängig von Hautfarbe, soz. Status, Nationalität, usw., in sexueller Reinheit lebt, ehrlich ist, sich nicht rächt, sogar seine Feinde liebt, spendet, betet, fastet, nicht richtet, usw., wird sicher auffallen. Es kann durchaus sein, daß solch ein Mensch nicht gelobt wird, sondern eher Ablehnung erfährt, weil er seinen Mitmenschen ihre Unvollkommenheit zu Bewußtsein bringt durch sein Verhalten.

Muß ein Mensch, der sich heute entscheidet sein Leben unter die Herrschaft Jesu zu stellen, das heißt nach der Bergpredigt zu leben, wiedergetauft werden?

Niemals!!!

Wer heute anfangen möchte im Glauben zu leben, daß heißt Jesus gehorsam zu sein, soll sich auf seine Säuglingstaufe rückbeziehen und sich nicht wiedertaufen lassen.

Wie bekommt man die Kraft, nach der Bergpredigt zu leben (jeder, der versucht aus natürlicher Kraft nach der Bergpredigt zu leben, wird scheitern)?

Nochmals Markus 16, 16:

Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Das Geheimnis der Kraft ist die Kombination von Glaube und Taufe. Der Gegenstand des Glaubens ist das Opfer Jesu: Jesus trug meine Sünden am Kreuz. Die befreiende Kraft dieses Opfers wird mir bei der sakramentalen Taufe zugeeignet. Bei der Taufe sterbe ich zusammen mit Jesus am Kreuz und ich auferstehe zusammen mit Jesus (das muß natürlich auch wieder im Glauben erfaßt werden, wobei es nicht schwer sein sollte, denn die Taufe ist Gottes maximale Offenbarung des Evangeliums). Mein „alter Mensch der Sünde“ geht unter zusammen mit Jesus und ich empfange ein neues Leben aus Gott. Wer das erfaßt hat, der wird nun sein Leben immer mehr unter die Herrschaft Jesu bringen. Gehorsam heißt Glauben, wobei alles mit dem Glauben beginnt. Durch Glauben und Taufe empfange ich die Kraft gehorsam zu sein. Lebe ich im Gehorsam, lebe ich im Glauben.

Zusammenfassung:

Das Motto muß also lauten: Nicht Wiedertaufe, sondern ein Leben aus der ersten Taufe.

Hinweis:

Die sakramentale Taufe ist ein Werk Gottes. Wer wiedertauft, spottet Gottes und scheidet sich damit von der einen wahren Kirche Jesu Christi. Die Wiedertaufe ist strengstens verboten. Wiedertaufende Gemeinden gehören nicht zur Christlichen Kirche, sondern sind Sekten.

Kirchen:

Es ist zwar zu begrüßen (nur im Hinblick auf wiedertaufende Sekten), daß die Großkirchen (evangelische Kirche und kath. Kirche) an der sakramentalen Taufe festhalten, jedoch muß man davon ausgehen, daß in beiden Kirchen der Heilige Geist nicht mehr gegenwärtig ist. Grund: eine Vielzahl von Irrlehrern und Irrlehren in der Kirche. Nur der Heilige Geist kann den befreienden Glauben wirken. Eine Kirche ohne Geist ist eine leere Hülse bzw. eine Larvenkirche. Obwohl die sakramentale Taufe in sich selbst etwas gutes ist, so muß jedoch ihre Anwendung in den Großkirchen scharf kritisiert werden. Weder ist in den Großkirchen sichergestellt, daß sich das Kind bei der Taufe unter dem Einfluß des Heiligen Geistes befindet, noch sieht man die Taufe als den Ruf in die Nachfolge (eher als Freifahrschein in den Himmel).

Gebet:

Möge Gott uns eine zweite Reformation schenken, damit sein Geist wieder in die Kirche einziehen kann.

Merke:

Die Taufe ist keine Freikarte für den Himmel, sondern das Eingangstor zu einem christlichen Leben. Die Taufe ist kein Anlaß sich nicht anzustrengen als Christ zu leben, sondern genau das Gegenteil: Wer getauft ist, soll wirklich und erkennbar als Christ leben.

Ergänzung vom 23.10.2015

Da die EKD ein neues Gottesbild hat, ist die Taufe der EKD nicht mehr gültig; siehe hierzu:

Gibt es eine erlaubte Wiedertaufe?

Ergänzung vom 17.12.2015

Ist die Taufe der römisch-katholischen Kirche gültig?

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16 Antworten zu Wiedertaufe ist verboten!

  1. Heinrich Rempel schreibt:

    Wir praktizieren keine Wiedertaufe, sondern die Taufe. Es gibt nur eine Taufe, sowie es nur einen Gott und einen Glauben gibt. Deshalb ist die Bezeichnung Wiedertaufe auch falsch. Die Kinder”taufe” sehen wir als ein Segnungsgebet für Kinder. Zu behaupten, alle “Wiedertäufer” sind Sektierer ist eine Anmaßung, die Sie lieber nochmal überdenken sollten. In der Bibel werden diejenigen als Irrlehrer bezeichnet die Gottes Namen lästern, oder das Heil korrumpieren.

    Viel gefährlicher ist das Einlullen der Menschen in eine falsche Sicherheit. “Ich bin ja schon ein Christ. Ich bin ja schon getauft.” Aber im wahren Leben, spielt Gott und die Erlösung Jesu überhaupt keine Rolle. Solche Menschen nennt Sörren Kierkegard als Angehörige des “getauften Heidentums” (Kierkegaard, Sören. «Einübung im Christеntum». In Abschließende unwissenschaftliche Nach-schrift zu den Philosophischen Brocken, 2. Bd. Gütersloh: 31994).

    Mit lieben Grüßen
    Ein Mennonit

    • Ich wurde als Säugling getauft. Wenn ich mich den Mennoniten anschließen wollte, müßte ich mich da sicherlich nochmals taufen lassen. Jene Taufe aber wäre eine Wiedertaufe und damit illegal.

      Sie haben recht, daß die kirchliche Taufe teilweise als Freifahrschein in den Himmel betrachtet wird. Das lehne ich natürlich auch ab. Mein ganzes Blog dreht sich ja überhaupt um das Thema Taufe und Nachfolge. Die sakramentale (kirchliche) Taufe ist eigentlich ein Ruf in die Nachfolge Jesu. Katholische oder evangelische Christen brauchen allerdings keine erneute Taufe, wenn sie Jesus bewußt nachfolgen wollen, sondern eine Unterweisung (Belehrung) darüber, was die Taufe wirklich ist, die sie bereits (als Kinder) empfangen haben: In der Kraft der Taufe, des Rufes Gottes, können wir Jesus nachfolgen. Die Taufe hilft uns also dazu als wirkliche, treue Christen im Alltag zu leben. Die Taufe ist genau das Gegenteil eines Freifahrscheins in den Himmel. Die Taufe stellt uns in die allerhöchste Verantwortung wirklich auch als Christen im Alltag zu leben.

      Noch eine Anmerkung zur Wiedertaufe: Jede Gruppierung, die wiedertauft, ist von der allgemeinen Christlichen Kirche ausgeschlossen. Wer wiedertauft, beweist dadurch, daß er das Evangelium überhaupt nicht verstanden hat, nämlich die Tatsache, daß das Heil „extra nos“ also außerhalb von uns ist bzw. uns von außen gegeben werden muß. Der natürliche Mensch kann „nur“ umkehren von seinen Sünden und das Evangelium für wahr halten. Das Heil aber empfängt er bei der Taufe oder wenn er sich auf die Taufe bezieht im Glauben. In der Taufe sterben wir der Sünde ab und kommen in Christus hinein (wir sterben und auferstehen zusammen mit Jesus). Das ist eine sehr übernatürliche Sache, die kein Mensch aus sich heraus erlangen kann, sondern es muß uns geschenkt werden. Wiedertäufer legen das ganze Gewicht auf die Bekehrung, aber der wahre Glaube geht weit über die Bekehrung hinaus. Durch den wahren Glauben, der sich auf die sakramentale Taufe (einschließlich Kindertaufe) bezieht, werden wir fähig Gott unseren (sündigen) Leib als lebendiges Opfer zu geben. Das ist die Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit.

  2. vv schreibt:

    Wer ist hier eine Sekte?

  3. petersemenczuk schreibt:

    Christus und Johannes der Täufer, hat keine Kindertaufe befürwortet noch eingeführt!!!
    Christus sagte darauf: „Es gebührt uns (Menschen), alle Gerechtigkeit (Gottes) zu erfüllen“!!!
    Darum ist die Kindertaufe, eine Erfindung der R.k.Kirche wie vieles andere auch ab 312 n.Chr. und zu verwerfen!!!

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Die Kindertaufe ist gemäß der christlichen Lehre, die wir aus der Bibel gewinnen können. Man muß verstehen, daß die Taufe ein Ruf in die Nachfolge ist. Der irdische Jesus sprach mit hörbarer Stimme zu Menschen: „Komm und folge mir nach!“ Dieser Ruf war sakral, einfach deswegen weil Jesus sakral war, das heißt Gottes Sohn.

      Jesus ist heute unsichtbar, wir können seine Stimme nicht mehr akustisch hören, aber nichtsdestotrotz ist Jesus wirklich.

      Wie kann Jesus uns heute in die Nachfolge rufen?

      Dies geschieht durch die sakramentale Taufe. Der Pfarrer vollzieht die Taufe im Namen des dreieinigen Gottes, das heißt der eigentliche, unsichtbare Täufer ist Gott selbst. Somit ist die sakramentale Taufe durch den unsichtbaren Gott das Gegenstück zum hörbaren Ruf durch den sichtbaren Jesus.

      Es ist richtig, daß Säuglinge normalerweise das Evangelium noch nicht erfassen können, aber auch diese Schwierigkeit läßt sich beheben, denn „der Herr handelt wunderbar an seinen Heiligen!“, das heißt Kinder aus christlichen Elternhäusern können das Evangelium schon wesentlich früher verstehen, als Kinder von Nicht-Christen, was tatsächlich ein Wunder ist. Aber warum sollte es im Raum der Kirche keine Wunder geben. Kann Gott keine Wunder tun?

      Johannes der Täufer freute sich über Jesus, als beide noch in den Leibern ihrer Mütter (Maria bzw. Elisabeth) waren. Säulinge lobten Jesus, als dieser im Tempel predigte. Was wollen Sie mehr?

      Bitte stellen Sie weitere Fragen. Happy Easter!

      Die Taufe von Säuglingen aus nicht-christlichen Elternhäusern ist selbstverständlich ein Missbrauch. Wenn jedoch solch ein Kind im Erwachsenenalter das Evangelium hört und versteht und es glaubt, dann kann es sich einfach auf diese Kindertaufe rückbeziehen, es soll keine Wiedertaufe stattfinden.

  4. Volker Eschen schreibt:

    Eine sehr problematische Definition von Kirche, da sie Baptisten, Mennoniten, Orthodoxe und viele andere Christen ausschließt, nur weil sie an der Taufpraxis und Tauflehre vieler Heiliger des 1. Jahrtausends festhalten.

  5. Ein sehr aufschlussreicher Artikel. Was waren die Quellen für diese Worte? Liebe Grüsse…

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo,

      ich schreibe gerne von Martin Luther und Dietrich Bonhoeffer ab.

      Hauptsache, das Evangelium wird verkündet.

      Bonhoeffer’s Hauptwerk war die „Nachfolge“, eine Einführung
      in die Grundlagen des christlichen Glaubens.

      Ein wichtiges Werk von Luther war „Der Große Katechismus“,
      der ähnlich wie die „Nachfolge“ die Grundlagen des christ-
      lichen Glaubens darbietet, wobei Luther eine andere Begriff-
      lichkeit als Bonhoeffer verwendet, aber das Gleiche meint.

  6. Volker Eschen schreibt:

    Nicht ich bin es, der sich über Ökumenische Konzilien hinwegsetzt, sondern Sie.

    Das Sechste Ökumenische Konzil (Trullanum) hat die Kanones der Synode von Karthago im Jahr 257, in der die afrikanischen Bischöfe die Position des Hl. Cyprian einstimmig unterstützt haben, ausdrücklich bestätigt.
    Es hat ebenso bestätigt, dass die „Apostolischen Kanones“ Bestandteil des Kirchenrechts sind. In diesen wird demjenigen, der einen von Häretikern „Getauften“ nicht tauft, die gleiche Strafe angedroht wie dem, der einen Getauften wiedertauft.

    Wenn Sie sich schon auf die Ökumenischen Konzilien berufen: Darf ich mir die Frage erlauben, ob sie die Beschlüsse des Siebten respektieren? Wenn Sie das nicht tun, sind Sie nämlich ebenso aus der Kirche ausgeschlossen wie Arianer, Nestorianer, Monophysiten und Karl der angeblich Große.

    Was meinen Sie, wenn Sie von der Weltweiten christlichen Kirche sprechen? Die 1 Milliarde Mitglieder umfassende Papstkirche? Den Ökumenischen Rat mit seinem briefmarkengroßen Minimalbekenntnis? Die Worldwide Evangelical Alliance? Oder noch etwas anderes? Für mich ist es der Orthodoxe Erzbischof von Berlin und Deutschland und alle auf allen 5 Kontinenten, die mit ihm in sakramentaler Gemeinschaft leben.

    Obwohl nach Johannes von Damaskus und anderen auch die Apostolischen Kanones zur Schrift gehören, ich den Schriftbeweis also schon erbracht habe, zum Schluss ein weiterer Schriftbeweis für Sie:
    Ein Herr, EIN GLAUBE, eine Taufe. (Epheser 4,5). Wo der eine Glaube fehlt, sind auch der eine Herr und die eine Taufe abwesend.

  7. Volker Eschen schreibt:

    Die Lehre, dass von Häretikern Getaufte beim Eintritt in die Kirche nicht getauft zu werden brauchen, hat sich nie überall durchgesetzt. Viele Kirchen des Ostens vertreten bis zum heutigen Tag die Auffassung Cyprians und praktizieren sie auch,
    Es handelt sich dabei nicht um eine Wiederholung, weil die Betreffenden ja noch nicht getauft sind. Dass die Taufe nicht wiederholt werden darf, ist meines Wissens bei allen, die sich als Christen bezeichnen, Konsens (auch bei Baptisten). Um ein zweites Mal getauft werden zu können, müsste Christus ein zweites Mal am Kreuz sterben.

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Hallo Herr Eschen,

      die Auffassungen der Ostkirchen sind eigentlich nicht relevant, da es sich bei den Ostkirchen um häretische Kirchen handelt. Die Ostkirchen sind aus den Monophysiten und den Nestorianern hervorgegangen. Beide Lehren wurden durch ökumenische Konzile als Irrlehren verdammt. Da die Ostkirchen an diesen Irrlehren festhalten, sind sie aus der einen weltweiten Christlichen Kirche ausgeschlossen.

      Wer sich heute über die Beschlüsse ökumenischer Konzile hinwegsetzen will, der muß den Schriftbeweis erbringen.

      Können Sie das?

      • Volker Eschen schreibt:

        Leider habe ich von Ihnen auf meine Frage, was Sie unter der einen weltweiten christlichen Kirche verstehen, immer noch keine Antwort.

      • Rainer Braendlein schreibt:

        Alle Kirchen, die an der einen, sakramentalen Taufe festhalten und nicht wiedertaufen.

        Ausnahme: Römisch-Katholische Kirche; Obwohl die kath. Kirche das Sakrament der Taufe bewahrt, ist sie keine christliche Kirche mehr, weil sie am Papsttum festhält.

        Die EKD hält zwar auch das Sakrament der Taufe, lehrt aber die billige Gnade, was auch ein „kleines“ Problem ist.

  8. Volker Eschen schreibt:

    Die Taufe kommt direkt aus dem Himmel und der eigentliche Täufer ist Gott selbst. Die lateinische Kirche hat das leider vergessen und lässt den Taufenden sagen: ICH taufe dich…, während in den Kirchen des Ostens proklamiert wird: Getauft wird der Diener / die Dienerin Gottes N. …

    Wird Gott aber dort taufen, wo statt seines Wortes Satans Lügen gepredigt werden? Denn nichts anderes sind ja die Häresien.

  9. Volker Eschen schreibt:

    „Wir beschlossen nämlich, daß diejenigen, die draußen außerhalb der Kirche sich eintauchen und bei Ketzern und Abtrünnigen durch unreines und unheiliges Wasser besudeln ließen, getauft werden müssen, wenn sie zu uns und zu der einen Kirche kommen. Denn es genügt noch nicht, ihnen zum Empfang des Heiligen Geistes die Hand aufzulegen, wenn sie nicht auch die Taufe der Kirche erhalten. Denn erst dann können sie vollständig geheiligt werden und Kinder Gottes sein, wenn sie aus beiden Sakramenten geboren werden, da geschrieben steht: ‚Wenn einer nicht geboren ist aus dem Wasser und dem Geiste, so kann er nicht eingehen in das Reich Gottes‘ [Joh. 3,5].“ Der Heilige Bischof und Märtyrer Cyprian an Bischof Stephan von Rom

    „Ein Ketzer aber kann ebensowenig, als er in ein Amt einsetzen und die Hand auflegen darf, die Taufe oder irgendeine andere heilige und geistliche Handlung vornehmen, da er der geistlichen und göttlichen Heiligkeit ferne steht.“ Bischof Firmilian von Cäsarea an den Heiligen Cyprian

    • Rainer Braendlein schreibt:

      Auch große Männer können irren. Cyprian war tatsächlich eine Zeit lang der Meinung, daß Gläubige aus häretischen Kirchen noch einmal von der rechtmäßigen Kirche getauft werden müßten. Dies führte zum Ketzertaufstreit, bei dem allerdings Cyprian und etliche andere nordafrikanische Bischöfe unterlagen. Es hat sich die Lehre durchgesetzt, daß die Taufe nicht wiederholt werden darf.

      Meine Meinung: Man muß einfach verstehen, daß die Taufe direkt aus dem Himmel kommt und von der Kirche nur verwaltet wird. Der eigentliche unsichtbare Täufer ist Gott selbst. Falls eine Kirche häretisch geworden ist, wird dadurch die Taufe nicht beeinflußt. Der Inhalt eines Päckchens ist nicht vom Zustand des Postboten abhängig (eine Bibel, die mir von einem alkoholabhängigen Postboten zugestellt wurde, bleibt trotzdem eine Bibel. Eine Taufe, die von einer häretischen Kirche gefeiert wurde, bleibt trotzdem eine christiliche Taufe.).

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